[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Entschwefelung von wenigstens einem in einem
Abgaskanal einer Verbrennungskraftmaschine angeordneten NO
x-Speicherkatalysator mit den im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Merkmalen.
[0002] Verfahren zur Entschwefelung von NO
x-Speicherkatalysatoren sind bekannt. Dabei müssen während der Entschwefelung sogenannte
Regenerationsparameter, wie eine Mindesttemperatur am NO
x-Speicherkatalysator und ein Arbeitsmodus der Verbrennungskraftmaschine, mit λ ≤ 1
eingestellt werden.
[0003] Siehe zum Beispiel WO 0008312.
[0004] Unter einem Arbeitsmodus der Verbrennungskraftmaschine mit λ < 1 (fette Atmosphäre)
überwiegt ein Anteil reduzierender Gaskomponenten, wie CO, HC oder H
2, einen Anteil von Sauerstoff am Abgas. Bei λ > 1 (magere Atmosphäre) ist die Sauerstoffkonzentration
dominierend und die NO
x-Reduktion wird behindert. Daneben wird während des Betriebes der Verbrennungskraftmaschine
in magerer Atmosphäre durch eine Verbrennung wechselnder Schwefelanteile im Kraftstoffgemisch
SO
2 gebildet. Dieses wird ebenso wie das NO
x in magerer Atmosphäre von dem NO
x-Speicherkatalysator absorbiert. Die SO
2-Absorption verringert eine NO
x-Speicherfähigkeit des NO
x-Speicherkatalysators und führt zur Bildung von lokalen Inhomogenitäten infolge rascher
Sulfatkornbildung. Derartige Inhomogenitäten bieten einen Angriffspunkt für korrosive
Prozesse, die eine dauerhafte Schädigung des NO
x-Speicherkatalysators nach sich ziehen können.
[0005] Es ist daher bekannt, die Entschwefelung in wiederkehrenden Zyklen zu initiieren,
wobei eine Feststellung einer Entschwefelungsnotwendigkeit anhand eines vorgebbaren
Verschwefelungsgrades des NO
x-Speicherkatalysators festgelegt werden kann. Ein solcher Verschwefelungsgrad lässt
sich beispielsweise anhand eines NO
x-Umsatzes bestimmen, bei dem ein Quotient aus einer Konzentration von NO
x vor dem NO
x-Speicherkatalysator und nach dem NO
x-Speicherkatalysator gebildet wird. Nach Feststellung der Entschwefelungsnotwendigkeit
werden dann geeignete Maßnahmen ergriffen, beispielsweise eine Spätzündung oder eine
Nacheinspritzung, um die Regenerationsparameter einzustellen.
[0006] Eine Entschwefelungszeit ist dabei einerseits abhängig von der Höhe der Temperatur,
die selbstverständlich auch über einer Mindesttemperatur liegen kann, und andererseits
von einer Lage des Lambdawertes. Bei steigenden Temperaturen und/oder sinkenden Lambdawerten
verkürzt sich die Entschwefelungszeit. Allerdings wird bei sehr niedrigen Lambdawerten
überwiegend H
2S gebildet, während bei Lambdawerten knapp unter 1 überwiegend SO
2 entsteht. Eine Bildung von H
2S sollte nach Möglichkeit unterdrückt werden, da dieses geruchsintensiv ist. Zudem
ist ein vollständiger Umsatz der reduzierenden Gaskomponenten bei sehr niedrigen Lambdawerten
nicht mehr möglich, so dass ein Schadstoffdurchbruch nicht vermieden werden kann.
[0007] Es ist bekannt, die Bildung von H
2S durch eine periodische Beaufschlagung des NO
x-Speicherkatalysators mit magerem und fettem Abgas zu unterdrücken. Da die SO
2-Bildung kinetisch gegenüber der H
2S-Bildung bevorzugt ist, kann durch Wahl einer hinreichend hohen Lambda-Wobblefrequenz
die H
2S-Bildung weitestgehend unterdrückt werden. Dabei ist nachteilig, dass sich die Entschwefelungszeit
deutlich verlängert, und dass ein sich laufend ändernder Katalysatorzustand nicht
berücksichtigt wird. So können Alterungserscheinungen, wie beispielsweise eine Abnahme
einer Sauerstoffspeicherfähigkeit, nicht berücksichtigt werden.
[0008] Dem erfindungsgemäßen Verfahren liegt die Aufgabe zugrunde, die Entschwefelung unter
Berücksichtigung zeitlich veränderlicher Katalysatorzustände durchzuführen. Dabei
soll einerseits die H
2S-Bildung weitestgehend unterdrückt werden und andererseits die Entschwefelungszeit
möglichst gering gehalten werden, so dass ein Kraftstoffmehrverbrauch infolge der
Entschwefelung reduziert werden kann.
[0009] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch das Verfahren zur Entschwefelung mit den
im Anspruch 1 genannten Merkmalen gelöst. Dadurch, dass
- (a) die Verbrennungskraftmaschine in einer ersten Phase nach Feststellung der Entschwefelungsnotwendigkeit
und beim Vorliegen der Mindesttemperatur zunächst so lange unter einem mageren Arbeitsmodus
mit λ > 1 betrieben wird, bis an dem Gassensor ein erster Schwellenwert für Lambda
erreicht wird,
- (b) die Verbrennungskraftmaschine in einer zweiten Phase nach Erreichen des ersten
Schwellenwertes im fetten Arbeitsmodus mit λ < 1 betrieben wird, bis an dem Gassensor
ein zweiter Schwellenwert für Lambda oder eine gemessene oder berechnete H2S-Konzentration stromab des NOx-Speicherkatalysators einen Schwellenwert (Ss) erreicht,
- (c) die erste Phase und nachfolgend die zweite Phase) so lange wiederholt werden,
bis ein vorgebbarer Verschwefelungsgrad erreicht wird,
kann die Entschwefelung mit sehr kurzen Entschwefelungszeiten und unter Überwachung
der H
2S-Emission erfolgen. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Verfahren werden demnach die
Phasen fetter und magerer Beaufschlagung des NO
x-Speicherkatalysators gesteuert beziehungsweise geregelt, so dass auf diesem Wege
eine sehr genaue Anpassung an die tatsächlichen Katalysatorverhältnisse und Bedingungen
während der Entschwefelung erfolgen kann.
[0010] In einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens wird der Schwellenwert für die
H
2S-Konzentration auf einen Wert < 100 ppm, bevorzugt < 50 ppm, insbesondere < 10 ppm,
festgelegt. Dabei kann mit Hilfe einer stromab vom NO
x-Speicherkatalysator angeordneten schwefelempfindlichen Messeinrichtung anhand eines
Signals für einen Gehalt einer schwefelhaltigen Komponente im Abgas die H
2S-Konzentration bestimmt werden. Als Sensorelement einer solchen schwefelhaltigen
Messeinrichtung lassen sich elektrochemische Zellen einsetzen, bei denen eine elektromotorische
Kraft in Abhängigkeit einer Schwefelkonzentration in der Umgebung der Messelektroden
erfasst wird. Denkbar sind auch Systeme, in denen über Widerstandszellen von der Schwefelkonzentration
abhängige Widerstände des Sensorelementes beziehungsweise seine Leitfähigkeit gemessen
wird. Derartige Sensorelemente sind beispielsweise aus der DE 31 122 18 und der EP
0 700 517 B1 bekannt. Für die Festlegung eines Endes der Zeitenphase kann demnach
ein berechneter oder gemessener Wert für die H
2S-Konzentration herangezogen werden.
[0011] Ferner ist bevorzugt, in jedem neuen Zyklus der Entschwefelung (erste und zweite
Phase) die Sollwerte und/oder die Schwellenwerte neu festzulegen. Diese können dann
insbesondere in Abhängigkeit von einer aktuell gespeicherten Schwefelmasse, einer
Schwefelmasse zu Beginn der Entschwefelung, einer Katalysatortemperatur, einer Sauerstoffspeicherfähigkeit
oder einer Dauer der ersten und zweiten Phase variiert werden. Denkbar ist weiterhin,
während der Entschwefelung die Temperatur zu variieren. Durch die gezeigten Maßnahmen
kann die Entschwefelung wesentlich dynamischer an den aktuellen Katalysatorzustand
angepasst werden.
[0012] Weitere bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den übrigen, in
den Unteransprüchen genannten Merkmalen.
[0013] Die Erfindung wird nachfolgend in Ausführungsbeispielen anhand der zugehörigen Zeichnungen
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Anordnung eines Katalysatorsystems in einem Abgaskanal einer Verbrennungskraftmaschine
und
- Figur 2
- einen Verlauf von Lambda vor und hinter einem NOx-Speicherkatalysator sowie einer H2S-Konzentration während einer Entschwefelung.
[0014] In der Figur 1 ist in schematischer Weise eine Anordnung eines Katalysatorsystems
10 in einem Abgaskanal 12 einer Verbrennungskraftmaschine 14 dargestellt. Das Katalysatorsystem
10 umfasst einen NO
x-Speicherkatalysator 16 und einen Vorkatalysator 18 sowie diverse Temperatursensoren
22. Weiterhin befinden sich Gassensoren 19, 20, 21 in dem Abgaskanal 12, die zur Erfassung
wenigstens einer Gaskomponente eines Abgases der Verbrennungskraftmaschine dienen
und ein Signal entsprechend einem Gehalt der Gaskomponente am Abgas bereitstellen.
Solche Gassensoren 19, 20, 21 sind bekannt und können beispielsweise NO
x-Sensoren oder Lambdasonden sein.
[0015] Ferner kann stromab des NO
x-Speicherkatalysators 16 eine schwefelempfindliche Messeinrichtung 23 im Abgaskanal
12 der Verbrennungskraftmaschine 14 angeordnet sein. Die Messeinrichtung 23 ermöglicht
eine Konzentrationserfassung einer schwefelhaltigen Komponente, wie beispielsweise
von Schwefeldioxid SO
2. Anhand des Widerstands oder der Leitfähigkeit eines Sensorelementes einer derartigen
Messeinrichtung 23 kann durch Abgleich mit einer hinterlegten Kennlinie auf die Konzentration
der schwefelhaltigen Komponente geschlossen werden. Anhand von Erfahrungswerten mit
Betriebsparametern der Verbrennungskraftmaschine 14, wie beispielsweise dem durch
den Gassensor 21 erfassten Lambdawert, kann ebenfalls die Ermittlungen der H
2S-Konzentration erfolgen. Bei entsprechende Ausgestaltung der Messeinrichtung 23 ist
es auch denkbar, die H
2S-Konzentration direkt zu erfassen. Zur weiteren, hier dargestellten Regelung des
Entschwefelungsvorganges wird dann die gemessene oder die berechnete H
2S-Konzentration herangezogen.
[0016] Ein Arbeitsmodus der Verbrennungskraftmaschine 14 kann mittels eines Motorsteuergerätes
24 geregelt werden. Wird beispielsweise ein Arbeitsmodus mit λ < 1 (fette Atmosphäre)
gewünscht, so muss eine Sauerstoffkonzentration in einem Saugrohr 26 vor einer Verbrennung
eines Kraftstoff-Luft-Gemisches gesenkt werden. Damit erhöhen sich die Anteile reduzierender
Gaskomponenten im Abgas im Vergleich zu einem Anteil an Sauerstoff. Beispielsweise
kann ein solcher Arbeitsmodus durch eine Reduzierung eines Volumenstroms angesaugter
Luft mittels einer Drosselklappe 28 und durch gleichzeitige Zuführung sauerstoffarmen
Abgases über ein Abgasrückflussventil 30 erfolgen.
[0017] In einem Arbeitsmodus mit λ > 1 (magere Atmosphäre) wird neben NO
x auch SO
2 im NO
x-Speicherkatalysator 16 absorbiert, während die geringen Anteile reduzierender Gaskomponenten
zumindest bei niedrigen Raumgeschwindigkeiten fast vollständig im Vorkatalysator 18
umgesetzt werden. In Abhängigkeit von einer NO
x-Speicherkapazität und einer Desorptionstemperatur des NO
x-Speicherkatalysators 16 muss die Verbrennungskraftmaschine 14 zur Regeneration mit
λ ≤1 betrieben werden. In einem solchen Arbeitsmodus wird das zuvor absorbierte NO
x an einer katalytisch aktiven Oberfläche des NO
x-Speicherkatalysators 16 reduziert.
[0018] Ebenfalls absorbiertes SO
2 wird in Form von Sulfat in dem NO
x-Speicherkatalysator 16 eingelagert, wobei allerdings eine Reversibilität dieses Einlagerungsprozesses
im Gegensatz zu der Einlagerung von NO
x wesentlich höhere Temperaturen erfordert.
[0019] Somit muss zur Entschwefelung eine Mindestentschwefelungstemperatur und ein Lambdawert
≤ 1 vorliegen (Regenerationsparameter).
[0020] Eine Entschwefelungsnotwendigkeit ergibt sich aus einer Effizienz des NO
x-Speicherkatalysators 16 für eine Konvertierungsreaktion von NO
x. Die Erfassung der Effizienz kann mit Hilfe des Gassensors 21 erfolgen, der eine
NO
x-Konzentration hinter dem NO
x-Speicherkatalysator 16 misst. Aufgrund von Erfahrungswerten oder über eine Messung
der NO
x-Konzentration vor dem NO
x-Speicherkatalysator 16 - beispielsweise mit mindestens einem der Gassensoren 19,
20 - kann auf diese Weise die NO
x-Speichereffizienz bestimmt werden und damit auf einen Verschwefelungsgrad geschlossen
werden. Über die Temperatursensoren 22 lässt sich eine aktuelle Temperatur (Katalysatortemperatur)
am NO
x-Speicherkatalysator 16 erfassen, während der aktuelle Lambdawert vor dem NO
x-Speicherkatalysator 16 wiederum über zumindest einen der Gassensoren 19 und/oder
20 bestimmbar ist.
[0021] Eine Entschwefelungszeit ist abhängig von der Temperatur am NO
x-Speicherkatalysator 16 und der Lage des Lambdawertes. Mit steigender Temperatur und
sinkendem Lambdawert nimmt die Entschwefelungszeit ab. Die Temperatur kann dabei deutlich
über der Mindesttemperatur liegen und kann entsprechend einem Temperaturmodell auch
während der Entschwefelung geändert werden.
[0022] Bei sehr niedrigen Lambdawerten führt die Entschwefelung überwiegend zu H
2S, während bei Lambdawerten knapp unter 1 überwiegend SO
2 gebildet wird. Da H
2S geruchsintensiv ist, soll dessen Bildung im erfindungsgemäßen Verfahren weitestgehend
unterdrückt werden. Weiterhin ist nachteilig, dass bei sehr niedrigen Lambdawerten
eine vollständige Umsetzung der reduzierenden Gaskomponenten nicht mehr möglich ist
und somit sogenannte Schadstoffdurchbrüche auftreten. Da die H
2S-Bildung kinetisch gehemmt ist gegenüber der SO
2-Bildung kann über einen periodischen Wechsel des Arbeitsmodus der Verbrennungskraftmaschine
die H
2S-Bildung zurückgedrängt werden.
[0023] In der Figur 2 ist beispielhaft ein Verlauf eines Lambdawertes vor und hinter dem
NO
x-Speicherkatalysator 16 dargestellt. Weiterhin zeigt die Figur 2 einen Verlauf der
H
2S-Konzentration, wie er mit Hilfe der Messeinrichtung 23 stromab des NO
x-Speicherkatalysators 16 erfassbar ist. Der Verlauf des Lambdawertes vor dem NO
x-Speicherkatalysator 16 (durchgezogene Linie) kann mit dem Gassensor 20 überwacht
werden, während der Gassensor 21 einen Verlauf des Lambdawertes hinter dem NO
X-Speicherkatalysator 16 wiedergibt (gestrichelte Linie). Wenn zu einem Zeitpunkt T
0 die Entschwefelungsnotwendigkeit festgestellt wird und beispielsweise noch nicht
die Mindesttemperatur erreicht wurde, so kann in einer Aufheizphase to durch eine
zumindest temporäre Beeinflussung wenigstens eines Betriebsparameters der Verbrennungskraftmaschine
14 eine Abgastemperatur erhöht werden. Dazu wird üblicherweise in einen Arbeitsmodus
mit λ = 1 geschaltet, da das Abgas hier eine höhere Temperatur aufweist, die Schadstoffemissionen
gering sind und der Kraftstoffverbrauch nicht übermäßig ansteigt. Ein solches Vorgehen
ist bekannt und wird daher nicht näher erläutert.
[0024] Nach Erreichen der Mindesttemperatur zu einem Zeitpunkt T
1 wird während der Phase t
1 die Verbrennungskraftmaschine 14 derart geregelt, dass sich vor dem NO
x-Speicherkatalysator 16 ein Lambdawert entsprechend einem vorgebbaren Sollwert W
m einstellt. Der Sollwert W
m sollte dabei in einem Lambdabereich von 1,01 bis 4,00, bevorzugt 1,02 bis 1,7, insbesondere
1,03 bis 1,1, liegen.
[0025] Eine Änderung des Lambdawertes hinter dem NO
x-Speicherkatalysator 16 findet zeitverzögert statt. Dabei basiert diese Zeitverzögerung
nicht nur auf einem Totvolumen des NO
x-Speicherkatalysators 16, sondern ist auch abhängig von einer Aus- und Einlagerung
des Sauerstoffs in den NO
x-Speicherkatalysator 16. In einem Bereich 40 steigt dabei der Lambdawert hinter dem
NO
x-Speicherkatalysator 16 steil an, wobei eine Steilheit des Anstiegs durch die Höhe
des Sollwertes W
m bestimmbar ist. Je höher W
m liegt, um so steiler steigt der Bereich 40 an. Ab einem Zeitpunkt T
2 erreicht der Lambdawert hinter dem NO
x-Speicherkatalysator 16 einen ersten Schwellenwert S
m, woraufhin die Verbrennungskraftmaschine 14 auf den fetten Arbeitsmodus eingestellt
wird. Dabei wird wiederum ein Sollwert W
f für Lambda vor dem NO
x-Speicherkatalysator 16 festgelegt. Der Sollwert W
f liegt in einem Bereich von λ = 0,995 bis 0,65, bevorzugt 0,99 bis 0,75, insbesondere
0,98 bis 0,85.
[0026] Nach dem Wechsel des Arbeitsmodus ab dem Zeitpunkt T
2 wird der NO
x-Speicherkatalysator 16 für eine Phase t
2 mit der fetten Atmosphäre entsprechend dem Sollwert W
f beaufschlagt. Kurz nach dem Erreichen des Schwellenwertes S
m steigt der Lambdawert in einem Bereich 42 noch kurzfristig an, da sich der Wechsel
des Arbeitsmodus nur zeitverzögert hinter dem NO
x-Speicherkatalysator 16 einstellt. In einem Bereich 44 fällt der Lambdawert hinter
dem NO
x-Speicherkatalysator 16 steil ab bis zu einem Lambdawert = 1 (Bereich 46). Dabei verharrt
der Wert nahe λ = 1 in dem Bereich 46 so lange, bis ab einem Zeitpunkt T
3 der im NO
x-Speicherkatalysator 16 gespeicherte Sauerstoff und das zumindest teilweise zeitlich
überlappend freigesetzte SO
x soweit reduziert sind, dass das Lambdasignal allmählich in Richtung des Sollwertes
W
f abdriftet (Bereich 50).
[0027] Im unteren Teil der Figur 2 ist - wie bereits erwähnt - ein Verlauf der H
2S-Konzentration stromab vom NO
x-Speicherkatalysator 16 dargestellt. In Phasen stöchiometrischen oder mageren Betriebs
ist die H
2S-Konzentration nahe Null. Erst mit Beginn des Wechsels in den Fettbetrieb (Zeitpunkt
T
2) steigt die H
2S-Konzentration allmählich an (Bereich 60). Der Anstieg erfolgt im Allgemeinen nicht
linear sondern exponentiell, da mit zunehmender Dauer der zweiten Phase t
2 die kinetischen Faktoren bei der H
2S-Bildung in den Hintergrund treten.
[0028] Ein erneuter Wechsel des Arbeitsmodus kann nun dadurch ausgelöst werden, dass entweder
der Lambdawert stromab des NO
x-Speicherkatalysators 16 einen fetten Schwellenwert S
f erreicht oder - wie hier dargestellt - die H
2S-Konzentration einen Schwellenwert S
s überschreitet (Zeitpunkt T
4). Der Schwellenwert S
s wird üblicherweise auf einen Wert von < 100 ppm, bevorzugt < 50 ppm, insbesondere
< 10 ppm, festgelegt.
[0029] Nach Erreichen des Schwellenwertes S
s wird die Verbrennungskraftmaschine 14 wieder unter magerer Atmosphäre betrieben,
und zwar entsprechend dem Sollwert W
m. Volumenbedingt fällt in einem Bereich 52 der Lambdawert hinter dem NO
x-Speicherkatalysator 16 noch für kurze Zeit, um dann anschließend in einem Bereich
54 wieder anzusteigen. Umgekehrt steigt die H
2S-Konzentration noch kurz an (Bereich 62), um dann sehr rasch auf sehr niedrige Emissionswerte
wieder abzusinken (Bereich 64). Eine Steilheit des Anstiegs im Bereich 54 wird dabei
nicht nur durch die Lage des Sollwertes W
m bestimmt, sondern auch durch eine zusätzliche Sauerstoffeinlagerung in den NO
x-Speicherkatalysator 16. Ab einem Zeitpunkt T
5 ist eine Sauerstoffspeicherfähigkeit erschöpft und daher steigt der Lambdawert in
dem sich anschließenden Bereich 58 steiler an.
[0030] Nach erneutem Erreichen des Schwellenwertes S
m schließt sich wieder die Phase t
2 an, das heißt, es wird ein Wechsel in fette Atmosphäre initiiert (Zeitpunkt T
6). Phase t
1 und Phase t
2 wiederholen sich so oft, bis ein vorgebbarer Verschwefelungsgrad erreicht wird und
danach die Verbrennungskraftmaschine 14 wieder in einem Normalbetrieb geschaltet wird.
Die Sollwerte W und/oder die Schwellenwerte S
f, S
m, S
s können in jedem neuen Zyklus der Entschwefelung (Phasen t
1 und t
2) in Abhängigkeit von den Katalysatorzustandsparametern neu festgelegt werden. Als
Katalysatorzustandsparameter kommen dabei Größen in Frage, wie eine aktuell gespeicherte
Schwefelmasse, eine Schwefelmasse zu Beginn der Entschwefelung, eine Katalysatortemperatur,
eine Sauerstoffspeicherfähigkeit oder eine Dauer der vorhergehenden Phasen t
1 und t
2. Durch die Neufestlegung kann ein optimaler Kompromiss gefunden werden zwischen einer
möglichst kurzen Entschwefelungszeit auf der einen Seite und möglichst geringen Schadstoffemissionen
während der Entschwefelung auf der anderen Seite.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0031]
- 10
- Katalysatorsystem
- 12
- Abgaskanal
- 14
- Verbrennungskraftmaschine
- 16
- NOx-Speicherkatalysator
- 18
- Vorkatalysator
- 19
- Gassensor
- 20
- Gassensor
- 21
- Gassensor
- 22
- Temperatursensoren
- 23
- schwefelempfindliche Messeinrichtung
- 24
- Motorsteuergerät
- 26
- Saugrohr
- 28
- Drosselklappe
- 30
- Abgasrückflussventil
- 40, 42, 44, 46, 50, 52, 54, 58
- ausgewählte Bereiche des Verlaufs des Lambdasignals hinter dem NOx-Speicherkatalysator
- 60, 62, 64
- ausgewählte Bereiche des Verlaufs der H2S-Konzentration
- Wm
- magerer Sollwert
- Wf
- fetter Sollwert
- Sm
- magerer Schwellenwert
- Sf
- fetter Schwellenwert
- Ss
- Schwellenwert für die H2S-Konzentration
- Ti
- Zeitpunkte
- ti
- Zeitspannen
- λ
- Lambdawert
1. Verfahren zur Entschwefelung von wenigstens einem in einem Abgaskanal einer Verbrennungskraftmaschine
angeordneten NO
x-Speicherkatalysator, wobei wenigstens ein Gassensor stromab des NO
x-Speicherkatalysators angeordnet ist, und bei dem nach Feststellung einer Entschwefelungsnotwendigkeit
eine Mindesttemperatur am NO
x-Speicherkatalysator und ein fetter Arbeitsmodus der Verbrennungskraftmaschine mit
λ < 1 durch eine zumindest temporäre Beeinflussung wenigstens eines Betriebsparameters
der Verbrennungskraftmaschine eingestellt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
(a) die Verbrennungskraftmaschine (14) in einer ersten Phase (t1) nach Feststellung der Entschwefelungsnotwendigkeit und beim Vorliegen der Mindesttemperatur
zunächst so lange unter einem mageren Arbeitsmodus mit λ > 1 betrieben wird, bis an
dem Gassensor (21) ein erster Schwellenwert (Sm) für Lambda erreicht wird,
(b) die Verbrennungskraftmaschine (14) in einer zweiten Phase (t2) nach Erreichen des ersten Schwellenwertes (Sm) im fetten Arbeitsmodus mit λ < 1 betrieben wird, bis an dem Gassensor (21) ein zweiter
Schwellenwert (Sf) für Lambda oder eine gemessene oder berechnete H2S-Konzentration stromab des NOx-Speicherkatalysators einen Schwellenwert (Ss) erreicht,
(c) die erste Phase (t1) und nachfolgend die zweite Phase (t2) so lange wiederholt werden, bis ein vorgebbarer Verschwefelungsgrad erreicht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwellenwert (Ss) der H2S-Konzentration auf einen Wert < 100 ppm, bevorzugt < 50 ppm, insbesondere < 10 ppm,
festgelegt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass durch eine stromab vom NOx Speicherkatalysator (16) angeordnete schwefelempfindlichen Messeinrichtung (23) ein
Signal für einen Gehalt einer schwefelhaltigen Komponente im Abgas erfasst und hieraus
die H2S-Konzentration bestimmt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbrennungskraftmaschine (14) während der ersten Phase (t1) auf einen mageren Arbeitsmodus entsprechend wenigstens einem Sollwert (Wm) eingestellt wird und während der zweiten Phase (t2) die Verbrennungskraftmaschine (14) in einem fetten Arbeitsmodus entsprechend wenigstens
einem Sollwert (Wf) eingestellt wird (Sollwerte W).
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Sollwert (Wf) in einem Bereich von λ = 0,65 bis 0,995, bevorzugt 0,75 bis 0,99, insbesondere 0,85
bis 0,98, liegt.
6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Sollwert (Wm) in einem Bereich von λ = 1,01 bis 4, bevorzugt 1,02 bis 1,7, insbesondere 1,03 bis
1,1, liegt.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sollwerte (W) und/oder die Schwellwerte (Sf, Sm, Ss) in jedem neuen Zyklus der Entschwefelung (Phasen t1 und t2) in Abhängigkeit von den Katalysatorzustandsparametern festgelegt werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass als Katalysatorzustandsparameter eine aktuell gespeicherte Schwefelmasse, eine Schwefelmasse
zu Beginn der Entschwefelung, eine Katalysatortemperatur, eine Sauerstoffspeicherfähigkeit,
einer Dauer der Phasen (t1 und t2) oder eine Kombination derselben herangezogen werden.
1. Method for the desulphurization of at least one NO
x storage catalytic converter which is arranged in an exhaust pipe of an internal combustion
engine, at least one gas sensor being arranged downstream of the NO
x storage catalytic converter, in which method, after it has been determined that there
is a need for desulphurization, a minimum temperature at the NO
x storage catalytic converter and a rich operating mode of the internal combustion
engine with λ < 1 are set by at least temporarily influencing at least one operating
parameter of the internal combustion engine,
characterized in that
a) in a first phase (t1) after it has been determined that there is a need for desulphurization and when
the minimum temperature is present, first of all the internal combustion engine (14)
is operated under a lean operating mode with λ > 1, until a first threshold value
(Sm) for lambda is reached at the gas sensor (21),
b) in a second phase (t2), after the first threshold value (Sm) has been reached, the internal combustion engine (14) is operated in the rich operating
mode with λ < 1 until a second threshold value (Sf) for lambda or a measured or calculated H2S concentration downstream of the NOx storage catalytic converter reaches a threshold value (Ss) at the gas sensor (21),
c) the first phase (t1) and then the second phase (t2) are repeated until a predeterminable degree of sulphurization is achieved.
2. Method according to Claim 1, characterized in that the threshold value (Ss) for the H2S concentration is set to a value of < 100 ppm, preferably < 50 ppm, in particular
< 10 ppm.
3. Method according to Claim 2, characterized in that a sulphur-sensitive measuring device (23) arranged downstream of the NOx storage catalytic converter (16) records a signal indicating the level of a sulphur-containing
component in the exhaust gas, and the H2S concentration is determined from this signal.
4. Method according to one of Claims 1 to 3, characterized in that during the first phase (t1) the internal combustion engine (14) is set to a lean operating mode corresponding
to at least one desired value (Wm), and during the second phase (t2) the internal combustion engine (14) is set in a rich operating mode corresponding
to at least one desired value (Wf) (desired values W).
5. Method according to Claim 4, characterized in that the desired value (Wf) is in a range of λ = 0.65 to 0.995, preferably 0.75 to 0.99, in particular 0.85
to 0.98.
6. Method according to Claim 4, characterized in that the desired value (Wm) is in a range of λ = 1.01 to 4, preferably 1.02 to 1.7, in particular 1.03 to 1.1.
7. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the desired values (W) and/or the threshold values (Sf, Sm, Ss) are set in each new cycle of the desulphurization as a function of the catalytic
converter state parameters.
8. Method according to Claim 7, characterized in that the catalytic converter state parameters selected are a currently stored sulphur
mass, a sulphur mass at the start of desulphurization, a catalytic converter temperature,
an oxygen storage capacity, a duration of the phases (t1 and t2) or a combination thereof.
1. Procédé de désulfuration d'au moins un catalyseur-accumulateur de NO
x disposé dans le canal de gaz d'échappement d'un moteur à combustion interne, dans
lequel au moins une sonde de gaz est disposée en aval du catalyseur-accumulateur de
NO
x et dans lequel après constatation de la nécessité d'une désulfuration, on règle une
température minimale dans le catalyseur-accumulateur de NO
x et un mode de fonctionnement en conditions riches à λ < 1 dans le moteur à combustion
interne en agissant au moins temporairement sur au moins un paramètre de fonctionnement
du moteur à combustion interne,
caractérisé en ce que :
(a) au cours d'une première phase (t1) qui suit la constatation de la nécessité d'une désulfuration et au cas où la température
minimale est atteinte, le moteur à combustion interne (14) est amené à fonctionner
dans un mode de fonctionnement en conditions pauvres à λ > 1 jusqu'à ce qu'une première
valeur de seuil (Sm) de lambda soit atteinte sur la sonde de gaz (21),
(b) au cours d'une deuxième phase (t2) qui suit l'atteinte de la première valeur de seuil (Sm), le moteur à combustion interne (14) est amené à fonctionner dans un mode de fonctionnement
en conditions riches à λ < 1 jusqu'à ce qu'une deuxième valeur de seuil (Sf) de lambda soit atteinte sur la sonde de gaz (21) ou qu'une concentration mesurée
ou calculée en H2S en aval du catalyseur-accumulateur de NOx ait atteint une valeur de seuil (Ss) et
(c) la première phase (t1) et ensuite la deuxième phase (t2) sont répétées jusqu'à ce que l'on ait atteint un degré prédéterminable de désulfuration.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la valeur de seuil (Ss) de la concentration en H2S est fixée à une valeur < 100 ppm, de préférence <50 ppm et en particulier < 10 ppm.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce qu'un signal qui correspond à la teneur dans les gaz d'échappement d'un composant qui
contient du soufre est détecté par un dispositif de mesure (23) sensible au soufre
disposé en aval du catalyseur-accumulateur de NOx (16) et en ce que la concentration en H2S est définie à partir de ce signal.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que pendant la première phase (t1), le moteur à combustion interne (14) est réglé à un mode de fonctionnement qui correspond
à au moins une valeur de consigne (Wm) et en ce que pendant la deuxième phase (t2), le moteur à combustion interne (14) est réglé à un mode de fonctionnement en conditions
riches qui correspond à au moins une valeur de consigne (Wf) (valeurs de consigne W).
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que la valeur de consigne (Wf) est située dans une plage de λ = 0,65 à 0,995, de préférence de 0,75 à 0,99 et en
particulier de 0,85 à 0,98.
6. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que la valeur de consigne (Wm) est située dans la plage de λ = 1,01 à 4, de préférence de 1,02 à 1,7 et en particulier
de 1,03 à 1,1.
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les valeurs de consigne (W) et/ou les valeurs de seuil (Sf, Sm, Ss) sont définies dans chaque nouveau cycle de désulfuration (phases t1 et t2) en fonction des paramètres d'état du catalyseur.
8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce que comme paramètres d'état du catalyseur, on utilise la masse de soufre accumulée à
chaque instant, la masse de soufre au début de la désulfuration, la température du
catalyseur, la capacité d'accumulation d'oxygène, la durée des phases (t1 et t2) ou une combinaison de ces paramètres.