[0001] Die Erfindung betrifft eine Rakelkammer für Rotationsdruckmaschinen nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Solche Rakelkammern finden vor allem in Flexodruckmaschinen Verwendung. So zeigt
zum Beispiel die EP 0 822 897 B1 eine solche Vorrichtung. Bei Rakelkammern dieser
bekannten Art stellt die stirnseitige Abdichtung ein Problem dar.
[0003] Daher besteht die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, eine Rakelkammer vorzuschlagen,
bei welcher die stirnseitige Abdichtung verbessert ist.
[0004] Die Aufgabe wird durch den kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 gelöst.
[0005] Bei der erwähnten Verwendung mehrerer Zwischenwände multiplizieren sich ihre Durchlasswahrscheinlichkeiten,
so dass in die erste Kammer weniger Farbe eintritt als in die zweite, welche näher
an dem gefüllten Farbreservoir der Farbkammer liegt.
[0006] Als vorteilhaft hat sich die Verwendung der zumindest einen Zwischenwand in Verbindung
mit verkürzten Rakelmessern erwiesen. Dieser Umstand ist darauf zurückzuführen, dass
im Betrieb bei Rakelkammern des Standes der Technik Farbe oder Farbreste an den Rakelmessern
entlang kriechen und auf diese Weise direkt an die stirnseitige Dichtung der Rakelkammer
gelangen. Eine Verwendung von Rakelmessern, welche bereits zwischen einer Zwischenwand
und der Dichtung enden, hilft diesem Problem ab. Die Farbe oder Farbreste tropfen
dann vom Ende der Rakelmesser ab und werden in den Kammern gesammelt und durch Bohrungen
beziehungsweise Leitungen abgeführt. Diese Maßnahme ist allerdings nur dann Möglich,
wenn die Rakelkammer nicht gegen die verkürzte Rakel geneigt wird, da sonst Farbe
zwischen dem Ende des verkürzten Rakelmessers und der Dichtung herausläuft.
[0007] Es ist in diesem Zusammenhang besonders vorteilhaft, die Schließrakel in der beschriebenen
Weise auszubilden. Dieser Umstand kommt dadurch zustande, dass die Schließrakel überschüssige,
teilweise angetrocknete Farbe von der Rasterwalze abrakelt. Diese Farbreste lagern
sich auf der Außenseite des Rakelmessers. Besonders diese Farbreste können die stirnseitigen
Dichtungen der Rakelkammer in ihrer Funktion wesentlich beeinflussen, wenn sie in
den Raum zwischen der Dichtung und der Walze geraten. Diese Möglichkeit besteht bei
der Verwendung verkürzter Schließrakeln nicht, da die Farbreste dann in die ersten
oder zweiten Kammern gelangen und von dort aus durch die den jeweiligen Kammern zugeordneten
Bohrungen beziehungsweise Leitungen abgeführt werden.
[0008] Erfindungsgemäße Rakelkammern eignen sich sowohl bei der Verwendung eines offenen
(Atmosphärendruck) als auch bei der Verwendung eines geschlossenen (Farbe steht unter
Druck, wird gegebenenfalls gepumpt) Farbzuführungssystems.
[0009] Weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Ausführungsbeispiele der Erfindung ergeben
sich aus den weiteren Ansprüchen, der gegenständlichen Beschreibung und den Zeichnungen.
[0010] Die einzelnen Figuren zeigen:
- Fig. 1a
- Einen Schnitt durch eine Rakelkammer entlang der Linie N-N
- Fig. 1b
- Eine Draufsicht auf die Rakelkammer, wobei die Rasterwalze von dem Rakelkammerkörper
abgerückt ist
- Fig. 2
- Eine isometrische Ansicht der Rakelkammer bei abgerückter Rasterwalze, wobei nur die
Elemente in der Nähe der Stirnseite der Rakelkammer gezeigt werden und wobei die Rakelmesser
und ihre Halteschienen nicht dargestellt sind
- Fig. 3
- Eine Draufsicht auf die in Figur 2 gezeigten Elemente der Rakelkammer wobei die Rakelmesser
und ihre Halteschienen ebenfalls nicht dargestellt sind
- Fig. 4
- Eine weitere isometrische Ansicht einer Stirnseite der Rakelkammer aus einem geringfügig
anderen Blickwinkel wobei die Rakelmesser und ihre Halteschienen ebenfalls nicht dargestellt
sind
- Fig. 5
- Eine Draufsicht auf die Rakelkammer mit Halteschienen und Rakelmessern wobei nur die
Elemente in der Nähe der Stirnseite der Rakelkammer gezeigt werden
- Fig. 6
- Eine isometrische Ansicht der in Figur 5 gezeigten Merkmale
- Fig. 7
- Einen Schnitt entlang der Linie M - M wobei die Rakelmesser und ihre Halteschienen
ebenfalls nicht dargestellt sind
[0011] Figur 1a zeigt einen Schnitt durch ein Ausführungsbeispiel der Erfindung. In dieser
Figur ist deutlich zu erkennen, dass die Rasterwalze 2, welche sich im Betrieb in
Richtung des gekrümmten Pfeils 3 um die Achse D dreht, der Farbkammerkörper 4 sowie
die Schließ- 23 und Arbeitsrakel 24 die Farbkammer 1 begrenzen. Des weiteren ist gezeigt,
in welcher Weise die beiden Rakeln von den Halteschienen 16 gehalten werden. Figur
1b zeigt eine Aufsicht auf die Rakelkammer 1 bei abgerückter Rasterwalze 2. Neben
den in den anderen Figuren gezeigten Elementen sind die Lagen der Schnitte N-N und
M-M zu sowie die Bohrungen 26 für die Befestigungsschrauben der Rakelkammer zu erkennen.
[0012] Die Figuren 2 bis 4 zeigen Ansichten des erwähnten Ausführungsbeipiels, wobei die
Rakelmessern und ihre Halteschienen nicht dargestellt sind. werden. Diese Halteschienen
werden mit den Befestigungselementen 6 an dem Rakelkammerkörper 4 angebracht. Die
stirnseitige Abdeckung der Rakelkammer erfolgt mit Hilfe der Dichtung 7. Diese Dichtung
ist in dem Ausführungsbeispiel aus einem flexiblen Material gefertigt. Die Dichtung
7 besitzt ein nicht dargestelltes Klemmblech als stirnseitigen Anschlag. Dieses Klemmblech
wird mit ebenfalls nicht dargestellten Schrauben, welche in die Gewindebohrungen 17
greifen, am Rakelkammerkörper 4 arretiert. In diesem Zusammenhang wird die Dichtung
7 in der Regel zwischen dem Steg des Rakelkammerkörpers 25 und dem Klemmblech arretiert.
Zwischen der Dichtung und der Einfärbezone 14 der Rasterwalze befinden sich die beiden
Zwischenwände 11 und 13, welche die ersten und zweiten Kammern 9 und 10 definieren.
[0013] Aus dieser Beschreibung wird klar, dass unter Einfärbezone 14 diejenigen Abschnitte
der Rasterwalze 2 zu verstehen sind, die willentlich eingefärbt werden. In den dargestellten
Vorrichtungen ist das in den in axialer Richtung zentralen Bereichen der Rasterwalze
2 der Fall, welche zwischen den beiden zweiten Zwischenwänden 13 befindlich sind.
Die durchaus mögliche Einfärbung der Rasterwalze im Bereich der Kammern 9, 10 und
der Dichtung 7 in den Randbereichen der Farbwalze erfolgt ungewollt.
[0014] Aus fertigungstechnischen Gründen sind die beiden Zwischenwände 11, 13 in den gezeigten
Beispielen Teil eines einstückigen Zwischenwandkörpers 22, welcher mit einer nicht
dargestellten Befestigungsschraube am Rakelkammerkörper 4 befestigt ist. Diese Schraube
wird ihrerseits in die Gewindebohrung 21 geschraubt. Farbe oder Farbreste, welche
in die beiden Kammer gelangen, werden durch die Bohrungen 18 und 19 abgeführt, welche
die Funktion eines Abflusses haben. Eine solche Bohrung kann natürlich auch so ausgestaltet
sein, dass sie für mehrere Kammern zugleich eine Abflussfunktion wahrnimmt. Das ist
zum Beispiel dann der Fall, wenn eine Zwischenwand 11 zentral über einer Bohrung verläuft
und die Bohrung einen Durchmesser hat welcher größer ist als die Zwischenwandstärke.
[0015] Die Figuren 5 bis 7 zeigen wiederum das Ausführungsbeispiel einschließlich der Rakelmesser
und Halteschienen. Die Schließrakel 23 endet wie erwähnt bereits in der ersten Kammer
9. Daher sollte die gezeigte Rakelkammer 1 nicht gegen das Schließrakel geneigt werden.
[0016] Der mehrfach erwähnte Unterschied zu den bereits beschrieben Figuren 2 bis 4 besteht
in der hier vorgenommenen Darstellung der Halteschienen für die Rakelmesser 16. Figur
7 zeigt überdies wesentliche Merkmale der Erfindung im Schnitt. So sind hier die Abflussbohrungen
18, 19, der einstückige Zwischenwandkörper 22 und die Dichtung 7 deutlich zu sehen.
Des weiteren wird gezeigt, in welcher Weise die Dichtung 7 zwischen dem Steg 26 des
Rakelkammerkörpers 4 und dem nicht dargestellten Klemmblech, welches bei der Beschreibung
des ersten Ausführungsbeipiels bereits erwähnt wurde, befestigt ist.
[0017] Bei beiden gezeigten Ausführungsbeispielen wurde lediglich eine zweite Zwischenwand
eingefügt. Es ist jedoch auch möglich und erfindungsgemäß weitere Zwischenwände einzuführen.
[0018] Zu erwähnen ist auch, dass bei beiden Ausführungsbeispielen Farbzuläufe im zentralen
Bereich der Farbkammer 1 vorhanden sind, welche in den Figuren nicht gezeigt wurden.
Bezugszeichenliste |
1 |
Farbkammer |
2 |
Farbwalze |
3 |
gekrümmter Pfeil in Rotationsrichtung der Walze |
4 |
Farbkammerkörper |
5 |
Rakelmesser |
6 |
Befestigungselemente der Rakelmesser |
7 |
Dichtung/Dichtungselement |
8 |
Dichtfläche |
9 |
1. Kammer |
10 |
2. Kammer |
11 |
1. Zwischenwand |
12 |
Befestigungselement |
13 |
2. Zwischenwand |
14 |
Einfärbezone |
15 |
Blickrichtung der Figuren 2 bis 7 |
16 |
Halteschienen für Rakelmesser |
17 |
Bohrungen für Befestigungsschrauben des Spannbleches |
18 |
Bohrungen zum Entlüften der ersten Kammer/Farbabfluss |
19 |
Bohrungen zum Entlüften der ersten Kammer/Farbabfluss |
20 |
|
21 |
Bohrung für die Befestigungsschraube für den einstückigen Zwischenwandkörper |
22 |
einstückiger Zwischenwandkörper |
23 |
Schließrakel |
24 |
Arbeitsrakel |
25 |
Steg des Rakelkammerkörpers |
26 |
Bohrung für die Befestigungsschraube des Rakelkammerkörpers |
|
D |
Achse der Walzenbewegung |
1. Farbkammer (1) für Rotationsdruckmaschinen, welche zumindest von den folgenden Elementen
gebildet wird:
- einer Rasterwalze (2), welche sich im Betrieb um eine Achse (D) dreht,
- einem langgestreckten Rakelkammerkörper (4), welcher die Farbkammer (1) zumindest
auf der der Farbwalze (2) abgewandten Seite begrenzt,
- zumindest einem Zulauf, durch den Farbe in das Innere der Farbkammer gelangt,
- zwei keilartig an die Farbwalze anstellbaren Rakelmessern (23, 24),
- zwei Dichtungskörpern (7), welche die Stirnseiten der Farbkammer (1) begrenzen,
wobei die Dichtflächen der Dichtungskörper gegen die Farbwalze (2) angestellt sind,
- zwei erste Zwischenwände (11), von denen jeweils einer zwischen der Einfärbungszone
(14) der Farbwalze und dem jeweiligen Dichtungskörper angeordnet ist, so dass auf
jeder Seite der Rakelkammer zwischen den Dichtungskörpern (7) und den Zwischenwänden
(11) erste Kammern (9) entstehen,
- zumindest zwei Farbabflüssen (18), welche Farbe aus den ersten Kammern (9) abführen
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest eine weitere Zwischenwand (13) zwischen der Einfärbezone (14) der Farbwalze
(2) und den ersten Zwischenwänden (11) vorgesehen ist, so dass zwischen den ersten
(11) und den weiteren Zwischenwänden (13) zumindest eine weitere Kammer (10) entsteht.
2. Farbkammer nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet, dass
dass zumindest ein Rakelmesser (23, 24) auf zumindest einer Stirnseite der Farbkammer
(1) bereits zwischen einer Zwischenwand (11, 13) und der Dichtung (7) endet.
3. Farbkammer nach Anspruch 2
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schließrakel (23) bereits zwischen einer Zwischenwand (13) und der Dichtung (7)
endet.
4. Farbkammer nach Anspruch 2 oder 3
dadurch gekennzeichnet, dass
das zumindest eine Rakelmesser (24) in der ersten Kammer (9) endet.
5. Farbkammer nach einem der vorstehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest ein Farbabfluss (19) in zumindest einer weiteren Kammer (10) vorgesehen
ist, durch welchen Farbe aus der weiteren Kammer abgeführt wird.
6. Farbkammer nach einem der vorstehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest ein Teil der Farbe über Schwerkraft aus den Kammern (9, 10) abgeführt wird.
7. Farbkammer nach einem der vorstehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest ein einstückiger Zwischenwandkörper 22 verwendet wird, welcher zumindest
zwei Zwischenwände (11, 13) umfasst.