[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Steckverbinder, insbesondere zum Herstellen
einer elektrischen Verbindung zwischen benachbarten Wagenkästen eines Schienenfahrzeuges.
[0002] Ein Steckverbinder, insbesondere zum Herstellen einer elektrischen Verbindung zwischen
benachbarten Wagenkästen eines Schienenfahrzeuges, ist dem Grunde nach aus der Schienenfahrzeugtechnik
bekannt. Die Deutsche Patentschrift DE 19 926 058 A1 beispielsweise beschreibt eine
Eletrokontaktkupplung für Mittelpufferkupplungen bei Schienenfahrzeugen, wobei diese
Kupplung insbesondere für Klauen-Kupplungen, z. B. der Bauart "AAR", "Janney" oder
der Bauart "Willison", geeignet sind.
[0003] Abhängig von der Ausführung der mechanischen Kupplung gibt es dabei eine ganze Reihe
von verschieden konfigurierten Kabelkupplungen. In der Deutschen Patentschrift DE
499 955 beispielsweise ist die Elektrokontaktkupplung fest mit der mechanischen Kupplung
verbunden. Bei der Deutschen Patentschrift DE 927445 ist die Elektrokontaktkupplung
bzgl. der mechanischen Kupplung schwenkbar aufgeführt, wobei in der Patentschrift
DE 2 414 384 A1 eine Elektrokontaktkupplung, die parallel zur mechanischen Kupplungsachse
verschiebbar ist, beschrieben wird.
[0004] Die Kuppelköpfe der mechanischen Kupplungen des genannten Stands der Technik weisen
am vorderen Ende eine plane, quer zur Längsachse angeordnete Stoßfläche bzw. Stirnfläche
auf, die mit der entsprechenden Stoßfläche der Gegenkupplung zur Anwendung kommen.
Die Datensignale und Leistungskabel werden hierbei über projektspezifisch konstruierte
Elektrokontaktkupplungen, die auch als E-Kästen bezeichnet werden, übertragen. Diese
Elektrokontaktkupplungen werden dabei unterhalb bzw. seitlich der mechanischen Kurzkupplung
angeordnet. Die projektorientierte Ausführung dieser Elektrokontaktkupplungen in der
Gestalt der E-Kästen des genannten Stands der Technik stellen dabei in der Regel individuelle
Lösungen zur Ausbildung und Anordnung einer Elektrokontaktkupplung da. Beispielsweise
eine Änderung der Leitungsanordnung, was in der Projektphase aber auch im späteren
Betrieb häufig vorkommen mag, ist in der Regel nur mit erheblichem technischen und
wirtschaftlichen Aufwand und oft nur mit Einschränkungen umsetzbar.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Problemstellung zugrunde, solche, insbesondere
aus der Fahrzeugtechnik bekannte Steckverbinder, vorzugsweise aber nicht ausschließlich
zum Herstellen einer elektrischen Verbindung zwischen benachbarten Wagenkästen eines
Schienenfahrzeugs, derart weiterzubilden, daß der Steckverbinder universell und nicht
mehr projektorientiert eingesetzt werden kann. Gerade in der Schienenfahrzeugtechnik
bereiten die bisher eingesetzten Elektrokontaktkupplungen zur Energie und/oder Signalübertragung
in sofern gewisse Probleme, inwiefern durch die projektorientierte und spezielle Ausführung
in Form von E-Kästen die gesamte Anordnung unflexibel zu handhaben ist. Beispielsweise
ist das Austauschen von defekten Steckverbindungen, aber auch eine Änderung von Kontaktarten,
etwa während der Projektphase oder auch im späteren Betrieb, bisher nur realisierbar,
indem die gesamte Elektrokontaktkupplung ausgetauscht wird.
[0006] Auf der Grundlage der geschilderten Problemstellung lag der vorliegenden Erfindung
die Aufgabe zugrunde, einen Steckverbinder zum Herstellen einer elektrischen Verbindung,
insbesondere zum Herstellen einer elektrischen Verbindung zwischen benachbarten Wagenkästen
eines Schienenfahrzeuges der eingangs genannten Art derart weiterzubilden, daß der
Steckverbinder universell und für eine breite Palette von verschiedenen Anforderungen
einsetzbar ist, wobei projektspezifische Änderungen von Kontaktarten auch während
des Betriebes schnell und ohne größeren Aufwand von Kosten bzw. Material realisiert
werden können.
[0007] Diese Aufgabe wird bei einem Steckverbinder der eingangs genannten Art dadurch gelöst,
daß quer zur Steckrichtung eine Trägerplatte angeordnet ist, die eine Anzahl Kontakte
und entsprechende Anzahl Komplementärkontakte aufweist, wobei die Kontakte einerseits
und die Komplementärkontakte andererseits symmetrisch zu einer senkrechten Spiegelachse
angeordnet sind.
[0008] Die erfindungsgemäße Lösung weist eine ganze Reihe wesentlicher Vorteile gegenüber
dem aus der Stand der Technik bekannten und vorstehend erläuterten Steckverbinder
auf. Durch die Verwendung einer Trägerplatte als Grundträger wird erreicht, daß die
technische Ausführung der Elektrokontaktkupplung unabhängig von der jeweiligen Anwendung
realisierbar ist. Auf der Basis der Trägerplatte wird erreicht, daß die ausgeführte
elektrische Steckverbindung nicht mehr, wie bisher üblich, in abgeschlossenen und
projektspezifisch konstruierten E-Kästen ausgeführt werden. Dieses ist eine Grundvoraussetzung
dafür, daß es dem Anwender möglich ist, auf Basis dieser Trägerplatte verschiedene
Steckverbindungen variabel anzuordnen. Der Steckverbinder der vorliegenden Erfindung
liegt somit als modulare Ausführung vor. Die Kontakte und zugehörigen Komplementärkontakte
sind in dieser Ausführung symmetrisch zu einer senkrechten Spiegelachse angeordnet.
In dieser Ausführung können zwei identische Steckverbinder zusammengekuppelt werden,
ohne daß unterschieden werden muß, ob der Steckverbinder als vorspringendes Teil bzw.
als aufnehmendes Teil ausgeführt ist.
[0009] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0010] Eine konstruktive Realisierung für die Kontakte bzw. Komplementärkontakte besteht
darin, daß eine zum Herstellen einer elektrischen Verbindung eine Stecker-Buchsen
Anordnung (Industrieanschluß) gewählt wird, die sich in der Industrie bereits bewährt
hat. Hier sind selbstverständlich aber auch andere konstruktive Maßnahmen denkbar.
[0011] Vorzugsweise sind die Kontakte und Komplementärkontakte auf der Trägerplatte angeordnet.
Dieses erleichtert zum einen die Herstellung derartiger Steckverbinder, da die Trägerplatte
als Grundträger in Kombination mit den Kontakten und Komplementärkontakten als Modul
gefertigt werden kann. Zum anderen schützt die Trägerplatte in dieser Ausführungsform
die Kontakte und Komplementärkontakte vor mechanischen Belastungen, wie etwa quer
zur Steckverbindung auftretenden Zugkräften, da die Trägerplatte diese Kräfte von
den elektrischen Kontakten ableitet.
[0012] Eine vorteilhafte Ausführungsvariante des Steckverbinders besteht darin, daß die
Kontakte und Komplementärkontakte im entsprechenden Löchern in der Trägerplatte aufgenommen
sind. Bei dieser Ausführungsform ist die Integration der Kontakte bzw. Komplementä'rkontakte
in der Trägerplatte besonders einfach zu realisieren. In der Regel sind, falls auf
Standardbauteile der Industrie zurückgegriffen wird, die üblicherweise benutzten Kontakte
bzw. Komplementärkontakte bereits zur Aufnahme in einer Lochanordnung ausgeführt.
Eine Befestigungsvorrichtung der Kontakte bzw. Komplementärkontakte für eine Integration
in Form einer Lochanordnungen ist von daher in den meisten Fällen bereits vorhanden.
Dadurch kann bei der Fertigung der erfindungsgemäßen Steckverbindung auf standardmäßig
eingesetzten Kontakten bzw. Komplementärkontakte zurückgegriffen werden, wodurch die
Herstellungskosten derartiger Steckverbinder deutlich reduziert wird. Des weiteren
bietet eine Lochanordnung einen guten mechanischen Halt der Kontakt bzw. Komplementärkontakte.
Insbesondere bei mechanisch stark beanspruchten Verbindungen ist der erfindungsgemäße
Steckverbinder in dieser Ausführungsform einsetzbar, da hier die mechanische Belastung
der elektrischen Kontakte und Komplementärkontakte weitestgehend reduziert werden
kann und eventuell auftretende Querkräfte über die Lochanordnung direkt auf die Trägerplatte
weitergeleitet werden.
[0013] Vorzugsweise sind die Kontakte und Komplementärkontakte von der Rückseite der Trägerplatte
zugänglich. Über Industrieanschlüsse können in dieser Ausführungsform am hinteren
offenen Ende die Kabel an die einzelnen Steckverbindungen angeschlossen werden. Durch
diese Ausführung ist zum einen eine physische Trennung von unterschiedlichen Kontakttypen
besonders gut durchzuführen. Beispielsweise können Datensignalleitungen an diesen
Kontakten bzw. Komplementärkontakten angeschlossen werden, die möglichst entfernt
von den Kontakten bzw. Komplementärkontakten liegen, die mit Leitungskabeln verbunden
sind. Dadurch wird die Beeinflussung der Datensignale durch die eventuell gepulsten
Leistungskabel erheblich reduziert. Zum anderen ist es möglich, Bus- und Datenleitungen
an abgeschirmte Kontakte anzuschließen. Durch die Zugänglichkeit der Kontakte bzw.
Komplementärkontakte von der Rückseite der Trägerplatte ist es des weiteren möglich,
eventuell defekte Steckverbindungen auszutauschen. Es muß also in diesem Fall nicht
mehr die gesamte Elektrokontaktkupplung ersetzt werden, wie es etwa bei Steckverbindungen
der bekannten Art üblich war. Insbesondere erweist sich eine Zugänglichkeit der Kontakte
und Komplementärkontakte von der Rückseite der Trägerplatte dann als Vorteil, wenn
im Betrieb Kontaktarten verändert werden müssen. Insbesondere in der Projektphase
ist dies ein häufig anzuwendender Vorgang. Die modulare Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Steckverbinders ermöglichst es dem Anwender, verschiedene Steckverbindungen variabel
anzuordnen bzw. auszutauschen.
[0014] In einer möglichen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Steckverbinders ist eine
Zentriereinrichtung zur Eigenzentrierung zweier beim Herstellen der Steckverbindung
miteinander zu verkuppelnder Steckverbinder ausgeführt. Hierfür sind zwei Zentrierorgane
an dem Steckverbinder vorgesehen, die beim Kupplungsvorgang mit der komplementären
Zentriereinrichtung des zu verkuppelnden Steckverbinders in Verbindung treten. Der
Vorteil dieser Ausführungsform liegt darin, die beim Kupplungsvorgang auftretenden
Querkräfte weitestgehend vermieden werden, wodurch eine mechanische Belastung der
Kontakte bzw. der Komplementärkontakte möglichst klein gehalten wird. Vorteilhaft
ist in dieser Ausführungsform, daß die Zentriereinrichtung beim Kupplungsvorgang eigenständig
arbeitet, wodurch der Kupplungsvorgang weitestgehend selbständig abläuft und ohne
Aufwand und besondere Aufmerksamkeit von seiten des Anwenders durchzuführen ist.
[0015] Eine konstruktive Realisierung der bei der Zentriereinrichtung eingesetzten Zentrierorgane
besteht darin, daß ein Zentrierstift bzw. komplementäre Zentrierbuchse verwendet wird.
Beide Zentrierorgane sind vorzugsweise auf der Trägerplatte spiegelsymmetrisch angeordnet.
Der Vorteil dieser Ausführungsform ist, daß Zentrierstifte bzw. Zentrierbuchsen als
Zentrierorgane bereits erprobt sind, so daß auf technische Erfahrung zurückgegriffen
werden kann und zusätzlich bei der Herstellung des erfindungsgemäßen Steckverbinders
auf Standardbauteile zurückgegriffen werden kann. Dadurch, daß die beiden Zentrierorgane
(Zentrierstift, Zentrierbuchse) symmetrisch zur senkrechten Längsmittelebene des Kontaktspiegels
der Trägerplatte angeordnet sind, ist des weiteren die modulare Ausführung des gesamten
Steckverbinders gegeben.
[0016] Als weiterer Vorteil erweist sich, daß die Kontakte bzw. Komplementärkontakte des
erfindungsgemäßen Steckverbinders beliebige Kontakttypen darstellen können. So können
beispielsweise Leitungen zur Übertragung von Energie, Luftdruckleitungen, Signalleitungen
oder Leitungen zur Übertragung von Daten angeschlossen werden. Dabei sind sowohl faseroptische
Kontakte bzw. Komplementärkontakte als auch Kontakte bzw. Komplementärkontakte für
TV-Signale und Videosignale ohne Aufwand in dem erfindungsgemäßen Steckverbinder integrierbar.
Insbesondere bei der Verwendung des Steckverbinders in komplexen Anlagen, beispielsweise
in Schnellbahnzügen, ist es im zunehmenden Maße erforderlich, eine große Anzahl von
Signalen und Daten zu übertragen, wodurch immer häufiger faseroptische Übertragungsmittel
genutzt werden. Dadurch ist die erfindungsgemäßen Steckverbindung in dieser Ausführungsform
besonders für solche komplexen Anlagen mit großem Datentransfer geeignet.
[0017] Bei der Verwendung der erfindungsgemäßen Steckverbindung an Wagenkästen, die mittels
sogenannter "Kurzkupplungen" aneinander koppelbar, besteht eine konstruktive Realisierung
darin, daß über Führungsstangen, die in Steckrichtung laufen, eine Gleitbewegung des
Steckverbinders in Steckrichtung zugelassen wird. Dadurch ist eine einfache und günstige
Ausbildung und Anordnung gefunden, den erfindungsgemäßen Steckverbinder mit der in
der Schienenfahrzeugtechnik eingesetzten mechanischen Kurzkupplungen zu kombinieren.
Hier sind selbstverständlich aber auch andere konstruktive Maßnahmen denkbar.
[0018] Bei der Verwendung des erfindungsgemäßen Steckverbinders in Kombination mit den mechanischen
Kurzkupplungen erweist es sich als Vorteil, ein regeneratives Dämpfungsglied einzusetzen,
welches die Gleitbewegung des Steckverbinders beim Kupplungsvorgang dämpft. Das Dämpfungsglied
ermöglicht es, daß auch das Zusammenkuppeln der Steckverbinder ohne besondere Aufwendung
bzw.
[0019] Aufmerksamkeit des Anwenders durchgeführt werden kann. Die Realisierung dieses Dämpfungsgliedes
kann beispielsweise durch eine Feder, aber auch durch einen gashydraulischen Puffer,
etc. erfolgen. Hierbei können auf bereits erprobte Dämpfungsglieder zurückgegriffen
werden. Selbstverständlich sind aber auch andere konstruktive Maßnahmen denkbar.
[0020] In einer vorteilhaften Ausbildung der Erfindung umfaßt der Steckverbinder eine Arretiervorrichtung,
welche ein unbeabsichtigtes Lösen der Steckverbindung nach dem Kupplungsvorgang verhindert.
Insbesondere für den Einsatz des Steckverbinders in Anlagen, die starken mechanischen
Kräften, wie etwa Vibrationen, ausgesetzt sind, ist eine derartige Arretiervorrichtung
sinnvoll, um die Funktionsweise der durchgekuppelten Steckverbindungen zu garantieren
und damit die Betriebssicherheit zu jedem Zeitpunkt sicherzustellen.
[0021] Eine konstruktive Realisierung einer Arretiervorrichtung besteht darin, daß ein Haken
und eine korrespondierende, spiegelsymmetrisch angeordnete Öse verwendet wird. Diese
Art von Arretiervorrichtung ist ein Standardbauelement und bereits in vielen Anwendungen
erprobt. Durch die spiegelsymmetrische Anordnung von der Öse und dem Haken ist der
modulare Aufbau des Steckverbinders ebenfalls gegeben. Selbstverständlich sind auch
hier andere konstruktive Maßnahmen denkbar.
[0022] Vorteile und Zweckmäßigkeiten der Erfindung werden im übrigen aus der Beschreibung
eines bevorzugten Ausführungsform anhand der Figuren deutlich.
[0023] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Frontansicht des Kontaktspiegels der Trägerplatte bei einer bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Steckverbinders;
- Fig. 2
- eine Seitenansicht der Ausführungsform von Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Seitenansicht von zwei gekuppelten Steckverbindern gemäß der Ausführungsform
von Fig. 1.
[0024] Fig. 1 zeigt eine Frontansicht des Kontaktspiegels einer Trägerplatte 2 eines erfindungsgemäßen
Steckverbinders 100 in einer bevorzugten Ausführungsform bei einem nicht dargestellten
Wagenkasten, welcher mittels einer sogenannten "Kurzkupplung" (ebenfalls nicht dargestellt)
versehen ist. Diese Ausführungsform ist beispielsweise bei einem Wagenkasten eines
mehrgliedrigen Fahrzeuges, wie etwa bei einem Schienenfahrzeug, einem S-Bahnzug oder
bei einem Straßenbahnzug, anzutreffen. Die Trägerplatte 2 weist eine Vielzahl von
Kontakten (3, 5, 7, 9) sowie eine Vielzahl von Komplementärkontakten (4, 6, 8, 10)
auf. Die Kontakte (3, 5, 7, 9) sowie die Komplementärkontakte (4, 6, 8, 10) sind im
Kontaktspiegel der Trägerplatte 2 zu beiden Seiten der senkrechten Spiegelachse 19
symmetrisch angeordnet. Bei der dargestellten Ausführungsform sind diese Kontakte
(3, 5, 7, 9) bzw. Komplementärkontakte (4, 6, 8, 10) jeweils als in sich geschlossene
Steckmodule ausgeführt, welche als Standardbauelemente aus dem Stand der Technik verfügbar
sind. Zur Aufnahme der Steckmodule in die Trägerplatte 2 dienen Löcher (11 bis 18),
welche in die Trägerplatte 2 gebohrt sind.
[0025] Der Kontakt 4 und der dazugehörige Komplementärkontakt 3 dient in dieser Ausführungsform
der Übertragung von elektrischer Energie. Bei dem Kontakt 6 und dem korrespondierenden
Komplementärkontakt 5 stehen jeweils 14 Anschlüsse zur Verfügung. Diese Anschlüsse
werden für die Datenübertragung eingesetzt. Der Kontakt 10 bzw. Komplementärkontakt
9 sieht eine geschirmte Datenübertragung auf jeweils 22 Einzelanschlüssen vor. Die
Datenübertragung erfolgt über jeweils eine Datenbusleitung. Zur Abschirmung der zur
Datenübertragung eingesetzten Kontakte 10 und der dazu korrespondierenden Komplementärkontakte
9 dient eine (nicht dargestellte) Abschirmung der jeweiligen Steckmodule. Des weiteren
stellt der Kontakt 8 und der dazugehörige Komplementärkontakt 7 ein Terminal für eine
Leistungsübertragung dar. Bei der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Steckverbinders 100 ist eine physische Trennung der unterschiedlichen Kontakttypen
durchgeführt. Somit wird eine eventuelle Beeinflussung der Datensignale, die über
die Kontaktmodule 8, 10 bzw. 7, 9 laufen, durch die Terminals zur Energieübertragung,
die über die Kontaktmodule 4, 3 erfolgt, weitestgehend reduziert.
[0026] Des weiteren ist der in Fig. 1 dargestellte Steckverbinder 1 mit einer Zentriereinrichtung
zur Eigenzentrierung versehen. Die Zentriereinrichtung besteht aus einem Zentrierstift
21 und einer zur Spiegelachse symmetrisch angeordneten Zentrierbuchse 20. Beim Herstellen
der Verbindung zwischen zwei Steckverbindern 100 bzw. 101 greift der Zentrierstift
21 bzw. die Zentrierbuchse 20 in die Zentrierbuchse 20 (nicht dargestellt) bzw. den
Zentrierstift 21 (nicht dargestellt) der komplementären Zentriereinrichtung des jeweils
anderen Steckverbinders 101 bzw. 100. Dadurch wird beim Verkuppeln zweier Steckverbinder
100 bzw. 101 eine Eigenzentrierung erreicht.
[0027] Des weiteren ist in der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform der Erfindung der
Steckverbinder 100 mit einer Arretiervorrichtung 26, 27 zum Verhindern eines unbeabsichtigten
Lösens der Steckverbindung nach dem Kupplungsvorgang ausgestattet. In der dargestellten
Ausführungsform besteht die Arretiervorrichtung 26, 27 aus einem Haken 26 und einer
korrespondierenden, spiegelsymmetrisch angeordneten Öse 27. Sowohl Haken 26 als auch
Öse 27 sind Standardbauteile und als Arretiervorrichtung in unterschiedlichen Anwendungen
erprobt.
[0028] Der Steckverbinder 100 ist über Führungsstangen 22, 23 mit dem (nicht dargestellten)
Wagenkasten verbunden. Anhand der Seitenansicht der hier dargestellten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Steckverbinders 100 werden in Fig. 2 näherer Einzelheiten bezüglich
der Führungsstangen 22, 23 erläutert.
[0029] Fig. 2 stellt eine Seitenansicht der Ausführungsform des in Fig. 1 dargestellten
Steckverbinders 100 dar. In dieser Darstellungsform wird ersichtlich, daß die auf
der Trägerplatte 2 angeordnete Zentriereinrichtung eine Buchse-Stift Vorrichtung ist.
Zu erkennen ist hier im Vordergrund die Außenseite der Zentrierbuchse 20, wobei der
korrespondierende, auf der spiegelsymmetrischen Seite der Trägerplatte 2 angebrachte
Zentrierstift 21 fast vollständig verdeckt wird. Von daher ist in dieser Ansicht nur
noch die Spitze des Zentrierstiftes 21 zu erkennen.
[0030] Die Trägerplatte 2 ist ferner mit einer seitlichen Versteifung 28 versehen. An dieser
Versteifung 28 ist der Haken 26 der Arretiervorrichtung angebracht. Auf der in der
Seitenansicht von Fig. 2 nicht erkennbaren gegenüberliegenden Versteifung 29 befindet
sich die korrespondierende Arretiervorrichtung in Form einer Öse 27.
[0031] Die Trägerplatte 1 wird über die Führungsstangen 22, 23 an die nicht dargestellte
Kurzkupplung des Wagenkastens angebunden. Aufgrund der in Fig. 2 gewählten Seitenansicht
des Steckverbinders 100 ist die Führungsstange 23 nicht zu erkennen, da sie von der
Führungsstange 22 verdeckt wird. Beide Führungsstangen 22, 23 verlaufen in Steckrichtung
1 und lassen eine Gleitbewegung des Steckverbinders 100 in Steckrichtung zu. Zur Dämpfung
dieser Gleitbewegung beim Kupplungsvorgang dient ein regeneratives Dämpfungsglied
24, 25 (wobei das Dämpfungsglied 25 verdeckt wird). Wie zu erkennen ist, wird bei
der dargestellten Ausführungsform eine Federvorrichtung als Dämpfungsglied eingesetzt.
[0032] Die Seitenansicht der Ausführungsform des erfindungsgemäßen Steckverbinders 100 verdeutlicht,
daß die Kontakte 3, 5, 7, 9 bzw. die Komplementärkontakte 4, 6, 8, 10, welche in der
Trägerplatte 2 aufgenommen sind, von der Rückseite der Trägerplatte 2 zugänglich sind.
Über Industrieanschlüsse werden am hinteren offenen Ende an der Rückseite der Trägerplatte
2 die Leitungen (Kabel, faseroptische Lichtwellenleiter, etc.) an die einzelnen Steckmodule
angeschlossen.
[0033] Diese Ausführung ermöglicht es dem Anwender, verschiedene Leitungen variabel an den
Steckverbinder 100 anzuschließen. Eine eventuell defekte Leitung kann somit ohne großen
Aufwand ausgetauscht werden. Des weiteren ist eine Änderung von Kontaktarten auch
nach dem Einbau des Steckverbinders 100 in der Anlage (z.B. in einer Kurzkupplung
eines Schienenfahrzeuges) ohne Umstände durch einfaches Tauschen einzelner Steckmodule
oder Kontakte zu realisieren.
[0034] Fig. 3 zeigt eine Seitenansicht von zwei gekuppelten Steckverbindern 100 bzw. 101
gemäß der Ausführungsform von Fig. 1. In dieser gekuppelten Stellung sind die Steckverbinder
100 und 101 mittels des Hakens 26 und der Öse 27 arretiert.
[0035] Beim Kupplungsvorgang erfolgte eine Eigenzentrierung, indem die Zentrierbuchse 20
den Zentrierstift 21 der jeweiligen Steckverbider 100 bzw. 101 aufgenommen hat.
[0036] Durch den bezüglich der Spiegelachse 19 symmetrischen Aufbau der jeweiligen Steckverbinder
100 und 101 kann die modulare Anordnung der zur Übertragung von Datensignalen und
elektrische Energie eingesetzten Kupplung umgesetzt werden.
Bezugszeichenliste
[0037]
- 1
- Steckrichtung
- 2
- Trägerplatte
- 3
- Stecker
- 4
- Buchse
- 5
- Stecker
- 6
- Buchse
- 7
- Stecker
- 8
- Buchse
- 9
- Stecker
- 10
- Buchse
- 11 bis 18
- Loch
- 19
- Spiegelachse
- 20
- Zentrierbuchse
- 21
- Zentrierstift
- 22
- Führungsstange
- 23
- Führungsstange
- 24
- Regeneratives Dämpfungsglied
- 25
- Regeneratives Dämpfungsglied
- 26
- Haken
- 27
- Öse
- 28
- Versteifung
- 29
- Versteifung
- 100
- Steckverbinder
- 101
- Steckverbinder
1. Steckverbinder (100, 101), insbesondere zum Herstellen einer elektrischen Verbindung
zwischen benachbarten Wagenkästen eines Schienenfahrzeuges,
gekennzeichnet durch
eine quer zur Steckrichtung (1) angeordnete Trägerplatte (2) die eine Anzahl Kontakte
(3, 5, 7, 9) und eine entsprechende Anzahl Komplementärkontakte (4, 6, 8, 10) aufweist,
wobei die Kontakte (3, 5, 7, 9) einerseits und die Komplementärkontakte (4, 6, 8,
10) andererseits symmetrisch zu einer senkrechten Spiegelachse (19) angeordnet sind.
2. Steckverbinder nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Kontakt (3, 5, 7, 9) als Stecker und die Komplementärkontakte (4, 6, 8, 10) als
Buchsen ausgebildet sind.
3. Steckverbinder nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Kontakte (3, 5, 7, 9) und/oder die Komplementärkontakte (4, 6, 8, 10) auf der
Trägerplatte (2) angeordnet sind.
4. Steckverbinder nach Anspruch 1 oder 2.
dadurch gekennzeichnet, daß
die Kontakte (3, 5, 7, 9) und/oder Komplementärkontakte (4, 6, 8, 10) in entsprechenden
Löchern (11, 13, 15, 17; 12, 14, 16, 18) in der Trägerplatte (2) aufgenommen sind.
5. Steckverbinder nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Kontakte (3, 5, 7, 9) und die Komplementärkontakte (4, 6, 8, 10) von der Rückseite
der Trägerplatte (2) zugänglich sind.
6. Steckverbinder nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
gekennzeichnet durch
eine Zentriereinrichtung zur Eigenzentrierung zweier beim Herstellen der Steckverbindung
miteinander zu verkuppelnder Steckverbinder (100, 101), mit zwei beim Kupplungsvorgang
mit der komplementären Zentriereinrichtung des anderen Steckverbinders (100; 101)
in Verbindung tretender Zentrierorgane (20, 21).
7. Steckverbinder nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Zentrierorgane (20, 21) aus einem auf der Trägerplatte (2) befestigten Zentrierstift
(21) und einer zur Spiegelachse (19) symmetrisch angeordneten Zentrierbuchse (20)
gebildet sind.
8. Steckverbinder nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Kontakte (3, 5, 7, 9) bzw. die Komplementärkontakte (4, 6, 8, 10) als Terminals
zur Energie-, Signal- und Datenübertragung ausgebildet sind.
9. Steckverbinder nach einem der vorstehenden Ansprüche, zur Verwendung an Wagenkästen,
die mittels sogenannter "Kurzkupplungen" aneinander koppelbar sind,
gekennzeichnet durch
in Steckrichtung (1) verlaufende Führungsstangen (22, 23), die eine Gleitbewegung
des Steckverbinders (100; 101) in Steckrichtung zulassen.
10. Steckverbinder nach Anspruch 9,
gekennzeichnet durch
ein regeneratives Dämpfungsglied (24, 25), welches die Gleitbewegung des Steckverbinders
(100; 101) beim Kupplungsvorgang dämpft.
11. Steckverbinder nach einem der vorstehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
eine Arretiervorrichtung (26, 27) zum Verhindern eines unbeabsichtigten Lösen der
Steckverbindung nach dem Kupplungsvorgang.
12. Steckverbinder nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Arretiervorrichtung (26, 27) einen Haken (26) und eine korrespondierende, spiegelsymmetrisch
angeordnete Öse (27) aufweist.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 86(2) EPÜ.
1. Steckverbinder (100, 101), insbesondere zum Herstellen einer elektrischen Verbindung
zwischen benachbarten Wagenkästen eines Schienenfahrzeuges, mit einer quer zur Steckrichtung
(1) angeordneten Trägerplatte (2), die eine Anzahl Kontakte (3, 5, 7, 9) und eine
entsprechende Anzahl Komplementärkontakte (4, 6, 8, 10) aufweist, wobei die Kontakte
(3, 5, 7, 9) einerseits und die Komplementärkontakte (4, 6, 8, 10) andererseits symmetrisch
zu einer senkrechten Spiegelachse (19) angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Kontakte (3, 5, 7, 9) und die Komplementärkontakte (4, 6, 8, 10) von der Rückseite
der Trägerplatte (2) zugänglich sind.
2. Steckverbinder nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Kontakt (3, 5, 7, 9) als Stecker und die Komplementärkontakte (4, 6, 8, 10) als
Buchsen ausgebildet sind.
3. Steckverbinder nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Kontakte (3, 5, 7, 9) und/oder die Komplementärkontakte (4, 6, 8, 10) auf der
Trägerplatte (2) angeordnet sind.
4. Steckverbinder nach Anspruch 1 oder 2.
dadurch gekennzeichnet, daß
die Kontakte (3, 5, 7, 9) und/oder Komplementärkontakte (4, 6, 8, 10) in entsprechenden
Löchern (11, 13, 15, 17; 12, 14, 16, 18) in der Trägerplatte (2) aufgenommen sind.
5. Steckverbinder nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
gekennzeichnet durch
eine Zentriereinrichtung zur Eigenzentrierung zweier beim Herstellen der Steckverbindung
miteinander zu verkuppelnder Steckverbinder (100, 101), mit zwei beim Kupplungsvorgang
mit der komplementären Zentriereinrichtung des anderen Steckverbinders (100; 101)
in Verbindung tretender Zentrierorgane (20, 21).
6. Steckverbinder nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Zentrierorgane (20, 21) aus einem auf der Trägerplatte (2) befestigten Zentrierstift
(21) und einer zur Spiegelachse (19) symmetrisch angeordneten Zentrierbuchse (20)
gebildet sind.
7. Steckverbinder nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Kontakte (3, 5, 7, 9) bzw. die Komplementärkontakte (4, 6, 8, 10) als Terminals
zur Energie-, Signal-, Druckluft- und Datenübertragung ausgebildet sind.
8. Steckverbinder nach einem der vorstehenden Ansprüche, zur Verwendung an Wagenkästen,
die mittels sogenannter "Kurzkupplungen" aneinander koppelbar sind,
gekennzeichnet durch
in Steckrichtung (1) verlaufende Führungsstangen (22, 23), die eine Gleitbewegung
des Steckverbinders (100; 101) in Steckrichtung zulassen.
9. Steckverbinder nach Anspruch 8,
gekennzeichnet durch
ein regeneratives Dämpfungsglied (24, 25), welches die Gleitbewegung des Steckverbinders
(100; 101) beim Kupplungsvorgang dämpft.
10. Steckverbinder nach einem der vorstehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
eine Arretiervorrichtung (26, 27) zum Verhindern eines unbeabsichtigten Lösen der
Steckverbindung nach dem Kupplungsvorgang.
11. Steckverbinder nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Arretiervorrichtung (26, 27) einen Haken (26) und eine korrespondierende, spiegelsymmetrisch
angeordnete Öse (27) aufweist.