[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Einbauen eines Auf zugsantriebs in einen
Aufzugsschacht, wobei zur Abstützung des Auf zugsantriebs auf den Aufzugsschachtboden
eine Tragkonstruktion vorgesehen ist, die aus mindestens zwei Schienen besteht und
am Auf zugschacht fixiert ist.
[0002] Bei Aufzugsanlagen geringerer Förderhöhe kann in den betreffenden Gebäuden der Maschinenraum
weggelassen und somit Kosten gespart und Raum gewonnen werden. Bei derartigen Aufzugsanlagen
müssen daher der Aufzugsantrieb und gegebenfalls dazugehörige Steuerungseinrichtungen
im Aufzugsschacht angeordnet werden.
[0003] Mit der Europäischen Patentschrift EP 0 710 618 B1 ist eine Aufzugsanlage bekannt
geworden, die einen im Aufzugsschacht angeordneten Aufzugsantrieb mit einer Treibscheibe
aufweist. Der Aufzugsantrieb wird von einer als Maschinenbett ausgebildeten Trägerplatte
getragen, die sich auf den oberen Enden zweier Schienen in Form von Führungsschienen
abstützt. Um die im Betrieb auftretenden, in horizontaler Richtung wirkenden Kräfte
aufzunehmen, ist der Aufzugsantrieb über ein Verstrebungselement an einer Wand des
Aufzugsschachtes befestigt. Bei dieser Aufzugsanlage sind die Führungsschienen, um
die erforderliche Stabilität zu gewährleisten, an einer ausreichenden Anzahl Stellen,
insbesondere im oberen Schachtbereich, mit den Wänden des Aufzugsschachtes verbunden
werden. Diese Massnahme bedingt, dass die Schachtwände eine dafür ausreichende Stabilität
aufweisen. Ausserdem können Vibrationen auf die Schachtwände übertragen werden, was
oft zu erheblichen Problemen führt. Die Führungsschienen sind dabei in ihrer Längsrichtung
verschieblich mit den Schachtwänden verbunden, damit das Setzen (Schrumpfen) des Gebäudes
nicht zu Verwerfungen an den Führungsschienen führt.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Tragkonstruktion für den Aufzugsantrieb
derart zu verbessern, dass sie im Bereich zwischen dem Aufzugsantrieb und dem obersten
Stockwerkboden nicht an den Wänden des Aufzugsschachtes befestigt werden muss.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebene Erfindung gelöst. Hierbei
sind die Schienen der Tragkonstruktion mindestens in einem Teilbereich ihrer Länge
miteinander durch mindestens ein Verbindungsglied mit ausreichender Länge und Steifigkeit
zu einem biegesteifen Verbundkörper vebunden.
[0006] In einer bevorzugten Ausführungsform sind drei Führungsschienen vorgesehen, die nebeneinander
stehend an den Eckpunkten eines gleichschenkligen Dreiecks angeordnet sind.
[0007] Gemäss einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist die Tragkonstruktion so gestaltet,
dass mindestens eine der sie bildenden Schienen kürzer ist als die anderen, d. h.,
das obere Ende dieser Schiene reicht nicht bis zur Verbindungsstelle zwischen Aufzugsantrieb
und Tragkonstruktion und/oder ihr unteres Ende reicht nicht bis zur Abstützstelle
im Bereich des Auf zugsschachtbodens. Diese Schiene hat die Aufgabe, den die Tragkonstruktion
bildenden Verbundkörper in einer Zone kritischer Stabilität zu verstärken und kann
daher mit geringerer Länge und reduzierter Masse ausgeführt werden.
[0008] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile sind darin zu sehen, dass eine biegesteife
und knickstabile Säule geschaffen wird, die auch die durch den Auf zugsantrieb entstehenden
und auf dessen Lager wirkenden Drehmomente sicher und schwingungsfrei aufnehmen kann.
Weitere Vorteile liegen darin, dass die Führungsschienen nur im Bereich der Stockwerkböden
im Aufzugsschacht gehalten werden, wobei grössere Distanzen zwischen den Befestigungen
möglich sind.
[0009] Im folgenden wird die Erfindung anhand mehrerer Ausführungsbeispiele im Zusammenhang
mit der Zeichnung näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig.1
- eine Teilansicht der erfindungsgemässen Einrichtung in einer ersten Ausführung,
- Fig.2
- einen Schnitt gemäss der Linie II-II in der Fig.1, in grösserem Massstab,
- Fig.3
- die Einrichtung gemäss Fig.1 in einer zweiten Ausführung, und
- Fig.4
- die Einrichtung gemäss Fig.1 in einer dritten Ausführung.
- Fig. 5
- die Einrichtung gemäss Fig. 1, wobei eine der Schienen sich nur über einen Teil der
Länge der Tragkonstruktion erstreckt.
[0010] In den Fig.1 und 2 ist mit 1 eine Tragkonstruktion bezeichnet, die aus drei Führungsschienen
2, 3 und 4 besteht, welche mittels Verbindungsgliedern 5 fest miteinander verbunden
sind. Die Führungsschienen 2, 3 und 4 erstrecken sich bis zum Boden einer nicht dargestellten
Schachtgrube und sind nebeneinander stehend an Eckpunkten eines gleichschenkligen
Dreiecks angeordnet. Zwei Führungsschienen 2, 3 sind für die Führung einer Aufzugskabine
6 bzw. eines Gegengewichtes 7 bestimmt, während die dritte Führungsschiene 4, die
ein von den Führungsschienen 2, 3 abweichendes Profil aufweisen kann, lediglich der
Verstärkung der Tragkonstruktion 1 dient. Mit 8 sind Halter bezeichnet, mit welchen
die Führungsschienen 2, 3 und 4 im Bereich von Stockwerkböden mit der Gebäudestruktur
verbunden sind, wobei diese Verbindungen eine Verschiebung der Führungsschienen in
deren Längsrichtung zulassen, um ein Setzen (Schrumpfen) des Gebäudes oder unterschiedliche
Wärmedehnungen von Schienen und Aufzugsschacht auszugleichen. Zweite Führungsschienen
10, 11 für die Aufzugskabine 6 bzw. für das Gegengewichte 7 sind über weitere Halter
12 an der Gebäudestruktur befestigt.
[0011] Das Verbindungsglied 5 besteht beispielsweise aus einem Vierkant-Hohlprofil, dessen
Länge etwa den Abständen zwischen den Führungsschienen entspricht, die es verbindet.
Dies ist eine Voraussetzung dafür, dass das Verbindungsglied in Längsrichtung der
Führungsschienen mit ausreichender Steifigkeit Schubkräfte von einer Führungsschiene
auf die andere(n) übertragen kann, wodurch die Gruppe von Führungsschienen zu einem
biegesteifen und knickstabilen Verbundkörper wird. Um dies zu gewährleisten, sind
die Führungsschienen jeweils mit jedem Verbindungsglied 5 durch mehrere vertikal voneinander
beabstandete Gruppen von Verbindungselementen 16 verbunden. Im Ausführungsbeispiel
sind jeweils drei übereinander angeordnete Gruppen von Schrauben gezeigt.
[0012] Die Anzahl der verwendeten Verbindungsglieder 5 ist von der Förderhöhe der betreffenden
Aufzugsanlage abhängig. Mindestens ein Verbindungsglied 5 ist hierbei im Bereich zwischen
einem obersten Stockwerkboden 9 und einem Aufzugsantrieb 14 angeordnet, der mittels
einer Lagerplatte 15 auf der Tragkonstruktion 1 befestigt ist.
[0013] Es liegt im Rahmen der Erfindung, Verbindungsglieder zu verwenden, die von der beispielsweise
vorgeschlagenen Form abweichen. Weiterhin liegt es im Rahmen der Erfindung, die Tragkonstruktion
1 aus mehr als drei, anders gruppierten, Führungsschienen zu gestalten.
[0014] Es ist auch möglich, die gemäss Fig.1 beschriebene Tragkonstruktion 1 für Aufzugsantriebe,
die mit einer Drehmomentenstütze ausgerüstet sind, zu verwenden. So weist gemäss Fig.3
ein mittels einer Lagerplatte 21 auf der Tragkonstruktion 1 befestigter Aufzugsantrieb
20 eine Drehmomentenstütze 22 auf, die aus zwei in einer Linie liegenden Armen 23,
24 besteht. An den durch das Antriebsdrehmoment auf Biegung belasteten Armen 23, 24
sind schwingungsdämpfende Puffer 25, 26 vorgesehen, die eine Verbindung zwischen den
Schachtwänden 27, 28 und den Armen 23, 24 bilden. Die Puffer 25, 26 können Feder-
oder Gummipuffer sein. Es ist jedoch auch möglich, die Arme 23, 24 der Drehmomentenstütze
22 fest mit den Schachtwänden 27, 28 zu verbinden.
[0015] Eine Traverse 29 stützt sich mit dem einen Ende auf der zweiten Führungsschiene 11
des Gegengewichtes 7 und mit dem anderen Ende auf der Lagerplatte 21 des Aufzugsantriebs
20 ab. An der Traverse 29 sind Förderseile 30 befestigt, die über eine am Gegengewicht
gelagerte Umlenkrolle 31 und eine Treibscheibe 32 des Auf zugsantriebs 20 zur Auf
zugskabine 6 führen.
[0016] Nach Fig.4 weist ein Auf zugsantrieb 40 eine zweigeteilte Drehmomentenstütze 41 auf.
Hierbei ist ein erster Arm 42 mit einem Puffer 43 direkt mit der Oberseite des Aufzugsantriebs
40 verbunden, während ein zweiter Arm 44 durch die mit der Unterseite des Aufzugsantriebs
verbundene Traverse 29 gebildet wird, an welcher ein Halteglied 45 befestigt ist,
das einen Puffer 46 trägt. Die Puffer 43, 46 sind von der gleichen Art wie die Puffer
25, 26 der Drehmomentenstütze 22 gemäss Fig.3.
[0017] Mit Fig.5 ist eine als Verbundkörper gestaltete Tragkonstruktion 1 dargestellt, bei
der eine der sie bildenden Schienen sich nur über einen Teil der Länge der Tragkonstruktion
erstreckt. Die Länge der verkürzten Schiene endet jeweils im Bereich eines der Verbindungsglieder
5. Die Lagerplatte 15 mit dem darauf befestigten Aufzugsantrieb 14 ist gemäss diesem
Beispiel nur mit den oben unverkürzten Schienen direkt verbunden, und die Tragkonstruktion
stützt sich nur über die unten unverkürzten Schienen auf dem Boden des Aufzugsschachts
13 ab. Eine Verkürzung der Schiene kann oben, unten oder an beiden Enden vorhanden
sein.
1. Einrichtung zum Einbauen eines Aufzugsantriebs (14) in einen Auf zugsschacht (13),
die eine Tragkonstruktion (1) aufweist, welche aus mindestens zwei Schienen (2, 3,
4) besteht, am Auf zugschacht fixiert ist und den Auf zugsantrieb (14) auf einem Aufzugschachtboden
abstützt,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schienen der Tragkonstruktion (1) mindestens in einem Teilbereich ihrer Länge
untereinander durch mindestens ein Verbindungsglied (5) mit ausreichender Länge und
Steifigkeit zu einem biegesteifen Verbundkörper verbunden sind.
2. Einrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schienen (2, 3, 4) jeweils durch mehrere vertikal voneinander beabstandete Gruppen
von Verbindungselementen (16) mit jedem Verbindungsglied 5 verbunden sind.
3. Einrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwei Schienen in Form von Führungsschienen (2, 3) und
eine im Profil von den Führungsschienen (2, 3) abweichende weitere Schiene vorgesehen
sind, die nebeneinander stehend an den Eckpunkten eines gleichschenkligen Dreiecks
angeordnet sind.
4. Einrichtung nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Führungsschiene (2) der Tragkonstruktion (1) der Führung einer Aufzugskabine
(6) und eine andere Führungsschiene (3) der Tragkonstruktion (1) der Führung eines
Gegengewichtes zugeordnet ist.
5. Einrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein oberstes Verbindungsglied (5) im Bereich zwischen einem obersten Stockwerkboden
(9) und dem Aufzugsantrieb (14) an den Schienen angeordnet ist.
6. Einrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verbindungsglied (5) aus einem Vierkant-Hohlprofil besteht.
7. Einrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Aufzugsantrieb (20) eine Drehmomentenstütze (22) mit zwei in einer Linie liegenden
Armen (23, 24) aufweist, die sich an Schachtwänden (27, 28) abstützen.
8. Einrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Auf zugsantrieb (40) eine zweigeteilte Drehmomentenstütze (41) aufweist, wobei
ein erster, mit der Oberseite des Auf zugsantriebs (40) verbundener Arm (42) sich
an der einen Schachtwand (27) abstützt, während ein zweiter, mit der Unterseite des
Auf zugsantriebs (40) verbundener Arm (44) sich an der anderen Schachtwand (28) abstützt.
9. Einrichtung nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Arme (23, 24, 42, 44) sich über schwingungdämpfende Puffer (25, 26, 43, 46) an
den Schachtwänden (27, 28) abstützen.
10. Einrichtung nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Arme (23, 24, 42, 44) fest mit den Schachtwänden (27, 28) verbunden sind.
11. Einrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine (50) der die Tragkonstruktion (1) bildenden Schienen (2, 3, 50) sich
nur über einen Teil der Höhe der Tragkonstruktion erstreckt, so dass das obere Ende
dieser Schiene nicht bis zur Verbindungsstelle zwischen Auf zugsantrieb (14) und Tragkonstruktion
(1) und/oder ihr unteres Ende nicht bis zur Abstützstelle (51) der Tragkonstruktion
(1) reicht.