[0001] Die Erfindung betrifft eine Kühlplatte für einen Schachtofen.
[0002] Die DE 195 45 048 C2 offenbart eine Kühlplatte mit inneren Kühlmittelkanälen. Die
Kühlplatte besteht aus Kupfer oder einer niedrig legierten Kupferlegierung. Sie kann
aus einem geschmiedeten oder gewalzten Rohblock gefertigt sein. Die Kühlplatte besitzt
vertikale Seitenflansche, welche bei der Montage der Kühlplatte mit weiteren Kühlplatten
in einen Schachtofen einander überlappend zugeordnet werden. Der horizontale Querschnitt
der Kühlplatte ist weitgehend rechteckig, so daß zwischen einer Kühlplatte und der
Wand eines Schachtofens ein Spalt entsteht, der mit feuerfestem Stampfmaterial oder
mit speziell zugeschnittenen Feuerfeststeinen ausgefüllt wird.
[0003] Um diesen Nachteil zu beseitigen, ist im Umfang der EP 0 887 428 A1 eine Kühlplatte
vorgeschlagen worden, bei der die der Ofenachse zugewandte Innenseite, wie an sich
bekannt, weitgehend ebenflächig gestaltet und die der Ofenachse abgewandte Außenseite
konvex gewölbt ausgeführt ist. Im Hinblick auf die Abmessungen einer derartigen Kühlplatte
ist es jedoch sehr schwierig und fertigungstechnisch äußerst aufwendig, die bogenförmige
Krümmung an der Außenseite der Kühlplatte herzustellen. Da die Radien mehrerer Kühlplatten
häufig auch Toleranzen aufweisen, ist die Lage der Kühlplatten im Schachtofen nicht
eindeutig statisch bestimmt.
[0004] Des Weiteren'sind die Schmalseiten der Kühlplatte mit Vertikalflanschen versehen,
wobei zwei unterschiedliche Typen von Kühlplatten erforderlich sind. Bei der einen
Kühlplatte geht die weitgehend ebenflächige Innenseite in die Seitenflansche über,
während bei der anderen Kühlplatte die gewölbte Außenseite in die Seitenflansche übergeht.
Die Notwendigkeit von zwei unterschiedlichen Kühlplatten erhöht den Fertigungsaufwand.
[0005] Der Erfindung liegt - ausgehend vom Stand der Technik - die Aufgabe zugrunde, eine
Kühlplatte für einen Schachtofen zu schaffen, die einfacher zu fertigen ist, leichter
der Krümmung der Ofenwand angepaßt werden kann und ferner bessere Wärmeübergangsbedingungen
zu benachbarten Kühlplatten gewährleistet.
[0006] Diese Aufgabe wird mit den im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst.
[0007] Wesentliches Merkmal der Erfindung bildet der Sachverhalt, daß jetzt die der Ofenachse
abgewandte Außenseite der Kühlplatte im horizontalen Querschnitt als konvex erhabener
Polygonzug ausgebildet ist. Dieser Polygonzug besteht aus mehreren ebenen Flächen
mit vertikalen seitlichen Begrenzungskanten, wobei die Anzahl der Flächen insbesondere
von dem Querschnitt des jeweiligen Schachtofens abhängig ist. Da nunmehr kein Radius,
sondern Flächen an der Außenseite erzeugt werden, ist eine deutliche Fertigungsvereinfachung
gegeben. Darüber hinaus ist mit dem Polygonzug der Vorteil verbunden, daß die Außenseite
besser der inneren Oberfläche einer Ofenwand angepaßt werden kann. Es kommen die vertikalen
Begrenzungskanten zwischen jeweils zwei Flächen an der Ofenwand zur Anlage und gleichen
insofern Toleranzen in der Krümmung der Ofenwand aus. Eine Hinterfütterung kann in
der Regel unterbleiben. In einzelnen Fällen besteht jedoch die Möglichkeit, eine minimale
Hinterfütterung vorzunehmen.
[0008] Wenn im Vorstehenden von einer weitgehend ebenflächig gestalteten Innenseite der
Kühlplatte die Rede ist, so kann hierunter eine vollkommen glatte Fläche verstanden
werden. Denkbar ist aber auch eine solche Innenseite, die zumindest teilweise mit
feuerfestem Material verkleidet ist und/oder Stege bzw. Nuten zur Halterung von feuerfestem
Material aufweist.
[0009] Aufgrund praktischer Gegebenheiten ist es entsprechend Patentanspruch 2 von Vorteil,
wenn der Polygonzug aus vier bis acht im wesentlichen ebenen Flächen zusammengesetzt
ist. Mit der Formulierung im wesentlichen werden die fertigungsbedingten Toleranzen
berücksichtigt.
[0010] Die den erfindungsgemäßen Grundgedanken weiterbildende Ausführungsform gemäß den
Merkmalen des Patentanspruchs 3 erlaubt es, die Kühlplatte mit weiteren Kühlplatten
in Umfangsrichtung flächig aneinander zu setzen. Auf ein Verfüllen zwischen zwei benachbarten
Kühlplatten kann weitgehend verzichtet werden. Durch den Flächenkontakt der Schmalseiten
der Kühlplatten wird eine deutliche Verbesserung des Wärmeübergangs zwischen benachbarten
Kühlplatten insbesondere dann erreicht, wenn ungleichmäßige Belastungen im Schachtofen
auftreten. Auch ist nur ein Typ einer Kühlplatte erforderlich. Der Fertigungs- und
Montageaufwand wird verringert.
[0011] Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- im schematischen horizontalen Querschnitt einen segmentartigen Ausschnitt aus einem
Schachtofen und
- Figur 2
- in vergrößerter Darstellung in der Draufsicht eine einzelne Kühlplatte.
[0012] In der Figur 1 ist mit 1 die Ofenwand eines ansonsten nicht näher veranschaulichten
Schachtofens 2 bezeichnet. Die Ofenwand 1 ist mit Kühlplatten 3 aus Kupfer oder einer
Kupferlegierung belegt, welche in nicht näher dargestellter Weise mit inneren Kühlmittelkanälen
4 versehen sind. Die Kühlmittelkanäle 4 können sich vertikal und horizontal erstrecken,
wobei die Anschlußleitungen der Kühlmittelkanäle 4 an eine Kühlmittelzuführung nicht
näher dargestellt sind.
[0013] Auf den der Ofenachse 5 zugewandten Innenseiten 6 sind die Kühlplatten 3 in nicht
näher veranschaulichter Weise mit einer feuerfesten Masse verkleidet und/oder mit
Stegen bzw. Nuten versehen, welche zur besseren Haftung des feuerfesten Materials
angearbeitet sind.
[0014] Wie aus der Figur 2 näher hervorgeht, ist die der Ofenachse 5 zugewandte Innenseite
6 einer Kühlplatte 3 unter Berücksichtigung der vorstehenden feuerfesten Verkleidung
weitgehend ebenflächig gestaltet. Die der Ofenachse 5 abgewandte Außenseite 7 ist
(zur Verdeutlichung in starker Überzeichnung dargestellt) im horizontalen Querschnitt
als konvex erhabener Polygonzug ausgebildet. Dieser Polygonzug setzt sich beim Ausführungsbeispiel
aus sechs im wesentlichen ebenen Flächen 8 mit vertikalen seitlichen Begrenzungskanten
9 zusammen. Zur Verdeutlichung dieser Begrenzungskanten 9 sind diese in strichpunktierter
Linienführung hervorgehoben.
[0015] Die Schmalseiten 10 der Kühlplatte 3 zwischen der Innenseite 6 und der Außenseite
7 verlaufen schräg. Die sich in den Schmalseiten 10 erstreckenden Vertikalebenen VE
schneiden die Ofenachse 5.
Bezugszeichenaufstellung:
[0016]
- 1 -
- Ofenwand von 2
- 2 -
- Schachtofen
- 3 -
- Kühlplatten
- 4 -
- Kühlmittelkanäle
- 5 -
- Ofenachse
- 6 -
- Innenseite von 3
- 7 -
- Außenseite von 3
- 8 -
- Flächen von 7
- 9 -
- Begrenzungskanten von 8
- 10 -
- Schmalseiten von 3
- VE -
- Vertikalebenen durch 10 und 5
1. Kühlplatte für einen Schachtofen, die mit inneren Kühlmittelkanälen (4) versehen ist,
wobei die der Ofenachse (5) zugewandte Innenseite (6) weitgehend ebenflächig gestaltet
und die der Ofenachse (5) abgewandte Außenseite (7) im horizontalen Querschnitt als
konvex erhabener Polygonzug ausgebildet ist.
2. Kühlplatte nach Patentanspruch 1, bei welcher die aus einem Polygonzug gebildete Außenseite
(7) aus vier bis acht im wesentlichen ebenen Flächen (8) zusammengesetzt ist.
3. Kühlplatte nach Patentanspruch. 1 oder 2, bei welcher die Schmalseiten (10) zwischen
der Innenseite (6) und der Außenseite (7) schräg verlaufen, wobei die sich in den
Schmalseiten (10) erstreckenden Vertikalebenen (VE) die Ofenachse (5) schneiden.