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EP 1 302 575 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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10.11.2004 Patentblatt 2004/46 |
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Anmeldetag: 06.09.2002 |
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Verfahren zur Ansteuerung von Betätigungseinrichtungen einer mit einer Webmaschine
kombinierten Jaquardvorrichtung
Method for controlling the actuating elements of a Jacquard machine combined with
a weaving loom
Procédé pour contrôler les éléments d'actionnement d'une mécanique Jacquard combinée
à un métier à tisser
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE SK TR |
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Priorität: |
10.10.2001 DE 10149970
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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16.04.2003 Patentblatt 2003/16 |
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Patentinhaber: STAUBLI FAVERGES |
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74210 Faverges (FR) |
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Erfinder: |
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- Wahhoud, Adnan, Dr.
88131 Lindau (DE)
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Vertreter: Myon, Gérard et al |
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Cabinet Lavoix,
62, rue de Bonnel 69448 Lyon Cédex 03 69448 Lyon Cédex 03 (FR) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 353 005
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EP-A- 0 697 477
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ansteuerung von Betätigungseinrichtungen
einer mit einer Webmaschine kombinierten Jacquardeinrichtung ohne Messer und Messerantriebe
in Abhängigkeit vom Drehwinkel der Webmaschinen-Hauptwelle nach den Merkmalen des
Oberbegriffs von Patentanspruch 1.
[0002] Webmaschinen mit fluidischem Schussfadeneintrag zur Herstellung eines Gewebes mit
vorbestimmter Musterung werden in Kombination mit einer Jacquardvorrichtung als Fachbildevorrichtung
betrieben.
Jacquardvorrichtungen moderner Bauart besitzen eine Vielzahl elektrisch ansteuerbarer
Betätigungseinrichtungen, zum Beispiel elektromotorisch betriebene Betätigungseinrichtungen.
Dabei wird auf die Messer und Messerantriebe verzichtet. Jeder Kettfaden der Webkette
einer Webmaschine ist dabei über Verbindungsmittel, d.h. über eine sogenannte Harnisch-Schnur
mit Harnischlitze und über Rückzugsmittel von einer der Betätigungseinrichtungen so
geführt, dass die betreffenden Kettfäden zur Ausbildung eines Webfaches gleichzeitig
aus einer ersten Position in eine zweite Position und umgekehrt vertikal bewegt werden.
[0003] Zur gesteuerten Bewegung der Kettfäden ist eine elektronische Steuervorrichtung vorgesehen,
die jede Betätigungseinrichtung nach einem vorgewählten Programm signalübertragend
steuert.
[0004] Eine Webmaschine mit einer solchen Jacquardvorrichtung ist z.B. aus der EP 0 353
005 B1 bekannt.
[0005] Der Gegenstand der vorbekannten EP 0 353 005 B1 unterscheidet nicht, ob die Jacquardvorrichtung
mit einer Webmaschine mit fluidischen Schussfadeneintragsmitteln oder mit mechanischen
Schussfadeneintragsmitteln betrieben wird.
[0006] Weil ein solcher Unterschied nicht vorgenommen ist, geht der Fachmann davon aus,
dass auch der Ausbildung des Webfaches auf den vorgenannten Webmaschinen, bei z.B.
identisch zu webenden Artikel ein identisches Fachbewegungsprofil, im Hinblick auf
die Webbreite, zugrunde liegt. Hier setzt die Erfindung an.
[0007] Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur drehwinkelabhängigen Ansteuerung
der Betätigungseinrichtungen einer mit einer Webmaschine mit fluidischen Schussfadeneintragsmitteln
kombinierten Jacquardvorrichtung ohne Messer und Messerantriebe zu schaffen, womit,
im Vergleich zum Stand der Technik, die Zeitdauer zum Offenhalten des sogenannten
Schussfadeneintragfensters vergrößert wird.
[0008] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des unabhängigen Patentanspruchs
1 gelöst.
Danach werden die Betätigungseinrichtungen der z.B. mit einer Luftdüsenwebmaschine,
also einer Webmaschine mit fluidischen Schussfadeneintragsmitteln, kombinierten Jacquardvorrichtung
nach dem Eintragen des Schussfadens in das geöffnete Webfach derart signalübertragend
angesteuert, dass, über die Webbreite der Webmaschine gesehen, der Fachschluss durch
jeden einzelnen Kettfaden kontinuierlich in Abhängigkeit vom Drehwinkel der Hauptwelle
der Webmaschine versetzt erfolgt. Mit anderen Worten, der Fachschluss der einzelnen
Kettfäden wird von der Seite des Schussfadeneintrags in das geöffnete Webfach bis
zu der Seite des Webfaches, an welcher der Schussfaden aus dem Webfach austritt, kontinuierlich
verschoben.
Ausgangsseitig des Webfaches erfolgt der Fachschluss demnach zu einem späteren Zeitpunkt,
der identisch ist mit einem größeren Drehwinkel der Hauptantriebswelle, als eingangsseitig
des Webfaches. Der frühere eingangsseitige Zeitpunkt ist identisch mit einem vergleichsweise
kleineren Drehwinkel der Hauptantriebswelle. Damit steht eine um etwa 25 % größere
Zeitspanne zur Verfügung, um den eingetragenen Schussfaden hinreichend einem Streckvorgang
bis zum Beginn des Fachschließens zu unterziehen.
[0009] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist der Vorteil eines vergrößerten Zeitintervalles
für einen schonenden Schussfadentransport und eine verbesserte Streckwirkung auf den
Schussfaden und im Zusammenhang damit eine verbesserte Gewebequalität verbunden.
[0010] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung erfolgt das kontinuierliche Drehwinkelversetzen
innerhalb eines Drehwinkelbereiches der Webmaschinen-Hauptwelle von weniger als 100
Drehwinkelgraden, und zwar vorzugsweise in einem Bereich von etwa 60 Drehwinkelgraden.
Der Beginn der drehwinkelabhängigen Ansteuerung der Betätigungseinrichtungen zum Fachschluss
liegt schussfadeneintragseitig des Webfaches bei einem Drehwinkel von etwa 290 Drehwinkelgraden,
womit ein früher Fadenstart ermöglicht wird. Das Ende dieser Ansteuerung liegt schussfadenauszugseitig
des Webfaches bei einem Drehwinkel von etwa 350 Drehwinkelgraden, womit die Streckphase
maximal verlängert wird.
[0011] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.
[0012] In den Zeichnungen zeigen:
- Figur 1
- den Verlauf des Webfach-Bewegungsprofils über die Webbreite bei einer mit einer Luftdüsenwebmaschine
kombinierten Jacquardvorrichtung,
- Figur 2
- den in einem Diagramm dargestellten Verlauf des Webfach-Bewegungsprofils über die
Webbreite bei einer mit einer Luftdüsenwebmaschine kombinierten Jacquardvorrichtung,
- Figur 3
- den schussfadeneintragseitigen Fachschluss des Webfaches,
- Figur 4
- den zwischen dem schussfadeneintragseitigen Fachschluss und den schussfadenauszugseitigen
Fachschluss gelegenen Fachschluss und
- Figur 5
- den auszugseitigen Fachschluss des Webfaches.
Ausführungsbeispiel nach Figur 1-5
[0013] Figur 1 zeigt schematisch die Zuordnung einer Jacquardvorrichtung, die mit einer
Eingabeeinrichtung und Steuereinrichtung ausgerüstet ist, mit der Verbindung über
Harnischschnüre und ein Chorbrett zu den Kettfäden einer Webmaschine, die sich gemäß
Figur 2 von einer Eintragsseite, beginnend bei A0, über die Webmaschinenbreite bis
zur Auszugsseite bei A2 erstrecken. In das offene Fach der Kettfäden wird pro Webmaschinenumdrehung
ein Schusseintrag durch Schussfadeneintragsmittel vorgenommen.
[0014] Gemäß den Figuren 3-5 wird der Fachschlußwinkel der Kettfäden zum Wechsel vom Ober-
zum Unterfach und vice versa, ausgehend von der Eintragsseite bei A0, kontinuierlich
über die Webbreite bis zur Auszugsseite bei A2 über einen Drehwinkel der Webmaschine
nacheinander von z. B. 290° bis zu 350° bewirkt.
1. Verfahren zur Ansteuerung von Betätigungseinrichtungen einer mit einer Webmaschine
kombinierten Jacquardvorrichtung ohne Messer und Messerantriebe, wobei die Ansteuerung
in Abhängigkeit vom Drehwinkel der Webmaschinen-Hauptwelle erfolgt, wobei die Webmaschine
fluidische Schussfadeneintragsmittel besitzt und wobei die Jacquardvorrichtung eine
Vielzahl elektromotorischer Betätigungseinrichtungen aufweist und jede Betätigungseinrichtung
zur Ausbildung eines Webfaches Mittel zur vertikalen Führung eines Kettfadens einer
Webkette besitzt und wobei ferner eine elektrische Steuereinrichtung jede Betätigungseinrichtung
signalübertragend derart ansteuert, dass nach dem Eintragen des Schussfadens in das
geöffnete Webfach die Betätigungseinrichtungen den Fachschluss des Webfaches einleiten,
dadurch gekennzeichnet, dass die Ansteuerung der Betätigungseinrichtungen zum Schließen des Webfaches kontinuierlich
drehwinkelversetzt über die Webbreite erfolgt, und zwar beginnend schussfadeneintragseitig
und endend schussfadenauszugseitig des Webfaches.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das kontinuierliche und drehwinkelversetzte Ansteuern innerhalb eines Drehwinkelbereiches
der Webmaschinen-Hauptwelle von weniger als 100 Drehwinkelgraden erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Drehwinkelbereich 60 Drehwinkelgrade beträgt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die drehwinkelabhängige Ansteuerung schussfadeneintragseitig des Webfaches bei einem
Drehwinkel der Webmaschinen-Hauptwelle von etwas 290 Drehwinkelgraden beginnt und
schussfadenauszugseitig des Webfaches bei einem Drehwinkel von etwas 350 Drehwinkelgraden
der Webmaschinen-Hauptwelle endet.
1. A method for driving actuating means of a Jacquard device, combined with a weaving
loom, without knives and knife drives, the means being driven as a function of the
angle of rotation of the main shaft of the loom, the loom having fluidic weft-thread
insertion means and the Jacquard device having a plurality of electromotive actuating
means and each actuating means, for forming a shed, having means for vertically guiding
a warp thread of a warp and furthermore an electric control means driving each actuating
means by signal transmission such that after insertion of the weft thread into the
open shed the actuating means initiate closure of the shed, characterised in that the driving of the actuating means for closing the shed is effected continuously
at an offset angle of rotation across the loom width, namely beginning on the weft-thread
insertion side and ending on the weft-thread extraction side.
2. A method according to Claim 1, characterised in that the continuous driving at an offset angle of rotation takes place within a angular
range of rotation of the main shaft of the loom of less than 100 degrees of rotation.
3. A method according to Claim 1, characterised in that the angular range of rotation is 60 degrees of rotation.
4. A method according to Claim 1, characterised in that the driving dependent on the angle of rotation on the weft-thread insertion side
of the shed begins at an angle of rotation of the main shaft of the loom of about
290 degrees of rotation and on the weft-thread extraction side of the shed ends at
an angle of rotation of about 350 degrees of rotation of the main shaft of the loom.
1. Procédé pour commander des dispositifs d'actionnement d'une mécanique Jacquard combinée
à un métier à tisser, sans couteaux ni dispositifs d'entraînement de couteaux, selon
lequel la commande est réalisée en fonction de l'angle de rotation de l'arbre principal
du métier à tisser, le métier à tisser comporte des moyens fluidiques d'entrée du
fil de trame, la mécanique Jacquard comporte une multiplicité de dispositifs d'actionnement
à moteur électrique et chaque dispositif d'actionnement possède, pour la réalisation
d'une foule de tissage, des moyens pour guider verticalement le fil de chaîne de la
chaîne de tissage dans le tissage, et selon lequel en outre un dispositif de commande
électrique commande chaque dispositif d'actionnement avec une transmission de signaux
de telle sorte qu'après l'introduction du fil de trame dans la foule de tissage ouverte,
les dispositifs d'actionnement déclenchent la fermeture de la foule de tissage, caractérisé en ce que la commande des dispositifs d'actionnement pour la fermeture de la foule de tissage
s'effectue avec un décalage continu de l'angle de rotation sur la largeur de tissage
et ce, en commençant par le côté d'entrée du fil de trame et en se terminant sur le
côté sortie du fil de trame de la foule de tissage.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la commande continue décalée du point de vue de l'angle de rotation s'effectue à
l'intérieur d'une plage angulaire de rotation de l'arbre principal du métier à tisser
s'étendant sur moins de 100 degrés d'angle de rotation.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la plage angulaire de rotation s'étend sur 60 degrés d'angle de rotation.
4. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la commande, qui dépend de l'angle de rotation, commence sur le côté entrée du fil
de trame de la foule de tissage pour un angle de rotation de l'arbre principal du
métier à tisser égal à environ 290 degrés d'angle de rotation et se termine sur le
côté sortie du fil de trame hors de la foule de tissage pour un angle de rotation
de l'arbre principal du métier à tisser égal à environ 350 degrés d'angle de rotation.

