(19)
(11) EP 1 302 626 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
16.04.2003  Patentblatt  2003/16

(21) Anmeldenummer: 02021525.7

(22) Anmeldetag:  26.09.2002
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7E21D 11/38
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 11.10.2001 AT 16012001

(71) Anmelder: Dätwyler AG Schweizerische Kabel-, Gummi- und Kunststoffwerke
6467 Schattdorf (CH)

(72) Erfinder:
  • Grabe, Werner, Dr.-Ing.
    48249 Dühnen (DE)

(74) Vertreter: Hefel, Herbert, Dipl.-Ing. et al
Postfach 61
6806 Feldkirch
6806 Feldkirch (AT)

   


(54) Dichtungsprofil für Tunnel-Segmente


(57) Bei einem elastomeren, strangförmigen Dichtungsprofil für ein eine umlaufende Aufnahmenut aufweisendes Tunnelsegment ist in einem zwischen der Basisseite (6) und der Rückenseite (7) liegenden Bereich zumindest ein durchgehender Querbalken (10) ausgebildet, der an den gegenüberliegenden Flankenseiten (8) über den Grundkörper (5) des Dichtungsprofils vorsteht und beidseitig abstehende Kragarme (9) bildet. An den Flankenseiten (8) des Dichtungsprofils sind seitlich abstehende Dichtlippen (30, 31) angeordnet, die jeweils dem Bereich der Ecke (19, 20) zwischen der Basisseite (6) und der Flankenseite (8) benachbart sind und aus einem wasserquellenden Material bestehen. Im Inneren des Dichtungsprofils wird von Stegen (24, 25, 26, 27) eine Y-förmige Struktur gebildet.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein elastomeres, strangförmiges Dichtungsprofil für ein eine umlaufende Aufnahmenut aufweisendes Tunnelsegment mit einer Basisseite, einer Rückenseite, deren Breite geringer als die Breite der Basisseite ist, und Flankenseiten, die die Basisseite mit der Rückenseite verbinden.

[0002] Dichtungsprofile zur Abdichtung der Spalten zwischen Tunnelsegmenten sind beispielsweise aus der DE 35 26 063 A1, DE 37 20 919 A1, DE 40 26 076 A1, DE 41 03 089 A1, DE 196 03 188 A1, CH 679 510 A5, EP 306 581 A1 und EP 522 912 A1 bekannt. Zur Abdichtung von Tunnelsegmenten mit umlaufenden Aufnahmenuten werden üblicherweise vier Dichtungsprofile mittels zugehörigen Rahmenecken zu einem in der umlaufenden Aufnahmenut des Tunnelsegments angeordneten Dichtungsrahmen ausgebildet. Solche mit Dichtungsprofilen in ihren umlaufenden Aufnahmenuten versehenen Tunnelsegmente bzw. Tübbinge werden zu Ringen zusammengesetzt, welche wiederum zur kompletten Tunnelröhre zusammengesetzt werden, wie dies beispielsweise in der DE 196 03 188 A1 beschrieben ist. Die in gegenüberliegenden Aufnahmenuten in den aneinandergrenzenden Seitenflächen von zwei Tunnelsegmenten angeordneten Dichtungsprofile liegen somit mit ihren Rückenseiten aneinander an und werden mehr oder weniger vollständig komprimiert. Durch entsprechende elastische Rückstellkräfte werden Spannungen erzeugt, die die Segmente gegeneinander abdichten, wodurch eine Abdichtung gegen den anstehenden Wasserdruck im Erdreich oder aus Felsklüften langfristig erreicht werden soll.

[0003] In der Regel liegt der Wasserdruck, gegenüber dem eine Abdichtung zuverlässig zu gewährleisten ist im Bereich von 1 bis 4bar, beim Ärmelkanaltunnel liegt dieser Druck im Bereich von 10bar, es sind weiters Tunnelprojekte denkbar und geplant, bei denen dieser Dichtungsdruck nochmals wesentlich höher liegt, beispielsweise bei 30bar. Weiters soll eine zuverlässige Abdichtung auch bei relativ großen Spaltbreiten zwischen den Tunnelsegmenten erreicht werden. Auch kann es zu einer nachträglichen Spaltöffnung in Folge einer Verformung der ursprünglich kreisrunden Tunnelröhre durch Ovalisierung kommen.

[0004] Aus der DE 35 26 063 A1 ist ein Dichtungsprofil mit zweireihig versetzt angeordneten Kanälen bekannt, welches für hohe Wasserdrücke zu weich ist. Das aus der DE 37 20 919 A1 bekannte Dichtungsprofil ist in seiner Bauhöhe relativ flach, weshalb es nicht in der Lage ist bei größeren Spalten hohe Wasserdrücke abzudichten. Dichtungen gemäß der DE 40 26 076 A1 verschieben sich bei seitlich angreifendem Wasserdruck, wodurch die ursprünglich vorgesehene Dichtwirkung des Spreizfußes aufgehoben wird. Aus der DE 41 03 089 ist ein Dichtungsprofil mit zweireihig übereinander angeordneten Kanälen bekannt, wobei vertikal und schräg durchgehende Stege ausgebildet sind. Bei einem Zusammenpressen ohne einen seitlichen Versatz der gegenüberliegenden Aufnahmenuten verformen sich diese Dichtungsprofile derartig, daß sie sich innerlich verdrehen und ein seitliches Verschieben der Tunnelsegmente zueinander verursachen. Aus der CH 679 510 A5 ist weiters ein Dichtungsprofil mit einreihiger Kanalanordnung bekannt, welches aufgrund seiner relativ flachen Bauweise bei größeren Spaltbreiten keine Abdichtung gegenüber hohen Wasserdrücken erlaubt. Allen diesen Dichtungen ist gemeinsam, daß sie bei einer nachträglichen Spaltöffnung zwischen den Tunnelsegmenten, auch wenn diese nur im Millimeterbereich liegt, einen erheblichen Verlust an Dichtleistung erfahren, weil in Folge des Hystereseverhaltens des elastomeren Kompressionsprofiles die innere Rückstellkraft bei Entlastung deutlich geringer ist als bei der Belastung.

[0005] Aus der DE 196 03 188 A1 ist weiters ein Dichtungsprofil bekannt, welches im Bereich seines Rückens eine nutförmige Vertiefung aufweist, in die ein streifenförmiges Einsatzteil einklipsbar ist, das aus einem wasserquellenden Material besteht. Falls aufgrund einer nachlassenden Dichtfähigkeit Wasser zu diesem Einsatz eindringt, vergrößert das wasserquellende Material sein Volumen, wodurch zusätzliche Dichtspannungen aufgebaut werden.

[0006] Dichtungen aus wasserquellenden Dichtungsmaterialien für den Hoch-, Tief- und Ingenieurbau, insbesondere zur Fugenabdichtung und zum Ausgleich von Dimensionsänderungen von Bauteilen, sind bekannt. Beschrieben sind solche wasserquellenden Dichtungsmaterialien unter anderem beispielsweise in der WO 99/35208, den darin genannten Schriften, der EP 0 692 584 B1 und den in dieser Schrift in diesem Zusammenhang genannten Schriften.

[0007] Weiters ist durch Vorbenutzung eine koextrudierte Dichtung bekannt, die im Bereich ihres Rückens eine koextrudierte wasserquellende Schicht aufweist. Diese Dichtung weist eine einreihige Kanalanordnung auf und besitzt eine ähnliche Struktur wie die aus der CH 679 510 A5 bekannte Dichtung.

[0008] Auch diese herkömmlichen Dichtungsprofile, die ein wasserquellendes Material umfassen, sind nicht in der Lage die Anforderungen an sehr hohe Wasserdrücke zu erfüllen. Zudem erweist sich das Einklipsen der Einlage aus dem wasserquellenden Material des Dichtungsprofils der DE 196 03 188 A1 in der Baustellenpraxis als zu aufwendig.

[0009] Aufgabe der Erfindung ist es, ein elastomeres strangförmiges Dichtungsprofil der eingangs genannten Art bereitzustellen, durch das eine sichere und dauerhafte Abdichtung gegen sehr hohe Wasserdrücke ermöglicht wird. Erfindungsgemäß gelingt dies durch ein Dichtungsprofil mit den Merkmalen des Anspruchs 1.

[0010] Durch den durchgehenden Querbalken mit den seitlich abstehenden Kragarmen kann sich das Dichtungsprofil bei seitlich angreifendem Wasserdruck an der gegenüberliegenden Nutflanke abstützen und wird nur minimal seitlich verschoben. Günstigerweise sind die Kragarme an einem im wesentlichen trapezförmigen Grundkörper des Dichtungsprofils angeordnet. Bei einer solchen zur Aufnahmenut umgekehrten Trapezform kann das Dichtungsprofil so ausgebildet werden, daß das Profil vollständig in der Nut verschwinden kann und die Rückstellkräfte innerhalb von akzeptablen Grenzen bleiben. Die maximalen Größen der Rückstellkräfte sollen nicht zu hoch sein, um beispielsweise die Nuteinfassungen der Tunnelsegmente nicht abplatzen zu lassen. Die gesamte Querschnittsfläche des Dichtungsprofils kann hierbei beispielsweise im Bereich von etwa 90% (+/- 5%) der Querschnittsfläche der Aufnahmenut liegen.

[0011] Der Ausdruck "im wesentlichen trapezförmig" soll sich im Rahmen dieser Schrift auch auf solche Körper (im Querschnitt gesehen) beziehen, bei denen die die beiden parallelen Seiten verbindenden Schenkel Abschnitte mit unterschiedlichen Neigungswinkeln aufweisen, beispielsweise oberhalb und unterhalb der seitlich abstehenden Kragarme.

[0012] Die wasserseitige Dichtlippe der im Bereich der Ecken zwischen der Basisseite und der jeweiligen Flankenseite des Dichtungsprofils ausgehenden Dichtlippen wird durch den anstehenden Wasserdruck gegen die Nutflanke gepreßt und dichtet selbsttätig. Bei Vorhandensein von Wasser wird aufgrund der Ausbildung aus einem wasserquellfähigen Material ein zusätzlicher Dichtungsdruck aufgebaut, indem das Volumen der Dichtlippe vergrößert wird. Dadurch wird die Dichtlippe gegen die Nut-Wandung einerseits und die Flankenseite des Dichtungsprofils andererseits gepreßt und dichtet wirksam ab. Günstigerweise können diese Dichtungslippen aus einem weicheren Material als der Grundkörper des Dichtungsprofils bestehen, so daß sich diese Dichtungslippen sehr gut an die Unebenheiten der Betonfläche anpassen können.

[0013] Durch die erfindungsgemäße Ausbildung, die eine Y-förmige Struktur von internen Stegen umfaßt, können hohe Rückstellkräfte in die Nutmitte abgeleitet werden. In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist hierbei vorgesehen, daß mindestens zwei Reihen von über die Breite des Dichtungsprofils verteilten Kanälen vorgesehen sind.

[0014] Vorteilhaft ist es weiters, wenn die Basisseite des Dichtungsprofil als geschlossene Standfläche ausgebildet ist, das heißt ohne von der Standfläche ausgehende, ins Innere des Basisteils reichende Rillennuten. Die Standfläche ist somit im wesentlichen eben ausgebildet. Eine solche vollflächige Standfläche des Dichtungsprofiles erlaubt eine hervorragende Verklebung des Profiles in der Nut, was wiederum zur Stabilität der ausgebildeten Dichtung beiträgt.

[0015] In einer zweckmäßigen Ausgestaltung der Erfindung kann weiters vorgesehen sein, daß in dem die Rückenseite des Profils ausbildenden Steg eine koextrudierte Einlage aus einem wasserquellenden Material angeordnet ist. Bei Vorhandensein von Wasser, insbesondere in Folge eines Kraftverlustes der Kompressionsdichtung bei Spaltöffnung, vergrößert sich das Volumen dieser Einlage, wodurch eine zusätzliche Druckspannung erzeugt wird, die den Kraftverlust der Kompressionsdichtung ausgleicht oder überkompensiert.

[0016] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden im folgenden anhand der beiliegenden Zeichnung erläutert. In dieser zeigen:
Fig. 1
eine schematische Schnittdarstellung von zwei gegenüberliegenden in Seitenflächen von Tunnelsegmenten angebrachten Aufnahmenuten und
Fig. 2
einen Querschnitt durch ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Dichtungsprofils.


[0017] In Fig. 1 sind schematisch zwei gegenüberliegende Aufnahmenuten 1 in benachbarten Tunnelsegmenten 2 dargestellt. Jedes Tunnelsegment 2 besitzt an seinen Seitenflächen eine umlaufende Aufnahmenut 1, in die Dichtungsprofile einzusetzen sind. Die Nuten besitzen einen Nutgrund 3 und Nutflanken 4. Zwischen den Tunnelsegmenten 2 liegt ein Spalt mit der Breite a vor, der durch die in die Nuten eingesetzten Dichtungsprofile abzudichten ist. Die Nutenmitten der gegenüberliegenden Aufnahmenuten können eine gewissen seitlichen Versatz d aufweisen.

[0018] Das in Fig. 2 im Querschnitt dargestellte Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Dichtungsprofils ist in seinem entspannten Zustand dargestellt und die Aufnahmenut, in welche es einzusetzen ist, ist strichliert angedeutet. Das elastomere, strangförmige Dichtungsprofil umfaßt eine Basisseite 6, eine Rückenseite 7, deren Breite b geringer ist als die Breite B der Basisseite 6. Die Basisseite und die Rückenseite werden von Flankenseiten 8 verbunden.

[0019] Das Dichtungsprofil weist einen im Querschnitt gesehen gleichschenklig trapezförmigen Grundkörper 5 auf, dessen parallele Seiten von der Basisseite und von der Rückenseite des Dichtungsprofils gebildet werden. Der Grundkörper 5 wird von einem Querbalken 10 durchsetzt, der an den gegenüberliegenden Flankenseiten 8 des Dichtungsprofils über den Grundkörper 5 vorsteht. Es werden daher an den Schenkeln des trapezförmigen Grundkörpers seitlich abstehende Kragarme 9 gebildet, die in Längsrichtung des Profils durchgehend verlaufen (ein unterbrochener Verlauf in Längsrichtung des Profils wäre denkbar und möglich). Die gedachten Schenkel des trapezförmigen Grundkörpers sind im Bereich der Kragarme 9 strichliert angedeutet. Diese Kragarme 9 sind einteilig mit dem Grundkörper 5 ausgebildet und bestehend aus dem gleichen Material wie der Grundkörper. Die Kragarme 9 liegen in einem Bereich der Flankenseiten, der sowohl von der Basisseite, als auch von der Rückenseite beabstandet ist. Eine koextrudierte Ausbildung dieser Kragarme 9, wobei die Kragarme 9 aus einem Material anderer Härte wie der Grundkörper bestehen können, wäre denkbar und möglich.

[0020] Die Kragarme 9 schließen im Querschnitt gesehen jeweils einen Winkel von weniger als 30° mit der Basisseite 6 des Dichtungsprofils ein und sind vorzugsweise leicht abwärts geneigt, so daß sie etwa rechtwinklig zur benachbarten Nutenflanke 4 stehen. Der innerhalb des Grundkörpers 5 liegende Abschnitt des Querbalkens 10 verläuft etwa parallel zur Basisseite 6 des Dichtungsprofils. Die über den Grundkörper 5 seitlich vorstehenden Kragarme 9 liegen mit ihren freien Enden an den Nutflanken 4 an.

[0021] Im Dichtungsprofil sind oberhalb und unterhalb des Querbalkens 10 jeweils über die Breite des Dichtungsprofils verteilte Kanäle vorgesehen. Oberhalb des Querbalkens 10 ist eine Reihe von drei im Querschnitt dreieckigen Kanälen 11, 12, 13 angeordnet. Unterhalb des Querbalkens ist eine Reihe von der Basisseite benachbarten Kanälen 14 - 17 in Form von jeweils durch eine Wand 18 geschlossenen Rillennuten angeordnet. Die Hochpunkte dieser geschlossenen Rillennuten bilden einen parabelförmigen gedachten Bogen, dessen Maximum in der Profilmitte liegt und der die Ecken 19, 20 zwischen der Basisseite 6 und den benachbarten Flankenseiten 8 schneidet. Zwischen den beiden seitlichen Kanälen 14 und 17 und dem Querbalkens 10 sind weiters im Querschnitt kreisförmige Kanäle 28, 29 angeordnet.

[0022] Ausgehend von den Bereichen der Ecken 22, 23 zwischen der Rückenseite 7 und den Flankenseiten 8 sind zwei aufeinanderzulaufende Stege 24, 25 vorgesehen, die zusammen mit dem die Rückenseite bildenden Steg 26 eine dreieckförmige Struktur ausbilden. Ausgehend von der durch die beiden aufeinanderzulaufende Stege gebildeten Spitze dieser dreieckförmigen Struktur ist ein zur Basisseite 6 des Dichtprofils und senkrecht zu dieser verlaufender Steg 27 vorgesehen, wodurch insgesamt eine Y-förmige Struktur gebildet wird. Der Knoten dieser Y-förmigen Struktur liegt im Bereich des Querbalkens 10. Im Bereich des Knotens dieser Y-förmigen Struktur liegt weiters der höchste Punkt des parabelförmigen Bogens, der die Hochpunkte der rillennutenförmigen Kanäle 14-17 verbindet.

[0023] Durch die trapezförmige Struktur des Grundkörpers 5 in Verbindung mit der durch die Stege 24, 25, 27 gebildeten Y-förmigen Struktur erfolgt eine Konzentration der Rückstellkräfte in die Nutmitte und in die im Bereich der Ecken 19, 20 liegenden Nutecken.

[0024] In dem die Rückenseite des Dichtungsprofiles ausbildenden Steg 26 ist eine koextrudierte Einlage 21 aus einem wasserquellenden Material vorgesehen. Günstigerweise besteht diese Einlage aus einer Elastomermischung mit 30 bis 65 Shore A. Der Grundkörper 5 und die Kragarme 9 bestehen bevorzugterweise aus EPDM mit 65 bis 95 Shore A.

[0025] An den Flankenseiten 8 des Grundkörpers 5 sind weiters seitlich abstehende, in Längsrichtung des Dichtungsprofils durchgehende Dichtlippen 30, 31 angeordnet, die den Bereichen der Ecken 19, 20 zwischen der Basisseite 6 und der jeweiligen Flankenseite 8 benachbart sind. Im gezeigten Ausführungsbeispiel gehen diese Dichtlippen 30, 31 unmittelbar bei diesen Ecken 19, 20 von den Flankenseiten 8 des Dichtungsprofils aus. Im entspannten Zustand stehen die Dichtlippen 30, 31 über die Nutflanken 4 seitlich hinaus. Die Dichtlippen 30, 31 bestehen bevorzugterweise aus einem wasserquellenden Material und werden durch Koextrusion ausgebildet. Günstigerweise ist hierbei eine Elastomermischung mit einer Härte im Bereich zwischen 30 und 50 Shore A vorgesehen.

[0026] Die in Shore A angegebenen Werte stimmen praktisch mit den gemäß IRHD nach ISO-Norm 48 gemessenen Werten überein.

[0027] Ein solches Dichtungsprofil erlaubt eine Abdichtung gegen sehr hohe Wasserdrücke. Durch die koextrudierte Ausbildung mit jeweils einem wasserquellfähigen Material für die Einlage 21 und die Dichtlippen 30, 31 wird eine zusätzliche Sicherheit, insbesondere bei einer Vergrößerung der Spaltbreite a zwischen den benachbarten Tunnelsegmenten geschaffen.

Legende



[0028] zu den Hinweisziffern:
1
Aufnahmenut
2
Tunnelsegment
3
Nutgrund
4
Nutflanke
5
Grundkörper
6
Basisseite
7
Rückenseite
8
Flankenseite
9
Kragarm
10
Querbalken
11
Kanal
12
Kanal
13
Kanal
14
Kanal
15
Kanal
16
Kanal
17
Kanal
18
Wand
19
Ecke
20
Ecke
21
Einlage
22
Ecke
23
Ecke
24
Steg
25
Steg
26
Steg
27
Steg
28
Kanal
29
Kanal
30
Dichtlippe
31
Dichtlippe



Ansprüche

1. Elastomeres, strangförmiges Dichtungsprofil für ein eine umlaufende Aufnahmenut aufweisendes Tunnelsegment mit einer Basisseite (6), einer Rückenseite (7), deren Breite b geringer als die Breite B der Basisseite (6) ist, und Flankenseiten (8), die die Basisseite (6) mit der Rückenseite (7) verbinden, dadurch gekennzeichnet, dass in einem zwischen der Basisseite (6) und der Rückenseite (7) liegenden Bereich zumindest ein durchgehender Querbalken (10) ausgebildet ist, der an den gegenüberliegenden Flankenseiten (8) über den Grundkörper (5) des Dichtungsprofils vorsteht und beidseitig abstehende Kragarme (9) zur Anlage an der jeweils benachbarten Nutflanke (4) der Aufnahmenut (1) bildet, und an den Flankenseiten (8) des Dichtungsprofils seitlich abstehende, in Längsrichtung des Profils durchgehende Dichtlippen (30, 31) am Grundkörper (5) des Dichtungsprofils angeordnet sind, die jeweils dem Bereich der Ecke (19, 20) zwischen der Basisseite (6) und der jeweiligen Flankenseite (8) des Dichtungsprofils benachbart sind, vorzugsweise unmittelbar bei dieser Ecke (19, 20) von der Flankenseite (8) des Dichtungsprofils ausgehen, und aus einem wasserquellenden Material bestehen und daß ausgehend von den Bereichen der Ecken (22, 23) zwischen der Rückenseite (7) und den Flankenseiten (8) zwei aufeinanderzulaufende Stege (24, 25) vorgesehen sind, die zusammen mit einem die Rückenseite bildenden Steg (26) eine dreieckförmige Struktur ausbilden, und ausgehend von der durch die beiden aufeinanderzulaufenden Stege (24, 25) gebildeten Spitze dieser dreieckförmigen Struktur ein zur Basisseite (6) des Dichtungsprofils verlaufender Steg (27) vorgesehen ist, wodurch insgesamt eine Y-förmige Struktur gebildet wird.
 
2. Dichtungsprofil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kragarme (9) im Querschnitt gesehen jeweils einen Winkel von weniger als 30° mit der Basisseite (6) des Dichtungsprofils einschließen und vorzugsweise etwa rechtwinklig zur benachbarten Nutflanke (4) stehen.
 
3. Dichtungsprofil nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der innerhalb des Grundkörpers (5) des Dichtungsprofils liegende Abschnitt des Querbalkens (10) in Längsrichtung des Dichtungsprofils durchgehend ausgebildet ist und vorzugsweise im Querschnitt gesehen parallel zur Basisseite (6) des Dichtungsprofils liegt.
 
4. Dichtungsprofil nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kragarme (9) in Längsrichtung des Dichtungsprofils durchgehend verlaufen.
 
5. Dichtungsprofil nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (5) des Dichtungsprofils im wesentlichen trapezförmig, vorzugsweise im wesentlichen gleichschenkelig trapezförmig ausgebildet ist und die Kragarme (9) vorzugsweise aus dem gleichen Material wie dieser Grundkörper (5) bestehen.
 
6. Dichtungsprofil nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Basisseite (6) als geschlossene Standfläche ausgebildet ist.
 
7. Dichtungsprofil nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß am an die Basisseite (6) angrenzenden Bereich des Dichtungsprofils mehrere voneinander beabstandete Kanäle (14, 15, 16, 17) angeordnet sind, die als durch eine Wand (18) zur Basisseite (6) abgeschlossene Rillennuten ausgebildet sind, deren Hochpunkte auf einem gedachten parabelförmigen Bogen liegen, dessen Maximum im Bereich der Profilmitte liegt und der durch den Bereich der Ecken (19, 20) zwischen der Basisseite (6) und den Flankenseiten (8) verläuft.
 
8. Dichtungsprofil nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei Reihen von über die Breite des Dichtungsprofils verteilten Kanälen (11 - 17, 28, 29) vorgesehen sind, wobei im Bereich oberhalb und unterhalb des Querbalkens (10) jeweils mindestens eine Reihe von Kanälen vorgesehen ist.
 
9. Dichtungsprofil nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß in dem die Rückenseite (7) des Dichtungsprofils ausbildenden Steg (26) eine koextrudierte Einlage (21) aus einem wasserquellenden Material vorgesehen ist.
 
10. Dichtungsprofil nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtlippen (30, 31) aus einem weicheren Material als der Grundkörper (5) des Dichtungsprofils bestehen und mit diesem koextrudiert sind, wobei sie vorzugsweise eine Härte im Bereich zwischen 30 und 50 Shore A aufweisen.
 
11. Dichtungsprofil nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (5) eine Härte im Bereich zwischen 65 und 95 Shore A aufweist und vorzugsweise aus EPDM besteht.
 
12. Dichtungsprofil nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß Einlage (21) aus einer Elastomermischung mit einer Härte im Bereich zwischen 30 und 65 Shore A besteht.
 
13. Dichtungsprofil nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die gesamte Querschnittsfläche des Dichtungsprofils 85 bis 95%, vorzugsweise etwa 90%, der Querschnittsfläche der Aufnahmenut (1) beträgt.
 




Zeichnung







Recherchenbericht