(19)
(11) EP 1 303 407 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
13.08.2008  Patentblatt  2008/33

(21) Anmeldenummer: 01951577.4

(22) Anmeldetag:  12.06.2001
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B41F 23/04(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2001/006612
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2002/004212 (17.01.2002 Gazette  2002/03)

(54)

TROCKNEREINRICHTUNG INNERHALB EINER BOGENDRUCKMASCHINE

DRYING INSTALLATION WITHIN A SHEET-FED PRINTING PRESS

DISPOSITIF DE SECHAGE MONTE DANS UNE MACHINE D'IMPRESSION A FEUILLES


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR

(30) Priorität: 12.07.2000 DE 10033839

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
23.04.2003  Patentblatt  2003/17

(73) Patentinhaber: manroland AG
63075 Offenbach (DE)

(72) Erfinder:
  • IHME, Andreas
    63773 Goldbach (DE)

(74) Vertreter: Stahl, Dietmar 
manroland AG Intellectual Property (IPB) Postfach 10 12 64
63012 Offenbach am Main
63012 Offenbach am Main (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
WO-A-91/12095
DE-A- 19 525 453
DE-A- 3 708 925
US-A- 5 152 838
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Trocknereinrichtung innerhalb einer Bogendruckmaschine gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.

    [Stand der Technik]



    [0002] Innerhalb von Bogenoffsetdruckmaschinen werden die bedruckten Bogen über Zylinder und Trommeln durch die einzelnen Druckwerke und nach dem letzten Druckwerk durch ein oder mehrere Lackier- und sonstige Veredelungseinrichtungen gefördert. Über Kettensysteme erfolgt der Transport der Bogen von einer letzten Trommel zum Auslegerstapel.

    [0003] Um ein Abschmieren der frisch bedruckten Bogen beim Transport zwischen den Druckwerken, zwischen dem letzten Druckwerk und dem Ausleger bzw. den Lackiereinrichtungen zu vermeiden, sind an einer Vielzahl von Stellen Trocknereinrichtungen vorgesehen. Durch die Trocknereinrichtungen soll ein möglichst schnelles Abtrocknen / Wegschlagen der Farbe / des Lackes erzielt werden, so dass Berührungen der bedruckten Bogenseite mit Bogenführungsblechen oder sonstigen stehenden Teilen keine Beschädigungen an der Druckseite und somit Makulatur verursachen.

    [0004] Auf Lösungsmitteln basierende Druckfarben bzw. Lacke geben beim Trocknen Lösemitteldämpfe ab. Ein derartiger Trocknungsprozess kann durch IR-Strahler beschleunigt werden, da durch die eingetragene Wärme das Ausdünsten des Lösemittels - beschleunigt wird. Eine weitere Beschleunigung erfährt ein derartiger Trocknungsprozess, wenn zusätzlich eine Warmluftbeaufschlagung des Druckproduktes erfolgt, da so der durch den Wärmeeintrag aus dem Bedruckstoff heraustretende Lösemitteldampf abtransportiert wird. Letztlich wird bei derartigen Trocknungsprozessen auch die mit Lösungsmittel und Wasserdampf gesättigte Luft abgesaugt, was durch eine spezielle Absaugvorrichtung erfolgt.

    [0005] Aus der DE 195 25 453 A1 ist ein Trocknungsverfahren für schnelllaufende Materialbahnen bekannt, bei welchen neben den Trocknungseinrichtungen zusätzlich eine an eine Hochspannungsquelle geschaltete Elektrode vorgesehen ist. Durch den von der Elektrode in Richtung Bedruckstoff (schnelllaufende Materialbahn) bewegten Strom an elektrischen Ladungsträgern erfolgt eine Zerstörung der durch die bewegte Bahn mitgenommenen laminaren Grenzschicht. Diese vom Bedruckstoff (Materialbahn) mitgenommene laminare Grenzschicht hemmt den Stoffaustausch von Lösungsmittel bzw. Wasserdampf aus dem Bedruckstoff, d.h. der Stoffübergangskoeffizient wird verringert. Dieses Trocknungsprinzip mittels Hochspannungselektrode ist jedoch nur bei schnelllaufenden Materialbahnen anwendbar und in der bekannten Form bei Bogendruckmaschinen nicht anwendbar.

    [0006] Aus der WO 91/12095 ist eine Vorrichtung zur Reinigung von Bahnen bekannt. Die Vorrichtung weist eine Einrichtung zur Erzeugung einer Korona-Entladung auf. Diese Einrichtung enthält eine Elektrode, die einem Zylinder zugeordnet und mit diesem einen Spalt bildend angeordnet ist. Durch die in dem Spalt gebildete Korona-Entladung wird die zu reinigende Bahn beführt. Der Einrichtung sind Absaugmittel zugeordnet. Die an die Einrichtung zugeführte Spannung wechselt sinusförmig und regelmäßig das Vorzeichen.

    [0007] Aus der US 5,152,838 A ist eine Einrichtung zum Trocknen eines Beschichtungsmediums bekannt. Darin ist ein Korona-Entladungskopf vorgesehen, der in geringem Abstand zur Bahnoberfläche einer beschichteten Bahn aus isolierendem oder dielektrischem Material in deren Bahnweg und einer Beschichtungsanordnung nachgeordnet angebracht ist. Die Korona-Entladung wird zwischen der noch feuchten und damit elektrisch leitenden Beschichtung gegenüber der Beschichtungsanordnung erzeugt. Daher wird eine die Bahn in diesem Bereich führende Walze nicht als Gegenelektrode zu dem Korona-Entladungskopf benötigt und muss nicht geerdet zu werden.

    [Aufgabe der Erfindung]



    [0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Trocknereinrichtung gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 derartig zu erweitern, so dass unter Vermeidung der zuvorstehend genannten Nachteile eine Verbesserung der Trocknungswirkung erzielt wird.

    [0009] Gelöst wird diese Aufgabe durch die Merkmale von Anspruch 1.

    [Beispiele]



    [0010] Gemäß der Erfindung ist vorgesehen, dass der Trocknereinrichtung eine mit einer Hochspannungsquelle (HV) verbundene und diese in Abhängigkeit des Betriebes der Bogendruckmaschine und/oder der Länge der Bogen (B) mit Hochspannung beaufschlagende Elektrode (E) nebst Gegenelektrode zugeordnet ist. Bevorzugt ist dieser Einrichtung noch eine Absaugeinrichtung zugeordnet, vermittels der die durch Wärme und Luft aus dem Bedruckstoff nebst Farbe herausgelösten Dämpfe absaugbar sind.

    [0011] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist der Trocknungseinrichtung bevorzugt eine als IR-Strahler ausgebildete Einrichtung zugeordnet, so dass der Bedruckstoff nebst Farb- und/oder Lackschicht gezielt in einer das Lösungsmittel anregenden Wellenlänge beaufschlagbar ist.

    [0012] Gemäß dieser Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die bewegten Bogen mit IR-Strahlern auf einer Wellenlänge bestrahlt werden, auf der nur das Lösemittel erwärmt wird. Durch die in einem geringen Abstand zur Bogenoberfläche positionierten Elektrode, welche dem IR-Strahler in Bewegungsrichtung des Bogens nachgeordnet ist, wird durch Zerstörung laminarer Luftschichten oberhalb der Bogenoberfläche der Stoffübergangskoeffizient erhöht, was eine Verbesserung der Stoffabfuhr (Ausgasen) von Lösemittel bewirkt. Durch einen zusätzlich aufgebrachten vorgewärmten Luftstrom wird das Ausgasen von Lösemittel aus dem Bedruckstoff zusätzlich erleichtert und gleichzeitig die mit dem Lösemittel / Wasser angereicherte Luft abtransportiert. Letztlich erfolgt durch eine entsprechende Einrichtung eine Absaugung der mit Lösemittel / Wasser angereichten Luft aus dem Bereich der Trocknungseinrichtung und letztlich auch der Druckmaschine.

    [0013] Die erfindungsgemäß mit einer Elektrode nebst Gegenelektrode erweiterte Trocknungseinrichtung kann an einer Vielzahl von Stellen innerhalb der Bogenoffsetdruckmaschine eingesetzt werden. Vorgesehen ist, dass die Beaufschlagung der Elektrode mittels Hochspannung in Abhängigkeit der Druckgeschwindigkeit und/oder der Länge der Druckbogen (Format) erfolgt. Weiterhin ist zu gewährleisten, dass der Abstand der Elektrode zur Oberfläche des Bogens stets den erforderlichen Wert einnimmt. Dabei ist zu beachten, dass den Bogen haltende Einrichtungen, wie z.B. die Greiferfinger der den Bogen führenden Zylinder bzw. der Greifersysteme des Auslegers, nicht mit der Elektrode bzw. der Gegenelektrode in Kollision kommen. Hierbei kann vorgesehen sein, dass die Elektrode bzw. der Träger der Elektrode bzw. die der Elektrode zugeordnete Gegenelektrode beweglich aufgehängt ist und während des Passierens der Greifer bzw. der den Bogen haltenden Einrichtungen Ausweichbewegungen ausführen. Eine derartige bewegliche und in Abhängigkeit der Bogenbewegung gesteuerte Aufhängung der Elektrode bzw. der gesamten Trocknereinrichtung ist insbesondere dann vorzusehen, wenn die erfindungsgemäße Trocknereinrichtung im Ausleger der Druckmaschine (Bogenaufgang) der Schöndruckseite der Bogen zugeordnet sein soll. Die die Bogen haltenden Greifersysteme können die entsprechend nötigen Ausweichbewegungen der Elektrode über an vorgesehenen Orten angebrachte Sensoren steuern. Die Ausweichbewegung der Elektrode u./o. Gegenelektrode gegenüber den Greifersystemen ist nötig, da diese den Greifersystemen im Weg stehen.

    [0014] Durch eine bewegliche und in Abhängigkeit der Bogenbewegung gesteuerte Aufhängung des Trockners bzw. der Elektrode oder der zugeordneten Gegenelektrode gegenüber dem Bogenaufgang im Ausleger können im Aufgang des Auslegers ein oder mehrere erfindungsgemäße Trocknervorrichtungen vorgesehen sein. Dadurch ergibt sich eine Intensivierung der Trocknungswirkung im Auslegerbereich, so dass hohen Bauaufwand verursachende Verlängerungen innerhalb des Auslegers entbehrlich scheinen.

    [0015] Die erfindungsgemäße Elektrode zur Unterstützung des Trocknungsvorganges ist mit wenigstens einer den Bogen vorzugsweise mit warmer Luft beaufschlagenden Einrichtung versehen. Die durch diese Einrichtung bewirkte Luftströmung ist vorzugsweise dergestalt, dass ein Berühren des Bogens und insbesondere des Bogenendes mit der Elektrode bzw. der Elektrode zugeordneten Teilen nicht möglich ist.

    [0016] Die erfindungsgemäße Elektrode nebst Trocknereinrichtung kann an einer Vielzahl von Stellen innerhalb einer Bogenoffsetdruckmaschine angeordnet sein. So ist es möglich, diese vor dem ersten Offsetdruckwerk in der Bogenführung vorzusehen. Eine derartige Installation ist insbesondere dann bevorzugt, wenn den Druckwerken eine Grundierung in Form eines Flexodruckwerkes vorgeschaltet ist.

    [0017] Die erfindungsgemäße Trocknereinrichtung kann auch zwischen den Druckwerken innerhalb der Bogenführung, der Schöndruckseite der Bogen zugeordnet sein. Die Installation erfolgt hier direkt in den Bogenführungsblechen gegenüber dem Gegendruckzylinder. Die Elektroden können durch eine Unterbrechung der Blech-Bogenführung und Einsatz eines nichtleitenden Materials aus beispielsweise Kunststoff oder Keramik, in das die Elektrode eingebettet wird, installiert werden. Der Gegendruckzylinder dient als Gegenelektrode und muss dementsprechend elektrisch geschaltet werden (Erdung).

    [0018] Weiterhin ist die erfindungsgemäße Trocknereinrichtung einsetzbar zwischen den Druckwerken in der Bogenführung auf der Widerdruckseite. Bei Wende- und Widerdruckbetrieb können in den Gegendruckzylinder 180° versetzt zwei Kanäle eingefügt werden, in denen die Elektrode, von nichtleitendem Material umgeben, eingebettet wird. Die Gegenelektrode befindet sich dann in einer nichtleitenden Einbettung in der Bogenführung. Der Abstand Elektrode - Bogen kann hier, je nach Anwendungsfall, genau eingestellt werden.

    [0019] Weiterhin ist eine Installation zwischen den Lackwerken in der Bogenführung auf der Schöndruckseite möglich. Die Installation erfolgt in diesem Falle wie im Falle der Installation zwischen den Druckwerken.

    [0020] Ebenfalls ist es möglich, die erfindungsgemäße Trocknereinrichtung als feststehende Einrichtung in einer Auslegertrommel bzw. einer Bogenführungstrommel anzuordnen. Der über die Ausleger- bzw. Bogenführungstrommel geförderte Bogen wird dann mit der Ionenstrahlung der Elektrode beaufschlagt und, da die Elektrode feststeht und der Bogen sich bewegt, von diesem streifenförmig überstrichen.

    [0021] Wie bei einer Installation zwischen den Druckwerken, wobei die Bogen auf der Widerdruckseite zu trocknen sind, kann die erfindungsgemäße Trocknungseinrichtung auch zwischen zwei oder mehreren Lackwerken entsprechend erfolgen.

    [0022] Letztlich sind auch Installationen zwischen dem letzten Druckwerk und dem Ausleger sowie innerhalb des Auslegers bis zum Auslegerstapel möglich. Durch entsprechende Aufhängung der erfindungsgemäßen Trocknereinrichtung statisch bzw. entsprechend der Bogenbewegung beweglich können die Bogen sowohl auf der Schön- als auch auf der Widerdruckseite getrocknet werden.

    [0023] In einem Verlängerungsmodul, in welchem die Bogen über einen mit Greifern versehene Zylinder transportiert werden, kann der Schöndruckseite der Bogen eine oder mehrere erfindungsgemäß ausgebildete Trocknereinrichtungen zugeordnet sein. Diese sind bevorzugt in der Höhe zum Bedruckstoff (Abstand) einstellbar ausgebildet. In der Abnahmetrommel sowie dem danach folgenden Förderweg des Kettensystems können ebenfalls ein oder mehrere erfindungsgemäß ausgebildete Trocknereinrichtungen angeordnet sein. Wie bereits zuvorstehend erwähnt, muss eine auf die Schöndruckseite des Bogen einwirkende Trocknereinrichtung (Elektrode) wegen des Passierens der Greifersysteme entsprechend der Bogenbewegung gesteuert beweglich aufgehängt sein.

    [0024] Die der Elektrode zugeordnete Gegenelektrode kann der Druck- bzw. Gegendruckzylinder (deren metallische Oberfläche), ein Bogenführungsblech oder eine an einem Bogen führenden Zylinder angebrachte Metallfläche sein. Weiterhin ist es möglich, die Trocknereinrichtung einer Wendetrommel zuzuordnen. Die der stationären Elektrode zugeordnete Gegenelektrode ist dann bevorzugt durch die Oberfläche der Trommel gebildet.

    [0025] Des weiteren erfolgt die Erläuterung von Ausführungsbeispielen der Erfindung anhand der Zeichnungen. Es zeigt:
    Fig. 1
    eine Bogenoffsetdruckmaschine mit einem letzten Druckwerk, einem Verlängerungsmodul einem Lackwerk sowie einem Ausleger,
    Fig. 2
    die Komponenten einer erfindungsgemäßen Trocknungseinrichtung, wie diese an verschiedenen Stellen der Druckmaschine nach Fig. 1 angeordnet ist, und
    Fig. 3
    die Ansteuerung einer erfindungsgemäßen Trocknungseinrichtung.


    [0026] Fig. 1 zeigt das letzte Druckwerk einer Bogenoffsetdruckmaschine mit einem Gegendruckzylinder 2, einem Gummituchzylinder 3 sowie einem Plattenzylinder 4. Dem Gegendruckzylinder 2 ist eine die Bogen vom vorhergehenden Druckwerk transportierende Transfertrommel 1 vorgeordnet. Die über die Transfertrommel 1 geförderten Bogen werden über eine Bogenführung 11 von der Widerdruckseite her gestützt. Dem Gegendruckzylinder 2 des letzten Druckwerkes nachgeordnet ist ein Lackierwerk mit einem Gegendruckzylinder 2, einem Formzylinder 5, einer Auftragwalze 6 sowie ein mit der gerasterten Auftragwalze 6 zusammenwirkendes Kammerrakel 7. Die Bogen werden vom Gegendruckzylinder 2 des letzten Druckwerkes über eine Transfertrommel 1 mit zugeordneter Bogenführung 11 dem Gegendruckzylinder des Lackierwerkes zugeführt. Die im Lackierwerk am Gegendruckzylinder 2 befindlichen Bogen werden über eine weitere Transfertrommel 1 und eine Bogenführungstrommel 8 eines Verlängerungsmoduls der Abnahmetrommel 9 eines Auslegers zugeführt. Über Greifersysteme 10 werden die Bogen von der Abnahmetrommel 9 dem Auslegerstapel zugeführt.

    [0027] Den Transfertrommeln 1 sind die Bogen über die Widerdruckseite stützende Bogenführungen 11 zugeordnet. Weiterhin ist der Abnahmetrommel 9 eine Bogenführung 12 zugeordnet. Bei den Bogenführungen 11, 12 kann es sich um mit Saug- und/oder Blasluft beaufschlagbaren Bogenführungsblechen, Bogenführungsstäbe oder dergleichen handeln.

    [0028] Figur 2 zeigt die vorzugsweise bei der Erfindung vorzusehenden Komponenten der Trocknereinrichtung. Ein Bogen B bewegt sich in Richtung des Pfeiles. Die Trocknereinrichtung T besteht aus einem vorzugsweise als IR-Strahler ausgebildeten Strahler SL, in Bogenlaufrichtung diesem nachgeordnet einer den Bogen B mit diffuser Warmluft beaufschlagenden Blaseinrichtung TL, einer in Figur 2 nur prinzipiell dargestellten Elektrode E sowie einer dem vorgenannten Einrichtungen in Bogenlaufrichtung nachgeordneten Absaugeinrichtung S.

    [0029] Gemäß Figur 3 ist die Elektrode E mit einer Hochspannungsquelle HV verbunden. Diese ist ihrerseits mit einer Steuerung SHV verbunden, so dass die Zeitpunkte und die Höhe der Spannungsbeaufschlagung der Elektrode E gezielt durch die Steuerung SHV auslösbar sind. Die Steuerung SHV für die Elektrode E steht mit der Maschinensteuerung SM in Signalverbindung, was durch die Leitungen angedeutet ist. Die Maschinensteuerung SM weist ihrerseits einen Winkelgeber WG auf, der insbesondere an einer eintourig laufenden Welle befestigt ist. Durch die Signale des Winkelgebers sind über die Maschinensteuerung SM und die Steuerung der Hochspannungsquelle SHV die Zeitpunkte für die Spannungsbeaufschlagung der Elektrode E an einem vorgegebenen Einbauort ermittelbar. Insbesondere ist durch die Signale des Winkelgebers WG ermittelbar, wann ein Greifersystem im Förderweg 10 des Auslegers die Elektrode E passiert, demzufolge ein der Elektrode E zugeordnetes Stellglied die Elektrode E abzuheben hat. Weiterhin ist durch die Signale des Winkelgebers WG die Hochspannungsquelle HV so steuerbar, dass der Bogen B in Abhängigkeit der Druckgeschwindigkeit und seiner Länge mit dem geforderten und das Trocknungsverhalten positiv beeinflussenden Ionenstrom beaufschlagt wird. Auch der Abstand der Elektrode E zum Bogen bzw. der in Fig. 3 nicht dargestellten Gegenelektrode kann entsprechend vorgegebener Werte durch die Steuerung SHV erfolgen.

    [0030] Figur 1 zeigt bevorzugte Einbauorte der in Figur 2 prinzipiell dargestellten Trocknungseinrichtung. Nach Figur 1 können der Bogenführung 11 des letzten Druckwerkes, des Lackierwerkes sowie des Verlängerungsmoduls ein oder mehrere Trocknereinrichtungen T zugeordnet sein. Weiterhin ist es möglich, auch der Oberfläche des Gegendruckzylinders 2 des letzten Druckwerkes, dem Gummituchzylinder 3 nachgeordnet, eine Trocknungseinrichtung T zuzuordnen. Weiterhin kann der Oberfläche des bogenführenden Zylinders 8 im Lackmodul ebenfalls ein oder mehrere Trocknungseinrichtungen T zugeordnet sein. Wie dem Gegendruckzylinder 2 des letzten Druckwerkes können auch dem Gegendruckzylinder 2 des Lackierwerkes, dem Formzylinder 5 nachgeordnet, ein oder mehrere Trocknungseinrichtungen zugeordnet sein. Die den Gegendruckzylindern 2 bzw. Bogenführungszylindern 8 zugeordneten Trocknereinrichtungen T sind bevorzugt im Abstand zur Zylinderoberfläche einstellbar aufgehängt.

    [0031] Wie die in den Bogenführungen 11 angeordneten Trocknereinrichtungen T sind auch der Bogenführung 12 in der Abnahmetrommel 9 ein oder mehrere, auf die Widerdruckseite des Bogens einwirkende Trocknereinrichtungen T nach der Erfindung anordenbar. Letztlich können im Aufgang des Auslegersystems 10 auch ein oder mehrere Trocknungsvorrichtungen T angeordnet sein, wobei diese auf die Schöndruckseite des Bogens einwirken und dabei, um ein Passieren der die Bögen haltenden Greifersysteme zu ermöglichen, gesteuert aufgehängt sind. Bei den Transfertrommeln 1 kann es sich bei einer Bogenoffsetdruckmaschine für Schön- und Widerdruck auch um Wendetrommeln handeln.

    [Bezugszeichenliste]



    [0032] 
    1
    Transfertrommel
    2
    Gegendruckzylinder
    3
    Gummituchzylinder
    4
    Plattenzylinder
    5
    Formzylinder
    6
    Auftragwalze
    7
    Kammerrakel
    8
    Zylinder
    9
    Abnahmetrommel
    10
    Auslegersystem
    11
    Bogenführung (Transfertrommel 1)
    12
    Bogenführung (Abnahmetrommel 9)
    T
    Trocknereinrichtung
    S
    Absaugung
    E
    Elektrode
    TL
    Blasluft / Warmluft
    SL
    Strahler
    B
    Bogen
    HV
    Hochspannungsquelle
    SHV
    Steuerung Hochspannungsquelle
    MS
    Steuerung Druckmaschine
    WG
    Winkelgeber



    Ansprüche

    1. Trocknereinrichtung (T) innerhalb einer Druckmaschine, insbesondere Offsetdruckmaschine, mit Einrichtungen (TL, SL) zur Beaufschlagung eines bewegten Bedruckstoffes mittels Luft und/oder Wärme, der eine mit einer Hochspannungsquelle (HV) verbundene mit Hochspannung beaufschlagende Elektrode (E) nebst Gegenelektrode zugeordnet ist,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass die Einrichtungen (TL, SL) in einer Druckmaschine zum Bedrucken von Bogen (B) angeordnet sind, dass die Einrichtungen (TL, SL) und die Elektrode (E) nebst Gegenelektrode die Bogen (B) in Abhängigkeit des Betriebes der Druckmaschine und/oder der Länge der Bogen (B) mit Hochspannung beaufschlagend einem Bogen führenden Zylinder (8) oder einem Auslegersystem (10) gegenüber einem Bewegungsweg von die Bogen haltenden Greifereinrichtungen fest oder gesteuert bewegbar angeordnet sind, wobei die Elektrode (E) über eine der Hochspannungsquelle (HV) vorgeordnete Steuerung (SHV) durch die Signale eines Winkelgebers (WG) einer Maschinensteuerung (SM) der Bogendruckmaschine steuerbar ist.
     
    2. Trocknereinrichtung nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass die Trocknereinrichtung (T) eine die Bogen mit warmer Luft beaufschlagende Blasdüse (TL) aufweist.
     
    3. Trocknereinrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass die Trocknereinrichtung (T) eine den Bogen mit IR-Strahlung beaufschlagenden Strahler (SL) aufweist.
     
    4. Trocknereinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass die Trocknereinrichtung (T) eine Absaugeinrichtung (S) aufweist.
     
    5. Trocknereinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass die Trocknereinrichtung (T) im Bogenweg der Schöndruckseite der Bogen (B) zugeordnet ist.
     
    6. Trocknereinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass die Trocknereinrichtung (T) im Bogenweg der Widerdruckseite der Bogen (B) zugeordnet ist.
     
    7. Trocknereinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass die Elektrode (E) und/oder die Gegenelektrode im wesentlichen Senkrecht zur Bewegungsrichtung der Bogen (B) beweglich aufgehängt ist.
     
    8. Trocknereinrichtung nach Anspruch 7,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass die Elektrode (E) und/oder die Gegenelektrode über den Winkelgeber (WG) gesteuert bewegbar ist.
     


    Claims

    1. A dryer device (T) within a printing machine, more preferably offset printing machine, with facilities (TL, SL) for supplying a moving print material with air and/or heat which is associated with an electrode (E) plus opposite electrode connected with a high voltage source (HV) and supplying high voltage,
    characterized in that
    the facilities (TL, SL) are arranged in a printing machine for the printing of sheets (B), that the facilities (TL, SL) and the electrode (E) plus opposite electrode supplying the sheets (B) with high voltage as a function of the operation of the printing machine and/or the length of the sheets (B) are arranged in a fixed manner or moveable subject to control opposite a cylinder (8) carrying sheets or a delivery system (10) opposite a movement path of gripper facilities holding the sheets, wherein the electrode (E) via a control (SHV) arranged upstream of the high voltage source (HV) is controllable through the signals of an angle sensor (WG) of a machine control (SM) of the sheet-fed printing machine.
     
    2. The dryer device according to Claim 1,
    characterized in that
    the dryer device (T) comprises a blowing nozzle (TL) supplying the sheets with warm air.
     
    3. The dryer device according to Claim 1 or 2,
    characterized in that
    the dryer device (T) comprises a radiator (SL) supplying the sheet with IR radiation.
     
    4. The dryer device according to any one of the preceding claims,
    characterized in that
    the dryer device (T) comprises an extraction device (S).
     
    5. The dryer device according to any one of the preceding claims,
    characterized in that
    the dryer device (T) in the sheet path is associated with the first printing side of the sheets (B).
     
    6. The dryer device according to any one of the preceding claims,
    characterized in that
    the dryer device (T) in the sheet path is associated with the backup side of the sheets (B).
     
    7. The dryer device according to any one of the preceding claims,
    characterized in that
    the electrode (E) and/or the opposite electrode is substantially moveably suspended vertically to the movement direction of the sheets (B).
     
    8. The dryer device according to Claim 7,
    characterized in that
    the electrode (E) and/or the opposite electrode can be moved in a controlled manner via the angle sensor (WG).
     


    Revendications

    1. Dispositif séchoir (T) au sein d'une machine à imprimer, notamment d'une machine à imprimer offset, avec des dispositifs (TL, SL) pour soumettre un support à imprimer en mouvement à de l'air et/ou à de la chaleur, auquel est associée une électrode (E) reliée à une source haute tension (HV), soumettant à une haute tension, ainsi qu'une contre-électrode
    caractérisé en ce que,
    les dispositifs (TL, SL) sont disposés dans une machine d'impression pour imprimer des feuilles (B), en ce qu'en appliquant une haute tension sur les feuilles en fonction du fonctionnement de la machine à imprimer et/ou de la longueur de la feuille (B), les dispositifs (TL, SL) et l'électrode (E) ainsi que la contre-électrode (B) sont disposés de façon fixe ou mobile commandée par rapport à une trajectoire de déplacement de dispositifs preneurs maintenant les feuilles sur un cylindre (8) guidant les feuilles ou sur un système de cantilever (10), l'électrode (E) étant susceptible d'être commandée par l'intermédiaire d'une commande (SHV) située en amont d'une source haute tension (HV) par les signaux d'un capteur angulaire (WG) d'une commande de machine (SM) de la machine d'impression de feuilles.
     
    2. Procédé selon la revendication 1,
    caractérisé en ce que,
    le dispositif séchoir (T) comporte une buse soufflante (TL) soumettant les feuilles à de l'air chaud.
     
    3. Dispositif séchoir selon la revendication 1 ou 2,
    caractérisé en ce que,
    le dispositif séchoir (T) comporte un émetteur (SL) soumettant la feuille à des rayons IR.
     
    4. Dispositif séchoir selon l'une quelconque des revendications précédentes,
    caractérisé en ce que,
    le dispositif séchoir (T) comporte un dispositif d'aspiration (S).
     
    5. Dispositif séchoir selon l'une quelconque des revendications précédentes,
    caractérisé en ce que,
    le dispositif séchoir (T) est associé aux feuilles (B) dans la trajectoire des feuilles sur le côté d'impression recto.
     
    6. Dispositif séchoir selon l'une quelconque des revendications précédentes,
    caractérisé en ce que,
    le dispositif séchoir (T) est associé aux feuilles (B) dans la trajectoire des feuilles sur le côté d'impression verso.
     
    7. Dispositif séchoir selon l'une quelconque des revendications précédentes,
    caractérisé en ce que,
    l'électrode (E) et/ou la contre-électrode sont accrochées en étant mobiles sensiblement à la perpendiculaire du sens de déplacement des feuilles (B).
     
    8. Procédé selon la revendication 7,
    caractérisé en ce que,
    l'électrode (E) et/ou la contre-électrode est mobile de façon commandée par l'intermédiaire du capteur angulaire (WG).
     




    Zeichnung














    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente