[0001] Offenbart werden neue biologisch aktive Verbindungen, Verfahren zu ihrer Herstellung
und ihre Verwendung. Aus Antibiotika und Chemotherapeutika werden bei einer mit den
Enzymen Laccase katalysierten Biotransformation Kopplungsprodukte erhältlich, die
entweder eine verbesserte antimikrobielle Wirksamkeit oder verbesserte Anwendungseigenschaften
aufweisen.
Stand der Technik
[0002] Antibiotika bilden eine hinsichtlich ihrer Struktur und biologischen Wirkung heterologe
Gruppe von Verbindungen, die zu den In der Human- und Veterinärmedizin sowie im Pflanzenschutz
am meisten angewandten Therapeutika zählen. Zu den Antibiotika gehören von Mikroorganismen
gebildete Stoffe sowie daraus gebildete Derivate, die bei intrasomatischer Anwendung
Infektionskrankheiten bekämpfen können. Neben den antibakteriellen Antibiotika wurden
Antibiotika mit antifungalen, antiviralen trypanoziden sowie mit kanzerostatischen
Eigenschaften entdeckt. Durch die Anwendung von auf fermentativem Wege hergestellten
Antibiotika In der Krebschemotherapie wurde die ursprüngliche Definition ebenso erweitert
wie durch die Anwendung In der
Tieraufzucht als Ergotropika und im Pflanzenschutz als Herbizide, Insektizide, Pestizide,
Akarizide, Nematozide, Molluskizide (U.Gräfe: Biochemie der Antibiotika, Spektrum
Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin, New York, 1992). Die Auffindung neuer zellulärer Wirkorte für Antibiotika und ähnliche bioaktive
Wirkstoffe ist bis heute noch nicht abgeschlossen und führt zu neuen Anwendungsmöglichkeiten
In der Human- und Veterinärmedizin sowie beispielsweise im Pflanzenschutz.
[0003] Die extensive partialsynthetische Abwandlung von natürlich vorkommenden Antibiotika
und die chemische Totalsynthese haben schließlich zu Heilmitteln geführt, die das
originäre Potential von Naturstoffen erheblich übertreffen. Schließlich wurden auch
Totalsynthetika ohne Bezug auf mikrobielle Produkte aufgefunden, die hinsichtlich
ihrer Wirkung auf Mikroorganismen und ihres Wirkungsmechanismus den klassischen Antibiotika
gleichzusetzen sind (
U.Gräfe: Biochemie der Antibiotika, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin,
New York, 1992).
[0004] Im folgenden wird der Begriff Antibiotika in diesem umfassenden Sinne für biologisch
aktive Wirkstoffe mit selektiven Wirkungen an unterschiedlichen Wirkorten von pathogenen
Mikroorganismen (Bakterien, Pilze Viren) und phylogenetisch höherstehenden Organismen
(z.B. Rickettsien, Trypanosomen, Tumorzellen oder Parasiten) gebraucht.
[0005] Antibiotika mit unterschiedlichen biologischen Aktivitäten für verschiedene Anwendungsgebiete
werden ständig durch chemische Reaktionen modifiziert, um sie neuen Aufgabenstellungen
anzupassen. Keine andere Gruppe von Antibiotika hat eine so umfangreiche halbsynthetische
Modifikation erfahren wie die der β-Laktam-Antibiotika. Die Entdeckung der 6-Aminopenicillansäure
als Grundkörper der Penicilline und der 7-Aminocephalosporansäure als Grundkörper
der Chephalosporine leitete eine neue Etappe der Modifikation mit der Zielrichtung
wirkungsoptimierter Derivate ein, die bis heute nicht abgeschlossen ist.
[0006] Die Vorteile der ursprünglich entdeckten Penicilline und Cephalosporine wie sehr
geringe Toxizität und hohe bakterizide Wirkung, wurden durch ständige chemische Modifikation
den steigenden Anforderungen angepasst.
US-A-5,695,951 und
US-A5,939,299 offenbaren Methoden, das Chephalosporin-Derivat Cephalexin mittels einer Haloperoxidase
zu chlorieren. Eine Methode zur enzymatischen Einführung von Halogenen unter Nutzung
von Haloperoxidasen wird In
WO-A-00/15771 beschrieben.
[0007] Diese chemischen und biochemischen Modifikationen der β-Laktamantibiotika konnte
jedoch mit der Resistenzentwicklung der pathogenen Mikroorganismen nicht Schritt halten,
so dass heute zahlreiche Keime, Insbesondere mehrfachresiste Staphylokokken, nicht
mehr mit den zur Zeit verfügbaren β-Laktamantibiotika therapiert werden können.
[0008] Laccasen (E.C. 1.10.3.2) sind Enzyme, die die Oxidation eines Substrates katalysieren.
Sie werden aus Mikroben, Pflanzen und Tieren gewonnen. In der Natur spielen Laccasen
und Peroxidasen z.B. beim biologischen Abbau von Lignin eine wichtige Rolle, deshalb
können sie u.a. aus Weißfäulepilzen isoliert werden. Solche ligninolytischen Enzyme
sind fähig, verschiedene Umweltschadstoffe oxidativ umzusetzen (
Jonas, U, Hammer, E, Schauer F., Bollag, J.-M.: Biodegradation 1998; 8: 321-328;
Bollag, J.-M., Shuttleworth, K.L., Anderson, D.H.: Appl Environ Microbiol 1988; 54:
3086-3091;
Bumpus, J.A., Aust, S.D.: Bioessays 1986; 6: 166-170;
Bumpus, J.A., Tien, M., Wright, D.A.: Science 1985; 228: 143-147).
[0009] DE-A-197 26 241 offenbart ein erweitertes Multikomponentensystem zur Abwasserbehandlung, das u.a.
auch aus Weißfäulepilzen gewonnene Oxidoreductasen enthalten kann. Unter anderem kann
auch Laccase In einer Konzentration von 0,001 bis 1 U/ml zur Abwasserbehandlung eingesetzt
werden. Das für die Abwasserbehandlung entwickelte Multikomponentensystem kann auch
für organische Synthesen z.B. zur Oxidation von ungesättigten Aliphaten oder zur Oxidation
von Alkoholen zu Aldehyden eingesetzt werden. Als vorteilhaft hat sich nach
DE-A-24 02 452 herausgestellt, durch Laccase vermittelte Oxidationen In einem zweiphasigen System
aus Wasser und einem organischen Lösungsmittel vorzunehmen.
[0010] US-A-5,389,356 und
US-A-5,468,628 beschreiben Methoden der selektiven Oxidation oder Reduktion, bei der eine Peroxidase
als ein freie Radikale generierender Katalysator dient. Diese Methode ist z.B. geeignet,
um Tetrachlorkohlenstoff abzubauen.
[0011] Es ist weiterhin bekannt, Phenole mittels Laccase oder Peroxidase zu oxidieren, wobei
die Reaktionslösungen antimikrobiell wirksam sind und in industriellen Prozessen zur
Keimbekämpfung eingesetzt werden können. Eine spezielle Anwendung der schonenden Oxidation
mit Hilfe von Tyrosinasen und Laccasen wird in
US-A-6,015,683 beschrieben. Dabei wird mit Hilfe der Laccase intermediär ein farbgebendes Reagenz
hergestellt, das den spektrophotometrischen Nachweis von Acetaminophen In wässrigen
Lösungen ermöglicht.
[0012] Auf der Oxidationskraft beruht auch die bekannte antimikrobielle Wirkung der Laccasen
In Gegenwart von Sauerstoff. Ebenfalls auf einer Oxidation beruht die Bildung von
antimikrobiell wirksamen Phenoxazinon-Derivaten unter dem Einfluß von Laccase. Laccase
und Manganperoxidase werden bereits für die verschiedensten Zwecke wirtschaftlich
genutzt. Sie bleichen ligninenthaltendes Material und werden deshalb in der Papierindustrie
eingesetzt. Aus
WO-A-95/01426 ist bekannt, dass organisch-chemische Verbindungen, die aus wenigstens zwei aromatischen
Ringen bestehen, die Aktivität der Laccase verstärken können. Diese Verstärkung wurde
ausgenutzt, um Farbstoffe in Lösungen oder Lignin und ligninenthaltende Materialien
zu bleichen.
[0013] In
US-A-4,478,683 wird beschrieben, das Wachstum von Mikroorganismen bei der industriellen Abwasseraufbereitung
durch Zusatz von Laccasen und Peroxidasen zu verhindern.
[0014] Laccase und Manganperoxidase wurden in wenigen Fällen eingesetzt, um eine Kopplung
verschiedener biologischer Verbindungen vorzunehmen. Da dabei vorzugsweise mit einem
Angriff auf für die Wirksamkeit essentielle funktionelle Gruppen gerechnet werden
muss, ist in der Regel eine Verschlechterung der Wirksamkeit zu erwarten. Wahrscheinlich
aus diesem Grund beschränken sich Versuche zum Einsatz von Manganperoxidase und Laccase
zur Derivatisierung von Antibiotika auf wenige Beispiele. Bei den bisher realisierten
Beispielen wurde das angestrebte Ziel einer Verstärkung der antimikrobiellen Wirkung
nicht erreicht. Zum Beispiel wurde Laccase benutzt, um Antibiotika der Aureolsäuregruppe
mit Hydrochinonen zu verbinden (
Anyanwutaku, I.O., Petrowski, R.J., Rosazza, I.P.: Bioorg. Med. Chem. 1994; 2: 543-551). Die biologische Aktivität der Ausgangsstoffe ging dabei verloren.
Agematu et al. (Biosci. Biotechnol. Biochem. 57 (8), 1387-1388 (1993) beschreiben die Transformation von 7-(4-hydroxyphenylacetamido)-cephalosporinsäure
durch eine Laccase katalysierte phenolische Oxidation. Auch hier war das Reaktionsprodukt
weniger wirksam als das ursprüngliche Cephalosporin. Uemtsu et al. (Jpn. Kokai Tokkyo
JP 05,163,281) setzen Oxidasen zur Oxidation der Cephalosporine ein.
[0015] Aus Penicillinmethylester werden unter dem Einfluss von Laccase unter bestimmten
Bedingungen 3 verschiedene Typen von Dimeren erhalten, die alle biologisch Inaktiv
sind (
Agematu, H., Tsuchida, T., Kominato, K., Shibamoto, N., Yoshioka, T., Nishida, H.,
Okamoto, R., Shin, T., Murano, S.: J. Antibiot. Tokyo. 1993; 46: 141-148). Die enzymatische Synthese von Dimeren des Phenols und von Penicillin wird von Agemato
(
Baiosainsu to Indasutori 1996, 54, 715-718) zusammengefasst.
[0016] Bisher zur Modifikation von Antibiotika eingesetzte Enzyme wie Haloperoxidase besitzen
ein eingeschränktes Substratspektrum. Die von Haloperoxidasen vermittelte Chlorierung
ist nur in speziellen Fällen einsetzbar.
[0017] Wenn Mikroorganismen der Dauereinwirkung subletaler Antibiotika-Konzentration ausgesetzt
sind, entwickeln sie als Teil ihres genetisch programmierten Anpassungsmechanismus
an wechselnde Umweltbedingungen Antibiotika-resistenzen, d.h. sie werden durch die
ursprüngliche minimale Hemmkonzentration des betreffenden Wirkstoffes nicht mehr inhibiert.
Da die Einwirkung subletaler Dosen niemals vollständig zu vermeiden ist, entwickelt
sich gegen jeden neuen antibiotischen Wirkstoff seitens pathogener Mikroorganismen
eine Resistenz. Unter dem Einfluss von Peroxidasen oder Laccasen gebildete Wirkstoffe
mit Wirksamkeit gegen resistent gewordene Keime wurden bisher nicht beschrieben.
[0018] Durch die zunehmende Reslstenzproblematik besteht nach wie vor ein großer Bedarf
an Antibiotika, der durch die dem Stand der Technik entsprechenden Wirkstoffe nicht
gedeckt wird.
[0019] Das gilt Insbesondere für den Einsatz von Antibiotika bei klinisch schwer beherrschbaren
Infektionskrankheiten. Bei Infektionen mit grampositive Keimen sind z.Z. nur noch
Glykopeptid-Antibiotika ausreichend wirksam. Grampositive Erreger wie Staphylokokken
und Enterokokken entwickeln in zunehmendem Maße eine Mehrfachresistenz. Aber auch
durch gramnegative Erreger verursachte Infektionskrankheiten werden in Zukunft klinisch
nicht mehr sicher beherrscht werden können. Ebenso werden In der Veterinärmedizin
Infektionskrankheiten von Nutztieren mit multiresistenten Staphylokokken immer bedrohlicher.
Durch eine mögliche Übertragung resistent gewordener Keime auf den Menschen droht
eine zusätzliche Gefahr.
[0020] Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe bestand darin, biologisch aktive Wirkstoffe
mittels Biotransformation weiterzuentwickeln und als Kopplungsprodukte mit anderen
antimikrobiellen Wirkstoffen für eine arzneiliche Verwendung nutzbar zu machen. Der
Erfindung liegt insbesondere die Aufgabe zugrunde, den durch die zunehmende Resistenzentwicklung
von Bakterien gegenüber herkömmlichen Antibiotika bestehenden Handlungsbedarf, insbesondere
bei der Therapie von Infektionskrankheiten, in der Human- und Veterinärmedizin, durch
Entwicklung eines Biotransformationsverfahrens, mit dem bisher unbekannte Wirkstoffe
aus bekannten antimikrobiellen Wirkstoffen gewonnen werden können, zu decken.
[0021] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren gemäß den Ansprüchen gelöst.
[0022] Vorzugsweise sind die Substrate β-Lactam-Antibiotika.
[0023] Erfindungsgemäß können aus diesen antimikrobiellen Wirkstoffen durch Umsetzung nach
einem Verfahren gemäß Anspruch 1 bis 5 Verbindungen erhalten werden, die dadurch gekennzeichnet
sind, dass eine bei den Ausgangsstoffen nicht nachweisbare Wirksamkeit, vorzugsweise
gegen multiresistente Keime erreicht wird. Die durch Umsetzung nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren erhältlichen Verbindungen können ferner dadurch gekennzeichnet sein; dass
die Ausbildung von Resistenzen durch kovalente Verknüpfung von Molekülen mit unterschiedlichem
Wirkungsmechanismus und unterschiedlichen molekularen Angriffsorten erschwert wird.
Es ist aber auch erfindungsgemäß, durch Einführung zusätzlicher hydrophiler und/oder
hydrophober Komponenten eine Verbesserung der Anwendungseigenschaften zu erreichen,
ohne das Wirkungsspektrum zu verändern.
[0025] Wird das erfindungsgemäße Verfahren in einer wässrigen Lösung durchgeführt, weist
diese vorzugsweise einen pH Wert von pH 2-8, vorzugsweise bei pH 3-5, sowie Temperaturen
zwischen 5°C und 60°C auf.
[0026] Als polyfunktionelle Synthone kommen in Frage: C1-C18 -Alkyl-; C1-C18 -Alkenyl-;
C1-C18 -Alkynyl-; C1-C18 -Alkoxy-; C1-C18 -Oxycarbonyl-; C1-C18 -Oxoalkyl-; C1-C18
-Alkylsulfanyl-; C1-C18 - Alkylsulfonyl-; C1-C18 -Alkylimino- oder Alkylamino-Synthone.
Bevorzugt sind erfindungsgemäß die aromatischen Moleküle im folgenden: mono-, di-
oder polycyclische aromatische Synthone, jeweils optional mit einer oder mehreren
funktionellen Gruppen oder Substituenten aus der Gruppe der Halogene; Sulfo-; Sulfon-;
Sulfamino; Sulfanyl-; Amino-; Amido-; Nitro-; Azo-; Imino-; Carboxy-; Cyano-; Formyl-;
Hydroxy-; Halocarbonyl-; Carbamyl-; Carbamidoyl-; Phosphon-; Phosphonyl-; C1-18 -Alkyl-;
C1-18 -Alkenyl- ; C1-18 -Alkinyl-; C1-18 -Alkoxy-; C1-18 -Oxycarbonyl-; C1-18 -Oxoalkyl-;
C1-18 -Alkylsulfanyl-; C1-18 -Alkylsulfonyl-; C1-18 -Alkylimino- oder Alkylamino-Substituenten
ausgestattet. Beispiele für solche Verbindungen sind ohne andere auszuschließen ,
Aminophenole, Phenole, sowie 2,5-dihydroxylierte Benzoesäurederivate. Weiterhin kommen
ohne andere auszuschließen folgende Verbindungen in Betracht: 3,4-Diethoxyanilin,
2-Methoxy-p-phenylendiamin, 1-Amino-4-betamethoxyethyl-aminobenzen, (N-.beta.-Methoxyethyl-p-phenylendiamin),
1-Amino-4-bis-(.beta.-hydroxy-ethyl)-aminobenzen, 2-Methyl-1,3-dlaminobenzen (2,6-Diaminotoluen),
2,4-Diaminotoluen, 1-Amino-4-sulfonsäurebenzen, 1-N-Methylsulfonsäure-4-aminobenzen,
1-Methyl-2-hydroxy-4-amino-benzen (3-Amino-o-cresol), 1-Methoxy-2,4-diaminobenzene
(2,4-Diaminoanisole), 1-Ethoxy-2,3-diamino-benzene (2,4-Diaminophenetole), 1-beta-Hydroxyethyloxy-2,4-diamino-benzen
(2,4-Diaminophenoxyethanol), 1,3-Dihydroxy-2-methylbenzene (2-Methylresorcinol), 1,2,4-Trihydroxybenzen,
1,2,4-Trihydroxy-5-methylbenzen (2,4,5-Trihydroxytoluen), 2,3,5-Trihydroxytoluen,
, 1,4-Phenylenediamin, 2,5-Diaminotoluen, 2-Chloro-1,4-phenylenediamin, 2-Aminophenol,
3-Aminophenol, 4-Aminophenol, 1,3-Phenylenediamin, , 1,2,3-Benzentriol (Pyrogallol),
1,3-Benzendiol (Resorcinol), 1,2-Benzendiol (Pyrocatechol), 2-Hydroxyzimtsäure, 3-Hydroxyzimtsäure,
4-Hydroxyzimtsäure, 2,3-Diaminobenzoesäure, 2,4-Diaminobenzoesäure, 3,4-Diaminobenzoesäure,
3,5-Diaminobenzoesäure, Methyl-2,3-diaminobenzoat, Ethyl-2,3-diaminobenzoat, Isopropyl-2,3-diaminobenzoat,
Methyl-2,4-diaminobenzoat, Ethyl-2,4-diaminobenzoat, Isopropyl-2,4-diaminobenzoat,
Methyl-3,4-diaminobenzoat, Ethyl-3,4-diaminobenzoat, Isopropyl-3,4-diaminobenzoat,
Methyl-3,5-diaminobenzoat, Ethyl-3,5-diaminobenzoat, Isopropyl-3,5-diaminobenzoat,
N,N-Dlethyl-3,4-diaminobenzoesäureamid, N,N-Dipropyl-3,4-diaminobenzoesäureamid, 3,4-Dihydroxybenzaldehyd,
Anthranilsäure, 4-Aminobenzoesäure, Ethylhydrochinon, Mandelsäure, o-Nitrobenzaldehyd,
Benzylimidazol, Salicylsäure, 3-Aminosalicylsäure, 4-Aminosalicylsäure, 5-Aminosalicylsäure,
Methyl-3-aminosalicylat, Methyl-4-aminosalicylat, Methyl-5-amlnosalicylat, Ethyl-3-aminosalicylat,
Ethyl-4-aminosalicylat, Ethyl-5-aminosalicylat, Propyl-3-aminosalicylat, Propyl-4-aminosalicylat,
Propyl-5-aminosalicylat, Salicylsäureamid, 4-Aminothiophenol, 4-Hydroxythiophenol,
N,N-Dimethyl-1,4-phenylendiamin, N,N-Diethyl-1,4-phenylendiamin, N-Phenyl-1,2-phenylendiamin,
1,2-Phenylendiamin, 2-Nitroanilin, 3-Nitroanilin, 2-Chloranilin, 3-Chloranilin, 4-Chloranilin,
4-Aminoacetanilid.
[0027] Im erfindungsgemäßen Verfahren kann durch Einsatz rekombinanter Laccasen eine Veränderung
des pH-Optimums erreicht wird.
[0028] Die Kopplungsreaktion kann erfindungsgemäß ggf. in Gegenwart mindestens eines Mediators
aus der Gruppe der Hydroxylamine und/oder Hydroxamsäuren und ggf. eines Mediators
aus der Gruppe der Amide stattfinden.
[0029] Gegebenenfalls können die Reaktionsprodukte nach Beendigung der Reaktion stabilisiert
werden.
[0030] Offenbart werden auch Verbindungen, die aus Wirkstoffen verschiedener Stoffklassen
durch eine Biotransformation gemäß der Erfindung erhältlich sind.
[0031] Die Offenbarten biologisch aktiven Verbindungen können in der Human- und Veterinärmedizin
sowie im Pflanzenschutz als alleiniger Wirkstoff oder in Form von Kombinationspräparaten
Verwendung finden.
[0032] Die Verwendung der Offenbarten biologisch aktiven Verbindungen können insbesondere
bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten, vorzugsweise als Mittel mit antimikrobieller
und antiviraler Wirkung zur lokalen und/oder systemischen Anwendung, bei Infektionskrankheiten
mit multiresistenten grampositiven oder gramnegativen Keimen, als Antimykotikum zur
lokalen und/oder systemischen Anwendung sowie als Zytostatikum in der Human- und Veterinärmedizin
eingesetzt werden.
[0033] Offenbarten sind sind auch Arzneimittel enthaltend eine oder mehrere der Offenbarten
Verbindungen.
[0034] Die nach der Blotransformation erhaltenen Verbindungen können allein sowie in Kombination
untereinander eingesetzt werden.
[0035] Durch Einführung zusätzlicher hydrophiler und/oder hydrophober Komponenten kann erfindungsgemäß
eine Verbesserung der Anwendungseigenschaften der Ausgangsverbindungen erreicht werden.
Die Offenbarten Verbindungen können insbesondere als grenzflächenaktive Stoffe eingesetzt
werden.
[0036] Die Offenbarten Verbindungen, die aus antimikrobiellen Wirkstoffen durch Umsetzung
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhältlich sind, zeigen vorteilhafterweise eine
bei den Ausgangsstoffen nicht nachweisbare Wirksamkeit, vorzugsweise gegen multiresistente
Keime.
[0037] Die Offenbarten Verbindungen, die aus antimikrobiellen Wirkstoffen durch Umsetzung
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhältlich sind, erschweren die Ausbildung von
Resistenzen durch die durch Einwirkung von radikalbildenden Enzymen erreichte kovalente
Verknüpfung von Molekülen mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus und unterschiedlichen
molekularen Angriffsorten.
[0038] Aufbauend auf einer durch Laccasen sowie durch Laccase ähnliche radikalbildende Enzyme
katalysierten Kopplungsreaktion wird erfindungsgemäß ein allgemein anwendbares Verfahren
der Biotransformation zugänglich, mit dem verschiedene biologisch aktive Wirkstoffe,
die als funktionelle Gruppe Amino- oder Hydroxylgruppen enthalten, so miteinander
verbunden werden können, dass eine Verbesserung der biologischen Aktivität und/oder
eine Verbesserung der Anwendungseigenschaften erreicht wird. Wesentliche kennzeichnende
Schritte zur Herstellung der neuen Verbindungen sind enzymatisch katalysierte Ein-Elektronen-Oxidationen,
eine enzymatisch katalysierte Bildung des Superoxidradikals oder eine enzymatisch
katalysierte Bildung des Arylradikals.
[0039] Überraschend wurde gefunden, dass durch diese enzymatisch katalysierten Umsetzungen
Wirkstoffe mit einer biologischen Aktivität erhältlich werden, die den Ausgangsstoffen
deutlich überlegen ist. Für diese enzymatisch katalysierten Reaktionsschritte Ist
erfindungsgemäß die Anwesenheit von insbesondere Laccase erforderlich. In diesem Zusammenhang
werden unter Laccasen insbesondere die unter der Klassifikation EC 1. 10.3.2. zusammengefassten
Enzyme verstanden. Die Laccasen werden vorzugsweise aus Pilzen der Gattungen Pycnoporus,
Trametes, Coriolus, Collybia, Fomes, Lentinus, Pleurotus, Rhizoctonia, Aspergillus,
Neurospora, Podospora, Phlebia oder Myceliophthora oder auf biotechnologischem Weg
gewonnen.
[0040] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren können Wirkstoffe aus verschiedenen chemischen
Stoffklassen miteinander verbunden werden. Vorteilhafterweise weisen die Wirkstoffe,
die miteinander verbunden werden sollen, biologische Wirkungen mit verschiedenen Angriffspunkten
auf. Es ist jedoch auch möglich, mit dem erfindungsgemäßen Verfahren einen biologisch
aktiven Wirkstoff mit einer Substanz ohne antimikrobielle Eigenwirkung zu verbinden,
um die Anwendungseigenschaften, z.B. das Verteilungsverhalten, zu verbessern. Durch
die erfindungsgemäße Einwirkung von Laccase auf antimikrobiell wirksame Ausgangsstoffe
werden neue biologisch aktive Verbindungen erhalten, die verbesserte Anwendungseigenschaften
aufweisen. Es war völlig überraschend, dass sich Insbesondere β-Laktamantibiotika
wie Penicilline, Cephalosporine und Carbapeneme mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
unter Erhalt der antimikrobiellen Wirksamkeit umsetzen lassen. Besonders vorteilhaft
ist es, β-Laktam-durch eine laccasekatalysierte Reaktion mit chinoiden und hydrochinoiden
Wirkstoffen zu verbinden. Die durch die erfindungsgemäße Biotransformation erhältlichen
neuen Wirkstoffe zeigen eine antimikrobielle Wirksamkeit selbst gegen multiresistente
Keime. Damit werden die Voraussetzungen für eine Anwendung der neuen Wirkstoffe In
der Human- und Veterinärmedizin zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten geschaffen.
Die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erhältlichen neuen Wirkstoffe können sowohl
lokal als auch systemisch, allein sowie in Form von Kombinationspräparaten eingesetzt
werden.
Beispiel 1
[0041] Herstellung neuer antimikrobieller Wirkstoffe durch Kopplung von 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid
mit 6-Aminopenicillansäure mittels
Biotransformation
Methodik:
1.1. Herstellung der Enzymlösung
Kultivierung der filamentösen Pilze
[0042] Die Kultivierung der filamentösen Pilze erfolgte zuerst auf Schrägagar (Malzagar)
bei 30°C 7 d und dann 7 d auf Malzagarplatten bei 30°C. Drei ca. 1 cm
2 große, gut bewachsene Malzagarstücke wurden anschließend aus einer Agarplattenkultur
mit einem sterilen Spatel ausgeschnitten und in 300-ml-Erlenmeyer-Kolben mit 60 ml
BSM übertragen. Diese Vorkultur wurde bei 30°C über 7 Tage als Standkultur inkubiert.
[0043] Das bei den Glucosevorkulturen der filamentösen Pilze gebildete Myzel wurde mit Hilfe
eines Ultraturraxgerätes bei 17000 U/min dreimal 10 s homogenisiert. 2,5 ml des Homogenisats
wurden für die Experimente In 100-ml-ErlenmeyerKolben mit 25 ml BSM überimpft. Kolben
und Medium wurden getrennt voneinander sterilisiert, um Medienverluste bei der Hitzesterilisation
im Autoklaven zu vermeiden. Vor der Beimpfung wurde das Medium in die Kolben gefüllt.
Diese Ansätze wurden mit einer 0,05 %igen sterilfiltrierten Tween 80-Lösung supplementiert.
Die Kolben wurden In einem Schüttelinkubator bei 158 U/min und 30°C kultiviert.
Anionenaustauscherchromatographie
[0044] Zur verstärkten Ausscheidung der ligninolytischen Enzyme In Kulturen von T.
versicolor und
Pycnoporus cinnabarinus wurde Veratrylalkohol eingesetzt. Da diese Verbindung und ihre Metaboliten bei späteren
Inkubationsexperimenten mit Kulturfiltrat störend wirken, erfolgte ihre Abtrennung
mit Q-Sepharose. Dazu wurde 1 ml der Anionenaustauschermatrix mit 100 ml Histidinpuffer
dreimal equilibriert. Anschließend wurde die equilibrierte Q-Sepharose mit 80 ml Kulturfiltrat
1 h langsam auf einem Magnetrührer bei Raumtemperatur gerührt. Danach wurde der wässrige
Überstand von der Q-Sepharose durch GF-6 Glasphaserfilter abfiltriert, die Matrix
mit je 10 ml Histidinpuffer 20 mal gewaschen und das Protein mit 15 ml Hochsalz-Histidinpuffer
eluiert.
Ultrafiltration
[0045] Zur Vergleichbarkeit der Experimente mit Kulturfiltrat sollte In den Inkubationsansätzen
mit gleicher Enzymaktivität gearbeitet werden. Dazu war es notwendig, die gereinigten
Kulturüberstände einzuengen und für die Umsätze entsprechend zu verdünnen. Die Konzentration
erfolgte durch Ultrafiltration mit Centricon-30 und Centriprep-30 Mikrokonzentratoren
in einer Kühlzentrifuge mit 3000 U/min bei 4°C für 60 min.
Entsalzung
[0046] Für die Umsätze mit Kulturfiltrat war es erforderlich, die gereinigte und eingeengte
Proteinprobe zu entsalzen. Auf eine gepackte Sephadex G-25 Superfine Säule wurden
2,5 ml Probe aufgetragen und mit 3,7 ml Histidinpuffer eluiert.
[0047] Das erhaltene Proteineluat wurde bei -20°C gelagert.
1.2. Kopplungsreaktion
[0048] Das 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid wird im äquimolaren Verhältnis mit 6-Aminopenicillansäure
(1 mM) In Natriumacetatpuffer (pH 5; 0,02 M) unter dem Einfluss einer Laccase (975
nmol/2ml/min; gewonnen aus
Trametes versicolor) 35 min bei Raumtemperatur umgesetzt. Zur Unterstützung der Umsatzgeschwindigkeit
wird die Reaktionslösung bei 100 U/min geschüttelt. Zur Aufarbeitung wird die Reaktionslösung
mittels Oktadekanfestphase extrahiert. Die Elution des Produktes erfolgt mit Ethylacetat
oder Acetonitril. Der nach der Entfernung des Lösungsmittels verbleibende Rückstand
wird mit Hochleistungsflüssigchromatographie gereinigt.
[0049] Ergebnis: Eine Kopplung des Antibiotikagrundkörpers 6-Aminopenicillansäure mit dem
2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid führt zu einer antimikrobiell wirksamen Verbindung.
Die Ausbeute an Kopplungsprodukt beträgt 66%.
[0050] Die Analyse der erhaltenen Verbindung mittels massenspektrometrischer Methoden ergab
eine Masse von 411.
[0051] In der Summe der Ergebnisse zur Strukturanalyse ist für das erhaltene Kopplungsprodukt
die folgende Struktur anzunehmen:

Beispiel 2
[0052] Herstellung neuer antimikrobieller Wirkstoffe durch Kopplung von 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid
mit 7-Aminocephalosporinsäure mittels Biotransformation
[0053] Methodik: Die Herstellung der Enzymlösung erfolgte nach Beispiel 1.
[0054] Das 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamld wird im äquimolaren Verhältnis mit 7-Aminocephalosporinsäure
(1 mM) In Natriumacetatpuffer (pH 5; 0,02 M) unter dem Einfluss einer Laccase (975
nmol/2 ml/min; gewonnen aus
Pycnoporus cinnabarinus) 35 min bei Raumtemperatur umgesetzt. Zur Unterstützung der Umsatzgeschwindigkeit
wird die Reaktionslösung bei 100 U/min geschüttelt. Zur Aufarbeitung wird die Reaktionslösung
mittels Oktadekanfestphase extrahiert. Die Elution des Produktes erfolgt mit Ethylacetat
oder Acetonitril. Der nach der Entfernung des Lösungsmittels verbleibende Rückstand
wird mit Hochleistungsflüssigchromatographie gereinigt.
[0055] Ergebnis: Eine Kopplung des Antibiotikagrundkörpers 7-Aminocephalosporinsäure mit
dem 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamids führt zu einer bisher unbekannten antimikrobiell
wirksamen Verbindung. Die Ausbeute an Kopplungsprodukt beträgt 68%.
Beispiel 3
[0056] Herstellung neuer antimikrobieller Wirkstoffe durch Kopplung von 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid
mit 7-Aminodesacetoxycephalosporinsäure mittels Biotransformation
[0057] Methodik: Die Herstellung der Enzymlösung erfolgte nach Beispiel 1.
[0058] Das 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid wird im äquimolaren Verhältnis mit 7-Aminodesacetoxycephalosporinsäure
(1 mM) In Natriumacetatpuffer (pH 5; 0,02 M) unter dem Einfluss einer Laccase (975
nmol/2 ml/min; gewonnen aus
Trametes versicolor) 40 min bei Raumtemperatur umgesetzt. Zur Unterstützung der Umsatzgeschwindigkeit
wird die Reaktionslösung bei 100 U/min geschüttelt. Zur Aufarbeitung wird die Reaktionslösung
mittels Oktadekanfestphase extrahiert. Die Elution des Produktes erfolgt mit Ethylacetat.
Der nach der Entfernung des Lösungsmittels verbleibende Rückstand wird mit Hochleistungsflüssigchromatographie
gereinigt.
[0059] Ergebnis: Eine Kopplung des Antibiotikagrundkörpers 7-Aminodesacetoxycephalosporinsäure
mit dem 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamids führt zu einer bisher unbekannten
antimikrobiell wirksamen Verbindung. Die Ausbeute an Kopplungsprodukt beträgt 73%.
[0060] Die Analyse der erhaltenen Verbindung mittels massenspektrometrischer Methoden ergab
eine Masse von 409. Die Ergebnisse der kernresonanzspektroskopischen Analysen werden
In der folgenden Tabelle zusammengefasst. Zum Vergleich der
1H-NMR-Signale wurde auch das 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid untersucht.
Die Messungen erfolgten im Lösungsmittel DMSO-d
6 mit dem internen Standard TMS mit einem ARX 300 (Bruker, Karlsruhe).
Tabelle:
1H-NMR-Spektrenvergleich des Kreuzkopplungsproduktes 3 mit der Ausgangsverbindung 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid
| Resonanzen [ppm] Kreuzkopplu ngs-produkt 3 |
Multiplizität, Kopplungskonstante |
Resonanzen [ppm] 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)-benzamid |
Multiplizität, Kopplungskonstante |
Atomanzahl und -art, Zuordnung |
| 12,79 |
s |
- |
- |
1H, COOH |
| 9,98 |
s |
11,60 |
s, |
1H, OH am C2, C6H2(3) |
| 9,66 |
s |
8,98 |
s |
1H, OH am C5, C6H2(3) |
| 8,50 |
t, 3J = 5,3 |
8,69 |
t, 3J = 5,3 |
1H, NH, CH2-NH |
| 6,73 |
s |
7,27 |
d(s), 4J = 2,8 |
1H, H am C6, C6H2(3) |
| 6,65 |
s |
6,85 |
dd, 3J = 8,7, 4J = 2,8 |
1H, H am C4, C6H2(3) |
| - |
|
6,73 |
d, 3J = 8,7 |
1H, H am C3, C6H2(3) |
| 6,42 |
d, 3J = 9,3 |
- |
|
1H, NH am β-Lactamring |
| 5,85 |
t, 3J = 5,4 |
4,78 |
t, 3J = 5,5 |
1H, OH, CH2-OH |
| 5,48 |
m, 3J = 9,3, 3J = 4,4 |
|
|
1H, H7 β-Lactamring |
| 5,02 |
m, 3J = 4,4 |
- |
|
1H, H6 β-Lactamring |
| 3,63 |
m |
3,54 |
m |
2H, CH2, CH2-OH |
| 3,49 |
m |
3,36 |
m |
2H, CH2, CH2-NH |
| 3,29/3,50 |
ABq, 2J = 17,2 |
- |
|
2H, CH2, heterocyclischer Ring |
| 1,91 |
s |
- |
|
3H, CH3 |
[0061] In der Summe der Ergebnisse zur Strukturanalyse Ist für das erhaltene Kopplungsprodukt
die folgende Struktur anzunehmen:

Beispiel 4
Herstellung neuer antimikrobieller Wirkstoffe durch Kopplung von 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid
mit Amoxicillin mittels Biotransformation
[0062] Methodik: Die Herstellung der Enzymlösung erfolgte nach Beispiel 1.
[0063] Das 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid wird im äquimolaren Verhältnis mit Amoxicillin
(1 mM) in Natriumacetatpuffer (pH 5; 0,02 M) unter dem Einfluss einer Laccase (975
nmol/2 ml/min; gewonnen aus
Trametes versicolor) 50 min bei Raumtemperatur umgesetzt. Zur Unterstützung der Umsatzgeschwindigkeit
wird die Reaktionslösung bei 100 U/min geschüttelt. Zur Aufarbeitung wird die Reaktionslösung
mittels Oktadekanfestphase extrahiert. Die Elution des Produktes erfolgt mit Ethylacetat
oder Acetonitril. Der nach der Entfernung des Lösungsmittels verbleibende Rückstand
wird mit Hochleistungsflüssigchromatographle gereinigt.
[0064] Ergebnis: Eine Kopplung des Antibiotikums Amoxicillin mit dem 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamids
führt zu einer bisher unbekannten antimikrobiell wirksamen Verbindung. Die Ausbeute
an Kopplungsprodukt beträgt 55%.
[0065] Die Analyse der erhaltenen Verbindung mittels massenspektrometrischer Methoden ergab
eine Masse von 560. Die Ergebnisse der kernresonanzspektroskopischen Analysen werden
in der folgenden Tabelle zusammengefaßt. Zum Vergleich der
1H-NMR-Signale wurden auch das 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid (siehe Tabelle
zu Beispiel 3) und Amoxicillin untersucht. Die Messungen erfolgten im Lösungsmittel
CD
3OD mit dem Internen Standard TMS mit einem ARX 300 (Bruker, Karlsruhe).
Tabelle:
1H-NMR-Spektrenvergleich des Kreuzkopplungsproduktes 4 mit der Ausgangsverbindung Amoxicillin
| Resonanzen [ppm] Kreuzkopplu ngs-produkt 4 |
Multiplizität, |
Resonanzen [ppm] Amoxicillin |
Multiplizität, |
Atomanzahl und -art, Zuordnung |
| 7,48 |
d, 3J = 7,2 |
7,49 |
d, 3J = 7,2 |
2H, H am C3/C5, C6H4 |
| 6,85 |
d, 3J = 7,2 |
6,83 |
d, 3J = 7,2 |
2H, H am C2/C6, C6H4 |
| 6,74 |
d, 3J = 8,6 |
- |
- |
1H, H am C3, C6H2 |
| 6,63 |
d, 3J = 8,6 |
- |
- |
1H, H am C4, C6H2 |
| 5,99 |
m, 3J = 4,2 |
5,99 |
m, 3J = 4,2 |
1H, H7 β-Lactamring |
| 5,92 |
m, 3J = 4,2 |
5,92 |
m, 3J = 4,2 |
1H, H6 β-Lactamring |
| 4,31 |
s |
4,31 |
s |
1H, CH, heterocyclischer Ring |
| 3,70 |
m |
- |
- |
2H, CH2, CH2-OH |
| 3,49 |
m |
- |
- |
2H, CH2, CH2-NH |
| 1,57 |
s |
1,57 |
s |
3H, CH3, heterocyclischer Ring |
| 1,50 |
s |
1,50 |
s |
3H, CH3, heterocyclischer Ring |
[0066] In der Summe der Ergebnisse zur Strukturanalyse ist für das erhaltene Kopplungsprodukt
die folgende Struktur anzunehmen:

Beispiel 5
[0067] Herstellung neuer antimikrobieller Wirkstoffe durch Kopplung von 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid
mit Ampicillin mittels Biotransformation
Methodik: Die Herstellung der Enzymlösung erfolgte nach Beispiel 1.
[0068] Das 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid wird im äquimolaren Verhältnis mit Ampicillin
(1 mM) in Natriumacetatpuffer (pH 5; 0,02 M) unter dem Einfluss einer Laccase (975
nmol/2 ml/min; gewonnen aus
Trametes versicolor) 50 min bei Raumtemperatur umgesetzt. Zur Unterstützung der Umsatzgeschwindigkeit
wird die Reaktionslösung bei 100 U/min geschüttelt. Zur Aufarbeitung wird die Reaktionslösung
mittels Oktadekanfestphase extrahiert. Die Elution des Produktes erfolgt mit Ethylacetat
oder Acetonitril. Der nach der Entfernung des Lösungsmittels verbleibende Rückstand
wird mit Hochleistungsflüssigchromatographie gereinigt.
[0069] Ergebnis: Eine Kopplung des Antibiotikums Ampicillin mit dem 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamids
führt zu einer bisher unbekannten antimikrobiell wirksamen Verbindung. Die Ausbeute
an Kopplungsprodukt beträgt 75%.
[0070] Die Analyse der erhaltenen Verbindung mittels massenspektrometrischer Methoden ergab
eine Masse von 544.
[0071] In der Summe der Ergebnisse zur Strukturanalyse ist für das erhaltene Kopplungsprodukt
die folgende Struktur anzunehmen:

Fig.: Vorgeschlagene Struktur für das Kreuzkopplungsprodukt
Beispiel 6
Herstellung neuer antimikrobieller Wirkstoffe durch Kopplung von 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid
mit Sulfonamiden mittels Biotransformation
[0072] Das 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid wird im äquimolaren Verhältnis mit p-Aminobenzensulfonamid
(1 mM) In Natriumacetatpuffer (pH 5; 0,02 M) unter dem Einfluß einer Laccase (975
nmol/2 ml/min; gewonnen aus
Pycnoporus cinnabarinus) 30 min bei Raumtemperatur umgesetzt. Zur Unterstützung der Umsatzgeschwindigkeit
wird die Reaktionslösung bei 100 U/min geschüttelt. Zur Aufarbeitung wird die Reaktionslösung
mittels Oktadekanfestphase extrahiert. Die Elution des Produktes erfolgt mit Ethylacetat
oder Acetonitril. Der nach der Entfernung des Lösungsmittels verbleibende Rückstand
wird mit Hochleistungsflüssigchromatographie gereinigt.
[0073] Ergebnis: Eine Kopplung des biologisch aktiven Wirkstoffes p-Aminobenzensulfonamid
mit dem 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamids führt zu einer bisher unbekannten
antimikrobiell wirksamen Verbindung. Die Ausbeute an Kopplungsprodukt beträgt 74%.
Beispiel 7
Herstellung neuer antimikrobieller Wirkstoffe durch Kopplung von 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid
mit substituierten Salicylsäuren mittels Biotransformation
[0074] Das 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid wird im äquimolaren Verhältnis mit 4-Amino-2-hydroxybenzoesäure
(1 mM) In Natriumacetatpuffer (pH 5; 0,02 M) unter dem Einfluß einer Laccase (975
nmol/2 ml/min; gewonnen aus z.B.
Trametes versicolor oder
Pycnoporus cinnabarinus) 50 min bei Raumtemperatur umgesetzt. Zur Unterstützung der Umsatzgeschwindigkeit
wird die Reaktionslösung bei 100 U/min geschüttelt. Zur Aufarbeitung wird die Reaktionslösung
mittels Oktadekanfestphase extrahiert. Die Elution des Produktes erfolgt mit Ethylacetat
oder Acetonitril. Der nach der Entfernung des Lösungsmittels verbleibende Rückstand
wird mit Hochleistungsflüssigchromatographie gereinigt.
[0075] Ergebnis: Eine Kopplung der 4-Amino-2-hydroxybenzoesäure mit dem 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamlds
führt zu einer bisher unbekannten antimikrobiell wirksamen Verbindung. Die Ausbeute
an Kopplungsprodukt beträgt 73%.
Beispiel 8
Herstellung neuer antimikrobieller Wirkstoffe durch Kopplung von 2,5-Dihydroxybenzoesäuren
und -estern mit 6-Aminopenicillansäure mittels Biotransformation
[0076] Methodik: Die Herstellung der Enzymlösung erfolgte nach Beispiel 1.
[0077] Der 2,5-Dihydroxybenzoesäuremethylester wird im äquimolaren Verhältnis mit 6-Aminopenicillansäure
(1 mM) in Natriumacetatpuffer (pH 5; 0,02 M) unter dem Einfluss einer Laccase (975
nmol/2 ml/min; gewonnen aus
Pycnoporus cinnabarinus) 1 h bei Raumtemperatur umgesetzt. Zur Unterstützung der Umsatzgeschwindigkeit wird
die Reaktionslösung bei 100 U/min geschüttelt. Zur Aufarbeitung wird die Reaktionslösung
mittels Oktadekanfestphase extrahiert. Die Elution des Produktes erfolgt mit Ethylacetat
oder Acetonitril. Der nach der Entfernung des Lösungsmittels verbleibende Rückstand
wird mit Hochleistungsflüssigchromatographie gereinigt.
[0078] Ergebnis: Eine Kopplung des Antibiotikagrundkörpers 6-Aminopenicillansäure mit dem
2,5-Dihydroxybenzoesäuremethylester führt zu einer bisher unbekannten antimikrobiell
wirksamen Verbindung mit hoher Aktivität. Die Ausbeute an Kopplungsprodukt beträgt
66%.
Beispiel 9
Herstellung neuer antimlkrobieller Wirkstoffe durch Kopplung von 2,5-Dihydroxybenzoesäuren
und -estern mit 7-Aminocephalosporinsäure mittels Biotransformation
[0079] Methodik: Die Herstellung der Enzymlösung erfolgte nach Beispiel 1.
[0080] Der 2,5-Dihydroxybenzoesäuremethylester wird im äquimolaren Verhältnis mit 7-Aminocephalosporinsäure
(1 mM) In Natriumacetatpuffer (pH 5; 0,02 M) unter dem Einfluss einer Laccase (975
nmol/2 ml/min; gewonnen aus z.B.
Trametes versicolor) 1 h bei Raumtemperatur umgesetzt. Zur Unterstützung der Umsatzgeschwindigkeit wird
die Reaktionslösung bei 100 U/min geschüttelt. Zur Aufarbeitung wird die Reaktionslösung
mittels Oktadekanfestphase extrahiert. Die Elution des Produktes erfolgt mit Ethylacetat
oder Acetonitril. Der nach der Entfernung des Lösungsmittels verbleibende Rückstand
wird mit Hochleistungsflüssigchromatographie gereinigt.
[0081] Ergebnis: Eine Kopplung des Antibiotikagrundkörpers 7-Aminocephalosporinsäure mit
dem 2,5-Dihydroxybenzoesäuremethylester führt zu einer bisher unbekannten antimikrobiell
wirksamen Verbindung. Die Ausbeute an Kopplungsprodukt beträgt 63%.
Beispiel 10
Herstellung neuer antimikrobieller Wirkstoffe durch Kopplung von 2,5-Dihydroxybenzoesäuren
und -estern mit 7-Aminodesacetoxycephalosporinsäure mittels Biotransformation
[0082] Methodik: Die Herstellung der Enzymlösung erfolgte nach Beispiel 1.
[0083] Der 2,5-Dihydroxybenzoesäuremethylester wird im äquimolaren Verhältnis mit 7-Aminodesacetoxycephalosporinsäure
(1 mM) In Natriumacetatpuffer (pH 5; 0,02 M) unter dem Einfluss einer Laccase (975
nmol/2 ml/min; gewonnen aus
Pycnoporus cinnabarinus) 1 h bei Raumtemperatur umgesetzt. Zur Unterstützung der Umsatzgeschwindigkeit wird
die Reaktionslösung bei 100 U/min geschüttelt. Zur Aufarbeitung wird die Reaktionslösung
mittels Oktadekanfestphase extrahiert. Die Elution des Produktes erfolgt mit Ethylacetat
oder Acetonitril. Der nach der Entfernung des Lösungsmittels verbleibende Rückstand
wird mit Hochleistungsflüssigchromatographie gereinigt.
[0084] Ergebnis: Eine Kopplung von 2,5-Dihydroxybenzoesäuren und -estern mit 7-Aminodesacetoxycephalosporinsäure
führt zu einer bisher unbekannten antimikrobiell wirksamen Verbindung. Die Ausbeute
an Kopplungsprodukt beträgt 71%.
Beispiel 11
Herstellung neuer antimikrobieller Wirkstoffe durch Kopplung von 2,5-Dihydroxybenzoesäuren
und -estern mit Amoxicillin mittels Biotransformation
[0085] Methodik: Die Herstellung der Enzymlösung erfolgte nach Beispiel 1.
[0086] Der 2,5-Dihydroxybenzoesäuremethylester wird im äquimolaren Verhältnis mit Amoxicillin
(1 mM) in Natriumacetatpuffer (pH 5; 0,02 M) unter dem Einfluss einer Laccase (975
nmol/2ml/min; gewonnen aus
Trametes versicolor) 45 min bei Raumtemperatur umgesetzt. Zur Unterstützung der Umsatzgeschwindigkeit
wird die Reaktionslösung bei 100 U/min geschüttelt. Zur Aufarbeitung wird die Reaktionslösung
mittels Oktadekanfestphase extrahiert. Die Elution des Produktes erfolgt mit Ethylacetat
oder Acetonitril. Der nach der Entfernung des Lösungsmittels verbleibende Rückstand
wird mit Hochleistungsflüssigchromatographie gereinigt.
[0087] Ergebnis: Eine Kopplung des Antibiotikums Amoxicillin mit dem 2,5-Dihydroxybenzoesäuremethylester
führt zu einer bisher unbekannten antimikrobiell wirksamen Verbindung. Die Ausbeute
an Kopplungsprodukt beträgt 66%.
[0088] In der Summe der Ergebnisse zur Strukturanalyse ist für das erhaltene Kopplungsprodukt
die folgende Struktur anzunehmen:

Beispiel 12
Herstellung neuer antimikrobieller Wirkstoffe durch Kopplung von 2,5-Dihydroxybenzoesäuren
und -estern mit Ampicillin mittels Biotransformation
[0089] Methodik: Die Herstellung der Enzymlösung erfolgte nach Beispiel 1.
[0090] Der 2,5-Dihydroxybenzoesäuremethylester wird im äquimolaren Verhältnis mit Ampicillin
(1 mM) In Natriumacetatpuffer (pH 5; 0,02 M) unter dem Einfluss einer Laccase (975
nmol/2 ml/min; gewonnen aus
Trametes versicolor) 45 min bei Raumtemperatur umgesetzt. Zur Unterstützung der Umsatzgeschwindigkeit
wird die Reaktionslösung bei 100 U/min geschüttelt. Zur Aufarbeitung wird die Reaktionslösung
mittels Oktadekanfestphase extrahiert. Die Elution des Produktes erfolgt mit Ethylacetat
oder Acetonitril. Der nach der Entfernung des Lösungsmittels verbleibende Rückstand
wird mit Hochleistungsflüssigchromatographie gereinigt.
[0091] Ergebnis: Eine Kopplung des Antibiotikums Ampicillin mit dem 2,5- Dihydroxybenzoesäuremethylester
führt zu einer bisher unbekannten antimikrobiell wirksamen Verbindung. Die Ausbeute
an Kopplungsprodukt beträgt 56%.
Beispiel 13
Herstellung neuer antimikrobieller Wirkstoffe durch Kopplung von 2,5-Dihydroxybenzoesäuren
und -estern mit Sulfonamiden mittels Biotransformation
[0092] Methodik: Die Herstellung der Enzymlösung erfolgte nach Beispiel 1.
[0093] Der 2,5-Dihydroxybenzoesäuremethylester wird im äquimolaren Verhältnis mit p-Aminobenzensulfonamid
(1 mM) in Natriumacetatpuffer (pH 5; 0,02 M) unter dem Einfluss einer Laccase (975
nmol/2 ml/min; gewonnen aus z.B.
Trametes versicolor oder
Pycnoporus cinnabarinus) 45 min bei Raumtemperatur umgesetzt. Zur Unterstützung der Umsatzgeschwindigkeit
wird die Reaktionslösung bei 100 U/min geschüttelt. Zur Aufarbeitung wird die Reaktionslösung
mittels Oktadekanfestphase extrahiert. Die Elution des Produktes erfolgt mit Ethylacetat
oder Acetonitril. Der nach der Entfernung des Lösungsmittels verbleibende Rückstand
wird mit Hochleistungsflüssigchromatographie gereinigt.
[0094] Ergebnis: Eine Kopplung des Antibiotikums p-Aminobenzensulfonamid mit dem 2,5-Dihydroxybenzoesäuremethylester
führt zu einer bisher unbekannten antimikrobiell wirksamen Verbindung. Die Ausbeute
an Kopplungsprodukt beträgt 66%.
Beispiel 14
Herstellung neuer antimikrobieller Wirkstoffe durch Kopplung von 2,5-Dihydroxybenzoesäuren
und -estern mit substituierten Salicylsäuren mittels Blotransformation
[0095] Methodik: Die Herstellung der Enzymlösung erfolgte nach Beispiel 1.
[0096] Der 2,5-Dihydroxybenzoesäuremethylester wird im äquimolaren Verhältnis mit 4-Amino-2-hydroxybenzoesäure
(1 mM) in Natriumacetatpuffer (pH 5; 0,02 M) unter dem Einfluss einer Laccase (975
nmol/2 ml/min; gewonnen aus z.B.
Trametes versicolor oder
Pycnoporus cinnabarinus) 45 min bei Raumtemperatur umgesetzt. Zur Unterstützung der Umsatzgeschwindigkeit
wird die Reaktionslösung bei 100 U/min geschüttelt. Zur Aufarbeitung wird die Reaktionslösung
mittels Oktadekanfestphase extrahiert. Die Elution des Produktes erfolgt mit Ethylacetat
oder Acetonitril. Der nach der Entfernung des Lösungsmittels verbleibende Rückstand
wird mit Hochleistungsflüssigchromatographie gereinigt.
[0097] Ergebnis: Eine Kopplung der 4-Amino-2-hydroxybenzoesäure mit dem 2,5-Dihydroxybenzoesäuremethylester
führt zu einer bisher unbekannten antimikrobiell wirksamen Verbindung. Die Ausbeute
an Kopplungsprodukt beträgt 63%.
Beispiel 15
Herstellung neuer antimikrobieller Wirkstoffe durch Kopplung von Hydrokaffeesäure
mit 6-Aminopenicillansäure mittels Biotransformation
[0098] Methodik: Die,Herstellung der Enzymlösung erfolgte nach Beispiel 1.
[0099] Die 3(3,4-Dlhydroxyphenyl)propionsäure wird im äquimolaren Verhältnis mit 6-Aminopenlcillansäure
(1 mM) In Natriumacetatpuffer (pH 5; 0,02 M) unter dem Einfluss einer Laccase (975
nmol/2 ml/min; gewonnen aus
Pycnoporus cinnabarinus) 2 h bei Raumtemperatur umgesetzt. Zur Unterstützung der Umsatzgeschwindigkeit wird
die Reaktionslösung bei 100 U/min geschüttelt.
Zur Aufarbeitung wird die Reaktionslösung mittels Oktadekanfestphase extrahiert. Die
Elution des Produktes erfolgt mit Ethylacetat oder Acetonitril.
[0100] Ergebnis: Eine Kopplung des Antibiotikagrundkörpers 6-Amlnopeniclllansäure mit der
Hydrokaffeesäure führt zu einer bisher unbekannten antimikrobiell wirksamen Verbindung
mit hoher Aktivität.
Beispiel 16
Herstellung neuer antimikrobieller Wirkstoffe durch Kopplung von 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid
mit Mercaptanen mittels Biotransformation
[0101] Methodik: Die Herstellung der Enzymlösung erfolgte nach Beispiel 1.
[0102] Das 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid wird im äquimolaren Verhältnis mit 3-Mercapto-1,2,4-triazol
(1 mM) In Natriumacetatpuffer (pH 5; 0,02 M) unter dem Einfluß einer Laccase (975
nmol/2 ml/min; gewonnen aus z.B.
Trametes versicolor oder
Pycnoporus cinnabarinus) 50 min bei Raumtemperatur umgesetzt. Zur Unterstützung der Umsatzgeschwindigkeit
wird die Reaktionslösung bei 100 U/min geschüttelt. Zur Aufarbeitung wird die Reaktionslösung
mittels Oktadekanfestphase extrahiert. Die Elution des Produktes erfolgt mit Ethylacetat
oder Acetonitril. Der nach der Entfernung des Lösungsmittels verbleibende Rückstand
wird mit Hochleistungsflüssigchromatographie gereinigt.
[0103] Ergebnis: Eine Kopplung des 3-Mercapto-1,2,4-triazols mit dem 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamids
führt zu einer bisher unbekannten antimikrobiell wirksamen Verbindung. Die Ausbeute
an Kopplungsprodukt beträgt 45%.
Beispiel 17
Herstellung neuer antimikrobieller Wirkstoffe durch Kopplung von 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid
mit Mercaptanen mittels Blotransformation
[0104] Methodik: Die Herstellung der Enzymlösung erfolgte nach Beispiel 1.
[0105] Das 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamld wird im äquimolaren Verhältnis mit 2-Mercapto-nicotinsäure
(1 mM) In Natriumacetatpuffer (pH 5; 0,02 M) unter dem Einfluss einer Laccase (975
nmol/2 ml/min; gewonnen aus z.B.
[0106] Trametes versicolor oder
Pycnoporus cinnabarinus) 50 min bei Raumtemperatur umgesetzt. Zur Unterstützung der Umsatzgeschwindigkeit
wird die Reaktionslösung bei 100 U/min geschüttelt. Zur Aufarbeitung wird die Reaktionslösung
mittels Oktadekanfestphase extrahiert. Die Elution der Produkte erfolgt mit Ethylacetat
oder Acetonitril. Der nach der Entfernung des Lösungsmittels verbleibende Rückstand
wird mit Hochleistungsflüssigchromatographle gereinigt.
[0107] Ergebnis: Eine Kopplung der 2-Mercapto-nicotinsäure mit dem 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamlds
führt zu bisher unbekannten antimikrobiell wirksamen Verbindungen. Die Ausbeute an
Kopplungsprodukten beträgt 55%.
Beispiel 18
Prüfung der erfindungsgemäßen Kopplungsprodukte auf antimikrobielle Aktivität
[0108] Methodik: Es wurde der Agardiffusionstest nach Burkhardt (
Burkhardt, F. (Hrsg.) Mikrobiologische Diagnostik. Georg-Thieme Verlag Stuttgart,
New York 1992, S 724) durchgeführt. Die Prüfsubstanzen werden In abgestuften Konzentrationen auf Testplättchen
Sensl-Disc (Becton Dickinson Microbiology Systems, Cockeysville, USA) aufgebracht.
Für die Testung wurden Mueller-Hinton II-Agar In Stacker-Petrischalen (Becton Dickinson
Microbiology Systems, Cockeysville, USA) eingesetzt. Als Teststamm wurden S. aureus
Stamm ATCC 6538 ausgewählt. Die Einsaat dieses Teststamms wurde so gewählt, dass sich
nach 16-20 h Bebrütung dicht stehende, jedoch nicht konfluierende Einzelkolonien entwickeln.
Nach dem Trocknen der beimpften Nährböden werden maximal 6 Testplättchen mit leichtem
Druck auf die Agaroberfläche aufgelegt. Nach 18 + 2 h Bebrütung bei 36°C werden die
Hemmhöfe gemessen. Zur internen Qualitätssicherung wurde die Methode mit S. aureus
ATCC 25923 überprüft.
[0109] Ergebnisse: Die durch die erfindungsgemäße Biotransformation erhältlichen Wirkstoffe
sind antimikrobiell wirksam (Tab. 1). Die höchste antimikrobielle Wirksamkeit wird
bei den Kopplungsprodukten nach Beispiel 4, 9 und 10 beobachtet.
Tab. 1 Antibakterielle Wirksamkeit Im Agardiffusionstest nach Burkhardt gegen S. aureus
ATCC 6538
| Wirkstoff |
Hemmhof (mm) |
| |
250 µg |
125 µg |
50 µg |
10 µg |
| Kopplungsprodukt aus 6-Aminopenicillansäure und 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid
gemäß Beispiel 1 |
24 |
22 |
18 |
12 |
| Kopplungsprodukt aus 7-Aminocephalosporinsäure und 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)
benzamid Gemäß Beispiel 2 |
22 |
18 |
14 |
r |
| Kopplungsprodukt aus 7-Aminodesacetoxycephalosporinsäure und 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid
gemäß Beispiel 3 |
24 |
22 |
18 |
r |
| Kopplungsprodukt aus Amoxicillin und 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid gemäß
Beispiel 4 |
>30 |
>30 |
>30 |
>30 |
| Kopplungsprodukt aus p-Aminobenzensulfonamid und 2,5-Dlhydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzämid
gemäß Beispiel 6 |
22 |
20 |
r |
r |
| Kopplungsprodukt aus 4-Amino-2-hydroxybenzoesäure und 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid
gemäß Beispiel 7 |
10 |
r |
r |
r |
| Kopplungsprodukt aus 6-Amlnopeniclllansäure und 2,5-Dihydroxybenzoesäuremethylester
gemäß Beispiel 8 |
|
30 |
24 |
r |
| Kopplungsprodukt aus 7-Aminocephalosporinsäure und 2,5-Dlhydroxybenzoesäuremethylester
gemäß Beispiel 9 |
|
10 |
r |
r |
| Kopplungsprodukt aus 2,5-Dihydroxybenzoesäuremethylester und 7-Aminodesacetoxycephalosporinsäure
gemäß Beispiel 10 |
|
30 |
14 |
r |
| Kopplungsprodukt aus Amoxicillin und 2,5-Dihydroxybenzoesäuremethylester gemäß Beispiel
11 |
>30 |
>30 |
>30 |
>30 |
| Kopplungsprodukt aus p-Aminobenzensulfonamid und 2,5-Dihydroxybenzoesäuremethylester
gemäß Beispiel 13 |
10 |
r |
|
|
| Kopplungsprodukt aus 4-Amino-2-hydroxybenzoesäure und 2,5-Dihydroxybenzoesäure-methylester
gemäß Beispiel 14 |
10 |
r |
|
|
Beispiel 19
Prüfung auf antimikrobielle Wirksamkeit an multireslstenten Keimen
[0110] Methodik: Die Prüfung erfolgte im Agardiffusiontest nach der im Beispiel 13 geschilderten
Methodik. Als Testkeim wurde der multiresistente S. aureus Referenzstamm "Norddeutscher
Stamm" (Smith Kline Beecham) eingesetzt.
[0111] Ergebnisse: Die Kopplungsprodukte sind überraschenderweise auch gegen multiresistente
Keime teilweise hoch wirksam (Tab. 2). Die Wirksamkeit der Ausgangssubstanzen wird
deutlich übertroffen (Tab. 4)
Tab. 2 Antibakterielle Wirksamkeit im Agardiffusionstest nach Burkhardt gegen S. aureus
"Norddeutscher Stamm"
| Wirkstoff |
Hemmhof mm |
| |
250 µg |
125 µg |
50 µg |
10 µg |
| Kopplungsprodukt aus 6-Aminopenicillansäure und 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)-benzamid
gemäß Beispiel 1 |
20 |
18 |
16 |
r |
| Kopplungsprodukt aus 7-Aminocephalosporin-säure und 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)-benzamid
Gemäß Beispiel 2 |
28 |
24 |
20 |
r |
| Kopplungsprodukt aus 7-Amfnodesacetoxycephalosporinsäure und 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid
gemäß Beispiel 3 |
24 |
22 |
20 |
r |
| Kopplungsprodukt aus Amoxicillin und 10 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid gemäß
Beispiel 4 |
24 |
22 |
18 |
10 |
| Kopplungsprodukt aus p-Amlnobenzensulfonamid und 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid
gemäß Beispiel 6 |
26 |
22 |
18 |
r |
| Kopplungsprodukt aus 4-Amino-2-hydroxybenzoesäure und 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid
gemäß Beispiel 7 |
r |
r |
r |
r |
| Kopplungsprodukt aus 6-Aminopenicillansäure und 2,5-Dihydroxybenzoesäuremethylester
gemäß Beispiel 8 |
|
16 |
r |
r |
| Kopplungsprodukt aus 7-Aminocephalosporinsäure und 2,5-Dihydroxybenzoesäuremethylester
gemäß Beispiel 9 |
|
r |
r |
r |
| Kopplungsprodukt aus 2,5-Dlhydroxybenzoe-säuremethylester und 7-Aminodesacetoxy-cephalosporinsäure
gemäß Beispiel 10 |
|
r |
r |
r |
| Kopplungsprodukt aus Amoxicillin und 2,5-Dihydroxybenzoesäuremethylester gemäß Beispiel
11 |
20 |
16 |
10 |
R |
| Kopplungsprodukt aus p-Aminobenzensulfon-amid und 2,5-Dihydroxybenzoesäuremethylester
gemäß Beispiel 13 |
16 |
12 |
|
|
| Kopplungsprodukt aus 4-Amino-2-hydroxybenzoesäure und 2,5-Dihydroxybenzoesäuremethylester
gemäß Beispiel 14 |
r |
r |
|
|
Beispiel 20
[0112] Methodik: Die Prüfung erfolgte im Agardiffusiontest nach der im Beispiel 13 geschilderten
Methodik. Als Testkeim wurde der aus Patientenmaterial isoliert multiresistente koagulasenegative
S. epidermidis Stamm 99847 eingesetzt.
[0113] Ergebnisse : Auch gegen die schwer bekämpfbaren koagulasenegativen Staphylokokken,
die z.B. bei der Besiedlung von Kathetermaterialien eine Rolle spielen und deshalb
zu den nosokomialen Problemkeimen gehören, sind die erfindungsgemäßen Kopplungsprodukte
wirksam. Die Wirksamkeit der Ausgangssubstanzen wird deutlich übertroffen (Tab. 4)
Tab. 3 Antibakterielle Wirksamkeit im Agardiffusionstest nach Burkhardt gegen
S. epidermidis
| Wirkstoff |
Hemmhof (mm) |
| |
250 µg |
125 µg |
50 µg |
10 µg |
| Kopplungsprodukt aus 6-Aminopenicillansäure und 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid
gemäß Beispiel 1 |
r |
r |
r |
r |
| Kopplungsprodukt aus 7-Aminocephalosporinsäure und 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid
Gemäß Beispiel 2 |
24 |
22 |
r |
r |
| Kopplungsprodukt aus 7-Aminodesacetoxycephalosporinsäure und 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid
gemäß Beispiel 3 |
20 |
24 |
r |
r |
| Kopplungsprodukt aus Amoxicillin und 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid gemäß
Beispiel 4 |
30 |
28 |
18 |
r |
| Kopplungsprodukt aus p-Aminobenzensulfonamid und 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid
gemäß Beispiel 6 |
26 |
20 |
r |
r |
| Kopplungsprodukt aus 4-Amino-2-hydroxybenzoesäure und 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid
gemäß Beispiel 7 |
r |
r |
r |
r |
| Kopplungsprodukt aus 6-Aminopenicillansäure und 2,5-Dihydroxybenzoesäuremethylester
gemäß Beispiel 8 |
|
|
|
|
| Kopplungsprodukt aus 7-Aminocephalosporinsäure und 2,5-Dihydroxybenzoesäuremethyl-ester
gemäß Beispiel 9 |
|
14 |
r |
r |
| Kopplungsprodukt aus 2,5-Dihydroxybenzoesäuremethylester und 7-Aminodesacetoxycephalosporinsäure
gemäß Beispiel 10 |
|
r |
r |
r |
| Kopplungsprodukt aus Amoxicillin und 2,5-Dihydroxybenzoesäuremethylester gemäß Beispiel
11 |
20 |
20 |
14 |
r |
| Kopplungsprodukt aus p-Aminobenzensulfonamid und 2,5-Dihydroxybenzoesäuremethylester
gemäß Beispiel 13 |
12 |
r |
|
|
| Kopplungsprodukt aus 4-Amino-2-hydroxybenzoesäure und 2,5-Dihydroxybenzoesäuremethylester
gemäß Beispiel 14 |
r |
r |
|
|
Tab. 4 Antimikrobielle Wirksamkeit der Ausgangsstoffe
| Wirkstoff |
Konzentration/disc |
Hemmhofgröße (mm) |
| |
|
S. aureus "Nord.Stamm" |
S. epidermidis |
| Ethylacetat |
0,25 |
r |
r |
| 2,5-Dihydroxybenzoesäure-methylester |
0,25 mg |
r |
r |
| 2,5-Dihydroxy-N-(2-hydroxyethyl)benzamid |
0,25 mg |
22 |
22 |
| 0,05 mg |
14 |
r |
| p-Aminobenzensolfonamid |
0,25 mg |
r |
r |
| 4-Amlno-2- hydroxybenzolsäure |
0,25 mg |
r |
r |
| Amoxicillin |
0,25 mg |
16 |
24 |
| 0,12 mg |
14 |
20 |
| 0,05 mg |
10 |
18 |
| 0,01 mg |
r |
12 |
Beispiel 21
Methode zur Stabilisierung der erfindungsgemäßen Kopplungsprodukte
[0114] Zur Erhöhung der Stabilität des Kreuzkopplungsproduktes eines äquimolaren Ansatzes
aus Amoxicillin und 2,5-Dihydroxybenzoesäuremethylester, hergestellt entsprechend
Beispiel 10, wurde eine spezielle Extraktionsmethode an Oktadekanfestphasen entwickelt.
Hierzu wurde die Festphase mittels Methanol aktiviert und mit Aqua dest. equilibriert.
Anschließend wurden x ml des wässrigen Kreuzkopplungsansatzes aufgetragen und nach
dem Binden der Inhaltsstoffe für 20 min im Luftstrom getrocknet. Es schließt sich
ein Waschschritt mit einem 10% Methanol/ 90% Aqua dest.- Gemisch an. Die Elution des
Kreuzkopplungsproduktes erfolgte mit ebenfalls 100% entgastem Acetonitril. Der so
gewonnene Extrakt wurde bei 4°C dunkel gelagert.
[0115] Ergebnis: Das Kopplungsprodukte ist innerhalb des Beobachtungszeitraums von 21 d
stabil.