[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reinigen von Abgasen, die heizwerthaltige
Substanzen, insbesondere Schadstoffpartikel und/oder Geruchspartikel, enthalten, und
eine Vorrichtung zur Durchführung eines derartigen Verfahrens.
[0002] Rekuperativ wirkende und regenerativ wirkende Abluftreinigungsverfahren sind bereits
bekannt. Dabei steht im allgemeinen die Vernichtung der in der Abluft enthaltenen
Schadstoffpartikel und/oder Geruchspartikel im Vordergrund. Bei den vorbekannten Verfahren
muß der zur Verbrennung anstehende Luftstrom unabhängig von der Konzentration der
Schadstoffpartikel auf deren Verbrennungstemperatur erhitzt werden. Um dabei ein Höchstmaß
an der zur Abluftreinigung erforderlichen Wärmeenergie zurückzugewinnen und zwecks
Energieeinsparung in den Abluftreinigungsprozeß zurückzuführen, werden bei vorbekannten
Verfahren als Wärmetauscher wirkende Rekuperatoren, bei denen der Wärmeübergang über
eine Trennwand stattfindet, und Regeneratoren, bei denen ein direkter Wärmeübergang
stattfindet, verwendet. Die zu reinigenden Abluftströme wurden durch Wärmezufuhr bisher
nur soweit erhitzt, daß die Schadstoffe sicher vernichtet werden konnten. Eine Energiezufuhr
darüber hinaus war nicht erwünscht und wurde nicht durchgeführt.
[0003] Ein Verfahren der eingangs angegebenen Art ist aus der DE 199 43 157 A1, auf die
Bezug genommen wird, bekannt. Bei diesem Verfahren werden die in der Luft enthaltenen
heizwerthaltigen Substanzen, insbesondere Schadstoffe, aufkonzentriert und anschließend
verbrannt. Das Verfahren ist insbesondere geeignet, die Abluft aus biologischen Prozessen,
beispielsweise Kompostierung, durch thermische Nachbehandlung zu reinigen. Insbesondere
geht es um die Reinigung von Abgasen, die bei der biologischen Behandlung bzw. Kompostierung
von Abfällen entstehen. Bei einem bevorzugten Verfahren zur biologischen Behandlung
bzw. Kompostierung von Abfällen oder sonstigen Stoffen oder Stoffgemischen, die organische
Bestandteile enthalten, insbesondere von Siedlungsabfällen, werden die Abfälle in
einem vorzugsweise geschlossenen Behälter durchströmt. Die Abfälle können auf einen
in dem Behälter vorhandenen Lochboden aufgelegt werden. Die Zuluft wird in einem Bereich
unterhalb des Lochbodens eingebracht. Sie durchströmt das von den Abfällen gebildete
Haufwerk von unten nach oben und wird dann als Abluft abgezogen. Vorzugsweise wird
ein Umluftbetrieb durchgeführt, bei dem die Abluft ganz oder teilweise den Abfällen
wieder zugeführt wird. Dabei werden die heizwerthaltigen, brennbaren Substanzen, die
von der Luft während der Durchführung des Verfahrens zur biologischen Behandlung bzw.
des Kompostierverfahrens aufgenommen worden sind, aufkonzentriert. Dies erfolgt dadurch,
daß die Abfälle von der Luft mehrmals durchströmt werden, also durch den Umluftbetrieb,
bei dem die Abluft ganz oder teilweise den Abfällen erneut zugeführt wird, so daß
sie die Abfälle mehrmals durchströmt. Dadurch werden brennbare, heizwerthaltige Substanzen,
insbesondere Schadstoffe, wie beispielsweise Kohlenwasserstoffverbindungen und Mikroorganismen
sowie Stoffwechselprodukte, Stripprodukte und Staub, ferner Dämpfe und Gase angereichert
und aufkonzentriert. Diese heizwerthaltigen Substanzen werden mit der auszuschleusenden
Abluft einer Brennkammer zugeführt, in der sie verbrannt werden.
[0004] Aus der DE 199 28 214 C2 ist ein Verfahren zur thermischen Reinigung eines mittels
einer Rohgaszufuhr gelieferten Rohgases in einem regenerativen Prozeß bekannt, bei
der das Rohgas durch eine zuvor mittels Reingas aufgeheizte erste Wärmespeicherkammer
in eine Verbrennungskammer durchgeleitet wird. Das durch Verbrennung in der Verbrennungskammer
aus dem Rohgas gebildete Reingas wird durch eine aufzuheizende zweite Wärmespeicherkammer
in eine Reingasabfuhr abgeleitet. Die genannten Gasströmungen werden während eines
Kammerregenerations-Betriebszustandes umgeschaltet.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren der eingangs angegebenen Art zu verbessern
und eine verbesserte Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens der eingangs angegebenen
Art vorzuschlagen.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Es
handelt sich um ein Verfahren zum Reinigen von Abgasen, die heizwerthaltige Substanzen
enthalten, beim dem die heizwerthaltigen Substanzen verbrannt werden, bei dem dem
Abgas Wärmeenergie auf einem hohen Temperaturniveau zugeführt wird und bei dem Wärmeenergie
aus dem Abgas abgeführt wird. Erfindungsgemäß wird die überschüssige Wärmeenergie
aus dem Abgas abgeführt. Die überschüssige Wärmeenergie kann aus dem Abgas ausgeschleust
werden. Vorteilhaft ist es, wenn die abgeführte bzw. ausgeschleuste Energie genutzt
wird. Die abgeführte bzw. ausgeschleuste Energie kann insbesondere umgewandelt werden,
insbesondere in elektrische Energie oder anderweitig nutzbare Energie umgewandelt
werden.
[0007] Bei dem Verfahren nach der DE 199 43 157 A1 ist es möglich, einen weiteren Brennstoff
in die Luft einzubringen, was insbesondere dann vorteilhaft oder erforderlich sein
kann, wenn die Konzentration der heizwerthaltigen Substanzen nicht oder noch nicht
ausreicht, um eine günstige Verbrennung oder überhaupt eine Verbrennung durchzuführen.
Zusätzlich zu den in der Umluft aufkonzentrierten heizwerthaltigen Substanzen bzw.
Luftschadstoffen kann vor der Brennkammer, in der die heizwerthaltigen Substanzen
verbrannt werden, ein weiterer Brennstoff in den Abluftstrom eingebracht werden. Dies
geschieht allerdings nicht auf einem hohen Temperaturniveau, da der Brennstoff nach
dem vorbekannten Verfahren vor der Brennkammer zugeführt wird. Ferner wird der Brennstoff
bei dem vorbekannten Verfahren nur zu dem Zweck zugeführt, die zur Verbrennung der
Schadstoffe erforderliche Temperatur zu erreichen.
[0008] Gemäß der Erfindung wird den zu reinigenden Abgasen bzw. der zu reinigenden Abluft
mehr Wärmeenergie zugeführt als zur Vernichtung der heizwerthaltigen Substanzen, insbesondere
Schadstoffe und/oder Geruchspartikel, erforderlich ist. Dieser Energieüberschuß kann
nach der Abgasreinigung bzw. Abluftreinigung wieder aus dem Abgas bzw. der Abluft
abgeführt bzw. ausgeschleust bzw. ausgekoppelt werden. Er kann genutzt werden, insbesondere
in eine andere Energieform umgeformt werden, insbesondere in eine nutzbare Energieform,
insbesondere in elektrische Energie. Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren können die
zur Abgasaufheizung bzw. Abluftaufheizung verwendete Wärmemenge sowie die zur Verbrennung
der heizwerthaltigen Substanzen, insbesondere Schadstoffe und/oder Geruchsstoffe,
erforderlichen und verwendeten Temperaturen erheblich über den zur Schadstoffvernichtung
bzw. Geruchsstoffvernichtung erforderlichen Grenzwerten liegen. Hierdurch wird eine
sicherere bzw. vollständigere Vernichtung der mit den Abgasen bzw. der Abluft transportierten
heizwerthaltigen Substanzen, insbesondere Schadstoffe und/oder Geruchsstoffe, erreicht.
Ferner wird dadurch die Grundlage für eine Energieabführung bzw. Energieausschleusung
bzw. Energieauskopplung geschaffen. Die dadurch entstehende überschüssige Energie
wird vorzugsweise zur Gewinnung elektrischer Energie oder anderweitig nutzbarer Energie
genutzt.
[0009] Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0010] Die Wärmeenergie kann durch Verbrennung eines Brennstoffs zugeführt werden. Als Energieträger
kann also ein Brennstoff verwendet werden. Es können feste, flüssige oder gasförmige
Brennstoffe genutzt werden, vorzugsweise derart, daß deren Verbrennungstemperaturen
über den Verbrennungstemperaturen der heizwerthaitigen Substanzen bzw. Schadstoffe
bzw. Geruchsstoffe liegen.
[0011] Vortelhaft ist es, wenn der Brennstoff ein regenerativer Brennstoff ist. Vorzugsweise
wird ein aus nachwachsenden Energieträgern bestehender oder gewonnener Brennstoff
verwendet.
[0012] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung ist dadurch gekennzeichnet, daß der Brennstoff
aus Abfall, der organische Bestandteile enthält, hergestellt ist. Dabei wird der Abfall
vorzugsweise unter Zwangsbelüftung kompostiert und anschließend getrocknet. Die Zwangsbelüftung
erfolgt vorzugsweise in einem geschlossenen Behälter. Vorteilhaft ist es, wenn die
Zwangsbelüftung ganz oder teilweise in einem Umluftbetrieb durchgeführt wird. Dabei
wird die Abluft den Abfällen ganz oder teilweise erneut zugeführt, so daß sie die
Abfälle mehrmals durchströmt, wodurch brennbare, heizwerthaltige Substanzen, insbesondere
Schadstoffe und/oder Geruchsstoffe, aufkonzentriert werden. Die in der Abluft mitgeführten
heizwerthaltigen Substanzen, insbesondere Schadstoffe und/oder Geruchsstoffe, werden
angereichert, indem sie durch Kreislaufführung der Abluft aufkonzentriert werden.
Unter einer Kompostierung ist eine biologische Behandlung zu verstehen. Erforderlichenfalls
kann zusätzlich auch eine mechanische Behandlung durchgeführt werden, beispielsweise
eine Zerkleinerung der Abfälle vor, während und/oder nach der biologischen Behandlung
bzw. Kompostierung.
[0013] Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich insbesondere, wenn der Abfall in einem
geschlossenen Behälter unter Zwangsbelüftung kompostiert wird. Bei dem Abfall handelt
es sich vorzugsweise um Hausmüll oder hausmüllähnliche Abfälle, die organische Bestandteile
enthalten. Der Abfall wird kompostiert, also biologisch behandelt. Zusätzlich kann
eine mechanische Behandlung stattfinden, beispielsweise eine Zerkleinerung, die vor
und/oder während und/oder nach der Kompostierung bzw. biologischen Behandlung durchgeführt
werden kann. Durch das erfindungsgemäße Verfahren kann Abluft gereinigt werden, die
bei der biologischen Behandlung bzw. Kompostierung von Hausmüll oder hausmüllähnlichen
Abfällen nach folgendem Verfahren entsteht: Der Hausmüll bzw. die hausmüllähnlichen
Abfälle werden erforderlichenfalls zunächst vorbehandelt, insbesondere zerkleinert.
Anschließend werden sie in einem oder mehreren geschlossenen Behältern unter Zwangsbelüftung
kompostiert, wobei die organischen Bestandteile abgebaut werden. Nach einer bestimmten
Zeit von beispielsweise sieben Tagen - nach dieser Zeit sind die biologisch leichter
zersetzbaren Bestandteile typischerweise ganz oder zu einem wesentlichen Bestandteil
abgebaut - wird die Kompostierung durch Trocknung zum Stillstand gebracht. Das Material
wird auf eine Restfeuchte von höchstens 15 % getrocknet. Es kann dann erforderlichenfalls
noch nachbehandelt werden. Ein derartiges Material wird unter dem Namen Trockenstabilat®
in Verkehr gebracht.
[0014] Die bei der Herstellung von Trockenstabilat® entstehende Abluft wird vorzugsweise
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren gereinigt. Dabei kann als Brennstoff vorzugsweise
Trockenstabilat verwendet werden.
[0015] Vorteilhaft ist es, wenn die Abgase vor der Verbrennung durch einen Wärmetauscher
aufgeheizt werden. Die Abgase können nach der Verbrennung einen Wärmetauscher aufheizen.
Die Wärmetauscher sind vorzugsweise katalytisch wirkende Wärmetauscher. Insbesondere
handelt es sich um katalytisch wirkende Katalysatorpakete. Vorzugsweise werden die
Abgase vor der Verbrennung durch den Wärmetauscher auf Verbrennungstemperatur aufgeheizt.
[0016] Vorteilhaft ist es, wenn der Wärmetauscher zeitweise die Abgase aufheizt und zeitweise
von den Abgasen aufgeheizt wird. Es wird also ein zeitlich wechselnder Betrieb durchgeführt.
Nach einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung wird der Wärmetauscher zeitweise gespült,
vorzugsweise mit Spülluft. Vorteilhaft ist es, wenn mehrere Wärmetauscher wechselweise
die Abgase aufheizen und von den Abgasen aufgeheizt werden. Es findet also ein zeitlich
wechselnder Betrieb statt, bei dem mehrere, mindestens zwei, Wärmetauscher wechselweise
die Abgase aufheizen und von den Abgasen aufgeheizt werden.
[0017] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung ist dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Wärmetauscher
wechselweise die Abgase aufheizen, von den Abgasen aufgeheizt werden und gespült werden.
Vorzugsweise werden drei Wärmetauscher hierfür verwendet. Es findet ein zeitlich wechselnder
Betrieb statt, während dem jeder Wärmetauscher zeitlich wechselnd die Abgase aufheizt,
von den Abgasen aufgeheizt wird und gespült wird.
[0018] Die Steuerung der Wärmetauscher erfolgt vorzugsweise in Abhängigkeit der Temperaturen,
beispielsweise der Temperaturen der Abgase und/oder der Verbrennungsgase, und/oder
in Abhängigkeit der in der abströmenden Luft gemessenen Stoffkonzentrationen, insbesondere
der gemessenen Schadstoffwerte.
[0019] Die Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung zum Reinigen von Abgasen, die heizwerthaltige
Substanzen, insbesondere Schadstoffpartikel und/oder Geruchspartikel, enthalten, wobei
die Vorrichtung insbesondere zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens dient.
In der Vorrichtung ist ein Behälter vorhanden, der mehrere, vorzugsweise drei, Kammern
umfaßt, zu denen jeweils eine aufsteuerbare und verschließbare Abgasleitung und eine
aufsteuerbare und verschließbare Reingasleitung führt. Die Abgasleitungen können von
einer Abgas-Sammelleitung abzweigen. Die Reingasleitungen können in eine Reingas-Sammelleitung
münden. Der Behälter weist ferner eine Einrichtung zum Auskoppeln der überschüssigen
Wärmeenergie auf.
[0020] Vorzugsweise ist eine gemeinsame Brennkammer vorhanden. Bei der gemeinsamen Brennkammer
kann es sich um eine Brennkammer für alle Kammern handeln oder um eine Brennkammer
für Gruppen von Kammern. Die gemeinsame Brennkammer schließt sich vorzugsweise an
die oberen Endbereiche der Kammern an.
[0021] In den Kammern ist vorzugsweise ein Wärmetauscher vorhanden. Dabei handelt es sich
vorzugsweise um einen katalytisch wirkenden Wärmetauscher bzw. um ein Katalysatorpaket.
[0022] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand der beigefügten Zeichnung
im einzelnen erläutert. In der Zeichnung zeigt die
- einzige Figur
- eine Vorrichtung zum Reinigen von Abgasen in einer schematischen Ansicht.
[0023] Die Vorrichtung umfaßt eine erste Kammer 8, eine zweite Kammer 9 und eine dritte
Kammer 10, in denen sich jeweils ein katalytisch wirkender Wärmetauscher, nämlich
ein Katalysatorpaket, befindet. Die Vorrichtung ist auf diese Weise in drei Segmente
I, II und III unterteilt.
[0024] Oberhalb der Kammern 8, 9, 10 befindet sich eine gemeinsame Brennkammer 11. Die Brennkammer
11 überdeckt den Bereich der Kammern 8, 9, 10. Die Kammern 8, 9, 10 münden mit ihren
oberen offenen Enden in die gemeinsame Brennkammer 11.
[0025] Die zu reinigenden Abgase werden der Vorrichtung durch eine Abgas-Sammelleitung 1
zugeführt. Das Abgas stammt aus der Herstellung von Trockenstabilat®. Das Abgas kann
der Vorrichtung als Rohgas mit einer Temperatur von beispielsweise 30° C zugeführt
werden. Von der Abgas-Sammelleitung 1 zweigt in jedem Segment I, II, III eine Abgasleitung
ab, die durch jeweils ein Ventil gesondert aufsteuerbar ist. Das Ventil befindet sich
im unteren Bereich der jeweiligen Kammer 8, 9, 10.
[0026] Von diesen unteren Bereichen der Kammern 8, 9, 10 zweigt ferner jeweils eine Reingasleitung
ab, die durch jeweils ein weiteres Ventil gesondert aufsteuerbar ist. Die Reingasleitungen
münden in eine Reingas-Sammelleitung 7, aus der das Reingas mit einer Temperatur von
beispielsweise 47°C abgeführt wird.
[0027] Ferner ist eine Spülluft-Sammelleitung 6 vorhanden, von der eine jeweils gesondert
aufsteuerbare und verschließbare Spülluftleitung in den unteren Bereich jeder Kammer
8, 9, 10 führt.
[0028] Im Betrieb wird die Abluft aus der Herstellung von Trockenstabilat® durch die Abgas-Sammelleitung
in das System eingeleitet. Die Segmente I, II, III befinden sich abwechselnd in einem
Betriebszustand, in dem die Abgase durch den Wärmetauscher aufgeheizt werden, in dem
die Abgase den Wärmetauscher aufheizen und in dem der Wärmetauscher gespült wird.
In der Darstellung der einzigen Figur werden die Abgase durch den Wärmetauscher in
der Kammer 8 des Segments I aufgeheizt. Dementsprechend ist das Ventil in der Abgasleitung
zur Kammer 8 geöffnet und ist das Ventil in der Reingasleitung von der Kammer 8 geschlossen.
In der Kammer 9 des zweiten Segments II heizen die Abgase den Wärmetauscher in dieser
Kammer 9 auf. Dementsprechend ist das Ventil der Abgasleitung zur Kammer 9 geschlossen
und ist das Ventil der Reingasleitung aus der Kammer 9 geöffnet. Der Wärmetauscher
in der Kammer 10 des Segments III wird mit Spülluft gespült. Dementsprechend sind
die Ventile von der Abgasleitung in die Kammer 10 und in die Reingasleitung von der
Kammer 10 geschlossen. Die Spülluftleitung in die Kammer 10 ist geöffnet.
[0029] In Abhängigkeit von den Temperaturen und/oder von den in der abströmenden Reinluft
gemessenen Schadstoffwerten wechseln die Kammern 8, 9, 10 der Segmente I, II, III
ihren Betrieb.
[0030] Die durch die Abgas-Sammelleitung 1 in die Vorrichtung eingeleitete Abluft wird durch
das aufgeheizte Katalysatorpaket in der Kammer 8 auf die Verbrennungstemperatur der
Schadstoffe aufgeheizt, indem dieses Katalysatorpaket Wärme an die Abluft abgibt.
Auf der Höhe 2 der Kammer 8, also am oberen Ende der Kammer 8, an dem die Kammern
8, 9, 10 in die gemeinsame Brennkammer 11 münden, kann die mit 30° C in die Kammern
eingeleitete Abluft eine Temperatur von 800° C erreicht haben.
[0031] Danach wird der Abluft auf hohem Temperaturniveau Wärmeenergie zugeführt. Dies geschieht
in der gemeinsamen Brennkammer 11, beispielsweise an der mit 3 bezeichneten Stelle.
Die zugeführte Wärmeenergie stammt vorzugsweise aus einer regenerativen Energiequelle.
Insbesondere wird diese Wärmeenergie durch die Verbrennung eines regenerativen Brennstoffs
erzeugt. Vorzugsweise wird Trockenstabilat ® verbrannt. Hierdurch wird dem Abgas Wärmeenergie
auf einem hohen Temperaturniveau zugeführt. Der Brennstoff, insbesondere Trockenstabilat,
kann außerhalb der Brennkammer 11 verbrannt werden, und die dadurch erzeugte Energie
kann der Brennkammer zugeführt werden. Es ist allerdings auch möglich, den Brennstoff,
insbesondere Trockenstabilat, in die Brennkammer 11 einzubringen und dort zu verbrennen.
Auch andere Arten der Zuführung von Energie zu der Brennkammer 11, mit oder ohne Verwendung
eines Brennstoffs, sind möglich.
[0032] Die überschüssige Wärmeenergie, also derjenige Teil der Wärmeenergie, der zur Schadstoffvernichtung
bzw. Geruchsstoffvernichtung nicht benötigt wird, wird auf hohem Temperaturniveau
ausgekoppelt und in elektrische Energie umgewandelt. Dies kann durch eine direkte
Umformung 5 geschehen. Dabei wird die Energie aus der Brennkammer 11 abgeführt. Dies
kann durch einen Wärmetauscher erfolgen. Stattdessen oder zusätzlich ist es möglich,
die überschüssige Wärmeeneregie durch indirekte Umformung in elektrische Energie umzuwandeln.
In diesem Fall wird die überschüssige Wärmeenergie an der Stelle 4, also im unteren
Bereich der Kammer 9, ausgekoppelt. Die Auskopplung erfolgt also an einer Stelle,
an der die Luft das Katalysatorpaket der Kammer 9 bereits durchströmt hat und eine
geringere Temperatur aufweist.
[0033] Die Luft verläßt die Brennkammer 11 durch das obere offene Ende der Kammer 9 des
Segments II. Sie durchströmt die Kammer 9 des Segments II von oben nach unten und
gibt dabei Energie an das in der Kammer 9 befindliche Katalysatorpaket ab. Das Verfahren
wird vorzugsweise derart geführt, daß die Luft so viel Energie an das Katalysatorpaket
in der Kammer 9 abgibt, wie erforderlich ist, um die Schadstoffe bzw. Geruchsstoffe
sicher zu vernichten, wenn im Segment II die Abgase vor der Verbrennung durch den
dort befindlichen Wärmetauscher aufgeheizt werden, wenn also im Segment II derjenige
Teil des Betriebes durchgeführt wird, der in der Schemazeichnung im Segment I durchgeführt
wird.
[0034] Dementsprechend verläßt die gereinigte Abluft das System über das Katalysatorpaket
im Segment II, wobei sie ihre Wärme auf dieses Katalysatorpaket im Segment II überträgt.
Sie gelangt von dort über das geöffnete Ventil in die Reingasleitung und weiter in
die Reingas-Sammelleitung 7, von wo sie abgeführt wird.
[0035] Bei der Abluftreinigung werden die Katalysatorpakete der Segmente I, II und III wechselweise
beaufschlagt. Um den Schlupf ungereinigter Abluft zu vermeiden, wird vor erneuter
Beaufschlagung des kalten, neu zu beaufschlagenden Katalysatorpaketes dieses mit Spülluft
gespült. In der Schemazeichnung geschieht dies im Segment III. Hierbei werden die
angereicherten unverbrannten Rückstände vom Katalysator abgelöst und mit der Spülluft
dem aufgeheizten Katalysatorpaket zugeführt (in der Schemazeichnung dem Katalysatorpaket
im Segment II), wobei sie zerstört werden. Dies geschieht, bevor der Abluftstrom vollständig
auf das Katalysatorpaket im Segment III umgeschaltet wird.
[0036] Die gereinigte Abluft verläßt das System durch die Reingas-Sammelleitung 7. Sie hat
ihre Wärmeenergie nahezu vollständig auf ein Katalysatorpaket übertragen (in der Schemazeichnung
auf das Katalysatorpaket im Segment II).
[0037] Durch die Temperaturdifferenz, die in der gemeinsamen Brennkammer 11 erzeugt wird,
besteht erstmals die Möglichkeit, eine mit einer Abluftreinigung gekoppelte externe
Energieerzeugung aus nachwachsenden Energieträgern durchzuführen, und zwar auf einem
höheren oder wesentlich höheren Temperaturniveau als bisher. Nach Erreichen des zur
Schadstoffzersetzung erwünschten bzw. erforderlichen Temperaturniveaus wird das über
der Verbrennungstemperatur der Schadstoffe liegende Energiepotential zur Energieauskopplung
und Nutzung, insbesondere Stromerzeugung, eingesetzt. Zur Umwandlung der auskoppelbaren
Energie werden vorzugsweise Gasturbinen, Heißgasturbinen, Dampferzeuger, Heißluftmotoren,
Expansionsmaschinen oder Wärmekraftmaschinen mit entsprechenden Stromerzeugungsaggregaten
benutzt.
[0038] Da die Wärmetauscher in den Kammern 8, 9, 10 als Katalysatoren wirken, können die
Energieumformer für die auszukoppelnde Energie mit einer Heißgasqualität betrieben
werden, die bisher nicht erreicht worden ist, und zwar auch dann nicht, wenn Trockensorption,
Naßwäsche oder Filter angewendet worden sind.
[0039] Durch die Erfindung wird ein Verfahren zur thermisch regenerativen Abgasreinigung
mit Zufuhr von Hochtemperaturwärme und externer Nutzung der überschüssigen Energie
geschaffen, wobei die Hochtemperaturwärme vorzugsweise aus regenerativen Brennstoffen
gewonnen wird. Durch die Erfindung wird es ermöglicht, ein Verfahren zur katalytischen,
regenerativen und/oder rekuperativen Abgasreinigung durchzuführen. Dem Abgas kann
mehr Wärmeenergie zugeführt werden, und dies kann auf einem höheren Temperaturniveau
geschehen, als zur Schadstoffzerstörung erforderlich ist. Die überschüssige Wärmeenergie
kann aus dem System ausgeschleust und zur Nutzung umgeformt werden. Die gereinigten
Verbrennungsgase können einer Heißgasturbine oder Expansionsmaschine zugeführt werden.
Die Gasströme können so geführt werden, daß die gereinigten Abgase sowohl aus der
Abluftreinigung als auch aus der Schadstoffverbrennung und Energieerzeugung mit Umgebungstemperatur
in die Atmosphäre austreten. Das Verfahren kann derart geführt werden, daß verschiedene
Kammern eines Behälters mit katalytisch wirkenden Wärmetauschern gefüllt werden, wobei
diese Kammern mit unterschiedlich zu steuernden Gaszuführungsleitungen versehen sein
können. Die Kammern können eine Heißgasentnahmevorrichtung aufweisen. Das Heißgas
kann den Kammern beispielsweise an den Stellen entnommen werden, die der mit 4 bezeichneten
Stelle im unteren Bereich der Kammer 9 des Segments II entsprechen. An dieser Stelle
hat das Gas den katalytisch wirkenden Wärmetauscher in der Kammer 9 durchlaufen und
diesen Wärmetauscher aufgeheizt. In dem oberen gemeinsamen Raum 11 der Vorrichtung,
also in der Brennkammer, kann eine Energieeinspeisevorrichtung für regenerative Energieträger
vorhanden sein.
[0040] In der Vorrichtung, die in der Zeichnung dargestellt ist, kann eine wirkungsvolle
Begrenzung von C
gesamt-Konzentrationen mittels thermisch-regenerativer Abluftbehandlung erfolgen. Dabei
werden wie bei der Nachverbrennung die Kohlenwasserstoffe in einer Brennkammer 11
zu Kohlendioxid und Wasserdampf oxidiert. Zur Reduzierung der Betriebskosten erfolgt
eine maximale Wärmerückgewinnung mittels Keramik-Wärmetauschern, die in den Kammern
8, 9, 10 untergebracht sind. Im heißen Zustand gibt die erste Kammer 8 des Segments
I ihre gespeicherte Wärmeenergie zur Aufheizung der Prozeßluft ab, während nach erfolgtem
Abschluß der Oxidation in der Brennkammer 11 die zweite Kammer 9 des Segments II durch
die heiße Abluft erneut aufgeheizt wird. Durch zyklisches Umschalten der Strömungsrichtung
wird der Dauerbetrieb sichergestellt.
[0041] Durch die Vorrichtung können die Vorgaben der 29. BlmSchV eingehalten werden. Die
Abwärme wird über spezielle Wärmetauscher mit katalytischen Eigenschaften bis zu 98
% zurückgewonnen. Emissionsrelevante Umschaltpeaks werden durch Verwendung von drei
Kammern 8, 9, 10 vermieden. Das Ergebnis ist ein kontinuierlich niedriges Reingassignal
in der Reingas-Sammelleitung 7. Reinluftgehalte von 5 mg C
gesamt/m
3 Abluft lassen sich sicher einhalten. Auch während Wartungsarbeiten kann die volle
Funktion der Abluftreinigung gewährleistet werden, so daß eine 100 %-ige Verfügbarkeit
erreicht werden kann. Die Brennkammer 11 ist nach den Vorgaben der 30. BlmSchV (Deutsche
Bundesemissionsschutzverordnung) gestaltet, also mit Verweilzeiten von zwei Sekunden
bei Temperaturen von 850° C und mit einem Temperaturquench, der eine Abkühldauer von
< 1 Sekunde sicherstellt.
1. Verfahren zum Reinigen von Abgasen, die heizwerthaltige Substanzen, insbesondere Schadstoffpartikel
und/oder Geruchspartikel, enthalten, bei dem die heizwerthaltigen Substanzen verbrannt
werden, bei dem Wärmeenergie auf einem hohen Temperaturniveau zugeführt wird und bei
dem Wärmeenergie aus dem Abgas abgeführt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß die überschüssige Wärmeenerie aus dem Abgas abgeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die abgeführte Energie umgewandelt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmeenergie durch Verbrennung eines Brennstoffs zugeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Brennstoff ein regenerativer Brennstoff ist.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Brennstoff aus Abfall, der organische Bestandteile enthält, hergestellt ist,
wobei der Abfall vorzugsweise unter Zwangsbelüftung in einem vorzugsweise geschlossenen
Behälter kompostiert und anschließend getrocknet worden ist.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Abgase vor der Verbrennung durch einen Wärmetauscher aufgeheizt werden.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Abgase nach der Verbrennung einen Wärmetauscher aufheizen.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Wärmetauscher zeitweise die Abgase aufheizt und zeitweise von den Abgasen aufgeheizt
wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Wärmetauscher zeitweise gespült wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere, vorzugsweise 3, Wärmetauscher wechselweise die Abgase aufheizen, von den
Abgasen aufgeheizt werden und gespült werden.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerung der Wärmetauscher in Abhängigkeit der Temperaturen und/oder der in
der abströmenden Luft gemessenen Schadstoffwerte erfolgt.
12. Vorrichtung zum Reinigen von Abgasen, die heizwerthaltige Substanzen, insbesondere
Schadstoffpartikel und/oder Geruchspartikel, enthalten, insbesondere zur Durchführung
des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 11, mit einem Behälter, der mehrere,
vorzugsweise 3, Kammern (8, 9, 10) umfaßt, zu denen jeweils eine aufsteuerbare und
verschließbare Abgasleitung und eine aufsteuerbare und verschließbare Reingasleitung
führt, und der eine Einrichtung (4, 5) zum Auskoppeln der überschüssigen Wärmeenergie
aufweist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, gekennzeichnet durch eine gemeinsame Brennkammer (11).
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß in den Kammern (8, 9, 10) ein Wärmetauscher vorhanden ist, vorzugsweise ein katalytisch
wirkender Wärmetauscher.