[0001] Die Erfindung betrifft einen Schlaufenhefter für gelochtes Schriftgut, bestehend
aus einem unteren Deckel mit an diesem mittels eines Stützfußes angebrachten elastischen
Haltezungen zum Aufreihen des Schriftgutes und diesen gegenüber am oberen Deckel vorgesehenen
Ösen, in denen die Haltezungen geführt und mittels eines Anschlages gehalten sind.
[0002] Derartige Schnellhefter zum Abheften von Papierbögen sind beispielsweise aus der
DE 195 27 872 A1 bekannt. Die Haltezungen sind über ein mit einem Rastelement versehenes
Fußteil am unteren Deckel verrastet. An dem mit dem Fußteil verbundenen Ende sind
sie als Blattfeder ausgebildet und weisen im mittleren Bereich eine verringerte Breite
(Taille) und gleichzeitig eine Ausbauchung an der zum unteren Deckel weisenden Rückseite
auf. Durch diese Formgebung soll die Haltezunge beim Öffnen des Schnellhefters, und
zwar wenn die Haltezungen elastisch in den Ösen gehalten sind, einen Ring bilden,
so daß die auf die Haltezunge aufgereihten Papierblätter bequem und ohne Beschädigung
umgeblättert werden können. Andererseits sollen in geschlossenem Zustand des Hefters
aber auch keine Rückstellkräfte der elastischen Haltezunge auf den oberen Deckel wirken,
die dessen leichtes Offenhalten zur Folge haben.
[0003] Tatsächlich ist bei den bekannten Schlaufenheftern die mit den herrschenden Rückstellkräften
verbundene Problematik nicht gelöst. Bei einem in geringer Materialstärke ausgebildeten
Gelenk zwischen der Haltezunge und dem Fußteil ist zwar die elastische Wirkung auf
den oberen Deckel gering, andererseits kann sich aber der das Umblättern erleichternde
Bogen nicht vollständig ausbilden und insbesondere kann das Schriftgut am Übergang
zwischen dem Fußteil und der Haltezunge verklemmt oder gar beschädigt werden. Eine
zu geringe Steifigkeit der Haltezunge oder von Teilen derselben kann außerdem das
Auffädeln des mit Aufnahmeöffnungen versehenen Schriftgutes erschweren. Schließlich
kann ein schwach ausgebildetes Gelenk nach längerer Benutzung auch beschädigt werden.
Ein weiterer Nachteil der bekannten Schnellhefter mit Haltezungen besteht zudem darin,
daß die zur Vermeidung eines selbständigen Herausrutschens der Haltezungen vorgesehenen
Anschläge trotz ihrer nur geringfügigen Höhe zu einer Beschädigung des Schriftgutes
führen können, und zwar insbesondere dann, wenn auf die geschlossenen Hefter ein Druck
ausgeübt wird, so daß sich die Anschläge in das Schriftgut eindrücken.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schlaufenhefter der eingangs erwähnten
Art in bezug auf seine Haltezungen so auszubilden, daß eine bequeme und sichere Handhabung
des Schlaufenhefters und des in diesem aufbewahrten Schriftgutes gewährleistet ist.
[0005] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe mit einem gemäß den Merkmalen des Patentanspruchs
1 ausgebildeten Schlaufenhefter gelöst.
[0006] Der wesentliche Erfindungsgedanke nach Anspruch 1 besteht dabei zum einen darin,
daß die Stärke der Haltezunge von der Wurzel zur Spitze hin stetig ansteigt und in
dem stärkeren Bereich eine in der Länge begrenzte, zur Spitze hin allmählich abfallende
Absenkung oder Schräge eingeformt ist, an deren Ende eine in die Haltezunge integrierte
Anschlagfläche gebildet ist. Zum anderen ist der Übergang zwischen der Haltezunge
und dem mit dieser einstückig verbundenen Stützfuß auf der zum oberen Deckel des Schlaufenhefters
weisenden Seite der Haltezunge als großer Radius ausgebildet, während der Übergang
zwischen der zum unteren Deckel weisenden Fläche der Haltezunge und dem Stützfuß durch
einen vergleichsweise kleinen Radius bestimmt ist.
[0007] Die erfindungsgemäße Gestaltung der Haltezungen bewirkt einerseits, daß diese in
aufgeklapptem Zustand des Schlaufenhefters und in der in den Ösen gehaltenen Lage
einen gut ausgeprägten Bogen bilden, so daß das Schriftgut bequem umgeblättert werden
kann und nicht hängenbleibt oder beschädigt wird. Andererseits sind aber bei geschlossenem
Hefter die auf den oberen Deckel wirkenden Rückstellkräfte der Heftzungen gering,
das heißt, der obere Deckel des Schlaufenhefters kann sich nicht selbsttätig abheben.
Des weiteren können durch den in die Haltezungen integrierten - abgesenkten - Anschlag
auf dem Schriftgut keine Abdrücke, wie das bei den hervorstehenden Anschlägen möglich
ist, entstehen. Diese Art der Anschlageinbindung in die Haltezunge ist erst in Verbindung
mit der zur Spitze der Haltezungen ansteigenden Materialstärke möglich. Schließlich
ist die vorgeschlagene Gestaltung der Heftzungen noch insofern vorteilhaft, als das
freie Ende der Haltezunge besonders biegesteif ist und damit das Auffädeln von neuem
Schriftgut ohne Schwierigkeiten durchgeführt werden kann.
[0008] Aus den Unteransprüchen ergeben sich vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung,
wie beispielsweise die konische Verjüngung der Haltezunge von der Wurzel zur Spitze
oder die spezielle Ausbildung des Stützfußes zur Herstellung einer Schweißverbindung
mit dem Deckel.
[0009] Eine zweite Ausführungsvariante zur Lösung der gestellten Aufgabe ergibt sich aus
den Merkmalen des Nebenanspruchs 9. Ausgehend von den Merkmalen des Oberbegriffs des
Anspruchs 9 hat die Haltezunge bei dieser vereinfachten Ausführungsvariante - im Unterschied
zu der Ausführungsform nach Anspruch 1 - eine deren Biegeelastizität gewährleistende
gleichbleibende Stärke, während die Spitze durch eine einseitige Materialerhöhung
über einen bestimmten Längenbereich unter Bildung eines als Anschlag dienenden Absatzes
deutlich stärker ausgebildet ist.
[0010] Abgesehen davon, daß der Anschlag in diesem Fall nicht in Haltezunge integriert ist,
ermöglicht auch diese Ausbildung der Haltezunge eine einfache, bequeme und sichere
Handhabung des Schlaufenhefters und des Schriftgutes.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der Zeichnung näher erläutert. Es
zeigen:
- Fig. 1
- eine Ansicht eines Schlaufenhefters in aufgeklapptem Zustand;
- Fig. 2
- eine Draufsicht einer erfindungsgemäß ausgebildeten Haltezunge eines Schlaufenhefters;
- Fig. 3
- eine seitliche Schnittansicht der in Fig. 2 gezeigten Haltezunge;
- Fig. 4
- den Fuß einer Haltezunge in einer Einzelheit Z nach Fig. 3; und
- Fig. 5
- den zur Befestigung durch Schweißen ausgebildeten Fuß der Haltezunge in einer Seitenansicht.
[0011] Wie Figur 1 zeigt, besteht ein Schlaufenhefter aus einem oberen Deckel 1 und einem
unteren Deckel 2, die über einen Rücken 3 verbunden sind. In dem nahe dem Rücken 3
befindlichen Heftbereich sind in einer dem üblichen Lochabstand in einem Papierbogen
entsprechenden Entfernung am unteren Deckel 2 zwei elastische Haltezungen 4 angebracht.
An der Innenseite des oberen Deckels sind gegenüber den Haltezungen 4 Ösen 5 vorgesehen,
in denen die Haltezungen 4 beim Öffnen und Schließen des Schlaufenhefters beweglich
geführt sind. Wenn neue Papierbögen abgeheftet werden sollen, werden die elastischen
Haltezungen aus den Ösen gezogen. Auf die sich unter der Wirkung ihrer Elastizität
selbsttätig aufrichtenden Haltezungen 4 kann nun gelochtes Schriftgut aufgeschoben
werden. Anschließend werden die Haltezungen 4 in die gegenüberliegenden Ösen gesteckt,
so daß die Papierbögen sicher an den von den Haltezungen 4 gebildeten Schlaufen gehalten
sind. Beim Schließen des Schlaufenhefters legen sich die Haltezungen auf das Schriftgut.
[0012] Die Haltezungen sind, wie aus den Figuren 2 bis 5 ersichtlich, mit einem zur Befestigung
durch Schweißen ausgebildeten Stützfuß 6 einstückig verbunden. Zur Herstellung einer
einfach zu fertigenden und stabilen Schweißverbindung mit dem unteren Deckel 2 sind
an die Auflagefläche des Stützfußes 6 mehrere Schweißvorsprünge 7 und an deren Rand
eine im wesentlichen umlaufende Schweißlippe 8 zur Bildung einer definierten Schweißnaht
angeformt. Es ist aber auch denkbar, den Stützfuß 6 so auszubilden, daß er formschlüssig
mit dem unteren Deckel 2 - zum Beispiel durch Verrasten - verbunden werden kann.
[0013] Wie aus der in Fig. 1 wiedergegebenen Draufsicht erkennbar ist, sind die Haltezungen
4 in bezug auf die zum oberen und unteren Deckel 1, 2 parallele Fläche 10, 11 vom
Stützfuß 6 zur abgerundeten Spitze 9 hin konisch geformt. In die zum unteren Deckel
2 weisende, daß heißt, bei geschlossenem Schlaufenhefter an dem Schriftgut anliegende
Fläche 11 der Haltezungen 4 ist ein Anschlag 13 integriert, an dem die jeweilige Haltezunge
4 in der zugehörigen Öse 5 gegen ein selbsttätiges Herausrutschen aus dieser gesichert
ist. Die zum oberen Deckel 1 weisende Fläche 10 stellt gemäß der Schnittansicht nach
Fig. 2 eine Gerade dar, während die zum Heftgut oder zum unteren Deckel 2 weisenden
Fläche 11 vom Stützfuß 6 zur Spitze 9 hin im wesentlichen ansteigend verläuft. Das
heißt, die Haltezunge 4 wird zur Spitze 9 hin immer stärker und damit immer stabiler
bzw. weniger elastisch, jedoch abgesehen von dem Bereich, in dem durch eine allmähliche
Materialschwächung in Form einer Schräge 12 der in die Fläche 11 integrierte Anschlag
13 gebildet ist.
[0014] Durch die konsequent konische Form der Haltezunge 4 von der Wurzel zur Spitze 9 wird
das Auffädeln des Schriftgutes erleichtert. Die große Materialstärke im Bereich der
Spitze 9 sorgt für eine hohe Biegesteifigkeit, so daß das Auffädeln zusätzlich vereinfacht
wird. Andererseits bewirken die von der Wurzel ausgehende allmähliche Erhöhung der
Materialstärke einschließlich der Schräge 12 bis zum Anschlag 13 eine definierte Krümmung
der Haltezunge 4, so daß - bei aufgeschlagenem Schlaufenhefter - ein bequemes Umblättern
der aufgereihten Papierbögen gewährleistet ist. Schließlich macht es die zur Spitze
hin ansteigende Materialstärke überhaupt erst möglich, daß der Anschlag 13 in die
Fläche 11 integriert werden kann und nicht eine über die Fläche 11 hinausragende Erhöhung
bildet. Eine Beschädigung des Heftgutes durch den Anschlag 13 ist durch diese Formgestaltung
ausgeschlossen.
[0015] Die Anbindung der Haltezunge 4 an den Stützfuß 6 ergibt sich aus den Figuren 4 und
5. Danach ist der Übergang 14 zwischen der zum oberen Deckel 1 weisenden Fläche 10
und dem Stützfuß 6 durch einen großen Radius gekennzeichnet, während der Radius am
Übergang 15 zwischen der zum unteren Deckel 2 bzw. zum Schriftgut weisenden Fläche
11 und dem Stützfuß 6 deutlich kleiner ist. Der kleine Radius unterstützt das leichte
Anlegen der Haltezunge 4 an das Schriftgut und verringert die auf den oberen Deckel
1 wirkenden Rückstellkräfte. Andererseits unterstützt der große Radius am Übergang
14 die Ausbildung einer ausgeprägten Krümmung der Haltezunge 4 bei in den Ösen gehaltenen
Haltezungen und aufgeklapptem Schlaufenhefter, die bereits am Stützfuß 6 beginnt und
ein komfortables Umblättern der abgehefteten Papierbögen ohne Verklemmen oder Einreißen
der Blätter gewährleistet.
Bezugszeichenliste
[0016]
- 1
- oberer Deckel
- 2
- unterer Deckel
- 3
- Rücken
- 4
- Haltezunge
- 5
- Öse
- 6
- Stützfuß
- 7
- Schweißvorsprung
- 8
- Schweißlippe
- 9
- Spitze
- 10
- zum oberen Deckel weisende Fläche von 4
- 11
- zum unteren Deckel weisende Fläche von 4
- 12
- Schräge in 11
- 13
- Anschlag in 11
- 14
- Übergang zwischen Fläche 10 und Stützfuß 6
- 15
- Übergang zwischen Fläche 11 und Stützfuß 6
1. Schlaufenhefter für gelochtes Schriftgut, bestehend aus einem unteren Deckel mit an
diesem mittels eines Stützfußes angebrachten elastischen Haltezungen zum Aufreihen
des Schriftgutes und diesen gegenüber an einem oberen Deckel vorgesehenen Ösen, in
denen die Haltezungen geführt und durch einen an der zum unteren Deckel weisenden
Fläche vorgesehenen Anschlag gegen Herausrutschen gesichert sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Materialstärke der Haltezunge (4) vom Stützfuß (6) zur Spitze (9) hin stetig
zunimmt und der Anschlag (13) eine Anschlagfläche bildet, die durch einen begrenzten
Bereich (12) mit verringerter Materialstärke in die Haltezunge (4) integriert ist,
wobei der Übergang (15) zwischen der zum unteren Deckel (2) weisenden Fläche (11)
und dem Stützfuß (6) einen um ein Mehrfaches kleineren Radius aufweist als der Übergang
(14) zwischen der zum oberen Deckel (1) weisenden Fläche (10) und dem Stützfuß (6).
2. Schlaufenhefter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Bereich mit verringerter Materialstärke durch eine zum Anschlag (13) hin abfallende
Schräge (12) in der Haltezunge (4) gebildet ist.
3. Schlaufenhefter nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die in die Haltezunge (4) abgesenkte Anschlagfläche mit der Schräge (12) einen Winkel
von gleich oder kleiner 90° bildet.
4. Schlaufenhefter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Haltezungen (4) durch eine sich zur Spitze (9) hin ständig verringernde Breite
konisch verjüngt ausgebildet sind.
5. Schlaufenhefter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenflächen und die Spitze der Haltezungen (4) gerundet ausgebildet sind.
6. Schlaufenhefter nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Stützfuß (6) und der Deckel (2) aus Kunststoff bestehen und durch Schweißen miteinander
verbunden sind.
7. Schlaufenhefter nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Stützfuß (6) auf der zum Deckel (2) weisenden Fläche eine im Randbereich umlaufende
Schweißlippe (8) und in dem von der Schweißlippe eingeschlossenen Bereich punktartige
Schweißvorsprünge (7) aufweist.
8. Schlaufenhefter nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Stützfuß durch eine Rast-/Steckverbindung an dem Deckel (2) gehalten ist.
9. Schlaufenhefter für gelochtes Schriftgut, bestehend aus einem unteren Deckel mit an
diesem mittels eines Stützfußes angebrachten elastischen Haltezungen zum Aufreihen
des Schriftgutes und diesen gegenüber an einem oberen Deckel vorgesehenen Ösen, in
denen die Haltezungen geführt und durch einen an der zum unteren Deckel weisenden
Fläche vorgesehenen Anschlag gegen Herausrutschen gesichert sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Haltezungen (4) ausgehend vom Stützfuß (6) zunächst eine deren Biegeelastizität
gewährleistende gleichbleibende Stärke haben und zur Versteifung des Spitzenbereichs
sowie zur Bildung des Anschlages (13) über die Länge ihres Endabschnitts eine einseitige
Materialverstärkung aufweisen, wobei der Übergang (15) zwischen der zum unteren Deckel
(2) weisenden Fläche (11) und dem Stützfuß (6) einen um ein Mehrfaches kleineren Radius
hat als der Übergang (14) zwischen der zum oberen Deckel (1) weisenden Fläche (10)
und dem Stützfuß (6).