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EP 1 307 072 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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12.12.2007 Patentblatt 2007/50 |
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Anmeldetag: 07.10.2002 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Verfahren zum Betrieb eines Hörgerätes sowie Hörgerät
Method for operating a hearing aid and hearing aid
Procédé pour actionner une prothèse auditive et prothèse auditive
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE SK TR |
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Priorität: |
17.10.2001 DE 10150675
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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02.05.2003 Patentblatt 2003/18 |
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Patentinhaber: Siemens Audiologische Technik GmbH |
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91058 Erlangen (DE) |
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Erfinder: |
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- Fischer, Eghart
91126 Schwabach (DE)
- Hamacher, Volkmar
52146 Würselen (DE)
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| (74) |
Vertreter: Berg, Peter et al |
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European Patent Attorney,
Siemens AG,
Postfach 22 16 34 80506 München 80506 München (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
WO-A-01/01731 US-A- 6 101 258
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WO-A-01/72085
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Hörgerätes mit einem Eingangswandler
zur Aufnahme eines Eingangssignals und Wandlung in ein elektrisches Signal, einer
Signalverarbeitungseinheit zur Verarbeitung und Verstärkung des elektrischen Signals
und einem Ausgangswandler, wobei ein Umschaltvorgang zum Überführen des Hörgerätes
von einem ersten Betriebszustand in einen zweiten Betriebszustand ausgelöst wird und
wobei ein gleitender Übergang von dem ersten Betriebszustand zu dem zweiten Betriebszustand
erfolgt Ferner betrifft die Erfindung ein Hörgerät zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Zum optimierten Betrieb in unterschiedlichen Hörsituationen sind bei einem bekannten
Hörgerät mehrere Hörprogramme einstellbar. Zwischen den einzelnen Hörprogrammen kann
manuell oder automatisch umgeschaltet werden. Ein derartiges Hörgerät ist beispielsweise
in der
US 4,425,481 offenbart.
[0003] Aus dem Stand der Technik sind ferner Hörgeräte bekannt, bei denen zur weiteren Anpassung
an unterschiedliche Hörsituationen Algorithmen zur Signalverarbeitung im Hörgerät
ein- und ausgeschaltet werden können. Diese Algorithmen betreffen z.B. die Kompression,
die Reduktion von Störsignalen oder die Sprachsignalanhebung.
[0004] Sowohl die Umschaltung zwischen verschiedenen Hörprogrammen als auch die Aktivierung
von Algorithmen im Hörgerät können manuell oder automatisch erfolgen. Dabei entstehen
in der Regel störende akustische Effekte und damit verbundene Irritationen bei der
Perzeption von Schallsignalen in natürlichen Hörsituationen. Diese äußern sich zumeist
in Form von störenden Knack-Geräuschen, unnatürlichen Pegelsprüngen oder unnatürlichen,
plötzlichen Klangveränderungen.
[0005] Aus der
DE 195 42 961 C1 ist eine Schaltung zum Betrieb eines mit mindestens einem variablen Betriebsparameter
ausgestatteten Hörgeräts sowie ein Hörgerät als solches bekannt, wobei in einer Speicheranordnung
die Betriebsparametereinstellungen einer Ausgangssituation sowie einer Zielsituation
festgelegt sind und mittels einer Steuereinheit über ein bestimmtes Zeitintervall
ein Übergang des Betriebsparameters von der Einstellung in der Ausgangssituation in
die Einstellung der Zielsituation durchführbar ist.
[0006] Aus der
DE 195 34 981 A1 ist ein Verfahren zur Feinanpassung von Hörgeräten bekannt, bei dem zuerst in einem
Bewertungsschritt eine Bewertung des Optimierungsgrads am Hörgerät eingestellter Parameter,
beispielsweise mittels psychoakustischer Größen, und in einem nachfolgenden Optimierungsschritt
eine Justierung verbesserungsbedürftiger Parameter erfolgt. Dabei wird der zu bewertende
Optimierungsgrad oder hierfür maßgebliche Größen im Rahmen des Bewertungsschritts
und/oder der für den Optimierungsschritt maßgebliche Grad der Justierung des verbesserungsbedürftigen
Parameters durch auf Fuzzy-Logik basierende Algorithmen bzw. Regelsätze ermittelt.
[0007] Aus der
DE 198 59 171 C2 ist ein implantierbares Hörgerät mit Tinnitusmaskierer oder Noiser bekannt, bei dem
ein digitaler Signalprozessor vorgesehen ist, der sowohl für die Aufbereitung des
Audiosignals als auch für die Erzeugung der zur Tinnitusmaskierung oder Noiserfunktion
notwendigen Signale und für die Zusammenfassung der letztgenannten Signale mit dem
Audiosignals ausgelegt ist.
[0008] Aus der
US 6,101,258 ist ein Hörgerät mit einem omnidirektionalen und einem direktionalen Mikrofon bekannt.
Dabei kann manuell oder automatisch zwischen einer gerichteten und einer ungerichteten
Mikrofoncharakteristik umgeschaltet werden. Auch ein weiches Überblenden (Fading)
zwischen den unterschiedlichen Mikrofoncharakteristiken ist möglich.
[0009] Aus der
WO 01/01731 A1 sowie aus der
WO 01/72085 A2 sind Hörgeräte mit mehreren omnidirektionalen Mikrofonen bekannt, die zum Erzeugen
einer Richtwirkung elektrisch miteinander verschaltbar sind. Durch unterschiedliche
Verschaltung der Mikrofone können unterschiedliche Richtcharakteristiken erzeugt werden.
Zwischen den unterschiedlichen Richtcharakteristiken kann weich übergeblendet werden.
[0010] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, durch Ein-, Aus- oder Umschaltvorgänge
hervorgerufene, störende akustische Effekte bei einem Hörgerät zu vermeiden.
[0011] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Verfahren mit dem Merkmalen gemäß Patentanspruch
1
[0012] Ferner wird die Aufgabe gelöst durch ein Hörgerät mit den Merkmalen gemäß Patentanspruch
17.
[0013] Bei dem Hörgerät, das zur Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung verwendet
wird, handelt es sich beispielsweise um ein hinter dem Ohr tragbares Hörgerät, ein
in dem Ohr tragbares Hörgerät, ein implantierbares Hörgerät oder ein Taschenhörgerät.
Weiterhin kann das verwendete Hörgerät auch Teil eines mehrere Geräte zur Versorgung
eines Schwerhörigen umfassenden Hörgerätesystems sein, z.B. Teil eines Hörgerätesystems
mit zwei am Kopf getragenen Hörgeräten zur binauralen Versorgung oder Teil eines Hörgerätesystems,
bestehend aus einem am Kopf tragbaren Gerät und einer am Körper tragbaren Prozessoreinheit.
Das Hörgerät umfasst einen Eingangswandler zur Aufnahme eines Eingangssignals. Normalerweise
dient als Eingangswandler ein Mikrofon, das ein akustisches Signal aufnimmt und in
ein elektrisches Signal wandelt. Als Eingangswandler kommen jedoch auch Einheiten
in Betracht, die eine Spule oder eine Antenne aufweisen und die ein elektromagnetisches
Signal aufnehmen und in ein elektrisches Signal wandeln. Das Hörgerät umfasst ferner
eine Signalverarbeitungseinheit zur Verarbeitung und frequenzabhängigen Verstärkung
des elektrischen Signals. Zur Signalverarbeitung im Hörgerät dient vorzugsweise ein
digitaler Signalprozessor (DSP), dessen Arbeitsweise mittels auf das Hörgerät übertragbarer
Programme oder Parameter beeinflussbar ist. Dadurch lässt sich die Arbeitsweise der
Signalverarbeitungseinheit an den individuellen Hörverlust eines Hörgeräteträgers
sowie an die aktuelle Hörsituation, in der das Hörgerät gerade betrieben wird, anpassen.
Das so veränderte elektrische Signal ist schließlich einem Ausgangswandler zugeführt.
Dieser ist in der Regel als Hörer ausgebildet, der das elektrische Ausgangssignal
in ein akustisches Signal wandelt. Es sind jedoch auch hier andere Ausführungsformen
möglich, z.B. ein implantierbarer Ausgangswandler, der direkt mit einem Gehörknöchelchen
verbunden ist und dieses zu Schwingungen anregt.
[0014] Wie oben bereits ausgeführt worden ist, kann die Signalverarbeitung im Hörgerät durch
Parameter gesteuert werden. Ein ganzer Satz von Parametern, der zur Einstellung der
Signalverarbeitung an eine bestimmte Hörsituation dient, wird als Hörprogramm bezeichnet.
Beim Wechsel des Hörprogramms wird daher gewöhnlich eine Vielzahl an Parametern geändert.
Neben den Parametern zur Steuerung der Signalverarbeitung können aber auch bestimmte
Algorithmen die Signalverarbeitung im Hörgerät beeinflussen. Beispielsweise kann durch
einen Algorithmus eine automatische Verstärkungsregelung (AGC - Automatic Gain Control)
bewirkt werden. Ein anderer Algorithmus kann zur Erkennung und Reduzierung von Störsignalen
dienen. Auch eine besondere Anhebung von Sprachsignalen durch einen zweckmäßigen Algorithmus
ist möglich.
[0015] Neben den Parametern zur Steuerung der Signalverarbeitung im Hörgerät und den Algorithmen,
die selbst eine Signalverarbeitung bewirken und dadurch die Signalverarbeitung im
Hörgerät beeinflussen, bieten Hörgeräte zusätzliche Funktionen, die aktiviert, deaktiviert
oder eingestellt werden können. Eine solche mit dem Hörgerät ausübbare Funktion kann
z.B. das Mikrofonsystem betreffen. So kann bei einem Hörgerät ein omnidirektionaler
oder ein direktionaler Empfang eingestellt und bei einem direktionalen Empfang der
Grad der Richtwirkung des Mikrofonsystems festgelegt werden. Weitere Funktionen betreffen
beispielsweise ein zuschaltbares Signal zur Tinnitus-Therapie oder den Empfang eines
Eingangssignals mittels Telefonspule.
[0016] Moderne Hörgeräte bieten somit eine Vielzahl an Einstellmöglichkeiten, mittels derer
sie an unterschiedliche Hörsituationen oder individuelle Wünsche und Bedürfnisse eines
Hörgeräteträgers angepasst werden können. Ändert sich während des Betriebs des Hörgerätes
die Hörsituation oder wünscht der Hörgeräteträger eine Veränderung bei einer Funktion
des Hörgerätes, so ist ein Umschaltvorgang erforderlich. Unter einem Umschaltvorgang
wird dabei das Ein- oder Ausschalten eines Algorithmus, das Aktivieren oder Deaktivieren
einer Funktion oder die sprunghafte Änderung wenigstens eines Parameters der Signalverarbeitung
verstanden. Eine beispielsweise kontinuierliche Veränderung der Verstärkung mittels
eines Lautstärkestellers ist somit kein Umschaltvorgang im Sinne der Erfindung.
[0017] Bislang werden Hörgeräte durch den Umschaltvorgang schlagartig von einem ersten Betriebszustand
in einen zweiten Betriebszustand überführt. Gegenüber dem ersten Betriebszustand ist
in dem zweiten Betriebszustand ein Algorithmus ein- oder ausgeschaltet oder der Algorithmus
ist in seiner Funktionsweise verändert. Ebenso kann durch das Umschalten auch eine
Funktion des Hörgerätes aktiviert, deaktiviert oder verändert werden. Mit der schlagartigen
Änderung des Betriebszustandes gehen störende akustische Effekte und damit verbundene
Irritationen bei der Perzeption von Schallsignalen einher. Durch den gleitenden Übergang
von dem ersten Betriebszustand zu dem zweiten Betriebszustand gemäß der Erfindung
werden derartige Effekte vermieden. Auslöser für den Wechsel des Betriebszustandes
ist nach wie vor ein Aktivieren oder Deaktivieren eines Algorithmus oder einer Funktion
bzw. eine Änderung eines Algorithmus oder einer Funktion. Gemäß der Erfindung wirken
sich dabei die erfolgten Änderungen jedoch nicht augenblicklich in vollem Umfang auf
das über den Ausgangswandler abgegebene Signal aus. Die bei herkömmlichen Hörgeräten
entstehenden Klick- oder Knack-Geräusche, unnatürliche Pegelsprünge sowie unnatürliche
Klangveränderungen werden damit unterbunden. Der Wechsel des Betriebszustandes erfolgt
durch einen gleitenden Übergang von dem ersten Betriebszustand zu dem zweiten Betriebszustand.
[0018] Das Verfahren gemäß der Erfindung kann beim Ein- oder Ausschalten eines Algorithmus
ebenso angewandt werden wie beim Verändern eines eingeschalteten Algorithmus. Im letzteren
Fall wird durch den Algorithmus in dem ersten Betriebszustand eine erste Funktion
und in dem zweiten Betriebszustand eine zweite Funktion ausgeführt. Dies kann beispielsweise
bei einem Algorithmus zur automatischen Verstärkungsregelung ein Verändern der Kompressionskennlinie
bedeuten. Ebenso können aber auch Algorithmen, die den Frequenzgang, die Reduzierung
von Störsignalen oder die Anhebung von Sprachsignalen betreffen, eingeschaltet, ausgeschaltet
oder in ihrer Funktion verändert werden.
[0019] Ebenso wie bei den Algorithmen, die eine Signalverarbeitung durchführen, kann die
Erfindung auch bei Funktionen des Hörgerätes angewandt werden, hinter denen sich kein
Algorithmus verbirgt. Beispielsweise kann die Erzeugung eines Signals zur Tinnitus-Therapie
vorgesehen sein. Ist diese Funktion aktiviert, so wird zusätzlich zu dem durch das
Hörgerät übertragenen Signal ein Signal zur Maskierung des Tinnitus in dem Gehörgang
abgegeben.
[0020] Die Erfindung sieht vor, dass bei einem Umschaltvorgang des Hörgerätes von einem
ersten Betriebszustand zu einem zweiten Betriebszustand vorübergehend beide Betriebszustände
parallel im Hörgerät vorhanden sind. Wird beispielsweise beim Wechsel des Betriebszustandes
ein Algorithmus eingeschaltet, so bedeutet dies, dass während des Umschaltvorgangs
die Signalverarbeitung sowohl mit dem eingeschalteten Algorithmus und parallel dazu
auch mit ausgeschaltetem Algorithmus erfolgt. Die Ergebnisse der parallelen Signalverarbeitung
werden schließlich gewichtet und zusammengeführt. Vorteilhaft erfolgt dabei nicht
über den kompletten Signalpfad des Hörgerätes eine parallele Signalverarbeitung, sondern
lediglich in dem Teil des Signalpfades des Hörgerätes, in dem sich die beiden Betriebszustände
unterscheiden. Eine vorhergehende und nachfolgende Signalverarbeitung kann daher für
beide Betriebszustände gleichermaßen erfolgen. Der gleitende Übergang von dem ersten
Betriebszustand zu dem zweiten Betriebszustand wird nun gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung dadurch erreicht, dass beide Betriebszustände über eine Gewichtungsfunktion
miteinander verknüpft sind, wobei während des Umschaltvorgangs die Gewichtung eines
ersten Signals, das aus dem ersten Betriebszustand resultiert, bei 1 beginnend allmählich,
stetig oder allenfalls in kleinen Sprüngen abnimmt und die Gewichtung eines zweiten
Signals, das aus dem zweiten Betriebszustand resultiert, bei 0 beginnend allmählich,
stetig oder allenfalls in kleinen Sprüngen zunimmt. Die Summe der Gewichte beträgt
dabei vorzugsweise zumindest näherungsweise stets gleich 1. Wird beispielsweise ein
Algorithmus zur Störgeräuschbefreiung eingeschaltet, so bedeutet dies, dass in einem
Signalpfad des Hörgerätes zunächst die Signalverarbeitung auch weiterhin ohne diesen
Algorithmus erfolgt. Parallel dazu erfolgt die Signalverarbeitung in einem zweiten
Signalpfad des Hörgerätes mit dem Algorithmus zur Störgeräuschbefreiung. Unmittelbar
im Anschluss an den Algorithmus zur Störgeräuschbefreiung und an der entsprechenden
Stelle im parallelen Signalpfad des Hörgerätes werden die beiden Signalpfade über
eine Gewichtungsfunktion miteinander verknüpft. Dabei wird die Gewichtung des Algorithmus
zur Störgeräuschbefreiung bei 0 beginnend bis 1 gesteigert und die Gewichtung der
entsprechenden parallelen Verarbeitung ohne den entsprechenden Algorithmus von 1 beginnend
abgesenkt. Die Summe der Gewichte ist dabei vorzugsweise stets gleich 1. So wird das
Hörgerät automatisch, "weich" und nahezu unmerklich von einem ersten Betriebszustand
in den zweiten Betriebszustand überführt. Klick- oder Knack-Geräusche, unnatürliche
Pegelsprünge sowie unnatürliche Klangveränderungen werden dadurch vermieden.
[0021] Eine Ausführungsform der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein
Parameter zur Steuerung der Signalverarbeitung im Hörgerät in dem ersten Betriebszustand
einen bestimmten Wert aufweist und in einem zweiten Betriebszustand einen gegenüber
dem ersten Wert sprunghaft geänderten Wert aufweist. In der Regel wird jedoch bei
einem Umschaltvorgang im Hörgerät, z.B. bei der Änderung des Hörprogramms, eine Vielzahl
von Parametern gleichzeitig schlagartig geändert. Gemäß der Erfindung entfaltet auch
hierbei der Umschaltvorgang nicht sofort seine volle Wirkung, sondern es erfolgt ein
gleitender Übergang von dem ersten Betriebszustand zu dem zweiten Betriebszustand.
Hierzu erfolgt zumindest in dem Teilbereich der Signalverarbeitungseinheit des Hörgerätes,
auf den der Parameter einwirkt, eine parallele Signalverarbeitung, zum einen mit dem
Parameter in seinem Anfangswert und zum anderen mit dem Parameter in seinem Endwert.
Die Ausgänge der parallelen Signalverarbeitungsblöcke werden dann mit automatisch
wechselnder Gewichtung addiert, bis am Ende des Übergangs faktisch nur noch der Signalzweig
mit dem Parameter in seinem Endwert aktiv ist. Die Erfindung grenzt sich hierbei von
manuell durchgeführten Einstellvorgängen am Hörgerät, die kontinuierlich oder bei
einem digitalen Hörgerät quasi kontinuierlich erfolgen. Derartige Einstellungen betreffen
beispielsweise die Lautstärkeregelung oder Einstellungen bezüglich des Klangs. Diese
können mittels Bedienelementen eingestellt werden, was jedoch nicht als "Umschaltvorgang"
im Sinne der Erfindung zu verstehen ist.
Der Umschaltvorgang wird vorzugsweise von einem eigens dafür bestimmten Umschaltalgorithmus
gesteuert. Dieser bestimmt die Gewichtung der beiden Signale und gegebenenfalls die
Stelle in dem Signalpfad des Hörgerätes, an der die beiden parallelen Pfade zusammengeführt
sind, so dass die parallele Signalverarbeitung nach Möglichkeit nur auf einen Teil
des Signalpfades beschränkt bleibt.
[0022] Bei der Erfindung ist es unerheblich, ob der Umschaltvorgang manuell, beispielsweise
durch Betätigen eines Bedienelementes, oder automatisch, z.B. durch eine automatische
Situationserkennung und Umschaltung des Hörprogramms, ausgelöst wird.
[0023] Eine Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die Dauer des Umschaltvorgangs
einstellbar ist. Abhängig davon, wie störend ein Benutzer die Umschaltvorgänge empfindet,
kann dann der Umschaltvorgang "härter" oder "weicher" eingestellt werden. In der Regel
wird die Dauer des Umschaltvorgangs im Bereich weniger Sekunden gewählt werden.
[0024] Weitere Einzelheiten der Erfindung werden nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen
beschrieben.
[0025] Es zeigen:
Figur 1 ein Blockschaltbild eines Hörgerätes, bei dem ein Algorithmus zur Signalverarbeitung
sowie verschiedene Funktionen einstellbar sind,
Figur 2 eine erste Schaltungseinheit zum gleitenden Ein- und Ausschalten eines Algorithmus,
Figur 3 eine Schaltungseinheit zum gleitenden Umschalten zwischen zwei Hörprogrammen,
Figur 4 einen zwischen omnidirektionalem und direktionalem Empfang umschaltbaren Signaleingang
eines Hörgerätes nach dem Stand der Technik,
Figur 5 eine Schaltungsanordnung, die einen gleitenden Übergang zwischen omnidirektionalem
und direktionalem Empfang bewirkt,
Figur 6 die Änderung der Richtcharakteristik beim weichen Überblenden zwischen omnidirektionalem
und direktionalem Betrieb anhand von Richtdiagrammen und
[0026] Figur 1 zeigt im Blockschaltbild ein Hörgerät 1, bei dem zur Aufnahme eines akustischen
Eingangssignals sowohl ein omnidirektionales Mikrofon 2 als auch ein aus den Mikrofonen
3 und 4 gebildetes direktionales Mikrofon vorgesehen sind. Zur Bildung eines Richtmikrofonsystems
sind die beiden Mikrofone 3 und 4 über ein Verzögerungselement 5 sowie ein Differenzelement
6 elektrisch miteinander verschaltet. Zur Weiterverarbeitung sind die Mikrofonsignale
einer Signalverarbeitungseinheit 7 zugeführt. Diese umfasst vorzugsweise einen digitalen
Signalprozessor, bei dem die Signalverarbeitung parallel in mehreren Frequenzkanälen
erfolgt. Die Signalverarbeitungseinheit 7 ist zum Ausgleich des individuellen Hörverlustes
eines Hörgeräteträgers durch eine Vielzahl von Parametern einstellbar. Weiterhin können
darin mehrere unterschiedliche Parametersätze zur Anpassung der Signalverarbeitung
im Hörgerät 1 an unterschiedliche Hörsituationen, sogenannte Hörprogramme, bereitgestellt
und aktiviert werden. Darüber hinaus erlaubt die Signalverarbeitungseinheit 7 die
Aktivierung und Einstellung verschiedener Algorithmen zur Signalverarbeitung oder
von Funktionen des Hörgerätes 1. Solche Algorithmen können beispielsweise den Frequenzgang,
die Reduzierung von Störsignalen, die Anhebung von Sprachsignalen, die Richtmikrofoncharakteristik,
die Kompression usw. betreffen. Bei dem Hörgerät 1 einstellbare Funktionen sind z.B.
die Wahl des Signaleingangs über eine Telefonspule 8, über das Mikrofon 2 oder über
das Mikrofonsystem 3, 4. Ein weiteres Beispiel für eine einstellbare Funktion ist
die Erzeugung eines Signals zur Tinnitus-Therapie.
[0027] Die Aktivierung oder Einstellung der Algorithmen oder Funktionen kann bei dem Hörgerät
1 manuell oder automatisch erfolgen. Beispielsweise kann das Hörgerät 1 automatisch
bestimmte Hörsituationen erkennen, z.B. die Hörsituation "Umgebung mit Störgeräusch",
und daraufhin ein entsprechendes Hörprogramm aktivieren. Gleichzeitig mit dem betreffenden
Hörprogramm ist dann auch ein Algorithmus zur Störgeräuschbefreiung aktiviert. Im
Ausführungsbeispiel ist dies durch die Schaltungseinheit 9 zur Reduzierung von Störsignalen
innerhalb der Signalverarbeitungseinheit 7 veranschaulicht. In die Schaltungseinheit
9 geht ein Eingangssignal s(t) ein und am Ausgang wird ein Ausgangssignal y(t) geliefert.
Dabei kann es sich sowohl bei s(t) als auch bei y(t) um Vektoren, also eine Mehrzahl
an Signalen, handeln. Insgesamt wird also an wenigstens einer Stelle im Signalpfad
des Hörgerätes 1 ein Signal abgegriffen, der Schaltungseinheit zur Reduzierung von
Störsignalen 9 zugeführt und nach einer Signalverarbeitung wieder in den Signalpfad
abgegeben. Z.B. kann in der Schaltungseinheit 9 eine Filterung erfolgen.
[0028] Hat ein Eingangssignal die Signalverarbeitungseinheit 7 des Hörgerätes 1 durchlaufen,
so wird es schließlich über einen Hörer 10 in ein akustisches Signal gewandelt und
dem Gehörgang des Hörgeräteträgers zugeführt.
[0029] Anhand der Schaltungseinheit 9 zur Reduzierung von Störsignalen gemäß Figur 1 wird
im Folgenden eine beispielhafte Ausführungsform der Erfindung näher beschrieben. Hierzu
ist in Figur 2 die Schaltungseinheit 9 schematisch im Blockschaltbild veranschaulicht.
Der Schaltungseinheit 9 ist an einem Signaleingang ein Eingangssignal s(t) zugeführt.
Eine Analyseeinheit 11A analysiert das Eingangssignal s(t) und erkennt, ob darin ein
Störsignal enthalten ist. Als Ausgangssignal der Analyseeinheit 11A wird ein binäres
Signal a(t) geliefert. Dabei bedeutet der Wert 0, dass kein Störsignal erkannt wurde,
und bei einem erkannten Störsignal wird der Wert 1 erzeugt. Das Signal a(t) schaltet
nun nicht direkt einen Algorithmus zur Störgeräuschbefreiung in der Recheneinheit
12 ein oder aus, sondern liegt zunächst an einem Eingang eines Tiefpasses 11B an.
Springt der Wert des Signals a(t) von 0 auf 1, so steigt der Wert des Signals k(t)
am Ausgang des Tiefpasses 11B in Abhängigkeit der Zeitkonstante des Tiefpasses 11B
stetig von 0 auf 1. Die Analyseeinheit 11A bildet somit zusammen mit dem Tiefpass
11B einen Klassifikator 11, der nicht "hart" zwischen 0 oder 1 - also: "kein Störsignal
vorhanden" bzw. "Störsignal vorhanden" - umschaltet, sondern einen "weichen" gleitenden
Übergang verschafft.
[0030] Das Signal k(t) liegt direkt an einem Eingang 13A und der in einer Recheneinheit
14 gebildete Wert 1-k(t) an einem Eingang eines Multiplikators 13B. Wie aus dem Blockschaltbild
weiterhin ersichtlich ist, ist dem Multiplikator 13B das Eingangssignal s(t) direkt
zugeführt, während es zunächst die Recheneinheit 12 durchläuft, bevor es dem Multiplikator
13A zugeführt ist. Schließlich werden die beiden parallelen Signalpfade durch einen
Summierer 15 wieder zusammengeführt. Damit wirken sich bei einem Sprung von a(t) von
0 auf 1 die von der Recheneinheit 12 durchgeführten Rechenoperationen zunächst nicht
mit voller Wirkung auf das Ausgangssignal y(t) aus, sondern erst in dem Maße, in dem
das Signal k(t) ansteigt. In gleichem Maße reduziert sich die Wirkung des ursprünglich
direkt auf den Ausgang y(t) durchgeschalteten Signals s(t). Nach einer bestimmten,
vorzugsweise einstellbaren Zeitdauer ist dann der Wert des Signals k(t) auf 1 angewachsen,
womit die Recheneinheit 12 ihre volle Wirkung am Signalausgang y(t) entfaltet und
der direkte Signalpfad unter Umgehung der Recheneinheit 12 deaktiviert ist.
[0031] Werden nach einer Weile von der Analyseeinheit 11A keine Störsignale mehr in dem
Eingangssignal s(t) detektiert, so schaltet das Signal a(t) von 1 nach 0 und der umgekehrte
Prozess wird in Gang gesetzt.
[0032] Das "weiche" Ein- und Ausschalten eines Algorithmus wurde im Ausführungsbeispiel
anhand einer Schaltungseinheit zur Reduzierung von Störsignalen beschrieben. Sinngemäß
kann diese Vorgehensweise jedoch auf jeden beliebigen Algorithmus übertragen werden,
der eine Signalverarbeitung im Hörgerät ausführt. Weiterhin kann neben dem Ein- und
Ausschalten von Algorithmen auch zwischen unterschiedlichen Algorithmen umgeschaltet
werden. Darüber hinaus ist es auch möglich, dass sich durch das Umschalten die Rechenvorschrift,
die von einem Algorithmus ausgeführt wird, ändern soll. In diesem Fall werden dann
gemäß der Erfindung während des Umschaltvorgangs sowohl der ursprüngliche Algorithmus
als auch der geänderte Algorithmus ausgeführt. Im Unterschied zu dem gezeigten Ausführungsbeispiel
gemäß Figur 2 befinden sich dann in beiden Signalpfaden zwischen dem Signaleingang
s(t) und dem Summierer 15 Recheneinheiten zur parallelen Ausführung dieser Algorithmen,
deren Ergebnisse dann gemäß der Erfindung mit wechselnder Gewichtung addiert werden.
[0033] Die Erfindung bietet den Vorteil, dass damit durch Ein-, Aus- oder Umschaltvorgänge
hervorgerufene Störgeräusche oder unnatürliche Klangveränderungen bei dem Hörgerät
gemäß der Erfindung vermieden werden. Diese Wirkung ist insbesondere bei Schaltvorgängen
im Hörgerät vorteilhaft, die automatisch ausgelöst werden. Häufig finden nämlich unter
bestimmten äußeren Gegebenheiten sehr viele Schaltvorgänge innerhalb kurzer Zeit,
beispielsweise innerhalb weniger Sekunden, statt. Im Ausführungsbeispiel kann dies
der Fall sein, wenn lediglich ein schwaches Störsignal vorliegt. Dann wechselt das
Ausgangssignal der Analyseeinheit 11A, a(t), sehr häufig zwischen 1 und 0, also: "Störsignal
vorhanden" bzw. "kein Störsignal vorhanden". In Verbindung mit dem Tiefpass 11B, den
Multiplikatoren 13A und 13B sowie der Recheneinheit 14 führt dies dann zu einem Zustand,
bei dem über einen längeren Zeitraum beide Betriebszustände parallel im Hörgerät wirksam
sind, da das Ausgangssignal k(t) des Klassifikators 11 keinen der Endwerte 0 oder
1 erreicht. Im Ausführungsbeispiel wäre damit die Störgeräuschreduzierung nur teilweise
wirksam. Dies ist für die beispielhaft vorgegebene Ausgangssituation eines schwachen
Störsignals jedoch durchaus wünschenswert und sinnvoll.
[0034] Das Ausführungsbeispiel gemäß Figur 2 zeigt nur eine mögliche Ausführungsform einer
Gewichtungsfunktion mit automatisch wechselnder Gewichtung. Hier sind jedoch auch
Alternativlösungen denkbar. Weiterhin handelt es sich lediglich um ein schematisches
Blockschaltbild. So sind bei der praktischen Realisierung noch weitere, hier nicht
gezeigte, dem Fachmann jedoch geläufige Schaltungselemente notwendig, auf die zugunsten
einer verbesserten Übersichtlichkeit bei der Darstellung verzichtet wurde. So sind
beispielsweise bei einer Realisierung in digitaler Schaltungstechnik noch A/D-Wandler
erforderlich, um die Gewichtungsfunktionen k(t) und 1-k(t) in digitale Funktionen
zu überführen.
[0035] Ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung zeigt Figur 3. Auch bei dieser Ausführungsform
wird in einem Signalpfad eines Hörgerätes durch eine Schaltungseinheit 9' eine Signalverarbeitung
realisiert, und zwar erfolgt mittels einer Recheneinheit 20 eine an eine bestimmte
Umgebungssituation angepasste Verarbeitung des Eingangssignals s(t). Die Signalverarbeitung
in der Recheneinheit 20 wird von einem Parametersatz, im Ausführungsbeispiel dem "Hörprogramm
1", bestimmt. Zunächst sei der Ausgang der Recheneinheit 20 identisch mit dem Ausgangssignal
der Schaltungseinheit 9', nämlich y(t). Nun wird durch Betätigung eines Bedienelementes
21 auf das "Hörprogramm 2" umgeschaltet. Zur Durchführung des Umschaltvorgangs weist
die Schaltungseinheit 9' eine Umschalteinheit 22 auf. Diese bewirkt zunächst, dass
im Signalpfad des Hörgerätes zumindest für einen Teil des Signalpfades, nämlich zwischen
dem Signaleingang s(t) und dem Signalausgang y(t), in denen sich Parameter der Signalverarbeitung
beider Hörprogramme unterscheiden, für die Dauer des Umschaltvorgangs eine parallele
Signalverarbeitung erfolgt. Unter Berücksichtigung des für das Hörprogramm 2 maßgeblichen
Parametersatzes erfolgt somit auch in einer Recheneinheit 23 eine Verarbeitung des
Eingangssignals s(t). Um einen gleitenden Übergang zwischen den beiden Hörprogrammen
zu gewährleisten, werden die Ausgänge der Recheneinheiten 20 bzw. 23 gewichtet und
einem Summierer 24 zugeführt. Die Gewichtung erfolgt auch in diesem Ausführungsbeispiel
durch ein Signal a'(t), das von dem Wert 1 auf den Wert 0 springt. Über einen Tiefpass
25, dessen Zeitkonstante über das Signal b'(t) durch die Umschalteinheit 22 steuerbar
ist, wird ein Ausgangssignal k'(t) des Tiefpasses 25 erzeugt, welches innerhalb einer
bestimmten Zeitdauer stetig von 1 auf 0 fällt. Zur unterschiedlichen Gewichtung der
Ausgänge der Recheneinheiten 20 und 23 ist das Signal k'(t) sowie das in der Recheneinheit
26 gebildete Signal 1-k'(t) einem Multiplizierer 27A bzw. 27B zugeführt. Durch diese
beispielhafte Ausführungsform wird ein gleitender Übergang von einem Hörprogramm 1
zu einem Hörprogramm 2 realisiert, wobei die Dauer des Umschaltvorganges über eine
Funktion b'(t) durch die Umschalteinheit 22 steuerbar ist.
[0036] Neben der manuellen Umschaltung durch das Bedienelement 21 kann der Umschaltvorgang
zwischen zwei Hörprogrammen auch automatisch ausgelöst werden. Weiterhin kann die
Erfindung anhand des Beispiels eines Umschaltvorganges zwischen zwei Hörprogrammen
sinngemäß auch auf mehr als zwei Programme, zwischen denen umgeschaltet wird, erweitert
werden.
[0037] Kann ein Klassifikator die augenblickliche Hörsituation nicht klar erkennen, so wechselt
dieser sehr häufig und in kurzen Zeitabständen zwischen unterschiedlichen Hörsituationen.
Dadurch ergibt sich im Zusammenhang mit der Erfindung der Vorteil, dass dann mehrere
Hörprogramme automatisch über einen längeren Zeitraum parallel im Hörgerät betrieben
werden. Erfolgt die Situationserkennung beispielsweise durch eine dem Klassifikator
11 gemäß Figur 1 vergleichbare Schaltungsanordnung, so ist die Gewichtung der jeweiligen
Hörsituation im Mittel in etwa proportional zu der Zeitdauer für die die jeweilige
Hörsituation festgestellt wird.
[0038] Sinngemäß lässt sich das anhand des Umschaltvorgangs zwischen zwei Hörprogrammen
gezeigte Ausführungsbeispiel auf beliebige andere Schaltvorgänge im Hörgerät übertragen,
bei denen bislang Sprünge von Parametern, die die Signalverarbeitung beeinflussen,
stattfinden.
[0039] Ebenso wie bei der Anwendung von Algorithmen, die eine Signalverarbeitung im Hörgerät
bewirken, lässt sich die Erfindung auch bei verschiedenen Funktionen eines Hörgerätes
anwenden, die aktiviert, deaktiviert oder hinsichtlich ihrer Einstellung verändert
werden können. Bei dem Hörgerät gemäß Figur 4 sind durch eine Mikrofonanordnung mit
den Mikrofonen 30, 31 und 32 unterschiedliche Mikrofon-Empfangscharakteristiken einstellbar.
Befindet sich ein Schalter S in einer ersten Schaltstellung, so ist lediglich das
omnidirektionale Mikrofon 30 mit einer Signalverarbeitungseinheit 33 verbunden. Durch
die elektrische Verschaltung der beiden omnidirektionalen Mikrofone 31 und 32 mit
einem Verzögerungselement 34 und einem Differenzelement 35 wird ein Richtmikrofon
31, 32 realisiert. Befindet sich der Schalter S in der in Figur 4 dargestellten zweiten
Schaltstellung, so ist das direktionale Mikrofon 31, 32 mit der Signalverarbeitungseinheit
33 verbunden. Ein derartiges umschaltbares Mikrofonsystem ist aus dem Stand der Technik
bekannt. Beim Umschalten des Schalters S können einerseits durch das Umschalten verursachte
Geräusche, aber auch unnatürliche Klangveränderungen bei der Signalübertragung durch
das Hörgerät entstehen. Um diese zu vermeiden, wird für den Signaleingang eine Schaltungsanordnung,
wie im Blockschaltbild gemäß Figur 5 veranschaulicht, vorgesehen. Auch hierbei besteht
Wahlmöglichkeit zwischen einem omnidirektionalen Empfang durch das Mikrofon 30 sowie
einem direktionalen Empfang durch die Mikrofone 31 und 32 in Verbindung mit dem Verzögerungselement
34 und dem Differenzelement 35. Zumindest während des Umschaltvorgangs ist der Ausgang
des omnidirektionalen Mikrofons 30 einer Signalverarbeitungseinheit 33A und der Ausgang
des Mikrofonsystems 31, 32 einer Signalverarbeitungseinheit 33B zugeführt. Auslöser
für den Umschaltvorgang ist das Schaltelement 36. Der Umschaltvorgang kann sowohl
manuell ausgelöst werden, beispielsweise durch Betätigung eines Bedienelementes, oder
automatisch, z.B. in Verbindung mit dem Wechsel des Hörprogramms. Der einem Auslöser
nachfolgende automatische Umschaltvorgang wird von einer Umschalteinheit 37 gesteuert.
Diese bestimmt, welche Teile der Signalverarbeitung während des Umschaltvorgangs parallel
auszuführen sind und gegebenenfalls, an welcher Stelle y''(t) im Signalpfad des Hörgerätes
eine gemeinsame Weiterverarbeitung erfolgen kann. So können die beiden unterschiedlich
gewichteten Signalpfade in dem Summierer 38 zusammengeführt und gemeinsam endverstärkt
werden.
[0040] Die wechselnde Gewichtung der parallelen Mikrofonsignalpfade erfolgt auch bei dem
Hörgerät gemäß Figur 4 durch ein binäres Signal a" (t), welches beim Umschalten von
einem omnidirektionalen Empfang durch das Mikrofon 30 auf einen direktionalen Empfang
durch das Mikrofonsystem 31, 32 von 1 auf 0 wechselt. Von einem Tiefpass 39, dessen
Zeitkonstante von einem von der Umschalteinheit 37 ausgehenden Signal b" (t) steuerbar
ist, wird ein Signal k"(t) abgegeben, welches zum Beispiel stetig von 1 auf 0 fällt
und als eines der Eingangssignale eines Multiplizierers 40A dient. Das in einer Recheneinheit
41 gebildete Signal 1-k''(t) ist einem Eingang eines Multiplizierers 40B zugeführt.
An dem zweiten Eingang des Multiplizierers 40A liegt ein von dem Mikrofon 30 herrührendes
Signal an, an dem zweiten Eingang des Multiplizierers 40B liegt ein von dem miteinander
verschalteten Mikrofonen 31 und 32 herrührendes Signal an.
[0041] Die Schaltung gemäß dem Blockschaltbild erlaubt ein weiches und gleitendes Umschalten
zwischen einem omnidirektionalen und einem direktionalen Mikrofonempfang. Auch bei
diesem Hörgerät ist es möglich, dass durch ein sehr häufiges Umschalten in kurzen
Zeitabständen durch das Schaltelement 36, z.B. hervorgerufen durch eine nicht klar
bestimmbare Hörsituation, beide Mikrofoncharakteristiken über einen längeren Zeitraum
parallel im Hörgerät vorhanden sind.
[0042] Der weiche, gleitende Übergang zwischen omnidirektionalem und direktionalem Mikrofonempfang
wird durch die Richtdiagramme A bis H gemäß Figur 6 zusätzlich grafisch veranschaulicht.
Gezeigt ist der Übergang ausgehend von dem ersten Betriebszustand, in dem lediglich
ein omnidirektionaler Empfang erfolgt (Richtcharakteristik A). Die Diagramme B bis
G zeigen dann den Übergang, für den beide Betriebszustände parallel im Hörgerät vorhanden
sind, d.h., sowohl von dem omnidirektionalen Mikrofon als auch von dem direktionalen
Mikrofon wird jeweils ein Eingangssignal aufgenommen und weiterverarbeitet. Durch
die sich über der Zeit verändernde Gewichtung der verarbeiteten und summierten Mikrofonsignale
entstehen die Richtcharakteristiken B bis G. Schließlich ist nach Beendigung des Umschaltvorgangs
nur noch der zweite Betriebszustand im Hörgerät vorhanden und die Richtcharakteristik
weist die in Figur 6H veranschaulichte Nierenform auf.
1. Verfahren zum Betrieb eines Hörgerätes (1) mit einem Eingangswandler zur Aufnahme
eines Eingangssignals und Wandlung in ein elektrisches Signal, einer Signalverarbeitungseinheit
(7) zur Verarbeitung und Verstärkung des elektrischen Signals und einem Ausgangswandler,
wobei ein Umschaltvorgang zum Überführen des Hörgerätes (1) von einem ersten Betriebszustand
in einen zweiten Betriebszustand ausgelöst wird und wobei ein gleitender Übergang
von dem ersten Betriebszustand zu dem zweiten Betriebszustand erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass während des Umschaltvorgangs ein Signalpfad innerhalb des Hörhilfegerätes zwischen
einem Signaleingang, an dem ein Eingangssignal (s(t)) anliegt, und einem Signalausgang,
an dem ein Ausgangssignal (y(t)) anliegt, aufgespaltet ist in einen ersten Signalpfad
und einen parallelen zweiten Signalpfad, wobei das Eingangssignal (s(t)) beide Signalpfade
durchläuft, wobei in dem ersten Signalpfad der erste Betriebszustand und in dem zweiten
Signalpfad der zweite Betriebszustand im Hörgerät (1) vorliegt, wobei ein erstes Signal,
das aus dem ersten Betriebszustand resultiert, und ein zweites Signal, das aus dem
zweiten Betriebszustand resultiert, über eine Gewichtungsfunktion miteinander verknüpft
sind und wobei während des Umschaltvorgangs die Gewichtung des ersten Signals verringert
und die Gewichtung des zweiten Signals vergrößert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei ein Algorithmus zur Signalverarbeitung in dem ersten
Betriebszustand eingeschaltet und in dem zweiten Betriebszustand ausgeschaltet ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1, wobei ein Algorithmus zur Signalverarbeitung in dem ersten
Betriebszustand ausgeschaltet und in dem zweiten Betriebszustand eingeschaltet ist.
4. Verfahren nach Anspruch 1, wobei ein Algorithmus in dem zweiten Betriebszustand gegenüber
einem ersten Betriebszustand verändert ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, wobei der Algorithmus den Frequenzgang,
die Reduzierung von Störsignalen, die Anhebung von Sprachsignalen, die Richtmikrofoncharakteristik
oder die Kompression betrifft.
6. Verfahren nach Anspruch 1, wobei eine Funktion des Hörgerätes (1) in dem ersten Betriebszustand
aktiviert und in dem zweiten Betriebszustand nicht aktiviert ist.
7. Verfahren nach Anspruch 1, wobei eine Funktion des Hörgerätes (1) in dem ersten Betriebszustand
nicht aktiviert und in dem zweiten Betriebszustand aktiviert ist.
8. Verfahren nach Anspruch 1, wobei eine aktivierte Funktion des Hörgerätes (1) in dem
zweiten Betriebszustand gegenüber dem ersten Betriebszustand verändert ist.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8, wobei die Funktion die Erzeugung eines
Signals zur Tinnitus-Therapie betrifft.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei bei dem Hörgerät Parameter zur Steuerung
der Signalverarbeitung einstellbar sind und wobei wenigstens ein Parameter in dem
zweiten Betriebszustand einen geänderten Wert gegenüber dem Wert des Parameters in
dem ersten Betriebszustand aufweist.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei während des Umschaltvorgangs das
Gewicht des ersten Parameters abnimmt und das Gewicht des zweiten Parameters zunimmt.
12. Verfahren nach Anspruch 11, wobei die Summe der Gewichte eins beträgt.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei der Umschaltvorgang von einem Umschaltalgorithmus
gesteuert wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei der Umschaltvorgang manuell ausgelöst
wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei der Umschaltvorgang automatisch
ausgelöst wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 15, wobei die Dauer des Umschaltvorgangs
eingestellt wird.
17. Hörgerät (1) zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 16, mit
einem Eingangswandler zur Aufnahme eines Eingangssignals und Wandlung in ein elektrisches
Signal, einer Signalverarbeitungseinheit (7) zur Verarbeitung und Verstärkung des
elektrischen Signals und einem Ausgangswandler, wobei ein Umschaltvorgang von einem
ersten Betriebszustand in einen zweiten Betriebszustand des Hörgerätes (1) auslösbar
ist und wobei Mittel zum gleitenden Überführen des Hörgerätes (1) von dem ersten Betriebszustand
in den zweiten Betriebszustand vorhanden sind, dadurch gekennzeichnet, dass ein Signalpfad innerhalb des Hörhilfegerätes (1) in einem Teilbereich zwischen einem
Signaleingang, an dem ein Eingangssignal (s(t)) anliegt, und einem Signalausgang,
an dem ein Ausgangssignal (y(t)) anliegt, aufgespaltet ist in einen ersten Signalpfad
und einen parallelen zweiten Signalpfad, so dass das Eingangssignal (s(t)) beide parallele
Signalpfade durchläuft, wobei in dem ersten Signalpfad der erste Betriebszustand und
in dem zweiten Signalpfad der zweite Betriebszustand im Hörgerät (1) vorliegt, wobei
das Hörgerät (1) Mittel zur gewichteten Verknüpfung eines ersten Signals, das aus
dem ersten Betriebszustand resultiert, und eines zweiten Signals, das aus dem zweiten
Betriebszustand resultiert, umfasst, und wobei während des Umschaltvorgangs die Gewichtung
des ersten Signals abnimmt und die Gewichtung des zweiten Signals zunimmt.
18. Hörgerät (1) nach Anspruch 17, wobei die Dauer des Umschaltvorgangs einstellbar ist.
19. Hörgerät nach Anspruch 18, wobei während des Umschaltvorgangs das Gewicht des Signals
aus dem ersten Betriebszustand mit eins beginnend abnimmt und das Gewicht des Signals
aus dem zweiten Betriebszustand mit 0 beginnend zunimmt und wobei die Summe der Gewichte
eins beträgt.
1. Method for operating a hearing aid (1) having an input transducer for picking up an
input signal and converting it to an electrical signal, a signal processing unit (7)
for processing and amplifying the electrical signal, and an output transducer, a switching
event being triggered for switching the hearing aid (1) from a first operating mode
into a second operating mode and a sliding transition ensuing from the first operating
mode to the second operating mode, characterized in that, during the switching event, a signal path within the hearing aid is split, between
a signal input, at which an input signal (s(t)) is present, and a signal output, at
which an output signal (y(t)) is present, into a first signal path and a parallel
second signal path, the input signal (s(t)) passing through both signal paths, in
the first signal path the first operating mode being used in the hearing aid (1) and
in the second signal path the second operating mode being used in the hearing aid
(1), a first signal that results from the first operating mode and a second signal
that results from the second operating mode being linked with one another via a weighting
function, and the weighting of the first signal decreasing and the weighting of the
second signal increasing during the switching event.
2. Method according to Claim 1, wherein an algorithm for signal processing is switched
on in the first operating condition and switched off in the second operating condition.
3. Method according to Claim 1, wherein an algorithm for signal processing is switched
off in the first operating condition and switched on in the second operating condition.
4. Method according to Claim 1, wherein an algorithm is modified in the second operating
condition compared to a first operating condition.
5. Method according to one of Claims 2 to 4, wherein the algorithm relates to the frequency
response, the reduction of noise signals, the boosting of voice signals, the directional
microphone characteristic or the compression.
6. Method according to Claim 1, wherein a function of the hearing aid (1) is activated
in the first operating condition and not activated in the second operating condition.
7. Method according to Claim 1, wherein a function of the hearing aid (1) is not activated
in the first operating condition and activated in the second operating condition.
8. Method according to Claim 1, wherein an activated function of the hearing aid (1)
is modified in the second operating condition compared to the first operating condition.
9. Method according to one of Claims 6 to 8, wherein the function relates to the generation
of a signal for tinnitus therapy.
10. Method according to one of Claims 1 to 9, wherein parameters for controlling the signal
processing can be set in the hearing aid, and wherein at least one parameter in the
second operating condition exhibits a modified value compared to the value of the
parameter in the first operating condition.
11. Method according to one of Claims 1 to 10, wherein, during the switching event, the
weight of the first parameter decreases and the weight of the second parameter increases.
12. Method according to Claim 11, wherein the sum of the weights amounts to one.
13. Method according to one of Claims 1 to 12, wherein the switching event is controlled
by a switchover algorithm.
14. Method according to one of Claims 1 to 13, wherein the switching event is triggered
manually.
15. Method according to one of Claims 1 to 13, wherein the switching event is triggered
automatically.
16. Method according to one of Claims 1 to 15, wherein the duration of the switching event
is set.
17. Hearing aid (1) for implementing the method according to one of Claims 1 to 16, having
an input transducer for picking up an input signal and converting it into an electrical
signal, a signal processing unit (7) for processing and amplifying the electrical
signal and an output transducer, a switching event from a first operating mode to
a second operating mode of the hearing aid (1) being able to be triggered and means
for the sliding transition of the hearing aid (1) from the first operating mode to
the second operating mode being present, characterized in that a signal path within the hearing aid (1) is split, in a subregion between a signal
input, at which an input signal (s(t)) is present, and a signal output, at which an
output signal (y(t)) is present, into a first signal path and a parallel second signal
path, so that the input signal (s(t)) passes through both parallel signal paths, in
the first signal path the first operating mode being used in the hearing aid (1) and
in the second signal path the second operating mode being used in the hearing aid
(1), the hearing aid (1) having means for the weighted linkage of a first signal that
results from the first operating mode and a second signal that results from the second
operating mode, and, during the switching event, the weighting of the first signal
decreasing and the weighting of the second signal increasing.
18. Hearing aid (1) according to Claim 17, wherein the duration of the switching event
can be set.
19. Hearing aid according to Claim 18, wherein, during the switching event, the weight
of the signal from the first operating condition decreases beginning with one and
the weight of the signal from the second operating condition increases beginning with
zero, and wherein the sum of the weights amounts to one.
1. Procédé pour faire fonctionner une prothèse auditive (1) ayant un convertisseur d'entrée
pour la réception d'un signal d'entrée et pour la conversion de celui-ci en un signal
électrique, une unité de traitement de signal (7) pour le traitement et l'amplification
du signal électrique et un convertisseur de sortie, une opération de commutation étant
déclenchée pour faire passer la prothèse auditive (1) d'un premier état de fonctionnement
à un deuxième état de fonctionnement et une transition douce s'effectuant du premier
état de fonctionnement au deuxième état de fonctionnement, caractérisé par le fait que, pendant l'opération de commutation, un trajet de signal à l'intérieur de la prothèse
auditive entre une entrée de signal, à laquelle se trouve un signal d'entrée (s (t)),
et une sortie de signal, à laquelle se trouve un signal de sortie (y (t)), est divisé
en un premier trajet de signal et un deuxième trajet de signal parallèle, le signal
d'entrée (s (t)) parcourant les deux trajets de signal, le premier état de fonctionnement
existant dans la prothèse auditive (1) dans le premier trajet de signal et le deuxième
état de fonctionnement dans le deuxième trajet de signal, un premier signal, qui résulte
du premier état de fonctionnement, et un deuxième signal, qui résulte du deuxième
état de fonctionnement, étant combinés entre eux par l'intermédiaire d'une fonction
de pondération et la pondération du premier signal étant diminuée pendant l'opération
de commutation et celle du deuxième signal augmentée.
2. Procédé selon la revendication 1, un algorithme pour le traitement de signal étant
appliqué dans le premier état de fonctionnement et n'étant pas appliqué dans le deuxième
état de fonctionnement.
3. Procédé selon la revendication 1, un algorithme pour le traitement de signal n'étant
pas appliqué dans le premier état de fonctionnement et étant appliqué dans le deuxième
état de fonctionnement.
4. Procédé selon la revendication 1, un algorithme dans le deuxième état de fonctionnement
étant modifié par rapport à celui dans un premier état de fonctionnement.
5. Procédé selon l'une des revendications 2 à 4, l'algorithme concernant la réponse fréquentielle,
la réduction de signaux parasites, le relèvement de signaux vocaux, la caractéristique
de microphone directionnel ou la compression.
6. Procédé selon la revendication 1, une fonction de la prothèse auditive (1) étant activée
dans le premier état de fonctionnement et n'étant pas activée dans le deuxième état
de fonctionnement.
7. Procédé selon la revendication 1, une fonction de la prothèse auditive (1) n'étant
pas activée dans le premier état de fonctionnement et étant activée dans le deuxième
état de fonctionnement.
8. Procédé selon la revendication 1, une fonction activée de la prothèse auditive (1)
dans le deuxième état de fonctionnement étant modifiée par rapport au premier état
de fonctionnement.
9. Procédé selon l'une des revendications 6 à 8, la fonction concernant la production
d'un signal pour la thérapie de Tinnitus.
10. Procédé selon l'une des revendications 1 à 9, des paramètres pour la commande du traitement
de signal pouvant être réglés dans la prothèse auditive et au moins un paramètre dans
le deuxième état de fonctionnement ayant une valeur modifiée par rapport à la valeur
du paramètre dans le premier état de fonctionnement.
11. Procédé selon l'une des revendications 1 à 10, la pondération du premier paramètre
diminuant pendant l'opération de commutation et celle du deuxième paramètre augmentant.
12. Procédé selon la revendication 11, la somme des pondérations étant égale à un.
13. Procédé selon l'une des revendications 1 à 12, l'opération de commutation étant commandée
par un algorithme de commutation.
14. Procédé selon l'une des revendications 1 à 13, l'opération de commutation étant déclenchée
manuellement.
15. Procédé selon l'une des revendications 1 à 13, l'opération de commutation étant déclenchée
automatiquement.
16. Procédé selon l'une des revendications 1 à 15, la durée de l'opération de commutation
étant réglée.
17. Prothèse auditive (1) pour la mise en oeuvre du procédé selon l'une des revendications
1 à 16, ayant un convertisseur d'entrée pour la réception d'un signal d'entrée et
pour la conversion de celui-ci en un signal électrique, une unité de traitement de
signal (7) pour le traitement et l'amplification du signal électrique et un convertisseur
de sortie, une opération de commutation pouvant être déclenchée pour faire passer
la prothèse auditive (1) d'un premier état de fonctionnement à un deuxième état de
fonctionnement et des moyens étant prévus pour réaliser une transition douce de la
prothèse auditive (1) du premier état de fonctionnement au deuxième état de fonctionnement,
caractérisé par le fait qu'un trajet de signal à l'intérieur de la prothèse auditive (1) dans une zone partielle
entre une entrée de signal, à laquelle se trouve un signal d'entrée (s (t)), et une
sortie de signal, à laquelle se trouve un signal de sortie (y (t)), est divisé en
un premier trajet de signal et un deuxième trajet de signal parallèle de telle sorte
que le signal d'entrée (s (t)) parcourt les deux trajets de signal parallèles, le
premier état de fonctionnement existant dans la prothèse auditive (1) dans le premier
trajet de signal et le deuxième état de fonctionnement dans le deuxième trajet de
signal, la prothèse auditive (1) comprenant des moyens pour la combinaison pondérée
d'un premier signal, qui résulte du premier état de fonctionnement, et d'un deuxième
signal, qui résulte du deuxième état de fonctionnement, et la pondération du premier
signal diminuant pendant l'opération de commutation et celle du deuxième signal augmentant.
18. Prothèse auditive (1) selon la revendication 17, dans laquelle la durée de l'opération
de commutation est réglable.
19. Prothèse auditive selon la revendication 18, dans laquelle, pendant l'opération de
commutation, la pondération du signal issu du premier état de fonctionnement diminue
en commençant à un et la pondération du signal issu du deuxième état de fonctionnement
augmente en commençant à zéro et dans laquelle la somme des pondérations est égale
à un.
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