[0001] Die Erfindung betrifft ein Walzgerüst mit einem CVC-Walzenpaar, vorzugsweise einem
CVC-Arbeitswalzenpaar und einem Stützwalzenpaar, die einen Kontaktbereich aufweisen,
in dem ein horizontal wirkendes Moment wirkt, das zu einer Verschränkung der Walzen
und dadurch zu Axialkräften in den Walzenlagern führt.
[0002] Die EP 0 049 798 B1 beschreibt ein Walzwerk mit Arbeitswalzen, die sich gegebenenfalls
an Stützwalzen oder Stützwalzen und Zwischenwalzen abstützen, wobei die Arbeitswalzen
und/oder Stützwalzen und/oder Zwischenwalzen gegeneinander axial verschiebbar sind
und jede Walze wenigstens eines dieser Walzenpaare mit einer in Richtung zu einem
Ballenende hin verlaufenden, gekrümmten Kontur versehen ist, die sich an den beiden
Walzen jeweils nach entgegengesetzten Seiten über einen Teil der Walzgutbreite erstreckt.
Hierbei wird der Walzbandquerschnitt praktisch ausschließlich durch die Axialverschiebung
der mit der gekrümmten Kontur versehenen Walzen beeinflusst, so dass sich der Einsatz
einer Walzenbiegung erübrigt. Die gekrümmte Kontur beider Walzen verläuft über deren
gesamte Ballenlänge und hat eine Gestalt, die sich in einer bestimmten Axialstellung
beider Walzen komplementär ergänzt.
[0003] Aus der EP 0 294 544 B1 sind Walzenformen bekannt, deren Kontur durch ein Polynom
fünfter Ordnung beschrieben ist. Diese Walzenform gestattet noch weitergehende Korrekturen
des Walzbandes.
[0004] Um Lagerkräfte und schief wirkende Walzkräfte beträchtlich zu minimieren, wird in
der JP-A-61-296904 vorgeschlagen, die Konturen der Arbeitswalzen mit einer solchen
Krümmung zu versehen, dass sie eine parallel zur Walzenachse verlaufende Linie dreimal
schneidet. Die gekrümmten Konturen erstrecken sich dabei an beiden Walzen jeweils
so nach entgegengesetzten Seiten, dass der aus beiden Walzen gebildete Gesamtdurchmesser
über die gesamte Walzenlänge gleich bleibt.
[0005] In den vorgenannten Dokumenten wird jedoch nicht beachtet, dass beim Walzvorgang
mit CVC-Walzen nicht nur die Walzspaitform und der Profilstellbereich eine Rolle spielen.
Insbesondere der Bauaufwand der Walzenlager wird durch Axialkräfte der Walzen beeinflusst,
die beim Einsatz einer ungeeigneten Schliff-Form entstehen können.
[0006] Bedingt durch den - wenn auch kleinen - Durchmesserunterschied über der Ballenlänge
einer CVC-Walze ergeben sich unterschiedliche Kontaktkräfte und Umfangsgeschwindigkeiten.
[0007] An den Stellen der gepaarten Walzen, die gleichen Durchmesser aufweisen, sind deren
Umfangsgeschwindigkeiten gleich. An den anderen Stellen des Walzenkontaktbereichs
sind der Durchmesser und damit die Umfangsgeschwindigkeit einer Walze jeweils kleiner
oder größer als deren gepaarte Walze. Daraus ergibt sich je nach Festlegung der Koordinatenrichtung
ein negativer oder positiver Geschwindigkeitsunterschied zwischen den gepaarten Walzen
über deren Kontaktbereich.
[0008] Die unterschiedlich großen und unterschiedlich gerichteten Relativgeschwindigkeiten
führen zu unterschiedlich großen und unterschiedlich gerichteten Umfangs-kräften.
Diese Verteilung der Walzenumfangskräfte verursacht ein Moment um die Gerüstmitte,
das zum Schränken der Walzen und damit zu Axialkräften in den Walzenlagern führen
kann.
[0009] Aus der JP-A-6-285518 ist es bekannt, die Kontur von gegeneinander axial verschiebbaren
Arbeitswalzen nach einem Polynom höherer Ordnung auszubilden, wobei der höchste Term
die Distanz von der Walzenmitte in Richtung der Walzenachsen und drei weitere Terme
die Punktsymmetrie betreffen. Die Konturen der Arbeitwalzen sind dabei so ausgebildet,
dass die Integration des Produkts aus dem Walzenradius und der Distanz von der Walzenmitte
in Richtung der Walzenachsen über die gesamte Kontaktlänge mit einer anderen Walze,
beispielsweise einer Stützwalze, den Wert Null ergeben. Durch eine derartige Kontur
der Arbeitswalzen können auftretenden Lagerkräfte, die u. a. durch die Schiefstellung
der Arbeitwalzen erzeugt werden, erniedrigt werden.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem gattungsgemäßen Walzgerüst Maßnahmen
anzugeben, durch die die Axialkräfte der Walzenlager minimiert werden. Die Aufgabe
wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Allein durch Änderung
der Formgebung der CVC-Walzen können die in horizontaler Richtung wirkenden Momente
ohne Zusatzaufwand minimiert werden.
[0011] Eine geeignete Änderung der Formgebung wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, dass
der Radiusverlauf der CVC-Walze durch den Polynomansatz

beschrieben und vorzugsweise der sogenannte Keilfaktor a
1 als Optimierungsparameter verwendet ist. Die Kontur einer CVC-Walze wird definiert
durch ein Polynom dritter Ordnung:

mit
L = Radius der CVC-Walze
ai = Polynomkoeffizienten
x = Koordinate in Ballen-Längsrichtung
[0012] Bei CVC-Walzen höherer Ordnung werden noch weitere Polynomglieder (a
4, a
5, etc.) berücksichtigt.
[0013] Der Polynomkoeffizient a
0 ergibt sich durch den aktuellen Walzenradius. Die Polynomkoeffizienten a
2, a
3 sowie a
4 a
5, etc. werden so festgelegt, dass sich der gewünschte Stellbereich für das CVC-System
ergibt. Der Polynomkoeffizient a
1 ist unabhängig von Stellbereich und Linienbelastung zwischen den Walzen und somit
frei wählbar. Dieser Keilfaktor bzw. Linearanteil a
1 kann so gewählt werden, dass beim Einsatz von CVC-Walzen minimale Axialkräfte entstehen.
[0014] Aus Gründen der Praktikabilität wird der optimale Keilfaktor a
1 offline und als Mittelwert aus verschiedenen Schiebepositionen der CVC-Walzen (z.
B. minimale, neutrale und maximale Schiebeposition) bestimmt. Durch die Mittelwertbildung
wird zwar keine vollständige Kompensation der Axialkräfte der Walzenlager erreicht,
aber ein im gesamten Verstellbereich der Walzen minimaler Wert derselben.
[0015] Bei optimierter Keiligkeit des CVC-Schliffs verlaufen die Tangenten, die einen Enddurchmesser
an der konkaven Seite der Walze und die konvexe Partie der Walze berühren und die
Tangente, die den anderen Enddurchmesser (an der konvexen Seite der Walze) und die
konkave Partie der Walze berühren, zueinander parallel und gegenüber den Walzenachsen
um den optimalen Keilwinkel geneigt. Bei konventionell geschliffenen CVC-Arbeitswalzen,
die mit dem Ziel kleinster Durchmesserdifferenzen ausgelegt wurden, verlaufen diese
Tangenten dagegen auch parallel zur Walzenachse.
[0016] Aufgrund mathematischer Überlegungen und empirischer Daten hat sich als vorteilhaft
herausgestellt, dass der Keilfaktor a
1 für eine Walze mit einem Polynomansatz 3. Ordnung im Bereich von

liegt.
[0017] Entsprechende Überlegungen führen dazu, dass der Keilfaktor a
1 für eine Walze mit einem Polynomansatz 5.Ordnung durch den Ausdruck

beschreibbar ist, mit

und

[0018] Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Patentansprüchen und der nachfolgenden
Beschreibung sowie der Zeichnung, in der Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch
dargestellt sind.
[0019] Es zeigen:
- Fig. 1a, 1b und 1c
- ein CVC-Arbeitswalzenpaar in unterschiedlicher Verschiebeposition und mit Stützwalzen
sowie die Linienlastverteilung im Walzspalt und zwischen den Walzen,
- Fig. 2
- Umfangskraftverteilung im Kontaktbereich zweier Walzen,
- Fig. 3
- CVC-Arbeitswalzenpaar mit konventionellem Schliff,
- Fig. 4
- CVC-Arbeitswalzenpaar mit optimaler Keiligkeit.
[0020] In den Figuren 1a, 1b und 1c sind CVC-Arbeitswalzen 1 in unterschiedlichen Verschiebepositionen
dargestellt. Die Arbeitswalzen 1 sind von Stützwalzen 2 gestützt. Zwischen den Arbeitswalzen
1 befindet sich ein Walzband 3.
[0021] Die Last im Walzspalt wird als konstant über dem Walzband 3 und unabhängig von der
Verschiebeposition der Arbeitswalzen 1 angenommen. Sie ist durch Pfeile 4 dargestellt.
Die Last zwischen den CVC-Arbeitswalzen 1 und den Stützwalzen 2 ist über deren Kontaktbereich
b
cont ungleich verteilt und ändert sich mit der Verschiebeposition der Arbeitswalzen 1.
Diese Last ist durch Pfeile 5 dargestellt. Die Summe der durch die Pfeile 4 und 5
dargestellten Lasten ist gleich und entgegengerichtet.
[0022] Die sich aus den Walzenformen ergebenden Lastpfeile 5 und die lokale positive oder
negative Relativgeschwindigkeit führen gemäß Figur 2 zu unterschiedlichen Umfangskräften
Q
i über die Kontaktbreite b
cont. Diese Verteilung der Walzenumfangskraft Q
i verursacht ein Moment M um die Walzengerüstmitte 6, was zum Schränken der Walzen
1, 2 und damit zu Axialkräften in deren Lagern führen kann.
[0023] Dies wird verhindert durch eine entsprechende Walzenschliff-Form. Bei CVC-Walzen
mit der Walzenkontur nach einem Polynomansatz dritten Grades gemäß

steht nur der Faktor a
1, der sogenannte Keilfaktor für eine Variation des Schliffbildes zur Verfügung, weil
der Polynomkoeffizient a
0 den jeweiligen Walzenradius und die Polynomkoeffizienten a
2, a
3, a
4, a
5 usw. den gewünschten Stellbereich des CVC-Systems bestimmen. Lediglich der Keilfaktor
a
1 ist unabhängig von Stellbereich und Linienbelastung zwischen den Walzen und somit
frei wählbar. Bei CVC-Walzen, deren Kontur durch ein Polynom dritter Ordnung definiert
ist, führt der Keilfaktor a
1 zu einem minimalen Moment M, wenn er im Bereich

liegt.
[0024] Für CVC-Walzen, deren Kontur durch ein Polynom 5. Ordnung definiert ist, erreicht
das Moment M ein Minimum, wenn der Keilfaktor

beträgt mit

und

[0025] In Figur 3 ist ein konventionell geschliffenes CVC-Arbeitswalzenpaar dargestellt,
das mit dem Ziel kleinster Durchmesserdifferenzen ausgelegt wurde. Die einen Enddurchmesser
7 und die konvexe Partie der Walze berührende Tangente 8 und die den anderen Enddurchmesser
9 und die konkave Partie der Walze berührende andere Tangente 10 verlaufen parallel
zu den Achsen der konventionell geschliffenen Arbeitswalzen. Demgegenüber verlaufen
die entsprechenden Tangenten der CVC-Walzen gemäß Figur 4, die mit optimierter Keiligkeit
ausgelegt wurden, parallel, jedoch gegenüber den Walzenachsen um den optimalen Keilwinkel
• (alpha) geneigt.
Bezugszeichenliste
[0026]
- 1, 1'
- CVC-Arbeitswalzen
- 2
- Stützwalzen
- 3
- Walzband
- 4
- Pfeil (Last im Walzspalt)
- 5
- Pfeil (Last zwischen Arbeitswalze 1 und Stützwalze 2)
- 6
- Walzgerüstmitte
- 7, 7'
- Enddurchmesser
- 8, 8'
- Tangente
- 9, 9'
- anderer Enddurchmesser
- 10, 10'
- andere Tangente
1. Walzgerüst mit einem CVC-Walzenpaar, vorzugsweise einem CVC-Arbeitswalzenpaar (1,
1') und einem Stützwalzenpaar (2), die einen Kontaktbereich (b
cont) aufweisen, in dem ein horizontal wirkendes Moment (M) wirkt, das zu einer Verschränkung
der Walzen (1, 2) und dadurch zu Axialkräften in den Walzenlagem führt,
dadurch gekennzeichnet, dass das Moment (M) durch einen geeigneten CVC-Schliff der Walzen (1, 1') minimiert ist
mit einem Radiusverlauf (Kontur) der CVC-Walzen (1, 1'), der durch den Polynomansatz:

definiert ist mit:
R(x) = Radiusverlauf
x = Koordinate in Ballen-Längsrichtung
a0 = aktueller Walzenradius
a1 = Optimierungsparameter (Keilfaktor), der offline als Mittelwert aus verschiedenen
Schiebepositionen der CVC-Walzen (z. B. minimale, neutrale und maximale Schiebeposition)
gebildet ist
a2 bis an = Stellbereich des CVC-Systems,
wobei der CVC-Schliff bei optimierter Keiligkeit so ausgebildet ist, dass die Tangente
(8'), die einen Enddurchmesser (7') und die konvexe Partie der Walze (1') und die
Tangente (10'), die den anderen Enddurchmesser (9') und die konkave Partie der Walze
(1') berühren, zueinander parallel und gegenüber den Walzenachsen um den optimalen
Keilwinkel (α) geneigt verlaufen.
2. Walzgerüst nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Optimierungsparameter a
1 für eine Walze (1,1') mit einem Radiusverlauf nach einem Polynomansatz 3. Ordnung
im Bereich von

und für eine Walze (1, 1') mit einem Radiusverlauf nach einem Polynomansatz 3. Ordnung
im Bereich von

liegt mit:
1. Roll stand with a CVC roll pair, preferably a CVC working roll pair (1, 1') and a
backing roll pair (2), which have a contact region (b
cont) in which a horizontally acting moment (M), which leads to crossing of the rolls
(1, 2) and thereby to axial forces in the roll bearings, acts,
characterised in that the moment (M) is minimised by an appropriate CVC grinding of the rolls (1, 1') with
a radial course (contour) of the CVC rolls (1, 1') defined by the polynomial equation:

wherein
R(x) = radial course
x = co-ordinates in longitudinal direction of circumferential surface
a0 = actual roll radius
a1 = optimisation parameter (wedge factor) which is formed off-line as a mean value
of different displacement positions of the CVC rolls (for example minimum, neutral
and maximum displacement positions) and
a2 to an = setting range of the CVC system,
wherein the CVC grinding for optimised amount of wedge is so formed that the tangents
(8'), one end diameter (7') and the convex part of the roll (1') and the tangents
contacting the other end diameter (9') and the convex part of the roll (1') extend
parallel to one another and at an inclination relative to the roll axes by the optimum
wedge angle (α).
2. Roll stand according to claim 1,
characterised in that the optimisation angle a
1 for a roll (1, 1') with a radial course according to a polynomial equation of 3rd
order lies in the region of

and for a roll (1, 1') with a radial course according to a polynomial equation of
5th order lies in the region of

wherein f
1 = 1/20 to 5/20 and f
2 = 0 to 7/112.
1. Cage de laminage avec une paire de cylindres CVC, de préférence une paire de cylindres
de travail CVC (1, 1') et une paire de cylindres d'appui (2), qui présentent une zone
de contact (b
cont), dans laquelle agit un couple (M) horizontal, qui conduit à un croisement des cylindres
(1, 2) et donc à des forces axiales dans les paliers des cylindres,
caractérisée en ce que le couple (M) est minimisé par un meulage CVC approprié des cylindres (1, 1') avec
un profil de rayon (contour) des cylindres CVC (1, 1') défini par le polynôme

avec
R(x) = l'allure du rayon
x = coordonnées dans le sens longitudinal de la table
a0 = rayon actuel du cylindre
a1 = paramètre d'optimisation (facteur de biais), formé hors ligne comme valeur moyenne
à partir de différentes positions de déplacement des cylindres CVC (par exemple une
position de déplacement minimale, neutre et maximale)
a2 à an = plage de réglage du système CVC
le meulage CVC étant réalisé dans le cas d'un biais optimisé de telle manière que
la tangente (8') qui touche un diamètre final (7') et la partie convexe du cylindre
(1') et la tangente (10') qui touche l'autre diamètre final (9') et la partie concave
du cylindre (1') s'étendent parallèlement l'une par rapport à l'autre et de manière
inclinée par rapport aux axes des cylindres avec un angle de biais (α) optimal.
2. Cage de laminage selon la revendication 1,
caractérisée en ce que le paramètre d'optimisation a
1 pour un cylindre (1, 1') avec un profil de rayon selon un polynôme du 3ème degré
se situe dans la plage de

et pour un cylindre (1, 1') avec un profil de rayon selon un polynôme du 5ème degré
se situe dans la plage de

avec