[0001] Die Erfindung betrifft ein Möbel nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Ein derartiges Möbel ist aus der US 3 918 781 bekannt. Hier ist ein Schubladenschrank
gezeigt, der aus formschlüssig ineinander greifenden, übereinander gestapelten wannenförmigen
Behältern besteht, die zu einer Seite hin eine Öffnung aufweisen, welche für den Ein-
und Austritt einer Schublade vorgesehen ist. Nachteilig an dem bekannten Baukastensystem
ist, dass mit diesem nur Schubladenschränke unterschiedlicher Höhe und/oder Breite
erstellbar sind.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Möbel zu entwickeln, dass in zahlreichen
Varianten zusammenbaubar ist, wobei auch Möbel gleicher Höhe ein unterschiedliches
Aussehen und unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten aufweisen.
[0004] Diese Aufgabe wird ausgehend von den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1 erfindungsgemäß
durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. In den Unteransprüchen
sind vorteilhafte und zweckmäßige Weiterbildungen angegeben.
[0005] Das erfindungsgemäße Möbel weist Zargen zum Einschieben von Schubladen auf, welche
an Befestigungspunkten durch Verbindungsmittel miteinander verbunden sind, wobei die
Befestigungspunkte gruppenweise, äquidistant auf Konturlinien gleichseitiger oder
kreisrunder, geometrischer Flächen angeordnet sind und wobei die Zargen beliebig in
wenigstens zwei von einander abweichenden Stellungen aufeinander stapelbar sind. Eine
derartige, variable Verbindung erlaubt die individuelle Ausrichtung jeder Zarge und
somit auch die individuelle Ausrichtung jedes in die Zarge eingesetzten Schubkastens.
Hierdurch ist es möglich, verschiedenen Seitenflächen des Möbels unterschiedliche
Schubkästen zuzuordnen.
[0006] Eine vorteilhafte Ausbildung des Erfindungsgegenstandes sieht weiterhin vor, die
Zarge an zwei gegenüberliegenden Seiten mit Öffnungen für den Ein- Austritt eines
Schubkastens auszugestalten. Auf diese Weise kann der selbe Schubkasten von zwei Seiten
des Möbels aus bedient werden.
[0007] Gemäß einer besonderen Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes ist es vorgesehen,
das aus Zarge und Schubkasten ausgebildete Modul bzw. die Zarge aus einer ersten Stellung
in eine zweite Stellung durch Drehung um eine senkrechte Achse zu überführen, wobei
die senkrechte Achse durch den Mittelpunkt der geometrischen Fläche verläuft, auf
deren Konturlinie die Befestigungspunkte liegen. Hierdurch ist sichergestellt, dass
äquidistant auf der Konturlinie die angeordneten Befestigungspunkte, bei entsprechender
Drehung, wieder auf Befestigungspunkten zu liegen kommen und so eine Verbindung übereinander
liegender Module in verschiedenen Ausrichtungen zueinander problemlos möglich ist.
[0008] Weiterhin ist es vorgesehen, die Verbindungsmittel mehrteilig auszubilden, wobei
ein erstes Teilverbindungsmittel, dass an einer Oberseite bzw. Unterseite einer ersten
Zarge angeordnet ist mit einem zweiten Teilverbindungsmittel, dass an einer Unterseite
bzw. Oberseite einer zweiten Zarge anordnet ist zusammenwirkt, wobei die zweite Zarge
oberhalb bzw. unterhalb der ersten Zarge angeordnet ist.
[0009] Erfindungsgemäß ist es auch vorgesehen, als Verbindungsmittel zur Verbindung übereinander
liegender Zargen formschlüssige und/oder kraftschlüssige Verbindungsmittel zu verwenden.
Formschlüssige Verbindungen, wie z.B. Steckverbindungen aus einem konkaven und einem
konvexen Bauteil erlauben ein schnelles und wiederholtes Zusammensetzen und Auseinandernehmen
der Zargen. Hierdurch kann das Möbel während seiner gesamten Gebrauchsdauer beliebig
umgestaltet werden oder, beispielsweise für einen Umzug, zerlegt und später wieder
zusammengebaut werden. Kraftschlüssige Verbindungen, wie z.B. Klebeverbindungen, Verbindungen
mittels Klettbändern oder Magneten erlauben ebenfalls ein schnelles Zusammensetzen
der Zargen und lassen sich insbesondere ohne mechanische Bearbeitung der einzelnen
Zargen verwirklichen.
[0010] Weiterhin sieht die Erfindung vor, die Zargen in der Draufsicht als gleichseitige
oder kreisrunde, geometrische Flächen auszubilden. Durch eine derartige Ausbildung
ist gewährleistet, dass aufeinander liegende Zargen, die unterschiedlich zueinander
ausgerichtet sind, dennoch deckungsgleiche Flächen aufweisen.
[0011] Erfindungsgemäß ist es vorgesehen, eine Zarge mit wenigstens zwei gegenüberliegenden
Seitenwänden auszustatten, da sich hierdurch einfach eine tunnelartige Führung für
Schubladen realisieren lässt.
[0012] Die Erfindung sieht auch vor, die Zargen und die Schubkästen mit unterschiedlichen
Höhen auszustatten. Hierdurch ist es möglich, ein aus Zarge und Schubkasten gebildetes
Modul herzustellen, dessen Höhe die Höhe der Zarge nicht überschreitet.
[0013] Weiterhin ist es vorgesehen, mittels der Platte einer Zarge eine Auflage oder eine
Abdeckung für den zugehörigen Schubkasten zu bilden. Hierdurch ist es möglich, Zwischenböden
einzusparen, wobei eine Schublade in vertikaler Richtung immer zwischen zwei Platten
liegt, welche zu unterschiedlichen Zargen gehören.
[0014] Eine Modifikation der Erfindung sieht vor, den Schubkasten an seinen Seitenwänden
mit Gleitelementen auszustatten, welche mit den Seitenwänden der Zarge zusammenwirken.
Hierdurch ist es möglich, eine großflächige Reibung zwischen Schubkasten und Zarge
zu vermeiden. Selbstverständlich kann auch die Anordnung der Gleitelemente an den
Seitenwänden der Zarge vorgesehen sein.
[0015] Zur Erzielung eines leicht laufenden Schubkastens ist weiterhin vorgesehen, an einer
waagrecht liegenden Platte der Zarge wenigstens ein Gleitelement anzuordnen. Hierdurch
ist die Bewegung des Schubkastens über diese Platte erleichtert. Selbstverständlich
ist es auch möglich, ein Gleitelement am Schubkasten anzuordnen.
[0016] Die Erfindung sieht vor, als Gleitelemente insbesondere gespannten Nylonfäden oder
Nylonbänder zu verwenden. Hierdurch lassen sich leicht laufende Führungen mit einfachen
Mitteln realisieren.
[0017] Weiterhin ist es vorgesehen, die Zarge in der Draufsicht insbesondere als Quadrat,
Sechseck, Achteck, Kreis, Dreieck, Fünfeck, Siebeneck oder n-Eck auszubilden. Durch
derartige Zargen lassen sich Möbel aufbauen, welche ein ansprechendes Äußeres und
vielseitige Nutzungsmöglichkeiten bieten.
[0018] Eine Ausführungsvariante des Erfindungsgegenstandes sieht vor, das aus einzelnen
Modulen zusammengesetzte Möbel durch eine Abdeckplatte oder eine Bodenplatte zu komplettieren,
wobei die Bodenplatte vorzugsweise Rollen oder Gleiter oder Füße aufweist. Durch diese
Ergänzungsbauteile ist es möglich, die Nutzungsmöglichkeiten des Möbels noch weiter
zu erhöhen.
[0019] Weiterhin ist es vorgesehen, das Möbel durch eine spezielle Abdeckplatte als Lesepult
auszubilden.
[0020] Schließlich sieht eine besondere Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes noch
vor, den Schubkasten in einer vollständig in der Zarge stehenden Position lösbar festzulegen.
Hierdurch ist es möglich, ein ungewünschtes Durchschieben des Schubkastens von einer
Seite der Zarge auf eine andere Seite der Zarge zu verhindern, bzw. das Finden der
"Mittelstellung" zu erleichtern. Insbesondere ist hier beispielsweise der Einsatz
einer in der Zarge gefedert gelagerten Kugel vorgesehen, welche in eine Ausnehmung
des Schubkastens eingreift.
[0021] Weitere Einzelheiten der Erfindung werden in der Zeichnung anhand von schematisch
dargestellten Ausführungsbeispielen beschrieben.
[0022] Hierbei zeigt:
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Möbels mit gruppenweise verdreht
zueinander angeordneten Zargen,
- Figur 2a
- eine perspektivische Ansicht von zwei um 90° zueinander verdreht orientierten Zargen,
- Figur 2b
- eine perspektivische Ansicht von zwei unverdreht zueinander orientierten Zargen,
- Figur 3
- eine Seitenansicht der in Figur 2b dargestellten Zarge 2' aus der Pfeilrichtung III,
- Figur 4
- eine Draufsicht auf die in Figur 2b dargestellte Zarge 2' aus der Pfeilrichtung IV,
- Figur 5
- eine Draufsicht auf einen Schubkasten,
- Figur 6
- eine Seitenansicht des in Figur 5 dargestellten Schubkastens aus der Pfeilrichtung
VI,
- Figur 7
- einen Schnitt durch den in Figur 5 dargestellten Schubkasten entlang der Schnittlinie
VII-VII,
- Figur 8
- eine Seitenansicht des in Figur 5 dargestellten Schubkastens aus der Pfeilrichtung
VIII,
- Figur 9
- einen Schnitt durch den in Figur 5 dargestellten Schubkasten entlang der Schnittlinie
IX-IX,
- Figur 10
- eine Seitenansicht eines aus einer Zarge und einem Schubkasten bestehenden Moduls,
- Figur 11
- eine Draufsicht auf das in Figur 10 dargestellte Modul,
- Figur 12
- eine detaillierte Darstellung eines Eckbereichs XII, der in Figur 2b dargestellten
Zarge 2' in Draufsicht,
- Figur 13
- einen Schnitt durch drei aufeinander gestapelte Zargen,
- Figur 14
- eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Möbels mit gruppenweise verdreht
zueinander angeordneten Zargen,
- Figur 15
- eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Möbels mit unverdreht zueinander
angeordneten Zargen,
- Figur 16
- eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Möbels mit unverdreht zueinander angeordneten
Zargen und
- Figur 17
- eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Möbels, welches als Stehpult
ausgebildet ist.
[0023] In Figur 1 ist ein Möbel 1 dargestellt, das im Wesentlichen aus Zargen 2 und Schubkästen
3 besteht. Von den Schubkästen 3 sind in Figur 1 zur Erhaltung der Übersichtlichkeit
nur zwei Schubkästen 3 dargestellt. Ein erster Schubkasten 3' ist in eingeschobener
Stellung 4 und ein zweiter Schubkasten 3'' ist in teilweise ausgezogener Stellung
5 dargestellt. Zusammenwirkende Zargen 2 und Schubkästen 3 bilden jeweils ein Modul
6. Die Zargen 2 des Möbels 1 sind teilweise in Richtung eines Doppelpfeils 7 und teilweise
in Richtung eines Doppelpfeils 8 orientiert. Eine Umorientierung der Zargen 2 ist
durch eine Drehung der einzelnen Zargen in Richtung eines Doppelpfeils 9 um eine Mittellängsachse
10 des Möbels 1 um 90° bzw. 270° möglich.
[0024] In Figur 2a sind zwei in Bezug auf eine Mittellängsachse um 90° zueinander verdreht
orientierte Zargen 2', 2'' dargestellt. Die Zargen 2', 2'' bestehen im Wesentlichen
jeweils aus zwei Wangen 11, 12 und einer Platte 13, wobei die Platte 13 an zwei gegenüberliegenden
Seitenflächen 14, 15 mit den Wangen 11, 12 in Verbindung steht. Durch ein Verschieben
der Zarge 2' in Pfeilrichtung x erfolgt ein Aufsetzen der Zarge 2' auf die Zarge 2''.
Hierbei kommen Kontaktflächen 16 der Zarge 2' mit Kontaktflächen 17 der Zarge 2''
in Kontakt. Insbesondere in den Figuren 12 und 13 ist noch Näheres zu den Kontaktflächen
16, 17 ausgeführt.
[0025] In Figur 2b sind zwei Zargen 2', 2'' dargestellt, welche unverdreht zueinander orientiert
sind. Bei einer Verschiebung der Zarge 2' in Pfeilrichtung x liegt diese mit Kontaktflächen
16 auf Kontaktflächen 17 der Zarge 2'' auf. Die Kontaktflächen 16, 17 sind durch in
Pfeilrichtung x weisende Seitenflächen 18 von Wangen 11, 12 der Zarge 2' und von in
eine Pfeilrichtung x' weisenden Seitenflächen 19 von Wangen 11, 12 der Zarge 2'' gebildet.
Somit liegen die Wangen 11, 12 der Zarge 2' vollflächig auf den Wangen 11, 12 der
Zarge 2'' auf, wenn diese auf der Zarge 2'' ruht.
[0026] In Figur 3 ist eine Seitenansicht einer Zarge 2 dargestellt. Wangen 11, 12 der Zarge
2 weisen eine Höhe H
Z auf. Von einer Oberfläche 20 einer Platte 13 der Zarge 2 aus gemessen weisen die
Wangen 11, 12 eine Höhe h
Z auf. Auf nach oben weisenden Seitenflächen 19 der Wangen 11, 12 sind Verbindungsmittel
21 angeordnet. Die Zarge weist eine Unterseite 13a auf.
[0027] In Figur 4 ist die in Figur 3 dargestellte Zarge 2 in Draufsicht abgebildet. Die
Zarge 2 weist eine Breite B
Z und eine Tiefe T
Z auf. Weiterhin weisen die auf einer Wange 11 bzw. 12 liegenden Befestigungsmittel
21 zueinander einen Abstand T
B auf. Die auf den Wangen 11, 12 jeweils gegenüberliegend angeordneten Befestigungsmittel
21 weisen einen Abstand B
B auf. Für die Zarge 2 gilt: B
Z = T
Z und B
B = T
B. Anders ausgedrückt sind die Befestigungsmittel 21 bzw. die gesamte Zarge 2 punktsymmetrisch
zu einem Punkt S ausgebildet, in welchem eine in die Zeichnungsebene verlaufende Längsmittelachse
10 die Platte 13 schneidet. Weiterhin sind in der Figur 4 noch Gleitelemente 22, 23
dargestellt, welche in der Figur 3 nicht gezeigt sind. Die Gleitelemente 22, 23 sind
durch Nylonfäden 24, 25 gebildet, die mit Enden 26 in nicht näher dargestellte Bohrungen
oder Durchgangsbohrungen in der Platte 13 geführt sind. Eine Befestigung der Nylonfäden
24, 25 erfolgt beispielsweise über eine Verklebung und/oder einen Knoten. Die Zarge
2 öffnet sich zu zwei gegenüberliegenden Seiten A, B hin.
[0028] In Figur 5 ist ein Schubkasten 3 in Draufsicht dargestellt. Der Schubkasten 3 besteht
im Wesentlichen aus einer Bodenplatte 27 und Wangen 28, 29, 30, 31. An den gegenüberliegenden
Wangen 28, 30 sind Gleitelemente 32, 33 angeordnet. Diese sind analog zu den an der
Zarge angeordneten Gleitelementen als Nylonfäden 34, 35 ausgebildet, welche an Enden
36 von nicht näher dargestellten Bohrungen oder Durchgangsbohrungen aufgenommen sind
und in diesen verklebt und/oder durch Knoten gesichert sind. Der Schubkasten 3 weist
eine Breite B
S und ein Tiefe T
S auf. Hierbei entspricht die Tiefe T
S des Schubkastens 2 in etwa der Tiefe T
Z einer Zarge. Figur 6 zeigt eine Seitenansicht des in Figur 5 dargestellten Schubkastens
aus der Pfeilrichtung VI. In dieser Ansicht ist das an einer Außenseite 37 der Wange
30 angeordnete Gleitelement 33 zu sehen.
[0029] In Figur 7 ist ein Schnitt durch den in Figur 5 dargestellten Schubkasten 3 entlang
der Schnittlinien VII-VII abgebildet. Der Schubkasten 3 weist eine Höhe H
S auf. Diese ist etwas geringer bemessen als die Höhe h
Z einer zum Schubkasten 3 gehörenden Zarge. Ein Innenraum 38 des Schubkastens 3 besitzt
eine Höhe h
S.
[0030] Figur 8 zeigt eine Seitenansicht des in Figur 5 dargestellten Schubkastens aus der
Pfeilrichtung VIII. Aus dieser Ansicht geht nochmals die Lage der Gleitelemente 32,
33 an den Wangen 28, 30 des Schubkastens 3 hervor.
[0031] In Figur 9 ist ein Schnitt durch den in Figur 5 dargestellten Schubkasten entlang
der Schnittlinie IX-IX abgebildet.
[0032] Figur 10 zeigt eine Seitenansicht eines Moduls 6, das aus einer Zarge 2 und einem
in Figur 10 durch die Zarge 2 verdeckten Schubkasten 3 besteht. Das Modul 6 weist
eine Höhe H
M auf, welche einer Höhe H
Z der Zarge entspricht (siehe beispielsweise Figur 3).
[0033] In Figur 11 ist das in Figur 10 dargestellte Modul 6 in Draufsicht abgebildet. Der
Schubkasten 3 ist zwischen Wangen 11, 12 der Zarge 2 angeordnet. Zwischen den Wangen
11, 12 der Zarge 2 und Wangen 28, 30 des Schubkastens 3 bestehen Spalte 39, 40 einer
Breite a, in welchen am Schubkasten 3 angeordnete Gleitmittel 32, 33 verlaufen. Durch
die Gleitmittel 32, 33 ist eine flächenhafte Reibung zwischen den gegenüberliegenden
Wangen 12, 28 und 30, 11 verhindert. Verbindungsmittel 21 bilden Eckpunkte 41 einer
gleichseitigen oder kreisrunden bzw. punktsymmetrischen geometrischen Fläche 42, deren
Kontur 42a mit gestrichelten Linien angedeutet ist. In dem in Figur 11 dargestellten
Beispiel ist die geometrische Fläche 42 als Quadrat 43 ausgebildet. Durch eine derartige
Vorgabe für die Lage der Eckpunkte 41 des Moduls 6 bzw. der Zarge 2 ist es möglich,
Module bzw. Zargen in unterschiedlicher Orientierung aufeinanderzusetzen. Hierbei
ist die Zahl der möglichen, unterschiedlichen Orientierungen jeweils durch die Zahl
der Eckpunkte vorgegeben.
[0034] In Figur 12 ist das in Figur 2b markierte Detail XII in Draufsicht vergrößert abgebildet.
Die Zarge 2' zeigt auf einer Seitenfläche 19 der Wange 12 ein Verbindungsmittel 21,
das als teilkugelförmiger Vorsprung 44 ausgebildet ist.
[0035] In Figur 13 sind drei aufeinandergestapelte Zargen 2', 2'', 2''' in geschnittener
Seitenansicht abgebildet. Hierbei ist die in Figur 12 abgebildete Zarge 2' zwischen
den Zargen 2'' und 2''' angeordnet. Das Verbindungsmittel 21 der Zarge 2' wirkt mit
einem Gegenverbindungsmittel 45 zusammen, welches an einer Kontaktfläche 16 der Zarge
2'' angeordnet ist. Das Gegenkontaktmittel 45 ist als teilkugelförmiger Rücksprung
46 ausgebildet, welcher auf den teilkugelförmigen Vorsprung 44 der Zarge 2' angepasst
ist. An einer Kontaktfläche 17 weist die Zarge 2'' ein Verbindungsmittel 21 auf, welches
für ein Zusammenwirken mit einem weiteren Gegenverbindungsmittel 45 einer weiteren
nicht dargestellten Zarge vorgesehen ist. Die Zargen 2' und 2'' weisen dieselbe Orientierung
auf. Nicht dargestellte Schubkästen, welche in die Zargen 2', 2'' einund ausgeschoben
werden könnten, würden in Richtung eines Doppelpfeils 47 bewegt werden. Die Zarge
2' steht über ein Gegenverbindungsmittel 45 in formschlüssiger Verbindung mit der
unter der Zarge 2' angeordneten Zarge 2''', welche mit einem Verbindungsmittel 21
in das Gegenverbindungsmittel 45 der Zarge 2' eingreift. Hierbei weist die Zarge 2'''
eine um 90° verdrehte Ausrichtung zur Zarge 2' auf. Ein nicht dargestellter, für das
Ein- und Ausschieben in die Zarge 2''' vorgesehener Schubkasten würde in die Zeichnungsebene
und aus der Zeichnungsebene heraus bewegt werden. Das Zusammenwirken von Verbindungsmitteln
21 und Gegenverbindungsmitteln 45 ist für alle vier Eckpunkte 41 jeder Zarge 2', 2''
und 2''' vorgesehen.
[0036] Figur 14 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Möbels 1, in welches noch keine
Schubkästen eingeschoben sind. Aufeinandergestapelte Zargen 2 bilden zunächst ein
Skelett 48, das für die Aufnahme von Schubladen in Pfeilrichtung 7 und Pfeilrichtung
8 vorgesehen ist. Durch jeweils zwei gegenüberliegende Öffnungen 49, 50 der Zargen
2 ist es möglich, die nicht dargestellten Schubkästen jeweils in zwei gegenüberliegende
Richtungen ein- und auszuschieben bzw. in Richtung des Doppelpfeils 7 oder Doppelpfeils
8 durchzuschieben.
[0037] In Figur 15 ist ein weiteres Möbel 1 in perspektivischer Ansicht dargestellt, in
welches noch keine Schubkästen eingeschoben sind. Dieses Möbel 1 besteht aus Zargen
2, welche alle die gleiche Ausrichtung aufweisen.
[0038] In Figur 16 ist eine Seitenansicht eines entsprechend der Figur 15 aufgebauten Möbels
1 abgebildet. Nicht näher dargestellte, zusammenwirkende Verbindungsmittel 41, 45
(siehe auch Figur 13) sind so ausgebildet, dass zwischen einer Seitenfläche 16 einer
Wange 11 und einer Seitenfläche 17 einer weiteren Wange 11 ein Spalt 51 mit einer
Breite b entsteht. Durch diesen Spalt ist der modulare Aufbau des Möbels 1 betont.
[0039] Figur 17 zeigt eine weitere perspektivische Ansicht eines Möbels 1. Das Möbel 1 besteht
aus identisch zueinander orientierten Zargen 2, in welche noch keine Schubkästen eingeschoben
sind und aus einem Zusatzmodul 52, welches als Abdeckung 53 für die oberste Zarge
2 vorgesehen ist und das Möbel 1 zu einem Stehpult 54 macht.
[0040] Die Erfindung ist nicht auf dargestellte oder beschriebene Ausführungsbeispiele beschränkt.
Sie umfasst vielmehr Weiterbildungen der Erfindung im Rahmen der Schutzrechtsansprüche.
Insbesondere ist es auch vorgesehen, das erfindungsgemäße Möbel mit Standfüßen oder
einer Bodenplatte oder Rollen auszustatten. Weiterhin sieht die Erfindung selbstverständlich
auch vor, Zargen ohne Schubkästen oder mit alternativen Einbauteilen zu verwenden.
Beispielsweise ist statt eines Schubkastens auch die Verblendung der Zargen mit einer
Klappe vorgesehen.
Bezugszeichenliste:
[0041]
- 1
- Möbel
- 2, 2' - 2'''
- Zarge
- 3, 3', 3''
- Schubkasten
- 4
- eingeschobene Stellung
- 5
- teilweise ausgezogene STellung
- 6
- Modul
- 7, 8, 9
- Doppelpfeil
- 10
- Mittellängsachse
- 11, 12
- Wange (von 2, 2' - 2''')
- 13
- Platte (von 2, 2' - 2''')
- 13a
- Unterseite
- 14, 15
- Seitenfläche (von 13)
- 16
- Kontaktfläche (von 2')
- 17
- Kontaktfläche (von 2'')
- 18
- obere Seitenfläche (von 11, 12)
- 19
- untere Seitenfläche (von 11, 12)
- 20
- Oberfläche (von 13)
- 21
- Verbindungsmittel
- 22, 23
- Gleitelement (von 2)
- 24, 25
- Nylonfaden
- 26
- Ende (von 24, 25)
- 27
- Bodenplatte (von 3)
- 28, 29, 30, 31
- Wange (von 3)
- 32, 33
- Gleitelement (von 3)
- 34, 35
- Nylonfaden
- 36
- Ende (von 34, 35)
- 37
- Außenseite (von 30)
- 38
- Innenraum (von 3)
- 39, 40
- Spalte
- 41
- Eckpunkt
- 42
- Fläche
- 42a
- Kontur
- 43
- Quadrat
- 44
- teilkugelförmiger Vorsprung
- 45
- Gegenverbindungsmittel
- 46
- teilkugelförmiger Rücksprung
- 47
- Doppelpfeil
- 48
- Skelett
- 49, 50
- Öffnung
- 51
- Spalt
- 52
- Zusatzmodul
- 53
- Abdeckung
- 54
- Stehpult
1. Möbel (1) bestehend aus wannenförmigen Zargen (2, 2' - 2''') und Schubkästen (3),
wobei eine Zarge (2, 2' - 2''') und ein Schubkasten (3) jeweils ein Modul (6) bilden,
wobei die einzelnen Module (6) aufeinandersetzbar und untereinander formschlüssig
verbindbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Zargen (2, 2' - 2''') an Befestigungspunkten (41) durch Verbindungsmittel (21,
45) miteinander verbunden sind, wobei die Befestigungspunkte (41) gruppenweise, äquidistant
auf Konturlinien (42a) gleichseitiger oder kreisrunder, ebener, geometrischer Flächen
(42, 43) angeordnet sind und wobei die Zargen (2, 2' - 2''') beliebig in wenigstens
zwei voneinander abweichenden Stellungen (7, 8) aufeinander stapelbar sind.
2. Möbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zarge (2, 2' - 2''') an zwei gegenüberliegenden Seiten (A, B) eine Öffnung (49,
50) für den Ein- und Austritt des Schubkastens (3) aufweist.
3. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Modul (6) aus einer ersten Stellung (7) in eine weitere Stellung (8) durch eine
Drehung um eine senkrechte Achse (10), welche in Draufsicht durch den Mittelpunkt
(S) des Moduls (6) verläuft, überführbar ist.
4. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsmittel wenigstens zweiteilig ausgebildet sind und eine erstes Verbindungsmittel,
das an einer Oberseite bzw. Unterseite einer ersten Zarge angeordnet ist mit einem
zweiten Verbindungsmittel (21, 45), das an einer Unterseite (13a, 16) bzw. Oberseite
(17) einer zweiten Zarge (2, 2' - 2''') angeordnet ist, zusammenwirkt, wobei die zweite
Zarge (2, 2' - 2''') oberhalb bzw. unterhalb der ersten Zarge (2, 2' - 2''') angeordnet
ist.
5. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsmittel (21, 45) als formschlüssige und/oder kraftschlüssige Verbindungsmittel
(21, 45) ausgebildet sind.
6. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungsmittel (21, 45) aus einem konkaven (46) und einem konvexen Bauteil
(44) besteht und insbesondere als Steckverbindung (44, 46) ausgebildet sind.
7. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das konkave Bauteil (46) als Bohrung ausgeführt ist und das konvexe Bauteil (44)
als Stift oder Halbkugel ausgebildet ist.
8. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zargen (2, 2' - 2''') in der Draufsicht als gleichseitige oder kreisrunde, geometrische
Flächen ausgebildet sind.
9. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zarge (2, 2' - 2''') wenigstens zwei gegenüberliegende Seitenwände (11, 12) aufweist.
10. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zargen (2, 2' - 2''') und die Schubkästen (3) unterschiedliche Höhen (HZ, HS) aufweisen.
11. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Modul (6) die Zarge (2, 2' - 2''') als Auflage oder als Abdeckung für den
zugehörigen Schubkasten (3) ausgebildet ist.
12. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schubkasten (3) an seinen Seitenwänden (28, 29, 30, 31) angeordnete Gleitelemente
(32, 33) aufweist, welche mit den Seitenwänden (11, 12) der Zarge (2, 2' - 2''') zusammenwirken.
13. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zarge (2, 2' - 2''') wenigstens ein an ihrer horizontal orientierten Platte (13)
angeordnetes Gleitelement (22, 23) aufweist, das mit der Schublade (3) zusammenwirkt.
14. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitelemente (22, 23, 32 ,33) als etwa in Bewegungsrichtung (7, 8) der Schubkästen
(3) verlaufende Auflagen, insbesondere als gespannte Nylonfäden (24, 25, 34 ,35),
ausgebildet sind.
15. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zarge (2, 2' - 2''') in der Draufsicht insbesondere als Quadrat (43), Sechseck,
Achteck, Kreis, Dreieck, Fünfeck, Siebeneck oder n-Eck ausgebildet ist.
16. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das im Wesentlichen aus Zargen (2, 2' - 2''') und Schubkästen (3) bestehende Möbel
(1) durch einen Abdeckplatte (53) oder eine Bodenplatte komplettiert ist.
17. Möbel nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Bodenplatte Rollen oder Gleiter oder Füße aufweist.
18. Möbel nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckplatte (53) schräg angeordnet ist und eine Querleiste zur Abstützung eines
Buches oder eines Manuskriptes aufweist.
19. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Möbel (1) vorzugsweise als Schrank, Lesepult, Stehpult (54) oder Unterschrank
ausgebildet ist
20. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Modul (6) wenigstens eine zwischen Zarge (2, 2' - 2''') und Schubkasten (3) wirkende
Rastvorrichtung aufweist, welche insbesondere in einer Mittelstellung, in welcher
der Schubkasten (3) vollständig eingeschoben ist, aktiv ist.