(19)
(11) EP 1 310 191 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
14.05.2003  Patentblatt  2003/20

(21) Anmeldenummer: 02024798.7

(22) Anmeldetag:  07.11.2002
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7A47B 67/04
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 10.11.2001 DE 10155361

(71) Anmelder: Roericht, Hans, Prof.
89081 Ulm (DE)

(72) Erfinder:
  • Roericht, Hans, Prof.
    89081 Ulm (DE)

(74) Vertreter: Patentanwälte Eisele, Otten, Roth& Dobler 
Karlstrasse 8
88212 Ravensburg
88212 Ravensburg (DE)

   


(54) Möbel aus Zargen und Schubkästen


(57) Die Erfindung betrifft ein Möbel (1) bestehend aus wannenförmigen Zargen (2) und Schubkästen (3, 3', 3''), wobei eine Zarge (2) und ein Schubkasten (3, 3', 3'') jeweils ein Modul (6) bilden, wobei die einzelnen Module (6) aufeinandersetzbar und untereinander formschlüssig verbindbar sind. Hierbei sind die Zargen (2) an Befestigungspunkten durch Verbindungsmittel miteinander verbunden, wobei die Befestigungspunkte gruppenweise, äquidistant auf Konturlinien gleichseitiger oder kreisrunder, ebener, geometrischer Flächen angeordnet sind und wobei die Zargen (2) beliebig in wenigstens zwei voneinander abweichenden Stellungen (7, 8) aufeinander stapelbar sind.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Möbel nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

[0002] Ein derartiges Möbel ist aus der US 3 918 781 bekannt. Hier ist ein Schubladenschrank gezeigt, der aus formschlüssig ineinander greifenden, übereinander gestapelten wannenförmigen Behältern besteht, die zu einer Seite hin eine Öffnung aufweisen, welche für den Ein- und Austritt einer Schublade vorgesehen ist. Nachteilig an dem bekannten Baukastensystem ist, dass mit diesem nur Schubladenschränke unterschiedlicher Höhe und/oder Breite erstellbar sind.

[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Möbel zu entwickeln, dass in zahlreichen Varianten zusammenbaubar ist, wobei auch Möbel gleicher Höhe ein unterschiedliches Aussehen und unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten aufweisen.

[0004] Diese Aufgabe wird ausgehend von den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1 erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. In den Unteransprüchen sind vorteilhafte und zweckmäßige Weiterbildungen angegeben.

[0005] Das erfindungsgemäße Möbel weist Zargen zum Einschieben von Schubladen auf, welche an Befestigungspunkten durch Verbindungsmittel miteinander verbunden sind, wobei die Befestigungspunkte gruppenweise, äquidistant auf Konturlinien gleichseitiger oder kreisrunder, geometrischer Flächen angeordnet sind und wobei die Zargen beliebig in wenigstens zwei von einander abweichenden Stellungen aufeinander stapelbar sind. Eine derartige, variable Verbindung erlaubt die individuelle Ausrichtung jeder Zarge und somit auch die individuelle Ausrichtung jedes in die Zarge eingesetzten Schubkastens. Hierdurch ist es möglich, verschiedenen Seitenflächen des Möbels unterschiedliche Schubkästen zuzuordnen.

[0006] Eine vorteilhafte Ausbildung des Erfindungsgegenstandes sieht weiterhin vor, die Zarge an zwei gegenüberliegenden Seiten mit Öffnungen für den Ein- Austritt eines Schubkastens auszugestalten. Auf diese Weise kann der selbe Schubkasten von zwei Seiten des Möbels aus bedient werden.

[0007] Gemäß einer besonderen Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes ist es vorgesehen, das aus Zarge und Schubkasten ausgebildete Modul bzw. die Zarge aus einer ersten Stellung in eine zweite Stellung durch Drehung um eine senkrechte Achse zu überführen, wobei die senkrechte Achse durch den Mittelpunkt der geometrischen Fläche verläuft, auf deren Konturlinie die Befestigungspunkte liegen. Hierdurch ist sichergestellt, dass äquidistant auf der Konturlinie die angeordneten Befestigungspunkte, bei entsprechender Drehung, wieder auf Befestigungspunkten zu liegen kommen und so eine Verbindung übereinander liegender Module in verschiedenen Ausrichtungen zueinander problemlos möglich ist.

[0008] Weiterhin ist es vorgesehen, die Verbindungsmittel mehrteilig auszubilden, wobei ein erstes Teilverbindungsmittel, dass an einer Oberseite bzw. Unterseite einer ersten Zarge angeordnet ist mit einem zweiten Teilverbindungsmittel, dass an einer Unterseite bzw. Oberseite einer zweiten Zarge anordnet ist zusammenwirkt, wobei die zweite Zarge oberhalb bzw. unterhalb der ersten Zarge angeordnet ist.

[0009] Erfindungsgemäß ist es auch vorgesehen, als Verbindungsmittel zur Verbindung übereinander liegender Zargen formschlüssige und/oder kraftschlüssige Verbindungsmittel zu verwenden. Formschlüssige Verbindungen, wie z.B. Steckverbindungen aus einem konkaven und einem konvexen Bauteil erlauben ein schnelles und wiederholtes Zusammensetzen und Auseinandernehmen der Zargen. Hierdurch kann das Möbel während seiner gesamten Gebrauchsdauer beliebig umgestaltet werden oder, beispielsweise für einen Umzug, zerlegt und später wieder zusammengebaut werden. Kraftschlüssige Verbindungen, wie z.B. Klebeverbindungen, Verbindungen mittels Klettbändern oder Magneten erlauben ebenfalls ein schnelles Zusammensetzen der Zargen und lassen sich insbesondere ohne mechanische Bearbeitung der einzelnen Zargen verwirklichen.

[0010] Weiterhin sieht die Erfindung vor, die Zargen in der Draufsicht als gleichseitige oder kreisrunde, geometrische Flächen auszubilden. Durch eine derartige Ausbildung ist gewährleistet, dass aufeinander liegende Zargen, die unterschiedlich zueinander ausgerichtet sind, dennoch deckungsgleiche Flächen aufweisen.

[0011] Erfindungsgemäß ist es vorgesehen, eine Zarge mit wenigstens zwei gegenüberliegenden Seitenwänden auszustatten, da sich hierdurch einfach eine tunnelartige Führung für Schubladen realisieren lässt.

[0012] Die Erfindung sieht auch vor, die Zargen und die Schubkästen mit unterschiedlichen Höhen auszustatten. Hierdurch ist es möglich, ein aus Zarge und Schubkasten gebildetes Modul herzustellen, dessen Höhe die Höhe der Zarge nicht überschreitet.

[0013] Weiterhin ist es vorgesehen, mittels der Platte einer Zarge eine Auflage oder eine Abdeckung für den zugehörigen Schubkasten zu bilden. Hierdurch ist es möglich, Zwischenböden einzusparen, wobei eine Schublade in vertikaler Richtung immer zwischen zwei Platten liegt, welche zu unterschiedlichen Zargen gehören.

[0014] Eine Modifikation der Erfindung sieht vor, den Schubkasten an seinen Seitenwänden mit Gleitelementen auszustatten, welche mit den Seitenwänden der Zarge zusammenwirken. Hierdurch ist es möglich, eine großflächige Reibung zwischen Schubkasten und Zarge zu vermeiden. Selbstverständlich kann auch die Anordnung der Gleitelemente an den Seitenwänden der Zarge vorgesehen sein.

[0015] Zur Erzielung eines leicht laufenden Schubkastens ist weiterhin vorgesehen, an einer waagrecht liegenden Platte der Zarge wenigstens ein Gleitelement anzuordnen. Hierdurch ist die Bewegung des Schubkastens über diese Platte erleichtert. Selbstverständlich ist es auch möglich, ein Gleitelement am Schubkasten anzuordnen.

[0016] Die Erfindung sieht vor, als Gleitelemente insbesondere gespannten Nylonfäden oder Nylonbänder zu verwenden. Hierdurch lassen sich leicht laufende Führungen mit einfachen Mitteln realisieren.

[0017] Weiterhin ist es vorgesehen, die Zarge in der Draufsicht insbesondere als Quadrat, Sechseck, Achteck, Kreis, Dreieck, Fünfeck, Siebeneck oder n-Eck auszubilden. Durch derartige Zargen lassen sich Möbel aufbauen, welche ein ansprechendes Äußeres und vielseitige Nutzungsmöglichkeiten bieten.

[0018] Eine Ausführungsvariante des Erfindungsgegenstandes sieht vor, das aus einzelnen Modulen zusammengesetzte Möbel durch eine Abdeckplatte oder eine Bodenplatte zu komplettieren, wobei die Bodenplatte vorzugsweise Rollen oder Gleiter oder Füße aufweist. Durch diese Ergänzungsbauteile ist es möglich, die Nutzungsmöglichkeiten des Möbels noch weiter zu erhöhen.

[0019] Weiterhin ist es vorgesehen, das Möbel durch eine spezielle Abdeckplatte als Lesepult auszubilden.

[0020] Schließlich sieht eine besondere Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes noch vor, den Schubkasten in einer vollständig in der Zarge stehenden Position lösbar festzulegen. Hierdurch ist es möglich, ein ungewünschtes Durchschieben des Schubkastens von einer Seite der Zarge auf eine andere Seite der Zarge zu verhindern, bzw. das Finden der "Mittelstellung" zu erleichtern. Insbesondere ist hier beispielsweise der Einsatz einer in der Zarge gefedert gelagerten Kugel vorgesehen, welche in eine Ausnehmung des Schubkastens eingreift.

[0021] Weitere Einzelheiten der Erfindung werden in der Zeichnung anhand von schematisch dargestellten Ausführungsbeispielen beschrieben.

[0022] Hierbei zeigt:
Figur 1
eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Möbels mit gruppenweise verdreht zueinander angeordneten Zargen,
Figur 2a
eine perspektivische Ansicht von zwei um 90° zueinander verdreht orientierten Zargen,
Figur 2b
eine perspektivische Ansicht von zwei unverdreht zueinander orientierten Zargen,
Figur 3
eine Seitenansicht der in Figur 2b dargestellten Zarge 2' aus der Pfeilrichtung III,
Figur 4
eine Draufsicht auf die in Figur 2b dargestellte Zarge 2' aus der Pfeilrichtung IV,
Figur 5
eine Draufsicht auf einen Schubkasten,
Figur 6
eine Seitenansicht des in Figur 5 dargestellten Schubkastens aus der Pfeilrichtung VI,
Figur 7
einen Schnitt durch den in Figur 5 dargestellten Schubkasten entlang der Schnittlinie VII-VII,
Figur 8
eine Seitenansicht des in Figur 5 dargestellten Schubkastens aus der Pfeilrichtung VIII,
Figur 9
einen Schnitt durch den in Figur 5 dargestellten Schubkasten entlang der Schnittlinie IX-IX,
Figur 10
eine Seitenansicht eines aus einer Zarge und einem Schubkasten bestehenden Moduls,
Figur 11
eine Draufsicht auf das in Figur 10 dargestellte Modul,
Figur 12
eine detaillierte Darstellung eines Eckbereichs XII, der in Figur 2b dargestellten Zarge 2' in Draufsicht,
Figur 13
einen Schnitt durch drei aufeinander gestapelte Zargen,
Figur 14
eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Möbels mit gruppenweise verdreht zueinander angeordneten Zargen,
Figur 15
eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Möbels mit unverdreht zueinander angeordneten Zargen,
Figur 16
eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Möbels mit unverdreht zueinander angeordneten Zargen und
Figur 17
eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Möbels, welches als Stehpult ausgebildet ist.


[0023] In Figur 1 ist ein Möbel 1 dargestellt, das im Wesentlichen aus Zargen 2 und Schubkästen 3 besteht. Von den Schubkästen 3 sind in Figur 1 zur Erhaltung der Übersichtlichkeit nur zwei Schubkästen 3 dargestellt. Ein erster Schubkasten 3' ist in eingeschobener Stellung 4 und ein zweiter Schubkasten 3'' ist in teilweise ausgezogener Stellung 5 dargestellt. Zusammenwirkende Zargen 2 und Schubkästen 3 bilden jeweils ein Modul 6. Die Zargen 2 des Möbels 1 sind teilweise in Richtung eines Doppelpfeils 7 und teilweise in Richtung eines Doppelpfeils 8 orientiert. Eine Umorientierung der Zargen 2 ist durch eine Drehung der einzelnen Zargen in Richtung eines Doppelpfeils 9 um eine Mittellängsachse 10 des Möbels 1 um 90° bzw. 270° möglich.

[0024] In Figur 2a sind zwei in Bezug auf eine Mittellängsachse um 90° zueinander verdreht orientierte Zargen 2', 2'' dargestellt. Die Zargen 2', 2'' bestehen im Wesentlichen jeweils aus zwei Wangen 11, 12 und einer Platte 13, wobei die Platte 13 an zwei gegenüberliegenden Seitenflächen 14, 15 mit den Wangen 11, 12 in Verbindung steht. Durch ein Verschieben der Zarge 2' in Pfeilrichtung x erfolgt ein Aufsetzen der Zarge 2' auf die Zarge 2''. Hierbei kommen Kontaktflächen 16 der Zarge 2' mit Kontaktflächen 17 der Zarge 2'' in Kontakt. Insbesondere in den Figuren 12 und 13 ist noch Näheres zu den Kontaktflächen 16, 17 ausgeführt.

[0025] In Figur 2b sind zwei Zargen 2', 2'' dargestellt, welche unverdreht zueinander orientiert sind. Bei einer Verschiebung der Zarge 2' in Pfeilrichtung x liegt diese mit Kontaktflächen 16 auf Kontaktflächen 17 der Zarge 2'' auf. Die Kontaktflächen 16, 17 sind durch in Pfeilrichtung x weisende Seitenflächen 18 von Wangen 11, 12 der Zarge 2' und von in eine Pfeilrichtung x' weisenden Seitenflächen 19 von Wangen 11, 12 der Zarge 2'' gebildet. Somit liegen die Wangen 11, 12 der Zarge 2' vollflächig auf den Wangen 11, 12 der Zarge 2'' auf, wenn diese auf der Zarge 2'' ruht.

[0026] In Figur 3 ist eine Seitenansicht einer Zarge 2 dargestellt. Wangen 11, 12 der Zarge 2 weisen eine Höhe HZ auf. Von einer Oberfläche 20 einer Platte 13 der Zarge 2 aus gemessen weisen die Wangen 11, 12 eine Höhe hZ auf. Auf nach oben weisenden Seitenflächen 19 der Wangen 11, 12 sind Verbindungsmittel 21 angeordnet. Die Zarge weist eine Unterseite 13a auf.

[0027] In Figur 4 ist die in Figur 3 dargestellte Zarge 2 in Draufsicht abgebildet. Die Zarge 2 weist eine Breite BZ und eine Tiefe TZ auf. Weiterhin weisen die auf einer Wange 11 bzw. 12 liegenden Befestigungsmittel 21 zueinander einen Abstand TB auf. Die auf den Wangen 11, 12 jeweils gegenüberliegend angeordneten Befestigungsmittel 21 weisen einen Abstand BB auf. Für die Zarge 2 gilt: BZ = TZ und BB = TB. Anders ausgedrückt sind die Befestigungsmittel 21 bzw. die gesamte Zarge 2 punktsymmetrisch zu einem Punkt S ausgebildet, in welchem eine in die Zeichnungsebene verlaufende Längsmittelachse 10 die Platte 13 schneidet. Weiterhin sind in der Figur 4 noch Gleitelemente 22, 23 dargestellt, welche in der Figur 3 nicht gezeigt sind. Die Gleitelemente 22, 23 sind durch Nylonfäden 24, 25 gebildet, die mit Enden 26 in nicht näher dargestellte Bohrungen oder Durchgangsbohrungen in der Platte 13 geführt sind. Eine Befestigung der Nylonfäden 24, 25 erfolgt beispielsweise über eine Verklebung und/oder einen Knoten. Die Zarge 2 öffnet sich zu zwei gegenüberliegenden Seiten A, B hin.

[0028] In Figur 5 ist ein Schubkasten 3 in Draufsicht dargestellt. Der Schubkasten 3 besteht im Wesentlichen aus einer Bodenplatte 27 und Wangen 28, 29, 30, 31. An den gegenüberliegenden Wangen 28, 30 sind Gleitelemente 32, 33 angeordnet. Diese sind analog zu den an der Zarge angeordneten Gleitelementen als Nylonfäden 34, 35 ausgebildet, welche an Enden 36 von nicht näher dargestellten Bohrungen oder Durchgangsbohrungen aufgenommen sind und in diesen verklebt und/oder durch Knoten gesichert sind. Der Schubkasten 3 weist eine Breite BS und ein Tiefe TS auf. Hierbei entspricht die Tiefe TS des Schubkastens 2 in etwa der Tiefe TZ einer Zarge. Figur 6 zeigt eine Seitenansicht des in Figur 5 dargestellten Schubkastens aus der Pfeilrichtung VI. In dieser Ansicht ist das an einer Außenseite 37 der Wange 30 angeordnete Gleitelement 33 zu sehen.

[0029] In Figur 7 ist ein Schnitt durch den in Figur 5 dargestellten Schubkasten 3 entlang der Schnittlinien VII-VII abgebildet. Der Schubkasten 3 weist eine Höhe HS auf. Diese ist etwas geringer bemessen als die Höhe hZ einer zum Schubkasten 3 gehörenden Zarge. Ein Innenraum 38 des Schubkastens 3 besitzt eine Höhe hS.

[0030] Figur 8 zeigt eine Seitenansicht des in Figur 5 dargestellten Schubkastens aus der Pfeilrichtung VIII. Aus dieser Ansicht geht nochmals die Lage der Gleitelemente 32, 33 an den Wangen 28, 30 des Schubkastens 3 hervor.

[0031] In Figur 9 ist ein Schnitt durch den in Figur 5 dargestellten Schubkasten entlang der Schnittlinie IX-IX abgebildet.

[0032] Figur 10 zeigt eine Seitenansicht eines Moduls 6, das aus einer Zarge 2 und einem in Figur 10 durch die Zarge 2 verdeckten Schubkasten 3 besteht. Das Modul 6 weist eine Höhe HM auf, welche einer Höhe HZ der Zarge entspricht (siehe beispielsweise Figur 3).

[0033] In Figur 11 ist das in Figur 10 dargestellte Modul 6 in Draufsicht abgebildet. Der Schubkasten 3 ist zwischen Wangen 11, 12 der Zarge 2 angeordnet. Zwischen den Wangen 11, 12 der Zarge 2 und Wangen 28, 30 des Schubkastens 3 bestehen Spalte 39, 40 einer Breite a, in welchen am Schubkasten 3 angeordnete Gleitmittel 32, 33 verlaufen. Durch die Gleitmittel 32, 33 ist eine flächenhafte Reibung zwischen den gegenüberliegenden Wangen 12, 28 und 30, 11 verhindert. Verbindungsmittel 21 bilden Eckpunkte 41 einer gleichseitigen oder kreisrunden bzw. punktsymmetrischen geometrischen Fläche 42, deren Kontur 42a mit gestrichelten Linien angedeutet ist. In dem in Figur 11 dargestellten Beispiel ist die geometrische Fläche 42 als Quadrat 43 ausgebildet. Durch eine derartige Vorgabe für die Lage der Eckpunkte 41 des Moduls 6 bzw. der Zarge 2 ist es möglich, Module bzw. Zargen in unterschiedlicher Orientierung aufeinanderzusetzen. Hierbei ist die Zahl der möglichen, unterschiedlichen Orientierungen jeweils durch die Zahl der Eckpunkte vorgegeben.

[0034] In Figur 12 ist das in Figur 2b markierte Detail XII in Draufsicht vergrößert abgebildet. Die Zarge 2' zeigt auf einer Seitenfläche 19 der Wange 12 ein Verbindungsmittel 21, das als teilkugelförmiger Vorsprung 44 ausgebildet ist.

[0035] In Figur 13 sind drei aufeinandergestapelte Zargen 2', 2'', 2''' in geschnittener Seitenansicht abgebildet. Hierbei ist die in Figur 12 abgebildete Zarge 2' zwischen den Zargen 2'' und 2''' angeordnet. Das Verbindungsmittel 21 der Zarge 2' wirkt mit einem Gegenverbindungsmittel 45 zusammen, welches an einer Kontaktfläche 16 der Zarge 2'' angeordnet ist. Das Gegenkontaktmittel 45 ist als teilkugelförmiger Rücksprung 46 ausgebildet, welcher auf den teilkugelförmigen Vorsprung 44 der Zarge 2' angepasst ist. An einer Kontaktfläche 17 weist die Zarge 2'' ein Verbindungsmittel 21 auf, welches für ein Zusammenwirken mit einem weiteren Gegenverbindungsmittel 45 einer weiteren nicht dargestellten Zarge vorgesehen ist. Die Zargen 2' und 2'' weisen dieselbe Orientierung auf. Nicht dargestellte Schubkästen, welche in die Zargen 2', 2'' einund ausgeschoben werden könnten, würden in Richtung eines Doppelpfeils 47 bewegt werden. Die Zarge 2' steht über ein Gegenverbindungsmittel 45 in formschlüssiger Verbindung mit der unter der Zarge 2' angeordneten Zarge 2''', welche mit einem Verbindungsmittel 21 in das Gegenverbindungsmittel 45 der Zarge 2' eingreift. Hierbei weist die Zarge 2''' eine um 90° verdrehte Ausrichtung zur Zarge 2' auf. Ein nicht dargestellter, für das Ein- und Ausschieben in die Zarge 2''' vorgesehener Schubkasten würde in die Zeichnungsebene und aus der Zeichnungsebene heraus bewegt werden. Das Zusammenwirken von Verbindungsmitteln 21 und Gegenverbindungsmitteln 45 ist für alle vier Eckpunkte 41 jeder Zarge 2', 2'' und 2''' vorgesehen.

[0036] Figur 14 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Möbels 1, in welches noch keine Schubkästen eingeschoben sind. Aufeinandergestapelte Zargen 2 bilden zunächst ein Skelett 48, das für die Aufnahme von Schubladen in Pfeilrichtung 7 und Pfeilrichtung 8 vorgesehen ist. Durch jeweils zwei gegenüberliegende Öffnungen 49, 50 der Zargen 2 ist es möglich, die nicht dargestellten Schubkästen jeweils in zwei gegenüberliegende Richtungen ein- und auszuschieben bzw. in Richtung des Doppelpfeils 7 oder Doppelpfeils 8 durchzuschieben.

[0037] In Figur 15 ist ein weiteres Möbel 1 in perspektivischer Ansicht dargestellt, in welches noch keine Schubkästen eingeschoben sind. Dieses Möbel 1 besteht aus Zargen 2, welche alle die gleiche Ausrichtung aufweisen.

[0038] In Figur 16 ist eine Seitenansicht eines entsprechend der Figur 15 aufgebauten Möbels 1 abgebildet. Nicht näher dargestellte, zusammenwirkende Verbindungsmittel 41, 45 (siehe auch Figur 13) sind so ausgebildet, dass zwischen einer Seitenfläche 16 einer Wange 11 und einer Seitenfläche 17 einer weiteren Wange 11 ein Spalt 51 mit einer Breite b entsteht. Durch diesen Spalt ist der modulare Aufbau des Möbels 1 betont.

[0039] Figur 17 zeigt eine weitere perspektivische Ansicht eines Möbels 1. Das Möbel 1 besteht aus identisch zueinander orientierten Zargen 2, in welche noch keine Schubkästen eingeschoben sind und aus einem Zusatzmodul 52, welches als Abdeckung 53 für die oberste Zarge 2 vorgesehen ist und das Möbel 1 zu einem Stehpult 54 macht.

[0040] Die Erfindung ist nicht auf dargestellte oder beschriebene Ausführungsbeispiele beschränkt. Sie umfasst vielmehr Weiterbildungen der Erfindung im Rahmen der Schutzrechtsansprüche. Insbesondere ist es auch vorgesehen, das erfindungsgemäße Möbel mit Standfüßen oder einer Bodenplatte oder Rollen auszustatten. Weiterhin sieht die Erfindung selbstverständlich auch vor, Zargen ohne Schubkästen oder mit alternativen Einbauteilen zu verwenden. Beispielsweise ist statt eines Schubkastens auch die Verblendung der Zargen mit einer Klappe vorgesehen.

Bezugszeichenliste:



[0041] 
1
Möbel
2, 2' - 2'''
Zarge
3, 3', 3''
Schubkasten
4
eingeschobene Stellung
5
teilweise ausgezogene STellung
6
Modul
7, 8, 9
Doppelpfeil
10
Mittellängsachse
11, 12
Wange (von 2, 2' - 2''')
13
Platte (von 2, 2' - 2''')
13a
Unterseite
14, 15
Seitenfläche (von 13)
16
Kontaktfläche (von 2')
17
Kontaktfläche (von 2'')
18
obere Seitenfläche (von 11, 12)
19
untere Seitenfläche (von 11, 12)
20
Oberfläche (von 13)
21
Verbindungsmittel
22, 23
Gleitelement (von 2)
24, 25
Nylonfaden
26
Ende (von 24, 25)
27
Bodenplatte (von 3)
28, 29, 30, 31
Wange (von 3)
32, 33
Gleitelement (von 3)
34, 35
Nylonfaden
36
Ende (von 34, 35)
37
Außenseite (von 30)
38
Innenraum (von 3)
39, 40
Spalte
41
Eckpunkt
42
Fläche
42a
Kontur
43
Quadrat
44
teilkugelförmiger Vorsprung
45
Gegenverbindungsmittel
46
teilkugelförmiger Rücksprung
47
Doppelpfeil
48
Skelett
49, 50
Öffnung
51
Spalt
52
Zusatzmodul
53
Abdeckung
54
Stehpult



Ansprüche

1. Möbel (1) bestehend aus wannenförmigen Zargen (2, 2' - 2''') und Schubkästen (3), wobei eine Zarge (2, 2' - 2''') und ein Schubkasten (3) jeweils ein Modul (6) bilden, wobei die einzelnen Module (6) aufeinandersetzbar und untereinander formschlüssig verbindbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Zargen (2, 2' - 2''') an Befestigungspunkten (41) durch Verbindungsmittel (21, 45) miteinander verbunden sind, wobei die Befestigungspunkte (41) gruppenweise, äquidistant auf Konturlinien (42a) gleichseitiger oder kreisrunder, ebener, geometrischer Flächen (42, 43) angeordnet sind und wobei die Zargen (2, 2' - 2''') beliebig in wenigstens zwei voneinander abweichenden Stellungen (7, 8) aufeinander stapelbar sind.
 
2. Möbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zarge (2, 2' - 2''') an zwei gegenüberliegenden Seiten (A, B) eine Öffnung (49, 50) für den Ein- und Austritt des Schubkastens (3) aufweist.
 
3. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Modul (6) aus einer ersten Stellung (7) in eine weitere Stellung (8) durch eine Drehung um eine senkrechte Achse (10), welche in Draufsicht durch den Mittelpunkt (S) des Moduls (6) verläuft, überführbar ist.
 
4. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsmittel wenigstens zweiteilig ausgebildet sind und eine erstes Verbindungsmittel, das an einer Oberseite bzw. Unterseite einer ersten Zarge angeordnet ist mit einem zweiten Verbindungsmittel (21, 45), das an einer Unterseite (13a, 16) bzw. Oberseite (17) einer zweiten Zarge (2, 2' - 2''') angeordnet ist, zusammenwirkt, wobei die zweite Zarge (2, 2' - 2''') oberhalb bzw. unterhalb der ersten Zarge (2, 2' - 2''') angeordnet ist.
 
5. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsmittel (21, 45) als formschlüssige und/oder kraftschlüssige Verbindungsmittel (21, 45) ausgebildet sind.
 
6. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungsmittel (21, 45) aus einem konkaven (46) und einem konvexen Bauteil (44) besteht und insbesondere als Steckverbindung (44, 46) ausgebildet sind.
 
7. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das konkave Bauteil (46) als Bohrung ausgeführt ist und das konvexe Bauteil (44) als Stift oder Halbkugel ausgebildet ist.
 
8. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zargen (2, 2' - 2''') in der Draufsicht als gleichseitige oder kreisrunde, geometrische Flächen ausgebildet sind.
 
9. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zarge (2, 2' - 2''') wenigstens zwei gegenüberliegende Seitenwände (11, 12) aufweist.
 
10. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zargen (2, 2' - 2''') und die Schubkästen (3) unterschiedliche Höhen (HZ, HS) aufweisen.
 
11. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Modul (6) die Zarge (2, 2' - 2''') als Auflage oder als Abdeckung für den zugehörigen Schubkasten (3) ausgebildet ist.
 
12. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schubkasten (3) an seinen Seitenwänden (28, 29, 30, 31) angeordnete Gleitelemente (32, 33) aufweist, welche mit den Seitenwänden (11, 12) der Zarge (2, 2' - 2''') zusammenwirken.
 
13. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zarge (2, 2' - 2''') wenigstens ein an ihrer horizontal orientierten Platte (13) angeordnetes Gleitelement (22, 23) aufweist, das mit der Schublade (3) zusammenwirkt.
 
14. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitelemente (22, 23, 32 ,33) als etwa in Bewegungsrichtung (7, 8) der Schubkästen (3) verlaufende Auflagen, insbesondere als gespannte Nylonfäden (24, 25, 34 ,35), ausgebildet sind.
 
15. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zarge (2, 2' - 2''') in der Draufsicht insbesondere als Quadrat (43), Sechseck, Achteck, Kreis, Dreieck, Fünfeck, Siebeneck oder n-Eck ausgebildet ist.
 
16. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das im Wesentlichen aus Zargen (2, 2' - 2''') und Schubkästen (3) bestehende Möbel (1) durch einen Abdeckplatte (53) oder eine Bodenplatte komplettiert ist.
 
17. Möbel nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Bodenplatte Rollen oder Gleiter oder Füße aufweist.
 
18. Möbel nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckplatte (53) schräg angeordnet ist und eine Querleiste zur Abstützung eines Buches oder eines Manuskriptes aufweist.
 
19. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Möbel (1) vorzugsweise als Schrank, Lesepult, Stehpult (54) oder Unterschrank ausgebildet ist
 
20. Möbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Modul (6) wenigstens eine zwischen Zarge (2, 2' - 2''') und Schubkasten (3) wirkende Rastvorrichtung aufweist, welche insbesondere in einer Mittelstellung, in welcher der Schubkasten (3) vollständig eingeschoben ist, aktiv ist.
 




Zeichnung