[0001] Die Erfindung betrifft einen Kettenaufzug mit einem in die Glieder einer Gelenkgliederkette
eingreifenden Antrieb zum Heben und Senken eines mit der Gelenkgliederkette verbundenen
Lastaufnahmemittels, und einem Überlastbegrenzer, welcher in Abhängigkeit der an der
Gelenkgliederkette angreifenden Last auf die Aufzugsteuerung einwirkt.
[0002] Überlastbegrenzer dieser Art dienen bei Aufzügen dazu, eine Aufzugsfahrt mit unzulässig
hoher Last zu verhindern.
[0003] Es ist zu diesem Zweck bereits aus der US 4,664,230 bei einem Kettenaufzug für Kleinlasten
bekannt, das Antriebszackenrad über eine Rutschkupplung mit der Antriebswelle des
Motors zu koppeln. Die Rutschkupplung wirkt mit einem Schaltelement zusammen. Übersteigt
das über die Antriebskette auf das Antriebszackenrad wirkende Lastmoment das an der
Rutschkupplung einstellbare maximal zulässige Lastmoment, bzw. die maximal zulässige
Last, dann tritt Schlupf in der Rutschkupplung auf. Dabei drehen sich das Antriebszackenrad
und die Antriebswelle relativ zueinander, wodurch das Schaltelement betätigt wird,
welches den Aufzugantrieb stillsetzt.
[0004] Ein solcher Überlastbegrenzer ist aufwendig und erfordert zusätzlichen Einbauraum.
Um eine zuverlässige Funktion der Überlastbegrenzung zu gewährleisten, ist zudem eine
regelmässige Wartung nötig, was mit zusätzlichen Kosten verbunden ist.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen eingangs beschriebenen Überlastbegrenzer
für einen Kettenaufzug anzugeben, der auf kostengünstige Weise eine zuverlässige Überlastbegrenzung
ermöglicht.
[0006] Die Lösung dieser Aufgabe ist bei einem gattungsgemässen Kettenaufzug durch die kennzeichnenden
Merkmale des Patentanspruchs 1 gegeben.
[0007] Der Überlastbegrenzer besteht im wesentlichen aus einem Auslenkelement und einem
Schaltelement, welche relativ zueinander bewegbar an der Gelenkgliederkette angebracht
sind. Das Auslenkelement erzwingt in Abhängigkeit der an der Gelenkgliederkette angreifenden
Last eine Auslenkung wenigstens eines Längenabschnitts der Gelenkgliederkette. Das
Schaltelement ist an einem nicht ausgelenkten Teil der Gelenkgliederkette befestigt.
Zunehmende Last verringert die Auslenkung und verändert damit die Relativlage von
Auslenkelement und Schaltelement. Ab Erreichen der zulässigen maximalen Last, bzw.
einer entsprechend vorgegebenen Relativlage, betätigt das Auslenkelement das Schaltelement
und löst damit ein Signal aus.
[0008] Die wenigen einfachen Teilen des Überlastbegrenzers stellen zuverlässige Funktion
ohne Wartungsbedarf sicher. Neben einem kostengünstigen Aufbau ist der komplette Überlastbegrenzer
mit geringem Aufwand und ohne Werkzeug an der Gelenkgliederkette montierbar und somit
auch als Ganzes an bestehenden Kettenaufzügen nachrüstbar.
[0009] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung mit an der Gelenkgliederkette angeordnetem
Überlastbegrenzer, dessen Auslenkelement als Blattfeder ausgebildet ist, ist anhand
der beigefügten Zeichnung erläutert.
[0010] Bei einem Kettenaufzug 1 greift dessen Antrieb zum Heben und Senken einer mit einer
Gelenkgliederkette 3 verbundenen Aufzugkabine 4 über die Zähne 5 eines angetriebenen
Kettenrads 6 in die Kettenglieder 7 der Gelenkgliederkette 3 ein. An dem kabinenseitigen
Ende der Gelenkgliederkette 3 ist die Aufzugkabine 4 mit Hilfe eines durch ein Kettenglied
7.1 gesteckten Steckbolzens 8 an einem Flansch 9 der Aufzugkabine 4 befestigt. Unabhängig
von der Art der vorgesehenen Kettenendbefestigung 10 wird über diese das Gewicht der
Aufzugkabine 4 und der jeweiligen Zuladung in die Gelenkgliederkette 3 eingeleitet.
Unter der angreifenden Last FL nimmt die Gelenkgliederkette 3 im Bereich zwischen
der Kettenendbefestigung 10 und dem Kettenrad 6 gewöhnlich einen linearen Verlauf
ein, der der kürzesten Verbindung zwischen diesen Punkten entspricht, die sogenannte
Förderrichtung 11.
[0011] Erfindungsgemäss ist hier an dem Kettenabschnitt, der beim Heben und Senken der Aufzugkabine
4 nicht über das Kettenrad 6 läuft, zwischen der Kettenendbefestigung 10 und dem Kettenrad
6, an dem mit der Aufzugkabine 4 verbundenen Ende der Gelenkgliederkette 3 ein Überlastbegrenzer
20 installiert.
[0012] Der Überlastbegrenzer 20 besteht im wesentlichen aus einer Blattfeder 21 und einem
Mikroschalter 22. Die etwa L-förmige Blattfeder 21 bildet einen langen Schenkel 21.1
und einen im wesentlichen dazu rechtwinklig frei abstehenden kurzen Schenkel 21.2
aus. Das freie Ende des langen Schenkels 21.1 ist um ca. 180 ° umgebogen und bildet
eine Einhängelasche 25, mit der die Blattfeder 21 an einem Gelenk 7.2 in die Gelenkgliederkette
3 eingehängt ist. Von dem Gelenk 7.2 aus liegt der lange Schenkel 21.1 in Richtung
zur Aufzugkabine 4 weisend und im wesentlichen parallel zur Förderrichtung 11 über
eine Länge von mehreren Kettengliedern 7 auf einer ersten Seite der Gelenkgliederkette
3 an. In dessen weiteren Verlauf durchragt der lange Schenkel 21.1 der Blattfeder
21 durch ein Kettenglied 7.2 und liegt sodann auf einer zweiten Seite der Gelenkgliederkette
3 an mindestens einem weiteren Gelenk 26.1 eines Gelenkgliedes 7.2 an. Die Steifigkeit,
wie auch die Dicke d der Blattfeder 21 sind dabei konstruktiv derart dimensioniert,
dass das von der Blattfeder 21 durchragte Kettenglied 7.2 und mit diesem zusammen
das restliche kabinenseitige Ende der Gelenkgliederkette 3 um einen Auslenkwinkel
Δα gegenüber der Förderrichtung 11 seitlich ausgelenkt ist.
[0013] In dieser erzwungenen ausgelenkten Lage greift die Kraft aus der Masse der Aufzugkabine
4 und der Nutzlast in einem Abstand a zum ersten Gelenk 26.1 an der Gelenkgliederkette
3 an. Der Abstand a ergibt sich jeweils aus dem erzwungenen Auslenkwinkel Δα. Das
dadurch erzeugte Rückstellmoment MR wirkt auf den langen Schenkel 21.1 der Blattfeder
21, so dass im ersten Gelenk 26.1 jeweils ein Momentengleichgewicht einstellt. Die
Momenteneinleitung erfolgt dabei über die in Förderrichtung 11 beabstandeten auf einander
gegenüberliegenden Seiten des langen Schenkels 21.1 anliegenden ersten 26.1 und zweiten
Gelenke 26.2 des ausgelenkten Kettengliedes 7.2.
[0014] Unter der Wirkung des Rückstellmomentes MR wird der lange Schenkel 21.1 der Blattfeder
21 elastisch gebogen. In Folge der Biegung des langen Schenkels 21.1 der Blattfeder
21 folgt auch das freie Ende des kurzen Schenkels 21.2 dessen Biegung und beschreibt
eine Translationsbewegung in Richtung Einhängelasche 25. Die Auslenkung des kurzen
Schenkels 21.2 in Folge der Biegebeanspruchung des langen Schenkels 21.1 betätigt
den Taster des Mikroschalters 22.
[0015] Der Mikroschalter 22 als Schaltelement, ist mit Hilfe einer Befestigung 28 ortsfest
an Kettengliedern 7 angebracht, auf deren gegenüberliegenden Seite der lange Schenkel
21.1 der Blattfeder 21 anliegt. Der Mikroschalter 22 weist einen Taster auf, welcher
im wesentlichen parallel zum langen Schenkel verschlieblich - in Betätigungsrichtung
- im Mikroschalter 22 gelagert ist. In dieser Anordnung bewegt sich der kurze Schenkel
21.2 unter der Wirkung des Rückstellmomentes MR relativ auf den Mikroschalter 22 zu.
[0016] Die Biegesteifigkeit des langen Schenkels 21.1, die Länge des kurzen Schenkels 21.2
und der Abstand Δh des Tasters zum kurzen Schenkel sind in einer Weise aufeinander
abgestimmt, dass unter der Wirkung der maximal zulässigen Förderlast des Kettenaufzugs
1 der lange Schenkel 21.1 so weit gebogen wird, dass der kurze Schenkel 21.2 eine
Translationsbewegung um die Strecke Δh relativ zum Mikroschalter 22 beschreibt. Bei
Erreichen bzw. Überschreiten der Strecke Δh wird über den Taster im Mikroschalter
22 ein elektrisches Schaltsignal ausgelöst.
[0017] Anstelle der Blattfeder 21, kann in einer alternativen Ausführung das Auslenkelement
starr ausgebildet sein. Allerdings ist dort aber die Möglichkeit einer lastabhängigen
Relativbewegung zwischen dem Auslenkelement und dem Schaltelement vorzusehen. So ist
dazu das starre Auslenkelement so an der Gliedergelenkkette anzubringen, dass einerseits
eine Drehung des starren Auslenkelements um das ausgelenkte Gelenkglied möglich ist
andererseits aber von dem Auslenkelement ein Drehmomnet auf das ausgelenkte Gelenkglied
ausgeübt wird. Die Erzeugung des Drehmoments kann durch eine Feder oder aber durch
eine Masse unter Ausnutzung der Gravitationskraft erfolgen.
[0018] Das elektrische Schaltsignal wird über Signalleitungen 29 an die Aufzugsteuerung
30 weitergeleitet, welche daraufhin den Antrieb 2 stillsetzt und eine entsprechende
Anzeige aufschaltet. Die Signalleitungen 29 sind zweckmässiger Weise entlang des kabinenseitigen
Endes der Gelenkgliederkette 3 zur Aufzugkabine 4 hin gelegt und verlaufen zusammen
mit den übrigen Signal- und Steuerleitungen beispielsweise über ein Hängekabel zur
Aufzugsteuerung 30.
Bezugszeichenliste
[0019]
- 1
- Kettenbefestigung
- 2
- Antrieb
- 3
- Gelenkgliederkette
- 4
- Aufzugkabine
- 5
- Zähne
- 6
- Kettenrad
- 7
- Kettenglied
- 8.1
- Kettenglied
- 8.2
- Kettenglied
- 8
- Steckbolzen
- 9
- Flansch
- 10
- Kettenbefestigung
- 11
- Förderrichtung
- 20
- Überlastbegrenzer
- 21
- Blattfeder
- 21.1
- langer Schenkel
- 21.2
- kurzer Schenkel
- 21.3
- Einhängelasche
- 26
- Gelenk
- 26.1
- erstes Gelenk
- 26.2.
- zweites Gelenk
- 28
- Befestigung
- 29
- Signalleitung
- 30
- Aufzugsteuerung
1. Kettenaufzug (1) mit einem in die Gelenkglieder (7) einer Gelenkgliederkette (3) eingreifenden
Antrieb (2) zum Heben und Senken eines mit der Gelenkgliederkette (3) verbundenen
Lastaufnahmemittels (4), und einem Überlastbegrenzer (20) mit einem Auslenkelement
(21)und einem Schaltelement (22), welche bei unzulässig grosser Last (FL) miteinander
zusammenwirken um ein Signal zum Stillsetzen des Antriebs (2) zu erzeugen, dadurch gekennzeichnet, dass der Überlastbegrenzer (20) direkt an der Gelenkgliederkette (3) angeordnet ist.
2. Kettenaufzug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Kettenglied (7.2) der Gelenkgliederkette (3) mittels Auslenkelement (21) in Abhängigkeit
der an der Gelenkgliederkette (3) angreifenden Last (FL) relativ zur Förderrichtung
(11) der Gelenkgliederkette (3) ausgelenkt ist, und dass bei Erreichen einer der unzulässigen
Last (FL) entsprechenden Relativlage von Auslenkelement (21) und Schaltelement (22)
das Signal zum Stillsetzen des Antriebs (2) erzeugt wird.
3. Kettenaufzug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Auslenkelement (21) in Förderrichtung (11) an der Gliedergelenkkette festgelegt
ist.
4. Kettenaufzug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Auslenkelement (21) in die Gelenkgliederkette (3) eingehängt ist.
5. Kettenaufzug nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Auslenkelement (21) elastisch biegbar ist und an mindestens zwei in Förderrichtung
(11) beabstandeten Stellen (26.2,26.2) auf einander gegenüberliegenden Seiten der
Gelenkgliederkette (3) an der Gelenkgliederkette (3) anliegt.
6. Kettenaufzug nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Schaltelement (22) an einem oder mehreren Gelenkgliedern (7) festgelegt ist.
7. Kettenaufzug nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Auslenkelement (21) ein Betätigungselement (21.2) ausbildet, welches in einem
Winkel zur Förderrichtung (11) absteht und mit dem Schaltelement (22) zusammenwirkt.
Kettenaufzug nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Auslenkelement (9) als L-förmige Blattfeder (21) mit einem langen Schenkel (21.1)
und einem kurzen Schenkel (21.2) ausgebildet ist und der lange Schenkel (21.1) im
wesentlichen parallel zur Förderrichtung () auf einer ersten Seite an mehreren Kettengliedern
(7) anliegt und zwischen zwei aufeinanderfolgende Gelenkglieder (26.2,26.2) durch
die Ebene der Gelenkgliederkette (3) hindurchragt und auf einer zweiten Seite der
Gelenkgliederkette (3) an mindestens einem Kettenglied (7.2) anliegt.