[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Regelung
von Thermen nach den Oberbegriffen der Patentansprüche 1 und 11, eine bevorzugte Verwendung
der Vorrichtung und des Verfahrens nach Patentanspruch 25 sowie einen Regler zur Durchführung
des Verfahrens nach Patentanspruch 26.
[0002] Derartige Vorrichtungen und Verfahren zur Regelung von Thermen, insbesondere zur
Regelung eines Brauchwasser-Durchlauferhitzers mit einem Brenner zur Erwärmung eines
Wärmeträgermediums, wie beispielsweise Wasser, sind bereits bekannt, wobei hier grundsätzlich
zwei verschiedene Prinzipien existieren. So wird bei einigen Herstellern das Brauchwasser
bzw. das zu erwärmende Wärmeträgermedium im Durchlaufprinzip direkt über einen Wärmetauscher
von einem Brenner erwärmt, während bei anderen Herstellern ein zweiter Wärmetauscher,
d.h. ein sog. Sekundärtauscher, für die Brauchwassererwärmung eingesetzt wird. Diese
zwei Grundprinzipien skizzieren die Darstellungen in den Figuren 1 und 2, die nachfolgend
noch detailliert erörtert werden.
[0003] Bei den bekannten Thermen bzw. Durchlauferhitzern wird das Wärmeträgermedium entweder
direkt über einen Primärtauscher oder indirekt mittels des erwärmten Wassers der Heizung
über einen Sekundärtauscher erwärmt und an geeigneten Zapfstellen, beispielsweise
in der Küche oder im Bad, entnommen. Die Regelung des Brenners solcher Thermen erfolgt
beim bekannten Stand der Technik durch die Messung der Auslauftemperatur am Auslauf
des Primärtauschers oder des Sekundärtauschers, die mit einer vorgebbaren Solltemperatur
verglichen und dem Regler, beispielsweise einem PI-Regler, zur Ausgabe einer Stellgröße
zugeführt wird, wobei die Stellgröße beispielsweise ein Signal zur Leistungseinstellung
des Brenners sein kann.
[0004] All diesen Prinzipien ist gemeinsam, daß zwar die Auslauftemperatur zur Regelung
des Brenners, d.h. zur Regelung der Erwärmung des Wärmeträgermediums genutzt wird,
die Menge des abgeführten Wärmeträgermediums am Auslauf des Wärmetauschers, d.h. der
Durchfluß (Volumenstrom) auf der Brauchwasserseite, jedoch nicht erfaßt wird und sich
dadurch erhebliche Regelungsschwankungen ergeben, die an den Zapfstellen (wie beispielsweise
in der Küche oder im Bad) zu entsprechenden Temperaturschwankungen führen.
[0005] Die nicht gemessene Menge des abgeführten Wärmeträgermediums stellt eine Störgröße
im Regelungskreis dar und hat großen Einfluß auf die Dynamik des Regelkreises.
[0006] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die bekannten Vorrichtungen und Verfahren
zur Regelung von Thermen dahingehend zu verbessern, daß Temperaturschwankungen auf
der Auslaufseite der Wärmetauscher vermieden und eine zuverlässige Regelung des Brenners
der Therme für unterschiedliche Prinzipien erreicht werden kann.
[0007] Ziel der Erfindung ist es daher, eine konstante Auslauftemperatur bei verschiedenen
Störgrößen zu erreichen. Dabei soll der Volumenstrom auf der Auslaufseite der Wärmetauscher
jedoch nicht durch teure Volumenstrommeßgeräte gemessen werden, sondern der Erfindung
liegt hier die Aufgabe zugrunde, den Volumenstrom indirekt zu erfassen, um diesen
für eine Störgrößenaufschaltung verwenden zu können.
[0008] Dabei soll die vorliegende Erfindung nicht nur bei Systemen mit direkter Erwärmung
des Wärmeträgermediums im Primärtauscher einsetzbar sein, sondern auch bei allen anderen
Systemen wie z.B. bei Systemen mit Sekundärwärmetauscher, die in aller Regel nur einen
geringen Puffer (in einer Größenordnung von ca. 1 l) aufweisen, der auf Bereitschaft
gehalten werden muß, um die Zeit zu überbrücken, die benötigt wird, um dem Sekundärwärmetauscher
genügend Energie über einen Primärwärmetauscher zur Verfügung zu stellen, d.h. neben
einer Auslauftemperatur-Regelung (Primärwärmetauscher) soll die Erfindung auch bei
einer Komforttemperatur-Regelung (mit Sekundärtauscher) einsetzbar sein.
[0009] Die Erfindung löst die ihr zugrunde liegende Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale
der unabhängigen Patentansprüche 1 und 11 sowie 26, wobei vorteilhafte Ausgestaltungen
und Anwendungsvarianten der Erfindung in den Unteransprüchen gekennzeichnet und beschrieben
sind. Eine vorteilhafte Verwendung des Verfahrens bzw. der Vorrichtung ist in Patentanspruch
25 beansprucht. Ein für eine erfindungsgemäße Vorrichtung bzw. für das erfindungsgemäße
Verfahren geeigneter Regler ist in den Patentansprüchen 26 und 27 gekennzeichnet.
[0010] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Regelung von Thermen weist einen Brenner zur
Erwärmung eines Wärmeträgermediums auf, einen Einlauf zur Zuführung des Wärmeträgermediums,
das am Einlauf eine bestimmte Einlauftemperatur hat, einen Auslauf zur Abführung des
Wärmeträgermediums, das am Auslauf eine bestimmte Auslauftemperatur hat, und einen
Regler, der die Erwärmung des Wärmeträgermediums mittels eines Primärtauschers oder
eines Sekundärtauschers zumindest in Abhängigkeit einer Soll-Temperatur und der Auslauftemperatur
regelt. Zur Berechnung der Menge des abgeführten Wärmeträgermediums auf der Auslaufseite
des Wärmetauschers (z.B. Primärtauscher oder Sekundärtauscher), d.h. zur Feststellung
der Zapfmenge des Wärmeträgermediums mißt der Regler eine Anstiegsgeschwindigkeit
der Auslauftemperatur bei einer vorbestimmbaren Brennerleistung, wobei anhand der
Anstiegsgeschwindigkeit die abgeführte Menge des Wärmeträgermediums berechnet wird.
[0011] Die mathematische Grundlage für diese Berechnung ist die Tatsache, daß die Anstiegsgeschwindigkeit
der Auslauftemperatur bei einer konstanten Brennerleistung indirekt proportional zur
Menge des abgeführten Wärmeträgermediums ist, d.h., daß eine größere Menge von abgeführtem
Wärmeträgermedium zu einer geringeren Anstiegsgeschwindigkeit der Auslauftemperatur
des Wärmeträgermediums führt und umgekehrt. Hierfür kann bei einer jeweils eingestellten
Soll-Temperatur die Anstiegsgeschwindigkeit der Auslauftemperatur jeweils bei einer
vorbestimmbaren, jedoch zumindest für die Zeit der Messung konstanten Brennerleistung
gemessen werden.
[0012] Nach der Berechnung der Menge des abgeführten Wärmeträgermediums verändert der Regler
die Brennerleistung modulierend, wobei die Reglerparameter, d.h. beispielsweise die
Reglerverstärkung, anhand der berechneten Menge des abgeführten Wärmeträgermediums
entsprechend veränderbar sind. Stellt der Regler beispielsweise fest, daß eine große
Menge von Wärmeträgermedium abgeführt wird, so muß er nicht - wie beim Stand der Technik
- auf ein entsprechendes Absinken der Auslauftemperatur "warten", sondern kann unmittelbar
die Stellgröße für die Leistung des Brenners auf die angeforderte Menge von Wärmeträgermedium
abstimmen.
[0013] Mit Vorteil weist der Regler einen Speicher zur Speicherung der kleinsten und größten
Anstiegsgeschwindigkeiten der Auslauftemperatur für jede einstellbare Soll-Temperatur
auf. Sobald der Regler die entsprechende Anstiegsgeschwindigkeit der Auslauftemperatur
gemessen hat, vergleicht er diese mit der abgespeicherten kleinsten bzw. größten Anstiegsgeschwindigkeit
und speichert die gemessene Anstiegsgeschwindigkeit dann als kleinste bzw. größte
Anstiegsgeschwindigkeit im Speicher ab, wenn die gemessene Anstiegsgeschwindigkeit
kleiner ist als die kleinste abgespeicherte Anstiegsgeschwindigkeit bzw. wenn diese
größer ist als die größte abgespeicherte Anstiegsgeschwindigkeit. Dadurch wird gewährleistet,
daß so die jeweils kleinsten und größten abgeführten Mengen an Wärmeträgermedium (Zapfmengen)
festgestellt und im laufenden Betrieb adaptiert werden können.
[0014] Die Regelung ordnet somit bei einer eingestellten Soll-Temperatur und bei der vorbestimmbaren
Brennerleistung die kleinste Anstiegsgeschwindigkeit der Auslauftemperatur der größten
abführbaren Menge des Wärmeträgermediums (größte Zapfmenge) und die größte Anstiegsgeschwindigkeit
der Auslauftemperatur der kleinsten abführbaren Menge des Wärmeträgermediums (kleinste
Zapfmenge) zu und berechnet anhand der gemessenen Anstiegsgeschwindigkeiten die abgeführte
Menge des Wärmeträgermediums linear im Verhältnis dazu. Dies kann im einfachsten Fall
durch die Festlegung der zwei Punkte (maximale Zapfmenge, kleinste Anstiegsgeschwindigkeit
und minimale Zapfmenge, größte Anstiegsgeschwindigkeit) im x-y-Koordinatensystem erfolgen,
die durch eine Gerade verbunden werden, so daß alle anderen Zapfmengen bei einer gemessenen
Anstiegsgeschwindigkeit zwischen der kleinsten und größten Anstiegsgeschwindigkeit
direkt abgelesen werden können.
[0015] Mit Vorteil wählt der Regler zur Berechnung der Menge an abgeführtem Wärmeträgermedium,
d.h. zur Messung der Anstiegsgeschwindigkeit, als vorbestimmbare Brennerleistung etwa
60 % bis 100 %, vorzugsweise etwa 80 % der benötigten Brennerleistung bei maximaler
abführbarer Menge des Wärmeträgermediums bei einer eingestellten Soll-Temperatur aus.
Für eine Soll-Temperatur von beispielsweise 50°C stellt der Regler als vorbestimmbare
Brennerleistung beispielsweise 80 % der benötigten Brennerleistung bei maximaler Zapfmenge
ein, in diesem Fall 80 % von 77,8 % von derjenigen Brennerleistung, die bei einer
maximalen Soll-Temperatur von beispielsweise 60°C und bei maximaler Zapfmenge notwendig
wäre (Maximalbetrieb des Brenners).
[0016] Grundsätzlich empfiehlt es sich, die maximale Brennerleistung bei maximaler Zapfmenge
und bei größter Soll-Temperatur festzulegen und die entsprechenden Brennerleistungen
zur Messung der Anstiegsgeschwindigkeit der Auslauftemperatur in Abhängigkeit von
darunter liegenden Soll-Temperaturen in einer Tabelle festzulegen. Diese könnte z.B.
wie folgt aussehen:
| |
Brennerleistung bei |
| Sollwerttemperatur |
Zapfmenge
maximal |
Zapfmenge
mittel |
Zapfmenge
minimal |
| 40°C |
55,6 % |
37,0 % |
18,5 % |
| 50°C |
77,8 % |
51,9 % |
25,9 % |
| 60°C |
100 % |
66,6 % |
33,3 % |
[0017] Die entsprechenden Tabellenwerte geben ein Beispiel für benötigte Brennerleistungen
(bzw. 80 % davon) zur Messung der Anstiegsgeschwindigkeit wieder.
[0018] Mit Vorteil beginnt der Regler mit der Messung der Anstiegsgeschwindigkeit bei einer
minimalen Auslauftemperatur und beendet die Messung bei Erreichen der Soll-Temperatur.
Dies hat den Vorteil, daß bei modulierenden Brennern ohnehin der Brenner bei Unterschreiten
einer minimalen Auslauftemperatur gestartet wird und im Anschluß an diesen Brennerstart
unmittelbar mit der Messung der Anstiegsgeschwindigkeit begonnen werden kann, um sofort
ein Maß für die Menge des abgeführten Wärmeträgermediums zu erhalten.
[0019] Nach einer anderen bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung startet
der Regler die Messung der Anstiegsgeschwindigkeit bei einer vorbestimmbaren Temperaturdifferenz
unterhalb der Soll-Temperatur und beendet diese wiederum bei Erreichen der Soll-Temperatur.
Dies ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn der Wärmetauscher aus dem kalten Zustand
angeheizt wird, da dann eine minimale Auslauftemperatur noch gar nicht existiert und
der Wärmetauscher erst von unten hochgeheizt werden muß.
[0020] Falls mit der vorbestimmbaren Brennerleistung die Soll-Temperatur nicht erreicht
wird, liegt die Menge des abgeführten Wärmeträgermediums vermutlich zu hoch (d.h.
"über" der zur Messung verwendeten Leistung des Brenners), so daß der Regler bei der
vorbestimmbaren Brennerleistung und bei Nichterreichen der Soll-Temperatur nach Ablauf
einer vorbestimmbaren Zeitdauer die Brennerleistung ohne Berücksichtigung der Menge
des Wärmeträgermediums modulierend verändert. Dies stellt eine Sicherheitsfunktion
der Reglereigenschaften dar.
[0021] Mit Vorteil mißt der Regler bei jeder Veränderung der Soll-Temperatur die Anstiegsgeschwindigkeit
der Auslauftemperatur bei einer dieser Soll-Temperatur zugeordneten und vorbestimmbaren
Brennerleistung neu. Die zugeordnete und vorbestimmbare Brennerleistung zur Messung
der Anstiegsgeschwindigkeit kann auch als Identifikations-Brennerleistung bezeichnet
werden.
[0022] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Regelung von Thermen, insbesondere zur Regelung
eines Brauchwasser-Durchlauferhitzers, erfolgt nach den vorerwähnten Prinzipien. Das
Wärmeträgermedium wird am Einlauf des Wärmetauschers dem Wärmetauscher zugeführt und
über den Auslauf abgeführt. Die am Auslauf detektierbare Auslauftemperatur wird zusammen
mit einer vom Betreiber der Therme festlegbaren Soll-Temperatur dem Regler zugeführt,
der eine entsprechende Regeldifferenz aus diesen zwei Temperaturen bildet. Gemäß des
erfindungsgemäßen Verfahrens wird dem Regler zusätzlich die Auslauftemperatur zugeleitet.
Anhand der Anstiegsgeschwindigkeit der Auslauftemperatur kann so bei einer vorbestimmbaren
Brennerleistung (Identifikations-Brennerleistung) die abgeführte Menge des Wärmeträgermediums
berechnet und die Erwärmung des Wärmeträgermediums anhand dieser Menge geregelt werden.
[0023] Mit Vorteil wird die Brennerleistung dann bei größeren Mengen von abgeführtem Wärmeträgermedium
stärker und bei kleineren Mengen von dem abgeführten Wärmeträgermedium schwächer verändert.
[0024] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird die Brennerleistung
in Abhängigkeit von der eingestellten Soll-Temperatur auf einen vorgebbaren Maximalwert
begrenzt, der einem Bruchteil der Brennerleistung bei maximaler Soll-Temperatur entspricht.
Diese begrenzte Brennerleistung wird im Anschluß an die Berechnung der Menge des abgeführten
Wärmeträgermediums als Obergrenze für die modulierende Regelung verwendet, um beispielsweise
bei Verwendung eines Pl-Reglers ein Überschwingen der Auslauftemperatur zu verhindern
und um die Modulation des Brenners näher an die aktuell benötigte Leistung anzugleichen.
Die Begrenzung des Stellbereichs kann sowohl im Komfort- als auch im Auslaufbetrieb
aktiv sein und wird ggfs. um eine bestimmte Brennerleistung (beispielsweise 5 %) nach
oben gesetzt, um Toleranzen auszugleichen.
[0025] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird zur
Regelung der Erwärmung des Wärmeträgermediums nicht die vom Nutzer der Therme vorgebbare
Soll-Temperatur direkt, sondern die Summe dieser Soll-Temperatur und einer Soll-Korrekturtemperatur
verwendet.
[0026] Mit Vorteil erhält man die exakten Soll-Temperaturen im Rahmen eines Kalibrierprozesses
an zwei verschiedenen Messpunkten der Auslauf- bzw. Komforttemperatur und berechnet
die Soll-Korrekturtemperatur an diesen mindestens zwei verschiedenen Werten der Soll-Temperatur,
während alle anderen Werte der Soll-Temperatur anhand einer zwischen diesen zwei verschiedenen
Werten der Soll-Temperatur liegenden Geraden linear interpoliert werden.
[0027] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann
die Einlauftemperatur des Wärmeträgermediums am Einlauf des Wärmetauschers geschätzt
werden, ohne daß hierfür ein Einlauftemperaturfühler notwendig ist. Wird beispielsweise
das Wärmeträgermedium mittels eines Sekundärtauschers erwärmt, so kann als Einlauftemperatur
die gemessene Puffermediumtemperatur im Puffermediumspeicher (Brauchwasserspeicher
oder Kessel) zuzüglich einer Korrekturtemperatur verwendet werden, wenn der Fühler
auf der Kaltwasserseite des Wärmetauschers angebracht ist und die Zeit der Abführung
eine vorbestimmbare Maximalzeit überschreitet.
[0028] In diesem Fall wird dem Puffermediumspeicher (Brauchwasserspeicher) ausreichend viel
Wärmeträgermedium entzogen, so daß die Temperatur im Puffermediumspeicher in etwa
der Einlauftemperatur entspricht. Hierfür kann als Kriterium eine vorbestimmbare Zeit
der Abführung von Wärmeträgermedium verwendet werden. Mit Vorteil wird als Einlauftemperatur
diese gemessene Puffermediumtemperatur zuzüglich einer Korrekturtemperatur jedoch
nur dann verwendet, wenn diese innerhalb eines vorbestimmbaren (zulässigen) Temperaturbereichs
um einen bevorzugten Mittelwert herum liegt. Mit Vorteil ist dieser in etwa 15°C mit
einer Schwankungsbreite von etwa +/- 5 K.
[0029] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird bei der Erwärmung
des Wärmeträgermediums im Taktbetrieb, d.h. bei sehr geringen Mengen von abgeführtem
Wärmeträgermedium, nach einem Starten des Brenners von einer Zündleistung möglichst
unmittelbar auf eine vorbestimmbare und abspeicherbare Taktleistung umgeschaltet.
Als Taktleistung wird mit Vorteil die letzte Leistung vor der Abschaltung des Brenners
oder die minimale einstellbare Leistung des Brenners verwendet.
[0030] Bei kleinen abgeführten Mengen von Wärmeträgermedium besteht das Problem, daß nach
einer erneuten Einschaltung des Brenners der Modulationsregler die Brennerleistung
von einer Zündleistung (Startleistung) herunterregeln muß, wenn die entnommene Menge
an Wärmeträgermedium nur sehr gering ist. Wenn dies nicht schnell genug erfolgt, so
tritt der Zustand ein, daß die Temperatur im Wärmetauscher schnell den Brennerausschaltpunkt
erreicht und der Brenner wieder abgeschaltet wird. Dies führt zu einer großen Brennerschalthäufigkeit.
Mit Hilfe dieser bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird
der Brenner jedoch nicht im Modulationsbetrieb "gestartet", sondern zunächst auf die
"gemerkte" Brennerleistung umgeschaltet, die gleichzeitig auch zur Messung der Anstiegsgeschwindigkeit
und somit zur Erkennung der Zapfmenge verwendet werden kann.
[0031] Während des abgeschalteten Zustands des Brenners im Taktbetrieb wird das Gebläse
des Brenners nicht ausgeschaltet, sondern vorzugsweise mit einer Zünddrehzahl weiterhin
betrieben. Dadurch ist es möglich, den Brenner schneller zu starten, was ein "Durchsacken"
der Auslauftemperatur reduziert.
[0032] Eine vorteilhafte Verwendung der Vorrichtung bzw. des Verfahrens nach der vorliegenden
Erfindung liegt in der Regelung eines Brauchwasser-Durchlauferhitzers. Dieser wird
in den nachfolgenden Figuren näher erläutert.
[0033] Ein erfindungsgemäßer Regler zur Durchführung eines Verfahrens nach der vorliegenden
Erfindung weist mindestens einen Eingang zum Einlesen oder einen Prozessor zur Berechnung
der Differenz zwischen einer einstellbaren Soll-Temperatur und der Auslauftemperatur
eines von einem Brenner erwärmbaren Wärmeträgermediums auf und mindestens einen Ausgang
zur Regelung der Leistung des Brenners, wobei der Regler mindestens einen weiteren
Eingang zum Einlesen der Auslauftemperatur aufweist, wobei der Regler dann die Anstiegsgeschwindigkeit
der Auslauftemperatur bei einer vorbestimmbaren Brennerleistung mißt und anhand der
Anstiegsgeschwindigkeit die abgeführte Menge des Wärmeträgermediums berechnet. Mit
Hilfe der berechneten Menge des abgeführten Wärmeträgermediums kann der Regler dann
die Regelung zur Erwärmung des Wärmeträgermediums optimieren.
[0034] Mit Vorteil verändert der Regler die Brennerleistung im Anschluß an die Berechnung
der Menge des abgeführten Wärmeträgermediums modulierend, wobei die Reglerparameter
anhand der berechneten Menge des abgeführten Wärmeträgermediums veränderbar sind.
[0035] Eine vorteilhafte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird anhand der nachfolgenden
Zeichnungen für die zwei Prinzipien der Auslauftemperatur-Regelung (Figur 1) und der
Komforttemperatur-Regelung (Figur 2) näher erläutert. Dabei zeigen:
- Figur 1
- die schematische Darstellung eines Durchlauferhitzers mit Primärwärmetauscher (Auslauftemperatur-Regelung);
- Figur 2
- die schematische Darstellung eines Durchlauferhitzers mit Sekundärwärmetauscher (Auslauf-
und Komforttemperatur-Regelung);
- Figur 3
- das Schema der Regelung der Auslauftemperatur nach der vorliegenden Erfindung;
- Figur 4
- die graphische Darstellung der Zapfmengenerkennung nach der vorliegenden Erfindung;
- Figur 5
- die graphische Darstellung des Setzens der Startleistung im Taktbetrieb des Brenners;
und
- Figuren 6a u. 6b
- die graphische Darstellung geeigneter Korrekturwerte für die Komforttemperatur-Regelung
und die Auslauftemperatur-Regelung (beide Regelungen mittels der Auslauftemperatur
am Wärmetauscher).
[0036] Figur 1 zeigt die schematische Darstellung eines Durchlauferhitzers mit Primärtauscher
7 (Primärwärmetauscher), der von einem Brenner 2 (lediglich schematisch dargestellt)
erhitzt wird. Das Kaltwasser KW wird über einen Kaltwassereinlauf 5 dem Primärtauscher
7 zugeführt und dort erhitzt. Das erhitzte Wasser wird an einer Zapfstelle 6 als Warmwasser
WW entnommen. Zur Messung der Auslauftemperatur ϑAus dient ein Auslauftemperaturfühler
B3 (Temperatursensor 9). Über einen Druckschalter (flowswitch) FS wird die Zapfung
von Warmwasser WW erkannt. Der Brenner 2 dient gleichzeitig auch zur Erwärmung eines
Heizmediums, wie beispielswasser Wasser, zur Wärmeversorgung eines Hauses. Lediglich
schematisch dargestellt ist ein Wärmetauscher 8 mit Vorlauftemperaturfühler B2, Rücklauftemperaturfühler
B7, Vorlaufpumpe oder Heizkreispumpe Q1, Verbraucher 3 (Heizkörper) und Wasserleitung
4.
[0037] Figur 2 zeigt die schematische Darstellung eines Durchlauferhitzers mit Sekundärwärmetauscher,
wo das Kaltwasser KW nicht direkt vom Brenner 2, sondern über einen Sekundärtauscher
10 (Sekundärwärmetauscher) erwärmt wird. Der Sekundärtauscher 10 wird von dem Heizmedium
über ein Drei-Wege-Ventil UV mit Wärme versorgt, die das Kaltwasser erwärmt. Auch
hier dient ein Auslauftemperaturfühler B3 zur Messung der Auslauftemperatur ϑAus.
Ein Einlauftemperaturfühler B5 und ein Puffermediumtemperaturfühler B4 ist ebenfalls
schematisch angedeutet. Ein Druckschalter FS ist hier ausgangsseitig an der Zapfstelle
6 zur Messung einer Zapfung von Warmwasser WW angeordnet. Die Heizkreispumpe Q1 liegt
in diesem Fall auf der Rücklaufseite des Kessels 8 vor dem Rücklauftemperaturfühler
B7 und sorgt gleichzeitig zur Umwälzung des Heizmediums im Sekundärtauscher 10. Anstelle
des Drei-Wege-Ventiles UV kann auch eine eigene Brauchwasserkreispumpe eingesetzt
werden.
[0038] Bei beiden Durchlauferhitzern nach Figur 1 und Figur 2 soll nun ein schnelles Nachregeln
der Auslauftemperatur ϑ
Aus bei Volumenstromschwankungen ermöglicht werden, indem man den Volumenstrom indirekt
erfaßt und als Störgröße dem Regler 1 aufschaltet. Als Störgrößenaufschaltung dient
die Anpassung der Reglerparameter an die veränderliche Streckendynamik.
[0039] Figur 3 zeigt - stark vereinfacht - die Regelstruktur. Der Regler 1 regelt den Brenner
2 mittels einer Stellgröße, d.h. mit Vorteil einem Signal für die Leistung des Brenners.
Der Brenner 2 steht in dem Regelschema nach Figur 3 stellvertretend für die zu regelnde
Strecke, die natürlich neben dem Brenner 2 auch den Wärmetauscher, das zu erwärmende
Kaltwasser und sämtliche anderen Störgrößen und Streckenteile beinhaltet. Die Auslauftemperatur
ϑ
Aus wird - wie aus dem Stand der Technik bekannt - rückgeführt und mit der Soll-Temperatur
ϑ
Soll mit negativem Vorzeichen addiert, so daß eine Temperaturdifferenz Δϑ dem Regler 1
zugeführt werden kann. Gleichzeitig wird dem Regler 1 auch die Auslauftemperatur ϑ
Aus zugeführt.
[0040] Grundlage für die Erkennung der entnommenen Menge an Wärmeträgermedium ist nun die
Tatsache, daß für jede Zapfmenge eine bestimmte Energie dem Wärmetauscher zugeführt
werden muß, um die Auslauftemperatur ϑ
Aus bei einer bestimmten Einlauftemperatur ϑEin konstant zu halten. Falls mehr Energie
zugeführt wird, steigt die Auslauftemperatur ϑ
Aus mit einer bestimmten Anstiegsgeschwindigkeit v
A an. Wird daher mehr Energie dem Wärmetauscher zugeführt als anhand der Zapfmenge
benötigt wird, so wird die Rücklauf- bzw. Auslauftemperatur ϑ
Aus ansteigen. Die Anstiegsgeschwindigkeit v
A wird von der nicht benötigten Energie (Überschußenergie) bestimmt. Je höher die Anstiegsgeschwindigkeit
v
A ist, desto geringer ist die entnommene Menge an Warmwasser WW, d.h. Anstiegsgeschwindigkeit
v
A und Zapfmenge sind indirekt umgekehrt voneinander abhängig.
[0041] Eine Zuordnung zur Zapfmenge kann nun dahingehend gemacht werden, als die kleinste
Anstiegsgeschwindigkeit v
A, die gemessen wird (bei den unterschiedlichen Temperatur-Sollwerten ϑ
Soll), zu der größten Zapfmenge gehört. Dadurch ist es auch möglich, daß sich der entsprechende
erfindungsgemäße Algorithmus an das jeweilige Durchlauferhitzer-System adaptieren
kann. Damit der Anstiegsgradient, d.h. die Anstiegsgeschwindigkeit v
A der Auslauftemperatur ϑ
Aus immer bei der gleichen Brennerleistung ermittelt werden kann, muß bei Beginn der
Zapfung immer die gleiche Identifikations-Brennerleistung aufgeschaltet werden. Diese
kann beispielsweise 80 % der benötigten Brennerleistung bei der theoretischen maximalen
Zapfmenge für die vorgegebene Solltemperatur ϑ
Soll sein.
[0042] Die Identifikations-Brennerleistung wird somit immer abhängig von der Leistung bei
der maximalen Zapfmenge berechnet. Damit wird sichergestellt, daß man mit dieser Brennerleistung
nach der Berechnung der Zapfmenge, d.h. nach der Identifikation immer in der Nähe
der tatsächlich benötigten Leistung liegt. Bei sehr geringer Zapfmenge wird man dagegen
zu hoch in der Leistung liegen.
[0043] Die Identifikations-Brennerleistung (KidentBre z. B. = 80 %) für verschiedene Sollwert-Einstellungen
kann dabei wie folgt aussehen:
| Sollwert-Temperatur |
Brennerleistung für
Identifikation |
| 40°C |
KidentBre x 55,6 % |
| 50°C |
KidentBre x 77,8 % |
| 60°C |
KidentBre x 100,0 % |
[0044] Unter Bezugnahme auf Figur 4 wird nun der Ablauf der Zapfmengenerkennung bei einem
Brauchwasser-Durchlauferhitzer beschrieben. SdBwAusMax steht dabei für die obere Grenze
der Schaltdifferenz zum Ausschalten des Brenners, SdBwAusMin steht für die untere
Grenze der Schaltdifferenz für das Ausschalten des Brenners und SdEin steht für die
untere Schaltdifferenz zum Einschalten des Brenners.
[0045] Entsprechend dem eingestellten Temperatur-Sollwerts ϑ
Soll wird beim Erkennen einer Warmwasserzapfung und bei Einschalten des Brenners 2 die
Brennerleistung für Identifikation nach obiger Tabelle aufgeschaltet. Nach Beginn
einer Warmwasserzapfung wird die Auslauftemperatur ϑ
Aus (bzw. die Rücklauftemperatur bei z. B. Heizungen) zunächst abfallen und danach wieder
ansteigen (vgl. Figur 4). Der Anstieg der Auslauftemperatur ϑ
Aus (Abfall- oder Anstiegsgradient) wird detektiert und damit das Minimum der Auslauftemperatur
ϑ
Minimum bestimmt. Dieses Minimum der Auslauftemperatur ϑMinimum wird gemerkt und ab diesem
Zeitpunkt die Zeit erfaßt (Zeitpunkt t
0).
[0046] Die Zeit wird nun so lange gemessen, bis die Auslauftemperatur ϑ
Aus die Soll-Temperatur ϑ
Soll erreicht hat (Zeitpunkt t
1). Anschließend wird die Differenztemperatur Δϑ zwischen der Soll-Temperatur ϑ
Soll und der Minimum-Temperatur ϑ
Minimum und die Differenz Δt zwischen den Zeitpunkten t
1 und t
0 gebildet. Das Verhältnis Δϑ zu Δt gibt den Anstiegsgradienten, d.h. die Anstiegsgeschwindigkeit
v
A der Auslauftemperatur ϑ
Aus bei konstanter Brennerleistung an und ist damit ein indirektes Maß für die entsprechende
Zapfmenge.
[0047] Der gemessene Anstiegsgradient wird mit den gespeicherten Minimal- und Maximalwerten
verglichen. Ist der gemessene Wert kleiner als der gespeicherte Minimalwert (kleinste
Anstiegsgeschwindigkeit v
Amin), so wird dieser Wert dann als neuer Minimalwert gespeichert. Jede gemessene Anstiegsgeschwindigkeit
v
A, die größer als der gespeicherte Wert ist, deutet auf eine kleinere Zapfmenge hin.
Weiterhin wird die größte Anstiegsgeschwindigkeit vAmax (kleinste Zapfmenge) gespeichert.
Ergeben sich nun kleinere bzw. größere Anstiegsgeschwindigkeiten als die vorher abgespeicherten
Werte, so werden diese dann als Minimal- bzw. Maximalwerte gespeichert.
[0048] Hierbei ist es besonders vorteilhaft, wenn nach der Erst-Inbetriebnahme mit maximaler
Zapfmenge Warmwasser WW gezapft wird. Damit kann die kleinste Anstiegsgeschwindigkeit
ermittelt werden. Für die größte Anstiegsgeschwindigkeit kann dann beispielsweise
die doppelte kleinste Anstiegsgeschwindigkeit v
Amin als neuer Startwert gesetzt werden. Im laufenden Betrieb werden diese Werte dann
weiter adaptiert.
[0049] Liegt der ermittelte Anstiegsgradient, d.h. die gemessene Anstiegsgeschwindigkeit
vA zwischen dem gespeicherten Minimalwert v
Amin und Maximalwert v
Amax, so wird dann zwischen diesen Begrenzungswerten auf die dazwischen liegende Zapfmenge
umgerechnet. Aus dieser Zapfmenge kann dann auf die benötigte Brennerleistung umgeschaltet
und der Modulationsregler bezüglich der Leistungsverstellung freigegeben werden (siehe
Zeitpunkt t
1 in Figur 4). In Abhängigkeit der ermittelten Zapfmenge können dann die Reglerparameter
des Reglers 1 entsprechend umgeschaltet werden.
[0050] Wird beispielsweise aus einem kalten Zustand gezapft, in dem der Sekundärtauscher
10 von unten hoch geheizt werden muß, gibt es kein Minimun, wie in Figur 4 dargestellt.
In diesem Fall muß bei einem festgelegten Δϑ unterhalb des Temperatur-Sollwertes ϑ
Soll mit der Zeiterfassung begonnen werden. Als Δϑ wird dabei z. B. 5K vorgegeben.
[0051] Reicht die Identifikations-Brennerleistung nicht aus, d.h. die Auslauftemperatur
ϑAus erreicht nie den Temperatur-Sollwert ϑ
Soll, so muß der Modulationsregler 1 vorzeitig freigegeben werden. Für die Freigabe des
Modulationsreglers gilt hierbei Folgendes: Liegt die Auslauftemperatur ϑ
Aus unterhalb des Temperatur-Sollwerts ϑ
Soll abzüglich einer Einschaltdifferenz Δϑ und ist die Laufzeit ab diesem Zeitpunkt t
0 größer als beispielsweise 1 Minute, so wird der Modulationsregler freigegeben.
[0052] Figur 5 zeigt die schematische Darstellung des Setzens der Startleistung im Taktbetrieb
des Brenners 2, d.h. bei kleinen Zapfmengen. Während im oberen Teil der Figur 5 wie
in Fig. 4 die Auslauftemperatur ϑ
Aus gegenüber der Zeit aufgetragen wurde, ist im unteren Teil der Figur 5 die Leistung
des Brenners 2 gegenüber der Zeit entsprechend der darüber liegenden Auslauftemperatur
ϑAus dargestellt. Sobald ein Taktbetrieb erkannt wurde, d.h. die Zapfung besonders
kleiner Mengen von Warmwasser WW und der Brenner 2 ausschaltet, wird die zuletzt verwandte
Leistung des Brenners 2 in einem Speicher des Reglers 1 abgespeichert.
[0053] Während der Brenner 2 ausgeschaltet bleibt, ist es möglich, das Gebläse des Brenners
weiterlaufen zu lassen, um beim Wiederanschalten des Brenners möglichst schnell in
den geeigneten Drehzahlbereich zu kommen. Sobald die Auslauftemperatur ϑ
Aus die untere Grenze der Schaltdifferenz SdEin kreuzt, schaltet der Brenner 2 wieder
ein, wobei hier die zuvor "gemerkte", d.h. im Regler 1 abgespeicherte Leistung verwandt
wird, die dann auch beispielsweise zur Messung der Anstiegsgeschwindigkeit vA verwendet
werden kann, falls dies zuvor noch nicht erfolgt ist. Nach der Identifikationsphase
(Leistung konstant) wird der Modulationsregler freigegeben.
[0054] Die Brennerleistung wird nach dem Wiedereinschalten des Brenners gemäß Figur 5 dann
auf minimale Leistung gesetzt, wenn die zuletzt eingestellte Brennerleistung kleiner
ist als die minimale Brennerleistung.
[0055] Figuren 6a und 6b zeigen Korrekturwerte für die Komforttemperatur-Regelung und die
Auslauftemperatur-Regelung, die zur Korrektur des Temperatur-Sollwerts ϑ
Soll verwandt werden können, um eine Abweichung von den realistischen Temperaturwerten
zu kompensieren.
[0056] Durch die Art des Wärmetauscher, durch die Rohrleitunsverluste oder durch die Art
der verwendeten Sensoren (z.B. Anlegesensor) stimmt die gemessene Auslauftemperatur
ϑAus sowohl bei der Auslauftemperatur-Regelung als auch bei der Komforttemperatur-Regelung
mit dem vorgegebenen Temperatur-Sollwert nicht exakt überein, d.h. es kommt zu einer
Offset-Verschiebung, die zudem vom eingestellten Temperatur-Sollwert ϑ
Soll abhängt. Dieses Verhalten lässt sich durch die Offset-Verschiebung korrigieren.
[0057] Durch das erfindungsgemäße Verfahren bzw. durch die erfindungsgemäße Vorrichtung
kann beispielsweise ein Brauchwasser-Durchlauferhitzer weitaus genauer und zuverlässiger
geregelt werden, ohne daß es zu großen Schwankungen der Auslauftemperatur ϑ
Aus kommt.
1. Vorrichtung zur Regelung von Thermen, insbesondere zur Regelung eines Brauchwasser-Durchlauferhitzers,
mit einem Brenner (2) zur Erwärmung eines Wärmeträgermediums, einem Einlauf zur Zuführung
des Wärmeträgermediums, das am Einlauf eine bestimmte Einlauftemperatur (ϑEin) aufweist, einem Auslauf zur Abführung des Wärmeträgermediums, das am Auslauf eine
bestimmte Auslauftemperatur (ϑAus) aufweist, und einem Regler (1), der die Erwärmung des Wärmeträgermediums zumindest
in Abhängigkeit einer Solltemperatur (ϑSoll) und der Auslauftemperatur (ϑAus) regelt, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler (1) eine Anstiegsgeschwindigkeit (vA) der Auslauftemperatur (ϑAus) bei einer vorbestimmbaren Brennerleistung misst, wobei anhand der Anstiegsgeschwindigkeit
(vA) die abgeführte Menge des Wärmeträgermediums berechnet wird, und dass der Regler
(1) die Erwärmung des Wärmeträgermediums auch anhand der berechneten Menge des abgeführten
Wärmeträgermediums regelt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler (1) die Brennerleistung im Anschluss an die Berechnung der Menge des abgeführten
Wärmeträgermediums modulierend verändert, wobei die Reglerparameter anhand der berechneten
Menge des abgeführten Wärmeträgermediums veränderbar sind.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler (1) einen Speicher zur Speicherung der kleinsten und grössten Anstiegsgeschwindigkeit
(vAmin; vAmax) der Auslauftemperatur (ϑAus) für jede einstellbare Solltemperatur (ϑSoll) aufweist, dass der Regler (1) die gemessene
Anstiegsgeschwindigkeit (vA) mit der kleinsten und grössten Anstiegsgeschwindigkeit (vAmin; vAmax) vergleicht, und dass der Regler (1) die gemessene Anstiegsgeschwindigkeit (vA) als kleinste bzw. grösste Anstiegsgeschwindigkeit (vAmin; vAmax) im Speicher abspeichert, falls die gemessene Anstiegsgeschwindigkeit (vA) kleiner als die kleinste Anstiegsgeschwindigkeit (vAmin) bzw. grösser als die grösste Anstiegsgeschwindigkeit (vAmax) ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler (1) bei einer eingestellten Solltemperatur (ϑSoll) und bei der vorbestimmbaren Brennerleistung die kleinste Anstiegsgeschwindigkeit
(vAmin) der grössten abführbaren Menge des Wärmeträgermediums und die grösste Anstiegsgeschwindigkeit
(vAmax) der kleinsten abführbaren Menge des Wärmeträgermediums zuordnet und anhand der gemessenen
Anstiegsgeschwindigkeit (vA) die abgeführte Menge des Wärmeträgermediums linear im Verhältnis dazu berechnet.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler (1) als vorbestimmbare Brennerleistung 60% bis 100%, vorzugsweise etwa
80% der benötigten Brennerleistung bei maximaler abführbarer Menge des Wärmeträgermediums
bei einer eingestellten Solltemperatur (ϑSoll) einstellt.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler (1) die Messung der Anstiegsgeschwindigkeit (vA) bei einer minimalen Auslauftemperatur (ϑAusmin) startet und bei Erreichen der Solltemperatur (ϑSoll) beendet.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler (1) die Messung der Anstiegsgeschwindigkeit (vA) bei einer vorbestimmbaren Temperaturdifferenz unterhalb der Solltemperatur (ϑSoll) startet und bei Erreichen der Solltemperatur (ϑSoll) beendet.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler (1) bei der vorbestimmbaren Brennerleistung und bei Nichterreichen der
Solltemperatur (ϑSoll) nach Ablauf einer vorbestimmbaren Zeitdauer die Brennerleistung ohne Berücksichtigung
der Menge des Wärmeträgermediums modulierend verändert.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler (1) bei jeder Veränderung der Solltemperatur (ϑSoll) die Anstiegsgeschwindigkeit (vA) der Auslauftemperatur (ϑAus) bei einer der Solltemperatur zugeordneten und vorbestimmbaren Brennerleistung erneut
misst.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Sekundärtauscher (10) zur Erwärmung des Wärmeträgermediums verwendbar ist, dass
der Regler (1) als Einlauftemperatur (ϑEin) die anhand eines Puffermediumtemperaturfühlers (B4) gemessene Puffermediumtemperatur
zuzüglich einer Korrekturtemperatur verwendet, wenn kein Einlauftemperaturfühler (B5)
vorhanden ist und wenn die abgeführte Menge an Wärmeträgermedium eine vorbestimmbare
Maximalmenge und/oder die Zeit der Abführung eine vorbestimmbare Maximalzeit überschreitet.
11. Verfahren zur Regelung von Thermen, insbesondere zur Regelung eines Brauchwasser-Durchlauferhitzers,
zur Erwärmung eines Wärmeträgermediums mittels eines Brenners (2), wobei das Wärmeträgermedium
über einen Einlauf einem Wärmetauscher (7, 10) zugeführt und über einen Auslauf wieder
abgeführt wird, wobei das Wärmeträgermedium am Einlauf eine bestimmte Einlauftemperatur
(ϑEin) und am Auslauf eine bestimmte Auslauftemperatur (ϑAus) aufweist, und wobei die Erwärmung des Wärmeträgermediums im Wärmetauscher (7, 10)
zumindest in Abhängigkeit einer Solltemperatur (ϑSoll) und der Auslauftemperatur (ϑAus) geregelt wird, dadurch gekennzeichnet, dass eine Anstiegsgeschwindigkeit (vA) der Auslauftemperatur (ϑAus) bei einer vorbestimmbaren Brennerleistung gemessen wird, dass anhand der Anstiegsgeschwindigkeit
(vA) die abgeführte Menge des Wärmeträgermediums berechnet wird, und dass die Erwärmung
des Wärmeträgermediums auch anhand der berechneten Menge des abgeführten Wärmeträgermediums
geregelt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer eingestellten Solltemperatur (ϑSoll) und bei der vorbestimmbaren Brennerleistung die kleinste Anstiegsgeschwindigkeit
(vAmin) der grössten abführbaren Menge des Wärmeträgermediums und die grösste Anstiegsgeschwindigkeit
(vAmax) der kleinsten abführbaren Menge des Wärmeträgermediums und anhand der gemessenen
Anstiegsgeschwindigkeit (vA) die abgeführte Menge des Wärmeträgermediums linear im Verhältnis dazu zugeordnet
wird, und dass die Reglerparameter anhand der berechneten Menge des abgeführten Wärmeträgermediums
derart verändert werden, dass die Brennerleistung bei grösseren Mengen von abgeführten
Wärmeträgermedium stärker und bei kleineren Mengen von abgeführten Wärmeträgermedium
schwächer verändert wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass als vorbestimmbare Brennerleistung 60% bis 100%, vorzugsweise etwa 80% der benötigten
Brennerleistung bei maximaler abführbarer Menge des Wärmeträgermediums bei einer eingestellten
Solltemperatur (ϑSoll) gewählt wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 - 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Brennerleistung in Abhängigkeit von der eingestellten Solltemperatur (ϑSoll) auf einen Maximalwert begrenzt wird, der einem Bruchteil der Brennerleistung bei
maximaler Solltemperatur (ϑSollmax) und bei grösster abführbarer Menge des Wärmeträgermediums entspricht.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die begrenzte Brennerleistung im Anschluss an die Berechnung der Menge des abgeführten
Wärmeträgermediums für die modulierende Regelung verwendet wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Begrenzung der Brennerleistung auf den Maximalwert abgestellt wird, wenn sich
der Regler (1) länger als eine vorbestimmbare Zeitdauer an der Leistungsgrenze befindet
und/oder wenn die Auslauftemperatur (ϑAus) die Solltemperatur (ϑSoll) abzüglich einer Temperaturdifferenz nicht erreicht und/oder wenn die Anstiegsgeschwindigkeit
(vA) der Auslauftemperatur (ϑAus) unterhalb einer vorbestimmbaren Grenze liegt.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 - 16, dadurch gekennzeichnet, dass zur Regelung der Erwärmung des Wärmeträgermediums die Summe der Solltemperatur (ϑSoll)
und einer Sollkorrekturtemperatur (ϑKorr) verwendet wird.
18. Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Sollkorrekturtemperatur (ϑKorr) an mindestens zwei verschiedenen Werten der Solltemperatur (ϑSoll) durch Messung der exakten Solltemperaturen berechnet und bei allen anderen Werten
der Solltemperatur (ϑSoll) anhand einer zwischen den zwei verschiedenen Werten der Solltemperatur (ϑSoll) liegenden Geraden linear interpoliert wird.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 - 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Wärmeträgermedium mittels eines Sekundärtauschers (10) erwärmt wird, dass als
Einlauftemperatur (ϑEin) die gemessene Puffermediumtemperatur zuzüglich einer Korrekturtemperatur verwendet
wird, wenn kein Einlauftemperaturfühler (B5) vorhanden ist und wenn die abgeführte
Menge an Wärmeträgermedium eine vorbestimmbare Maximalmenge und/oder die Zeit der
Abführung eine vorbestimmbare Maximalzeit überschreitet.
20. Verfahren nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass als Einlauftemperatur (ϑEin) die gemessene Puffermediumtemperatur zuzüglich einer Korrekturtemperatur nur dann
verwendet wird, wenn diese innerhalb eines vorbestimmbaren Temperaturbereichs um einen
bevorzugten Mittelwert herum liegt.
22. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 - 20, dadurch gekennzeichnet, dass nach einem Starten des Brenners (2) von einer Zündleistung auf eine vorbestimmbare
und abspeicherbare Taktleistung des Brenners umgeschaltet wird.
23. Verfahren nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass die Taktleistung des Brenners die letzte Leistung vor der Abschaltung des Brenners
(2) oder die minimale einstellbare Leistung des Brenners (2) ist.
24. Verfahren nach einem der Ansprüche 22 oder 23, dadurch gekennzeichnet, dass das Gebläse des Brenners (2) im Taktbetrieb, d.h. bei kleinen abgeführten Mengen
des Wärmeträgermediums, nicht ausgeschaltet und vorzugsweise mit einer Zünddrehzahl
betrieben wird.
25. Verwendung der Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10 und/oder eines Verfahrens
nach einem der Ansprüche 11 bis 24 zur Regelung eines Brauchwasser-Durchlauferhitzers.
26. Regler (1) zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 11 bis 24,
insbesondere zur Regelung eines Brauchwasser-Durchlauferhitzers, mit mindestens einem
Eingang zum Einlesen oder einem Prozessor zur Berechnung der Differenz zwischen einer
einstellbaren Solltemperatur (ϑSoll) und der Auslauftemperatur (ϑAus) eines von einem Brenner (2) erwärmbaren Wärmeträgermediums, und mindestens einem
Ausgang zur Regelung der Leistung des Brenners (2), dadurch gekennzeichnet, dass der Regler (1) mindestens einen Eingang zum Einlesen der Auslauftemperatur (ϑAus) aufweist, dass der Regler (1) eine Anstiegsgeschwindigkeit (vA) der Auslauftemperatur (ϑAus) bei einer vorbestimmbaren Brennerleistung misst, wobei anhand der Anstiegsgeschwindigkeit
(vA) die abgeführte Menge des Wärmeträgermediums berechnet wird, und dass der Regler
(1) die Erwärmung des Wärmeträgermediums auch anhand der berechneten Menge des abgeführten
Wärmeträgermediums regelt.
27. Regler nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler (1) die Brennerleistung im Anschluss an die Berechnung der Menge des abgeführten
Wärmeträgermediums modulierend verändert, wobei die Reglerparameter anhand der berechneten
Menge des abgeführten Wärmeträgermediums veränderbar sind.