[0001] Die Erfindung betrifft ein Kurbelgehäuse für einen Boxermotor nach dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
[0002] Aus der
DE 40 01 514 A1 ist ein zweigeteiltes Kurbelgehäuse für einen Boxermotor bekannt, deren beiden Hälften
im Bereich der im Kurbelgehäuse integrierten Lagerstühle für die Kurbelwelle miteinander
verschraubt sind. Da sich die Lagerstühle mit den Lagerbohrungen für die Aufnahme
der Kurbelwelle auf der Höhe der Zylinderbohrungen erstrecken, müssen, wie aus der
Zeichnung der
DE 40 01 514 A1 ersichtlich, die Bohrungen für die Aufnahme der Lagerschrauben in einem entsprechenden
Abstand vom Umfang der Zylinderbohrung angebracht werden. Damit entsteht zwischen
der Lagerbohrung für die Kurbelwelle und den Bohrungen für die Befestigung der beiden
Kurbelgehäusehälften ein entsprechender Abstand, der unter Umständen während des Betriebs
der Brennkraftmaschine zu einem unerwünschten Klaffen der Lagerstühle führt.
[0003] Die
JP 10-259757 A offenbart eine Gehäusestruktur für einen Reihenmotor, bei dem die Verschraubung der
beiden Kurbelgehäusehälften schräg, d.h. unter einem Winkel in Bezug auf die Mittelachse
der Zylinderbohrungen in der einen Kurbelgehäusehälfte, erfolgt.
[0004] Aus der
GB 851616 ist ein Gehäuse für eine Verbrennungskraftmaschine in Reihen-, V- oder Boxer-Form
bekannt geworden, das als Grundelement eine Kurbelgehäusehälfte mit schräger Teilungsebene
aufweist, d.h. dass die Teilungsebene unter einem Winkel in Bezug auf die Mittelachse
der Zylinderbohrungen angeordnet ist. Aus diesem Grundelement lassen sich die verschiedenen
Bauformen einfach herleiten: Reihenmotor (Ergänzung mit einem Deckel als zweite Kurbelgehäusehälfte)
oder V- bzw. Boxermotor (Kombination zweier Grundelemente). Die beiden Kurbelgehäusehälften
werden dabei jeweils randseitig miteinander verschraubt.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die Verschraubung der beiden Kurbelgehäusehälften
so auszuführen, dass die Lagerschrauben dicht an die Lagerbohrung für die Aufnahme
der Kurbelzapfen herangeführt werden können.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0007] Dadurch, dass die Verschraubung der beiden Kurbelgehäusehälften schräg, d.h. unter
einem Winkel in Bezug auf die Mittelachse der Zylinderbohrung erfolgt, können die
Bohrungen für die Lagerstuhlverschraubung dichter an die Lagerbohrung herangeführt
werden. Damit die bei einer Schrägverschraubung auftretenden Querkräfte eliminiert
werden, verläuft die Teilungsebene der beiden Kurbelgehäusehälften im wesentlichen
unter dem selben Winkel unter dem die Längsachse der Lagerschrauben zur Mittelachse
der Zylinderbohrungen ausgerichtet ist. Mit anderen Worten, die Längsachse der Lagerschrauben
verläuft im wesentlichen rechtwinklig zur Teilungsebene der beiden Kurbelgehäusehälften,
so dass bei der erfindungsgemäßen Verschraubung in vorteilhafter Weise keine Querkräfte
auftreten.
[0008] Weitere Vorteile und vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus
den Unteransprüchen und der Beschreibung.
[0009] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der nachfolgenden Beschreibung und Zeichnung
erläutert.
[0010] Letztere zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Gesamtansicht des Kurbelgehäuses einer Brennkraftmaschine,
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf das Kurbelgehäuse in Richtung des Pfeiles A in Fig. 1,
- Fig. 3
- eine Schnittdarstellung entlang der Linie II - II in Fig. 2 und
- Fig. 4
- eine Perspektivansicht einer Kurbelgehäusehälfte.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0011] Das in der Zeichnung dargestellte Kurbelgehäuse für einen 6 -Zylinder-Boxermotor
besteht ohne Einschränkung auf diese Ausführungsform aus zwei Kurbelgehäusehälften
10 und 12 mit zwei Zylinderbänken 11 und 13 in denen die Zylinderbohrungen 14 und
16 angeordnet sind. Jede der beiden Kurbelgehäusehälften 10 und 12 weisen mehrere
hinter einander angeordnete Lagerabschnitte 18 auf, im folgenden als Lagerstühle bezeichnet,
in denen jeweils eine Hälfte einer Lagerbohrung 24 für eine nicht dargestellte Kurbelwelle
ausgebildet ist, wobei die Lagerbohrungen 24 im zusammen gebauten Zustand jeweils
einen Kurbelzapfen der Kurbelwelle aufnehmen. Die Verschraubung der Lagerstühle 18
erfolgt über jeweils zwei Lagerschrauben 26, 28, mit denen gleichzeitig die beiden
Kurbelgehäusehälften 10 und 12 verschraubt werden. Wie aus Fig. 3 ersichtlich, verläuft
die Teilungsebene 30 der beiden Kurbelgehäusehälften 10 und 12 bezogen auf eine im
wesentlichen senkrecht zur Zylinderlängsachse 34 verlaufende Linie 32 unter einem
Winkel α, der im vorliegenden Fall ca. 12° beträgt.
Die Längsachsen 36 der Lagerschrauben 26, 28 wiederum verlaufen bezogen auf die Zylinderlängsachse
34 unter einem Winkel α', der im wesentlichen dem Winkel α der schräg verlaufenden
Teilungsebene der beiden Kurbelgehäusehälften 10 und 12 entspricht.
[0012] Dadurch, dass die Lagerschrauben 26, 28 bezogen auf die Zylinderlängsachse 34 schräg
angeordnet sind, können die Bohrungen 37 für die Lagerstuhlverschraubung dichter an
die Lagerbohrungen 24 herangeführt werden. Damit können die bei der Verbrennung auf
die Kurbelwelle ausgeübten Gas- und Massenkräfte sicher aufgenommen werden und ein
Klaffen der Lagerstühle 18, insbesondere im an die Lagerbohrung 24 angrenzenden Bereich,
wird verhindert. Dadurch, dass die Längsachsen 36 der Lagerschrauben 26, 28 im rechten
Winkel zur Teilungsebene 30 der beiden Kurbelgehäusehälften 10 und 12 verlaufen, entstehen
bei der Verschraubung keine Querkräfte, die ansonsten durch zusätzliche formschlüssige
Verbindungen aufgefangen werden müssten. Die Schraubenköpfe 38 und 40 der sich gegenüber
liegenden und parallel zueinander angeordneten Lagerschrauben 26 und 28 stützen sich
an einer äußeren Schraubfläche 42 und 44 der Kurbelgehäusehälften 10 und 12 ab, wobei
die Schraubflächen 42, 44 in etwa auf der Höhe des unteren Endes der Zylinderbohrungen
14, 16 angeordnet sind. Die Lagerschrauben 26, deren Schraubenköpfe 38 sich an der
Schraubfläche 44 der Kurbelgehäusehälfte 12 abstützen sind in der anderen Kurbelgehäusehälfte
14 in einer mit einem Gewinde versehenen Sacklochbohrung verschraubt. Analog dazu,
sind die Lagerschrauben 28, deren Schraubenköpfe 40 sich an der äußeren Schraubfläche
42 der Kurbelgehäusehälfte 14 abstützen in der gegenüberliegenden Kurbelgehäusehälfte
12 in einer mit einem Gewinde versehenen Sacklochbohrung verschraubt. Im vorliegenden
Ausführungsbeispiel sind für den 6-Zylinder-Boxermotor sieben Lagerstühle 18 vorgesehen.
[0013] Weitere in der Zeichnung dargestellte Bauteile stellen folgendes dar:
Die Aussparungen 46, 48 gehören zum Kurbelraum, die Öffnungen 50 sind wasserführende
Kanäle, die über entsprechende Anschlüsse 52 mit Kühlwasser versorgt werden. Die bezogen
auf die Einbaulage des Boxermotors unterhalb der Lagerbohrung 24 angeordnete Öffnung
54 dient der Aufnahme einer nicht dargestellten Zwischenwelle für den Antrieb der
im Zylinderkopf angeordneten Nockenwellen. Ein Kanal 56, der zu einem Lagerstuhl 18
führt, dient zur Schmierölversorgung der Kurbelwelle, wobei in den einzelnen Lagerstühlen
18 ebenfalls aus dem Stand der Technik bekannte Lagerschalen 58 angeordnet sind. Ein
von der Lagerbohrung 24 ausgehender und zur Zylinderbohrung 14 führender Kanal 60
dient einer nicht näher dargestellten Spritzölkühlung für die Kolben. Wie allgemein
üblich, ist an das Kurbelgehäuse ein Ölfilter 62 angeschraubt, der zur Reinigung des
Schmieröls dient.
1. Kurbelgehäuse für einen wassergekühlten Boxermotor, mit
- zwei Kurbelgehäusehälften (10, 12), in denen Lagerabschnitte (18) mit Lagerbohrungen
(24) für die Kurbelzapfen einer Kurbelwelle angeordnet sind, wobei
- die beiden Kurbelgehäusehälften (10, 12) im Bereich der Lagerbohrungen (24) miteinander
verschraubt sind, sowie mit Zylinderbohrungen (14, 16) zur Aufnahme der Kolben, und
wobei
- eine Zylinderlängsachse (34) gegenüber einer Hochachse (A) des Boxermotors senkrecht
verläuft,
- dadurch gekennzeichnet, dass
- eine Teilungsebene (30) der beiden Kurbelgehäusehälften (10, 12) unter einem Winkel
α ungleich Null bezogen auf eine senkrecht zur Zylinderlängsachse (34) verlaufende
Linie (32) verläuft und dass
- die Längsachse (36) der Lagerschrauben (26, 28) im wesentlichen rechtwinklig zur
Teilungsebene (30) verläuft, so dass
- die Lagerschrauben (26, 28) dicht an die Lagerbohrung (24) herangeführt sind.
2. Kurbelgehäuse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Lagerschrauben (26, 28) an einer äußeren Schraubfläche (42, 44) des Kurbelgehäuses
(10, 12) abstützen und somit von außen zugänglich sind.
3. Kurbelgehäuse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die in den beiden Kurbelgehäusehälften (10, 12) integrierten Zylinderbänke im Winkel
von 180° liegend zueinander angeordnet sind und dass die Verschraubung der Kurbelgehäusehälften
(10, 12) auf der Höhe des unteren Endes der Zylinderbohrungen (14, 16) erfolgt.
1. A crankcase for a water-cooled horizontally opposed engine, with
- two crankcase halves (10, 12) in which bearing portions (18) with bearing bores
(24) for the crankshaft journals of a crankshaft are arranged, wherein
- the two crankcase halves (10, 12) are screwed together in the region of the bearing
bores (24), and with cylinder bores (14, 16) for receiving the pistons, and wherein
- a cylinder longitudinal axis (34) extends perpendicularly to a vertical axis (A)
of the opposed-cylinder engine,
- characterised in that
- a dividing plane (30) of the two crankcase halves (10, 12) extends at an angle α
other than zero in relation to a line (32) extending perpendicularly to the cylinder
longitudinal axis (34), and in that
- the longitudinal axis (36) of the bearing bolts (26, 28) extends substantially at
right angles to the dividing plane (30) so that
- the bearing bolts (26, 28) extend closely to the bearing bore (24).
2. A crankcase according to claim 1, characterised in that the bearing bolts (26, 28) are supported against an outer bolt surface (42, 44) of
the crankcase (10, 12) and are therefore accessible from outside.
3. A crankcase according to claim 1 or 2, characterised in that the cylinder banks integrated into the two crankcase halves (10, 12) are arranged
so as to lie at an angle of 180° to one another, and in that the crankcase halves (10, 12) are screwed together at the level of the lower end
of the cylinder bores (14, 16).
1. Carter de vilebrequin pour un moteur boxer refroidi par eau avec
- deux moitiés de carter de vilebrequin (10, 12) dans lesquelles des sections de palier
(18) avec des alésages de palier (24) pour les manetons d'un vilebrequin sont placées,
dans lequel
- les deux moitiés de carter de vilebrequin (10, 12) sont vissées l'une à l'autre
au niveau des alésages de palier (24), ainsi qu'avec des alésages de cylindre (14,
16) pour recevoir les pistons, et dans lequel
- un axe longitudinal de cylindre (34) est perpendiculaire par rapport à un axe vertical
(A) du moteur boxer,
- caractérisé en ce que
- un plan de séparation (30) des deux moitiés de carter de vilebrequin (10, 12) s'étend
sous un angle α non nul par rapport à une ligne (32) perpendiculaire à l'axe longitudinal
de cylindre (34) et que
- l'axe longitudinal (36) des vis de palier (26, 28) s'étend essentiellement à angle
droit par rapport au plan de séparation (30), de façon à ce que
- les vis de palier (26, 28) soient rapprochées de très près de l'alésage de palier
(24).
2. Carter de vilebrequin selon la revendication 1, caractérisé en ce que les vis de palier (26, 28) s'appuient sur une surface de vissage extérieure (42,
44) du carter de vilebrequin (10, 12) et sont ainsi accessibles depuis l'extérieur.
3. Carter de vilebrequin selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les rangées de cylindres intégrées dans les deux moitiés de carter de vilebrequin
(10, 12) sont disposées avec un angle de 180° entre elles et que le vissage des moitiés
de carter de vilebrequin (10, 12) s'effectue à la hauteur de l'extrémité inférieure
des alésages de cylindre (14, 16).