[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Reinigungs- und Pflegeset für den Einmalgebrauch,
insbesondere für die Autopflege.
[0002] Für die Reinigung von Autoscheiben sind Wegwerffeuchtreinigungstücher kommerziell
erhältlich, welche - ähnlich wie Erfrischungstücher - in einer Hülle verpackt sind.
Die bekannten Wegwerftücher bestehen aus einem mit einer Reinigungslösung getränkten
Cellulosetuch. Nachteilig an diesen bekannten Tüchern ist, dass diese nur eine mässige
Reinigungswirkung haben. Dies hängt u.a. damit zusammen, dass die Cellulosetücher
nur eine beschränkte Saugwirkung haben und gelösten Schmutz nicht gut aufnehmen. Ein
weiterer Nachteil ist, dass die bekannten Cellulosetücher gerne reissen, wenn mit
dem Tuch die oftmals kantigen Autopartien gereinigt oder poliert werden. Zerreisst
ein Reinigungstuch, so werden in der Regel die Hände des Benutzers schmutzig. Das
zerrissene Tuch muss entweder weggeworfen oder kann nur noch eingeschränkt weiter
verwendet werden.
[0003] Es ist augenfällig, dass für die Pflege des Autos eine grosse Zahl von Produkten
erhältlich ist, welche jedoch in erster Linie für die Reinigung und Pflege des Autolacks,
der Autoscheiben oder weiterer spezifischer Elemente gedacht sind. Nachteilig an den
bekannten Reinigungs- und Pflegemittel für das Auto, insbesondere für das Autoinnere
ist, dass diese unhandlich sind und aus mehreren einzelnen Teilen oder Gegenständen
bestehen. Dies hat zur Folge, dass diese meist nicht komplett im Auto mitgeführt werden.
[0004] Die EP-A-1 136 031 offenbart ein Reinigungstuch bestehend aus nicht-gewobenen, sowohl
hydrophilen als auch hydrophoben Polyester-, Ethylen-, Propylen-, Acrylnitril- und/oder
Nylon-Fasern. Die Neuerung basiert auf der Mischung der genannten Materialien, die
eine Reinigung von glatten Oberflächen mit öligen Verschmutzungen ermöglichen soll,
ohne feuchte Streifen zu hinterlassen. Das Reinigungstuch der EP 1136 031 hat den
Nachteil, dass die Herstellung relativ teuer ist, da das Reinigungstuch aus verschiedenen
Fasern besteht. Die Herstellkosten rechtfertigen eine einmalige Verwendung eines solchen
Tuches nicht.
[0005] Das US-Patent Nr. 4,601,938 offenbart ein längliches Endlos-Reinigungstuch, welches
von einer Rolle abrollbar ist. Das Reinigungstuch ist mittels Barrierematerialien
in Längsrichtung in eine Mehrzahl von einzelnen Abschnitten unterteilt. Die Unterteilung
in einzelne Abschnitte hat den Vorteil, dass die Migration von Reinigungsflüssigkeit
im Tuch verhindert wird. Das Reinigungstuch ist entweder aus Kreppapier oder aus einem
nicht-gewobenen Textil hergestellt. Das Reinigungstuch hat in Längs- und Querrichtung
eine Reissfestigkeit von 3.5 Kg und 1.7 Kg in trockenem Zustand und von lediglich
0.8 Kg und 0.35 Kg in feuchtem Zustand. Gemäss einem Ausführungsbeispiel besteht das
Tuch aus gemischten Cellulose- und Viskosefasern mit einem Vinyl-Acetat-Binder. Das
beschriebene Reinigungstuch hat in Längs- und Querrichtung eine Reissfestigkeit von
750 und 550 N/m in trockenem Zustand und von 350 und 280 N/m in feuchtem Zustand.
Das gezeigte Reinigungstuch hat den Vorteil, dass eine Migration der Reinigungslösung
im Reinigungstuch durch die aufgebrachten Barrieren weitestgehend verhindert ist.
Nachteilig ist allerdings, dass die Reissfestigkeit nicht allzu hoch ist und dass
das Tuch durch den Einsatz eines acrylischen Binders nicht so ohne weiteres entsorgt
werden kann.
[0006] Die US 4,797,310 offenbart ein Reinigungsmaterial aus einem druckempfindlichen, polymeren
Material, dessen Eigenschaften primär auf eine möglichst hohe Saugfähigkeit ausgerichtet
sind. Das Reinigungsmaterial ist ein schwammartiges Material, welches untereinander
verbundene Poren hat und in im Tuch ausgebildeten Kompartimenten aufgenommen ist.
Die Kompartimente sind gebildet durch zwei Lagen eines Trägermaterials aus einem nicht
gewobenen Polypropylen/Viskose Tuch. Die beiden Lagen sind an den Rändern und dazwischen
in einem Gittermuster zusammengeschweisst, sodass eine Vielzahl von Kompartimenten
zur Aufnahme des saugfähigen Polymermaterials gebildet ist.
[0007] Die DE-OS-25 49 065 bezieht sich auf ein Reinigungstuch mit einem Waschmitteldepot.
Das Tuch besitzt mehrere Depotschichten aus Vliessstoff, in denen die waschaktive
Substanz mit Hilfe von wasserunlöslichen organischen Bindemitteln fixiert ist. Wenigstens
die Flachseiten der Depotschichten sind mit porösen Deckschichten abgedeckt. Das Tuch
ist für eine Mehrfachverwendung gedacht und soll sich für die Reinigung von Windschutzscheiben
von Kraftfahrzeugen eignen.
[0008] Die WO 89/05114 betrifft ein imprägniertes Reinigungstuch für den Einmalgebrauch
zur Reinigung harter Oberflächen wie Glas oder Spiegel. Das Reinigungstuch ist aus
hydrophilen Trägermaterialien wie Baumwollgewebe oder Zellulosefasern hergestellt
und hat ein Wasserabsorptionsvermögen von wenigstens 200% des Eigengewichts. Das Trägermaterial
kann aus gewobenen oder vliesartigen Materialien bestehen. In den Ausführungsbeispielen
werden durchwegs Fasermischungen aus Zellulosefasern, Polyesterfasern, Polypropylen-
und/oder Viskosefasern, meist in Verbindung mit einem acrylischen Binder, eingesetzt.
Das Tuch wird mit einer Lösung imprägniert, welche ein wassermischbares Lösungsmittel
und eine Säure zur Einstellung eines sauren Milieus enthält. Der pH-Wert der Imprägnierlösung
beträgt vorzugsweise zwischen 2 und 5.
[0009] Die EP-A-0 211 773 betrifft ein Wegwerftuch, welches zum Trocknen und Polieren von
lackierten Autooberflächen in einem Arbeitsgang gedacht ist. Das Wegwerftuch ist gefüllt
mit einer Polierzusammensetzung aus einem Wachs, Silikonöl und einem Detergenz. Weiter
kann die Zusammensetzung ein Antistatikum aufweisen. Das Wasserabsorptionsvermögen
beträgt zwischen 20 und 800%. Das Tuch hat den Vorteil, dass dieses einerseits Wasser
aufnehmen und andererseits Wachs an die Autooberfläche abgeben kann.
[0010] Die US 3,981,741 bezieht sich auf ein Reinigungstuch, das für verschiedenste Anwendungszwecke
(Hände, Stoffe, andere Gebrauchsgegenstände) eine maximale Reinigungswirkung gegen
ölige und/oder fettige Verschmutzungen entfaltet. Das Reinigungstuch hat ein faseriges
Trägermaterial, welches mit Kautschuklatex imprägniert wird. Das Trägermaterial kann
aus pflanzlichen, tierischen oder künstlichen Fasern wie Viskosefasern, Zelluloseesterfasern
etc. bestehen. Von Bedeutung ist, dass die Fasern eine grosse Oberfläche/Gewichtseinheit
aufweisen.
[0011] Die DE-OS-30 09 585 bezieht sich auf ein wiederholt verwendbares Reinigungstuch,
das durch die Kombination von zwei unterschiedlich ausgerüsteten Schichten eine maximale
Fähigkeit zur kombinierten Aufnahme und Speicherung von Verschmutzungen einerseits
und Konservieren der behandelten Oberfläche andererseits aufweisen soll.
[0012] Die GB-A-1 348 526 bezieht sich auf ein Poliertuch für kratzempfindliche Oberflächen,
welches mit Partikeln eines Oxidgels ausgerüstet ist. Das Oxidgel ist mittels eines
Bindemittels an das Trägermaterial gebunden. Als Trägermaterial kommen Kunst-, Baumwoll-
oder Viskosefasern in Frage.
[0013] Die oben beschriebenen Reinigungstücher sind in der Regel für ganz spezifische Aufgaben
optimiert. Dabei wurde bisher zu wenig berücksichtigt, dass Automobile unterschiedliche
Oberflächen aufweisen, welche unterschiedlich gereinigt und gepflegt werden müssen.
Die meisten bekannten Reinigungstücher, insbesondere solche aus unterschiedlichen
Fasermaterialien, sind in der Herstellung relativ teuer, sodass nur eine Mehrfachverwendung
in Frage kommt. Reinigungstücher, welche mehrfach verwendet werden sollen, müssen
zwischen den einzelnen Verwendungen jedoch an einem sauberen Ort aufbewahrt werden.
In Autos mit begrenzten Ablage- und Aufbewahrungsmöglichkeiten ist dies oftmals ein
Problem. Meist werden solche Reinigungstücher im Fahrgastraum abgelegt, sodass die
Tücher bis zur nächsten Verwendung verknittert und verschmutzt sind.
Aufgabe
[0014] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Mittel zur Reinigung und Pflege
der verschiedenartigen, in einem Kraftfahrzeug vorkommenden Oberflächen zur Verfügung
zu stellen, welche eine gute Reinigungswirkung haben und handlich sind. Ziel ist es,
ein unmittelbar verwendbares Reinigungs- und Pflegemittel zu schaffen, welches längere
Zeit aufbewahrt werden kann, ohne von der Reinigungs- und Pflegewirkung einzubüssen.
Ein weiteres Ziel der Erfindung ist es, Mittel bereitzustellen, mit welchem eine optimale
Pflege der unterschiedlichen Partien insbesondere des Autoinneren, wie z.B. der Autoscheiben,
Textilbezüge und Kunststoffpartien, möglich ist. Ziel ist es auch, ein Mittel bereitzustellen,
welche jederzeit griffbereit sind. Noch ein Ziel ist es, Mittel insbesondere zur Reinigung
des Autoinneren vorzuschlagen, welche eingesetzt werden können, ohne dass sich der
Benützer seine Hände verschmutzt. Ein anderes Ziel ist es, Mittel für den Einmalgebrauch
vorzuschlagen, welche gut entsorgt und weitestgehend biologisch abbaubar sind. Ausserdem
sollen die vorgeschlagenen Mittel ungiftig sein.
Beschreibung
[0015] Erfindungsgemäss besteht die Lösung in einem Reinigungs- und Pflegeset für den Einmalgebrauch
mit mindestens einem ersten Tuch aus einem faserigen Trägermaterial zur Reinigung
von glatten, lösungsmittelunempfindlichen, insbesondere harten Oberflächen, welches
mit einer ein vorzugsweise physiologisch unbedenkliches, organisches Lösungsmittel
enthaltenden ersten Lösung getränkt ist, mindestens einem zweiten Tuch aus einem faserigen
Trägermaterial zur Reinigung von Kunststoffoberflächen, welches mit wenigstens einer
zweiten, vorzugsweise wässerigen Reinigungs- und Pflegelösung getränkt ist, und im
wesentlichen flüssigkeitsdichten Umhüllungen, in welchen sowohl das erste als auch
das zweite Tuch aufgenommen sind. Das erfindungsgemässe Reinigungs- und Pflegeset
hat den Vorteil, dass es jederzeit griffbereit ist und über einen längeren Zeitraum
aufbewahrt werden kann, ohne von seiner Reinigungs- und/oder Pflegewirkung einzubüssen.
Im Unterschied zum Stand der Technik wird somit ein Reinigungs- und Pflegeset bereitgestellt,
welches spezifisch auf die Autoreinigung und -pflege optimiert ist. Dabei können die
Tücher des Reinigungs- und Pflegesets für die Reinigung von Autoscheiben resp. Kunststoffteilen
aufeinander abgestimmt sein.
[0016] In einer bevorzugten Ausführungsform besitzt das Reinigungs- und Pflegeset mindestens
ein drittes Tuch in Gestalt eines Trockenreinigungs- und Poliertuchs, welches ebenfalls
vorzugsweise aus einem faserigen Trägermaterial hergestellt ist. Mit dem Trockenreinigungstuch
können die mit dem ersten und zweiten Tuch behandelten Flächen getrocknet, nachgereinigt
und/oder poliert werden. Als Trockenreinigungstuch eignet sich ein trockenes Viskosetuch
sehr gut.
[0017] Vorteilhaft sind die Reinigungs- und/oder Pflegetücher mit einer im wesentlichen
flüssigkeitsdichten Umhüllung umgeben. Dadurch lassen sich die Tücher über längere
Zeit aufbewahren, ohne von ihrer Wirkung einzubüssen oder zu verschmutzen. Ausserdem
sind die in einer flüssigkeitsdichten Umhüllung oder Verpackung aufgenommenen Tücher
jederzeit einsatzbereit. Damit auch bei erhöhten Temperaturen keine Feuchtigkeit entweichen
kann, besitzt die Umhüllung vorzugsweise eine Aluminiumbeschichtung. Zweckmässigerweise
sind die einzelnen, in den Umhüllungen aufgenommenen Tücher des Sets ihrerseits in
einer Verpackung, insbesondere einer eine Abreisskante aufweisenden Kunststofftüte,
aufgenommen.
[0018] Vorteilhaft besteht das Trägermaterial der eingesetzten Tücher im wesentlichen aus
Viskosefasern. Viskosefasern haben ein grosses Wasserabsorptionsvermögen und eine
hohe Reissfestigkeit. Ausserdem sind Cellulosefasern biologisch abbaubar. Zweckmässigerweise
hat das Trägermaterial ein Gewicht > 50 g/m
2, vorzugsweise zwischen 60 und 120 g/m
2 und ganz besonders bevorzugt zwischen 75 g/m
2 und 100 g/m
2. Ein Viskosetuch dieses spezifischen Gewichts hat eine hohe Reissfestigkeit und fühlt
sich für den Benutzer weich an. Im Vergleich zu den bisher verwendeten Cellulosetüchern
haben Tücher aus Viskosefasern den Vorteil, dass diese auch im nassen Zustand eine
hohe Reissfestigkeit aufweisen. Dies ist insbesondere für ein Reinigungstuch für das
Autoinnere von Bedeutung, da beim Auto viele Kanten und Vorsprünge sind, an denen
das Reinigungs- und/oder Pflegetuch gerne hängen bleibt. Feuchte Viskosetücher haben
eine gute Absorptionsfähigkeit für Flüssigkeiten und Schmutz. Feuchte Reinigungstücher
vermögen verschmutzte Oberflächen gut zu benetzen und gelösten Schmutz aufnehmen.
[0019] Obwohl das Trägermaterial grundsätzlich als ein Gewebe oder Gewirke ausgebildet sein
kann, ist dieses vorzugsweise ein Vliessstoff. Vliessstoffe aus Viskosefaser haben
ein besonders gutes Absorptionsvermögen. Ausserdem können Vliesstücher sehr kostengünstig
hergestellt werden. Vorteilhaft hat ein faseriges Trägermaterial mit einem Flächengewicht
von 100g/m
2 eine Reissfestigkeit in Faserrichtung (längs) von grösser als 80 N/5cm, vorzugsweise
grösser als 120 N/5cm und ganz besonders bevorzugt grösser als 180 N/5cm, und eine
Reissfestigkeit quer zur Faserrichtung von grösser als 50 N/5cm, vorzugsweise grösser
als 80 N/5cm und ganz besonders bevorzugt grösser als 100 N/5cm (gemessen nach DIN/EN
29073-2/ISO 9073-2).
[0020] Entsprechend hat ein faseriges Trägermaterial mit einem Flächengewicht von 75g/m
2 eine Reissfestigkeit in Faserrichtung (längs) von grösser als 40 N/5cm, vorzugsweise
grösser als 60 N/5cm und ganz besonders bevorzugt grösser als 80 N/5cm, und eine Reissfestigkeit
quer zur Faserrichtung von grösser als 20 N/5cm, vorzugsweise grösser als 30 N/5cm
und ganz besonders bevorzugt grösser als 40 N/5cm.
Zweckmässigerweise ist die Dehnung des Tuchs mit einem Flächengewicht von 75 oder
100g/m
2 in Faserrichtung kleiner als 40% und vorzugsweise kleiner als 30%, und die Dehnung
des Tuchs quer zur Faserrichtung kleiner als 60% und vorzugsweise kleiner ungefähr
50% ist.
[0021] Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform ist die erste Reinigungslösung des ersten
Tuchs eine wässerige, wenigstens ein Tensid enthaltende, alkoholische Reinigungslösung.
Eine solche Lösung hat eine gute Reinigungswirkung für Glasscheiben und harte Oberflächen.
Als Alkohole eignen sich Verbindungen mit 1 bis 4 C-Atomen, vorzugsweise 2 oder 3
C-Atomen. Zweckmässigerweise wird denaturierter Alkohol oder iso-Propylalkohol verwendet.
Vorteilhaft enthält die Reinigungslösung wenigstens ein ionisches Tensid, welches
vorzugsweise ein Tensid aus der Gruppe der Alkyäthersulfate ist. Eine besonders gute
Reinigungswirkung erzielt man mit einem Fettalkoholethersulfat-Alkalisalz, z.B. Natrium-n-alkyl-C
12-14diglykoläthersulfat. Fettalkoholethersulfat-Alkalisalze und insbesondere Natrium-nalkyl-C
12-14-diglykoläthersulfat haben den Vorteil, dass diese als Antistatika wirken können.
Dies ist für ein Reinigungsmittel für Scheiben, insbesondere Autoscheiben, von Bedeutung.
Es ist jedoch denkbar, andere dem Fachmann geläufige Antistatika einzusetzen. Vorzugsweise
werden als Antistatika nichtionogene, kationaktive oder anionaktive Tenside eingesetzt,
z.B. Ethoxylate von Fettalkoholen, -säuren und Alkylphenolen, Alkylsulfate und Alkylphosphate
oder quarternäre Ammoniumverbindungen. Die Verwendung der vorgenannten Tenside hat
den Vorteil, dass diese Stoffe sowohl eine ausgesprochene Reinigungs- wie auch Antistatikwirkung
haben. Auch kann die Reinigungsmischung weitere Zusatzstoffe, wie Duftstoffe, enthalten.
[0022] Vorteilhaft ist das zweite Tuch mit einer zweiten, wässerigen, wenigstens ein Tensid
enthaltenden Reinigungslösung getränkt oder befeuchtet. Die Reinigungslösung enthält
vorzugsweise kein niedermolekulares, organisches Lösungsmittel und ist zweckmässigerweise
im wesentlichen wässerig. Ein solches Pflegetuch eignet sich besonders für die Pflege
von Kunststoffteilen. Dadurch, dass keine oder nur solche organischen Lösungsmittel
in der Pflegelösung enthalten sind, welche Kunststoffteile nicht angreifen, ist das
zweite Tuch für die Reinigung von Kunststoffteilen besonders geeignet.
[0023] Zweckmässigerweise stammen die in der zweiten Lösung eingesetzten Tenside aus der
Gruppe der nicht-ionischen Tenside. Nicht-ionische Tenside eignen sich aufgrund ihrer
Affinität zu nicht-polaren Verbindungen gut für die Reinigung von Kunststoffoberflächen.
Vorteilhaft enthält die Lösung auch ein Pflegemittel. Als Pflegestoffe eignen sich
insbesondere Wachse und Öle wie Silikonöle. Als Pflegemittel kommen beispielsweise
Carnaubawachs, Candelillawachs und/oder ein Reaktionsprodukt aus hydrogenisiertem
Castoröl mit Ethylenoxid in Frage. Letzteres wird bevorzugt als Pflegemittel für Autokunststoffteile
in der zweiten Lösung eingesetzt.
[0024] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels näher beschrieben.
[0025] Das Reinigungs- und Pflegeset besteht vorzugsweise aus einem ersten Feuchtreinigungstuch
zur Reinigung von glatten, lösungsmittelunempfindlichen, insbesondere harten Oberflächen,
einem zweiten Feuchtpflegetuch zur Reinigung von Kunststoffoberflächen, einem dritten
Trockenreinigungs- oder Poliertuch und einem Wegwerfhandschuh. Die verschiedenen Tücher
sind vorzugsweise alle aus 100% Viskosefasern in Gestalt eines Vliessstoffes hergestellt.
Viskose-Vliesstücher haben den Vorteil, dass diese auch im feuchten Zustand noch eine
hohe Reissfestigkeit besitzen. Ausserdem haben sie ein grosses Saugvermögen und können
so relativ viel Reinigungslösung speichern und an die verschmutzten Oberflächen abgeben.
Beim Abreiben von verschmutzten Oberflächen wird Schmutz gelöst und vom Tuch grösstenteils
aufgenommen.
[0026] Das erste Viskose-Feuchtreinigungstuch ist getränkt mit einer wässrig/alkoholischen
Mischung, welche zusätzlich ein Alkyläthersulfat, vorzugsweise ein Fettalkoholethersulfat-Alkalisalz
enthält. Fettalkoholethersulfat-Alkalisalze sind bekannt als reinigungsaktive Substanzen.
Diese haben jedoch überraschenderweise auch gute Anti-Beschlageigenschaften.
[0027] Das zweite Viskose-Pflegetuch ist mit einer im wesentlichen wässerigen Lösung, welche
ein Tensid und gegebenenfalls einen Emulgator und/oder einen Pflegestoff für Kunststoff
enthält, getränkt. Durch den Verzicht auf organische Lösungsmittel eignet sich dieses
Tuch besonders gut für die Reinigung von Kunststoffoberflächen im Fahrgastraum. Weiter
sind die in den Lösungen verwendeten Stoffe vorzugsweise biologisch abbaubar und physiologisch
unbedenklich.
[0028] Das Viskose-Trocken-/Poliertuch ist gedacht für die Nachreinigung resp. das Polieren
der mit dem ersten und/oder zweiten Tuch vorbehandelten Oberflächen.
| Ausführungsbeispiel eines Reinigungs- und Pflegesets |
| Erstes Tuch |
| (Scheibenreinigungstuch) |
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| |
Verpackung |
kunststoffbeschichtetes Aluminium |
| |
Innentuch |
Viscose 100g/m2, glatt, Grösse ca. 190 x 400 mm |
| |
Reinigungsmischung |
60 g denaturierter Alkohol
0.8 g Natrium-n-alkyl-C12-14-diglykoläthersulfat
39.2 g entmineralisiertes Wasser |
| |
| Zweites Tuch |
| (Cockpitreinigungstuch) |
|
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| |
Verpackung |
kunststoffbeschichtetes Aluminium |
| |
Innentuch |
Viscose 75g/m2, gelocht, Grösse ca. 190 x 400 mm |
| |
Reinigungsmischung |
10g Tensid
2g Emulgator bei -18 °C
86 g entmineralisiertes Wasser |
| |
| Drittes Tuch |
| (Trocken-/ Poliertuch) |
|
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| |
Verpackung |
kunststoffbeschichtetes Aluminium |
| |
Innentuch |
Viscose 100g/m2, glatt, Grösse ca. 190 x 400 mm |
| Einweghandschuh |
|
|
| |
Material |
Polyethylen, Polypropylen, oder Latex, leicht gepudert |
[0029] Die erste Reinigungslösung ist besonders geeignet, um ein Beschlagen von kalten Autoscheiben
zu verhindern. Die Wirkung wurde folgendermassen gemessen: Zwei saubere Bechergläser
werden während wenigstens 12 Stunden ins Tiefkühlfach bei - 18°C gelegt. Das eine
gefrorene Glas wird mit einem mit der Reinigungsmischung getränkten Reinigungstuch
ausgerieben, das andere wird unbehandelt belassen. Anschliessend wurden beide kalten
Gläser mit warmer, feuchter Atemluft angehaucht. Das mit der Reinigungsmischung behandelte
Glas bleibt klar und beschlägt sich nicht. Das unbehandelte Glas beschlägt sich sofort,
und ein Durchsehen ist unmöglich.
[0030] Ein Reinigungs- und Pflegeset für den Einmalgebrauch, insbesondere für die Pflege
des Autoinneren, hat mindestens ein erstes Tuch aus einem faserigen Trägermaterial
zur Reinigung von glatten, lösungsmittelunempfindlichen, insbesondere harten Oberflächen,
welches mit einer wässerigen, ein organisches Lösungsmittel enthaltenden, ersten Reinigungslösung
getränkt ist. Das Set umfasst weiter ein zweites Tuch aus einem faserigen Trägermaterial
zur Reinigung von Kunststoffoberflächen, welches mit einer wässerigen zweiten Reinigungs-
und Pflegelösung getränkt ist. Ausserdem sind im wesentlichen flüssigkeitsdichte Umhüllungen
vorgesehen, in welchen sowohl das erste als auch das zweite Tuch aufgenommen sind.
Das erste Tuch ist mit einer vorzugsweise wässerigen, wenigstens ein Tensid enthaltenden
alkoholischen Reinigungslösung getränkt oder befeuchtet . Das zweite Pflegetuch ist
ebenfalls mit einer vorzugsweise wässerigen, wenigstens ein Tensid enthaltenden Lösung
getränkt oder befeuchtet. Auf den Einsatz von organischen Lösungsmitteln, welche Kunststoffteile
angreifen können, wird in der zweiten Reinigungslösung des zweiten Tuches vorzugsweise
weitestgehend verzichtet. Die einzelnen Tücher sind vorzugsweise mit einer flüssigkeitsdichten
Umhüllung umgeben. Weiter umfasst das Autopflegeset einen Kunststoffhandschuh. Das
Autopflegeset nimmt wenig Platz ein, kann im Handschuhfach oder einer anderen Ablagemöglichkeit
deponiert werden und ist gut haltbar. Des weiteren sind die Reinigungs- resp. Pflegetücher
aufeinander abgestimmt, um eine optimale Reinigung der verschiedenen Oberflächen im
Autoinneren zu erreichen. Viskoefasern können gut entsorgt werden, da sie biologisch
abbaubar sind.
1. Reinigungs- und Pflegeset für den Einmalgebrauch, insbesondere für die Pflege des
Autoinneren, mit
- mindestens einem ersten Tuch aus einem faserigen Trägermaterial zur Reinigung von
glatten, lösungsmittelunempfindlichen, insbesondere harten Oberflächen, welches mit
einer wässerigen, ein organisches Lösungsmittel enthaltenden, ersten Reinigungslösung
getränkt ist;
- mindestens einem zweiten Tuch aus einem faserigen Trägermaterial zur Reinigung von
Kunststoffoberflächen, welches mit einer vorzugsweise wässerigen zweiten Reinigungs-
und Pflegelösung getränkt ist; und
- im wesentlichen flüssigkeitsdichten Umhüllungen, in welchen sowohl das erste als
auch das zweite Tuch aufgenommen sind.
2. Set nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein drittes Tuch in Gestalt eines Trockenreinigungs- und Poliertuchs enthalten ist.
3. Set nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das eingesetzte faserige Trägermaterial im wesentlichen aus Viskosefasern hergestellt
ist und vorzugsweise ein Gewicht von > 50g/m2 hat.
4. Set nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das faserige Trägermaterial ein Vliessstoff ist.
5. Set nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das faserige Trägermaterial eine Reissfestigkeit in Faserrichtung (längs) von grösser
als 80 N/5cm, vorzugsweise grösser als 120 N/5cm und ganz besonders bevorzugt grösser
als 180 N/5cm, und eine Reissfestigkeit quer zur Faserrichtung von grösser als 50
N/5cm, vorzugsweise grösser als 80 N/5cm und ganz besonders bevorzugt grösser als
100 N/5cm.
6. Set nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Dehnung des Tuchs in Faserrichtung kleiner als 40% und vorzugsweise kleiner als
30%, und die Dehnung des Tuchs quer zur Faserrichtung kleiner als 60% und vorzugsweise
kleiner als 50% ist.
7. Set nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Umhüllung eine kunststoffbeschichtete Aluminiumfolie ist.
8. Set nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Tücher des Sets ihrerseits in einer Verpackung, insbesondere einer
eine Abreisskante aufweisenden Kunststoffhülle, aufgenommen sind.
9. Set nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass in der Verpackung wenigstens ein Kunststoffhandschuh enthalten ist.
10. Set nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Tuch mit einer wässerigen, wenigstens ein erstes Tensid enthaltenden alkoholischen
Reinigungslösung getränkt oder befeuchtet ist.
11. Set nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Tensid aus der Gruppe der ionischen Tenside, z.B. aus der Gruppe der Alkyläthersulfate,
stammt.
12. Set nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Tensid ein Fettalkoholethersulfat-Alkalisalz, vorzugsweise Natrium-n-alkyl-C12-14diglykoläthersulfat, ist.
13. Set nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das organische Lösungsmittel der Reinigungslösung des ersten Tuchs ein Alkohol mit
1 bis 3 C-Atomen und 1 bis 3 Hydroxylgruppen ist.
14. Set nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungslösung des ersten Tuchs des weiteren mindestens ein Antistatikum enthält.
15. Tuch nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Tuch mit einer zweiten wässerigen, wenigstens ein Tensid enthaltenden
Reinigungslösung getränkt oder befeuchtet ist.
16. Set nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Reinigungslösung ein Pflegemittel für Kunststoffoberflächen enthält.
17. Set nach Anspruch 16,, dadurch gekennzeichnet, dass das Pflegemittel ein Wachs, z.B. Carnaubawachs, Candelillawachs und/oder ein Reaktionsprodukt
aus hydrogenisiertem Castoröl mit Ethylenoxid, oder ein Öl ist.
18. Set nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Tensid aus der Gruppe der nicht-ionischen Tenside stammt.