[0001] Walzringe müssen auf der Welle zentriert und zur Übertragung des Walzdrehmoments
fixiert werden. Dies kann durch axiale Einspannung geschehen (EP-B-343 440). Eine
hydraulische Einrichtung erzeugt die axiale Spannung, die dann durch eine mechanische
Einrichtung aufrechterhalten wird. Eine solche Anordnung kann beispielsweise aus einer
auf einem Wellengewinde sitzenden Mutter, einer Hydraulikeinrichtung zum Spannen der
Mutter gegen einen zwischen ihr und dem Walzring befindlichen Druckring und einem
Spannring bestehen. Nachdem die Mutter von Hand fest gegen den Druckring geschraubt
wurde und dadurch das Spiel zwischen den auf der Welle befindlichen Ringen im wesentlichen
beseitigt wurde, wird durch die hydraulische Einrichtung eine Axialkraft auf den Druckring
und alle hinter diesem sitzenden Ringe einschließlich Walzring ausgeübt, die höher
ist als die axiale Spannung, die man während des Betriebs zu erhalten wünscht. Danach
wird das durch die hydraulische Spannung zwischen der Mutter und dem Druckring erzeugte
Spiel mittels eines Spannrings geschlossen und die hydraulische Einrichtung entspannt.
[0002] Es ist bekannt (US-A-Re.31554), eine solche axial gespannte Walzringanordnung mit
einer Zentriereinrichtung auszurüsten, die von einer konischen Zentrierhülse gebildet
wird, die durch eine vorgespannte Feder zwischen den Walzring und die Wellenoberfläche
gepreßt wird. Die Vorspannung der Feder wird dadurch erzeugt, daß beim axialen Spannen
des Walzrings die Walzringanordnung axial zusammengepreßt wird. Die axiale Spannung
des Walzrings und die Federspannung für dessen Zentrierung entstehen also gleichzeitig.
Dies hat den Nachteil, daß durch die axiale Spannung des Walzrings seine Zentrierung
behindert werden kann. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß es schwierig ist,
die Zentrierhülse wieder zu lösen, nachdem sie sich während des Betriebs der Walzringanordnung
sehr fest in den Spalt zwischen Walzring und Wellenoberfläche eingearbeitet hat.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Walzringanordnung der im Oberbegriff
des Anspruchs 1 genannten Art zu schaffen, die diese Nachteile nicht aufweist. Die
Lösung liegt in den Merkmalen des Anspruchs 1 und vorzugsweise denjenigen der Unteransprüche.
[0004] Demnach ist eine von der hydraulischen Spanneinrichtung zum Erzeugen der axialen
Walzringspannung unabhängige, zweite hydraulische Einrichtung zum Vorspannen der Feder
vorgesehen. Dies ermöglicht ein Montageverfahren, bei dem mittels der zweiten hydraulischen
Einrichtung der Ring zentriert wird, bevor die axiale Walzringspannung erzeugt wird.
Die zweite hydraulische Einrichtung ist so zweckmäßigerweise so angeordnet, daß sie
bei der Demontage die Zentrierhülse zurückzieht, um die Verbindung mit dem Walzring
und der Wellenoberfläche zu lockern.
[0005] Die Feder kann sich an einem beliebigen Teil der Anordnung abstützen, beispielsweise
an der Mutter oder an der gegenüberliegenden Seite des Walzrings an einem Wellenbund.
Bevorzugt wird aber eine Ausführung, bei welcher die Feder sich an dem Druckring abstützt.
[0006] Das Montageverfahren spielt sich zweckmäßigerweise so ab, daß die Feder zunächst
durch die zweite hydraulische Einrichtung in bezug auf den Druckring gespannt, d.h.
gegenüber dem Walzring zurückgezogen wird, danach die Mutter fest gegen den Druckring
gedreht wird, so daß das axiale Spiel der gesamten Anordnung im wesentlichen beseitigt
wird, danach die zweite hydraulische Einrichtung entspannt wird und danach erst der
Walzring unter axiale Vorspannung gesetzt wird.
[0007] Die Demontage vollzieht sich in umgekehrter Reihenfolge, wobei die hydraulische Einrichtung,
die zum Vorspannen des Federpakets dient, auch dazu verwendet wird, die Zentrierhülse
so weit gegenüber dem Walzring zurückzuziehen, daß die Verbindung gelockert wird.
[0008] Die Erfindung wird im folgenden näher unter Bezugnahme auf die Zeichnung erläutert,
die ein vorteilhaftes Ausführungsbeispiel veranschaulicht. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch die Walzringanordnung und
- Fig. 2
- die Abwicklung eines Teils des Spannrings und der benachbarten Teile.
[0009] Auf der fliegend gelagerten Welle 1 ist die den Walzring 2 enthaltende Walzringanordnung
montiert. An den Bund 3 der Welle schließt sich ein Gleitring 4 an, der zum einen
eine Abdichtung 5 mit einem gestellfesten Ring 6 bildet und zum anderen eine hydraulische
Einrichtung 7 zum Abdrücken des Walzrings 2 bei der Demontage enthält. Die Hydraulikeinrichtungen
7 sind über einen Kanal 8 mit einem Nippel 9 zum Anschluß an eine Druckmittelquelle
verbunden.
[0010] Im Bereich des Walzrings 2 ist die Umfangsfläche 10 der Welle 1 konisch mit nach
außen geringer werdendem Durchmesser ausgebildet. Auf dem Wellenabschnitt 10 sitzt
die entsprechend konische Zentrierhülse 11, die den Walzring 2 zentriert. Sie ist
in bekannter Weise so gestaltet, daß sie im Durchmesser nachgeben kann, indem sie
beispielsweise längs geschlitzt ist.
[0011] Auf den Walzring 2 folgt der Druckring 12. Dieser bildet auf seiner radial innen
liegenden, vom Walzring 2 abgewendeten Seite einen radialen Flansch 13, der eine Kammer
zur Aufnahme eines Pakets 15 von Tellerfedern begrenzt. Dieser Raum wird auf der dem
Flansch 13 gegenüberliegenden Seite von einem radialen Flansch 14 begrenzt, der an
der Zentrierhülse 11 vorgesehen ist. Das Federpaket 15 und die Maße des Druckrings
12 und der Zentrierhülse 11 sind so gewählt, daß dann, wenn der Druckring 12 an dem
Walzring 2 anliegt, die Zentrierhülse 11 von dem Federpaket 15 mit einer vorbestimmten
Kraft zum Walzring hin beaufschlagt ist. Diese Kraft ist so bemessen, daß eine befriedigende
Zentrierung erreicht wird. Sie ist vorzugsweise nicht so groß, daß sie einen wesentlichen
Beitrag zur Drehfixierung des Walzrings leistet.
[0012] Der Umfang des Flansches 14 der Zentrierhülse 11 ist gegenüber dem ihm benachbarten
Abschnitt des Druckrings 12 durch einen Dichtring 20 abgedichtet. Zwischen dem Flansch
14 und ihrem konischen Teil weist die Zentrierhülse 11 einen Halsabschnitt 18 auf,
der einen geringeren Durchmesser als der Flansch 14 hat und gegenüber dem ihm benachbarten
Abschnitt des Druckrings 12 durch einen Dichtring 19 abgedichtet ist. Der zwischen
den Dichtringen 19, 20 eingeschlossene Raum 23 ist durch einen Kanal 21 mit einem
Anschluß 22 für eine Druckmittelquelle verbunden. Da der Außendurchmesser des Flansches
14 größer ist als der des Halsabschnitts 18, bewirkt ein über den Anschluß 22 eingegebener
Überdruck eine Verschiebung der Zentrierhülse 11 in der Zeichnung nach rechts. Durch
eine solche Bewegung wird die Zentrierhülse einerseits ein wenig aus dem Walzring
2 herausgezogen, wodurch die zwischen dem Walzring, der Zentrierhülse und der Welle
betrieblich bestehende Reibverbindung gelöst wird. Andererseits kann durch diese Bewegung
der Zentrierhülse 11 das Federpaket 15 vorgespannt werden.
[0013] Auf den Druckring 12 folgt zum freien Ende der Welle 1 hin die Mutter 25, die auf
einem Gewinde 26 der Welle verschraubt werden kann. Dazu können beispielsweise manuelle
Werkzeuge an Bohrungen 27 der Welle angreifen.
[0014] In ihrer dem Druckring 12 zugewandten Stirnfläche enthält die Mutter 25 eine Anzahl
von über den Umfang gleichmäßig verteilten Hydraulikeinrichtungen 28, deren Zylinderraum
mit einem Anschlußnippel 29 verbunden ist, daß an eine Druckmediumsquelle angeschlossen
werden kann. Zum Schutz des Gewindes 26 und der Nippel 9, 29 kann auf die Mutter 25
eine nicht gezeigte Schutzkappe aufgesetzt werden.
[0015] Die der Mutter 25 zugewandte Stirnfläche des Druckrings 12 enthält benachbart seinem
Außenumfang eine Eindrehung 30, die einen Spannring 31 aufnimmt. Die aneinander anliegenden
Stirnflächen 35 des Druckrings 12 und des Spannrings 31 sind gemäß Fig. 2 sägezahnförmig
gestaltet, während die Stirnflächen 32, an denen sich der Spannring 31 und die Mutter
25 berühren, eben sind. Der Spannring 31 kann durch geeignete Werkzeuge, die an Bohrungen
33 des Spannrings angreifen, verdreht werden. Wird er in Pfeilrichtung 34 verdreht,
so schließt er spielfrei an den Druckring und die Mutter an und ist dadurch in der
Lage, axiale Kräfte zwischen diesen Teilen zu übertragen. Die Funktion des Spannrings
ist in der EP-B-343 440 beschrieben.Er ist mit einem abgedichteten Kragen 36 zum Schutz
der Funktionsflächen versehen.
[0016] Die Vorrichtung wird in folgender Weise benutzt. Nachdem der Gleitring 4 aufgesetzt
ist, werden der Walzring 2, der Druckring 12 und die Zentrierhülse 10 als Einheit
auf die Welle aufgesetzt. Dabei kann ein Spalt zwischen dem Walzring und dem Gleitring
bleiben. Die Mutter 25 wird auf das Wellengewinde aufgeschraubt, so daß sie leicht
am Druckring 12 anliegt. An den Hydraulikanschluß 22 des Druckrings wird ein Hydraulikdruck
von bspw. 200 bar angeschlossen und aufrechterhalten. Dadurch wird das Federpaket
15 vorgespannt und die Zentrierhülse in lockerem Eingriff mit dem Gleitring 2 gehalten,
ohne die Anlage des Druckrings am Walzring zu verhindern. Danach wird die Mutter 25
mittels Handwerkzeugen fest gegen den Druckring 12 geschraubt. Der Walzring kommt
dadurch in im wesentlichen spielfreie Anlage an dem Gleitring 4 und dem Druckring
12. Nun wird der Hydraulikdruck am Anschluß 22 abgelassen. Dadurch wird die Vorspannung
des Federpakets 15 auf die Zentrierhülse 11 wirksam. Die Zentrierhülse wird zwischen
den Walzring und die Welle gepreßt und zentriert so den Walzring radial. Der Druckring
stützt sich dabei an der Mutter 25 ab. Das Nippel am Anschluß 22 kann entfernt werden
und durch eine Schutzeinrichtung ersetzt werden. Anschließend wird der Anschluß 29
der Mutter mit Druckmittel von bspw. 1300 bar beaufschlagt. Dadurch wird die aus Gleitring
4, Walzring 2 und Druckring 12 bestehende Anordnung zusammengepreßt, und es öffnet
sich ein Spiel zwischen der Mutter 25 und dem Druckring 12. Der Spannring 31 wird
in Pfeilrichtung 34 so verdreht, daß dieses Spiel kompensiert wird. Der Druck am Anschluß
29 wird abgelassen und das zugehörige Nippel kann entfernt und durch eine Schutzeinrichtung
ersetzt werden. Auf das Ende der Mutter 25 wird eine Schutzkappe aufgesetzt. Das System
ist nun einsatzbereit.
[0017] Wenn sich während des Betriebs Umfangsdehnungen des Walzrings 2 ereignen sollten,
wird die Zentrierhülse 11 unter dem Druck des Federpakets 15 nachgeschoben, so daß
auch dann die Zentrierung des Walzrings 2 aufrechterhalten bleibt.
[0018] Bei der Demontage der Anordnung wird zunächst der Anschluß 29 der Mutter mit beispielsweise
1400 bar beaufschlagt. Der Spannring 31 wird gelöst. Der Druck am Anschluß 29 wird
abgelassen. Die Mutter 25 wird um eine Umdrehung (3 bis 8 mm) gelöst. An den Anschluß
22 des Druckrings 12 wird Druckmittel mit einem Druck von beispielsweise 200 bar angeschlossen
und aufrechterhalten. Die Zentrierhülse 11 wird dadurch ein wenig aus dem Spalt zwischen
Walzring 2 und Wellenabschnitt 10 zurückgezogen. An den Anschluß 9 für die hydraulische
Einrichtung 7 des Gleitrings 4 wird Druckmittel angeschlossen. Dadurch wird die aus
Walzring 2, Druckring 12 und Zentrierhülse 11 bestehende Einheit um einige Millimeter
in Richtung zur Mutter 25 hin verschoben. Der Druck am Anschluß 9 wird abgelassen.
Die Mutter 25 und die aus Walzring 2, Druckring 12 und Zentrierhülse 11 bestehende
Einheit wird abgenommen.
1. Walzvorrichtung mit einer fliegend gelagerten Welle (1), einem auf der Welle (1) angeordneten
Walzring (2), einer Einrichtung zum axialen Spannen des Walzrings (2), die eine erste
hydraulische Spanneinrichtung (28) und eine mechanische Einrichtung (31) zum Aufrechterhalten
der axialen Spannung umfaßt, und einer konischen, durch eine Feder (15) in Eingriff
gepreßten Zentrierhülse (11) zwischen Walzring (2) und Welle (1), dadurch gekennzeichnet, daß eine von der ersten hydraulischen Spanneinrichtung (28) unabhängige, zweite hydraulische
Einrichtung (19 bis 23) zum Vorspannen der Feder (15) vorgesehen ist.
2. Walzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Feder (15) und die zweite hydraulische Einrichtung (18 bis 23) in einem Druckring
(12) angeordnet sind, der sich zwischen dem Walzring (2) und der Einrichtung (25,
8, 31) zum axialen Spannen des Walzrings (2) befindet.
3. Walzvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite hydraulische Einrichtung (18 bis 23) auch zum Zurückziehen der Zentrierhülse
(11) im Verhältnis zum Walzring (2) ausgebildet ist.
4. Walzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die mechanische Einrichtung zum Aufrechterhalten der axialen Spannung eine auf einem
Wellengewinde (26) verschraubbare Mutter (25) und einen den hydraulisch erzeugten
Abstand zwischen der Mutter (25) und einem Druckring (12) schließenden Spannring (31)
umfaßt, wobei die erste hydraulische Spanneinrichtung (28) zwischen der Mutter (25)
und dem Druckring (12) wirkend angeordnet ist.
5. Verfahren zum Montieren einer Walzringanordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Feder (15) in bezug auf den Druckring (12) durch die zweite hydraulische Einrichtung
(18 bis 23) gespannt wird, danach die Mutter (25) fest gegen den Druckring (12) gedreht,
danach die zweite hydraulische Einrichtung (18 bis 23) entspannt und danach der Walzring
(2) mittels der ersten hydraulischen Einrichtung (28) und dem Spannring (31) axial
gespannt wird.
6. Verfahren zum Montieren einer Walzringanordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Zentrierhülse (11) in bezug auf den Walzring (2) durch die zweite hydraulische
Einrichtung (18 bis 23) zurückgezogen, danach die erste hydraulische Einrichtung (28)
gespannt, der Spannring (31) gelöst und die erste hydraulische Einrichtung (28) entspannt
anschließend die Walzringanordnung von der Welle (1) abgenommen wird.