[0001] Die Erfindung geht aus von einer Aufzugsanlage mit im Aufzugsschacht angeordneter
Antriebseinheit und Steuerungseinheit nach dem Oberbegriff des ersten Anspruches.
[0002] Üblicherweise wurden für Aufzugsanlagen spezielle Maschinenräume verwendet, welche
insbesondere die Antriebseinheit und die Steuerungseinheit aufnahmen. Dies bedingte
jedoch einen zusätzlichen Maschinenraum, z.B. auf dem Dach des Gebäudes, was erhebliche
zusätzliche Kosten verursachte. Deshalb wurden Aufzugsanlagen vorgeschlagen, welche
keinen separaten Maschinenraum aufweisen, indem die Antriebseinheit und die Steuerungseinheit
im Schachtraum angeordnet wurde.
[0003] Die EP 0 710 618 B1 zeigt eine solche Ausführung mit einen Antriebsscheibenaufzug,
bei dem sich die Aufzugskabine entlang von Aufzugsführungsschienen bewegt. Die Antriebsmaschineneinheit
ist am oberen Ende der Führungschienen auf einem Träger ausserhalb des Fahrweges der
Aufzugkabine angeordnet. Auf dem Träger ist ebenfalls die Stromversorgung und die
Steuerung des Aufzuges angeordnet. Bei Wartungsarbeiten an einem solchen Aufzug, welche
aus Sicherheitsgründen regelmässig oder im Störungsfall vorgenommen werden müssen,
ist es jedoch durch die starre Anordnung und den geringen Platz im Schachtkopf sehr
schwierig, die Steuerung des Aufzuges auszubauen und zu überprüfen.
[0004] Gemäss der US 6,230,845 B1 wurde nun vorgeschlagen, den Steuerungskasten im Schachtraum
an einer nicht von der Aufzugkabine durchfahrenen Position anzuordnen. Mit Hilfe eines
Mechanismus ist der Steuerungskasten zur Schachttüre hin verschwenkbar und damit von
ausserhalb des Schachtraumes vom Stockwerk her zugänglich. In einer der dort beschriebenen
Ausführungsformen sind am Steuerungskasten zwei Schalter angeordnet. Der Eine dient
dazu, bei korrektem Einklappen des Steuerungskasten in den Schachtraum den Lift für
die Benutzung freizugeben. Der Andere dient dazu, bei herausgeklapptem Steuerungskasten
den Aufzug für eine bedingte Benutzung freizugeben. Diese Anordnung ist jedoch relativ
kompliziert und dadurch teuer. Zudem ist die Sicherheit einer solchen Anordnung nicht
immer gewährleistet, da unbefugte Personen von Aussen auf die Steuerung zugreifen
können.
[0005] Gemäss der FR 2 792 467 wurde vorgeschlagen, den Steuerungskasten ausserhalb des
Aufzugschachts an der Gebäudedecke neben der Schachttüre anzubringen. Der Steuerungskasten
ist in der Form einer Klapptüre nach unten verschwenkbar, wodurch die Steuerungskomponenten
für Wartungsarbeiten zugänglich werden. Dies erlaubt jedoch auch den Zugriff von nicht
berechtigten Personen, was die Sicherheit der Anlage beeinträchtigt. Zudem werden
wegen der ausserhalb des Aufzugschachts angeordnete Steuerung zusätzliche Leitungen
und ein relativ komplizierter Steuerungskasten benötigt, was die Anlagekosten erhöht.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Aufzugsanlage mit im Aufzugsschacht
angeordneter Antriebseinheit und Steuerungseinheit der eingangs genannten Art, eine
einfache Wartung der Steuerungseinheit bei höchstmöglicher Sicherheit und möglichst
günstigen Anlagekosten zu gewährleisten.
[0007] Erfindungsgemäss wird dies durch die Merkmale des ersten Anspruches erreicht.
[0008] Kern der Erfindung ist es also, dass die Steuerungseinheit über Mittel von der Betriebsposition
in eine nur innerhalb des Aufzugsschachtes zugängliche Wartungsposition bringbar ist.
[0009] Die Vorteile der Erfindung sind unter anderem darin zu sehen, dass die Steuerungseinheit
innerhalb des Aufzugschachtes in eine leicht zugängliche Wartungsposition gebracht
werden kann, die jedoch nur innerhalb des Schachtes zugänglich ist. Dadurch werden
die Nachteile des Standes der Technik überwunden, da einerseits die Steuerungseinheit
wie auch die Antriebseinheit leicht zugänglich sind und andererseits eine hohe Sicherheit
gewährleistet werden kann, da unbefugte Personen keinen Zugang von aussen zur Steuerungseinheit
haben. Weiter ist die erfindungsgemässe Ausführung im Vergleich zu bekannten Anordnungen
sehr kostengünstig.
[0010] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0011] Es ist vorteilhaft, die Steuerungseinheit über einen Klappmechanismus herunterzuklappen
und so den Zugang zur Steuerungseinheit und zur Antriebseinheit zu ermöglichen.
[0012] So ist es zweckmässig, wenn die Steuerungseinheit und die Antriebseinheit als eine
kompakte Einheit ausgebildet werden, da dadurch der Einbau vereinfacht und die Bauhöhe
reduziert werden kann.
[0013] Es ist zudem besonders vorteilhaft, dass durch die Steuerungseinheit in Wartungsposition
ein bereits vorhandener Notendschalter betätigt wird und die Kabine blockiert. Somit
kann die Kabine nicht mehr nach oben bewegt werden, wodurch das Wartungspersonal vor
einem unbeabsichtigten Fahren der Kabine geschützt wird. Die bekannten und bisher
verwendeten zusätzlichen Sicherheitsund / oder Überwachungskontakte müssen deshalb
nicht mehr verwendet werden.
[0014] Im folgenden werden anhand der Zeichnungen Ausführungsbeispiele der Erfindung näher
erläutert. Alle für das unmittelbare Verständnis der Erfindung unwesentlichen Merkmale
sind fortgelassen worden. Gleiche Elemente sind in den verschiedenen Figuren mit den
gleichen Bezugszeichen versehen. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht eines Schachtes einer Aufzugsanlage;
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf die Steuerungseinheit und die Antriebseinheit der Aufzugsanlage
gemäss Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Seitenansicht eines Schachtes einer Aufzugsanlage mit einer heruntergeklappten
Steuerungseinheit.
[0015] Es sind nur die für das Verständnis der Erfindung wesentlichen Elemente gezeigt.
Nicht gezeigt sind beispielsweise die Seile zum Bewegen der Aufzugskabine sowie elektrische
Leitungen.
[0016] Gemäss Fig. 1 ist in einem selbsttragenden Aufzugsschacht 2 eine Aufzugsanlage 1
angeordnet. Diese Aufzugsanlage 1 umfasst im wesentlichen eine Aufzugskabine 3, eine
Antriebseinheit 4, eine Steuerungseinheit 5 und eine Führungsstruktur 7. Die Antriebseinheit
4 ist über eine Motorlagerplatte 6 mit der Führungsstruktur 7 verbunden. Die Steuerungseinheit
5 enthält Steuerungskomponenten 8, welche beispielsweise als Module steckbar in die
Steuerungseinheit eingebracht werden können. Die Steuerungseinheit 5 ist über einen
Klappmechanismus 11 und eine Einklinkung 10 mit der Antriebseinheit 4 verbunden. Als
Klappmechanismus kann beispielsweise ein bekanntes Scharnier oder Drehgelenk verwendet
werden. Die Antriebseinheit 4 und die Steuerungseinheit 5 bilden eine kompakte Einheit,
was den Einbau in den Aufzugsschacht vereinfacht. Die Aufzugskabine 3 ist im Schacht
2 mittels der Antriebseinheit 4 nach unten und oben bewegbar, um Personen oder Güter
zu transportieren. Im oberen Bereich der Kabine ist eine Kurve 12 angeordnet, die
beim Hochfahren einen Notendschalter 9 überfährt, wodurch die Steuerungseinheit die
Antriebseinheit stillsetzt und somit die Kabine zum Stillstand bringt. Dadurch wird
verhindert, dass die Aufzugskabine über das oberste Stockwerk hinaus fährt.
[0017] Fig. 2 zeigt eine Draufsicht auf die Antriebseinheit 4, welche über den Klappmechanismus
11 und die Einklinkung 10 mit der Steuerungseinheit 5 verbunden ist. In der Steuerungseinheit
5 können mehrere Steuerungskomponenten 8 angeordnet werden. Die Einklinkung 10 kann
dabei durch ein an der Steuerungseinheit 5 angeordnetes Klinkelement 10a mit einer
Ausnehmung und ein in dieses Klinkelement 10a eingreifendes, an der Antriebseinheit
angeordnetes, weiteres Klinkelement 10b erfolgen.
[0018] Fig. 3 zeigt die Steuerungseinheit 5 in Wartungsposition. Das Wartungspersonal fährt
dazu die Aufzugskabine 2 in eine für die Wartung geeignete Position und öffnet eine
nicht gezeigte Luke im Kabinendach. Durch leichtes Anheben der Steuerungseinheit 5
wird mittels der Klinkelemente 10a, 10b die Einklinkung gelöst und die Steuerungseinheit
5 nach unten geklappt. Dabei wird durch die Unterseite der Steuerungseinheit 5 der
Notendschalter 9 betätigt und die Kabine blockiert. Zur Betätigung des Schalters kann
an der Steuerungseinheit 5 eine nicht dargestellte Kurve montiert werden. Somit kann
die Kabine 3 nicht mehr nach oben bewegt werden, wodurch das Wartungspersonal vor
einem unbeabsichtigten Fahren der Kabine geschützt wird. Die bekannten zusätzlichen
Sicherheits- und / oder Überwachungskontakte müssen deshalb nicht mehr verwendet werden.
Die heruntergeklappte Steuerungseinheit 5 ermöglicht nun dem Wartungspersonal, die
Steuerungskomponenten 8 zu warten und / oder zu ersetzen. Weiter wird durch die heruntergeklappte
Steuerungseinheit 5 der Zugang zur Antreibseinheit 4 frei, welche ebenfalls gewartet
werden kann. Nach erfolgter Wartung wird die Steuerungseinheit 5 wieder nach oben
geklappt und über die Klinkelemente 10a, 10b eingerastet. Durch das Hochklappen wird
der Notendschalter 9 und der Sicherheitskreis freigegeben, die Steuerungseinheit gibt
die Antriebseinheit wieder frei und die Kabine kann bewegt werden. Eine weitere Steigerung
der Sicherheit von Wartungspersonal kann erreicht werden, indem ein unbeabsichtigtes
Fahren bzw. Bewegen der Kabine nach einem Wiederfreigeben des Notendschalters 9 dadurch
verhindert wird, dass der Wartungsbetriebsmodus manuell wider freigeschaltet werden
muss.
[0019] Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf das gezeigte und beschriebene Ausführungsbeispiel
beschränkt. Das hochund herunterklappen der Steuerungseinheit 5 kann auch durch andere
Vorrichtungen als der genannte Klappmechanismus erfolgen. Die Einklinkung der Steuerungseinheit
in der Betriebsposition kann auch durch andere Mittel erfolgen.
1. Aufzugsanlage (1) mit im Aufzugsschacht (2) angeordneter Antriebseinheit (4) und Steuerungseinheit
(5), wobei mittels der Antriebseinheit (4) eine im Aufzugsschacht (2) geführte Aufzugskabine
(3) bewegt werden kann und wobei die Steuerungseinheit (5) in einer Betriebsposition
angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinheit (5) über Mittel (10, 11) von der Betriebsposition in eine nur
innerhalb des Aufzugsschachtes (2) zugängliche Wartungsposition bringbar ist.
2. Aufzugsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinheit (5) mittels eines Klappmechanismus (11) von der Betriebsposition
in die nur innerhalb des Aufzugsschachtes (2) zugängliche Wartungsposition schwenkbar
ist.
3. Aufzugsanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit (4) und die Steuerungseinheit (5) als eine kompakte Einheit ausgebildet
sind.
4. Aufzugsanlage nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit (4) und die Steuerungseinheit (5) am oberen Ende des Schachtes
und / oder einer Führungsstruktur (7) angeordnet sind.
5. Aufzugsanlage nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit (4) und die Steuerungseinheit (5) mittels einer Motorlagerplatte
(6) an der Führungsstruktur (7) befestigt ist.
6. Aufzugsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Notendschalter (9) so angeordnet ist, dass er bei in Wartungsposition angeordneter
Steuerungseinheit (5) betätigbar ist, um die Aufzugskabine (3) zu blockieren.