(19)
(11) EP 1 312 704 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
01.12.2004  Patentblatt  2004/49

(21) Anmeldenummer: 02023162.7

(22) Anmeldetag:  17.02.2001
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7D01H 5/86, D01H 5/72, D01H 5/26

(54)

Streckwerk für eine Spinnereimaschine

Drawing frame for a spinning machine

Dispositif d'étirage dans une machine de filature


(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE IT LI

(30) Priorität: 24.02.2000 DE 10008610

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
21.05.2003  Patentblatt  2003/21

(62) Anmeldenummer der früheren Anmeldung nach Art. 76 EPÜ:
01103901.3 / 1127966

(73) Patentinhaber: Saurer GmbH & Co. KG
41069 Mönchengladbach (DE)

(72) Erfinder:
  • Artzt, Peter, Dr.
    72766 Reutlingen (DE)
  • Steinbach, Günter
    72770 Reutlingen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-A- 4 426 249
DE-A- 19 815 325
DE-A- 19 547 462
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Streckwerk für eine Spinnereimaschine, mit einer pneumatischen Verdichtungseinrichtung, welche ein Transportmittel mit Perforationen und eine über eine Saugöffnung damit verbundene Absaugvorrichtung aufweist, die sich auf der einem Faserverband abgewandten Seite des Transportmittels zwischen mindestens einer Ausgangswalze und einer Liefervorrichtung erstreckt, wobei im Wirkungsbereich der Saugöffnung, der Absaugvorrichtung gegenüberliegend, ein Abschirmelement angeordnet ist.

    [0002] Zum Stand der Technik zählt bereits eine derartige Konstruktion (DE 198 15 325 A1), bei welcher zwischen einem Streckwerk und einer Drehungserteilungs- und Aufwindevorrichtung ein perforiertes Verdichtungselement angeordnet ist, über dem sich ein Schirm befindet. Bei dieser Konstruktion bildet die als perforierte Saugwalze ausgebildete Ausgangsunterwalze das Verdichtungselement. Dabei hat der vorgenannte Schirm umlenkende Funktionen und soll die Luftströmung derart beeinflussen, daß diese von beiden Seiten auf den Faserverband einwirkt und dadurch die Garnqualität verbessert. Diese Schirme erfordern gesonderte Halteelemente, die das Einlegen eines Faserbandes in die Faserbündelungszone behindern.

    [0003] Entsprechend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, bei einem pneumatischen Verdichtungsstreckwerk der eingangs genannten Art das Einlegen der Faserbände in die Faserbündelungszone zu erleichtern.

    [0004] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß das Abschirmelement unmittelbar an der Absaugvorrichtung angeordnet ist, wobei das Abschirmelement einen nach außen offenen Bereich begrenzt, in den ein Faserverband von außen einführbar ist. Dadurch, daß das Abschirmelement an der das Verdichtungselement führenden Absaugvorrichtung angeordnet ist, sind keine gesonderten Halteglieder erforderlich und der richtige Abstand zwischen Abschirmelement und Verdichtungselement ist stets gewährleistet.

    [0005] Bevorzugt ist vorgesehen, daß das Abschirmelement als federnde Zunge ausgebildet und endseitig mit einem Abschlußprofil versehen ist, das den offenen Bereich außenseitig abdeckt. Zum leichten Einfädeln eines Faserverbandes beim Anspinnen oder zum Wechseln des Transportmittels, beispielsweise eines perforierten Riemchens, können die Abschirmelemente zurück gedrückt und der Faserverband in den offenen Bereich eingeführt bzw. ein altes Riemchen entnommen und ein neues eingesetzt werden. Die Federkraft der Abschirmelemente kann so bemessen werden, daß sie allein durch die beim Anspinnen vorhandene Fadenzugkraft geöffnet und anschließend als Folge der Federwirkung selbsttätig wieder geschlossen werden.

    [0006] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles näher beschrieben. In der Zeichnung zeigen:
    Fig. 1
    einen Querschnitt durch ein Streckwerk mit Verdichtungsvorrichtung und Abschirmelement;
    Fig. 2
    den senkrechten Schnitt durch die Verdichtungsvorrichtung in Schließstellung in der Faserbündelungszone;
    Fig. 3
    den Schnitt durch die Verdichtungsvorrichtung in Anspinnstellung in Schnittebene wie in Fig. 2.


    [0007] In Figur 1 ist ein Streckwerk 1 für eine Spinnereimaschine zum Bündeln eines in dem Streckwerk zu verziehenden Faserverbandes 2 dargestellt. Das Streckwerk 1 weist drei Walzenpaare 5, 6 und 10 auf. Im Bereich zwischen dem zweiten Walzenpaar 6 und dem Ausgangswalzenpaar 10 findet der Hauptverzug des Faserverbandes 2 statt.

    [0008] An das Ausgangswalzenpaar 10 schließt sich eine pneumatische Verdichtungseinrichtung 30 an, der eine Liefervorrichtung 35 in Form eines weiteren Walzenpaares nachgeordnet ist. Der Bereich zwischen dem Ausgangswalzenpaar 10 und der Liefervorrichtung 35 stellt eine sog. Faserbündelungszone dar. In dieser Zone wird der das Ausgangswalzenpaar 10 des Streckwerks 1 verlassende Faserverband 2 über die entsprechende Länge einem quer zur Transportrichtung gerichteten Saugluftstrom ausgesetzt. Hierzu kann ein mit einer Perforationsspur 45 versehenes Transportmittel 15, beispielsweise ein Riemchen, Anwendung finden.

    [0009] Die Verdichtungsvorrichtung 30 umfaßt des weiteren eine Saugöffnung 22 und eine damit verbundene Absaugvorrichtung 25, welche sich auf der dem Faserverband 2 abgewandten Seite des Transportmittels 15 zwischen dem Ausgangswalzenpaar 10 und der Liefervorrichtung 35 erstreckt. Diese Absaugvorrichtung 25 weist einen Saugschuh 26 auf, über welchen das Transportmittel, nämlich das perforierte Riemchen 15, geführt ist. Der Saugschuh 26 steht mit einer Absaugleitung 27 in Verbindung, die an eine nicht näher dargestellte Unterdruckquelle angeschlossen ist.

    [0010] Gemäß Fig. 1 ist im Wirkungsbereich der Saugöffnung 22, der Absaugvorrichtung 25 gegenüberliegend, ein großflächig ausgebildetes Abschirmelement 40 angeordnet, das erfindungsgemäß an der Absaugvorrichtung 25 befestigt ist.

    [0011] FIG 2 zeigt das Abschirmelement 40 in Schließstellung, d. h. der Faserverband 2 befindet sich in einem nach außen öffenbaren Bereich 42 des Abschirmelements 40. Zu diesem Zweck besteht das Abschirmelement 40 aus einer federnden Zunge 47, die endseitig ein Abschlußprofil 48 aufweist, das den offenen Bereich 42 außenseitig abdeckt.

    [0012] Zum Einlegen eines Faserverbandes 2 in die Faserbündelungszone im Bereich 42 wird der Faserverband an der seitlichen - in den Figuren 2 und 3 linken - Außenfläche des Saugschuhs 26 nach unten geführt, wobei er sich an das Abschlußprofil 48 anlegt und die federnde Zunge 47 nach unten weg drückt. Dadurch wird der Bereich 42 geöffnet und der Faserverband kann in ihn einlaufen. Sobald er an dem Abschlußprofil 48 vorbei gelaufen ist, federt die Zunge 47 zurück und schließt den Bereich 42 wieder. Zum Einlegen eines Faserverbandes ist demnach nur eine Hand erforderlich. Zum Wechseln eines das Transportmittel 15 darstellenden Riemchens wird die federnde Zunge 47 am Abschlußprofil 48 von Hand nach unten weg gedrückt, so daß das alte Riemchen entnommen und ein neues eingelegt werden kann.

    [0013] Durch das großflächige Abschirmelement 40 wird die Saugluftströmung in vorteilhafter Weise optimiert, wobei gleichzeitig der Energiebedarf zur Erzeugung des erforderlichen Unterdrucks sinkt. Trotz dieser vorteilhaften Wirkung ist die Bedienung des Streckwerks, insbesondere das Einfädeln beim Anspinnen, beim Wechseln von Riemchen und beim Durchführen von Reinigungsarbeiten nicht behindert. Darüber hinaus wird erheblich der Aufwand zur Einstellung und Justierung der Abschirmelemente verhindert.


    Ansprüche

    1. Streckwerk (1) für eine Spinnereimaschine, mit einer pneumatischen Verdichtungseinrichtung (30), welche ein Transportmittel (15) mit Perforationen (45) und eine über eine Saugöffnung (22) damit verbundene Absaugvorrichtung (25) aufweist, die sich auf der einem Faserverband (2) abgewandten Seite des Transportmittels (15) zwischen mindestens einer Ausgangswalze und einer Liefervorrichtung (35) erstreckt, wobei im Wirkungsbereich der Saugöffnung (22), der Absaugvorrichtung (25) gegenüberliegend, ein Abschirmelement (40) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß das großflächig ausgebildete Abschirmelement (40) unmittelbar an der Absaugvorrichtung (25) befestigt ist.
     
    2. Streckwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Abschirmelement (40) einen nach außen öffenbaren Bereich (42) aufweist.
     
    3. Streckwerk nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der öffenbare Bereich (42) durch eine federnde Zunge (47) überdeckt ist.
     
    4. Streckwerk nach Anspruch 3, die federnde Zunge (47) endseitig ein Abschlußprofil (48) aufweist, welche den öffenbaren Bereich (42) außenseitig abdeckt.
     


    Claims

    1. Drawframe (1) for a spinning machine, with a pneumatic condensing device (30), which has a transport means (15) with perforations (45) and a suck-off device (25) which is connected to it via a suction orifice (22) and extends, on that side of the transport means (15) which faces away from a fibre composite (2), between at least one withdrawal roller and a delivery device (35), a screening-off element (40) being arranged, opposite the suck-off device (25), in the region of action of the suction orifice (22), characterized in that the screening-off element (40), designed with a large area, is fastened directly to the suck-off device (25).
     
    2. Drawframe according to Claim 1, characterized in that the screening-off element (40) has an outwardly openable region (42).
     
    3. Drawframe according to Claim 2, characterized in that the openable region (42) is covered by a resilient tongue (47).
     
    4. Drawframe according to Claim 3, characterized in that the resilient tongue (47) has, on the end face, a closing-off profile (48) which covers the openable region (42) on the outside.
     


    Revendications

    1. Dispositif d'étirage (1) pour une machine de filature, comprenant un dispositif de condensation pneumatique (30) qui présente un moyen de transport (15) avec des perforations (45) et un dispositif d'aspiration (25) associé à celui-ci par le biais d'une ouverture d'aspiration (22), le dispositif d'aspiration (25) s'étendant du côté du moyen de transport (15) opposé au matériau fibreux (2) entre au moins un cylindre de sortie et un dispositif d'alimentation (35), un élément de protection (40) étant disposé en face du dispositif d'aspiration (25), dans la région d'action de l'ouverture d'aspiration (22), caractérisé en ce que l'élément de protection (40) réalisé avec une grande surface est fixé directement au dispositif d'aspiration (25).
     
    2. Dispositif d'étirage selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'élément de protection (40) présente une région (42) pouvant être ouverte vers l'extérieur.
     
    3. Dispositif d'étirage selon la revendication 2, caractérisé en ce que la région (42) pouvant être ouverte est recouverte par une langue élastique (47).
     
    4. Dispositif d'étirage selon la revendication 3, caractérisé en ce que la langue élastique (47) présente du côté de son extrémité un profil de terminaison (48) qui recouvre du côté extérieur la région (42) pouvant être ouverte.
     




    Zeichnung