[0001] Die Erfindung betrifft einen Zweistoff-Injektor, insbesondere für Brennkraftmaschinen,
mit einem Düsenkörper, der einen Düsenaustritt aufweist, nach der im Oberbegriff von
Anspruch 1 näher definierten Art.
[0002] Derartige Zweistoff-Injektoren werden beispielsweise bei Brennkraftmaschinen dafür
verwendet, in der Startphase einen anderen Kraftstoff in die Brennräume einzuspritzen
als im normalen Betrieb. Meist wird für den Start der Brennkraftmaschine ein niedrig
siedender Kraftstoff eingespritzt, wodurch es möglich ist, erheblich schärfere Abgasgrenzwerte
als bei üblichem Einspritzverfahren einzuhalten. Der prinzipielle Vorteil der dabei
zum Einsatz kommenden Zweistoff-Injektoren sind die sehr geringen Änderungen, die
an der Brennkraftmaschine selbst vorgenommen werden müssen sowie die Tatsache, daß
die Verkabelung und die Ansteuerung der Brennkraftmaschine vollständig übernommen
werden kann.
[0003] Die DE 39 09 750 C2 beschreibt eine ähnliche Vorgehensweise in Form einer Starthilfe
für eine Brennkraftmaschine.
[0004] Ein gattungsgemäßer Zweistoff-Injektor ist aus der DE 199 59 851 A1 bekannt. Hierbei
ist in einer Kammer des Düsenkörpers ein Schieber angeordnet, der in Abhängigkeit
von seiner Position entweder den ersten Zufuhrkanal oder den zweiten Zufuhrkanal an
den Düsenaustritt ankoppelt.
[0005] Ein Nachteil dieses Injektors ist die Tatsache, daß sich der Startkraftstoff und
der für den normalen Betrieb verwendete Kraftstoff sehr leicht vermischen können und
insbesondere, daß sich nach dem Abstellen der Brennkraftmaschine und somit vor dem
nächsten Start derselben noch normaler Kraftstoff im Bereich des Düsenaustritts befindet,
was unweigerlich dazu führt, daß dieser normale Kraftstoff während des ersten Einspritzvorgangs
in den Brennraum eingespritzt wird.
[0006] Dies wirkt jedoch dem eigentlichen Sinn dieser Injektoren entgegen, nämlich bereits
beim Start der Brennkraftmaschine den dafür vorgesehenen Startkraftstoff in die Brennräume
einzuspritzen. Des weiteren hat sich dieser Schieber in der Praxis insbesondere im
Hinblick auf seine Abdichtung und sein Ansprechverhalten als ungeeignet erwiesen.
[0007] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Zweistoff-Injektor zu schaffen,
der sicherstellt, daß bereits während des ersten Einspritzvorgangs ausschließlich
die eigens dafür vorgesehene zweite Flüssigkeit über den Düsenaustritt ausgegeben
wird. Des weiteren soll der erfindungsgemäße Zweistoff-Injektor einen einfachen Aufbau
besitzen und dabei eine hohe Zuverlässigkeit aufweisen.
[0008] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die in Anspruch 1 genannten Merkmale gelöst.
[0009] Durch die erfindungsgemäßen Bohrungen, die den zweiten Zufuhrkanal mit dem Flüssigkeitsraum
oder dem ersten Zufuhrkanal verbinden und so angeordnet sind, daß die zweite Flüssigkeit
in dem Flüssigkeitsraum oder dem ersten Zufuhrkanal eine Drallströmung erzeugt, kann
beispielsweise bei der Verwendung des erfindungsgemäßen Zweistoff-Injektors in einer
Brennkraftmaschine der Startkraftstoff durch die entstehende Drallströmung den sich
eventuell noch in dem Flüssigkeitsraum oder dem ersten Zufuhrkanal befindlichen normalen
Kraftstoff bzw. im allgemeinen Fall die erste Flüssigkeit von dem Düsenaustritt verdrängen,
ohne sich mit demselben zu vermischen, so daß sich ausschließlich der Startkraftstoff
in der Nähe des Düsenaustritts befindet und beim ersten Abheben der Ventilnadel ausschließlich
der Startkraftstoff bzw. die zweite Flüssigkeit über den Düsenaustritt ausgegeben
wird.
[0010] Auf diese Weise wird mit sehr geringem konstruktivem Aufwand, insbesondere ohne die
Bewegung mechanischer Bauteile im Inneren des Injektors, ein äußerst funktioneller
Zweistoff-Injektor geschaffen, der insbesondere beim Einsatz in Brennkraftmaschinen
bereits während des Startvorgangs für die Erzeugung einer sehr geringen Schadstoffmenge
sorgt und es dadurch ermöglicht, sehr niedrige Abgasgrenzwerte einzuhalten.
[0011] Selbstverständlich kann der erfindungsgemäße Zweistoff-Injektor auch in anderen Anwendungen
zum Einsatz kommen, wie z.B. bei Klimatisierungsanlagen, Befeuchtern oder auch Reformern
von Brennstoffzellen.
[0012] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den
Unteransprüchen sowie aus dem nachfolgend anhand der Zeichnung prinzipmäßig dargestellten
Ausführungsbeispiel.
[0013] Es zeigt:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch einen erfindungsgemäßen Zweistoff-Injektor;
- Fig. 2
- eine vergrößerte Darstellung nach der Linie II-II aus Fig. 1; und
- Fig. 3
- einen Schnitt nach der Linie III-III aus Fig. 2.
[0014] Fig. 1 zeigt einen Schnitt durch einen Zweistoff-Injektor 1, der beispielsweise zum
Einspritzen von Kraftstoff in einen nicht dargestellten Brennraum einer ebenfalls
nicht dargestellten Brennkraftmaschine dienen kann. Nachfolgend wird daher der Einsatz
des Zweistoff-Injektors 1 bei einer Brennkraftmaschine beschrieben, es ist jedoch
auch möglich, denselben bei Klimatisierungsanlagen, Befeuchtern, Reformern von Brennstoffzellen
oder ähnlichem zu verwenden.
[0015] Der Zweistoff-Injektor 1 weist einen Düsenkörper 2 auf, der an seinem vorderen Ende
mit einem Düsenaustritt 3 versehen ist. Im Betrieb des Zweistoff-Injektors 1 wird
durch den Düsenaustritt 3 Kraftstoff in den jeweiligen Brennraum der Brennkraftmaschine
eingespritzt. In dem Düsenkörper 2 ist eine Ventilnadel 4 beweglich gelagert, welche
dafür vorgesehen ist, den Düsenaustritt 3 in an sich bekannter Weise zu öffnen bzw.
zu schließen, um einen Einspritzvorgang auszuführen. Zwischen der Ventilnadel 4 und
einem Gehäuseteil 5, der Bestandteil des Düsenkörpers 2 ist, ist ein Flüssigkeitsraum
6 ausgebildet, in dem sich die Flüssigkeit vor ihrem Austritt aus dem Zweistoff-Injektor
1 durch den Düsenaustritt 3 sammelt.
[0016] Im Inneren des Düsenkörpers 2 verläuft ein erster Zufuhrkanal 7, der zu dem Flüssigkeitsraum
6 hin mehrere Schlitze 8 und mehrere Öffnungen 9 aufweist. Durch die Schlitze 8 und
die Öffnungen 9 kann eine erste Flüssigkeit, im vorliegenden Fall der für den normalen
Betrieb der Brennkraftmaschine vorgesehene Kraftstoff, in den Flüssigkeitsraum 6 eintreten.
Die Ventilnadel 4 weist einen Innenraum 4a auf, der einen Teil des ersten Zufuhrkanals
7 bildet und durch den im Betrieb die erste Flüssigkeit geleitet wird.
[0017] Der Zweistoff-Injektor 1 weist des weiteren einen zweiten Zufuhrkanal 10 auf, der
an dem Düsenkörper 2 angebracht ist und zur Zufuhr einer zweiten Flüssigkeit zu dem
Düsenaustritt 3 dient. Prinzipiell können der erste Zufuhrkanal 7 und der zweite Zufuhrkanal
10 in beliebiger Weise zueinander angeordnet sein, um eine Anströmung an den Düsenaustritt
3 zu erreichen. Beim beschriebenen Einsatz in einer Brennkraftmaschine handelt es
sich bei der zweiten Flüssigkeit um einen in der Startphase eingesetzten Startkraftstoff,
der einen relativ niedrigen Siedepunkt aufweist. Die jeweilige Flüssigkeit gelangt
aus nicht dargestellten Behältern in die beiden Zufuhrkanäle 7 und 10.
[0018] Von dem zweiten Zufuhrkanal 10 führen im vorliegenden Fall drei durch das Gehäuseteil
5 verlaufende Bohrungen 11 zu dem Flüssigkeitsraum 6, die derart in den Flüssigkeitsraum
6 münden, daß die zweite Flüssigkeit dort eine Drallströmung erzeugt. Diese Drallströmung
in dem Flüssigkeitsraum 6 wird im vorliegenden Fall dadurch erreicht, daß die drei
hier um einen Winkel von ca. 120° gegeneinander versetzt angeordneten Bohrungen 11
jeweils annähernd tangential zu der inneren Wandung des Gehäuseteils 5 verlaufen.
Auf diese Weise strömt die zweite Flüssigkeit an dieser inneren Wandung entlang in
den Flüssigkeitsraum 6 ein und bewegt sich in Richtung des Pfeiles A innnerhalb des
Flüssigkeitsraumes 6. Durch die nur annähernd und nicht vollständig tangentiale Anordnung
der Bohrungen 11 werden potentielle Toleranz- und Fertigungsprobleme bei der Herstellung
derselben verhindert.
[0019] Die so erzeugte Drallströmung verdrängt die erste Flüssigkeit, die sich zum Zeitpunkt
der Einleitung der zweiten Flüssigkeit noch in dem Flüssigkeitsraum 6 befinden kann,
entgegen der Einspritzrichtung nach oben weg, und zwar, ohne sich mit derselben zu
vermischen. Auf diese Weise wird, wenn vor dem ersten Öffnen des Düsenaustritts 3
die zweite Flüssigkeit über den zweiten Zufuhrkanal 10 in den Flüssigkeitsraum 6 eingeleitet
wird, verhindert, daß die erste Flüssigkeit den Zweistoff-Injektor 1 durch den Düsenaustritt
3 verlassen kann. Vielmehr wird sichergestellt, daß bereits bei diesem ersten Öffnen
ausschließlich die zweite Flüssigkeit den Düsenaustritt 3 verläßt und auf diese Weise
nur der eigens für diesen Zweck vorgesehene Startkraftstoff in den Brennraum der Brennkraftmaschine
eingespritzt wird.
[0020] Außerhalb des Gehäuseteils 5 befindet sich ein teilringförmig ausgebildeter Raum
12, der sich an den zweiten Zufuhrkanal 10 anschließt und von dem die Bohrungen 11
ausgehen. Der Raum 12, der für eine gleichmäßige Verteilung der zweiten Flüssigkeit
auf die einzelnen Bohrungen 11 sorgt, könnte gegebenenfalls auch mit einem vollständig
ringförmigen Querschnitt ausgeführt sein. Selbstverständlich wäre es in diesem Zusammenhang
auch mögliche eine andere Anzahl an Bohrungen 11 in dem Gehäuseteil 5 anbringen.
[0021] Um ein Variieren der in dem ersten Zufuhrkanal 7 verdrängbaren Kraftstoffmenge zu
ermöglichen, ist in einer zu dem ersten Zufuhrkanal 7 führenden Zufuhrleitung 7a ein
schaltbares Ventil 13, beispielsweise ein 2/2-Wegeventil angeordnet. Das Ventil 13
sorgt des weiteren dafür, daß der Startkraftstoff nicht in die Zufuhrleitung 7a gelangen
kann, wobei das oben beschriebene Spülen des Flüssigkeitsraumes 6 durch eine entsprechende
Schaltstellung des Ventils 13 ermöglicht wird.
[0022] In dem zweiten Zufuhrkanal 10 befindet sich ein Rückschlagventil 14, das den Durchfluß
der zweiten Flüssigkeit in Richtung des Düsenaustritts 3 ermöglicht und den Eintritt
der ersten Flüssigkeit in den zweiten Zufuhrkanal 10 verhindert. Neben einem Ventilkörper
15 weist das Rückschlagventil 14 ein Federelement 16 auf, dessen Federkonstante an
das Siedeverhalten der zweiten Flüssigkeit angepaßt ist, wodurch verhindert wird,
daß im warmen Zustand der Brennkraftmaschine und bei entsprechendem Dampfdruck der
zweiten Flüssigkeit dieselbe unkontrolliert in den Flüssigkeitsraum 6 eindringen kann.
[0023] Nach dem Abstellen der Brennkraftmaschine verbleibt die erste Flüssigkeit im Bereich
des Düsenaustritts 3, wobei durch die Tatsache, daß die erste Flüssigkeit bei gleicher
Temperatur im Vergleich mit der zweiten Flüssigkeit einen deutlich niedrigeren Dampfdruck
aufweist, die Leckage im Bereich des Düsenaustritts 3 deutlich geringer ist, als wenn
dort die zweite Flüssigkeit anstehen würde. Wie oben beschrieben wird vor einem neuerlichen
Start der Brennkraftmaschine die erste Flüssigkeit durch die zweite Flüssigkeit von
dem Düsenaustritt verdrängt.
[0024] In der dargestellten Ausführungsform ist zwischen dem ersten Zufuhrkanal 7 und dem
zweiten Zufuhrkanal 10 der Flüssigkeitsraum 6 vorgesehen, der für eine bessere Gleichverteilung
des Kraftstoffes vor der Einspritzung sorgt. Gegebenenfalls könnte jedoch auch auf
den Flüssigkeitsraum 6 verzichtet werden. In diesem Fall würde der zweite Zufuhrkanal
10 direkt in den ersten Zufuhrkanal 7 münden und die Bohrungen 11 wären unmittelbar
zwischen den beiden Zufuhrkanälen 7 und 10 angeordnet und würden dieselben miteinander
verbinden.
1. Zweistoff-Injektor, insbesondere für Brennkraftmaschinen, mit einem Düsenkörper, der
einen Düsenaustritt aufweist, mit einer Ventilnadel zum Öffnen und Schließen des Düsenaustritts,
mit einem ersten Zufuhrkanal zur Zufuhr einer ersten Flüssigkeit zu dem Düsenaustritt
und mit einem zweiten Zufuhrkanal zur Zufuhr einer zweiten Flüssigkeit zu dem Düsenaustritt
und gegebenenfalls mit einem in dem Düsenkörper sich befindlichen Flüssigkeitsraum,
der sich an den Düsenaustritt anschließt,
dadurch gekennzeichnet, daß
der zweite Zufuhrkanal (10) über wenigstens zwei Bohrungen (11) mit dem Flüssigkeitsraum
(6) oder dem ersten Zufuhrkanal (7) verbunden ist, wobei die wenigstens zwei Bohrungen
(11) derart in den Flüssigkeitsraum (6) oder den ersten Zufuhrkanal (7) münden, daß
die zweite Flüssigkeit in dem Flüssigkeitsraum (6) oder dem ersten Zufuhrkanal (7)
eine Drallströmung erzeugt.
2. Zweistoff-Injektor nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die wenigstens zwei Bohrungen (11) in einem den ersten Zufuhrkanal (7) von dem zweiten
Zufuhrkanal (10) trennenden Gehäuseteil (5) des Düsenkörpers (2) angeordnet sind.
3. Zweistoff-Injektor nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
sich außerhalb des Gehäuseteils (5) ein zumindest teilringförmig ausgebildeter Raum
(12) befindet, von dem die wenigstens zwei Bohrungen (11) ausgehen.
4. Zweistoff-Injektor nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
drei um wenigstens annähernd 120° zueinander versetzte Bohrungen (11) vorgesehen sind.
5. Zweistoff-Injektor nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
in dem ersten Zufuhrkanal (7) ein schaltbares Ventil (13) angeordnet ist.
6. Zweistoff-Injektor nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
in dem zweiten Zufuhrkanal (10) ein Rückschlagventil (14) angeordnet ist.
7. Zweistoff-Injektor nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Rückschlagventil (14) ein Federelement (16) aufweist, dessen Federkonstante an
das Siedeverhalten der zweiten Flüssigkeit angepaßt ist.