Stand der Technik
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Starteinrichtung für Brennkraftmaschinen,
welche einen Starter und einen für dessen Betätigung vorgesehenen Anlasserschalter
aufweist, wobei ein Steuergerät vorhanden ist, das nach Betätigung des Anlasserschalters
die Verbindung des Starters mit einer Spannungsquelle steuert.
[0002] Derartige Starteinrichtungen werden üblicherweise für Ottound Dieselmotoren von Kraftfahrzeugen
eingesetzt, wobei der Starter nach konventioneller Bauart ein mit der Kurbelwelle
der Brennkraftmaschine in Eingriff bringbares Starterritzel, ein Einrückrelais für
das Starterritzel sowie eine Beschaltung zur Bestromung des Einrückrelais und des
Startermotors aufweist. Die Energieversorgung des Starters erfolgt mittels einer Spannungsquelle,
welche in einem Fahrzeug die die Bordspannung liefernde Fahrzeugbatterie ist. Die
Betätigung des Starters, d.h. die Durchschaltung des Starters an die Spannungsquelle
erfolgt mittels eines Anlasserschalters, der z.B. als Zündschloss oder als Anlasserknopf
ausgeführt ist.
[0003] Beim Starten einer Verbrennungsmaschine wird die Batterie durch den hohen Anlasserstrom
stark beansprucht. Dabei kommt es zu einem Spannungseinbruch im Bordnetz des Fahrzeugs.
Dieser Spannungseinbruch kann einen Unterspannungs-Reset im Motorsteuergerät auslösen,
was zur Folge hat, dass das Steuergerät erneut seine Initialisierung durchläuft, währenddessen
es nicht in der Lage ist, weitere Funktionen im Fahrzeug auszuführen. Wird auch der
Starter der Brennkraftmaschine vom Motorsteuergerät oder einem anderen einen Unterspannungs-Reset
ausführenden Steuergerät angesteuert, kann es bei besagtem Spannungseinbruch zu Funktionsstörungen
des Starters kommen, die den Komfort des Startvorgangs stark beeinträchtigen (längere
Startzeit, Startverweigerung, akustische Vortäuschung eines Defektes des Starters
etc.) oder einen höheren Verschleiß des Starters bewirken. Aus der nicht veröffentlichten
deutschen Anmeldung 159 902.8 geht eine Starteinrichtung für Brennkraftmaschinen hervor,
bei der der Starter durch ein Motorsteuergerät gesteuert wird. Aus dieser Anmeldung
sind keine Maßnahmen bekannt, welche Funktionsstörungen des Starter aufgrund eines
Unterspannungs-Resets des Steuergerätes vermeiden.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Starteinrichtung der eingangs
genannten Art anzugeben, welche eine einwandfreie Funktion des Starters auch bei einem
Spannungseinbruch, der zu einem Unterspannungs-Reset des Steuergerätes führt, gewährleistet.
Vorteile der Erfindung
[0005] Die genannte Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruches 1 dadurch gelöst, dass
eine Schaltungsvorrichtung vorhanden ist, welche anstelle des Steuergerätes eine Durchschaltung
des Starters an die Spannungsquelle veranlasst, wenn die Spannung der Spannungsquelle
unter einen Wert absinkt, der zu einem Reset des Steuergerätes führt. Dadurch, dass
das Steuergerät, sobald es bei einem Spannungseinbruch einen Unterspannungs-Reset
durchführt, für die Steuerung des Starters außer Kraft gesetzt wird, und der Starter
über eine eigene Schaltungsvorrichtung direkt mit der Spannungsquelle verbunden wird,
können keine vom Steuergerät ausgehende Funktionsstörungen mehr auftreten.
[0006] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen hervor.
[0007] Vorzugsweise wird als Steuergerät ein für die Steuerung der Brennkraftmaschine eingesetztes
Motorsteuergerät oder ein für die Bordelektronik eines Fahrzeugs zuständiges Steuergerät
verwendet.
[0008] Es ist zweckmäßig, einen elektrisch steuerbaren Schalter vorzusehen, der auf ein
Steuersignal des Steuergeräts hin eine Verbindung des Starters mit der Spannungsquelle
herstellt. Der elektrisch steuerbare Schalter kann z. B. ein Relais sein, bei dem
das Steuergerät den Stromfluss durch eine Spule steuert. Anstelle des Relais kann
auch z. B. ein MOSFET eingesetzt werden, der vom Steuergerät angesteuert wird.
[0009] Die Schaltungsvorrichtung besteht in einer sehr einfachen Ausführungsform aus einem
Schwellwertschalter, dessen Eingangssignal die Spannung der Spannungsquelle ist, wobei
der Schwellwertschalter die Spannungsquelle an den Starter durchschaltet, wenn das
Eingangssignal einen vorgegebenen Wert unterschreitet. Es ist zweckmäßig, dass der
Schwellwertschalter den Stromkreis durch eine Spule eines Relais, die den Starter
an die Spannungsquelle durchschaltet, schließt, wenn der vorgegebene Schwellwert des
Eingangssignales unterschritten wird.
[0010] Die Schaltungsvorrichtung sollte, nachdem deren Eingangssignal den vorgegebenen Schwellwert
wieder überschritten hat, die Durchschaltung des Starters an die Spannungsquelle für
eine vorgegebene Zeitspanne aufrechthalten, wobei diese Zeitspanne mindestens der
Zeit entspricht, die das Steuergerät für einen vollständigen Reset benötigt.
Beschreibung eines Ausführungsbeispieles
[0011] Die einzige Figur der Zeichnung zeigt ein Blockschaltbild einer Starteinrichtung
für Brennkraftmaschinen.
[0012] Die in der Zeichnung dargestellte Starteinrichtung ist an einer Klemme 1 mit dem
Pluspol einer die Spannung U liefernden Spannungsquelle 2, beispielsweise der Fahrzeugbatterie,
verbunden. Von der Klemme 1 führt ein Strompfad mit einem darin integrierten Relais
3 zu einer weiteren Klemme 4, an die ein Starter 5 angeschlossen ist. Der Starter
5 ist schematisch als ein Schaltblock dargestellt, der üblicherweise aus einem Einrückrelais
für das Starterritzel und einem Startermotor besteht. Das Einrückrelais wird bei einem
Startvorgang über das Relais 3 an die Spannung U der Spannungsquelle 2 geschaltet.
Der Aufbau und die Funktionsweise des Starters werden hier nicht im einzelnen beschrieben,
weil hier jede Ausführungsform eines Starters eingesetzt werden kann und die Erfindung
unabhängig von der Ausführung des Starters ist.
[0013] Von der mit der Spannungsquelle 2 verbundenen Klemme 1 führt ein weiterer Strompfad
zu einem Steuergerät 6, das vorzugsweise ein für die Steuerung des Motors eingesetztes
Motorsteuergerät ist. Das hier für die Steuerung des Startvorgangs verwendete Steuergerät
6 kann aber auch ein eigenes, nur für diesen Zweck verwendetes Steuergerät sein, oder
auch ein Steuergerät, das für die Steuerung anderer Funktionen (z. B. Bordelektronik)
im Fahrzeug vorgesehen ist.
[0014] In dem Strompfad von der Klemme 1 zum Steuergerät 6 befindet sich ein Anlasserschalter
7. Dieser Anlasserschalter 7 ist üblicherweise das Zündschloss oder auch ein Anlasserknopf.
[0015] Das Steuergerät 6 erhält seine Spannungsversorgung über eine Leitung 8, die mit der
an die Spannungsquelle 2 angeschlossenen Klemme 1 verbunden ist. In die Leitung 8
kann ein Relais 9 eingefügt sein, mit dem die Spannungsversorgung für das Steuergerät
6 ein- und ausschaltbar ist. Die Steuerung der Bestromung der zum Relais 9 gehörenden
Spule 10 erfolgt durch das Steuergerät 6 selbst. Über dieses Relais 9 kann das Steuergerät
6 bei Bedarf von der Spannungsquelle 2 getrennt werden. Auch bietet das Relais 9 die
Möglichkeit, alle Steller (in der Zeichnung nicht dargestellt) abzuschalten, die an
der Leitung 8 angeschlossen sind. Desweiteren kann das Relais 9 als Verpolschutz für
das Steuergerät 6 dienen.
[0016] Die zum Relais 3 gehörende Spule 11 ist einerseits mit dem Eingang des Relais 3,
der an der Klemme 1 liegt, verbunden, und das andere Ende der Spule 11 ist über eine
Leitung 12 an das Steuergerät 6 angeschlossen. Über diese Leitung 12 ist das Steuergerät
6 in der Lage, die Bestromung der Spule 11 des Relais 3 zu steuern. Z.B. wird der
Ausgang der Spule 11 über die Leitung 12 mittels eines im Steuergerät vorhandenen
Schalters (Low-Side-Switch) auf Masse geschaltet, so dass ein Strom durch die Spule
11 fließen kann und damit das Relais 3 schließt und den Starter 5 an die Spannungsquelle
2 durchschaltet. Anstelle des Relais 3 kann auch ein MOSFET Schalter eingesetzt werden.
Prinzipiell ist für die Verbindung des Starters 5 mit der Spannungsquelle 2 ein elektrisch
steuerbarer Schalter geeignet.
[0017] Mit dem Steuergerät 6 kann der elektrisch steuerbare Schalter - im Ausführungsbeispiel
das Relais 3 - so angesteuert werden, dass damit Komfort-Startfunktionen durchführbar
sind. Mit Komfort-Startfunktionen sind z. B. gemeint, dass der Startvorgang automatisch
beendet wird und unter Beachtung einer Verschleiss- und Geräuschminimierung erfolgt,
oder dass nach Antippen eines Anlasserknopfes der Startvorgang automatisch abläuft,
oder dass der Starter bei sicherheitskritischen Zuständen deaktiviert wird.
[0018] Beim Start einer Brennkraftmaschine wird die Spannungsquelle 2, die Fahrzeugbatterie,
durch den hohen Anlasserstrom sehr stark beansprucht. Dabei kommt es zu einem Spannungseinbruch
im Bordnetz. Fällt dabei die Spannung unter einen gewissen Wert, so löst dies im Steuergerät
6 einen Unterspannungs-Reset aus. Dann durchläuft das Steuergerät 6 erneut seine Initialisierung
und ist währenddessen nicht in der Lage, weitere Steuerfunktionen auszuführen. Das
bedeutet, dass im Falle eines Unterspannungs-Resets des Steuergeräts 6 das Relais
3 nicht mehr so angesteuert wird, dass der Starter 5 den Startvorgang einwandfrei
einleitet. Solche Funktionsstörungen gehen dann auf Kosten des Startkomforts, weil
die Startzeit deutlich länger wird oder der Start verweigert wird oder akustische
Vortäuschungen eines Defektes auftreten. Diese Funktionsstörungen haben nicht nur
eine Beeinträchtigung des Starts zur Folge, sondern können auch einen erhöhten Verschleiß
des Starters bewirken.
[0019] Um die erwähnten Funktionsstörungen der Starteinrichtung zu vermeiden, ist eine Schaltungsvorrichtung
13 mit einem Schwellwertschalter vorgesehen. Diese Schaltungsvorrichtung 13 erhält
als Eingangssignal über eine mit dem Anlasserschalter 7 verbundene Leitung 14 die
Spannung U der Spannungsquelle 2. Stellt der Schwellwertschalter der Schaltungsvorrichtung
13 fest, dass bei einem Spannungseinbruch die Spannung U unter einen vorgegebenen
Schwellenwert fällt, so schaltet er den Ausgang der Spule 11 des Relais 3 auf Massepotenzial
15 durch. Die Wahl des Schwellenwertes hängt davon ab, ab welchem Spannungswert U
das Steuergerät 6 einen Unterspannungs-Reset durchführt. Sobald also die Spannung
U unter den Schwellenwert absinkt, wird es zu einem Unterspannungs-Reset des Steuergeräts
6 kommen, und in diesem Fall sorgt die Schaltungsvorrichtung 13 anstelle des Steuergeräts
6 für eine Bestromung der Spule 11, so dass der Starter 5 störungsfrei an die Spannungsquelle
U durchgeschaltet wird.
[0020] Die beiden in der vom Ausgang der Spule 11 zum Steuergerät 6 führenden Leitung 12
und in der zur Schaltungsvorrichtung 13 führenden Leitung 16 eingefügten Dioden 17
und 18 dienen der Sicherheit gegen Störungen, wie z. B. einen Masseversatz.
[0021] Sobald nach einem Spannungsabfall die Spannung U wieder ansteigt und den Schwellenwert
des Schwellwertschalters der Schaltungsvorrichtung 13 überschreitet, wird von dieser
Schaltungsvorrichtung 13 die Durchschaltung des Starters 5 an die Spannungsquelle
2 für eine vorgegebene Zeitspanne aufrechterhalten. Diese Zeitspanne ist so lang gewählt,
dass das Steuergerät 6 innerhalb dieser Zeit einen vollständigen Reset durchführen
kann. Nach Ablauf dieser Zeitspanne übernimmt das Steuergerät 6 wieder die Ansteuerung
des Relais 3.
1. Starteinrichtung für Brennkraftmaschinen, welche einen Starter (5) und einen für dessen
Betätigung vorgesehenen Anlasserschalter (7) aufweist, wobei ein Steuergerät (6) vorhanden
ist, das nach Betätigung des Anlasserschalters (7) die Verbindung des Starters (5)
mit einer Spannungsquelle (2) steuert, dadurch gekennzeichnet, dass eine Schaltungsvorrichtung (13) vorhanden ist, welche anstelle des Steuergerätes
(6) eine Durchschaltung des Starters (5) an die Spannungsquelle (2) veranlasst, wenn
die Spannung (U) der Spannungsquelle (2) unter einen Wert absinkt, der zu einem Reset
des Steuergerätes (6) führt.
2. Starteinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuergerät (6) ein für die Steuerung der Brennkraftmaschine eingesetztes Motorsteuergerät
oder ein für die Bordelektronik eines Fahrzeugs zuständiges Steuergerät ist.
3. Starteinrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein elektrisch steuerbarer Schalter (3) vorhanden ist, der die Verbindung des Starters
(5) mit der Spannungsquelle (2) herstellt, und dass das Steuergerät (6) den Schalter
(3) ansteuert.
4. Starteinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der elektrisch steuerbare Schalter ein Relais (3) ist, das die Verbindung des Starters
(5) mit der Spannungsquelle (2) herstellt, und dass das Steuergerät (6) den Stromfluss
durch eine zum Relais (3) gehörende Spule (11) steuert.
5. Starteinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der elektrisch steuerbare Schalter (3) ein MOSFET ist, der die Verbindung des Starters
(5) mit der Spannungsquelle (2) herstellt, und dass das Steuergerät (6) den Stromfluss
durch den MOSFET steuert.
6. Starteinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaltungsvorrichtung (13) einen Schwellwertschalter aufweist, dessen Eingangssignal
die Spannung (U) der Spannungsquelle (2) ist, und dass der Schwellwertschalter die
Spannungsquelle (2) an den Starter (5) durchschaltet, wenn das Eingangssignal (U)
einen vorgegebenen Schwellenwert unterschreitet.
7. Starteinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwellwertschalter den Stromkreis durch einen elektrisch steuerbaren Schalter
(3), der den Starter (5) an die Spannungsquelle (2) durchschaltet, schließt, wenn
der vorgegebene Schwellenwert des Eingangssignales (U) unterschritten wird.
8. Starteinrichtung nach einem der Ansprüche 1, 6, oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaltungsvorrichtung (13), nachdem deren Eingangssignal (U) den vorgegebenen
Schwellenwert wieder überschritten hat, die Durchschaltung des Starters (5) an die
Spannungsquelle (2) für eine vorgegebene Zeitspanne aufrechterhält, wobei diese Zeitspanne
mindestens der Zeit entspricht, die das Steuergerät (6) für einen vollständigen Reset
benötigt.