[0001] Die Erfindung betrifft eine kartenförmige Auswahlhilfe für die Auswahl von Farbtönen
von Anstrichfarben.
[0002] Bei der Gestaltung von Innenräumen gewinnt die farbliche Abstimmung von einzelnen
Raumbestandteilen, wie Wänden, Türrahmen, Decken, Fenstern und dergleichen, vermehrt
an Bedeutung. Viele Menschen möchten, anstelle ein einheitliches Weiß zu verwenden,
ihre Räumlichkeiten durch farbliche Akzentsetzung wohnlicher gestalten. Dabei ist
es jedoch nicht einfach, aus der Vielzahl der zur Verfügung stehenden Farbtöne passende
Kombinationen auszusuchen. So wird hierfür häufig professionelle Beratung durch Inneneinrichter
in Anspruch genommen. Diese beraten ihre Kunden dann in geschmacklicher Hinsicht und
helfen bei der farblichen Abstimmung der Innenraumgestaltung. Jedoch ist die Inanspruchnahme
eines Inneneinrichters kostspielig und nicht für jedermann erschwinglich.
[0003] In der Vergangenheit haben daher Baumärkte ihre Angebotspalette auf dem Gebiet der
Farben, beispielsweise Wandfarben und Lacke, deutlich verbessert. Wurden früher lediglich
weiße Abdeckfarben und eine geringe Anzahl von selbst anzumischenden Abtönfarben angeboten,
so gibt es heute so genannte Tinting-Systeme, in welchen vom Kunden ausgewählte Farbtöne
automatisch angemischt und abgefüllt werden. Damit ist das Angebot der in einem Baumarkt
erhältlichen Farben zwar wesentlich umfangreicher, aber zugleich auch unübersichtlicher
geworden.
[0004] Will ein hinsichtlich geschmacklich abgestimmter Farbkombinationen unsicherer Verbraucher
sich über die Tinting-Systeme verschiedene Farbtöne abmischen, so bedarf er weiterhin
einer Anleitung. Darüber hinaus besteht vielfach der Wunsch, sich die ausgesuchten
Farben bzw. Farbtöne in der heimischen Umgebung ansehen zu können.
[0005] Im Stand der Technik sind verschiedene Farbauswahlhilfen bekannt, anhand derer ein
Verbraucher die von ihm gewünschten Farbtöne aussuchen kann. So sind sogenannte Farbfächer
üblich, in welchen einzelne Streifen, auf die die jeweiligen Farbtöne aufgetragen
sind, fächerartig zusammengefügt sind. Diese Farbfächer umfassen eine große Vielzahl
an Farbtönen, wobei harmonische Kombinationen verschiedener Farbtöne nicht ohne weiteres
auffindbar sind. Um solche Kombinationen aufzufinden, muß der Verbraucher die einzelnen
Farbstreifen des Farbfächers kombinieren, wobei er hierzu keinerlei geschmackliche
Anleitung erfährt. Ein hinsichtlich geschmacklicher Farbkombinationen nicht sicherer
Verbraucher erfährt mit diesem Hilfsmittel keine Anleitung.
[0006] Des weiteren sind Farbkarten bekannt, welche auf ihrer einen Oberfläche vollständig
in einem einzigen Farbton eingefärbt sind. Diese können von einem Verbraucher mit
nach Hause genommen und in der heimischen Umgebung an Wände oder andere zu streichende
Bereiche angehalten werden, um die Wirkung des Farbtones in der heimischen Umgebung
zu prüfen. Eine geschmackliche Anleitung hinsichtlich möglicher Kombinationen von
Farbtönen wird einem diesbezüglich Ratsuchenden nicht an die Hand gegeben.
[0007] Weiterhin sind sogenannte Farbstreifen bekannt, auf denen ausgehend von einer Grundfarbe
diese Farbe in verschieden abgemischten Helligkeitsstufen wiedergegeben ist. Anhand
dieser Streifen kann sich der Verbraucher zwar den für ihn passenden Abtöngrad einer
Farbe aussuchen, geschmacklich abgestimmte Kombinationen unterschiedlicher Farben
werden ihm jedoch nicht präsentiert.
[0008] Schließlich sind Prospekte bekannt, in denen die Farbhersteller Empfehlungen für
die Kombination von verschiedenen Farbtönen unterschiedlicher Farben geben. Diese
Prospekte können jedoch nur eine relativ begrenzte Zahl an Kombinationsmöglichkeiten
zeigen, wobei ein jeweils interessierender Farbton mit den darauf abgestimmten Kombinationen
nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern stets neben anderen Kombinationen oder
einer Werbebotschaft abgebildet ist.
[0009] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es
Aufgabe der Erfindung, eine Auswahlhilfe für die Auswahl von Farbtönen von Anstrichfarben
der eingangs genannten Art dahingehend zu verbessern, daß ein Verbraucher anhand der
Auswahlhilfe geschmacklich auf einen von ihm bevorzugten Farbton abgestimmte Harmoniefarbtöne
erkennen kann, wobei er in der Lage sein soll, die Wirkung der vorgeschlagenen Farbtöne
in seiner heimischen Umgebung zu überprüfen.
[0010] Zur
Lösung dieser Aufgabe wird mit der Erfindung vorgeschlagen, daß bei einer Auswahlhilfe der
eingangs genannten Art eine Oberfläche in Segmente unterteilt ist, wobei in einem
Hauptsegment ein Hauptfarbton und in einem oder mehreren Nebensegmenten auf den Hauptfarbton
abgestimmte Harmoniefarbtöne aufgetragen sind.
[0011] In einer Präsentationsumgebung kann ein Verbraucher sich einen ihn ansprechenden
Hauptfarbton aussuchen. Er wählt dann die Auswahlhilfe aus, die in ihrem Hauptsegment
den ihn ansprechenden Hauptfarbton enthält und erhält gleichzeitig Vorschläge für
geschmacklich auf den Hauptfarbton abgestimmte Harmoniefarbtöne, welche in den Nebensegmenten
aufgetragen sind. Hat sich der Verbraucher beispielsweise auf einen Hauptfarbton für
eine Wandfarbe entschieden, so kann er die Farbe der Fußleisten, der Türrahmen oder
der Türen geschmacklich abgestimmt aus den auf der Auswahlhilfe in den Nebensegmenten
aufgetragenen, vorgeschlagenen Harmoniefarbtönen auswählen. Insbesondere für in der
farblichen Abstimmung geschmacklich unsicherer Verbraucher stellt die erfindungsgemäße
Auswahlhilfe eine große Erleichterung dar, da eine geschmacklich sichere Führung durch
eine überschaubare Anzahl von auf den Hauptfarbton geschmacklich abgestimmten Harmoniefarbtönen
präsentiert wird.
[0012] Die Auswahlhilfe der Erfindung kann von dem Verbraucher mit in seine heimische Umgebung
genommen werden und dort an Wände, Türrahmen, Fußleisten oder ähnliche zu streichende
Gegenstände angehalten werden, um die Wirkung der jeweiligen Farbtöne in der farblich
zu gestaltenden Umgebung zu testen.
[0013] Hat sich der Verbraucher dann für einen Farbton bzw. eine Farbkombination entschieden,
kann er die ausgewählten Farbtöne beispielsweise in einem Tinting-System anmischen
lassen und mit der farblichen Ausgestaltung seiner Räume beginnen.
[0014] Selbstverständlich können mit Hilfe der erfindungsgemäßen Auswahlhilfe nicht nur
die Farbtöne von Anstrichfarben, sondern auch die Farbtöne weiterer Einrichtungsgegenstände
passend zu der Hauptfarbe gewählt werden. So kann die erfindungsgemäße Auswahlhilfe
beispielsweise auch für die Auswahl von Vorhangfarben, Farben von Möbelbezugsstoffen
oder Farben anderer Einrichtungsgegenstände verwendet werden.
[0015] Um bei der Präsentation der Auswahlhilfen das Augenmerk der Verbraucher zunächst
auf den Hauptfarbton zu richten, nimmt gemäß einer Weiterbildung der Erfindung das
Hauptsegment, in dem der Hauptfarbton aufgetragen ist, einen überwiegenden Bereich,
beispielsweise mehr als die Hälfte, der Oberfläche der Auswahlhilfe ein. Dadurch wird
das Augenmerk des Verbrauchers zunächst auf den Hauptfarbton gerichtet, erst nach
Auswahl eines ihn ansprechenden Hauptfarbtons wird der Verbraucher auf die in den
Nebensegmenten aufgetragenen Nebenfarbtöne aufmerksam.
[0016] Um den Verbraucher bei der Farbauswahl nicht zu überfordern, sollte die Anzahl der
Harmoniefarbtöne und damit der Nebensegmente nicht zu groß werden, wobei eine Anzahl
von drei Nebensegmenten und damit drei Harmoniefarbtönen für die erfindungsgemäße
Auswahlhilfe bevorzugt wird.
[0017] Gemäß einer weiteren Weiterbildung der Erfindung sind das Hauptsegment und die Nebensegmente
auf der Auswahlhilfe so angeordnet, daß die Auswahlhilfe zu Präsentationszwecken in
einer Halterung derart angebracht werden kann, daß lediglich das Hauptsegment mit
dem darauf aufgetragenen Hauptfarbton sichtbar ist. Eine solche Aufteilung der Segmente
auf der Auswahlhilfe bzw. eine solche Präsentation in einer Halterung verstärkt noch
einmal die Ausrichtung der Farbauswahl auf den Hauptfarbton, wobei dem Verbraucher
erst nach Auswahl des Hauptfarbton beim Herausnehmen der Auswahlhilfe aus der Halterung
die auf den Hauptfarbton abgestimmten Harmoniefarbtöne in den Nebensegmenten präsentiert
werden.
[0018] Um die einzelnen Farbtöne in den Segmenten in ihrer Wirkung nicht zu durchmischen,
sondern getrennt wirken zu lassen, ist gemäß einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen,
daß zwischen den einzelnen Segmenten in einem neutralen Farbton, vorzugsweise weiß,
gefärbte Trennbereiche belassen sind. Eine solche Abtrennung bewirkt eine optische
Trennung der einzelnen in den Segmenten aufgebrachten Farbtöne, so daß von einem Verbraucher
jeder einzelne Farbton separat wahrgenommen werden kann.
[0019] Die Auswahlhilfe selbst besteht vorzugsweise aus Papier oder Karton und weist in
etwa die Größe einer Postkarte auf. Eine solche Größe ist für einen Verbraucher handlich,
weshalb er die erfindungsgemäße Auswahlhilfe bequem mit zu sich nach Hause nehmen
kann und sie in der farblich zu gestaltenden Umgebung zur Überprüfung der Wirkung
der einzelnen Farbtöne an die farblich zu gestaltenden Elemente anhalten kann, ohne
daß die einzelnen Segmente mit den darauf aufgetragenen Farben für ein Erkennen der
Farbwirkung zu klein wären.
[0020] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels anhand der einzigen beigefügten Figur.
[0021] Die Figur zeigt ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Auswahlhilfe in Form
einer Farbkarte 1. Die Farbkarte 1 ist in vier Segmente 2, 3a, 3b und 3c unterteilt,
wobei die Segmente durch einen Trennbereich 4 voneinander abgetrennt sind. Das Segment
2 bildet das Hauptsegment, in welchem ein Hauptfarbton aufgetragen ist. In den Nebensegmenten
3a, 3b und 3c sind geschmacklich auf den Hauptfarbton abgestimmte Harmoniefarbtöne
aufgetragen. Der zwischen den einzelnen Segmenten 2, 3a, 3b, 3c ausgebildete Trennbereich
ist in schlichtem Weiß gehalten. Das schlichte Weiß ist eine neutrale Farbe und bewirkt,
daß die einzelnen Segmente 2, 3a, 3b, 3c mit den darin aufgetragenen Farbtönen getrennt
voneinander wahrgenommen werden können.
[0022] Die Farbkarte 1 weist in etwa die Größe einer Postkarte auf und ist aus einem Karton
gebildet. Die der gezeigten Oberfläche mit den Segmenten 2, 3a, 3b, 3c gegenüberliegende
Oberfläche der Farbkarte 1 ist unbedruckt.
[0023] Zu Präsentationszwecke wird die gezeigte Farbkarte 1 mit den Nebensegmenten 3a, 3b,
3c voran in eine Halterung soweit eingeführt, daß die Nebensegmente 3a, 3b, 3c vollständig
von der Halterung verdeckt sind und lediglich das Hauptsegment 2 mit dem darauf aufgetragenen
Hauptfarbton sichtbar bleibt. Auf diese Weise wird der Verbraucher dazu angehalten,
sich zunächst einen Hauptfarbton seines Geschmackes auszuwählen, dann die Farbkarte
1 zu ergreifen und in den Nebensegmenten 3a, 3b und 3c zu dem Hauptfarbton harmonierende
Harmoniefarbtöne zu erkennen.
[0024] In einem Präsentationsbereich, beispielsweise in einem Baumarkt, werden eine Vielzahl
von derartigen Farbkarten 1 mit unterschiedlichen jeweils in das Hauptsegment 2 aufgetragenen
Hauptfarbtönen gezeigt, wobei jede der Farbkarten 1 mit den unterschiedlichen Hauptfarbtönen
in den Nebensegmenten 3a, 3b und 3c auf den Hauptfarbton abgestimmte Harmoniefarbtöne
aufweist.
[0025] Die Farbkarte 1 kann von einem Verbraucher aus der Präsentation entnommen und zur
Überprüfung der Farbwirkung in die farblich zu gestaltende Umgebung mitgenommen werden.
Selbstverständlich kann die Farbkarte 1 auch beim Einkauf weiterer zur Einrichtung
des farblich zu gestaltenden Bereiches gewünschter Elemente mitgenommen und zur Farbauswahl
dieser Elemente genutzt werden.
Bezugszeichenliste
[0026]
- 1
- Farbkarte
- 2
- Hauptsegment
- 3a
- Nebensegment
- 3b
- Nebensegment
- 3c
- Nebensegment
- 4
- Trennbereich
1. Kartenförmige Auswahlhilfe für die Auswahl von Farbtönen von Anstrichfarben,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Oberfläche der Auswahlhilfe (1) in Segmente (2, 3a - 3c) unterteilt ist, wobei
in einem Hauptsegment (2) ein Hauptfarbton und in einem oder mehreren Nebensegmenten
(3a - 3c) auf den Hauptfarbton abgestimmte Harmoniefarbtöne aufgetragen sind.
2. Auswahlhilfe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Hauptsegment (2) einen überwiegenden Bereich, z. B. mehr als die Hälfte, der
Oberfläche der Auswahlhilfe (1) einnimmt.
3. Auswahlhilfe nach einem der Ansprüche 1 oder 2, gekennzeichnet durch drei zusätzlich zu dem Hauptsegment (2) auf ihrer Oberfläche angeordnete Nebensegmente
(3a - 3c).
4. Auswahlhilfe nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Hauptsegment (2) und die Nebensegmente (3a - 3c) so angeordnet sind, daß die
Auswahlhilfe (1) zu Präsentationszwecken in einer Halterung derart angebracht werden
kann, daß lediglich das Hauptsegment (2) mit dem darauf aufgetragenen Hauptfarbton
sichtbar ist.
5. Auswahlhilfe nach einem der voranstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch zwischen den einzelnen Segmenten (2, 3a - 3c) belassene, in einem neutralen Farbton,
vorzugsweise weiß, gefärbte Trennbereiche (4).
6. Auswahlhilfe nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus Papier oder Karton besteht.
7. Auswahlhilfe nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sie in etwa die Größe einer Postkarte aufweist.