(57) Die Erfindung betrifft einen Tisch- oder Werkbankbelag, bestehend aus einer ersten
elektrisch leitfähigen Schicht mit einem spezifischen Widerstand im Bereich von 5
x 10
6 Ωcm bis 5 x 10
9 Ωcm und einer zweiten elektrisch leitfähigen Schicht mit einem spezifischen Widerstand
im Bereich von 5 x 10
4 Ωcm bis 5 x 10
7 Ωcm, wobei die Schichten aus Gummimischungen bestehen, die Antistatika und/oder elektrisch
leitfähige Partikel enthalten und zusammenkalandriert sowie durch Vulkanisation verbunden
sind und die einen mit deionisierten Wasser extrahierbaren Sulfatgehalt < 100 µg/cm
2 aufweisen.
[0001] Die Erfindung betrifft einen Tisch- oder Werkbankbelag, der aus einer ersten elektrisch
leitfähigen Schicht mit einem spezifischen Widerstand im Bereich von 5 x 10
6 Ωcm bis 5 x 10
9 Ωcm und einer zweiten elektrisch leitfähigen Schicht mit einem spezifischen Widerstand
im Bereich von 5 x 10
4 Ωcm bis 5 x 10
7 Ωcm besteht, die jeweils aus Gummimischungen gefertigt sind und die Antistatika und/oder
elektrisch leitfähige Partikel enthalten, sowie durch Kalandrierung und Vulkanisierung
verbunden sind.
[0002] Tischbeläge, die in der Elektronikindustrie verwendet werden, haben zwei wesentliche
Funktionen. Zum einen sind sie aufgrund ihres spezifischen Widerstands in der Lage,
elektrostatische Aufladungen von Werkstücken durch ihre elektrische Ableitfähigkeit
unschädlich zu machen, zum anderen soll ihre Oberfläche mechanische Beschädigungen
von elektronischen Teilen vermeiden, die auf ihnen bearbeitet werden. Aus dem Prospekt
der Firma Warmbier sind zweischichtig aufgebaute Tischbeläge mit einem typischen Ableitwiderstand
R
G von 10
4 x 10
7Ω bekannt. Bei den zunehmenden Anforderungen an die Speicherdichte von Festplatten
werden immer höhere Anforderungen hinsichtlich der kontaminationsfreien Produktion
gestellt. Insbesondere betrifft dies ionische Kontaminationen, die im Zusammenhang
mit Feuchtigkeit Korrosionen auf den Festplatten hervorrufen können. Als störend haben
sich unter anderem Sulfationen erwiesen. Bisherige Gummi-Tischbeläge zeigen Sulfatwerte,
die bestimmt durch Extraktion mit deionisiertem Wasser und lonenchromatographie in
einer Größenordnung von 200 - 800 µg/cm
2 Belagsoberfläche liegen.
[0003] Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, einen Tisch- oder Werkbankbelag der
eingangs genannten Art anzugeben, dessen Durchgangswiderstand gemessen nach der Norm
IEC 61340-4-1 ca. 10
7 Ω und dessen Oberflächenwiderstand ca. 5 x 10
7 Ω beträgt und dessen extrahierbarer Sulfatgehalt auf einen unkritischen Bereich vermindert
ist.
[0004] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch einen Tisch- oder Werkbankbelag gelöst, bestehend
aus einer ersten elektrisch leitfähigen Schicht mit einem spezifischen Widerstand
im Bereich von 5 x 10
6 Ωcm bis 5 x 10
9 Ωcm und einer zweiten elektrisch leitfähigen Schicht mit einem spezifischen Widerstand
im Bereich von 5 x 10
4 Ωcm bis 5 x 10
7 Ωcm, wobei die Schichten aus je einer Gummimischung bestehen, die Antistatika und/oder
elektrisch leitfähige Partikel enthalten und zusammenkalandriert sowie durch Vulkanisation
verbunden sind und die einen mit deionisiertem Wasser extrahierbaren Sulfatgehalt
< 100 µg/cm
2 aufweisen. Solche Tisch- oder Werkbankbeläge gestatten die Fertigung von Computerfestplatten
mit einer sehr hohen Speicherdichte, da die Korrosionswirkung von extrahierbaren Sulfationen
von der Menge der extrahierbaren Sulfationen abhängt und diese um mindestens 50 %
gegenüber den bekannten Tisch- oder Werkbankbelägen reduziert ist.
[0005] Vorzugsweise ist die erste Schicht der erfindungsgemäßen Tisch- oder Werkbankbeläge
hellfarbig und enthält 5 -12 Gew.-% Antistatika zur Erzeugung der elektrischen Leitfähigkeit.
Als Antistatika werden beispielsweise Glykolester und/oder quaternäre Ammonium-Verbindungen
eingesetzt.
[0006] Vorzugsweise enthält die zweite Schicht der erfindungsgemäßen Tisch- oder Werkbankbeläge
5 - 10 Gew.-% elektrisch leitfähige Partikel und/oder Fasern zur Erzeugung der elektrischen
Leitfähigkeit.
[0007] Die erfindungsgemäßen Tisch- oder Werkbankbeläge bestehen aus Gummimischungen, ausgewählt
aus den Klassen Styren-Butadien-Kautschuk (SBR) und/oder Acrylnitril-Butadien-Kautschuk
(NBR) und enthalten 0 bis 50 Gew.-% mineralische Füllstoffe, 0 bis 10 Gew.-% Pigmente
und 0,2 bis 10 Gew.-% eines peroxidischen Vernetzungsmittels.
[0008] Zur Erleichterung der Verarbeitung werden vorzugsweise Verarbeitungshilfsmittel wie
Stearinsäure oder Zinkstearat zugesetzt.
[0009] Besonders bevorzugt sind Tisch- oder Werkbankbeläge, deren Schichten 2 bis 7 Gew.-%
organische Peroxide als Vernetzungsmittel enthalten.
[0010] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Herstellung von Tisch- oder Werkbankbelägen,
bei dem
a) eine erste Gummimischung unter Zusatz von 0 bis 50 Gew.-% mineralischer Füllstoffe,
0 bis 10 Gew.-% Pigmente, 5 bis 12 Gew.-% Antistatika und 0,2 bis 10 Gew.-% eines
peroxidischen Vernetzungsmittels erzeugt wird,
b) eine zweite Gummimischung unter Zusatz von 0 bis 50 Gew.-% mineralische Füllstoffe,
5 bis 10 Gew.-% elektrisch leitfähige Partikel und 0,2 bis 10 Gew.-% eines peroxidischen
Vernetzungsmittels erzeugt wird,
c) aus den Gummimischungen Schichten mit einer Dicke von 0,2 bis 5 mm kalandriert
und
d) bei dem die Schichten in einem Pressvorgang bei einem spezifischen Druck von 2
bis 50 bar und einer Temperatur von 120 bis 250 °C verdichtet und vulkanisiert werden.
[0011] Vorteilhafterweise werden kontinuierliche Schichten erzeugt und diese kontinuierlich
zusammenkalandriert und vulkanisiert.
[0012] Die erfindungsgemäßen Tisch- oder Werkbankbeläge werden vorteilhafterweise im Bereich
der Fertigung elektronischer Geräte, insbesondere im Bereich der Fertigung von Computerfestplatten,
verwendet.
[0013] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Beispiels näher erläutert.
Beispiel:
[0014] Der erfindungsgemäße Tisch- oder Werkbankbelag besteht aus einer hellfarbigen ersten
Schicht, die begrenzt elektrisch leitfähig ist und einer schwarzen, zweiten Schicht,
die gut elektrisch leitfähig ist und die einstückig miteinander verbunden sind. Die
erste Schicht besteht aus einer Gummimischung, basierend auf Polymeren der Klasse
Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR), in die mineralische Füllstoffe der Klasse der
Silikate, Antistatika zur Erzeugung der elektrischen Leitfähigkeit, Pigmente zur Farbgebung
und organische Peroxide als Vernetzungsmittel eingemischt werden. Die zweite Schicht
besteht aus den gleichen Polymeren und den gleichen Zuschlagstoffen wie die erste
Schicht mit dem Unterschied, dass anstelle der Pigmente Ruß als elektrisch leitender
Füllstoff zugemischt wird. Beide Mischungen werden jeweils in einem Innenmischer gemischt
und die erhaltenen Rohmischungen auf eine Endstärke von jeweils ca. 1,2 mm kalandriert.
Die Bahnen der ersten und zweiten Schicht werden übereinander gelegt und in einer
kontinuierlichen Vulkanisationsmaschine bei 100 bis 190 °C unter einem spezifischen
Druck von 5 bis 30 bar vulkanisiert und einstückig miteinander verbunden. Die Analyse
der mit Hilfe von deionisiertem Wasser aus kleingeschnittenem Material extrahierbaren
Sulfationen-Konzentrationen ergab 65 µg/cm
2 des erfindungsgemäßen Tischoder Werkbankbelags. Die Zusammensetzung der einzelnen
Schichten ist in Tabelle 1 angegeben.
Tabelle 1:
| |
Hellfarbige, erste Schicht |
Schwarze, zweite Schicht |
| |
Angaben in Gewichtsprozent |
Angaben in Gewichtsprozent |
| Acrylnitril-Butadien-Kautschuk mit 33 % Acrylnitril-Gehalt |
35 |
35 |
| Silikate als hellfarbige Füllstoffe |
38 - 43 |
38 |
| Pigmente, je nach Farbgebung |
5 - 10 |
-- |
| Ruß mit einer spezifischen Oberfläche von 950 m2/g |
-- |
10 |
| Antistatika vom Typ Glykolester und quaternäre Ammonium-Verbindungen |
9 |
9 |
| Verarbeitungshilfen wie Stearinsäure, Zinkstearat |
2 |
2 |
| Peroxid, z.B. Bis-(tert.-butylperoxy-isopropyl)-benzol |
6 |
6 |
| Gesamt |
100 |
100 |
1. Tisch- oder Werkbankbelag, bestehend aus einer ersten elektrisch leitfähigen Schicht
mit einem spezifischen Widerstand im Bereich von 5 x 106 Ωcm bis 5 x 109 Ωcm und einer zweiten elektrisch leitfähigen Schicht mit einem spezifischen Widerstand
im Bereich von 5 x 104 Ωcm bis 5 x 107 Ωcm, wobei die Schichten aus Gummimischungen bestehen, die Antistatika und/oder elektrisch
leitfähige Partikel enthalten und zusammenkalandriert sowie durch Vulkanisation verbunden
sind, dadurch gekennzeichnet, dass er einen mit deionisierten Wasser extrahierbaren Sulfatgehalt < 100 µg/cm2 aufweist.
2. Tisch- oder Werkbankbelag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Schicht hellfarbig ist und 5 bis 12 Gew.-% Antistatika zur Erzeugung der
elektrischen Leitfähigkeit enthält.
3. Tisch- oder Werkbankbelag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Schicht 5 bis 10 Gew.-% elektrisch leitfähiger Partikel und/oder Fasern
zur Erzeugung der elektrischen Leitfähigkeit enthält.
4. Tisch- oder Werkbankbelag nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Gummimischungen aus Polymeren ausgewählt aus den Klassen Styren-Butadien-Kautschuk
(SBR) und/oder Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR) bestehen und 0 bis 50 Gew.-% mineralische
Füllstoffe, 0 bis 10 Gew.-% Pigmente und 0,2 bis 10 Gew.-% eines peroxidischen Vernetzungsmittels
enthalten.
5. Tisch- oder Werkbankbelag nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass er Verarbeitungshilfsmittel enthält.
6. Tisch- oder Werkbankbelag nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichten 2 bis 7 Gew.-% organische Peroxide als Vernetzungsmittel enthalten.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) eine erste Gummimischung unter Zusatz von 0 bis 50 Gew.-% mineralische Füllstoffe,
0 bis 10 Gew.-% Pigmente, 5 bis 12 Gew.-% Antistatika und 0,2 bis 10 Gew.-% eines
peroxidischen Vernetzungsmittels erzeugt wird,
b) eine zweite Gummimischung unter Zusatz von 0 bis 50 Gew.-% mineralische Füllstoffe,
5 bis 10 Gew.-% elektrisch leitfähige Partikel und 0,2 bis 10 Gew.-% eines peroxidischen
Vernetzungsmittels erzeugt wird,
c) aus den Gummimischungen Schichten mit einer Dicke von 0,2 bis 5 mm kalandriert
und
d) die Schichten in einem Pressvorgang bei einem spezifischen Druck von 2 bis 50 bar
und einer Temperatur von 120 bis 250°C verdichtet und vulkanisiert werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass kontinuierliche Schichten erzeugt und kontinuierlich zusammenvulkanisiert werden.
9. Verwendung eines Tisch- oder Werkbankbelags nach einem der Ansprüche 1 bis 6 im Bereich
der Fertigung elektronischer Geräte.
10. Verwendung nach Anspruch 9 im Bereich der Fertigung von Festplatten.