(19)
(11) EP 1 314 678 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
28.05.2003  Patentblatt  2003/22

(21) Anmeldenummer: 02025256.5

(22) Anmeldetag:  13.11.2002
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B66B 5/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 23.11.2001 EP 01811137

(71) Anmelder: INVENTIO AG
CH-6052 Hergiswil (CH)

(72) Erfinder:
  • Elmiger, Pius
    6294 Ermensee (CH)
  • Guo, Lan, Shanghai Schindler Elevator Tech. S. Co.
    Pudong, Shanghai 201203 (CN)
  • Xu, Jian
    Sichuan (CN)

   


(54) Einrichtung zum Schutz von Wartungspersonal


(57) Bei dieser in einem Schachtkopf (1) eines Aufzugsschachtes (2) angeordneten Antriebseinheit (3) ist ein Schutzschild (4) vorgesehen. Eine mittels Tragrahmen (5) und einem unteren Joch und einem oberen Joch (6) getragene Aufzugskabine (7) ist im Aufzugsschacht (2) verfahrbar. Die Antriebseinheit (3) treibt die Aufzugskabine (7) an, wobei die Aufzugskabine (7) beispielsweise mit einem nicht dargestellten, mittels der Antriebseinheit (3) angetriebenen Tragseil mit einem nicht dargestellten Gegengewicht verbunden ist. Das obere Joch (6) und/oder das Dach (8) der Aufzugskabine (7) sind von Wartungspersonal (9) begehbar. Die vertikale Projektion der Antriebseinheit (3) überragt die vertikale Projektion der Aufzugskabine (7), des Tragrahmens (5) und des oberen Joches (6). Der Schutzschild (4) verhindert, dass das Wartungspersonal (9) zwischen Antriebseinheit (3) und Aufzugskabine (7) oder Tragrahmen (5) oder oberes Joch (6) geraten kann. Bei Betätigung des Schutzschildes (4) wird die Aufzugskabine (7) stillgesetzt.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Schutz von in einem Aufzugsschacht Wartungsarbeiten ausführendem Wartungspersonal, wobei die Wartungsarbeiten vom Dach einer im Aufzugsschacht verfahrbaren Aufzugskabine ausgeführt werden und das Wartungspersonal beim Verfahren der Auf zugskabine von Schachtausrüstung ausgehenden Gefahren ausgesetzt ist.

[0002] Aus der Patentschrift EP 0 926 093 ist ein Aufzug mit einer in einem Aufzugsschacht verfahrbaren Aufzugskabine bekannt geworden, wobei vom Kabinendach aus Wartungsarbeiten im Aufzugsschacht ausgeführt werden. Ein im Schachtkopf angeordneter Aufzugsantrieb überragt mit seiner vertikalen Projektion die vertikale Projektion der Aufzugskabine. Erreicht die Aufzugskabine den obersten Stockwerkbereich, besteht die Gefahr, dass das sich auf dem Kabinendach aufhaltende Wartungspersonal zwischen Kabinendach und Auf zugsantrieb eingeklemmt werden kann. Als Sicherheitsmassnahme und zum Vermeiden von Unfällen ist die Begehbarkeit des Kabinendaches mittels eines auf dem Kabinendach angeordneten Geländers eingeschränkt worden, indem das Geländer die Projektionsfläche des Aufzugsantriebes auf dem Kabinendach ausspart und die Begehbarkeit des Kabinendaches ausserhalb der Projektionsfläche des Aufzugsantriebes ermöglicht.

[0003] Ein Nachteil der bekannten Einrichtung liegt darin, dass die Begehbarkeit des Kabinendaches auf jeder Schachthöhe beschränkt ist, obwohl eine Beschränkung nur im obersten Stockwerkbereich notwendig ist.

[0004] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Die Erfindung, wie sie in Anspruch 1 gekennzeichnet ist, löst die Aufgabe, die Nachteile der bekannten Einrichtung zu vermeiden und eine Schutzeinrichtung für in einem Aufzugsschacht Wartungsarbeiten ausführendes Wartungspersonal zu schaffen, die sich auf die Gefahrenstelle beschränkt.

[0005] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Patentansprüchen angegeben.

[0006] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen, dass die Begehbarkeit des Kabinendaches lediglich im Bereich der Gefahrenstelle eingeschränkt ist. Bei den übrigen Kabinenpositionen ist das Kabinendach jedoch vollumfänglich begehbar und für Wartungsarbeiten nutzbar. Dadurch werden die vom Kabinendach aus ausgeführten Wartungsarbeiten erleichtert und können effizienter erledigt werden. Wartungsarbeiten beispielsweise an sich über die gesamte Schachthöhe erstreckende Führungsschienen können nur ausgeführt werden, wenn das gesamte Kabinendach begehbar ist. Dasselbe gilt für schachtseitige Wartungsarbeiten an Stockwerktüren. Im übrigen steht die gesamte Dachfläche des Kabinendaches für den Einbau eines Notausstieges zur Verfügung.

[0007] Anhand der beiliegenden Figuren wird die vorliegende Erfindung näher erläutert.

Es zeigen:



[0008] 

Fig. 1
eine schematische Darstellung einer in einem Schachtkopf angeordneten Schachtausrüstung mit einem Schutzschild, der verhindert, dass Wartungspersonal zwischen Schachtausrüstung und Aufzugskabine geraten kann,

Fig. 2
eine räumliche Darstellung des Schachtkopfes mit mit einem Schutzschild versehener Schachtausrüstung und Aufzugskabine,

Fig. 3
eine Draufsicht des Schutzschildes,

Fig. 4
eine Seitenansicht des Schutzschildes,

Fig. 5
eine räumliche Darstellung des Schutzschildes in Offenlage,

Fig. 5a
einen Ausschnitt A der Fig. 5 und

Fig. 6
Einzelheiten des Schutzschildes im Scharnierbereich.



[0009] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer in einem Schachtkopf 1 eines Aufzugsschachtes 2 angeordneten stationären Schachtausrüstung 3 mit einem Schutzschild 4. Eine mittels Tragrahmen 5 und einem unteren nicht dargestellten Joch und einem oberen Joch 6 getragene Aufzugskabine 7 ist im mittels Bewehrung 2.1 abgegrenzten Aufzugsschacht 2 verfahrbar. Die als stationäre Schachtausrüstung 3 benannte Antriebseinheit 3 treibt die Aufzugskabine 7 an, wobei die Aufzugskabine 7 beispielsweise mit einem nicht dargestellten, mittels der Antriebseinheit 3 angetriebenen Tragseil mit einem nicht dargestellten Gegengewicht verbunden ist. Das obere Joch 6 und/oder das Dach 8 der Aufzugskabine 7 sind von Wartungspersonal 9 begehbar. Die vertikale Projektion der Antriebseinheit 3 überragt die vertikale Projektion der Aufzugskabine 7, des Tragrahmens 5 und des oberen Joches 6. Der Schutzschild 4 verhindert, dass das Wartungspersonal 9 zwischen Antriebseinheit 3 und Aufzugskabine 7 oder Tragrahmen 5 oder oberes Joch 6 geraten kann. Bei Betätigung des Schutzschildes 4 wird die Aufzugskabine 7 stillgesetzt.

[0010] Fig. 2 eine räumliche Darstellung des Schachtkopfes 1 mit der auf dem obersten Stockwerk stehenden Aufzugskabine 7, wobei die Aufzugskabine 7 über eine Stockwerktür 10 erreichbar ist. Am Tragrahmen angeordnete Rollen 11 führen den Tragrahmen 5 und somit die Aufzugskabine 7 entlang von sich über den Aufzugsschacht 2 erstreckenden Führungsschienen 12. Mit 13 sind die Führungsschienen des nicht dargestellten Gegengewichtes bezeichnet. Eine Treibscheibe 14 der Antriebseinheit 3 treibt das nicht dargestellte Tragseil an. Die Antriebseinheit 3 wird von einer Konsole 15 getragen, die auf den Führungsschienen 12,13 abgestützt ist. Der Schutzschild 4 ist an der Konsole 15 schwenkbar angeordnet und in der Normalstellung gezeigt. Eine kleine Schwenkbewegung des Schutzschildes 4 nach oben setzt die Aufzugskabine 7 still. Damit die Antriebseinheit 3 an der Unterseite zugänglich ist, ist der Schutzschild 4 um etwa 90° nach unten schwenkbar. Im weiteren ist im Schachtkopf 1 ein auch als stationäre Schachtausrüstung geltender Geschwindigkeitsbegrenzer 16 angeordnet.

[0011] Fig. 3 zeigt eine Draufsicht und Fig. 4 eine Seitenansicht des Schutzschildes, der im wesentlichen aus einem an der Konsole 15 angeordneten Gehäuse 17 und aus einer Haube 18 besteht. Am Gehäuse 17 angeordnet ist ein erster Endschalter 19 zur Überwachung der Auslöselage der Haube 18 und ein zweiter Endschalter 20 zur Überwachung der Offenlage der Haube 18. Eine an der Haube 18 angeordnete Fahne 21 betätigt den ersten Endschalter 19. Der zweite Endschalter 20 wird von einer an der Haube 18 angeordneten Fahne 22 betätigt. Die Endlage der Haube 18 wird mittels eines am Gehäuse 17 angeordneten, einstellbaren Anschlages 23 bestimmt, der den Weg eines Rücksprunges 24 der Haube 18 begrenzt. Die Endlage der Haube 18 ist in Fig. 4 mit EL bezeichnet. Die Auslöselage, bei der der erste Endschalter 19 betätigt wird, ist in Fig. 4 mit AL bezeichnet, wobei der erste Endschalter 19 den Sicherheitskreis der Aufzugsanlage unterbricht und damit die Aufzugskabine 7 stillsetzt. Die Normallage ist in Fig. 4 mit NL und die Offenlage ist in Fig. 4 mit OL bezeichnet. Der Schwenkwinkel zwischen der Endlage EL und der Auslöselage AL ist mit SW1, der Schwenkwinkel zwischen der Auslöselage AL und der Normallage NL ist mit SW2 und der Schwenkwinkel zwischen der Normallage NL und der Offenlage OL der Haube 18 ist mit SW3 bezeichnet.

[0012] Fig. 5 und Fig. 5a zeigen eine räumliche Darstellung des Schutzschildes 4 in Offenlage. Im Rücksprung 24 ist eine Öffnung 25 angeordnet, durch die beim Schliessen der Haube 18 eine Rückhaltefeder 26 tritt. Die Z-förmige Rückhaltefeder 26 hält die Haube 18 in der Normallage NL und ermöglicht eine Haubenbewegung bis zur Endlage EL. Das mit der Öffnung 25 verrastende Ende der Rückhaltefeder 26 kann unter Krafteinwirkung aus der Raststellung gelöst werden, wobei die Haube 18 nach unten in die Offenstellung schwenkbar ist. Die Haube 18 weist im Führungsschienenbereich eine Ausnehmung 18.1 auf, die das Schwenken der Haube 18 ermöglicht.

[0013] Fig. 6 zeigt Einzelheiten des Schutzschildes 4 im Scharnierbereich. Ein mit 27 bezeichnetes Scharnier ermöglicht die Schwenkbewegung der Haube 18. Das Scharnier 27 verbindet die Haube 18 schwenkbar mit dem Gehäuse 17, das mittels Schrauben 28 an der Konsole 15 angeordnet ist. Das Scharnier 27 ist einenends mittels Schrauben 29 mit dem Gehäuse 17 und anderenends mittels Schrauben 30 mit der Haube 18 verbunden.

[0014] Der Schutzschild 4 kann auch für andere Schachtausrüstung als die Antriebseinheit 3 verwendet werden. Beispielsweise kann der den Aufzugsmotor mit elektrischer Energie versorgende Frequenzumformer oder Umlenkrollen oder Aufhängungen oder andere die Aufzugskabine nicht überragende Teile mit einem Schutzschild versehen werden. Ausserdem können mehrere Schachtausrüstungsteile mit einer Schutzhaube versehen sein. Anstelle des Schutzschildes kann auch eine beispielsweise aufklebbare drucksensitive Folie verwendet werden.


Ansprüche

1. Einrichtung zum Schutz von in einem Aufzugsschacht (2) Wartungsarbeiten ausführendem Wartungspersonal (9), wobei die Wartungsarbeiten vom Dach (8) einer im Aufzugsschacht (2) verfahrbaren Auf zugskabine (7) ausgeführt werden und das Wartungspersonal (9) beim Verfahren der Aufzugskabine (7) von Schachtausrüstung (3) ausgehenden Gefahren ausgesetzt ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schutzeinrichtung (4) an der Schachtausrüstung (3) angeordnet ist und bei Unfallgefahr die Aufzugskabine (7) stillsetzt.
 
2. Einrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schutzeinrichtung ein Schutzschild (4) ist, der verhindert, dass das Wartungspersonal (9) zwischen Schachtausrüstung (3) und Aufzugskabine (7) geraten kann.
 
3. Einrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schutzschild (4) aus einem an einer Konsole (15) der Schachtausrüstung (3) angeordneten Gehäuse (17) und aus einer am Gehäuse (17) schwenkbar angeordneten Haube (18) besteht, wobei die Stellung der Haube (18) überwachbar ist.
 
4. Einrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Überwachung der Auslöselage (AL) und zur Überwachung der Offenlage (OL) der Haube (18) Sensoren (19,20) vorgesehen sind.
 
5. Einrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass am Gehäuse (17) eine Rückhaltefeder (26) angeordnet ist, die die Haube (18) in der Normallage NL hält und eine Haubenbewegung bis zur Endlage EL ermöglicht.
 
6. Einrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rastfeder (26) Z-förmig ist und mit einer Öffnung (25) des Haubenrücksprunges (24) verrastet.
 




Zeichnung






















Recherchenbericht