[0001] Die Erfindung betrifft ein Beschlagteil für einen Treibstangenbeschlag mit einem
auf einer Treibstange befestigten Schließzapfen, mit einem zur Befestigung auf der
Treibstange vorgesehenen Fußteil, mit einem mit dem Fußteil verbundenen Kopfteil,
bei dem das Fußteil und das Kopfteil Formschlussflächen zur drehfesten formschlüssigen
Verbindung haben und bei dem eine Außenmantelfläche des Kopfteils exzentrisch zu seinen
Formschlussflächen angeordnet ist, mit einem Federelement zur Vorspannung des Kopfteils
aus einer Stellung, in der ein Formschluss der Formschlussflächen gelöst ist, in eine
Position, in der durch die Formschlussflächen ein Formschluss zwischen dem Fußteil
und dem Kopfteil erzeugt ist.
[0002] Solche Beschlagteile sind beispielsweise aus der DE 27 33 710 C2 und der DE 27 05
802 C3 bekannt. Das Beschlagteil wird beispielsweise an einem Flügel eines Fensters,
einer Fenstertür oder dergleichen montiert. Ein Schließblech wird dem Schließzapfen
gegenüberstehend an einem Rahmen des Fensters montiert. Hierbei hat das Fußteil an
seinem der Treibstange abgewandten Ende einen Absatz oder eine Scheibe, an dem sich
das Federelement abstützt. Zur Verstellung des Kopfteils wird dieses von der Treibstange
gegen die Kraft des Federelementes weggezogen und damit der Formschluss der Formschlussflächen
gelöst. Anschließend kann das Kopfteil gedreht werden und damit die exzentrische Außenmantelfläche
des Kopfteils in eine andere Stellung gegenüber dem Schließblech gebracht werden.
Hierdurch lässt sich in Schließstellung des Treibstangenbeschlages eine Vorspannung
des Flügels gegen den Rahmen einstellen. Diese Beschlagteile haben den Vorteil, dass
das Fußteil fest in der Treibstange montiert sein kann und daher eine dauerhafte Einstellung
der Vorspannung des Flügels gewährleistet ist.
[0003] Nachteilig bei dem bekannten Beschlagteil ist jedoch, dass der Schließzapfen bei
einem Aufbruchversuch des Fensters aus dem Schließblech herausgezogen werden kann.
Daher ist beispielsweise aus der DE GM 84 37 256 ein Schließzapfen bekannt geworden,
bei dem das Kopfteil an seinem der Treibstange abgewandten Ende einen umlaufenden
Rand zum Hintergreifen eines Vorsprungs des Schließblechs aufweist. Zur Einstellung
der Vorspannung des Flügels ist das Fußteil bei diesem Schließzapfen exzentrisch gestaltet
und lässt sich gegenüber der Treibstange verdrehen. Nachteilig bei diesem Schließzapfen
ist jedoch, dass sich die Befestigung des Fußteils in der Treibstange bei häufiger
Beanspruchung lösen kann und damit eine dauerhafte Einstellung des Schließzapfens
nicht gewährleistet ist.
[0004] Man könnte daran denken, das Kopfteil des Schließzapfens nach der DE 27 33 710 C2
und der DE 27 05 802 C3 mit einem umlaufenden Rand zu versehen. Dies führt jedoch
dazu, dass das Kopfteil bei einem Aufbruchversuch von den Formschlussflächen des Fußteils
weggezogen wird und sich anschließend verstellen kann. Im ungünstigsten Fall kann
dabei das Kopfteil von dem Fußteil getrennt werden.
[0005] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein Beschlagteil der eingangs genannten
Art so zu gestalten, dass es einen Rand des Schließblechs zu hintergreifen vermag
und eine Verstellung der Vorspannung bei einem Aufbruchversuch zuverlässig vermieden
wird.
[0006] Dieses Problem wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Richtung der Vorspannung
des Kopfteils von der Treibstange weg weist, dass das Kopfteil auf die Treibstange
zugbeweglich gehalten ist und dass ein umlaufender Rand zur Hintergreifung eines Vorsprungs
eines Schließblechs auf dem Kopfteil angeordnet ist.
[0007] Durch diese Gestaltung hintergreift in Schließstellung des Treibstangenbeschlages
der Rand des Kopfteils den Vorsprung des Schließblechs. Damit lässt sich der Schließzapfen
nicht mehr aus dem Schließblech herausziehen. Zur Verstellung der Vorspannung des
Flügels gegen den Rahmen muss das Kopfteil in Richtung der Treibstange gedrückt werden.
Anschließend lässt sich das Kopfteils mit seiner exzentrischen Außenmantelfläche einfach
gegenüber dem Fußteil verdrehen. Bei einem Zug des Kopfteils von dem Fußteil weg,
verbleiben die Formschlussflächen in Eingriff. Eine Verstellung der Vorspannung des
Flügels gegen den Rahmen bei einem Aufbruchversuch wird daher zuverlässig verhindert.
[0008] Das Kopfteil lässt sich in verriegelter Stellung des Treibstangenbeschlages weder
von der Treibstange wegziehen noch zur Verstellung in Richtung der Treibstange hineindrücken,
wenn eine die Treibstange abdeckende Stulpschiene in einer vorgesehenen Offenstellung
eine Verbreiterung in einem Langloch zur Aufnahme des Kopfteils aufweist und wenn
das Langloch in seinen übrigen Bereichen schmaler gestaltet ist als das Kopfteil.
Durch diese Gestaltung besteht ausschließlich in der Offenstellung des Treibstangenbeschlages
die Möglichkeit der Einstellung der Vorspannung. Bei einem Dreh-Kippbeschlag ist die
Offenstellung vorzugsweise die Dreh-Offenstellung.
[0009] Ein Verhaken des Kopfteils des Schließzapfens in der Ausnehmung lässt sich gemäß
einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung einfach vermeiden, wenn die
Verbreiterung auf ihrer dem Kopfteil zugewandten Seite der Stulpschiene eine Rampe
aufweist.
[0010] Ein Trennen des Kopfteils von dem Fußteil bei einem Aufbruchversuch lässt sich gemäß
einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung zuverlässig vermeiden, wenn
das Fußteil an seinem der Treibstange abgewandten Ende einen nach außen weisenden
Vorsprung und das Kopfteil einen sich in Grundstellung an dem Vorsprung abstützenden,
nach innen weisenden Anschlag hat. Hierdurch vermag das Fußteil sehr hohe, in das
Kopfteil eingeleitete Zugkräfte aufzunehmen.
[0011] Das erfindungsgemäße Beschlagteil gestaltet sich konstruktiv besonders einfach, wenn
sich das Federelement mittelbar oder unmittelbar an der Treibstange abstützt.
[0012] Der Schließzapfen lässt sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der
Erfindung mit geringem Aufwand zu einer Einheit vormontieren, wenn das Fußteil eine
Verbreiterung oder Ausnehmung zur Abstützung des Federelementes vor der Montage des
Schließzapfens an der Treibstange hat.
[0013] Zur Verringerung der Fertigungskosten des Schließzapfens trägt es gemäß einer anderen
vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung bei, wenn die Verbreiterung einstückig mit
dem Fußteil gefertigt ist. Als Verbreiterung eignet sich insbesondere eine konische
Gestaltung des Schaftes oder dessen nachträgliche Verstemmung.
[0014] Die Verbreiterung vermag gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung
die Kräfte des Federelementes zuverlässig abzustützen, wenn ein die Verbreiterung
des Fußteils bildendes Element stoffschlüssig oder formschlüssig mit dem Fußteil verbunden
ist. Im einfachsten Fall besteht die Verbreiterung aus einem Klebewulst. Alternativ
dazu kann die Verbreiterung auch von einem mit dem Fußteil verbundenen Ringelement
erzeugt werden.
[0015] Das von dem Federelement in seine Lage vorgespannte Kopfteil vermag gemäß einer anderen
vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung Toleranzen von Spaltmaßen zwischen dem Flügel
und dem Rahmen auszugleichen, wenn das Kopfteil das Fußteil überragt. Dadurch, dass
das Kopfteil federnd vorgespannt ist, hat es in seiner Achsrichtung eine Bewegungsmöglichkeit
und kann sich bei besonders geringen oder besonders großen Spaltmaßen selbständig
einstellen.
[0016] Die Erfindung lässt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung
ihres Grundprinzips ist eine davon in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend
beschrieben. Diese zeigt in
- Fig.1
- einen Längsschnitt durch ein erfindungsgemäßes Beschlagteil,
- Fig.2
- einen Längsschnitt durch einen vormontierten Schließzapfen des Beschlagteils aus Figur
1,
- Fig.3
- eine Explosionsdarstellung des Schließzapfens aus Figur 2.
[0017] Figur 1 zeigt einen Längsschnitt durch ein erfindungsgemäßes Beschlagteil 1 mit einer
an einer Stulpschiene 2 längsverschieblich geführten Treibstange 3. Das Beschlagteil
1 ist zur Montage in einem als Dreh-Kippbeschlag ausgebildeten Treibstangenbeschlag
vorgesehen und in einer Offenstellung dargestellt, in der ein Schließzapfen 4 in der
Mitte eines Langlochs 5 angeordnet ist. In den Endstellungen des Langlochs 5 kennzeichnet
der Schließzapfen 4 eine Verriegelungsstellung oder eine Kippstellung des Treibstangenbeschlages.
Das Beschlagteil 1 wird beispielsweise an einem Flügel eines Fensters montiert. Auf
einer dem Schließzapfen 4 gegenüberstehenden Stellung eines Rahmens des Fensters wird
ein Schließblech montiert. In der Verriegelungsstellung greift der Schließzapfen 4
in das Schließblech ein und zieht den Flügel gegen den Rahmen.
[0018] Der Schließzapfen 4 weist ein mit der Treibstange 3 vernietetes Fußteil 6 und ein
Kopfteil 7 auf. Das Kopfteil 7 ist von einem als Wendelfeder ausgebildeten Federelement
8 von der Treibstange 3 weg vorgespannt und weist an seinem freien Ende einen umlaufenden
Rand 9 auf. Dieser Rand 9 dient im montierten Zustand des Beschlagteils zum Hintergreifen
eines Vorsprungs des Schließblechs und verhindert damit, dass der Rahmen und der Flügel
bei einem Aufbruchversuch auseinandergezogen werden können. In der dargestellten Position
des Schließzapfens 4 weist das Langloch 5 eine Verbreiterung 10 auf. Die Verbreiterung
10 hat dem Kopfteil 7 entsprechende Abmessungen, während die übrigen Bereiche des
Langlochs 5 schmaler sind und nur die Breite des Federelementes 8 haben. Damit lässt
sich das Kopfteil 7 in der eingezeichneten Stellung gegen die Kraft des Federelementes
8 gegen die Treibstange 3 drückten. In einer anderen Position des Schließzapfens 4
verhindert die geringe Breite des Langlochs 5 die Möglichkeit eines Eindrückens des
Kopfteils 7. Die Verbreiterung 10 weist in ihren in das Langloch 5 übergehenden Bereichen
Rampen 11 auf. In einer alternativen, nicht dargestellten Ausführungsform kann das
Federelement 8 im Bereich des Langlochs 5 eine Schutzhülse aufweisen, die verhindert,
dass das Federelement 8 in dem Langloch 5 reibt.
[0019] Das Kopfteil 7 und das Fußteil 6 haben miteinander in Eingriff befindliche Formschlussflächen
12, 13. Diese Formschlussflächen 12, 13 sind hier jeweils als Sechskant ausgebildet
und verhindern ein Verdrehen des Kopfteils 7 gegenüber dem Fußteil 6. Weiterhin hat
das Kopfteil 7 eine exzentrisch zu seinen Formschlussflächen 13 angeordnete Außenmantelfläche
14. Das Federelement 8 stützt sich an der Treibstange 3 ab und spannt das Kopfteil
7 mit einem Anschlag 15 gegen einen nach außen weisenden Vorsprung 16 des Fußteils
6 vor. Bei einem Eindrücken des Kopfteils 7 in die Verbreiterung 10 des Langlochs
5 wird der Formschluss zwischen dem Kopfteil 7 und dem Fußteil 6 gelöst, so dass das
Kopfteil 7 verdreht werden kann. Nach dem Loslassen des Kopfteils 7 gelangen die Formschlussflächen
12, 13 erneut in Eingriff. Damit gelangt eine andere Stellung der Außenmantelfläche
14 in den Eingriff mit dem Schließblech des Treibstangenbeschlages. Hierdurch wird
die Vorspannung des Flügels gegen den Rahmen eingestellt.
[0020] Die Einstellung der Höhe des Randes 9 wird dadurch ermöglicht, dass das Kopfteil
7 das Fußteil 6 überragt. Damit lässt sich das Kopfteil 7 zum Toleranzausgleich gegen
die Kraft des Federelementes 8 auf die Treibstange 3 zubewegen.
[0021] Figur 2 zeigt stark vergrößert den Schließzapfen 4 aus Figur 1 vor der Montage an
dem Beschlagteil 1. Ein in der Treibstange 3 aus Figur 1 zu vernietender Schaft 17
weist eine Verbreiterung 18 zur Abstützung des Federelementes 8 auf. Die Verbreiterung
18 weist ein von einer Verstemmung 19 an dem Schaft 17 befestigtes Ringelement 20
auf. Alternativ dazu kann durch die Verstemmung 19 ein Rand aufgebaut werden, der
das Federelement 8 hält. Ebenfalls kann das Ringelement 20 von einer Unterlegscheibe
oder einem Klebewulst erzeugt werden. Alternativ dazu kann der Schaft 17 eine Ausnehmung
aufweisen, in die das freie Ende des Federelementes 8 eingeführt wird.
[0022] Figur 3 zeigt eine Explosionsdarstellung des Schließzapfens 4 aus Figur 1. Hierbei
ist zu erkennen, dass das Fußteil 6 bolzenförmig gestaltet ist, wobei der nach außen
weisende Vorsprung 16 zum Abstützen des Kopfteils 7 zylindrisch gestaltet ist. Zwischen
dem Schaft 17 und dem Vorsprung 16 sind die Formschlussflächen 12, 13 angeordnet.
Das Kopfteil 6 weist eine Tasche 21 zur Aufnahme des Federelementes 8 auf.
1. Beschlagteil für einen Treibstangenbeschlag mit einem auf einer Treibstange befestigten
Schließzapfen, mit einem zur Befestigung auf der Treibstange vorgesehenen Fußteil,
mit einem mit dem Fußteil verbundenen Kopfteil, bei dem das Fußteil und das Kopfteil
Formschlussflächen zur drehfesten formschlüssigen Verbindung haben und bei dem eine
Außenmantelfläche des Kopfteils exzentrisch zu seinen Formschlussflächen angeordnet
ist, mit einem Federelement zur Vorspannung des Kopfteils aus einer Stellung, in der
ein Formschluss der Formschlussflächen gelöst ist, in eine Position, in der durch
die Formschlussflächen ein Formschluss zwischen dem Fußteil und dem Kopfteil erzeugt
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Richtung der Vorspannung des Kopfteils (7) von der Treibstange (3) weg weist,
dass das Kopfteil (7) auf die Treibstange (3) zugbeweglich gehalten ist und dass ein
umlaufender Rand (9) zur Hintergreifung eines Vorsprungs eines Schließblechs auf dem
Kopfteil (7) angeordnet ist.
2. Beschlagteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine die Treibstange (3) abdeckende Stulpschiene (2) in einer vorgesehenen Offenstellung
eine Verbreiterung (10) in einem Langloch (5) zur Aufnahme des Kopfteils (7) aufweist
und dass das Langloch (5) in seinen übrigen Bereichen schmaler gestaltet ist als das
Kopfteil (7).
3. Beschlagteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbreiterung (10) auf ihrer dem Kopfteil (7) zugewandten Seite der Stulpschiene
(4) eine Rampe (11) aufweist.
4. Beschlagteil nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Fußteil (6) einen nach außen weisenden Vorsprung (16) und das Kopfteil (7) einen
sich in Grundstellung an dem Vorsprung (16) abstützenden, nach innen weisenden Anschlag
(15) hat.
5. Beschlagteil nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich das Federelement (8) mittelbar oder unmittelbar an der Treibstange (3) abstützt.
6. Beschlagteil nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das der Treibstange (3) nahe Ende des Fußteils (6) eine Verbreiterung (18) oder Ausnehmung
zur Abstützung des Federelementes (8) vor der Montage des Schließzapfens (4) an der
Treibstange (3) hat.
7. Beschlagteil nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbreiterung (18) einstückig mit dem Fußteil (6) gefertigt ist.
8. Beschlagteil nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein die Verbreiterung (18) des Fußteils (6) bildendes Element stoffschlüssig oder
formschlüssig mit dem Fußteil (6) verbunden ist.
9. Beschlagteil nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopfteil (7) das freie Ende des Fußteils (6) überragt.