[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Fälschungssicherheit von Berechtigungsausweisen,
auf welchen eine Berechtigung identifizierende Klartextinformationen aufgebracht sind.
Weiterhin betrifft die Erfindung einen Berechtigungsausweis zur Anwendung in einem
fälschungsgesicherten System.
[0002] Berechtigungsausweise sind in vielen Bereichen eingesetzt und üblich, beispielsweise
in der Fahrausweistechnik, Flugtickets, aber auch Eintrittskarten, Parkausweise und
dergleichen. Die Problematik wird im folgenden anhand der Fahrausweistechnik erläutert.
[0003] In der Fahrausweistechnik werden einem Kunden Fahrausweise als Nachweis der Berechtigung
zur Erlangung einer Transportdienstleistung ausgestellt. Diese Fahrausweise enthalten
üblicherweise Aufdrucke in Klarschrift, zum Beispiel über
- die geographische Gültigkeit des Fahrausweises, Start und Ziel einer Fahrt, Tarifzonen,
Gültigkeitsbereiche und dergleichen;
- die zeitliche Gültigkeit eines Fahrausweises;
- die Fahrzeug-/Sitzplatzklasse;
- den Personenkreis, für den der Fahrausweis Gültigkeit hat, wobei typische Preisreduktionen
üblicherweise die Überprüfung durch Kontrollpersonal erforderlich machen, um die Berechtigung
für Schülertarife, Rentnertarife, Sozialtarife, Vorteilskarten wie BahnCard oder dergleichen
zu überprüfen und
- andere Informationen wie beispielsweise Fahrpreis, Seriennummer des Fahrscheins, Nummer
des Verkaufsgerätes usw.
[0004] Die Details dieser Informationen hängen vom Tarifkonzept der jeweiligen Verkehrsgesellschaft
bzw. des Verkehrsverbundes ab.
[0005] Die beispielhaft genannten Informationen können auf einem Fahrausweis ebenfalls in
maschinenlesbarer Form abgelegt sein. Der Zweck hierfür ist einerseits die maschinenkontrollierte
Gewährung des Zugangs zum Verkehrssystems, wobei das System in diesem Fall geschlossen
ist und durch maschinenkontrollierte Barrieren betreten und/oder verlassen werden
kann. Andererseits liegt der Zweck in der maschinenunterstützten Kontrolle des Zugangs
zum Verkehrssystem, wobei die Fahrausweise unter menschlicher Aufsicht durch Maschinen
gelesen werden, beispielsweise beim Zugang zu Bussen usw., die mit einem Lesegerät
eingangsseitig ausgestattet sind, wie dies z. B. in den USA üblich ist. Der Fahrer
überwacht in diesem Fall das maschinelle Lesen. Ein weiterer Zweck ist die maschinengestützte
Kontrolle von Fahrausweisen im Verkehrssystem. In diesem Fall hat ein Kontrolleur
im Fahrzeug ein tragbares Lesegerät, das die maschinenlesbaren Daten ausliest, wertet
und das Ergebnis dem Kontrolleur mitteilt.
[0006] Gängige Verfahren zum Aufbringen maschinenlesbarer Informationen auf Fahrausweisen
sind Magnetstreifen oder elektronische Speichermedien wie beispielsweise Chipkarten,
Transponderkarten und dergleichen.
[0007] Abgesehen davon, daß diese Verfahren mit dem Nachteil relativ kostspieliger Technologie
verbunden sind, seien es Geräte für die Handhabung von Magnetstreifen oder das Einbringen
elektronischer Speichermedien in den Fahrschein, können sowohl Chipkarten als auch
Transponderkarten manipuliert werden, beispielsweise gegen elektronisches Überprüfen,
zerstört werden und dergleichen.
[0008] Vor dem Hintergrund des beschriebenen Standes der Technik liegt der vorliegenden
Erfindung die
Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Fälschungssicherung von Berechtigungsausweisen sowie
Berechtigungsausweise bereitzustellen, welche mit geringem wirtschaftlichem und technischem
Aufwand eine größtmögliche Kontrollmöglichkeit und einen umfassenden Fälschungsschutz
bereitstellen.
[0009] Zur technischen
Lösung dieser Aufgabe wird verfahrensseitig vorgeschlagen ein Verfahren zur Fälschungssicherung
von mit einer Berechtigung identifizierende Klartextinformationen versehenen Berechtigungsausweisen,
wobei die Klartextinformationen unter Anwendung eines Schlüssels codiert und der sich
ergebende Code auf dem Berechtigungsausweis aufgebracht wird.
[0010] Mit der Erfindung wird vorteilhafterweise vorgeschlagen, Klartextinformationen unter
Verwendung eines Schlüssels zu codieren und den Code ebenfalls auf den Berechtigungsausweis
aufzubringen. Gemäß einem vorteilhaften Vorschlag der Erfindung erfolgt dies durch
Aufdrucken. In vorteilhafter Weise ist der aufgebrachte Code maschinenlesbar, beispielsweise
ein Strichcode.
[0011] Ein zumindest bedruckbarer, üblicherweise papierbasierter Berechtigungsausweis, der
weder Magnetstreifen noch elektronische Speichermedien benötigt, wird bei seiner Produktion
mit einem Aufdruck in Klarschrift und einem maschinenlesbaren Aufdruck versehen. Dies
kann beispielsweise ein Strichcode sein. Die im Strichcode abgebildeten Informationen
werden zusätzlich durch eine Verschlüsselung der zu repräsentierenden Daten geschützt.
Die Verschlüsselung erhöht die Fälschungssicherheit, da sie selbst für solche Fälscher,
die Fahrscheine mit geändertem oder gefälschtem Klartext nachbilden können, eine unumgehbare
Barriere darstellt, denn ohne Kenntnis des Schlüssels kann kein nachvollziehbarer
Zusammenhang zwischen Klartext und Strichcode hergestellt werden.
[0012] In vorteilhafter Weise ist der Code rückwandelbar bzw. reproduzierbar. So ist beispielsweise
im Rahmen der Erfindung vorgeschlagen, daß mittels eines Rechners, einem Lesegerät
bzw. einem handheld-Computer oder dergleichen, die Codierung erfaßt wird. Dies kann
durch Eintippen in eine Tastatur oder ein automatisches maschinelles Lesen erfolgen.
Zunächst kann der Strichcode mit Akzeptanzinformationen versehen werden, wodurch ein
Nachbilden bereits erschwert wird. Es wird vorgeschlagen, daß unterschiedliche Informationen
mit unterschiedlichen Schlüsseln codiert werden, vorzugsweise derart, daß jeweils
unterschiedliche Schlüssel in Abhängigkeit von Merkmalen des jeweiligen Berechtigungsausweises
gewählt werden. Weiterhin wird der Strichcode unter Anwendung des vorzugsweise geheimen
Schlüssels decodiert und daraus die Klartextinformation erstellt. Dies kann beispielsweise
unter Verwendung einer Datenbank erfolgen. Umgekehrt kann die Klartextinformation
im Rechner erfaßt und unter Verwendung des geheimen Schlüssels erneut codiert werden.
Es lassen sich somit verschiedene Kontrollen durchführen. So können nach Reproduzierung
des Codes aus Klartextinformationen der reproduzierte Code mit dem auf dem Berechtigungsausweis
vorhandene Code verglichen werden. Wird der auf dem Berechtigungsausweis aufgebrachte
Code erfaßt, kann daraus die Klartextinformation gebildet und mit der auf dem Berechtigungsausweis
vorhandenen Klartextinformation verglichen werden. Es lassen sich somit Inkonsistenzen
ohne weiteres feststellen.
[0013] In vorteilhafter Weise kann eine Mehrzahl von Schlüsseln verwendet werden, um eine
Fälschung weiterhin zu erschweren. Dabei können beispielsweise Prüfziffern verwendet
werden, die auf einen bestimmten aus einer hinterlegten Anzahl von Schlüsseln verweisen.
Somit ist die Schlüsselwahl dynamisch und mit der abzubildenden Information verknüpfbar.
[0014] Die Erfindung stellt einen neuartigen Berechtigungsausweis bereit, welcher neben
der Klartextinformation einen aus dieser unter Anwendung eines Schlüssels ermittelten
Code aufweist, welcher aufgedruckt und/oder maschinenlesbar gebildet sein kann. Ein
solcher Berechtigungsausweis ermöglicht den Aufbau eines fälschungssicheren und einfachen
Kontrollsystems.
[0015] Die Erfindung ermöglicht es insbesondere, Berechtigungsausweise in Niedrigpreissegmenten,
beispielsweise kurze Gültigkeitsdauer, geringer Fahrpreis und dergleichen, kostengünstig
zu erstellen. Dies wird begünstigt durch geringe Materialkosten und geringe Gerätekosten
für die Handhabung. Damit wird eine wirtschaftliche Balance zwischen Verschlüsselungsaufwand
und Fälschungssicherheit erreicht. Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus
der Möglichkeit der Verwendung umweltfreundlich entsorgbarer Materialien, wobei Entsorgungen
ohne Trennung möglich sind, die Verwendung sogenannter Bildscanner in nachgelagerter
Bildverlagerungssoftware und dergleichen, also eine einfache Anpassung an die aktuelle
Technologie.
[0016] Weitere Vorteile und Merkmale ergeben sich aus der folgenden Beschreibung anhand
der Figuren. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines Systems für die Verwendung erfindungsgemäßer Berechtigungsausweise
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren.
[0017] In einem Verfahrensschritt 1 wird, beispielsweise unter Verwendung eines Automaten,
durch einen Nutzer eine Produktauswahl getroffen, beispielsweise eine Fahrt von, nach,
in einem gehenden Zeitraum zu einem bestimmten Preis. Im Verfahrensschritt 2 wird
automatenseitig durch einen Rechner aus den Informationen eine Klartextinformation
erstellt und diese unter Verwendung eines geheimen Schlüssels in eine Codierung umgewandelt.
Unter Zuführung eines beispielsweise papierenen Fahrscheins 3 wird im Verfahrensschritt
4 der Fahrschein bedruckt, so daß der Fahrschein 3 mit Klartextinformationen 5 und
einer Codierung versehen ist, im gezeigten Ausführungsbeispiel einem Strichcode 6.
Um nun eine Kontrolle durchführen zu können, wird mit einem Lesegerät 7 im gezeigten
Ausführungsbeispiel die Codierung 6 ausgelesen. Im Verfahrensschritt 8 wird die Codierung
6 unter Anwendung eines Schlüssels umgewandelt und es werden die Klartextinformationen
ermittelt. Auf dem als tragbares Gerät ausgebildeten Lesegerät 7 wird auf einem Monitor
dann dem Kontrollpersonal die Klartextinformation 9 angezeigt. Es ist somit direkt
möglich, die auf dem Berechtigungsausweis 3 aufgebrachten Klartextinformationen 5
mit den aus dem Code 6 ermittelten Klartextinformationen 9 zu vergleichen und damit
die Gültigkeit des Berechtigungsausweises zu überprüfen.
[0018] Das beschriebene Ausführungsbeispiel dient nur der Erläuterung und ist nicht beschränkend.
Bezugszeichenliste
[0019]
- 1
- Produktwahl
- 2
- Codierung
- 3
- Fahrschein
- 4
- Druck
- 5
- Klartext
- 6
- Strichcode
- 7
- Lesegerät
- 8
- Decodierung
- 9
- Klartextanzeige
1. Verfahren zur Fälschungssicherung von mit einer Berechtigung identifizierende Klartextinformationen
versehenen Berechtigungsausweisen, wobei die Klartextinformationen unter Anwendung
eines Schlüssels codiert und der sich ergebende Code auf dem Berechtigungsausweis
aufgebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Code durch Drucken aufgebracht wird.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Code maschinenlesbar ausgebildet wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Code unter Anwendung des Schlüssels in Klartextinformationen rückwandelbar ist.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Code reproduzierbar ist.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mittels eines Rechners die Übereinstimmung der Klartextinformationen mit dem Code
unter Anwendung eines im Rechner gespeicherten Schlüssels überprüfbar ist.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils unterschiedliche Schlüssel in Abhängigkeit von Merkmalen des jeweiligen Berechtigungsausweises
gewählt werden.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß ein geheimer Schlüssel verwendet wird.
9. Berechtigungsausweis mit eine Berechtigung identifizierenden Klartextinformation,
dadurch gekennzeichnet, daß dieser einen unter Anwendung eines Schlüssels aus den Klartextinformationen ermittelten
Code aufweist.
10. Berechtigungsausweis nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß dieser einen aufgedruckten Code aufweist.
11. Berechtigungsausweis nach einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß dieser einen maschinenlesbaren Code aufweist.