[0001] Die Erfindung betrifft ein Kokillenrohr zum Stranggießen von Metallen gemäß den Merkmalen
im Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Zum Abführen der beim Stranggießen von Metallen anfallenden Wärme ist es bekannt,
ein Kokillenrohr in einen Wasserleitmantel einzubauen. Hierbei ist dafür Sorge getragen,
daß aufgrund der Innenabmessungen des Wasserleitmantels einerseits und der Außenabmessungen
des Kokillenrohrs andererseits ein wärmetechnisch genau definierter Spalt gebildet
wird, durch den von unten nach oben Kühlwasser fließt, welches die anfallende Wärme
aufnimmt und abtransportiert. Wird ein Kokillenrohr im Beam-Blank-Format eingesetzt,
so muß auch die Innenkontur des Wasserleitmantels der Außenkontur eines solchen Formats
entsprechen.
[0003] Die Abfuhr der Wärme mittels des Kühlwassers wird weitgehend durch die Wassergeschwindigkeit
im Spalt zwischen dem Kokillenrohr und dem Wasserleitmantel bestimmt. Dieser Spalt
vergrößert sich jedoch bei jeder Rekalibrierung eines Kokillenrohrs aufgrund der verschleißbedingten
Abnutzung und der dadurch zwangsläufig hervorgerufenen Reduzierung der Wanddicke eines
Kokillenrohrs. Die Vergrößerung des Wasserspalts ist indessen mit einer Reduktion
der Wassergeschwindigkeit und folglich auch mit einer Reduzierung der Wärmeabfuhr
verbunden.
[0004] Aus der GB 954 719 ist es bekannt, Kokillen zum Stranggießen von Metallen mit Kühlbohrungen
zu versehen, die sich sowohl in Längsrichtung als auch in Querrichtung des Kokillenrohrs
erstrecken. Bei Kokillenrohren im Beam-Blank-Format ergibt sich allerdings das Problem,
daß Kühlbohrungen quer zur Längserstreckung nur mit großem Aufwand in die Kokillenrohre
eingebracht werden können. Zudem entstehen bei der speziellen Geometrie des Beam-Blank-Formats
extreme lokale Wärmebelastungen in den Übergängen zwischen einerseits einen Flanschbereich
und andererseits einen Stegbereich begrenzenden Wandabschnitten. Diese lokale Wärmebelastung
führt bei ungünstigen geometrischen Verhältnissen der Übergänge zu einer Überhitzung
des Kokillenrohrs und zu einer drastischen Reduzierung seiner Standzeit.
[0005] Die Erfindung liegt - ausgehend vom Stand der Technik - die Aufgabe zugrunde, ein
Kokillenrohr zum Stranggießen von Metallen zu schaffen, das eine verbesserte Standzeit
besitzt und bei welchem lokale Überhitzungen vermieden werden.
[0006] Eine erste Lösung der Aufgabe besteht in den Merkmalen des Patentanspruchs 1.
[0007] Nach den Merkmalen des Patentanspruchs 1 ist jetzt der Abstand von zwei in den Übergängen
einander benachbarter Kühlkanäle kleiner als der Abstand benachbarter Kühlkanäle in
den übrigen Wandabschnitten.
[0008] Hiermit ist zunächst der Vorteil verbunden, daß ein an die Außenkontur einer Rohrkokille
anzupassender Wasserleitmantel grundsätzlich entfallen kann. Diese deutliche Reduzierung
des Fertigungsaufwands macht sich insbesondere bei einem Kokillenrohr in einem Beam-Blank-Format
bemerkbar.
[0009] Durch die Abfuhr der Wärme über die Kühlkanäle in der Rohrwand entstehen keine sich
verändernden Wärmeabfuhrbedingungen mehr. Die Anzahl der Rekalibrierungen ist ohne
Einfluß auf die Kühlleistung.
[0010] Die Kühlkanäle können grundsätzlich in allen Wandabschnitten an den Stirnseiten der
Rohrwand austreten. In diesen Bereichen ist es für ein problemloses Einbauen und eine
sichere Abdichtung eines Kokillenrohrs nach der Rekalibrierung problemlos möglich,
auch Schweißungen durchzuführen, die dann nach der Rekalibrierung einfach auf Neumaß
nachbearbeitet werden.
[0011] Wenn die Kühlkanäle mit einem runden Querschnitt versehen werden, ergibt sich der
weitere Vorteil nach dem Biegen einer Rohrkokille zu einem Beam-Blank-Format, daß
hierbei auch die Querschnitte vieler Kühlkanäle oval verformt werden, und zwar in
dem Sinne, daß sich die Oberflächenbereiche zum Gießkanal hin vergrößern, so daß mit
einer höheren Wärmeabfuhr gerechnet werden kann.
[0012] Eine zweite Lössung besteht in den Merkmalen des Patentanspruchs 2. Danach ist es
auch möglich, nur in den gerundeten Übergängen Kühlkanäle vorzusehen, während die
übrigen Wandabschnitte sowie die gerundeten Übergänge über einen an die Außenkontur
der Rohrwand angepaßten Wasserleitmantel kühlbar sind. Bei dieser Lösung ist nicht
die gesamte Rohrwand mit Kühlkanälen durchsetzt. Vielmehr sind ausschließlich in den
Bereichen Kühlbohrungen vorhanden, in denen lokale Überhitzungen zu einer Verringerung
der Standzeit des Kokillenrohrs führen würden. Durch die Kombination eines Wasserleitmantels
mit in die gerundeten Übergänge der Rohrwand eingebrachten Kühlkanälen können lokale
Überhitzungen in den gerundeten Übergängen vermieden und die Standzeit des Kokillenrohrs
erhöht werden.
[0013] Es ist nach den Merkmalen des Patentanspruchs 3 auch möglich, einen Wasserleitmantel
und gleichzeitig sowohl in den gerundeten Übergängen als auch in den übrigen Wandabschnitten
der Rohrwand Kühlbohrungen vorzusehen, wobei der Abstand von zwei in den Übergängen
einander benachbarten Kühlkanälen kleiner ist als der Abstand in den übrigen Wandabschnitten.
[0014] Die in den Übergängen vorgesehenen Kühlkanäle können sich von der oberen Stirnseite
der Rohrwand bis etwa zum mittleren Höhenbereich der Rohrwand erstrecken. Hierdurch
wird für eine intensivere Wärmeabfuhr in lokal thermisch stark beanspruchten Wandabschnitten
gesorgt (Patentanspruch 4).
[0015] Nach Patentanspruch 5 ist vorgesehen, daß in der Außenkontur der Rohrwand an die
Kühlkanäle angeschlossene Kühlmediumzuführungen und Kühlmediumabführungen vorgesehen
sind. Diese können besonders vorteilhaft im mittleren Höhenbereich an der Außenkontur
der Rohrwand vorgesehen sein (Patentanspruch 6). Zur Ausbildung eines Kühlkanalsystems
werden die von den Stirnseiten der Rohrwände her eingebrachten Kühlkanäle verschlossen
und durch Überströmkanäle miteinander verbunden.
[0016] Zur Kühlung des Kokillenrohrs ist es grundsätzlich möglich, die Kühlmediumzuführungen
und Kühlmediumabführungen an einen separaten Kühlkreislauf anzuschließen. Vorteilhaft
kann aber das zwischen der Rohrwand und dem Wasserleitmantel strömende Kühlmedium
auch die Kühlkanäle durchströmen und für eine intensive Wärmeabfuhr in thermisch höher
beanspruchten Bereichen sorgen (Patentanspruch 7). Um den Kühlmitteleintritt aus dem
Spalt zwischen dem Wasserleitmantel und der Rohrwand in die Kühlkanäle zu erleichtern,
können an der Außenkontur der Rohrwand und/oder dem Wasserleitmantel geeignete Leitmittel
vorgesehen sein, die den Strömungsverlauf des Kühlmediums in die Kühlkanäle lenken.
[0017] Die erfindungsgemäßen Merkmale machen sich besonders vorteilhaft bei einem Kokillenrohr
mit einem Doppel-T-förmigen Querschnitt nach Patentanspruch 8 bemerkbar.
[0018] Das Kokillenrohr besteht vorzugsweise aus Kupfer oder einer Kupferlegierung.
[0019] Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen veranschaulichten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- den oberen Endabschnitt eines Kokillenrohrs im Beam-Blank-Format in der Perspektive;
- Figur 2
- das Kokillenrohr der Figur 1 in etwas verlängerter Darstellung in einer anderen Perspektive
und
- Figur 3
- den oberen Endabschnitt eines Kokillenrohrs im Beam-Blank-Format gemäß einer weiteren
Ausführungsform.
[0020] Mit 1 ist in den Figuren 1 und 2 ein Kokillenrohr im Beam-Blank-Format bezeichnet.
[0021] Das Kokillenrohr 1 weist einen Doppel-T-förmigen Querschnitt auf mit einer über den
gesamten Umfang gleichbleibenden Dicke D der Rohrwand 2.
[0022] Die Innenkontur 3 des Kokillenrohrs 1 bestimmt den Querschnitt des Gießstrangs.
[0023] Um die beim Gießen anfallende Wärme abzuführen, sind in die Rohrwand 2 sich über
die gesamte Länge L des Kokillenrohrs 1 erstreckende Kühlkanäle 4 eingebracht, welche
gemäß dem Pfeil KW von unten nach oben mit Kühlwasser beaufschlagbar sind. Das heißt
die Kühlkanäle 4 enden in den Stirnseiten 5 der Rohrwand 2, wobei nur die eine Stirnseite
5 erkennbar ist.
[0024] Die Kühlkanäle 4 werden durch eine Bohroperation in die Rohrwand 2 eingebracht, und
zwar bevor das Kokillenrohr 1 gebogen wird. Durch das Biegen können sich die Kühlkanäle
4 teilweise dann so oval verformen, daß zur Innenkontur 3 hin größere Oberflächenbereiche
gebildet werden, wodurch die Wärmeabfuhr verbessert wird.
[0025] Die spezielle Innenkontur 3 des Kokillenrohrs 1 besitzt gerundete Übergänge 6 zwischen
einerseits einen Flanschbereich 7 und andererseits einen Stegbereich 8 begrenzenden
Wandabschnitten 9. Der Abstand A von zwei in den Übergängen 6 einander benachbarten
Kühlkanälen 4 ist kleiner als der Abstand B in den übrigen Wandabschnitten 9.
[0026] Während bei den Ausführungsbeispielen der Figuren 1 und 2 die Kühlkanäle 4 die Kokillenrohre
1 über ihre gesamte Länge L durchsetzen, ist es auch denkbar, daß sich die in den
Übergängen 6 vorgesehenen Kühlkanäle 4 von der oberen Stirnseite 5 der Rohrwand 2
bis etwa zum mittleren Höhenbereich der Rohrwand 2 erstrecken. Diese Kühlkanäle 4
können zur Ausbildung eines Kühlkreislaufs an ihren oberen Stirnseiten miteinander
verbunden sein und über Kühlmediumzuführungen und Kühlmediumabführungen im mittleren
Höhenbereich der Rohrwand 2 mit einem Kühlmedium gespeist werden.
[0027] Zusätzlich kann das Kokillenrohr 1 in einen an die Außenkontur 10 der Rohrwand 2
angepaßten Wasserleitmantel eingebettet sein, so daß das Kokillenrohr 1 insgesamt
von einem mit einem Kühlmedium durchströmten Kühlspalt umgeben ist.
[0028] Figur 3 zeigt in einer etwas anderen Perspektive eine weitere Ausführungsform eines
Kokillenrohrs 11 mit einer Innenkontur 12 im Beam-Blank-Format, ebenfalls mit gerundeten
Übergängen 13 zwischen einerseits einen Flanschbereich 14 und andererseits einen Stegbereich
15 begrenzenden Wandabschnitten 16. Bei diesem Ausführungsbeispiel sind Kühlbohrungen
4 nur in den Übergangsbereichen 13 vorhanden. Das gesamte Kokillenrohr 11 ist in nicht
näher dargestellter Weise in einen an die Außenkontur 17 der Rohrwand 18 angepaßten
Wasserleitmantel eingebettet, über den sowohl die übrigen Wandabschnitte 16 als auch
die mit Kühlbohrungen 4 versehenen Übergangsbereiche 13 gekühlt werden.
Bezugszeichenaufstellung
[0029]
- 1 -
- Kokillenrohr
- 2 -
- Rohrwand v. 1
- 3 -
- Innenkontur v. 1
- 4 -
- Kühlkanäle
- 5 -
- Stirnseiten v. 2
- 6 -
- Übergänge zw. 7 u. 8
- 7 -
- Flanschbereich
- 8 -
- Stegbereich
- 9 -
- Wandabschnitte
- 10 -
- Außenkontur v. 1
- 11 -
- Kokillenrohr
- 12 -
- Innenkontur v. 11
- 13 -
- Übergänge zw. 14 u. 15
- 14 -
- Flanschbereich
- 15 -
- Stegbereich
- 16 -
- Wandabschnitt v. 18
- 17 -
- Außenkontur von 18
- 18 -
- Rohrwand
- A -
- Abstand
- B -
- Abstand
- D -
- Dicke v. 2
- L -
- Länge v. 1
- KW -
- Kühlwasser
1. Kokillenrohr zum Stranggießen von Metallen, dessen Rohrwand (2) eine Innenkontur (3)
im Beam-Blank-Format besitzt mit gerundeten Übergängen (6) zwischen einerseits einen
Flanschbereich (7) und andererseits einen Stegbereich (8) begrenzenden Wandabschnitten
(9), wobei die Innenkontur (3) von einem von außen zugeführten Kühlmedium (KW) indirekt
kühlbar ist, und wobei in der Rohrwand (2) sich in ihrer Längsrichtung erstreckende
Kühlkanäle (4) vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand (A) von zwei in den Übergängen (6) einander benachbarten Kühlkanälen
(4) kleiner ist als der Abstand (B) in den übrigen Wandabschnitten (9).
2. Kokillenrohr zum Stranggießen von Metallen, dessen Rohrwand (18) eine Innenkontur
(12) im Beam-Blank-Format besitzt mit gerundeten Übergängen (13) zwischen einerseits
einen Flanschbereich (14) und andererseits einen Stegbereich (15) begrenzenden Wandabschnitten
(16), wobei die Innenkontur (12) von einem von außen zugeführten Kühlmedium (KW) indirekt
kühlbar ist, und wobei in der Rohrwand (18) sich in ihrer Längsrichtung erstreckende
Kühlkanäle (4) vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühlkanäle (4) nur in den gerundeten Übergängen (13) vorgesehen sind und die
übrigen Wandabschnitte (16) sowie die gerundeten Übergänge (13) über einen an die
Außenkontur (17) der Rohrwand (18) angepaßten Wasserleitmantel kühlbar sind.
3. Kokillenrohr nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein an die Außenkontur (10) der Rohrwand (2) angepaßter Wasserleitmantel vorgesehen
ist.
4. Kokillenrohr nach einem der Patentansprüch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sich die in den Übergängen (6, 13) vorgesehenen Kühlkanäle (4) von der oberen Stirnseite
(5) der Rohrwand (2, 18) bis etwa zum mittleren Höhenbereich der Rohrwand (2, 18)
erstrecken.
5. Kokillenrohr nach einem der Patentansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß in der Außenkontur (10, 16) der Rohrwand (2, 18) an die Kühlkanäle (4) angeschlossene
Kühlmediumzuführungen und Kühlmediumabführungen vorgesehen sind.
6. Kokillenrohr nach Patentanspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühlmediumzuführungen und Kühlmediumabführungen im mittleren Höhenbereich der
Rohrwand (2, 18) vorgesehen sind.
7. Kokillenrohr nach einem der Patentansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühlkanäle (4) von dem zwischen der Rohrwand (2, 18) und dem Wasserleitmantel
fließenden Kühlmedium (KW) durchströmt sind.
8. Kokillenrohr nach einem der Patentansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß es einen Doppel-T-förmigen Querschnitt aufweist.