(19)
(11) EP 1 319 471 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
18.06.2003  Patentblatt  2003/25

(21) Anmeldenummer: 02406069.1

(22) Anmeldetag:  06.12.2002
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B24D 7/06, B24B 55/10
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO

(30) Priorität: 17.12.2001 DE 10161931

(71) Anmelder: HILTI Aktiengesellschaft
9494 Schaan (LI)

(72) Erfinder:
  • Spangenberg, Rolf
    82131 Gauting (DE)
  • Ohlendorf, Oliver
    81375 München (DE)

(74) Vertreter: Wildi, Roland et al
Hilti Aktiengesellschaft, Feldkircherstrasse 100, Postfach 333
9494 Schaan
9494 Schaan (LI)

   


(54) Schleifscheibe mit Schleifsegmenten


(57) Eine Schleifscheibe weist eine ebenen, kreisförmige Trägerfläche (1) auf, an der mehrere, zumindest teilweise im wesentlichen radial verlaufende, längliche Schleifsegmente (2) angeordnet sind. Den Schleifsegmenten (2) ist in Umfangsrichtung (U) jeweils eine Durchtrittsöffnungen (3) vorgelagert. Ferner weist die Trägerfläche (1) mittig eine, im wesentlichen kegelstumpfförmige, von den Schleifsegmenten (2) abgewandte, Vertiefung (4) auf. Die Durchtrittsöffnungen (3) schliessen sich in einer Drehrichtung (D) an die L-förmig ausgebildeten Schleifsegmente (2) an und erstrecken sich im wesentlichen über die gesamte Länge der Schleifsegmente (2).




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Schleifscheibe mit einer ebenen, kreisförmigen Trägerfläche, an der mehrere, zumindest teilweise im wesentlichen radial verlaufende, längliche Schleifsegmente angeordnet sind, wobei den Schleifsegmenten in Umfangsrichtung zumindest teilweise jeweils eine Durchtrittsöffnung vorgelagert ist und die Trägerfläche mittig eine, im wesentlichen kegelstumpfförmige, von den Schleifsegmenten abgewandte, Vertiefung aufweist.

[0002] Schleifscheiben der oben genannten Art dienen der Bearbeitung einer Oberfläche eines Werkstückes. Die kreisförmige Schleifscheibe ist beispielsweise durch einen Elektromotor angetrieben und trägt mittels der an einer Trägerfläche angeordneten Schleifsegmente Partikel, insbesondere Staubpartikel, von der Oberfläche ab. Die Schleifsegmente bestehen beispielsweise aus Diamantpartikel, damit für eine Bearbeitung einer Betonoberfläche eine ausreichende Härte gewährleistet ist. Um eine Belastung einer Umgebung durch die abgetragenen Partikel, zumindest teilweise, zu vermeiden, weist die Trägerfläche zumindest eine, den Schleifsegmenten in Umfangsrichtung vorgelagerte, Durchtrittsöffnung auf. Die Durchtrittsöffnungen dienen dem Abführen der Partikel beispielsweise mittels einer durch einen Kanal mit den Durchtrittsöffnungen verbundenen Unterdruckquelle. Die Trägerfläche weist mittig eine, im wesentlichen kegelstumpfförmig, von den Schleifsegmenten abgewandte, Vertiefung auf, um die Schleifscheibe beispielsweise an einer motorisch angetriebenen Antriebsspindel festzulegen.

[0003] Aus der US 6,299,522 B1 ist eine Schleifscheibe mit einer ebenen, kreisförmigen Trägerfläche, an der mehrere, zumindest teilweise im wesentlichen radial verlaufende, längliche Schleifsegmente angeordnet sind, bekannt. Den Schleifsegmenten ist in Umfangsrichtung jeweils eine Durchtrittsöffnung vorgelagert und die Trägerfläche weist mittig eine, im wesentlichen kegelstumpfförmige, von den Schleifsegmenten abgewandte, Vertiefung auf. Die Schleifsegmente verlaufen im wesentlichen in Umfangsrichtung, wobei die Durchtrittsöffnungen in einem radial an die Schleifsegmente angrenzenden Bereich angeordnet sind.

[0004] Nachteilig an der bekannten Lösung ist, dass die Durchtrittsöffnungen nur eine ungenügende Absaugleistung im Bereich der Schleifsegmente sicherstellen.

[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schleifscheibe mit Schleifsegmenten zu schaffen, die eine ausreichende Absaugleistung sicherstellt.

[0006] Erfindungsgemäss wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass die Durchtrittsöffnungen in einer Drehrichtung an die Schleifsegmente anschliessen und sich im wesentlichen über die gesamte Länge der Schleifsegmente erstrecken.

[0007] Dadurch, dass die Durchtrittsöffnungen sich im wesentlichen über die gesamte Länge des Schleifsegmentes erstrecken, werden die abgetragenen Partikel unmittelbar bei den Schleifsegmenten abgeführt. Eine Durchtrittsöffnung kann beispielsweise auch mehrteilig ausgebildet sein, um eine höhere Stabilität der Schleifscheibe zu gewährleisten. Vorzugsweise erstrecken sich die Durchtrittsöffnungen über das 0,75- bis 1-fache der Länge des Schleifsegmentes.

[0008] Die Durchtrittsöffnungen weisen vorteilhafterweise eine in Umfangsrichtung verlaufende erste Breite und die Schleifsegmente eine in Umfangsrichtung verlaufende zweite Breite auf, wobei bei korrespondierenden Schleifsegmenten und Durchtrittsöffnungen die erste Breite im wesentlichen der zweiten Breite entspricht. Durch diese Dimensionierung der Durchtrittsöffnungen in Abhängigkeit der Schleifsegmente ist ein optimales Abführen der durch die Schleifsegmente abgetragenen Partikel sichergestellt.

[0009] Die Schleifsegmente sind vorzugsweise im wesentlichen L-förmig ausgebildet, mit einer sich an die radiale Längserstreckung anschliessenden, im wesentlichen in Umfangsrichtung erstreckenden, Längserstreckung, um ein Austreten der abgetragenen Partikel über den äusseren Umfang der Schleifscheibe radial nach aussen zu verhindern.

[0010] Die Durchtrittsöffnungen sind vorteilhafterweise im wesentlichen L-förmig ausgebildet.

[0011] Die Durchtrittsöffnungen weisen vorzugsweise jeweils einen freien Schenkel auf, der in Umfangsrichtung verläuft, um dadurch insbesondere radial aussen eine ausreichende Absaugleistung sicherzustellen.

[0012] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1
eine Unteransicht einer erfindungsgemässen Schleifscheibe;
Fig. 2
einen Querschnitt gemäss der Linie II-II der in Fig. 1 dargestellten Schleifscheibe


[0013] In den Fig. 1 und 2 ist eine erfindungsgemässe Schleifscheibe mit einer ebenen, kreisförmigen Trägerfläche 1, an der mehrere, zumindest teilweise im wesentlichen radial verlaufende, längliche Schleifsegmente 2 angeordnet sind, dargestellt. Den Schleifsegmenten 2 ist in Umfangsrichtung U jeweils eine Durchtrittsöffnungen 3 vorgelagert. Ferner weist die Trägerfläche 1 mittig eine, im wesentlichen kegelstumpfförmige, von den Schleifsegmenten 2 abgewandte, Vertiefung 4 auf, wie dies insbesondere aus Fig. 2 ersichtlich ist.

[0014] Die Durchtrittsöffnungen 3 schliessen in einer Drehrichtung D an die L-förmig ausgebildeten Schleifsegmente 2 an und erstrecken sich im wesentlichen über die gesamte Länge L der Schleifsegmente 2. Ausserdem weisen die Durchtrittsöffnungen 3 eine in Umfangsrichtung U verlaufende erste Breite b1 und die Schleifsegmente 2 eine in Umfangsrichtung U verlaufende zweite Breite b2 auf, wobei bei korrespondierenden Schleifsegmenten 2 und Durchtrittsöffnungen 3 die erste Breite b1 im wesentlichen der zweiten Breite b2 entspricht.

[0015] Die Schleifsegmente 2 weisen eine sich an die radiale Längserstreckung L1 anschliessende, im wesentlichen in Umfangsrichtung U erstreckende Längserstreckung L2 auf. Die gesamte Länge L der Schleifsegmente 2 entspricht in dieser Ausführung somit L1 +L2. Um eine optimale Absaugung zu gewährleisten sind die Durchtrittsöffnungen 3 im wesentlichen, wie die Schleifsegmente 2, L-förmig ausgebildet und weisen jeweils einen freien Schenkel 5 auf, der in Umfangsrichtung U verläuft.

[0016] Die Vertiefung 4 weist mehrere radial zur Trägerfläche 1 verlaufende Durchgangsbohrungen 6 auf. Ferner weist die Vertiefung 4 zum Festlegen der Schleifscheibe an beispielsweise einer motorisch angetriebenen, nicht dargestellten, Antriebsspindel eine quer zur Trägerfläche 1 mittig zur Vertiefung 4 verlaufende Aufnahmebohrung 7 auf.

[0017] Die Schleifsegmente 2 sind zweiteilig aus Diamant hergestellt und paarig angeordnet. Selbstverständlich sind auch andere harte Stoffe wie beispielsweise Hartmetall, PKD oder dergleichen zur Herstellung der Schleifsegmente 2 geeignet. In einer weiteren nicht dargestellten Ausführungsform sind die Schleifsegmente 2 einteilig ausgebildet. Die Schleifsegmente 2 weisen einen im wesentlichen rechteckigen Querschnitt auf. Gegenüber dem Durchmesser sind die inneren Schleifsegmente 2 um einen Winkel von etwa 45° geneigt. Der in Umfangsrichtung U angeordnete Teil der Schleifsegmente 2 ist am radial äusseren Rand 8 der Trägerfläche 1 angeordnet.


Ansprüche

1. Schleifscheibe mit einer ebenen, kreisförmigen Trägerfläche (1), an der mehrere, zumindest teilweise im wesentlichen radial verlaufende, längliche Schleifsegmente (2) angeordnet sind, wobei den Schleifsegmenten (2) in Umfangsrichtung (U) zumindest teilweise jeweils eine Durchtrittsöffnung (3) vorgelagert ist und die Trägerfläche (1) mittig eine, im wesentlichen kegelstumpfförmige, von den Schleifsegmenten (2) abgewandte, Vertiefung (4) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchtrittsöffnungen (3) in einer Drehrichtung (D) an die Schleifsegmente (2) anschliessen und sich im wesentlichen über die gesamte Länge (L) der Schleifsegmente (2) erstrecken.
 
2. Schleifscheiben nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchtrittsöffnungen (3) eine in Umfangsrichtung (U) verlaufende erste Breite (b1) und die Schleifsegmente eine in Umfangsrichtung (U) verlaufende zweite Breite (b2) aufweisen, wobei bei korrespondierenden Schleifsegmenten (2) und Durchtrittsöffnungen (3) die erste Breite (b1) im wesentlichen der zweiten Breite (b2) entspricht.
 
3. Schleifscheiben nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schleifsegmente (2) im wesentlichen L-förmig ausgebildet sind, mit einer sich an die radiale Längserstreckung (L1) anschliessenden, im wesentlichen in Umfangsrichtung (U) erstreckenden, Längserstreckung (L2).
 
4. Schleifscheibe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchtrittsöffnungen (3) im wesentlichen L-förmig ausgebildet sind.
 
5. Schleifscheibe nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchtrittsöffnungen (3) jeweils einen freien Schenkel (5) aufweisen, der in Umfangsrichtung (U) verläuft.
 




Zeichnung







Recherchenbericht