[0001] Die Erfindung betrifft eine Kombination aus Platten, Dämmmaterial und Seitenelementen,
einen Anker und ein Herstellungsverfahren für eine solche Kombination.
[0002] Es handelt sich also um einen Verbundwerkstoff aus Platten, Dämmmaterial und Seitenelementen.
Dieser wird überwiegend als sogenanntes Sandwichelement bei Hallenbauten eingesetzt.
Zwischen zwei harten Betonplatten ist eine Dämmmaterialschicht angeordnet.
[0003] Bei einer solchen Kombination tritt an Plattenenden oder Plattenaussparungen, z.B.
für Fenster Türen oder Tore das Dämmmaterial sichtbar hervor. Deshalb werden diese
Stirnseiten, d.h. die Plattenenden z.B. mit Seitenelementen, wie sie im folgenden
genannt werden, abgedeckt. Seitenelemente sind vorzugsweise Abdeckungen oder Rahmen,
insbesondere Fenster- und/oder Türrahmen.
[0004] Bekannt ist ein von der Firma Halfen in D-40764 Langenfeld angebotenes Befestigungssystem
für Fertighäuser. Bei diesem System ist zwischen zwei der Betonplatten eine Dämmmaterialschicht
zur Isolation angeordnet. Dabei ist vorgesehen, an Plattenaussparungen für Fenster
den Rahmen an einer der Betonplatten mit Schrauben und Dübeln zu befestigen.
[0005] Dieses System hat den Nachteil, dass die Montage von Fenstern bzw. Fensterrahmen
relativ aufwendig ist. Außerdem entstehen Wärmebrücken, d.h. die Wärme der innenseitigen
Betonplatte oder die Kälte der außenseitigen Betonplatte wird direkt zum Fensterrahmen
und somit aus dem bzw. in das Gebäude geleitet.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, bei einer bekannten Kombination aus Platten, Dämmmaterial
und Seitenelementen den Montageaufwand, die Wärmedämmungseigenschaften und Herstellungsmöglichkeiten
zu verbessern.
[0007] Diese Aufgabe wird bei einer gattungsgemäßen Kombination aus Platten, Dämmmaterial
und Seitenelementen, dadurch gelöst, dass die Seitenelemente mit wenigstens einem
Anker mit den Platten verbunden sind, welchem wenigstens ein Befestigungsmittel für
die Seitenelemente zugeordnet ist. Der mit den Seitenelementen und mit den Platten
verbundene Anker ermöglicht es die Montage von z.B. Fenstern bzw. Fensterrahmen oder
anderen Seitenelementen mit einfachen und dem Fachmann bekannten Befestigungsmitteln
zu erleichtern. Der Anker ermöglicht es, z.B. Fensterelemente ohne direkten Kontakt
mit den Platten einzubauen und somit Wärmebrücken zu den Betonplatten zu vermeiden.
Das Seitenelement hat dann eine Stärke, die kleiner als die der Dämmmaterialschicht
ist. Es kann auch eine Stärke haben, die größer als oder gleichgroß wie die der Dämmmaterialschicht
ist. Der Anker überdeckt nur einen Bruchteil der Dämmschicht. Deshalb können auch
bei dieser Anordnung die Elastizitätseigenschaften des Dämmmaterials und/oder des
Ankers genutzt werden, um die Dehnungsfugen an den Fensterrahmen zu verringern. Die
Anzahl und Ausgestaltung der Anker kann den jeweiligen statischen Erfordernissen angepasst
werden.
[0008] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung sind die Platten Betonplatten,
vorzugsweise Fertigbetonplatten für feste Bauten.
[0009] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung weist diese einen
sandwichartigen Aufbau aus wenigstens einer Tragschale und wenigstens einer Vorsatzschale
als Platten und dazwischen angeordnetem Dämmmaterial auf und ist so z.B. als einfach
herstellbare Gebäudewand verwendbar.
[0010] Bei einer anderen Kombination aus Platten, Dämmmaterial und Seitenelementen nach
der Erfindung sind an den Platten Klebeverbindungen und/oder Verbindungsmittel an
den Grenzflächen zu der Dämmmaterialschicht angeordnet.
[0011] Eine andere vorteilhafte Ausführungsform gemäß der Erfindung sieht an den Platten
Verbindungsmittel zur Verbindung mit dem Anker, vorzugsweise Aussparungen, Sägezahnprofile
und/oder Kerben vor. Diese Maßnahmen ermöglichen z.B. eine einfache Anbringung des
Ankers an den Platten. So können z.B. ineinandergreifende, an Platten und Anker(n)
ausgeformte oder angebrachte sägezahnartige Profile vorgesehen sein, mit denen z.B.
ein Anker mit elastischen sägezahnartigen Profilschenkeln durch einfaches Einschieben
zwischen die Platten und Dämmmaterial angebracht werden kann. Auf diese Weise lassen
sich Anker auch nachträglich an Stellen vorsehen, wo zusätzliche Befestigungspunkte
benötigt werden.
[0012] Die Aufgabe wird auch durch einen Anker gelöst, der wenigstens einen Schenkel zum
Eingriff mit einer der Platten und/oder mit Verbindungsmitteln wenigstens einer der
Platten aufweist.
[0013] Dieser Anker ist vorteilhafter wenigstens teilweise annährend U-förmig, vorzugsweise
mit zwei gleichbeabstandeten Schenkeln, ausgebildet.
[0014] Bei dem erfindungsgemäßen Anker sind bevorzugt an den Schenkelenden abgespreizte
Fortsätze vorgesehen. Diese können z.B. nach Art von Mauerankern in einer Platte einbetoniert
sein oder in Kerben bzw. Aussparungen in den Platten zur Befestigung eingreifen.
[0015] Vorteilhaft ist ein Anker gemäß der Erfindung, wobei das Befestigungsmittel für die
Seitenelemente wenigstens eine selbstschneidende Schraube ist. Eine solche Schraube
kann leicht bedarfsgerecht positioniert werden.
[0016] Der Anker gemäß der Erfindung ist bevorzugt wenigstens teilweise aus Metall, Stahl,
beschichtetem Stahl oder Metall, verzinktem Stahl, eloxiertem Stahl, Aluminium Kunststoff
und/oder oder deren Kombinationen ausgebildet.
[0017] Als vorteilhaft erweist sich ein Verfahren zur Herstellung einer Kombination aus
Platten, Dämmmaterial und Seitenelementen, bei dem der Anker, vorzugsweise seine abgespreizten
Enden, wenigstens teilweise mit wenigstens einer der Platten vergossen wird. In einfacher
Weise ist dadurch die erfindungsgemäße Kombination aus Platten, Dämmmaterial und Seitenelementen
erhältlich.
[0018] Eine bevorzugte Ausführungsform dieses Verfahrens zur Herstellung einer Kombination
aus Platten, Dämmmaterial und Seitenelementen umfasst die folgende Schritte:
a) Gießen einer Betonschicht,
b) Aufstecken mindestens eines Ankers auf die Stirnseite der Dämmmaterialschicht,
wobei in der Dämmmaterialschicht diese durchdringende Haltemittel vorgesehen sind,
c) Auflegen der Dämmmaterialschicht auf die gegossene Betonschicht unter Eindrücken
der überstehenden Haltemittel,
d) Wiederholen von Schritt a) unter Vergießen von Enden der Haltemittel und wenigstens
eines abgespreizten Endes des Ankers.
[0019] Die Dämmmaterialschicht besteht z.B. aus geschäumten Polyurethan und wird als Plattenmaterial
auf die Betonschicht gelegt werden. Zuvor werden die freien Schenkel des U-förmigen
Ankerns auf den Rand der Dämmschicht an den späteren Befestigungspunkten aufgesteckt.
Die abgespreizten Enden drücken sich dann beim Einlegen der Dämmung in den Beton.
Die Haltemittel verbinden die Betonplatten untereinander. Man hat sich darunter z.B.
Bolzen oder Bewehrungsmaterial vorzustellen.
[0020] Die Erfindung wird in einer bevorzugten Ausführungsform unter Bezugnahme auf eine
Zeichnung beschrieben, wobei weitere vorteilhafte Einzelheiten den der Figuren der
Zeichnung zu entnehmen sind. Funktionsmäßig gleiche Teile sind dabei mit denselben
Bezugszeichen versehen.
[0021] Die Figuren der Zeichnung zeigen im Einzelnen:
- Fig. 1 -
- eine Seitenansicht eines Ankers für eine Kombination aus Platten, Dämmmaterial und
Seitenelementen,
- Fig. 2 -
- eine Aufsicht des in Fig. 1 gezeigten Ankers und
- Fig. 3 -
- ein Schnitt durch eine Sandwichanordnung aus zwei Platten mit einer dazwischen angeordneten
Dämmmaterialschicht und einem Rahmen.
[0022] Bei diesem, in den Figuren 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel ist ein Anker
5 mit U-Profil vorgesehen, welcher an beiden freien Enden der Schenkel rechtwinklig
nach außen abgespreizte Fortsätze 7 aufweist. Bei diesem Anker 5, der aus Metall ausgeführt
ist, weisen die nach außen abgespreizten Fortsätze 7 Löcher 10 auf und sind zum Vergießen
mit Betonplatten 1,2 (Figur 3) vorgesehen, während die Fläche 8 zwischen den Schenkeln
des Ankers zum Einbohren einer selbstschneidenden Schraube 6 (Figur 3) vorgesehen
ist.
[0023] Figur 3 stellt eine Sicht auf einen Rand der Platten in einer Anordnung mit dem in
den Figuren 1 und 2 gezeigten Anker und daran angeschraubtem Schenkel eines Türrahmens
dar. In der Anordnung mit den Platten 1,2 und der dazwischenliegenden Dämmmaterialschicht
3 sind die Schenkel 9 des Ankers jeweils an der Grenze Platte-Dämmmaterialschicht
angeordnet. Die Fläche 8 zwischen den Schenkeln schließt bündig mit den anliegenden
stimseitigen Flächen der Platten 1,2 ab. Die Fortsätze 7 der Schenkel 9 sind parallel
in die Platten 1,2 hineinragend versetzt. In die Fläche 8 des Ankers 5 ist in dieser
Anordnung die selbstschneidende Schraube 6 gebohrt, welche sich durch ein für sie
vorgesehenes Loch in einem Fensterrahmen 4 erstreckt und diesen fest mit dem Anker
verbindet. Dabei erstreckt sich die Schraube 6 bis in das zwischen den Schenkeln des
Ankers liegende Dämmmaterial hinein.
[0024] Die Platten 1,2 sind als Tragschale 1 und Vorsatzschale 2 einer Betonwand ausgeführt,
welche durch Stahlanker (nicht dargestellt) verbunden sind, die in den beiden Betonplatten
1,2 vergossen sind und sich durch die Dämmmaterialschicht 3 hindurch erstrecken.
[0025] Der Türrahmen 4 ist etwa mittig zwischen den Schenkeln des Ankers 5 und annähernd
gleich beabstandet zu den ihm benachbarten Kanten der Platten 1 und 2 angeordnet.
Der Rahmen liegt somit nur an dem Anker 5 und an dem ihn umgebendem Dämmmaterial der
Dämmmaterialschicht 3 an. Die Platten 1,2 werden nicht berührt. In Fig. 3 ist ein
Schnitt durch den Anker 5 dargestellt, dessen Unterkante mit jener des Türrahmens
bündig abschließt. An in der Figur 3 nicht sichtbaren Bereichen des Türrahmens 4 sind
weitere Anker und Schrauben der Statik entsprechend zur Befestigung angebracht.
[0026] Die Erfindung wurde hier anhand einer vorteilhaften Ausführungsform der Kombination
aus Platten, Dämmmaterial und Seitenelement und des Ankers in Zusammenhang mit Fertigbauwänden
veranschaulicht.
[0027] Auf diese Weise wurde eine Befestigungsmöglichkeit für Rahmen und dergleichen in
Sandwichplatten geschaffen, die keine Wärmebrücken aufweist. Ebenso wurde eine Kombination
aus Platten, Dämmmaterial und Seitenelementen mit hervorragenden den Montageaufwand,
die Wärmedämmungseigenschaften und verringertem Herstellungsaufwand geschaffen.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0028]
1. als Tragschale ausgebildete Platte
2. als Vorsatzschale ausgebildete Platte
3. Dämmmaterialschicht
4. Seitenelement
5. Anker
6. Schraube
7. abgespreizter Fortsatz eines Schenkelendes des Ankers
8. Fläche zwischen den Schenkeln des Ankers
9. Schenkel des Ankers
10. Loch
1. Kombination aus Platten (1, 2), Dämmmaterial und an Plattenenden oder Plattenaussparungen
befestigten Seitenelementen (4), vorzugsweise Abdeckungen oder Rahmen, vorzugsweise
Fensterund/oder Türrahmen, wobei zwischen zwei der Platten (1, 2) eine Dämmmaterialschicht
(3) gegen die Übertragung von Wärme und/oder Schall und/oder mechanischen Belastungen
angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenelemente (4) mit wenigstens einem Anker (5) mit den Platten (1, 2) verbunden
sind, welchem wenigstens ein Befestigungsmittel für die Seitenelemente (4) zugeordnet
ist.
2. Kombination aus Platten (1, 2), Dämmmaterial und Seitenelementen (4) nach Anspruch
1, dadurch gekennzeichnet, dass die Platten (1, 2) Betonplatten, vorzugsweise Fertigbetonplatten für feste Bauten
sind.
3. Kombination aus Platten (1, 2), Dämmmaterial und Seitenelementen (4) nach Anspruch
1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass diese einen sandwichartigen Aufbau aus wenigstens einer Tragschale und wenigstens
einer Vorsatzschale als Platten (1, 2) und dazwischen angeordneter Dämmmaterialschicht
(3) aufweist.
4. Kombination aus Platten (1, 2), Dämmmaterial und Seitenelementen (4) nach einem der
Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass an den Platten (1, 2) Klebeverbindungen und/oder Verbindungsmittel an den Grenzflächen
zu der Dämmmaterialschicht (3) angeordnet sind.
5. Kombination aus Platten (1, 2), Dämmmaterial und Seitenelementen (4) nach einem der
Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass an den Platten (1, 2) Verbindungsmittel zur Verbindung mit dem Anker (5), vorzugsweise
Aussparungen, Sägezahnprofile und/oder Kerben vorgesehen sind.
6. Anker (5) für eine Kombination aus Platten (1, 2), Dämmmaterial und Seitenelementen
(4) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Anker (5) wenigstens einen Schenkel zum Eingriff mit einer der Platten (1, 2)
und/oder Verbindungsmitteln, vorzugsweise sägezahnartigen Profilen, wenigstens einer
der Platten (1, 2) aufweist.
7. Anker nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Anker (5) wenigstens teilweise annährend U-förmig, vorzugsweise mit zwei gleichbeabstandeten
Schenkeln, ausgebildet ist.
8. Anker nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass an den Schenkelenden abgespreizte Fortsätze (7) vorgesehen sind.
9. Anker nach Anspruch 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungsmittel für die Seitenelemente (4) wenigstens eine selbstschneidende
Schraube (6) ist.
10. Anker nach Anspruch 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Anker (5) wenigstens teilweise aus Metall, Stahl, beschichtetem Stahl oder Metall,
verzinktem Stahl, eloxiertem Stahl, Aluminium Kunststoff und/oder oder deren Kombinationen
ausgebildet ist.
11. Verfahren zur Herstellung einer Kombination aus Platten (1, 2), Dämmmaterial und Seitenelementen
(4) nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein Anker (5) nach einem der Ansprüche 6 bis 10, vorzugsweise an seinen abgespreizten
Fortsätzen (7), wenigstens teilweise mit wenigstens einer der Platten (1, 2) vergossen
wird.
12. Verfahren zur Herstellung einer Kombination aus Platten (1, 2), Dämmmaterial und Seitenelementen
(4) nach Anspruch 12,
gekennzeichnet durch, die folgenden Schritte:
a) Gießen einer Betonschicht,
b) Aufstecken mindestens eines Ankers auf die Stirnseite der Dämmmaterialschicht,
wobei in der Dämmmaterialschicht diese durchdringende Haltemittel vorgesehen sind,
c) Auflegen der Dämmmaterialschicht auf die gegossene Betonschicht unter Eindrücken
der überstehenden Haltemittel,
d) Wiederholen von Schritt a) unter Vergießen von Enden der Haltemittel und wenigstens
eines abgespreizten Endes des Ankers.