[0001] Die Erfindung betrifft ein Schleifgerät mit einem Gehäuse und einer motorisch angetriebenen
Antriebsspindel, an deren, das Gehäuse überragenden, freien Ende eine Werkzeugaufnahme
vorgesehen ist und an das Gehäuse, eine das freie Ende der Antriebsspindel umgebende,
zur Werkzeugaufnahme hin offene Absaughaube anschliesst, die ein Oberteil und ein
daran anschliessendes, zur Werkzeugaufnahme hin offenes Unterteil aufweist.
[0002] Schleifgeräte der oben genannten Art weisen eine Absaughaube auf, um durch ein motorisch
angetriebene Werkzeug abrasiv von einer zu bearbeitenden Oberfläche abgetragene Partikel,
insbesondere Staubpartikel, aus einem Arbeitsbereich des Schleifgerätes abzusaugen.
[0003] Aus der EP215476 ist ein Schleifgerät mit einem Gehäuse und einer motorisch angetriebenes
Antriebsspindel, an deren, das Gehäuse überragenden, freien Ende eine Werkzeugaufnahme
vorgesehen ist, bekannt. An das Gehäuse schliesst eine das freie Ende der Antriebsspindel
umgebende, zur Werkzeugaufnahme hin offene Absaughaube an, die ein Oberteil und ein
daran anschliessendes, zur Werkzeugaufnahme hin offen ausgebildetes Unterteil aufweist.
[0004] Nachteilig an der bekannten Lösung ist, dass das Schleifgerät nur unzureichend im
Bereich einer, die zu bearbeitende Oberfläche berandende, Randfläche anwendbar ist,
da das Unterteil ein Positionieren des Werkzeuges in unmittelbarer Nähe der Fläche
verhindert. Eine Demontage der Absaughaube vom übrigen Schleifgerät bedeutet nicht
nur einen grossen Aufwand für einen Anwender, ausserdem führt die Anwendung des Schleifgeräts
ohne Absaughaube, insbesondere bei einer Oberfläche aus Beton, zu einer nicht akzeptablen
Belastung der Umgebung und des Anwenders durch abgetragene Partikel.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Schleifgerät mit einer
Absaughaube zu schaffen, das eine Bearbeitung einer schwer zugänglichen Oberfläche
und eine ausreichende Absaugleistung sicherstellt.
[0006] Erfindungsgemäss wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass das Unterteil zumindest eine
zum freien Ende hin offene Ausnehmung aufweist, deren aufgespannte, quer zur Längsrichtung
der Antriebsspindel verlaufende Ebene dem 0,02- bis 0.1-fachen der, durch das freie
Ende des Unterteils umschlossenen, Absaugöffnung entspricht.
[0007] Dadurch, dass das Unterteil eine periphere Ausnehmung aufweist, ist es möglich das
Schleifgerät in diesem Bereich nahe an eine die zu bearbeitende Oberfläche berandende
Randfläche zu positionieren und somit die gesamte, insbesondere die an die Randfläche
angrenzende, Oberfläche zu bearbeiten. Um eine ausreichende Absaugleistung sicherzustellen,
ist es ausserdem notwendig, dass die Ausnehmung im Verhältnis zur Absaugöffnung nicht
zu gross dimensioniert ist. Je kleiner die Öffnung, desto besser ist die Absaugleistung,
jedoch verhindert eine zu klein ausgebildete Öffnung eine vollständige Bearbeitung
der Oberfläche im Bereich der Randfläche.
[0008] Die, durch die Ausnehmung aufgespannte, Ebene verläuft vorzugsweise quer zur Längsrichtung
der Antriebsspindel. Damit ist eine optimale Absaugleistung insbesondere bei ebenen
und im wesentlichen senkrecht zur Oberfläche verlaufenden Randflächen gewährleistet,
da einerseits ein zur Anwendung gelangendes Werkzeug bis an die Randfläche bringbar
ist und andererseits zwischen der Randfläche und der peripheren Ausnehmung bei einem
Kontakt des Unterteils mit der Randfläche eine Abdichtung zwischen den beiden Teilen
erfolgt.
[0009] Die Ausnehmung ist vorteilhafterweise durch ein Abdeckteil verschliessbar, um bei
einem Schleifvorgang der Oberfläche, die ausserhalb der berandenden Fläche liegt eine
maximale Absaugleistung sicherzustellen.
[0010] Vorzugsweise ist das Abdeckteil relativ zum Unterteil verschwenkbar gelagert, um
ein handliches Verschliessen und Öffnen der Ausnehmung zu gewährleisten. Selbstverständlich
ist das Abdeckteil auch als Regulierungsmechanismus für die Absaugleitung einsetzbar.
In diesem Anwendungsfall ist die Ausnehmung des Unterteils durch das Abdeckteil nur
teilweise zu Verschliessen.
[0011] Vorteilhafterweise ist das Abdeckteil drehbar am Gehäuse gelagert, um eine sichere
und präzise Führung des Abdeckteils sicherzustellen .
[0012] Vorzugsweise ist das Unterteil drehbar am Gehäuse gelagert, um eine Positionierung
der Ausnehmung gegenüber dem Gehäuse zu ermöglichen. Je nach Ausbildung der Aussenkontur
des Gehäuses ist es einem Anwender dadurch möglich, das Gehäuse gegenüber dem Unterteil,
insbesondere der Ausnehmung, zu positionieren.
[0013] Das Abdeckteil ist vorteilhafterweise starr am Gehäuse, insbesondere im Bereich eines
Führungsgriffes des Schleifgerätes, gelagert um eine einfache Handhabung sicherzustellen.
[0014] Das Abdeckteil ist vorzugsweise komplementär zur Ausnehmung ausgebildet, um eine
kompakte Ausbildung des Abdeckteils sicherzustellen. Selbstverständlich ist es je
nach Rahmenbedingungen auch eine davon abweichende Geometrie möglich, beispielsweise
den Abdeckteil ringförmig auszubilden.
[0015] Das Unterteil ist vorteilhafterweise relativ zum Oberteil im wesentlichen um die
Längsachse der Antriebsspindel verschwenkbar, um eine optimale Positionierung der
beiden Teil gegenüber einander sicherzustellen. Insbesondere falls das Oberteil einen,
mit einer Unterdruckquelle verbindbaren, Absaugstutzen aufweist, ist diese Ausführung
vorteilhaft, da die beiden Teile gegeneinander bewegbar, insbesondere verschwenkbar
sind.
[0016] Das Oberteil ist vorzugsweise gegenüber dem Gehäuse im wesentlichen um die Längsachse
der Antriebsspindel verschwenkbar, um eine Justierung des Oberteils gegenüber dem
Gehäuse zuzulassen.
[0017] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Darstellung eines erfindungsgemässen Schleifgeräts;
Fig. 2 eine perspektivische Darstellung der Absaughaube im vormontierten Zustand;
[0018] In den Fig. 1 und 2 ist ein erfindungsgemässes Schleifgerät mit einem Gehäuse 1 und
einer motorisch angetriebenen Antriebsspindel 2, an deren, das Gehäuse 1 überragenden,
freien Ende 3 eine Werkzeugaufnahme 4 vorgesehen ist, dargestellt. An das Gehäuse
1 schliesst eine das freie Ende 3 der Antriebsspindel 2 umgebende, zur Werkzeugaufnahme
4 hin offene, insgesamt mit 5 bezeichnete, Absaughaube an. Die Absaughaube 5 weist
ein Oberteil 6 und ein daran anschliessendes, zur Werkzeugaufnahme 4 hin offenes Unterteil
7 auf.
[0019] Das eine kegelstumpfförmige Aussenkontur 18 aufweisende Oberteil 6 ist um die Längsrichtung
L der Antriebsspindel 2 verschwenkbar und in Längsrichtung L unverschieblich am Gehäuse
1 gelagert. An der Aussenkontur 18 weist ein sich nach Aussen erstreckenden Absaugstutzen
12 auf, durch den eine nicht dargestellte Unterdruckquelle mit dem durch die Absaughaube
5 gebildeten Innenraum verbindbar ist. An der in Längsrichtung L der Antriebsspindel
2 von der Werkzeugaufnahme 4 abgewandeten Seite weist das Oberteil 6 ein Halteteil
19 auf.
[0020] Das, mit einer zylinderförmigen Mantelfläche 13 versehene, Unterteil 7 weist eine
zum freien Ende 3 und quer zur Längsrichtung L der Antriebsspindel 2 offene Ausnehmung
8 auf. Die durch die Ausnehmung 8 aufgespannte Ebene bzw. Fläche entspricht dem 0,07-fachen
der, durch das freie Ende 9 des Unterteils 7 umschlossenen, Absaugöffnung 10. Die
durch die Ausnehmung 8 aufgespannte Ebene verläuft quer zur Längsrichtung L der Antriebsspindel
2. Ein, beispielsweise durch eine Schnappverbindung am Unterteil 7 befestigbares,
Abdeckteil 11 ermöglicht ein Verschliessen der Ausnehmung 8 und dadurch eine maximale
Absaugleistung. Ferner ist das Abdeckteil 11 im wesentlichen komplementär zur Ausnehmung
8 ausgebildet. Das Unterteil 7 weist am freien Ende einen Staubvorhang, beispielsweise
einem sich in Längsrichtung L erstreckenden Borstenkranz 14, auf, der das freie Ende
des Unterteils 7 berandet. Vorteilhafterweise ist der Borstenkranz 14 aus einem elastischen
Material hergestellt. Die Absaughaube 5 weist ausserdem eine Absaughalterung 15 auf.
Die eine verschwenkbare und axiale Lagerung des Oberteils 6 und des Unterteils 7 am
Gehäuse 1 sicherstellt. Die Absaughalterung 15 weist einen kegelstumpfförmiges Käfigelement
16 auf, und ein an der in Längsrichtung L der Werkzeugaufnahme 4 abgewandten Seiten
des Käfigelements 16 anschliessenden rohrförmig ausgebildetes Halteelementes 17 an,
das mit dem Halteteil 19 des Oberteils 6 zusammenwirkt. Vorteilhafterweise schliesst
das Unterteil 7 an die in Längsrichtung L der Werkzeugaufnahme 4 zugewandten Seite
des Käfigelements 16 an und ist mit diesem einteilig ausgebildet. Dadurch ist das
Unterteil 7 drehfest und in Längsrichtung L unverschieblich an der Absaughalterung
15 gelagert. Das mit Ausnehmungen 24 versehene Käfigelement 16 dient der Lagerung
des Oberteils 6 und weist an der Aussenkontur dieselbe Steigung auf.
[0021] Das Gehäuse 1 weist in Längsrichtung L am werkzeugseitig zugewandten Ende ein rohrförmig
ausgebildetes, aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestelltes, Aufnahmeteil
auf, das mit dem Halteelemente 17 zusammenwirkt. Durch eine an der Aussenkontur des
Halteteils 19 des Oberteils 6 gelagerten Spannbefestigung 22 ist die gesamte Absaughaube,
insbesondere das Oberteil 6, das Unterteil 7 und das Käfigelement 16 am Gehäuse 1
reibund/oder formschlüssig festlegbar. Die Spannbefestigung 22 weist beispielsweise
einen Spannhebelmechanismus zum lösbaren Festlegen des Oberteils 6 und des Unterteils
7 am Gehäuse 1 auf.
[0022] Das zylindersegmentförmig ausgebildete Abdeckteil 11 ist durch einen Verbindungssteg
21, insbesondere einem elastischen Verbindungssteg 21, mit dem Oberteil 6 verbunden.
An seiner dem freien Ende zugewandten Stirnseite weist das Abdeckteil 11 einen Staubvorhang,
beispielweise einen Borstenkranz 23 auf. In einer weiteren, nicht dargestellten Ausführungsform
ist das Abdeckteil 11 rohrförmig ausgebildet und verschwenkbar am Unterteil 7 und/oder
dem Käfigelement 16 gelagert. Durch ein Verschwenken des Abdeckteils 11 gegenüber
dem Unterteil 7 ist die Ausnehmung 8 verschliessbar.
1. Schleifgerät mit einem Gehäuse (1) und einer motorisch angetriebenen Antriebsspindel
(2), an deren, das Gehäuse (1) überragenden, freien Ende (3) eine Werkzeugaufnahme
(4) vorgesehen ist und an das Gehäuse (1), eine das freie Ende (3) der Antriebsspindel
(2) umgebende, zur Werkzeugaufnahme (4) hin offene Absaughaube (5) anschliesst, die
ein Oberteil (6) und ein daran anschliessendes, zur Werkzeugaufnahme (4) hin offenes
Unterteil (7) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Unterteil (7) zumindest eine zum freien Ende offene Ausnehmung (8) aufweist,
deren aufgespannte, quer zur Längsrichtung (L) der Antriebsspindel (2) verlaufende
Ebene dem 0,02- bis 0.1-fachen der, durch das freie Ende (9) des Unterteils (7) umschlossenen,
Absaugöffnung (10) entspricht.
2. Schleifgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die durch die Ausnehmung (8) aufgespannte Ebene quer zur Längsrichtung (L) der Antriebsspindel
(2) verläuft.
3. Schleifgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das die Ausnehmung (8) durch ein Abdeckteil (11) verschliessbar ist.
4. Schleifgerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Abdeckteil (11) relativ zum Unterteil (7) verschwenkbar gelagert ist.
5. Schleifgerät nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Abdeckteil (11) drehbar am Gehäuse (1) gelagert ist.
6. Schleifgerät nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Unterteil (7) drehbar am Gehäuse (1) gelagert ist.
7. Schleifgerät nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Abdeckteil (11) starr am Gehäuse (1) gelagert ist.
8. Schleifgerät nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Abdeckteil (11) komplementär zur Ausnehmung (8) ausgebildet ist.
9. Schleifgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Unterteil (7) relativ zum Oberteil (6) im wesentlichen um die Längsachse (L)
der Antriebsspindel (2) verschwenkbar ist.
10. Schleifgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Oberteil (6) gegenüber dem Gehäuse (1) im wesentlichen um die Längsachse (L)
der Antriebsspindel (2) verschwenkbar sind.