[0001] Die Erfindung betrifft eine Führungsschienenanordnung für Aufzüge, wobei an einer
türseitigen Wand eines Aufzugsschachtes Montagebügel vorgesehen sind, an welchen Führungsschienen
für eine Aufzugskabine befestigt sind.
[0002] Mit der US-Patentschrift 3 948 358 ist eine Führungsschienenanordnung gemäss Oberbegriff
bekannt geworden. Ein im Grundriss u-förmiger Montagebügel besteht hierbei aus einem
Querbalken in Form eines U-Profiles, dessen Enden mit parallel zueinander verlaufenden,
in den Aufzugsschacht hineinragenden Trägern, die ebenfalls aus U-Profilen bestehen,
verbunden sind. An den Trägern sind, im gleichen Abstand vom Querbalken, mittels Klauen
Führungsschienen für die Führung einer Aufzugskabine befestigt. Am Querbalken sind
weiterhin in zwei Richtungen verstellbare Winkel angeordnet, deren horizontale Schenkel
auf Absätzen des die Türschwelle und den Türrahmen einer Schachttür tragenden Mauerwerkes
aufliegend an diesem befestigt sind. Die horizontalen Schenkel weisen zu diesem Zweck
Schlitze auf, so dass bei der Befestigung der Abstand zwischen dem Mauerwerk und dem
Querbalken des Montagebügels eingestellt werden kann. Der Querbalken ist ausserdem
über Bolzen und über ein z-förmiges Halteglied mit der Türschwelle und dem Türrahmen
verbunden, wodurch ein Abstand zwischen der Aufzugskabine und der Türschwelle gewährleistet
wird.
Mit der vorstehend beschriebenen Führungsschienenanordnung soll das kostspielige und
zeitaufwendige Ausrichten der Führungsschienen für eine Aufugskabine bei Schachtwänden,
die nicht genau vertikal und parallel zueinander verlaufen, vermieden werden.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Führungsschienenanordnung
bei Aufzügen vorzuschlagen, durch deren Anwendung die Montagezeit weiter reduziert
und Montagefehler vermieden werden können.
[0004] Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebene Erfindung gelöst. Hierbei
sind, ausgehend vom vorstehend genannten Stand der Technik, an einem Montagebügel
ausser den Führungsschienen für eine Aufzugskabine auch Führungsschienen für mindestens
ein Gegengewicht befestigt.
In einer bevorzugten Ausführung sind Führungsschienen für zwei Gegengewichte vorgesehen,
wobei die Führungschienen mittels Doppelklauen, die nur mit einer einzigen Schraube
am Montagebügel befestigt sind, an diesem gehalten werden.
[0005] Die mit der Erfindung erzielten Vorteite sind darin zu sehen, dass die vorgeschlagene
Anordnung der Gegengewichts-Führungsschienen platzsparend ist und somit minimale Schachtabmessungen
ermöglicht. Wie bei den Führungsschienen für die Aufzugskabine, ist kein zeitaufwendiges
und kostspieliges Ausrichten, wie es bei der Befestigung an nicht genau vertikalen
und nicht parallelen Schachtwänden nötig wäre, erforderlich, wobei durch die Doppelklauen
für die Halterung der Gegengewichts-Führungsschienen eine weitere Reduzierung der
Montagezeit erreicht wird. Ein anderer Vorteil liegt darin, dass die einzige Schnittstelle
der Führungsschienenanordnung zum Aufzugsschacht die türseitige Schachtwand ist, so
dass der Aufzugschacht gebäudeseitig unabhängiger von der Aufzugsanlage gestaltet
werden kann. Die weiterhin vorgeschlagenen Eckprofile ermöglichen eine einfache und
schnelle Befestigung der Montagebügel in einer beliebigen Position, und können mit
Vorteil bei der Montage als Halterung für eine Montageplattform benutzt werden.
[0006] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles im Zusammenhang
mit der Zeichnung näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig.1
- einen Querschnitt eines Aufzugsschachtes mit der erfindungsgemässen Führungsschienenanordnung
in schematischer Darstellung,
- Fig.2
- einen Schnitt gemäss der Linie II-II in der Fig.1,
- Fig.3
- ein Detail A des Querschnittes gemäss Fig.1, in grösserem Massstab,
- Fig.4
- eine Ansicht in Pfeilrichtung B in der Fig.3,
- Fig.5
- einen Teilquerschnitt des Aufzugsschachtes mit einer Variante der Befestigung eines
Montagebügels der Führungsschienenanordnung, und
- Fig.6
- einen Querschnitt eines Befestigungsgliedes der Variante gemäss Fig.5, in grösserem
Massstab.
[0007] In den Fig.1 bis 4 ist mit 1 ein u-förmiger Montagebügel bezeichnet, der sich aus
einem Querbalken 2 und zwei Trägern 3,4 zusammensetzt, die an den Enden des Querbalkens
2 angeordnet sind und parallel zueinander verlaufend in einen Aufzugsschacht 5 hineinragen.
Der Querbalken 2 und die Träger 3,4 können beispielsweise aus Profilen bestehen, die
miteinander verschweisst, verschraubt oder andersartig verbunden sind. Der gesamte
Montagebügel 1 könnte auch als beispielsweise einstückiges Pressteil (Prägeteil) ausgebildet
sein. An den Trägern 3,4 sind mittels nicht dargestellter Klauen Führungsschienen
6,7 für eine Aufzugskabine 8 befestigt. Die Träger 3,4 weisen Ausschnitte 9,10 auf,
in denen Führungsschienen 11,12 bzw. 13,14 für Gegengewichte 15,16 angeordnet sind.
Wie insbesondere in Fig. 4 erkennbar, weisen die Ausschnitte 9,10 seitlich von zwei
Auflagekanten 9.1, 9.2 bzw. 10.1, 10.2 für die Führungsschienen 11,12,13,14 Anschläge
9.11, 9.21 bzw. 10.11, 10.21 auf, so dass die Führungsschienen 11,12,13,14 eine dreiseitig
zentrierte Lage in den Ausschnitten 9,10 einnehmen, wobei sie von Doppelklauen 17
gehalten werden. Die Doppelklauen 17 bestehen aus je einem rechten und einem linken
Klauenteil 17.1, 17.2 mit zugehörigen Flanschen 17.11, 17.21, die aufeinanderliegend
mit einer Schraube 18 an den Trägern 3,4 befestigt sind.
Der Montagebügel 1 ist an seinem Querbalken 2 an einer türseitigen Schachtwand 20,
vorzugsweise unterhalb einer Schachttür 19 im Bereich der üblicherweise vorhandenen
Stockwerks-Betonplatte 26, befestigt. Die dazu verwendeten Befestigungselemente sind
in Fig. 2 durch strichpunktierte Linien 21,22 symbolisiert. Im Querbalken 2 sind Bohrungen
23 für die Aufnahme von Befestigungsbolzen einer Türschwelle 24 vorgesehen. Der Montagebügel
1 bildet somit zusätzlich die Stützkonstruktion für die Schachttüre 19. Bei der Installation
des Aufzugs in einem Aufzugschacht werden die Montagebügel 1 und damit die Schachttürschwellen
24 mit Hilfe von sich über die gesamte Schachthöhe erstreckenden Lotschnüren ausgerichtet.
Mit diesem Verfahren kann der korrekte Abstand zwischen der Türschwelle 24 mit der
auf dieser geführten Schachttür 19 einerseits und der Aufzugskabine 8, bzw. der darauf
montierten Kabinentür 25 andererseits, ohne zusätzliche Ausrichtarbeiten präzise eingehalten
werden.
[0008] Gemäss den Fig.5 und 6 ist der Montagebügel 1 an zwei sich annähernd über die gesamte
Schachthöhe erstreckenden Eckprofilen 30 befestigt, die auf beiden Seiten des Montagebügels
1 an der türseitigen Schachtwand 20 angebracht sind. Diese Eckprofile 30 sind am Grund
des Aufzugsschachts 5 abgestützt und in vertikaler Richtung gegenüber der Schachtwand
verschieblich befestigt, insbesondere damit Verspannungen zwischen Schachtwand und
Eckprofilen 30 infolge von Bauschrumpfung vermieden werden kann. Die Eckprofile 30
bestehen aus einem äusseren Winkelblech 31 und einem inneren Winkelblech 32, die beispielsweise
durch Verschweissen fest miteinander verbunden sind. Die Enden der Schenkel des äusseren
Winkelbleches 31 weisen annähernd u-förmige Abbiegungen 31,1, 31.2 auf, während die
Enden der Schenkel des inneren Winkelbleches 32 zu annähernd z-förmigen Abbiegungen
32.1, 32.2 verformt sind. Beim Zusammenfügen der Winkelbleche 31,32 werden durch die
Abbiegungen 31.1, 32.1 bzw. 31.2, 32.2 Nutschienen 33,34 gebildet. Der Montagebügel
1 kann mittels nicht dargestellter, in den Nutschienen 33,34 geführter Schrauben in
eine gewünschte Position geschoben und in dieser fixiert werden.
[0009] Es versteht sich, dass bei Aufzügen mit nur einem Gegengewicht lediglich der eine
der beiden Träger 3 bzw.4 mit Führungsschienen 11,12 bzw. 13,14 ausgerüstet ist.
1. Führungsschienenanordnung für Aufzüge, wobei im Bereich einer türseitigen Wand (20)
eines Aufzugsschachtes (5) Montagebügel (1) befestigt sind, an denen Führungsschienen
(6,7) für eine Aufzugskabine (8) montiert sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass an den Montagebügeln (1) Führungsschienen (11,12,13,14) für mindestens ein Gegengewicht
(15,16) montiert sind.
2. Führungsschienenanordnung für Aufzüge nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass an den Montagebügeln (1) Führungsschienen (11, 12, 13, 14) für zwei Gegengewichte
(15,16) montiert sind.
3. Führungsschienenanordnung für Aufzüge nach Anspruch 1 oder 2, wobei ein Montagebügel
(1) aus einem Querbalken (2) und zwei Trägern (3,4) besteht, die an den Enden des
Querbalkens (2) rechtwinklig zu diesem angeordnet sind und, parallel zueinander verlaufend,
in den Aufzugsschacht (5) hineinragen,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens einer der Träger (3,4) einen Ausschnitt (9,10) aufweist, in dem die Führungsschienen
(11,12, bzw.13,14) für ein Gegengewicht (15,16) angeordnet sind.
4. Führungsschienenanordnung für Aufzüge nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Ausschnitt (9,10) seitlich von zwei Auflagekanten (9.1,9.2 bzw.10.1,10.2) für
die Führungsschienen (11,12 bzw.13,14) Anschläge (9.11,9.21 bzw.10.11,10.21) aufweist,
so dass die Führungsschienen (11,12 bzw.13,14) eine dreiseitig zentrierte Lage in
den Ausschnitten (9,10) einnehmen.
5. Führungsschienenanordnung für Aufzüge nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Führungsschienen (11,12 bzw.13,14) von Doppelklauen (17) an den Trägern (3,4)
gehalten werden.
6. Führungsschienenanordnung für Aufzüge nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Doppelklauen (17) aus je einem rechten und einem linken Klauenteil (17.1,17.2)
mit zugehörigen Flanschen (17.11,17.21) bestehen, die aufeinanderliegend mit einer
Schraube (18) an den Trägern (3,4) befestigt sind.
7. Führungsschienenanordnung für Aufzüge nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Querbalken (2) der Montagebügel (1) an der türseitigen Schachtwand (20) im Bereich
der Stockwerks-Betonplatten (26) befestigt sind.
8. Führungsschienenanordnung für Aufzüge nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass der Montagebügel (1) als Support für die Schachttüre (19) ausgebildet ist.
9. Führungsschienenanordnung für Aufzüge nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
dass die Montagebügel (1) an zwei Eckprofilen (30) befestigt sind, die im Bereich der
türseitigen Schachtwand (20) zu beiden Seiten der Montagebügel (1) angebracht sind
und sich annähernd über-die gesamte Schachthöhe erstrecken.
10. Führungsschienenanordnung für Aufzüge nach Anspruch 8 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
dass die zwei Eckprofile (30) am Schachtgrund abgestützt und in senkrechter Richtung gegenüber
der Schachtwand verschieblich befestigt sind.
11. Führungsschienenanordnung für Aufzüge nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet,
dass die Eckprofile (30) aus einem äusseren Winkelblech (31) und einem inneren Winkelblech
(32) bestehen, die miteinander fest verbunden sind, und dass die Enden der Schenkel
des äusseren Winkelbleches (31) annähernd u-förmige Abbiegungen (31.1,31.2), und die
Enden der Schenkel des inneren Winkelbleches (32) annähernd z-förmige Abbiegungen
(32.1, 32.2) aufweisen, durch welche beim Verbinden des äusseren und inneren Winkelbleches
(31 bzw.32) Nutschienen (33,34) gebildet werden.