[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Aufzugsschacht nach dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1.
[0002] Aus der Gebrauchsmusterschrift DE 201 05 144 U1 ist ein selbsttragender Seilaufzug
bekannt, bei dem die Führung der Kabinen und der Gegengewichte an der Schachttürfront
angeordnet ist. Zu diesem Zweck ist eine statisch selbsttragende integrierte Frontstruktur
vorgesehen, die vom Schachtboden bis zur Schachtdecke reicht und gleichzeitig eine
Trennwand zwischen Vorraum und Schacht bildet. Bei der Struktur handelt es sich um
eine Stahlkonstruktion. Die integrierte Frontstruktur weist mindestens zwei Schachttürmodule
auf, die vertikal zwischen einem unteren Puffermodul und einem oberen Antriebsmodul
angeordnet sind. Die integrierte Frontstruktur umfasst zwei durchgehende, modular
ausgebildete, senkrecht stehende, hohle Säulen, die Türsäulen genannt werden, weil
sie einen Zwischenraum definieren, in dem sich die Schachttüren befinden. Diese hohlen
Türsäulen führen im Innern die Gegengewichte. Rechts und links an der Rückseite der
Türsäulen ist jeweils ein Rahmen mit Führungsschienen zur Führung der Kabine angebaut.
Dieser Rahmen bildet mit der Türfront eine U-förmige Struktur. An der Rückseite jeder
Säule ist im rechten Winkel zur Türfront ein weiterer Rahmen mit Schienen zur Führung
der Kabine angeschweisst.
[0003] Die Schachttürmodule können, falls unterschiedliche Stockwerkhöhen bestehen, eine
Standard-Schachttüreinheit und eine auftragsspezifische Anpassungseinheit umfassen,
die mittels auf dem Führungsschienenrahmen angebrachter Zapfen in vertikaler Achse
zusammengesteckt werden, um die vorgegebene Höhe des Schachttürmoduls zu erreichen.
Für Reparaturen und Wartungen sind die Einbauten des Antriebsmoduls über eine Klappe
vom Vorraum aus zugänglich. Bei einer Variante des Antriebsmoduls sind die Treibscheiben
mit je einem eigenen Antriebsaggregat versehen. Die hohlen Säulen der Schachttüreneinheit
können aus verschiedenen Materialien, wie Stahl, Aluminium, Beton, Kunststoff bestehen
und unterschiedliche Formen aufweisen.
[0004] Aus der Patentschrift CH 525 833 ist ferner eine Betonstruktur bekannt, die als Aufzugsschacht
mit zwei Führungswänden, sowie einer vorderen Wand und einer Rückwand dient. An den
Seitenwänden sind Rippen mit mehreren Führungsflächen ausgeführt, die als Führung
für die Aufzugskabine dienen. Diese Rippen sind mit den Wandungsteilen homogen und
kontinuierlich verbunden. Parallel zu diesen Rippen sind ähnliche Führungsteile vorhanden,
um dem in Drähten oder Seilen geführten Gegengewicht aus Sicherheitsgründen eine zusätzliche
Führung zu bieten. Die Seitenwände sind jeweils auf zwei gegenüberliegenden Enden,
oben und unten, mit Zentrierungen versehen.
[0005] Es ist nun Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen verbesserten Aufzugsschacht
ähnlicher Gattung zu schaffen.
[0006] Diese Aufgabe wird in vorteilhafter Weise erfindungsgemäss durch einen Aufzugsschacht
nach Patentanspruch 1 gelöst.
[0007] Durch die Erfindung lässt sich der Aufwand baulicher Art für derartige Systeme signifikant
reduzieren.
[0008] Andere vorteilhafte Ausführungen der Erfindung ergeben sich aus den weiteren abhängigen
Ansprüchen.
[0009] Die Erfindung wird nachfolgend, beispielsweise an Hand von Zeichnungen, näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1 und 2
- schematische, perspektivische Darstellungen von zwei Fahrbahnelementen nach einer
ersten Ausführung der Erfindung, die aufeinander montiert werden,
- Fig. 3
- eine perspektivische Darstellung einer zweiten Ausführung eines solchen Fahrbahnelements,
das auch Fahrbahn- und Türfrontmodul genannt wird,
- Fig. 4
- eine schematische Querschnittdarstellung eines derartigen Fahrbahnelements,
- Fig. 5A
- eine schematische perspektivische Darstellung eines Fahrbahnelements, das auf einer
in eine Ge- bäudebodenplatte eingegossenen Wanne ruht,
- Fig. 5B
- eine vergrösserte Detailansicht der Fig. 5A,
- Fig. 6
- eine perspektivische Darstellung eines Fahrbahn- elements, bevor es auf eine in der
Gebäudeboden- platte eingegossene Wanne nach der Erfindung abge- senkt wird,
- Fig. 7
- einige Details einer solchen Wanne,
- Fig. 8A
- eine schematische Seitenansicht eines Ausschnitts eines erfindungsgemässen Topmoduls,
- Fig. 8B
- eine schematische Seitenansicht des erfindungsge- mässen Topmoduls nach Fig. 8A,
- Fig. 9
- eine schematische Querschnittdarstellung eines derartigen Topmoduls,
- Fig. 10
- eine Querschnittdarstellung eines Kopplungsstücks für erfindungsgemässe Fahrbahnelemente,
- Fig. 11 und 12
- eine perspektivische Darstellung von zwei aufeinander platzierbaren Fahrbahnelementen
mit je einem Kopplungsstück an deren Enden,
- Fig. 13
- und 14 Detailansichten der Kopplungselemente vor dem Eingiessen,
- Fig. 15
- eine perspektivische Darstellung eines weiteren Fahrbahnelements, das Mittel zum Stützen
einer Schalung aufweist, und
- Fig. 16
- eine schematische Schnittdarstellung eines weiteren Fahrbahnelements, das Mittel zum
Stützen einer Schalung aufweist.
[0010] Die modularen Fahrbahnelemente 10 und 20 nach Fig. 1 und 2 weisen grundsätzlich drei
Wände 1, 2, 3 und einen zumindest angenähert C-förmigen Querschnitt bzw. Grundriss
auf. Diese C-förmigen Fahrbahnelemente 10 und 20 sind vorzugsweise derart aufgebaut,
dass sie vorfabrizierte Fahrbahn- und Türfront-Module bilden, und umfassen je zwei
integrierte Kabinenführungen oder Fahrbahnen 11, 12 (Fig. 1) bzw. 21, 22 (Fig. 2)
und je eine Türöffnung 13 bzw. 23. In der Ausführung nach Fig. 1 sind die Ecken bzw.
Eckkanten 14, 15 rechtwinklig ausgebildet, sie können jedoch auch abgerundet sein
oder andere architektonisch und technisch sinnvolle Formen aufweisen. Sie müssen auch
nicht unbedingt symmetrisch sein, wie in den Figuren 1 und 2 dargestellt.
[0011] Die Flächen 16, 17 der Innenseiten des C-förmigen Fahrbahnelements können parallel
sein oder, wie in Fig. 1 dargestellt, auf der Schachtinnenseite einen inneren Eckwinkel
α bilden, der beispielsweise grösser als 90 Grad ist, wobei die Wände 1, 2 mit zunehmendem
Abstand von der Wand 3 dünner werden können. Vorzugsweise sind die modularen Fahrbahnelemente
10 und 20 vorfabrizierte Betonmodule (z.B. aus gegossenem Beton), wobei die Fahrbahnelemente
10 und 20 mit Kanälen 18 oder anderen Ausnehmungen für eine integrierte Verkabelung
versehen sein können. Die Fahrbahnen 11, 12 (Fig. 1) bzw. 21, 22 (Fig. 2) können mit
einem durchgehenden Hohlraum 19, beispielsweise für ein Kabel zum gegenseitigen Verspannen
mehrerer aufeinander ruhender Fahrbahnelemente 10, 20, versehen sein. Durch das gegenseitige
Verspannen kann die Stabilität eines aus mehreren modularen Fahrbahnelementen 10,
20 bestehenden Aufzugsschachtes verbessert werden.
[0012] Das modulare Fahrbahnelement 30 nach den Figuren 3 und 4 umfasst im Beton integrierte
Kabinenführungen 31, 32, im Beton integrierte Führungen 33, 34 und 35, 36 für Ausgleichgewichte
und im Beton integrierte Führungen 37, 38 für Schachttüren. Vorzugsweise sind diese
Führungen direkt im Beton ausgeformt, oder zum Beispiel als Metallführungen in das
Beton eingegossen.
[0013] Fig. 4 zeigt eine Draufsicht des Aufzugsschachts, der durch eine weitere C-förmige
Konstruktion oder ein Modul 39 peripher abgeschlossen sein kann, wo eine Aufzugkabine
40 mit Türen 41, 42, 43, 44 untergebracht ist, die ein Türsystem mit verschiebbaren
Türblättern bilden. Vorzugsweise ist das Modul 39 statisch nicht-tragend ausgeführt.
An der Aufzugkabine 40 ist oben und unten je ein Träger 45 mit Rollen 93, 94, 95,
96 für die Führung der Aufzugkabine befestigt. In Fig. 3 sind auch vier gegebenenfalls
vormontierbare Schachttüren 46, 47, 48, 49 dargestellt, die in den Führungen 37, 38
gelagert sein können. Zum seitlichen Platzgewinn können die Ausgleichgewichtsführungen
33 bis 36, wie in den Figuren 3 und 4 dargestellt, seitlich, das heisst links und/oder
rechts an den zumindest angenähert parallelen oder vorzugsweise einen inneren Eckwinkel
α > 90° bildenden Seiten 16, 17 (Fig. 1) des C-förmigen Fahrbahnelements 30 und innerhalb
der Schachtwandprojektion angeordnet sein.
[0014] In einer weiteren Ausführungsform kann das Modul 39 im Gebäude eine tragende Funktion
haben, ohne jedoch den Aufzugschacht und dessen Elemente zu tragen.
[0015] In Fig. 5A und Fig. 5B ist ein Fahrbahnelement 70 gezeigt, das auf einer vorgefertigten
Schachtgrubenwanne 60 ruht.
[0016] Diese Schachtgrubenwanne 60 ist in die Gebäudebodenplatte des Gebäudes eingegossen
und ist daher später von ausserhalb des Aufzugschachtes praktisch unsichtbar. Die
Wanne 60 dient als Schalung beim Giessen der Gebäudebodenplatte. Eine mögliche Ausführungsform
einer Schachtgrubenwanne 60 ist in Fig. 5A, Fig. 5B und Fig. 7 gezeigt und stellt
ein durch einen Baumeister als Schachtgrube eingebrachtes Basismodul dar. Vorzugsweise
weist die Wanne 60 einen Boden 64 auf. Unter dem Begriff Wanne kann im Sinne der Erfindung
gegebenenfalls auch eine Wanne mit einem eine Öffnung aufweisenden Boden oder sogar
ein bodenloser Rahmen subsumiert werden. Die Gebäudebodenplatte wird auf einem Grundboden
(z.B. dem Baugrubenboden) hergestellt, wobei die Wanne 60 eingegossen werden kann.
Dann kann darauf ein erstes vorfabriziertes auf die Baustelle geliefertes, beispielsweise
C-förmig ausgebildetes Fahrbahnelement 70 eingebracht werden, wobei danach weitere
Fahrbahnelemente 20 (Fig. 2) aufeinander geschichtet und, mit dem Gebäude wachsend,
montiert werden. Diese Arbeiten können zumindest zum Teil durch einen Baumeister ausgeführt
werden. Die aufeinander gestapelten und auf die Gebäudebodenplatte abgestützten Fahrbahnelemente
bilden eine Aufzugstragstruktur, die ein Topmodul (siehe zum Beispiel Figuren 8A und
8B) und Treppenhauspodeste tragen kann. Vorzugsweise sind die Fahrbahnelemente von
der Statik her so dimensioniert, dass sie die vertikalen Kräfte in dem Aufzugsschacht
aufzunehmen in der Lage sind. Bei diesen vertikalen Kräften handelt es sich insbesondere
um das Eigengewicht des Aufzugsschachtes und um die im Betrieb des Aufzugs auftretende
Kräfte.
[0017] Im Folgenden wird ein Montagebeispiel für die Montage einer Schachtgrubenwanne 60
angegeben. In einer Baugrube wird ein dünnes, waagerechtes Mörtelbeet bereitgestellt,
wobei die genaue Höhenlage berücksichtigt werden muss. Die Schachtgrubenwanne 60 wird
eingebracht und auf diesem Mörtelbeet in die korrekte Lage geschoben. Dann kann die
Schachtgrubenwanne 60 mit Wasser gefüllt werden, damit sie sich beim Giessen der Gebäudebodenplatte
nicht verschiebt. Anschliessend wird um die Schachtgrubenwanne herum Beton in die
Baugrube gegossen, um die Gebäudebodenplatte zu erzeugen. Nach dem Aushärten der Gebäudebodenplatte
wird das erste Fahrbahnelement 70 aufgesetzt, wie in den Figuren 6 und 7 schematisch
durch Pfeile angedeutet. An der Auflagestelle des ersten Fahrbahnelements 70 auf der
Schachtgrubenwanne 60 kann eine dünne Mörtelschicht aufgebracht werden. Das Fahrbahnelement
70 wird mittels eines Zentrier- & Positionierbolzens 71 positioniert. Die genaue Lage
in der horizontalen Ebene wird mittels Rotation um eine vertikale Achse 72 justiert.
Mit den Stellschrauben 62 wird das Fahrbahnelement in die Mörtelschicht abgesenkt.
Durch Ein- oder Ausdrehen der Stellschrauben 62 kann die Lage des Fahrbahnelementes
eingestellt werden. Es ist zu beachten, das die Mörtelschicht zumindest teilweise
das Gewicht aller Fahrbahnelemente trägt. Das nächstfolgende Fahrbahnelement wird
vorzugsweise nach dem Giessen der ersten Betondecke (1. Geschossdecke), mit zwei Zentrier-
& Positionierbolzen in Bezug auf das darunter liegende Fahrbahnelement ausgerichtet.
[0018] Die Wanne 60 hat, wie besprochen, mindestens einen integrierten Zentrier- & Positionierbolzen
71. Zusätzlich weist die Wanne Schraubenlöcher 73 auf, in welche Fixierschrauben 74
eingeschraubt werden können, um das Fahrbahnelement 70 an der Wanne 60 zu befestigen.
Vorzugsweise hat die Wanne 60 einen rundum laufenden Abdichtflansch 63, um von Grundwasser
abzudichten. Die Wanne 60 kann auch mit Laschen 75 versehen sein, die die Wanne in
der Gebäudebodenplatte verankern. Sie muss jedoch für die Aufzugsstruktur nicht tragend
sein; die Kräfte werden vorzugsweise direkt über die Mörtelschicht in die Gebäudebodenplatte
geleitet.
[0019] Das als Wanne 60 ausgebildete Basismodul weist ein geringes Gewicht und ein kleines
Volumen für Transport und Montage auf und bringt eine drastische Reduktion der Baudauer
und der Baukosten mit sich, wobei insbesondere kein spezielles Hebezeug für grössere
Lasten erforderlich ist. Zudem erfüllt ein solches Basismodul gleichzeitig Bau- und
Aufzugsfunktionen. Bei herkömmlichen Aufzugsanlagen musste die Schachtgrubenwanne
am Ort des zu errichtenden Aufzugsschachtes aus Beton gegossen werden, indem Schritt
für Schritt die entsprechenden Verschalungen aus Holz aufgebaut wurden. Dieser Vorgang
war sehr arbeitsintensiv und teuer. Diese Schritte entfallen bei Verwendung einer
erfindungsgemässen Wanne 60. Vorzugsweise besteht die Wanne 60 aus einem CF-Composite.
Die Wanne 60 hat beispielsweise ein Gewicht von weniger als 100kg.
[0020] Das oberste Element des Aufzugschachts, das auch Topmodul 80 genannt wird, weist
nach den Figuren 8A und 8B mindestens einen Antrieb 81 sowie mehrere Rollen auf, zum
Beispiel die Rollen 91, 92, 97, 98 für die kabinenseitigen Trums 82 und/oder für die
gegengewichtsseitigen Trums 83 der Tragund Antriebsseile. Das Topmodul 80, an dem
indirekt die Aufzugkabine 40 und mindestens ein - hier nicht dargestelltes - Gegengewicht
hängen (siehe Fig. 8B), kann eine Art Deckel 86 sein, der von einem Flachdach 89 (Gebäudedecke)
her eingebracht wird. An diesem Topmodul 80 sind ein Antrieb 81 sowie Umlenkrollen
91, 92, 97, 98 befestigt, und es weist Abdichtungen 87 gegenüber dem Gebäude und mindestens
einen Lüftungsschlitz 88 auf. Wie der Fig. 8B zu entnehmen ist, sitzt das Topmodul
80 vorzugsweise auf einem oberen Fahrbahnelement 100 auf. Vorzugsweise handelt es
sich bei dem Topmodul 80 um ein aus Beton vorgefertigtes Element.
[0021] Dieses Topmodul 80 mit integrierten Aufzugs- und Baufunktionen, das auf das oberste
Fahrbahn- und Türfrontmodul 100 positioniert und abgestützt wird, kann mit werksseitig
vormontierten Aufhängungs- und Umlenkrollen (zum Beispiel die Rollen 91, 92, 97, 98),
mit einer werksseitig vormontierten Antriebseinheit 81 und/oder mit integrierten Bauschnittstellen
bzw. Gebäudeschnittstellen zum Dichten und Isolieren der obersten Gebäudedecke 89
versehen sein. Das Topmodul 80 kann als Innenverschalung für das Giessen der Gebäudedecke
89 verwendet werden.
[0022] Ein solches am Schachtkopf montiertes und als Deckenanschluss dienendes Topmodul
80 ist kostengünstig, was den Transport und die Montage anbelangt, gewährt eine grosse
Arbeitssicherheit während der Aufzugmontage, kann als Verpackung der Aufzugskomponenten,
beispielsweise der Rollen und des Antriebs genutzt werden und führt zudem bauseits
zu geringen Kosten beim Schachtkopfbau. Ausserdem kann das Topmodul 80 derart ausgestaltet
sein, dass es als Wetterschutz während einer Einbauphase verwendbar ist.
[0023] Nach Fig. 9 ist je eine Rolle 91 bzw. 92 für die zwei die Gegengewichte 84 bzw. 85
tragenden Seile 83 (Fig. 8B), derart angeordnet, dass die Projektion jedes hängenden
Seiles 83 zumindest angenähert durch den Schwerpunkt des entsprechenden Gegengewichts
84 bzw. 85 verläuft. Es ist ein Träger 45 vorhanden, an dem vier Rollen 93, 94, 95,
96 drehbar angeordnet sind, die sich solidarisch mit der Aufzugkabine 40 bewegen.
Die vier Rollen 93, 94, 95, 96 werden vorzugsweise durch die trapezförmig ausgebildete
Kabinenführungen 11, 12 (Fig. 1), bzw. 21, 22 (Fig. 2), bzw. 31, 33 (Fig. 3) des jeweiligen
modularen Fahrbahnelements geführt.
[0024] Die vorzugsweise C-förmig ausgebildeten Fahrbahnelemente 10 (Fig. 1), 20 (Fig. 2),
70 (Fig. 6) und 100 (Fig. 8B) können auch zum Tragen von Treppenhauspodesten genutzt
werden, selbst wenn das komplementäre Modul 39 (Fig. 4 oder Fig. 9) entfällt, um beispielsweise
einen bezüglich Design und Tragkräften freien hinteren Schachtwandbereich als Gestaltungsfreiraum
für Architekten zu bilden. Die C-förmigen Fahrbahnelemente 10, 20, 70 und 100 können
dann "innen" und "aussen" an die Fassade eines Gebäudes, oder in eine Fassadennische
ein- oder anbaubar ausgebildet sein.
[0025] Die modularen C-förmigen Fahrbahnelemente 10, 20, 70 und 100 gemäss Erfindung können
zur direkten Aufnahme von Funktionselementen (z.B. Funktionselemente der Türmechanik)
ausgeführt werden. Es bedarf dazu nicht unbedingt spezieller Metallrahmen oder Metallprofile.
Die Fahrbahnelemente 10, 20, 70 und 100 können sogenannte Gipskanten aufweisen, um
ein einfacheres Vergipsen der Schachtaussenwände zu ermöglichen. Durch ihre modulare
Gestaltung entfällt ein Ausgleich von Bautoleranzen. Die modularen Fahrbahnelemente
10, 20, 70 und 100 können spezielle Ausnehmungen oder Befestigungsmittel zum direkten,
rahmenlosen Befestigen der Türmechanik aufweisen.
[0026] Der erfindungsgemässe modular aufgebaute Aufzugsschacht erweist sich als besonders
vorteilhaft dadurch, dass zum Tragen bzw. zum Abstützen von Türen, oder zum saubern
und genauen Abschliessen oder für Brandschutzanforderungen kein zusätzlicher Türrahmen
erforderlich ist. Die einzelnen Module oder Elemente weisen nur ein geringes Gewicht
und ein kleines Volumen auf, was nicht nur Vorteile bei Transport und Montage mit
sich bringt, sondern überhaupt die Errichtung des Aufzugsschachts durch die beauftragte
Baufirma auch in Abwesenheit von Aufzugsexperten an der Baustelle ermöglicht, ohne
dabei ein bezüglich Last und Hub spezielles Hebezeug benötigen zu müssen, weil Bau-
und Aufzugsfunktionen mit denselben Elementen oder Modulen erfüllt werden, wobei sogar
bereits die Anzeige- und Bedienungselemente vormontiert sein können.
[0027] Wie aus den Figuren 4 und 9 ersichtlich, werden beispielsweise die Rollen 93, 94,
95 und 96 durch die beispielsweise trapezförmig ausgebildeten Fahrbahnen 11 bzw. 12
(Fig. 1) geführt. Vorzugsweise sind die trapezförmig ausgebildeten Fahrbahnen 11 bzw.
12 (Fig. 1) aus Beton gegossen. Da diese Fahrbahnen lediglich zur Führung der Kabine
40 dienen, sind sie aus statischen Gesichtpunkten unproblematisch. Es ist möglich,
relativ dünne Wände 16 und 17 (Fig. 1) vorzusehen, die aber dann nicht zum Befestigen
oder als tragende Strukturen verwendet werden sollten. Auch sollte man bei der Konzeption
des gesamten Aufzugschachtes und der einzelnen Fahrbahnelemente versuchen, Schallbrücken
zu vermeiden, um eine gute Schallisolierung zu ermöglichen. Die horizontalen Fahrbahnbelastungen
infolge von exzentrischer Beladung der Aufzugkabine 40 können relativ hohe Werte erreichen.
Diese horizontalen Belastungen sind - auch bei dünnen Wänden 16 und 17 (Fig. 1) -
unproblematisch, weil sie auf jedem Stockwerk durch die Geschossdecken aufgefangen
werden. Die Verbindungen zwischen den Fahrbahnelementen und den Geschossdecken können
entweder als starre Beton/Beton-Verbindungen oder in Form elastischer Schalldämmelemente
realisiert werden.
[0028] Die Gegengewichtführung, zum Beispiel in Form der Schienen 33 und 35, könnte auch
wenigstens zum Teil an der Türfrontwand 3 angeordnet sein.
[0029] Der Träger 45 der Kabine 40 (Fig. 9) wird direkt über die vier oberen Führungsrollen
93 bis 95 und zum Beispiel über weitere vier in den Figuren nicht sichtbare untere
Rollen eines unteren Trägers beispielsweise entlang den Betonfahrbahnen 21, 22 (Fig.
2) geführt.
[0030] Durch die trapezförmige Gestaltung der Fahrbahnen 21, 22 ergeben sich vier längliche
Führungsebenen 24, 25 bzw. 26, 27 in Fig. 2, die sich vertikal im Aufzugsschacht erstrekken.
Die Zwischenebenen 28 bzw. 29 dienen nicht zum Führen der Aufzugkabine 40, sondern
können gegebenenfalls für andere Funktionen benutzt werden. Durch die gewählte trapezförmige
Bauform der Fahrbahnen 21, 22 ist die Führung der Kabine 40 sehr stabil und auch nutzbar,
um zum Beispiel vertikale Kräfte aufzunehmen. Die Führungsgeometrie ist sehr genau,
da Stoss-Stellen und Spurdistanz formgebunden sind.
[0031] Die Enden einer Fahrbahn 21, 22 (Fig. 11, 12) eines Fahrbahnelements sind vorzugsweise
mit je einem direkt im Beton eingegossen Kopplungsstück 101 nach Fig. 10 versehen.
Die Figuren 11 und 12 zeigen Kopplungsstücke 110 bzw. 120 an den Enden von zwei aneinander
stossenden Fahrbahnelementen. Diese Kopplungsstücke 110 und 120 umfassen einen Zentrierbolzen
121 (Fig. 12) und eine Zentrierbohrung 111 (Fig. 11), wodurch sie bei der Montage
des Aufzugschachtes selbsttätig gegeneinander ausgerichtet werden. Die Kopplungsstücke
101 sind in dem gezeigten Beispiel mit verschraubten Verankerungen 131, 132 und 133,
134 nach Fig. 13 und 14 versehen, um sie nach dem Eingiessen im Beton verankert zu
halten. Die Flächen 112, 113, 114 bzw. 122, 123, 124 haben die gleiche polygonale
Querschnittsform, wie beispielsweise die trapezförmigen Fahrbahnen 11 und 12 nach
Fig. 1 oder 21 und 22 nach Fig. 2.
[0032] Zum Herstellen der modularen Fahrbahnelemente 10, 20, 30 mit integrierten Fahrbahnen
21, 22 wird vorzugsweise eine Gussform verwendet. Idealerweise bestehen die Kopplungsstükke
110 bzw. 120 aus Metall und können somit auch als Kantenschutz dienen.
[0033] Die gegebenenfalls auch asymmetrisch im Querschnitt trapezförmig angeordneten Wände
24, 25 bzw. 26, 27 (Fig. 2), die den schräg stehenden Trapez-Seiten 102 und 103 in
Fig. 10 entsprechen, schliessen beispielsweise einen Winkel von min. 60° und max.
120° ein, vorzugsweise jedoch einen Winkel von ca. 80° bis ca. 100°. Für den Winkel
β in Fig. 10 gilt dementsprechend 60°> β > 30° oder vorzugsweise 50°> β > 40°. Die
Laufflächen 11, 12, 21, 22 sollten keine Rillen, Absätze oder andere Unebenheiten
aufweisen, um Stösse bzw.
[0034] Schwingungen zu vermeiden, die sich ansonsten über die Rollen 93, 94, 95, 96 auf
die Kabine 40 übertragen könnten.
[0035] Die Kopplungsstücke 101 (Fig. 10), 110, 120 (Fig. 11, 12) werden vor dem Giessen
der Fahrbahnelemente in die Giessform eingelegt. Dadurch ergeben sich ideal ebene
Übergänge von den aus Beton gegossenen Führungslaufflächen zu den Kopplungsstücken.
Da aufeinander liegende Kopplungsstücke benachbarter Fahrbahnelemente gegenseitig
präzise zentriert sind, resultieren im montierten Zustand perfekt fluchtende, absatzfreie
Fahrbahnen.
[0036] Die Kopplungsstücke 101 weisen vorzugsweise je mindestens eine Aussparung 104 und/oder
eine (Gewinde-)Bohrung 105, 106 auf, die zur gegenseitigen Fixierung von zwei aufeinander
stehenden Fahrbahnelementen, beispielsweise mit Verbindungslaschen, dienen. Ausserdem
können darin (Gewinde-)Bohrungen 107, 108 vorhanden sein, mit welchen eine Verdrehung
oder Verschiebung der beim Giessen der Fahrbahnelemente in die Giessform eingelegten
Kopplungsstücke verhindert wird. Die Fahrbahnelemente 10, 20, 30, 70 und 100 sind
vorzugsweise mit einem durchgehenden Hohlraum 19 und die Kopplungsstücke 101 mit Öffnungen
109 versehen, um durch solche Hohlräume 19 und Öffnungen 109 zum Beispiel mindestens
ein Kabel durchziehen zu können.
[0037] Die Fahrbahnelemente 10, 20, 30, 70 und 100 sind vorzugsweise mit Fahrbahnen 11,
12 bzw. 21, 22 oder 31, 32 versehen, die einen zumindest angenähert trapezförmigen
Querschnitt aufweisen, wobei die Kopplungsstücke 101 plattenförmig mit demselben trapezförmigen
Querschnitt ausgebildet sein können. Die schräg stehenden Trapez-Seiten der Fahrbahnen
können auch als Führung für Rollen 93, 94, 95, 96 dienen, die sich an einem Träger
45 befinden, der an der Aufzugskabine 40 befestigt ist. Die Rollen 93, 94, 95, 96
können aber auch anderweitig mit der Aufzugkabine 40 verbunden sein.
[0038] Zwei weitere Ausführungsformen der Erfindung sind im Zusammenhang mit den Figuren
15 und 16 beschrieben. In Figur 15 ist ein modulares Fahrbahnelement 140 gezeigt,
das im unteren Bereich eine Art umlaufenden Sims 141 aufweist. Dieser Sims 141 kann
zum Beispiel eine Schalung 142 für das Giessen einer Geschossdecke abstützen, wie
in Figur 15 ansatzweise dargestellt. Eine andere Variante ist in der Schnittdarstellung
in Figur 16 gezeigt. Das Fahrbahnelement 150 weist eine Vertiefung 151 auf, die als
Mittel zur Aufnahme einer Schalung 152 dienen kann, wie auf der linken Seite der Figur
angedeutet. Die Mittel 141 und 151 können unter Umständen auch die Geschossdecke direkt
tragen.
[0039] Demzufolge kann nach einer ersten Ausführung der Erfindung der Aufzugsschacht mit
vorfabrizierten modularen Fahrbahnelementen (z.B. aus den Fahrbahnelementen 10, 20)
ausgebildet sein, die einen zumindest angenähert C-förmigen Querschnitt aufweisen.
[0040] Nach einer zweiten Ausführung der Erfindung kann ein vorzugsweise modular aufgebauter
Aufzugsschacht Fahrbahnen 11, 12 bzw. 21, 22 oder 31, 32 umfassen, die einen zumindest
angenähert trapezförmigen Querschnitt aufweisen, wobei die schräg stehenden Trapez-Seiten
der Fahrbahnen als Führung für Rollen 93, 94, 95, 96 dienen, die sich an mindestens
einem Träger 45 befinden, der an der Aufzugskabine 40 befestigt ist.
[0041] Nach einer dritten Ausführung kann ein modular aufgebauter Aufzugsschacht mit wenigstens
zwei vorfabrizierten modularen Fahrbahnelementen (z.B. aus den Fahrbahnelementen 10,
20) ausgebildet sein, die Fahrbahnen 11, 12, 21, 22 für die Aufzugskabine 40 umfassen,
derart, dass mindestens an dem oberen Ende einer unteren Fahrbahn eines Fahrbahnelements
ein Kopplungsstück 120 (Fig. 12) fest angeordnet ist, und dass mindestens an dem unteren
Ende einer oberen Fahrbahn eines nächsten Fahrbahnelements ein weiteres Kopplungsstück
110 (Fig. 11) fixiert ist, wobei beide Kopplungsstücke 110, 120 ausgestaltet sind,
um wenigstens in einem für die Führung der Aufzugskabine 40 vorgesehenen Bereich einen
fluchtenden Übergang zwischen diesen zwei Fahrbahnen zu bilden.
[0042] Nach einer vierten Ausführung kann der Aufzugsschacht zumindest teilweise auf einer
Gebäudebodenplatte aus Beton ruhen, in die eine Wanne 60 eingelassen ist, die als
Schalung beim Giessen der Gebäudebodenplatte dient.
[0043] Nach einer fünften Ausführung der Erfindung kann der Schachtkopf eines Aufzugsschachts
als modulares vorfabriziertes Topmodul 80 aus Beton ausgebildet sein.
[0044] Bei all diesen Ausführungen wurden Beispiele von Aufzügen dargestellt, bei denen
über Rollen laufende Stahlseile die Kabine 40 und das(die) Gegengewicht(e) tragen.
Bei diesen Ausführungsformen können jedoch ohne weiteres auch hydraulische Antriebe
zum Einsatz gebracht werden. Statt Seilen können zum Beispiel auch Riemen eingesetzt
werden.
[0045] Die erfindungsgemässen Ausführungen eines solchen Aufzugsschachts erweisen sich als
besonders kostengünstig bei der Herstellung im Werk sowie für Transport und Montage.
Sie gewähren eine erhöhte Arbeitssicherheit während der Liftmontage und ermöglichen
gegebenenfalls eine Benutzung eines Topmoduls als "Verpackung" der Aufzugskomponenten,
beispielsweise der Einheiten mit Rollen und Antrieb.
1. Aufzugsschacht mit Führungen für eine Aufzugskabine (40),
dadurch gekennzeichnet, dass der Aufzugsschacht aus Modulen (10, 20, 30, 70, 100) aufgebaut ist und einen oberen
Teil aufweist, der als ein modulares vorfabriziertes Topmodul (80) ausgebildet ist,
das
- auf dem Aufzugsschacht aufliegt,
- den Aufzugsschacht nach oben hin abschliesst,
- die Aufzugskabine (40), deren Gegengewichtaufhängung und eine Antriebseinheit (81)
trägt,
wobei das Topmodul (80) aus Beton gefertigt ist.
2. Aufzugsschacht nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dieses Topmodul (80) mehrere Rollen (91, 92, 97, 98) für Tragseile (83) und/oder
für Antriebsseile (82) und mindestens eine Antriebseinheit (81) umfasst.
3. Aufzugsschacht nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Topmodul (80) mit integrierten Aufzugs- und Baufunktionsmitteln ausgestattet
ist und vormontierte Aufhängungs- und Umlenkrollen (91, 92, 97, 98), und/oder mit
einer vormontierten Antriebseinheit (81), und/oder mit integrierten Bauschnittstellen
oder Gebäudeschnittstellen zum Dichten und Isolieren einer obersten Gebäudedecke versehen
ist.
4. Aufzugsschacht nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das am oberen Teil des Aufzugsschachts montierte oder montierbare, als Deckenanschluss
dienende Topmodul (80) derart ausgestaltet ist, dass es als Verpakkung beim Transport
von Aufzugskomponenten, vorzugsweise der Rollen (91, 92, 97, 98) und der Antriebseinheit
(81) und/oder als Wetterschutz während einer Einbauphase verwendbar ist.
5. Aufzugsschacht nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Topmodul (80) mindestens einen Lüftungsschlitz (88) aufweist.
6. Aufzugsschacht nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Module vorfabrizierte modularen Fahrbahnelementen (10; 20; 30; 70; 100) sind,
die zwei Seitenwände (1, 2) mit Kabinenführungen für eine Aufzugskabine (40) aufweisen,
dass die Fahrbahnelemente (10; 20; 30; 70; 100) einen zumindest angenähert C-förmigen
Querschnitt aufweisen, dass die Kabinenführungen als integrierte Fahrbahnen (11, 12;
21, 22; 31, 32) für die Aufzugskabine (40) ausgebildet sind, und dass die zwei Seitenwände
(1, 2) derart durch eine mittlere dritte Wand (3) verbunden sind, dass die drei verbundenen
Wände (1, 2, 3) diesen C-förmigen Querschnitt bilden, wobei die dritte Wand (3) mit
einer Türöffnung (13; 23) versehen ist, und wobei das Topmodul (80) passend auf das
oberste Fahrbahnelement (10; 20) positioniert ist.
7. Aufzugsschacht nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Fahrbahnen (11, 12; 21, 22) einen zumindest angenähert trapezförmigen Querschnitt
mit zwei schräg stehenden Trapez-Seiten (24, 25; 26, 27) aufweisen, und dass die schräg
stehenden Trapez-Seiten (24, 25; 26, 27) als Führung für Rollen (93, 94, 95, 96) dienen,
die mit der Aufzugskabine (40) verbunden sind.
8. Aufzugsschacht nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Rollen (93, 94, 95, 96) derart drehbar angeordnet sind, dass sie zumindest annähernd
senkrecht entlang der schräg stehenden Trapez-Seiten (24, 25; 26, 27) abrollen wenn
sich die Aufzugkabine (40) im Aufzugsschacht aufwärts oder abwärts bewegt.
9. Aufzugsschacht nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Topmodul (80) aus Beton vorfabriziert ist.