[0001] Die Erfindung betrifft einen Teleskopausleger, insbesondere einen Teleskopausleger
für einen Mobilkran, mit den im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 genannten Merkmalen.
[0002] Teleskopausleger mit hydraulischen Teleskopiersystemen sind seit vielen Jahren bekannt.
In der DE 198 24 672 A1 wird ein Kran mit einem Teleskopausleger beschrieben. Der
Teleskopausleger weist einen Grundkasten auf, in dem mehrere Innenkästen im wesentlichen
koaxial ineinander geführt sind. Die Innenkästen können nacheinander durch ein hydraulisches
Zylinder/Kolben-System wahlweise ein- und ausgefahren werden. Das hydraulische Zylinder/Kolben-System
ist hierbei an einem seiner beiden axialen Enden (Fußbereich) im Grundkasten fixiert
und mit seinem ausfahrbaren Teil mittels einer Koppeleinrichtung an den jeweils zu
verfahrenden Innenkasten ankoppelbar. Diese Koppeleinrichtung wird auch als Sicherungs-
und Verriegelungseinheit bezeichnet. Der ausfahrbare Teil des Zylinder/Kolben-Systems
kann wahlweise in der Kolbenstange oder in dem Hydraulikzylinder bestehen. Die Innenkästen
können jeweils in ihrer eingefahrenen und in ihrer ausgefahrenen Stellung durch eine
von der Sicherungs- und Verriegelungseinheit betätigbare Verbolzungseinrichtung gegenüber
dem nächst größeren Innenkasten oder (im Fall des äußersten Innenkastens) mit dem
Grundkasten des Teleskopauslegers mechanisch verriegelt werden, so dass keine relative
Verschiebung gegeneinander mehr möglich ist. Unmittelbar vor dem Verfahren eines Innenkastens
ist die Verbolzungseinrichtung nach erfolgtem Ankoppeln der Sicherungs- und Verriegelungseinheit
durch letztere entriegelbar. Die Ausfahrlänge des hydraulischen Zylinder/Kolben-Systems
entspricht bei dieser bekannten Lösung der axialen Länge des längsten zu verfahrenden
Innenkastens. In der ausgefahrenen Stellung ist die Länge des hydraulischen Zylinder/Kolben-Systems
somit praktisch doppelt so lang. Da das Ausfahren von Teleskopschüssen teilweise unter
Last erfolgen muss, besteht ein besonderes Problem hinsichtlich der Knicksteifigkeit
des Zylinder/Kolben-Systems. Dies hat eine vergleichsweise massive Ausführung mit
einem entsprechend hohem Gewicht dieses Systems zur Folge. Ein möglichst niedriges
Gewicht für das Teleskopiersystem ist aber wünschenswert, damit z.B. wegen der Begrenzung
der zulässigen Achslasten eines Fahrzeugkrans ein möglichst hoher Gewichtsanteil für
die Teleskopschüsse des Teleskopauslegers zur Verfügung bleibt, um eine möglichst
große Ausfahrlänge realisieren zu können. Gegenüber so genannten vollhydraulischen
Teleskopiersystemen, die ein äußerst schweres hydraulisches Zylinder/Kolben-System
als Antrieb aufweisen, ist bei diesem Teleskopausleger der Zeitbedarf für das Ausfahren
der Innenkästen etwa doppelt so hoch, weil die Ausfahrbewegung nicht vollkontinuierlich
ist, sondern nach jedem Arbeitshub, mit dem ein Innenkasten ausgefahren wird, durch
das Zylinder/Kolben-System zunächst wieder ein Leerhub im Sinne einer Rückfahrbewegung
in die Ausgangsstellung ausgeführt werden muss, um den nächsten Innenkasten greifen
zu können.
[0003] Aus der DE 198 24 671 A1 ist ein weitgehend ähnlich ausgebildeter Teleskopausleger
bekannt, der sich im Wesentlichen dadurch von dem vorbeschriebenen Teleskopausleger
unterscheidet, dass das zum Teleskopieren verwendete hydraulische Zylinder/Kolben-System
eine Länge aufweist, die lediglich etwa der halben Länge des längsten auszufahrenden
Innenkastens entspricht. Bei dieser Lösung ist die Kolbenstange des Zylinder/Kolben-Systems
im Fußbereich des Grundkastens angelenkt, so dass der Zylinder den ausfahrbaren Teil
des Zylinder/Kolben-Systems bildet. Der Zylinder ist in diesem Fall mit zwei Sicherungs-
und Verriegelungseinheiten ausgestattet, von denen sich die eine am oberen und die
andere am unteren axialen Ende des Zylinders befindet. Das Austeleskopieren der einzelnen
Innenkästen erfolgt im Unterschied zu dem Teleskopausleger gemäß DE 198 24 672 A1
bei dieser Lösung nicht in einem einzigen Schritt, sondern in zwei Teilschritten.
Zum Ausfahren wird zunächst die untere Sicherungs- und Verriegelungseinheit betätigt
und der jeweilige Innenkasten auf etwa seine halbe Ausfahrlänge ausgefahren und in
dieser Zwischenstellung verriegelt. Anschließend fährt der Zylinder wieder in seine
Ausgangsposition zurück. Sobald diese erreicht ist, befindet sich die obere Sicherungs-
und Verriegelungseinheit in einer Position, die etwa der Position der unteren Sicherungs-
und Verriegelungseinheit am Ende des ersten Ausfahrschritts entspricht. Die zweite
Sicherungs- und Verriegelungseinheit ist Ausgangsposition zurück, um mit der unteren
Sicherungs- und Verriegelungseinheit den nächsten Innenkasten zu greifen. Der Zeitbedarf
für das Ausfahren eines Innenkastens ist bei diesem Teleskopausleger nahezu gleich
groß wie bei dem Teleskopausleger gemäß der DE 198 24 672 A1. Der Vorteil dieser Lösung
ist aber darin zu sehen, dass die Länge des hydraulischen Zylinder/Kolben-Systems
halbiert ist und dadurch für das gesamte hydraulische Zylinder/Kolben-System auch
infolge des Gewinns an Knicksteifigkeit durch die verkürzte Baulänge (Möglichkeit
zur Querschnittsverringerung) eine drastische Gewichtsreduzierung erzielt wird.
[0004] Eine ähnliche Lösung mit einem hydraulischen Zylinder/Kolben-System mit einer axialen
Länge, die etwa der halben axialen Länge eines auszufahrenden Innenkastens entspricht,
ist aus der EP 1 072 554 A1 bekannt. Dort kommt lediglich eine einzige Sicherungs-
und Verriegelungseinheit zum Einsatz. Diese ist allerdings so gestaltet, dass sie
lösbar mit dem Zylinder des hydraulischen Zylinder/Kolben-Systems verbunden ist. Dadurch
ist es möglich, die Sicherungs- und Verriegelungseinheit am Ende des ersten Teilhubs
einer Ausfahrbewegung für einen Innenkasten in der erreichten Position zu belassen,
vom Zylinder abzukoppeln, den Zylinder anschließend in seine Ausgangsposition zurückzufahren
und dann die Sicherungs- und Verriegelungseinheit an das obere Ende des zurückgefahrenen
Zylinders wieder anzukoppeln, um den zweiten Teilhub der Ausfahrbewegung zu realisieren.
Diese Lösung bringt zwar eine Einsparung hinsichtlich der Anzahl der vorzusehenden
Sicherungs- und Verriegelungseinheiten, erfordert aber einen zusätzlichen Aufwand
für die lösbare Ankopplung der einzigen Sicherungs- und Verriegelungseinheit an den
Zylinder. Im Hinblick auf die Notwendigkeit eines Leerhubs und somit auf die Verlängerung
der Ausfahrbewegung der Innenkästen ergeben sich gegenüber der Lösung gemäß DE 198
24 671 A1 keine Unterschiede.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Teleskopausleger der gattungsgemäßen
Art dahingehend weiterzubilden, dass bei einem möglichst geringen Gewicht für das
Antriebssystem die Zeit für das Ausfahren eines Innenkastens in seine maximale Ausfahrstellung
deutlich verkürzt wird.
[0006] Gelöst wird diese Aufgabe ausgehend von einem Teleskopausleger mit den im Oberbegriff
des Patentanspruchs 1 genannten Merkmalen durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs
1. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0007] Die vorliegende Erfindung geht aus von einem Teleskopausleger, der insbesondere für
Mobilkrane vorgesehen ist und einen Grundkasten aufweist, in dem ein oder mehrere
Innenkästen im wesentlichen koaxial ineinander geführt sind. Diese Innenkästen sind
nacheinander durch ein erstes hydraulisches Zylinder/Kolben-System wahlweise ein-
oder ausfahrbar, wobei dieses hydraulische Zylinder/Kolben-System an einem seiner
beiden axialen Enden (Fußbereich, d.h. in der Arbeitsstellung des Teleskopauslegers
unteres Ende) im Grundkasten fixiert ist und mit seinem ausfahrbaren Teil mittels
einer vorzugsweise als Sicherungs- und Verriegelungseinheit ausgebildeten ersten Koppeleinrichtung
an den jeweils zu verfahrenden Innenkasten ankoppelbar ist. Der jeweilige Innenkasten
ist in seiner eingefahrenen und in seiner ausgefahrenen Stellung jeweils durch eine
z.B. von der Sicherungs- und Verriegelungseinheit betätigbare Verbolzungseinrichtung
gegenüber dem nächstgrößeren Innenkasten oder dem Grundkasten (vorzugsweise mechanisch)
verriegelbar, so dass dann keine Relativverschiebung zwischen den Innenkästen bzw.
dem Grundkasten mehr erfolgen kann. Unmittelbar vor dem Verfahren eines Innenkastens
ist, nachdem die Koppeleinrichtung (Sicherungs- und Verriegelungseinheit) angekoppelt
hat, der jeweilige Innenkasten durch die Sicherungs- und Verriegelungseinheit entriegelbar.
Um den Zeitbedarf für das Ausfahren der Innenkästen zu verringern, sieht die Erfindung
vor, dass parallel zu dem ersten hydraulischen Zylinder/Kolben-System ein zweites
hydraulisches Zylinder/Kolben-System angeordnet ist, welches ebenfalls mit einem seiner
beiden axialen Enden im Grundkasten fixiert ist und mit seinem ausfahrbaren Teil mittels
einer zweiten, z.B. als Sicherungs- und Verriegelungseinheit ausgebildeten Koppeleinrichtung
an den jeweils zu verfahrenden Innenkasten ankoppelbar ist. Weiterhin ist vorgesehen,
dass die beiden Zylinder/Kolben-Systeme im Gegenlauf betreibbar sind. Hierdurch ist
es möglich, dass während der Ausführung eines Leerhubs, in dem das eine hydraulische
Zylinder/Kolben-System wieder in seine Ausgangsstellung zurückfährt, mit Hilfe des
anderen hydraulischen Zylinder/Kolben-Systems bereits eine weitere Ausfahrbewegung
für einen Innenkasten auszuführen. Dadurch kann eine nahezu kontinuierliche Teleskopierbewegung
für den Ausleger erreicht werden, ohne das hohe Gewicht eines Antriebssystems für
einen üblichen vollkontinuierlichen Teleskopierbetrieb in Kauf nehmen zu müssen.
[0008] Von besonderem Vorteil ist es, wenn die Steuerung der hydraulischen Zylinder/Kolben-Systeme
und die Ankopplungsstellen für die Sicherungs- und Verriegelungseinheiten in den Innenkästen
des Teleskopauslegers so ausgebildet werden, dass die beiden Zylinder/Kolben-Systeme
jeweils gleichzeitig an denselben Innenkasten ankoppelbar sind. Hierdurch wird die
Einsatzmöglichkeit des jeweiligen Teleskopkrans deutlich verbessert, da in einem solchen
Fall mit einer entsprechend drastisch erhöhten Teleskopierkraft gearbeitet werden
kann. Es steht also ein äußerst starkes Teleskopiersystem hiermit zur Verfügung. Allerdings
muss diese Arbeitsweise dann mit dem Nachtteil einer Verlängerung der Teleskopierzeiten
erkauft werden, da während der erforderlichen Rückbewegungen der Zylinder/Kolben-Systeme
in ihre Ausgangsstellung kein Arbeitshub gleichzeitig stattfinden kann.
[0009] Grundsätzlich ist es möglich, zwei parallele Zylinder/Kolben-Systeme einzusetzen,
deren Länge im eingefahrenen Zustand jeweils praktisch über die Länge des Pakets der
eingefahrenen Teleskopschüsse geht. Bei dieser Lösung ist zwar gegenüber einem vollhydraulischen
Teleskopiersystem noch eine Gewichtseinsparung gegeben, jedoch muss im Regelfall gegenüber
der Ein-Zylinder-Lösung gemäß DE 198 24 672 A1 aber eine Gewichtserhöhung in Kauf
genommen werden. Dagegen lässt sich gegenüber dieser bekannten Lösung gleichzeitig
eine drastische Reduzierung der Teleskopierzeiten und eine Gewichtsreduzierung erreichen,
wenn gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung die ausfahrbare
Länge der beiden Zylinder/Kolben-Systeme jeweils deutlich kleiner als die ausfahrbare
Länge des jeweiligen Innenkastens gewählt wird und der jeweilige Innenkasten mittels
des ersten hydraulischen Zylinder/Kolben-Systems aus der eingefahrenen Stellung über
ein erstes Teilstück der gesamten ausfahrbaren Länge des Innenkastens und mittels
des zweiten hydraulischen Zylinder/Kolben-Systems über ein zweites Teilstück der gesamten
ausfahrbaren Länge des Innenkastens bis in seine Endstellung verfahrbar ist. Vorzugsweise
liegt die ausfahrbare Länge der beiden Zylinder/Kolben-Systeme im Bereich von etwa
40% - 60%, insbesondere bei etwa 50% der größten ausfahrbaren Länge eines Innenkastens.
[0010] Bei Einsatz von verkürzten Zylinder/Kolben-Systemen, deren ausfahrbare Länge also
geringer ist als die größte ausfahrbare Länge eines Innenkastens, ist vorgesehen,
dass im eingefahrenen Zustand jeweils an dem einen Zylinder/Kolben-System die z.B.
als Sicherungs- und Verriegelungseinheit ausgebildete Koppeleinrichtung bezogen auf
die Stellung des Teleskopauslegers im Arbeitseinsatz am unteren axialen Ende (Fußbereich)
und die z.B. ebenfalls als Sicherungs- und Verriegelungseinheit ausgebildete Koppeleinrichtung
des anderen Zylinder/Kolben-Systems an dessen oberem axialen Ende (Kopfbereich) angeordnet
ist. Dadurch wird es möglich, dass der jeweilige Innenkasten aus der eingefahrenen
Stellung von der unteren Sicherungs- und Verriegelungseinheit gegriffen, nach Entriegelung
in die jeweilige Zwischenposition gefahren und dort abgesetzt und verriegelt wird.
Wenn die untere Sicherungs- und Verriegelungseinheit zurückfährt, kann die obere Sicherungs-
und Verriegelungseinheit in die Ankoppelstelle eingreifen, die Verriegelung wieder
lösen und den Innenkasten in die jeweils gewünschte Endposition verfahren und dort
absetzen, d.h. wiederum mit dem nächstgrößeren Innenkasten bzw. beim äußersten Innenkasten
diesen mit dem Grundkasten verriegeln. Es kann aber auch vorgesehen sein, auf eine
Verriegelung in der Zwischenposition zu verzichten, wenn für die obere und die untere
Sicherungs- und Verriegelungseinheit jeweils separate Ankoppelstellen vorgesehen sind.
In diesem Fall muss allerdings sichergestellt sein, dass die untere Sicherungs- und
Verriegelungseinheit erst dann von dem jeweiligen Innenkasten abkoppeln kann, wenn
die obere Sicherungs- und Verriegelungseinheit bereits angekoppelt hat und die Verriegelung
in der entriegelten Stellung hält. Dies kann durch die Steuerung des Hydrauliksystems,
vorzugsweise eine Digitalsteuerung, gewährleistet werden.
[0011] In einer anderen vorteilhaften Ausführungsform sieht die Erfindung vor, dass beide
Zylinder/Kolben-Systeme jeweils als Koppeleinrichtungen über zwei Sicherungs- und
Verriegelungseinheiten verfügen, von denen die eine im Fußbereich und die andere im
Kopfbereich des jeweiligen Zylinder/Kolben-Systems (bezogen auf die eingefahrene Stellung)
angeordnet ist. Dadurch wird es möglich, außer dem erfindungsgemäßen Gegenlaufbetrieb
der Zylinder/Kolben-Systeme auch bei Einsatz von verkürzten Zylinder/Kolben-Systemen
diese bei Bedarf zeitweilig im Gleichlaufbetrieb und daher mit entsprechend gesteigerter
Teleskopierkraft arbeiten zu lassen. Im Gegenlaufbetrieb findet dann die bereits vorher
beschriebene Arbeitsweise statt, bei der jeweils während des Arbeitshubs eines Zylinder/Kolben-Systems
über die vorgesehene Teilstrecke der gesamten Ausfahrlänge des jeweiligen Innenkastens
der Leerhub des anderen Zylinder/Kolben-Systems ausgeführt wird, um Totzeiten weitgehend
auszuschalten. In der Gleichlaufschaltung wird der jeweilige Innenkasten nach Eingreifen
beider im Fußbereich angeordneter Sicherungs- und Verriegelungseinheiten beispielsweise
auf etwa 50% der Kastenlänge teleskopiert. Anschließend fahren beide Zylinder/Kolben-Systeme
wieder in ihre Ausgangsstellung zurück und lassen ihre oberen Sicherungs- und Verriegelungseinheiten
ankoppeln und verfahren den Innenkasten in die jeweils gewünschte Grundstellung, die
beispielsweise bei 90% oder 100% der maximalen Ausfahrlänge liegt. Selbstverständlich
bleibt der Innenkasten während des Leerhubs in seiner Zwischenposition verriegelt.
[0012] An Stelle der Ausstattung beider Zylinder/Kolben-Systeme mit jeweils zwei Sicherungsund
Verriegelungseinheiten kann in bekannter Weise auch vorgesehen sein, jedes Zylinder/Kolben-System
lediglich mit einer einzigen Sicherungs- und Verriegelungseinheit zu versehen, die
aber in axialer Richtung verschieblich angeordnet ist und an den beiden axialen Enden
des jeweiligen Zylinder/Kolben-Systems (bezogen auf die eingefahrene Stellung) arretierbar
sind. Damit lässt sich die vorbeschriebene Wirkung in gleicher Weise erzielen, wie
dies bezüglich des verkürzten Ein-Zylinder-Systems gemäß DE 198 24 671 A1 eingangs
bereits dargelegt wurde.
[0013] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform sieht die Erfindung vor, dass die
beiden Zylinder/Kolben-Systeme unterschiedliche Durchmesser aufweisen, also auf unterschiedliche
hydraulische Kraft ausgelegt sind. Grundsätzlich können die beiden Zylinder/Kolben-Systeme
horizontal nebeneinander angeordnet werden, da aber im Allgemeinen die Profilquerschnitte
von Teleskopauslegern in vertikaler Richtung (Höhe) größer sind als in horizontaler
Richtung (Breite) empfiehlt es sich, die beiden Zylinder/Kolben-Systeme übereinander
anzuordnen, vorzugsweise das Zylinder/Kolben-System mit dem kleineren Durchmesser
über dem Zylinder/Kolben-System mit dem größeren Durchmesser. Zur Verringerung der
Durchbiegung insbesondere im ausgefahrenen Zustand empfiehlt es sich darüber hinaus,
die beiden Zylinder/Kolben-Systeme über Gleitschienen aufeinander abzustützen.
[0014] Es kann vorgesehen sein, die Zylinder/Kolben-Systeme jeweils mit ihrem Zylinder im
Grundkasten zu fixieren und die Kolbenstange als beweglichen Teil des Zylinder/Kolben-Systems
arbeiten zu lassen. Dies bringt Vorteile im Hinblick auf die Anbringung der Zuleitungen
für die Druckmittelversorgung der Hydraulikzylinder. Die umgekehrte Anordnung ist
selbstverständlich auch möglich und bringt in anderer Hinsicht Vorteile. An einem
verfahrbaren Hydraulikzylinder können nämlich problemlos in deren Kopf- und Fußbereich
bei Bedarf die erforderlichen Sicherungs- und Verriegelungseinheiten angebracht werden.
Besonders vorteilhaft ist daher auch eine Anordnung, bei der das eine Zylinder/Kolben-System
mit seinem Hydraulikzylinder und das andere Zylinder/Kolben-System mit seiner Kolbenstange
im Grundkasten fixiert wird. Es ist aber auch möglich, bei einem Zylinder/Kolben-System
mit am Grundkasten fixiertem Zylinder eine Sicherungs- und Verriegelungseinheit im
Fußbereich des Zylinder/Kolben-Systems mit der ausfahrbaren Kolbenstange zu koppeln.
Hierzu kann ein Zugrahmen verwendet werden, der mit dem freien Ende der Kolbenstange
verbunden ist und sich parallel zur Längsachse auf den Fußbereich des Zylinder/Kolben-Systems
erstreckt. In diesem Fall wird von einer Zugrahmenbauweise gesprochen.
[0015] Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass die beiden Zylinder/Kolben-Systeme
jeweils auf unterschiedliche Teleskopierkraft ausgelegt sind. Dies kann in der Weise
realisiert sein, dass das erste Zylinder/Kolben-System einen kleineren Durchmesser
aufweist als das zweite Zylinder/Kolben-System und mit seinem Zylinder im Grundkasten
fixiert und bezüglich seiner einzigen Sicherungs- und Verriegelungseinheit in Zugrahmenbauweise
ausgeführt ist und dass das zweite Zylinder/Kolben-System mit seiner Kolbenstange
im Grundkasten fixiert und seine einzige Sicherungs- und Verriegelungseinheit am oberen
Ende seines ausfahrbaren Zylinders befestigt ist. Das erste Zylinder/Kolben-System
übernimmt daher jeweils den ersten Teilschritt der Ausfahrbewegung für einen Innenkasten.
Hierbei wird im Allgemeinen deutlich weniger Hydraulikkraft benötigt als für den zweiten
Teilschritt der Ausfahrbewegung. Daher wird das kleinere Zylinder/Kolben-System für
den ersten und das größere für den zweiten Teilschritt eingesetzt.
[0016] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der in den Figuren in schematischer Form dargestellten
Ausführungsbeispiele näher beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 einen axialen Querschnitt durch einen Innenkasten mit übereinander angeordneten
Zylinder/Kolben-Systemen,
Fig. 2 einen axialen Querschnitt durch einen Innenkasten mit horizontal nebeneinander
angeordneten Zylinder/Kolben-Systemen,
Fig. 3 eine längsgeschnittene Ansicht eines erfindungsgemäßen Teleskopauslegers mit
zwei verkürzten Zylinder/Kolben-Systemen in zwei unterschiedlichen Ausfahrstellungen,
Fig. 4 einen Querschnitt durch zwei ineinander geführte Innenkästen des Teleskopauslegers
gemäß Fig. 3 und
Fig. 5 Längsschnitte durch einen erfindungsgemäßen Teleskopausleger mit jeweils zwei
Sicherungs- und Verriegelungseinheiten an seinen beiden Zylinder/Kolben-Systemen in
drei unterschiedlichen Arbeitsstellungen während des Verfahrens eines Innenkastens.
[0017] In den Figuren wurden funktionsgleiche Bauteile jeweils mit denselben Bezugszeichen
versehen. Der in Fig. 1 schematisch wiedergegebene Querschnitt durch einen Innenkasten
3 eines im übrigen nicht näher dargestellten Teleskopauslegers zeigt in seinem Inneren
zwei vertikal übereinander angeordnete hydraulische Zylinder/Kolben-Systeme 7, 8,
die jeweils mit einer Sicherungs- und Verriegelungseinheit 12, 15 ausgestattet sind.
Man erkennt weiter, dass die Sicherungs- und Verriegelungseinheiten 12, 15 sich mittels
Ankoppelelementen 20 bzw. 21, die in Einbauten 23 des Innenkastens 3 eingreifen können,
an den Innenkasten 3 ankoppeln können, so dass dieser in Richtung der Längsachse des
Innenkastens durch die Zylinder/Kolben-Systeme 7, 8 verschiebbar ist. Dabei werden
die Zylinder/Kolben-Systeme 7, 8 durch eine Führung 32 geführt. Mit Hilfe von Verriegelungsbolzen
22, die jeweils in entsprechende Verriegelungsöffnungen in einem nächstgrößeren Innenkasten
oder im Grundkasten, die in Fig. 1 nicht dargestellt sind, eingreifen, kann der Innenkasten
3 entsprechend arretiert werden. Durch entsprechende Eingriffsmittel kann die jeweilige
Sicherungs- und Verriegelungseinrichtung 12, 15 die Verriegelungsbolzen 22 entriegeln,
um ein Verfahren des Innenkastens 3 zu ermöglichen.
[0018] In Fig. 2 ist eine im Prinzip gleichartige Querschnittsdarstellung durch einen Innenkasten
3 wiedergegeben, bei der im Unterschied zu Fig. 1 lediglich vorgesehen ist, dass die
beiden Zylinder/Kolben-Systeme 7, 8 horizontal nebeneinander angeordnet sind. In entsprechender
Weise ist auch die Position der Verriegelungsbolzen 22, die in Fig. 1 in die Ober-
und Unterseite des Profils eingreifen um 90° verdreht, so dass ein Eingriff in die
beiden Seitenwände des Profils vorliegt. Für das Ankoppeln der Sicherungs- und Verriegelungseinheiten
7, 8 ist hierbei jeweils lediglich ein einziges Ankoppelelement 20 vorgesehen.
[0019] Aus der Fig. 4, die einen axialen Querschnitt durch zwei Innenkästen 3, 4 des in
Fig. 3 in Form von zwei Längsschnitten dargestellten Teleskopauslegers 1 wiedergibt,
sind weitere Einzelheiten erkennbar. Man sieht, dass der Innenkasten 3 über Gleitlager
28, 29, die mit Zuführungen für Schmiermittel versehen sind, gleitend gegenüber dem
nächstgrößeren Innenkasten 4 abgestützt ist. Von den beiden Sicherungs- und Verriegelungseinheiten
12, 15 sind jeweils nur die Ankoppelelemente 20, 21 zu erkennen, die paarweise aneinander
gegenüberliegend angeordnet sind. Diese bolzenförmigen Ankoppelelemente 20, 21 können
in entsprechende Ankoppelöffnungen 24 bzw. 25 eingreifen, die sich in seitlichen zwischenwandartigen
Einbauten 23 befinden. Die Betätigung der Koppelelemente 20, 21, die hier nicht dargestellt
ist, kann beispielsweise mechanisch, elektrisch, pneumatisch oder hydraulisch erfolgen.
Verriegelungsbolzen sind in diesem Schnitt ebenso wenig wie die Einrichtungen zur
Betätigung der Verriegelungsbolzen dargestellt. Man erkennt aber, dass die beiden
Zyllnder/Kolben-Systeme 7, 8 über Gleitschienen 26, 27 aufeinander und gegenüber dem
Innenkasten 3 abgestützt sind.
[0020] Die beiden Längsschnitte in Fig. 3, die durch einen Teleskopausleger 1 geführt sind,
zeigen den innersten Innenkasten 3 in einer etwa halb ausgefahrenen Zwischenposition
(obere Darstellung) bzw. in der vollausgefahrenen Endposition (untere Darstellung).
Der Teleskopausleger 1 weist einen Grundkasten 2 auf, der an seinem Fußende ein Schwenklager
18 besitzt, mit dem der Teleskopausleger 1 um eine horizontale Schwenkachse wippbar
ist. Die Wippbewegung wird mittels eines nicht dargestellten hydraulischen Wippzylinders
ausgeführt, der auf dem nicht dargestellten Oberwagen eines Fahrzeugkrans gelagert
sein kann und mit seinem ausfahrbaren Teil in einem Lager 19 an der Unterseite des
Grundkastens 2 angelenkt werden kann. Der Teleskopausleger 1 besitzt außer dem Innenkasten
3 noch drei weitere Innenkästen 4, 5, 6, die in entsprechender Weise wie der Innenkasten
3 austeleskopierbar und durch Umkehr der Arbeitsabläufe in entsprechender Weise einteleskopierbar
ist. Weiterhin ist ersichtlich, dass die beiden Zylinder/Kolben-Systeme 7, 8 parallel
zur Längsachse des Teleskopauslegers 1 angeordnet sind. Wie aus dem Schnittbild der
Fig. 4 deutlicher hervorgeht, weist das obere Zylinder/Kolben-System 7 einen etwas
geringeren Durchmesser auf als das untere Zylinder/Kolben-System 8, so dass ersteres
bei gleichem Hydraulikdruck eine entsprechend geringere hydraulische Kraft entwickelt.
Das Zylinder/Kolben-System 7 ist mit seinem Zylinder 9 über eine Befestigung 16 am
Fuß des Grundkastens 2 ortsfest in diesem gelagert. Die Kolbenstange 10 des Zylinder/Kolben-Systems
7 ist in der oberen Teildarstellung der Fig. 3 vollständig ausgefahren. Sie trägt
an ihrem freien (linke) Ende einen Zugrahmen 11, der sich in Richtung auf das Fußende
des Auslegers 1 erstreckt und an seinem unteren (rechten) Ende die Sicherungs- und
Verriegelungseinheit 12 trägt, mit der das Zylinder/Kolben-System 7 an den Innenkasten
3 angekoppelt ist. Das untere Ende des Innenkastens 3 befindet sich also im Bereich
der Sicherungs- und Verriegelungseinheit 12. Auf gleicher Höhe in axialer Richtung
gesehen befindet sich auch die Sicherungs- und Verriegelungseinheit 15 des zweiten
Zylinder/Kolben-Systems 8, dessen Zylinder mit 13 und dessen Kolbenstange mit 14 bezeichnet
ist. Dieses Zylinder/Kolben-System 8 ist mit dem unteren Ende der Kolbenstange 10
mittels einer Befestigung 17 am Fuß des Grundkastens 2 fixiert, so dass der Zylinder
13 den ausfahrbaren Teil dieses Zylinder/Kolben-Systems 8 darstellt. Am oberen (linken)
Ende des Zylinders 13 ist die zweite Sicherungs- und Verriegelungseinheit 15 angebracht.
In der in der oberen Darstellung wiedergegebenen Position kann also der Innenkasten
3 durch die Sicherungs- und Verriegelungseinheit 15 an die andere Sicherungs- und
Verriegelungseinheit 12 übergeben werden, so dass ein weiteres Ausfahren des Innenkastens
3 mittels des zweiten hydraulischen Zylinder/Kolben-Systems 8 möglich ist. Die untere
Darstellung der Fig. 3 gibt den Endzustand für diesen Ausfahrvorgang wieder, bei dem
sich der Innenkasten 3, der noch an die Sicherungs- und Verriegelungseinheit 15 angekoppelt
ist, in seiner Endposition befindet. Während der Bewegung der Sicherungs- und Verriegelungseinheit
15 von der Position in der oberen Darstellung in die Position der unteren Darstellung
ist die abgekoppelte erste Sicherungsund Verriegelungseinheit 12 des Zylinder/Kolben-Systems
7 wieder in die Ausgangsposition zurückgefahren, genauer gesagt in eine Position,
an der die Sicherungs- und Verriegelungseinheit 12 im Fußbereich an den nächstgrößeren
Innenkasten 4 ankoppeln kann. Im Anschluss an die Situation gemäß der unteren Darstellung
von Fig. 3 erfolgt nun das nicht mehr dargestellte Ausfahren des Innenkastens 4 mit
seinem ersten Teilschritt, während gleichzeitig die zweite Sicherungsund Verriegelungseinheit
15 von dem vollständig ausgefahrenen Innenkasten 3 abkoppelt und wieder in eine zur
Übernahme des Innenkastens 4 geeignete Position zurückfährt, die den Verhältnissen
in der oberen Darstellung der Fig. 3 entspricht. Auf diese Weise lassen sich sämtliche
Innenkästen 3 - 6 nacheinander auf eine gewünschte Ausfahrlänge ausfahren, wobei die
Ausfahrbewegung nur durch äußerst geringfügige Totzeiten während der Übergabe eines
Innenkastens 3 - 6 zwischen den beiden Sicherungs- und Verriegelungseinheiten 7, 8
unterbrochen wird. Dies ist möglich, obwohl die beiden Zylinder/Kolben-Systeme im
dargestellten Ausführungsbeispiel im eingefahrenen Zustand lediglich eine Baulänge
aufweisen, die etwa der halben maximalen Ausfahrlänge eines Innenkastens entspricht.
[0021] In Fig. 5 ist in drei schematischen Darstellungen ähnlich wie in Fig. 3 als Längsschnitt
ein Ausleger 1 dargestellt, dessen beide Zylinder/Kolben-Systeme 7, 8 allerdings jeweils
mit zwei Sicherungs- und Verriegelungseinheiten 12a, 15a bzw. 12b, 15b versehen sind.
Eine erste obere Sicherungs- und Verriegelungseinheit 15a, ist am Kopfende des Zylinders
13 des Zylinder/Kolben-Systems 8 und eine erste untere Sicherungs- und Verriegelungseinheit
12a am Fußende des Zylinders 13 angeordnet. Bei dem anderen Zylinder/Kolben-System
7 ist ein Zugrahmen 11 am Kopfende der ausfahrbaren Kolbenstange 10 angebracht, wobei
sich der Zugrahmen 11 bis in den Fußbereich des Zylinder/Kolben-Systems 7 (im eingefahrenen
Zustand) erstreckt und dort mit einer zweiten unteren Sicherungs- und Verriegelungseinheit
12b versehen ist, während eine zweite obere Sicherungs- und Verriegelungseinheit 15b
am Kopfende der ausfahrbaren Kolbenstange 10 angeordnet ist. Die drei Teildarstellungen
der Fig. 5 zeigen den Fall, dass die Zylinder/Kolben-Systeme 7, 8 zur Erzielung einer
maximalen Teleskopierkraft im Gleichlauf betrieben werden. In der oberen Darstellung
haben beide Zylinder/Kolben-Systeme 7, 8 mit ihren unteren Sicherungs- und Verriegelungseinheiten
12a, 12b den innersten Innenkasten 3 in die halbe Ausfahrstellung ausgefahren. In
dieser Stellung erfolgt eine Verriegelung mit dem nächst-größeren Innenkasten 4 und
nach Abkoppeln vom Innenkasten 3 anschließend das Zurückfahren der beiden Zylinder/Kolben-Systeme
7, 8 in die Ausgangsstellung, die in der mittleren Darstellung gezeigt ist. In dieser
Stellung koppeln dann die beiden oberen Sicherungs- und Verriegelungseinheiten 15a,
15b an, entriegeln den Innenkasten 3 und fahren ihn in der unteren Darstellung gezeigte
Endposition aus, verriegeln ihn und fahren dann wieder zurück um den nächsten Innenkasten
in entsprechender Weise zu verfahren.
[0022] Die vorliegende Erfindung ermöglicht es, Teleskopierzeiten für einen Teleskopausleger
zu realisieren, die weitgehend denjenigen Zeiten entsprechen, die bei einem vollhydraulischen
Teleskopiersystem erzielbar sind. Gleichzeitig wird aber eine deutliche Gewichtsreduzierung
für das einzusetzende hydraulische System möglich.
Bezugezeichenliste:
[0023]
| 1 |
Teleskopausleger |
| 2 |
Grundkasten |
| 3 |
Innenkasten |
| 4 |
Innenkasten |
| 5 |
Innenkasten |
| 6 |
Innenkasten |
| 7 |
erstes hydraulisches Zylinder/Kolben-System |
| 8 |
zweites hydraulisches Zylinder/Kolben-System |
| 9 |
Zylinder |
| 10 |
Kolbenstange |
| 11 |
Zugrahmen |
| 12, 12a, 12b |
Sicherungs- und Verriegelungseinheit |
| 13 |
Zylinder |
| 14 |
Kolbenstange |
| 15, 15a, 15b |
Sicherungs- und Verriegelungseinheit |
| 16 |
Befestigung am Fuß des Grundkastens |
| 17 |
Befestigung am Fuß des Grundkastens |
| 18 |
Schwenklager |
| 19 |
Lager |
| 20 |
Ankoppelelement |
| 21 |
Ankoppelelement |
| 22 |
Verriegelungsbolzen |
| 23 |
Einbauten |
| 24 |
Ankoppelöffnung |
| 25 |
Ankoppelöffnung |
| 26 |
Gleitschiene |
| 27 |
Gleitschiene |
| 28 |
Gleitlager |
| 29 |
Gleitlager |
| 30 |
Greifer |
| 31 |
Greifer |
| 32 |
Führung |
1. Teleskopausleger, insbesondere Teleskopausleger (1) für einen Mobilkran, mit einem
Grundkasten (2), in dem ein oder mehrere Innenkästen (3 - 6) im wesentlichen koaxial
ineinander geführt sind, die nacheinander durch ein erstes hydraulisches Zylinder/Kolben-System
(7) wahlweise ein- oder ausfahrbar sind, wobei das erste hydraulische Zyiinder/Kolben-System
(7) an einem seiner beiden axialen Enden (Fußbereich) im Grundkasten (2) fixiert ist
und mit seinem ausfahrbaren Teil mittels einer ersten Koppeleinrichtung (Sicherungs-
und Verriegelungseinheit 12) an den jeweils zu verfahrenden Innenkasten (3 - 6) ankoppelbar
ist und der jeweilige Innenkasten (3 - 6) in seiner eingefahrenen und seiner ausgefahrenen
Stellung jeweils gegenüber dem nächstgrößeren Innenkasten (4 - 6) oder dem Grundkasten
(2) verriegelbar und unmittelbar vor dem Verfahren nach Durchführung des Ankoppelns
entriegelbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass parallel zu dem ersten hydraulischen Zylinder/Kolben-System (7) ein zweites hydraulisches
Zylinder/Kolben-System (8) angeordnet ist, das ebenfalls mit einem seiner beiden axialen
Enden im Grundkasten (2) fixiert ist und mit seinem ausfahrbaren Teil mittels einer
zweiten Koppeleinrichtung (Sicherung- und Verriegelungseinheit 15) an den jeweils
zu verfahrenden Innenkasten (3 - 6) ankoppelbar ist und dass die beiden Zylinder/Kolben-Systeme
(7, 8) im Gegenlauf betreibbar sind.
2. Teleskopausleger nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden Zylinder/Kolben-Systeme (7, 8) wahlweise auch im Gleichlauf betreibbar
und gleichzeitig an jeweils denselben Innenkasten (3-6) ankoppelbar sind.
3. Teleskopausleger nach einem der Ansprüche 1 bis 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die ausfahrbare Länge der beiden Zylinder/Kolben-Systeme (7, 8) jeweils deutlich
kleiner ist als die ausfahrbare Länge des jeweiligen Innenkastens (3 - 6) und dass
der jeweilige Innenkasten (3 - 6) mittels des ersten hydraulischen Zylinder/Kolben-Systems
(7) aus der eingefahrenen Stellung über ein erstes Teilstück der gesamten ausfahrbaren
Länge des Innenkastens (3 - 6) und mittels des zweiten hydraulischen Zylinder/Kolben-Systems
(8) über ein zweites Teilstück der gesamten ausfahrbaren Länge des Innenkastens (3
- 6) bis in seine Endstellung verfahrbar ist.
4. Teleskopausleger nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die ausfahrbare Länge der beiden Zylinder/Kolben-Systeme (7, 8) im Bereich von 40
% bis 60 % der größten ausfahrbaren Länge eines Innenkastens (3 - 6), insbesondere
bei 50 % dieser Länge liegt.
5. Teleskopausleger nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass jedes Zylinder/Kolben-System (7, 8) als Koppeleinrichtung über zwei Sicherungs- und
Verriegelungseinheiten (12a, 15a bzw. 12b, 15b) verfügt, von denen jeweils eine im
Bereich des einen axialen Endes (Fußbereich) und die andere im Bereich des anderen
axialen Endes (Kopfbereich) des Zylinder/Kolben-Systems (7, 8) (bezogen auf die eingefahrene
Stellung) angeordnet ist.
6. Teleskopausleger nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden Zylinder/Kolben-Systeme (7, 8) als Koppeleinrichtung jeweils nur mit einer
Sicherungs- und Verriegelungseinheit (12, 15) versehen sind, die in axialer Richtung
verschieblich und an beiden Enden des jeweiligen Zylinder/Kolben-System (7, 8) arretierbar
sind.
7. Teleskopausleger nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden Zylinder/Kolben-Systeme (7, 8) als Koppeleinrichtung jeweils nur mit einer
Sicherungs- und Verriegelungseinheit (12, 15) versehen sind, von denen im eingefahrenen
Zustand die eine im Bereich des einen axialen Endes (Fußbereich) des einen Zylinder/Kolben-Systems
(7) und die andere (15) im Bereich des anderen axialen Endes (Kopfbereich) des anderen
Zylinder/Kolben-Systems (8) angeordnet ist.
8. Teleskopausleger nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden Zylinder/Kolben-Systeme (7, 8) auf unterschiedliche Teleskopierkraft ausgelegt
sind, insbesondere untereinander unterschiedliche Durchmesser aufweisen.
9. Teleskopausleger nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden Zylinder/Kolben-Systeme (7, 8) bezüglich der Lastebene des Teleskopauslegers
übereinander angeordnet sind.
10. Teleskopausleger nach den Ansprüchen 8 und 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Zylinder/Kolben-System (7) mit dem kleineren Durchmesser über dem Zylinder/Kolben-System
(8) mit dem größeren Durchmesser angeordnet ist.
11. Teleskopausleger nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden Zylinder/Kolben-Systeme (7, 8) aufeinander abgestützt sind, insbesondere
über Gleitschienen (26).
12. Teleskopausleger nach einem der Ansprüche 3 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eines der Zylinder/Kolben-Systeme (7, 8) mit seinem Zylinder (9, 13) im
Grundkasten (2) fixiert ist und die Kolbenstange (10, 14) den beweglichen Teil des
Zylinder/Kolben-Systems (7, 8) bildet.
13. Teleskopausleger nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sicherungs- und Verriegelungseinheit (12) des ersten Zylinder/Kolben-Systems
(7) an einem Zugrahmen (11) befestigt ist, der mit dem ausfahrbaren Ende der Kolbenstange
(10) gekoppelt ist und sich in der eingefahrenen Stellung entlang des Zylinders (9)
bis in den Fußbereich des Zylinders (9) erstreckt (Zugrahmenbauweise).
14. Teleskopausleger nach Anspruch 3 und einem der Ansprüche 8 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass das erste Zylinder/Kolben-System (7) einen kleineren Durchmesser aufweist als das
zweite Zylinder/Kolben-System (8) und mit seinem Zylinder (9) im Grundkasten (2) fixiert
und bezüglich seiner einzigen Sicherungs- und Verriegelungseinheit (12) in Zugrahmenbauweise
ausgeführt ist und dass das zweite Zylinder/Kolben-System (8) mit seiner Kolbenstange
(14) im Grundkasten (2) fixiert und seine einzige Sicherungs- und Verriegelungseinheit
(15) am oberen Ende seines ausfahrbaren Zylinders (13) befestigt ist.