[0001] Die Erfindung betrifft einen gekühlten Roststab für eine Schubrostfeuerung mit den
Merkmalen des Oberbegriffes des Anspruches 1.
[0002] Zur Kühlung der Roststäbe von Verbrennungsrosten dient die Verbrennungsluft, die
als sogenannte Primärluft durch den Verbrennungsrost in das darauf ruhende Brennstoffbett
geblasen wird. Der Kühleffekt durch den Primärluftstrom wird bestimmt durch die Spaltgröße
zwischen den Roststäben oder durch definierte Austrittsöffnungen und den Strömungswiderstand
der Primärluft durch das Brennstoffbett an dieser Stelle. Wird der Primärluftstrom
z. B. durch flüssige Schlacken verlegt, die den Spalt versperren oder die Austrittsöffnungen
verstopfen, so wird der betroffene Roststab praktisch nicht gekühlt.
[0003] Um die Kühlung des Roststabes durch die Primärluft zu verbessern, kann der Roststab
auf der Unterseite mit Kühlrippen versehen werden, die von der Primärluft angeblasen
werden. Aus der DE 41 05 330 C1 ist ein Roststab mit einem hohlkastenartigen Querschnitt
bekannt. Zwischen der Oberseite und der Unterseite dieses Roststabes sind durch eine
Mittelrippe zwei Kammern gebildet, die von der Hinterseite her mit Luft beaufschlagt
sind. Die Luft tritt durch dem Durchströmen der Kammern durch eine Schlitzdüse an
der Vorderseite des Roststabes in den Verbrennungsraum aus. Auch bei dieser Art der
Kühlung besteht die Gefahr der Verstopfung der Schlitzdüse, so dass die Luft nicht
aus dem Roststab austreten und diesen daher nicht kühlen kann.
[0004] Weiterhin ist aus der EP 0 924 464 A1 ein gekühlter Roststab bekannt, an dessen Unterseite
auf eine nicht näher beschriebene Weise eine mäanderförmig gewundene, von Luft durchströmte
Rohrschlange befestigt ist. Nach dem Durchströmen der Rohrschlange tritt die Luft
aus dem Roststab auf dessen Unterseite durch seitlich angeordnete Austrittsöffnungen
aus. Bei einer ungenügenden Befestigung der Rohrschlange ist der Wärmeübergang vom
Roststab in die kühlende Luft durch die Rohrschlange erheblich beeinträchtigt. Die
mäanderförmig verlegte Rohrschlange führt prinzipiell zu einer asymmetrischen Temperaturverteilung
im Roststab. Die Folge ist ein Verziehen des Roststabes mit einer unerwünschten Spaltbildung
zwischen nebeneinander liegenden Roststäben. Die aus den seitlichen Austrittsöffnungen
austretenden Luft strömt nur auf einer Seite den dahinter liegenden Roststab an, was
wiederum zu einer asymmetrischen Temperaturverteilung in dem betroffenen Roststab
führt. Dadurch dass nur ein Kanal durchströmt wird, ist die mögliche Kühlluftmenge
sehr begrenzt und damit die Küühlwirkung nur gering.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den gattungsgemäßen Roststab derart zu
gestalten, dass er sicher und gleichmäßig mit Luft gekühlt wird.
[0006] Die Aufgabe wird bei einem gattungsgemäßen Roststab erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden
Merkmale des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind
Gegenstand der Unteransprüche.
[0007] Der symmetrisch bezüglich der Längsachse des Roststabes verlaufende Kühlspalt und
der sich über die gesamte Roststabbreite erstreckende Austrittsspalt sorgen für eine
gleichmäßige Kühlung des Roststabes. Der auf die Unterseite des Roststabes verlegte
Austrittsspalt kann nicht durch das auf dem Verbrennungsrost ruhende Brennstoffbett
verstopft werden, so dass der Roststab stets von Kühlluft durchströmt ist.
[0008] Mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und
werden im Folgenden näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch die Seitenansicht eines Verbrennungsrostes,
- Fig. 2
- den Längsschnitt durch einen einzelnen Roststab,
- Fig. 3
- den Schnitt III - III nach Fig. 2,
- Fig. 4
- den Längsschnitt durch einen einzelnen Roststab gemäß einer anderen Ausführungsform
und
- Fig. 5
- den Schnitt III - III nach Fig. 4.
[0009] Der als Verbrennungsschubrost ausgebildete, schräg nach unten gerichtete Verbrennungsrost
einer Schubrostfeuerung besteht aus mehreren Stabreihen von nebeneinander angeordneten
Roststäben 1. Die Schubrostfeuerung dient zur Verbrennung von Brennstoff oder vorzugsweise
Müll, der als Brennstoffschicht auf den Verbrennungsrost aufgebracht wird. Die Roststäbe
1 einer Stabreihe sind auf einem Roststabträger 2 gelagert. An jeden Roststabträger
2 greift ein nicht gezeigter Antrieb an, durch den die betreffende Stabreihe hin und
herbewegt wird. Die Roststäbe 1 der einzelnen Stabreihen liegen dachziegelartig übereinander.
[0010] Unterhalb des Verbrennungsrostes befindet sich ein Trichter 3, durch den der Rostdurchfall
abgeführt wird. In den Trichter 3 mündet eine Hauptluftleitung 4 ein, über die der
Primärluftanteil an der Verbrennungsluft zur Verbrennung des Brennstoffes zugeführt
wird. Die Primärluft tritt durch die Spalten zwischen den einzelnen Roststäben 1 in
die auf dem Verbrennungsrost ruhende Brennstoffschicht ein. Die Pfeile geben die Strömungsrichtung
der Primärluft an.
[0011] Der Roststab 1, der vorzugsweise aus einem Gussteil besteht, weist ein U-förmiges
Profil mit einem Rücken 5 und zwei Seitenflanken 6 auf. Der Roststab 1 ist mit einem
geschlossenen Kopfstück 7 und mit einem Endstück 8 versehen. Das Kopfstück 7 der Roststäbe
1 einer Stabreihe liegt gleitend auf dem Rücken 5 der Roststäbe 1 der jeweils nachfolgenden
Stabreihe auf. Das Endstück 8 ist auf dem Roststabträger 2 gelagert.
[0012] Der Roststab 1 ist auf seiner Unterseite, das heißt auf der der Brennstoffschicht
abgewandten und dem Trichter 3 zugewandten Seite mit einem Kühlspalt 9 versehen. Der
Kühlspalt 9 erstreckt sich zwischen den Seitenflanken 6 über die gesamte Breite des
Roststabes 1 und endet in einem Austrittsspalt 10, der der Breite des Kühlspaltes
9 entspricht. Die Höhe des Kühlspaltes 9 ist um ein Mehrfaches geringer als die Höhe
des Roststabes 1.
[0013] Der Kühlspalt 9 ist durch die Seitenflanken 6 und eine Abdeckplatte 11 begrenzt,
die in einem der Höhe des Kühlspaltes 9 entsprechenden Abstand von dem Rücken 5 auf
dem Roststab 1 befestigt ist. Vorzugsweise ist die Unterseite des Rückens 5 des Roststabes
1 mit einer Oberflächenstruktur versehen, die die Form von Rillen 12 aufweist. Die
Rillen 12 verlaufen in Längsrichtung des Roststabes 1 von dem Endstück 8 bis zu dem
Kopfstück 7. Der genaue Verlauf der Rillen 12 kann vielfältig sein und ist wärmetechnisch
optimiert. Bei dieser Ausführung liegt die Abdeckplatte 11 auf den Kämmen der Rillen
12 auf.
[0014] Der Kühlspalt 9 ist von Kühlluft durchströmt, die als Teilstrom von der dem Verbrennungsrost
zugeführten Primärluft abgezweigt ist. Zu diesem Zweck ist von der Hauptluftleitung
4 eine Luftleitung 13 abgezweigt. In der Luftleitung 13 ist eine Drosselklappe 14
angeordnet. Die Luftleitung 13 ist zu einer Verteilerleiltung 15 geführt. Über flexible
Zweigleitungen 16 ist die Verteilerleiltung 15 den Roststabträgern 2 verbunden, die
zur Führung der Kühlluft hohl ausgebildet und an den Enden geschlossen sind. Von den
Roststabträgern 2 sind flexible Rohrabschnitte 17 zu den einzelnen Roststäben 1 geführt.
Die Abdeckplatte 11 ist mit einer Zuführöffnung 18 versehen, in die jeweils einer
der Rohrabschnitte 17 einmündet.
[0015] Bei dem in Fig. 2 dargestellten Roststab 1 befinden sich die Zuführöffnung 18 in
der Nähe des Endstückes 8 und der Austrittsspalt 10 in der Nähe des Kopfstückes 7.
Die Abdeckplatte 11 folgt zur Fortführung des Kühlspaltes 9 der Gestalt des Kopfstückes
7, wobei zwischen der Unterkante der Abdeckplatte 11 und einer Schulter der Kopfstückes
7 einen horizontalen Abschnitt gebildet ist, der den Austrittsspalt 10 bildet. Die
dem Roststab 1 zugeführte Kühlluft durchströmt den Kühlspalt 9 in Längsrichtung des
Roststabes 1 über die gesamte Roststabbreite bis zu dem Kopfstück 7 und tritt horizontal
und symmetrisch aus dem Austrittsspalt 10 aus. Die aufgeheizte Kühlluft mischt sich
mit der Primärluft aus dem Trichter 3, wobei der Rücken 5 des darunter liegenden Roststabes
1 gekühlt wird. Anschließend strömt die mit der Kühlluft gemischte Primärluft durch
die Spalten zwischen den Roststäben 1 in den oberhalb der Verbrennungsrost liegenden
Verbrennungsraum, wobei die Seitenflanken 6 der Roststäbe 1 gekühlt werden.
[0016] Bei dem in Fig. 4 dargestellten Roststab 1 befinden sich die Zuführöffnung 18 in
der Nähe des Kopfstückes 7 und der Austrittsspalt 10 in der Nähe des Endstückes 8.
Die Abdeckplatte 11 endet in einem Abstand von dem Endstück 8 und bildet so den Austrittsspalt
10, der in diesem Fall vertikal nach unten gerichtet ist. Die dem Roststab 1 zugeführte
Kühlluft durchströmt den Kühlspalt 9 in Längsrichtung des Roststabes 1 über die gesamte
Roststabbreite ausgehend von dem Kopfstück 7 als dem heißesten Abschnitt des Roststabes
1 und tritt in der Nähe des Endstückes 8 symmetrisch und vertikal nach unten aus dem
Austrittsspalt 10 aus. Diese Variante ist wärmetechnisch günstiger als die in Fig.
2 dargestellte Variante, da im ersten Fall die kalte Kühlluft direkt in die heiße
Zone des Roststabes 1 geleitet wird, und aufgrund des hohen Temperaturunterschieds
an dieser Stelle eine verbesserte Kühlung erzielt werden kann. Die aufgeheizte Kühlluft
mischt sich mit der Primärluft aus dem Trichter 3 zu einer einheitlichen Mischtemperatur.
Anschließend strömt das Luftgemisch aus aufgeheizter Kühlluft und Primärluft durch
die Spalten zwischen den Roststäben 1 in den oberhalb des Verbrennungsrostes liegenden
Verbrennungsraum, wobei die Seitenflanken 6 der Roststäbe 1 gekühlt werden.
[0017] Die Menge der den Roststäben 1 zugeführte Kühlluft als ein Teilstrom der gesamten
Primärluft wird über die Drosselklappe 14 in der Luftleitung 13 eingestellt. Damit
ist es in einfacher Weise möglich, die Roststabkühlung einem veränderten Heizwert
des zu verbrennenden Mülls anzupassen. Ebenfalls kann die Roststabkühlung den verschiedenen
Rostzonen, das heißt dem Fortschritt der thermischen Umsetzung auf dem Verbrennungsrost,
einfach angepasst werden. Dies spielt bei den heutigen Anforderungen an Müllverbrennungsanlagen
bezüglich eines breiten Heizwertbandes eine entscheidende Rolle.
1. Roststab für eine Schubrostfeuerung, wobei der Roststab (1) ein U-förmiges Profil
mit einem Rücken (5) und Seitenflanken (6) aufweist und auf seiner Unterseite mit
einem von Luft durchströmten Kühlsystem versehen ist, das auf der Unterseite des Roststabes
(1) einen Austritt für die Luft aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlsystem aus einem Kühlspalt (9) besteht, der in Längsrichtung des Roststabes
(1) verläuft und sich über die gesamte Breite des Roststabes (1) zwischen den Seitenflanken
(6) erstreckt, dessen Höhe um ein Mehrfaches geringer ist als die Höhe des Roststabes
(1) und der in dem auf der Unterseite des Roststabes (1) angeordneten Austrittsspalt
(10) endet, der der Breite des Kühlspaltes (9) entspricht.
2. Roststab nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Kühlspalt (9) durch die Unterseite des Rückens (5) des Roststabes (1) und eine
auf dem Roststab (1) befestigte Abdeckplatte (11) begrenzt ist.
3. Roststab nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Rücken (5) des Roststabes (1) auf der Unterseite mit einer Oberflächenstruktur
in Form von in Längsrichtung der Roststabes (1) verlaufenden Rillen (12) versehen
ist, auf deren Kämme die Abdeckplatte (11) aufliegt.
4. Roststab nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführung der Luft zu dem Kühlspalt (9) am Ende des Roststabes (1) und der Austrittsspalt
(10) am Kopf des Roststabes (1) vorgesehen ist und dass der Austrittsspalt (10) horizontal
ausgerichtet ist.
5. Roststab nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführung der Luft zu dem Kühlspalt (9) am Kopf des Roststabes (1) und der Austrittsspalt
(10) am Ende des Roststabes (1) vorgesehen ist und dass der Austrittsspalt (10) nach
unten gerichtet ist.
6. Roststab nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Roststab (1) auf einen geschlossenen, hohlen, einer Reihe von Roststäben (1)
gemeinsamen Roststabträger (2) gelagert ist, dass der Roststabträger (2) einerseits
über Rohrabschnitte (17) mit dem Kühlspalt (9) der Roststäbe (1) und andererseits
mit einer Luftleitung (13) verbunden ist, die von einer die Schubrostfeuerung mit
Verbrennungsluft versorgenden Hauptluftleitung (4) abgezweigt ist und in der eine
Drosselklappe (14) angeordnet ist.