[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Biegen einer Materialbahn, insbesondere
von Metallband in Trapezform, welches beispielsweise als Stegmaterial für geschweißte
Steg-Profile bestimmt ist (siehe z.B. DE-A-2 025 722).
[0002] Dabei besteht die Materialbahn vorzugsweise aus einem Stahlband, jedoch sind auch
andere Materialien wie Aluminium, Metalllegierungen und Kunststoffe, die sich vorzugsweise
verschweißen oder auch verkleben lassen, denkbar.
[0003] Wie schon bekannt und insbesondere in der DE 37 36 394 A1 beschrieben ist, gibt es
Vorrichtungen zum Verbiegen von Metallband. Dabei sind jeweils zwei relativ zueinander
verfahrbare Klemmbacken-Paare vorgesehen, wobei jedem Klemmbacken-Paar eine um die
horizontale Achse verschwenkbare Biegebacke zugeordnet und zwischen den beiden verschwenkbaren
Biegebacken, diesen gegenüberliegend eine Stützbacke angeordnet ist, welche das zu
biegende Bandmaterial zwischen den Biegebacken abstützt, um die gewünschte Trapezform
zu erhalten.
[0004] In der Praxis hat sich gezeigt, dass mit dieser vorbekannten Biegevorrichtung nur
verhältnismäßig flache Trapezstege geformt werden können, weil man die schwenkbar
gelagerten Biegebacken nur um einen begrenzten Winkel gegen das zu verformende Bandmaterial
verschwenken kann. Wird dieser Grenzwinkel überschritten, lassen sich die schwenkbar
gelagerten Biegebacken nach dem Biegevorgang nicht mehr in die Ausgangsposition zurückschwenken,
da sich die während des Biegevorgangs gegeneinander verschobenen Biegebacken beim
Zurückschwenken gegenseitig behindern würden. Die Länge der Schenkel oder Flanken
der Trapezstege und die Öffnungsweite des Trapezprofiles sind bei der bekannten Anordnung
voneinander abhängig.
[0005] Auch ist diese bekannte Biege-Vorrichtung durch eine bestimmte Größe der für den
Biegevorgang benutzten Werkzeuge begrenzt, das heißt, man kann eine derartige Vorrichtung
nicht nachträglich auf andere Werkzeuggrößen umrüsten.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Biegen einer Materialbahn,
insbesondere eines Stahlbandes, beispielsweise in Trapezform, bereitzustellen, mit
welchem bzw. mit welcher man Profile mit steileren Schenkeln oder Flanken der Trapeze
oder dergleichen sowie Trapeze oder dergleichen mit unterschiedlichen Öffnungsweiten
maschinell und ohne Handarbeit biegen kann.
[0007] Als Lösung schlägt, die Erfindung eine Vorrichtung zum Biegen einer Materialbahn
mit einer Klemmeinrichtung und einer Biegeeinrichtung vor. Die Biegeeinrichtung umfasst
dabei wenigstens einen Biegestempel, welcher in einem Arbeitshub und in einem Rückhub
auf voneinander abweichenden Bahnen geführt wird, und der wenigstens eine Biegestempel
sowohl bogenförmig für den Arbeitshub als auch linear verschiebbar gelagert ist.
[0008] In einer Weiterbildung der Erfindung kann der wenigstens eine Biegestempel sowohl
kreisförmig für den Arbeithub als auch linear verschiebbar gelagert sein.
[0009] Dieser Biegestempel kann oberhalb der Materialbahn angeordnet sein und durch beispielsweise
Herunterschwenken in die Biegeposition hinein die Materialbahn in eine gewünschte
Form biegen. Dabei ist die Biegebewegung gleichbedeutend mit einem Arbeitshub des
Biegestempels. Die Biegeposition beschreibt hierbei eine Umkehrposition, an der sich
die Rückholbewegung anschließt Die Rückholbewegung ist hierbei gleichbedeutend mit
dem Rückhub des Biegestempels.
[0010] Hierbei kann die zu verformende Materialbahn beispielsweise durch mindestens ein
Klemmbackenpaar in der Vorrichtung fixiert werden, so dass die Materialbahn bei dem
entsprechenden Biegeprozess in einer definierten Position gehalten wird. Hierbei kann
das Klemmbackenpaar derart angeordnet sein, dass sich wenigstens eine Klemmbacke oberhalb
der Materialbahn sowie wenigstens eine zweite Klemmbacke unterhalb der Materialbahn
befindet.
[0011] Als weitere Lösung schlägt vorliegende Erfindung ein Verfahren vor, bei welchem zum
Biegen einer Materialbahn mittels einer Klemmeinrichtung und einer Biegeeinrichtung
die Klemmeinrichtung die Materialbahn fixiert und die Biegeeinrichtung eine Biegebewegung
in eine Biegeposition und anschließend eine Rückholbewegung durchläuft, wobei die
Biegebewegung von der Rückholbewegung abweicht.
[0012] Um Querschnittsformen wie Trapezformen mit steileren Schenkeln bzw. Flanken und auch
tiefere Trapeze und dergleichen zu erhalten, durchläuft die Biegeeinrichtung eine
Biegebewegung bis in die Biegeposition hinein. Durch geeignete Wahl der Biegebewegung
lassen sich Biegeradien der gebogenen Bleche einhalten, welche eine ungünstige Veränderung
des Gefüges des Metalls im Biegebereich ausschließen.
[0013] In einer ersten Ausführung kann die Materialbahn an der materialbahnzuführenden Seite
durch ein zweites Klemmbackenpaar, welches auf ähnliche Weise angeordnet sein kann,
wie das erste Klemmbackenpaar, ebenfalls fixiert werden. Hierbei kann das Klemmbackenpaar,
welches an der materialbahnzuführenden Seite wirkt, relativ zu dem ersten Klemmbackenpaar
verschoben werden, um so auf einfache Weise eine durch das Biegen bedingte Verkürzung
auszugleichen. Beispielsweise kann so ein zwischen den Klemmbacken-Paaren angeordneter
Biegestempel in einem Arbeitshub zwei Biegevorgänge durchführen.
[0014] In einer weiteren Ausführung ist ein erstes Klemmbackenpaar vorgesehen, welches die
Materialbahn fixiert. Hierbei unterscheidet sich die Biegeeinrichtung dahingehend,
dass nicht nur oberhalb der Materialbahn ein Biegestempel angeordnet ist, sondern
dass auch ein zweiter Biegestempel unter der Materialbahn angeordnet ist. Bei dieser
Vorrichtungsvariante verfährt zuerst der oberer Biegestempel in eine Biegeposition,
so dass er die Materialbahn mit seinem Werkzeug gegen eine Schulter der Klemmeinrichtung
bzw. eine weitere untere Klemmbacke fixiert. Sodann verfährt der unterer Biegestempel
ebenfalls in eine Biegeposition, so dass das Werkzeug des unteren Biegestempels die
Materialbahn gegen eine Schulter des oberen Biegestempels klemmt und der obere Biegestempel
bei diesem zweiten Biegevorgang somit als Teil der Klemmeinrichtung genutzt wird.
Bei dieser Variante kann auf ein zweites Klemmbackenpaar verzichtet werden, was sich
vorteilhaft auf die Kosten zum Bau und Unterhalt der Vorrichtung auswirken kann.
[0015] Die erfindungsgemäße Abweichung zwischen Biegebewegung und Rückholbewegung bedingt,
dass diese beiden Bewegungsabläufe geeignet und insbesondere unabhängig voneinander
optimiert werden können.
[0016] Durch die Abweichung im Bahnverlauf des Biegestempels bei der Biegebewegung und der
Rückholbewegung, kommt es nach dem Verformungs- bzw. Biegevorgang nicht mehr zu der
gegenseitigen Behinderung der Biegewerkzeuge, wie es im beschriebenen Stand der Technik
der Fall ist.
[0017] Im Gegensatz zu der Biegebewegung, welche eine beispielsweise nahezu kreisförmige
Bahn durchläuft, durchläuft der Biegestempel bei der Rückholbewegung vorzugsweise
einen linearen Bewegungsabschnitt senkrecht zur Materialbahn, was wesentlich raumsparender
erfolgen kann.
[0018] Um eine bei minimalem baulichen Aufwand genügend große Kraft auf den Biegestempel
der Biegeeinrichtung ausüben zu können, kann jeder Biegestempel mit einem eigenen
Antrieb versehen sein. Hierbei ist beispielsweise jeder Biegestempel gelenkig, vorzugsweise
durch ein Doppelgelenk, mit derjenigen Klemmbacke verbunden, welche auf der selben
Seite des Materialbandes liegt und mit dem Biegestempel korrespondiert.
[0019] Damit die Biegevorrichtung vielseitig eingesetzt werden kann, kann wenigstens ein
Biegestempel auswechselbar ausgebildet sein, wobei der Biegestempel sowie auch die
Klemmbacken mit klemm- bzw. biegespezifischen Werkzeugen versehen werden können. Diese
Werkzeuge sind vorzugsweise ebenfalls auswechselbar, so dass die Biegevorrichtung
auch hierdurch sinnvoll umgestaltet werden kann.
[0020] Gemäß einem weiteren vorzugsweisen Merkmal der Erfindung weisen die Klemmeinrichtung
und die Biegeeinrichtung mindestens eine Biegekante auf, welche derart zueinander
geführt sind, dass während eines Biegebewegungsabschnittes zumindest ein freier Materialabschnitt
vorhanden ist.
[0021] Dadurch dass während des Biegebewegungsabschnittes zumindest ein freier Materialabschnitt
vorhanden ist, ergibt sich vorteilhafterweise, dass die Biegestempel auf einer fast
beliebigen Bahn geführt werden können. Da dadurch die Biegestempel einen wesentlich
höheren Bewegungsfreiheitsgrad aufweisen, als in einer fest vorbestimmten Anordnung,
können nahezu beliebige Formen hergestellt werden.
[0022] Weitere Vorteile, Ziele und Eigenschaften vorliegender Erfindung werden anhand der
Beschreibung anliegender Zeichnungen dargestellt, in welcher beispielhaft eine Vorrichtung
zum Biegen einer Materialbahn dargestellt ist.
[0023] Dabei zeigt,
Figur 1 eine erste Ausführungsform einer Vorrichtung zum Biegen einer Materialbahn
mit in der Ausgangsposition befindlichen Klemm- und Biegeeinrichtung,
Figur 2 eine Ansicht der Vorrichtung aus Figur 1, bei der sich die Klemmeinrichtung
in einer Klemmposition befindet,
Figur 3 eine Ansicht, bei der der obere Biegestempel in die Biegeposition bewegt worden
ist,
Figur 4 eine Ansicht, bei der auch der untere Biegestempel in die Biegeposition bewegt
wurde,
Figur 5 eine Ansicht der Vorrichtung aus Figur 1, bei der sowohl die Klemmbacken der
Klemmeinrichtung als auch die Biegestempel der Biegeeinrichtung nach Beendigung eines
Biegeprozesses vom trapezförmig gebogenen Abschnitt der Materialbahn zurückgezogen
wurden, um den zuletzt verformten Abschnitt der Materialbahn für den nächsten Biegevorgang
aus dem Bereich der Biegeeinrichtung in die in Figur 1 gezeigte Position verschieben
zu können,
Figur 6 eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung vor Beginn eines
Biegeprozesses,
Figur 7 eine Ansicht der Vorrichtung aus Figur 6, bei der sich die Klemmbacken und
der Biegestempel in einer Ausgangsposition für einen neuen Biegeprozess befinden,
Figur 8 eine Ansicht der Vorrichtung aus Figur 6, bei der sich sowohl die Klemmbacken
der Klemmeinrichtung als auch der Biegestempel der Biegeeinrichtung in der Biegeposition
befinden,
Figur 9 eine Ansicht der Vorrichtung aus Figur 6 nach Beendigung eines Biegeprozesses,
woraus zu erkennen ist, wie die Biege- und Klemmeinrichtung in ihrer Ausgangsposition
für einen nächsten Biegeprozess verfahren werden, und
Figur 10 eine Ansicht der Vorrichtung aus Figur 6, wobei die Klemm- und die Biegeeinrichtung
sich in einer Position befinden, welche ein Nachschieben eines noch nicht verformten
Materialbahnabschnittes ermöglicht.
[0024] Bei der in Figur 1 bis 5 dargestellten Ausführungsform der Vorrichtung zum Biegen
einer Materialbahn 1 in Trapezform ist eine obere Klemmbacke 2 sowie eine untere Klemmbacke
3 vorgesehen, die jeweils an einen Schlitten 4 bzw. 5 auswechselbar angeordnet sind,
um sie gegen Klemmbacken anderer Größe und/oder Form bei Bedarf auswechseln zu können.
Die beiden Schlitten 4 und 5 sind senkrecht gegenüber der durchlaufenden Materialbahn
1 verstellbar, wie durch einen Doppelpfeil 6 bzw. 7 angedeutet ist.
[0025] Am oberen Schlitten 4 ist mittels eines Doppelgelenkes ein oberer Biegestempel 8
gelagert, der mittels eines vom oberen Schlitten 4 separaten Antriebes aus der Figur
1 in vollen Linien gezeigten Position in die in unterbrochenen Linien gezeigte Position
verstellt werden kann. In vorliegendem Zusammenhang ist die untere Position als Biegeposition
und die obere Position als Rückholposition zu bezeichnen. Der obere Biegestempel 8
ist ebenso wie der Schlitten 4, vorzugsweise senkrecht zur Durchlaufrichtung der Materialbahn
1 verstellbar, wie durch einen Doppelpfeil 9 angedeutet ist.
[0026] Bei der Ausführungsform gemäß Figur 1 bis 5 ist das für den Biegevorgang vorgesehene
untere Ende 10 des oberen Biegestempels 8 keilförmig ausgebildet, um die Materialbahn
1 in die in der Zeichnung dargestellten Trapezform biegen zu können. Dabei ist jeder
Winkel bis zu 90° zwischen den Schenkeln 12 bzw. Flanken und den gerade verlaufenden
Abschnitten 13 des Trapezes 11 wählbar, wobei lediglich die Form der verwendeten Biegestempel
auf die gewünschte Querschnittsform des Trapezes bzw. des Trapezprofils abgestellt
zu werden braucht.
[0027] Oberhalb des für den Biegeprozess vorgesehenen unteren Endes 10 des oberen Biegestempels
8 ist seitlich an diesem ein blockförmiger Anschlag 14 angeordnet, welcher als Widerlager
für einen unteren Biegestempel 15 dient, der im folgenden bezüglich Ausbildung und
Funktion noch näher beschrieben wird.
[0028] An der dem Anschlag 14 gegenüberliegenden Seite ist der obere Biegestempel 8 mit
zwei im Abstand übereinander angeordneten Lagerplatten 16 und 17 versehen, an welchen
jeweils ein Hebel 18 bzw. 19 um einen Zapfen 20 bzw. 21 verschwenkbar und damit gelenkig
an einem Ende gelagert ist. Der Hebel 18 bzw. 19 ist mit seinem jeweiligen anderen
Ende um einen Zapfen 22 bzw. 23 ebenfalls gelenkig gelagert, der seinerseits an einer
Lagerplatte 24 bzw. 25 des Schlittens 4 befestigt ist. Daher können der senkrecht
zur Durchlaufebene der Materialbahn 1 verstellbare Schlitten 4 sowie der vorzugsweise
senkrecht zur Durchlaufebene der Materialbahn 1 verstellbare obere Biegestempel 8
Relativbewegungen zueinander nach Art einer Pendel-Schwinge ausführen, wie sie aus
den Figuren 1 bis 5 entnommen werden können. Innerhalb bestimmter Grenzen lassen sich
sowohl der Schlitten 4 als auch der obere Biegestempel 8 unabhängig voneinander gegen
die Materialbahn 1 anstellen und auch von dieser zurückziehen.
[0029] Der untere Biegestempel 15 ist in gleicher Weise wie der obere Biegestempel 8 gelagert,
nämlich über parallel zueinander angeordnete Hebel 26 und 27, die zwischen am unteren
Biegestempel 15 angeordneten Lagerplatten 28 und 29 und am unteren Schlitten angebrachten
Lagerplatten 30 und 31 mittels Zapfen 32 und 34 bzw. 33 und 35 verschwenkbar gelagert
sind.
[0030] Es versteht sich, dass die Hebel 18, 19, 26 und 27 nicht notwendigerweise gleichlang
gewählt werden müssen. Vielmehr können je nach gewünschter Trapezform bzw. nach gewünschtem
Bewegungsablauf diese Hebellängen variiert werden.
[0031] Das obere Ende 36 des unteren Biegestempels 15 ist in gleicher Weise wie das untere
Ende 10 des oberen Biegestempels 8 keilstumpfförmig ausgebildet und wirkt in der Gegenposition
mit dem gegenüberliegenden blockförmigen Anschlag 14 des oberen Biegestempels 8 nach
Art einer Klemmverbindung zusammen. Dabei ist eine Bewegung der Biegestempel 8, 15
in Verformungsrichtung der Materialbahn 1 (in der Zeichnung von rechts nach links)
entsprechend der Verkürzung der Länge der Materialbahn 1 aufgrund eines Biegeschrittes
möglich.
[0032] Die untere Klemmbacke 3 weist einen hochstehenden rechteckigen Steg 37 auf, der als
eigentlich Klemmbacke dient und eine Biegekante bildet. Die Breite dieses Steges 37
ist auf die Stirnflächen 38 bzw. 39 des oberen Biegestempels 8 bzw. des unteren Biegestempels
15 abgestellt, um ein gleichförmiges Trapez 11 biegen zu können.
[0033] Die untere Klemmbacke 3 ist mit einer Schulter 40 (siehe Fign. 2 bis 5) versehen,
welche als Widerlager für das untere Ende 10 des oberen Biegestempels 8 dient, wie
insbesondere aus den die einzelnen Verfahrensschritte demonstrierenden Figur 2 bis
5 ersichtlich ist.
[0034] Aus Figur 2 ist erkennbar, dass zu Beginn eines Biegeprozesses zunächst die untere
Klemmbacke 3 und die obere Klemmbacke 2 zusammengefahren werden, wobei sich die obere
Klemmbacke 2 auf die oberen gerade verlaufenden Abschnitte 13 des bereits geformten
Trapezes und der Materialbahn 1 legt, während der rechteckige Steg 37 der unteren
Klemmbacke 3 gegen die Unterseite der noch nicht verformten Materialbahn 1 gedrückt
wird, um die noch nicht verformte Materialbahn 1 zwischen den beiden Klemmbacken 2
und 3 zu klemmen.
[0035] Aus Figur 3 ist erkennbar, dass der obere Biegestempel 8 in die Biegeposition nach
unten verfahren wurde, wobei er die Materialbahn 1 in der Vorlaufebene nach unten
gedrückt und dabei teilweise verformt hat. Die Materialbahn 1 liegt nunmehr am oberen
Ende 36 des unteren Biegestempels 15 auf.
[0036] Daraufhin wird der untere Biegestempel 15 nach oben verfahren, bis sein oberes Ende
36 bis an den Anschlag 14 des oberen Biegestempels 8 herangefahren ist und die Materialbahn
1 zwischen dem unteren Biegestempel 15 und den Anschlag 14 eingeklemmt ist und sich
wieder in seiner normalen Vorlaufebene befindet. Da der untere Biegestempel 15 beim
Hochfahren gegen den Anschlag 14 die Materialbahn 1 aufgrund seiner bogenförmigen
Bewegung mitnimmt, wird diese verformt, ohne dass eine wesentliche Relativbewegung
zwischen der Materialbahn 1 und der Stirnfläche 39 des unteren Biegestempels 15 stattfindet.
[0037] Der bei diesen Arbeitsschritt gebogene Trapezprofilabschnitt hat nunmehr die gewünschte
Form, so dass die Klemmbacken 2 und 3 sowie die Biegestempel 8 und 15 senkrecht zur
Vorlaufebene der Materialbahn 1 zurückgefahren werden können, wie Figur 5 zeigt, damit
die Materialbahn 1 für einen nächsten Biegevorgang vorgeschoben werden kann.
[0038] Während bei der Ausführungsform gemäß Figur 1 die Vorrichtung einen oberen und einen
unteren Biegestempel 8 bzw. 15 sowie zwei Klemmbacken 2 und 3 hat, wobei die Klemmbacken
und auch die Biegestempel vorzugsweise senkrecht zur Oberfläche der vorlaufenden und
in Trapezform zu biegenden Materialbahn anstellbar sind, weist die in Figur 6 gezeigte
und anhand der Figuren 7 bis 10 in ihrer Arbeitsweise erläuterte zweite Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung einen oberen Biegestempel 41 sowie zwei Paare von
Klemmbacken 42, 43 und 44, 45 auf. Die Klemmbacken 42 und 43 sind dabei jeweils als
senkrecht verfahrbare Schlitten ausgebildet, welche mit einem Antriebszylinder 46
bzw. 47 versehen sind, um eine unabhängige Verstellung der Klemmbacken senkrecht zur
Oberfläche der Materialbahn 1 gemäß den Doppelpfeilen 48 und 49 zu ermöglichen.
[0039] Die zweite obere Klemmbacke 44 ist bei dieser Ausführungsform in Vorlaufrichtung
der Materialbahn 1 entsprechend einem Doppelpfeil 50 verschiebbar und somit nicht
gegen die Materialbahn 1 anstellbar und auch nicht von ihr abstellbar an einem Schlitten
53 angeordnet. Die mit dieser zweiten Klemmbacke 44 zusammenwirkende Klemmbacke 45
ist hingegen senkrecht gegenüber der Materialbahn 1 an- und abstellbar, wie durch
einen weiteren Doppelpfeil 51 angedeutet ist. Mit Hilfe eines Antriebszylinders 52
ist diese auf dem Schlitten 53 abgestützt, der mittels eines weiteren Antriebszylinders
54 in horizontaler Richtung verschiebbar ist, wie ein Doppelpfeil 55 andeutet.
[0040] Der obere Biegestempel 41 ist über ein in Verbindung mit Figur 1 beschriebenes Doppelgelenk
56, 57 nach Art einer Parallelschwinge mit der als Schlitten ausgebildeten Klemmbacke
42 derart gelenkig verbunden, dass Bewegungen des oberen Biegestempels entsprechend
den eingezeichneten Doppelpfeilen 58 und 59 erreicht werden.
[0041] Der obere Biegestempel 41 ist seinerseits mit einem eigenen Antriebszylinder 60 verbunden.
[0042] Das Ganze ist in einem schematisch angedeuteten Maschinenrahmen 61 angeordnet.
[0043] Figur 7 zeigt, wie sich bei in der Klemmposition befindlichen Klemmbacken 42, 43
sowie 44, 45 die beiden letztgenannten Klemmbacken in Pfeilrichtung nach links bewegen,
wenn der Biegestempel 41 gegen die Materialbahn 1 angestellt und dabei auf diese herabgedrückt
wird, bis der Biegestempel in Verbindung mit den Klemmbacken ein in Figur 8 gezeigtes
Trapez 11 in die Materialbahn 1 eingeformt hat.
[0044] Auch bei dieser Ausführungsform ist erkennbar, dass die Steilheit der Flanken 12
oder Schenkeln des Trapezes 11 von der jeweiligen Form des äußeren Endes 62 der Klemmbacke
43 abhängt.
[0045] Figur 9 zeigt, wie nach Beendigung eines Biegevorganges die Klemmbacken 42 und 43
vorzugsweise senkrecht von der verformten Materialbahn 1 zurückgefahren werden, ebenso
wie der einzige Biegestempel 41. Die Klemmbacken 44 und 45 werden in deren Ausgangsposition
zurückgefahren, wobei die zweite untere Klemmbacke 45 außerdem senkrecht von der Materialbahn
1 freigefahren wird.
[0046] Figur 10 zeigt wie die schrittweise in Trapezform gebogene Materialbahn 1 in die
nächste Biegeausgangsphase gemäß einem Pfeil 63 vorgefahren wird.
[0047] Es versteht sich, dass bei der in Fign. 6 bis 10 dargestellten Ausführungsform beispielsweise
der Antriebszylinder 60 auch schräg angestellt werden kann, so dass die von diesem
Zylinder 60 aufgebrachte Kraft möglichst vollständig als Biegekraft umgesetzt wird.
Ähnliches gilt für die Antriebe der Biegestempel 8, 15 des in Fign. 1 bis 5 dargestellten
Ausführungsbeispiels.
[0048] Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind Trapeze mit sehr steilen Schenkeln oder
Flanken maschinell biegbar, ebenso Trapeze mit großer Tiefe. Deshalb ist es möglich,
Trapezstege für Trapezprofile bzw. Trapezstegträger zu biegen, welche sowohl eine
hohe Biegesteifigkeit des daraus hergestellten Trägerprofils als auch eine hohe Verwindungssteifigkeit
aufweisen, weil sowohl die in Längsrichtung des Trägers verlaufenden Abschnitte 13
als auch die mehr oder weniger in Schenkel verlaufenden Flanken 12 für die nötige
Verbindungssteifigkeit sorgen. Für gewisse Anwendungen wären Trapeze mit rechtwinklig
zueinander verlaufenden Abschnitten 12 und 13 ideal.
[0049] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist jedoch auch geeignet, Materialbahnen in andere
Querschnittsformen zu biegen, beispielsweise in asymmetrische Trapeze sowie rechtwinklige,
zick-zack-förmige, wellenförmige und auch mäanderförmige Querschnitte.
[0050] Da bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung das Biegewerkzeug bzw. die Biegewerkzeuge
senkrecht zur zu verformenden Materialbahn verstellbar gelagert ist bzw. sind und
bei Bewegen in eine endgültige Biegeposition gegebenenfalls auch bogenförmig verstellt
werden können, lassen sich Querschnittsformen wie Trapezformen mit steileren Schenkeln
bzw. Flanken und auch tiefere Trapeze oder dergleichen als mit der bekannten Biegevorrichtung
maschinell und ohne Handarbeit formen. Nach dem Verformungs- bzw. Biegevorgang können
die Biegewerkzeuge senkrecht von der verformten Materialbahn zurückgezogen werden,
so dass sich die Biegewerkzeuge gegenseitig nicht behindern. Es lassen sich aber auch
Biegeradien der gebogenen Bleche einhalten, welche eine günstige Veränderung des Gefüges
des Materials im Bewegebereich ausschließen.
[0051] Gemäß einem weiteren vorzugsweisen Merkmal der Erfindung können die Werkzeuge der
Vorrichtung, das heißt die Klemmbacken und die Biegestempel, auswechselbar vorgesehen
sein, so dass sich die Vorrichtung bzw. Maschine mit Biegewerkzeugen unterschiedlicher
Größe ausstatten lässt. Die Umrüstung auf unterschiedliche Werkzeuge ist wegen der
senkrechten Verstellbarkeit problemlos möglich.
[0052] Dabei genügt es, wenn nur die unmittelbar mit der zu biegenden Materialbahn in Kontakt
kommenden Teile der Klemmwerkzeuge und/oder der Biegewerkzeuge auswechselbar angeordnet
sind.
1. Vorrichtung zum Biegen einer Materialbahn (1) mit einer Klemmeinrichtung und einer
Biegeeinrichtung, welche miteinander korrespondieren, dadurch gekennzeichnet, dass die Biegeeinrichtung wenigstens einen Biegestempel (8, 15; 41) umfasst, welcher in
einem Arbeitshub und in einem Rückhub auf voneinander abweichenden Bahnen geführt
wird, und der wenigstens eine Biegstempel sowohl bogenförmig für den Arbeitshub als
auch linear verschiebbar gelagert ist.
2. Biegevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Biegestempel sowohl kreisförmig für den Arbeitshub als auch linear
verschiebbar gelagert ist.
3. Biegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Klemmbacken-Paar (42,43) der Klemmeinrichtung zu wenigstens einem
weiteren Klemmbacken-Paar (44,45) der Klemzneinrichtung relativ bewegt ist.
4. Biegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmeinrichtung zwei Klemmbacken-Paare (42,43;44,45) und die Biegeeinrichtung
einen zwischen den Klemmbacken-Paaren (42, 43; 44, 45) wirksamen Biegestempel (41)
aufweisen.
5. Biegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmeinrichtung zwei Klemmbacken (2,3) und die Biegeeinrichtung zwei Biegestempel
(8,15) aufweisen.
6. Biegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Biegestempel (8,15;41) der Biegeeinrichtung mit einem eigenen Antrieb (60)
versehen ist und jeder Biegestempel (8,15;41) gelenkig mit einer auf der gleichen
Seite der Materialbahn (1) liegende Klemmbacke (2,3;42) der Klemmeinrichtung verbunden
ist.
7. Biegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Biegestempel (8,15;41) der Biegeeinrichtung mittels eines Doppelgelenkes (18,
19; 56, 57) mit einer entsprechenden Klemmbacke (2,3;42) der Klemmeinrichtung verbunden
ist.
8. Biegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Biegestempel (8,15;41) auswechselbar ist.
9. Biegevorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmbacken (2,3;42) und/oder die Biegestempel (8,15;41) mit klemm- bzw. biegespezifischen
Werkzeugen versehen sind, welche auswechselbar sind.
10. Biegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmeinrichtung und die Biegeeinrichtung jeweils mindestens eine Biegekante
aufweisen, welche derart zueinander geführt sind, dass während eines Biegebewegungsabschnittes
zumindest ein freier Materialabschnitt vorhanden ist.
1. An apparatus for bending a web of material (1) with a clamping device and a bending
device corresponding together, characterized in that the bending device comprises at least one bending punch (8, 15; 41) that is guided
on differing paths in a working stroke and in a return stroke and that the at least
one bending punch is carried both for curved displacement in the case of the working
stroke and for linear displacement.
2. The bending apparatus as set forth in claim 1, characterized in that the at least one bending punch is carried both for circular displacement in the case
of the working stroke and for linear displacement.
3. The bending apparatus as set forth in any one of the claims 1 or 2, characterized in that at least one pair of clamping jaws (42, 43) of the clamping device is moved relative
to at least one other pair of clamping jaws (44, 45) of said clamping device.
4. The bending apparatus as set forth in any one of the claims 1 to 3, characterized in that the clamping device has two pairs of clamping jaws (42, 43; 44, 45) and that the
bending device has a bending punch (41) that is operative between said pairs of clamping
jaws (42, 43; 44, 45).
5. The bending apparatus as set forth in any one of the claims 1 to 4, characterized in that the clamping device has two clamping jaws (2, 3) and the bending device two bending
punches (8, 15).
6. The bending apparatus as set forth in any one of the claims 1 to 5, characterized in that each bending punch (8, 15; 41) of the bending device is provided with a drive (60)
of its own and that each bending punch (8, 15; 41) is hinge-linked to a clamping jaw
(2, 3; 42) of the clamping device that is located on the same side of the web of material
(1).
7. The bending apparatus as set forth in any one of the claims 1 to 6, characterized in that each bending punch (8, 15; 41) of the bending device is linked to a corresponding
clamping jaw (2, 3; 42) of the clamping device by means of a double joint (18, 19;
56, 57).
8. The bending apparatus as set forth in any one of the claims 1 to 7, characterized in that at least one bending punch (8, 15; 41) is exchangeable.
9. The bending apparatus as set forth in any one of the claims 3 to 8, characterized in that the clamping jaws (2, 3; 42) and/or the bending punches (8, 15; 41) are provided
with tools that are specifically devised for clamping or respectively bending and
that are exchangeable.
10. The bending apparatus as set forth in any one of the claims 1 to 9, characterized in that the clamping device and the bending device have at least one bending edge each, said
bending edges being guided toward each other in such a manner that during a portion
of a bending movement there is provided at least one free portion of material.
1. Dispositif de cintrage d'une bande de matériau (1) avec un organe de serrage et un
organe de cintrage correspondant l'un avec l'autre, caractérisé en ce que l'organe de cintrage comprend au moins un poinçon de cintrage (8, 15 ; 41) qui décrit
des trajectoires différentes dans sa course de travail et dans sa course de retour
et que l'au moins un poinçon de cintrage est monté à la fois mobile en translation
courbe pour sa course de travail et mobile en translation linéaire.
2. Dispositif de cintrage selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'au moins un poinçon de cintrage est monté à la fois mobile en translation circulaire
pour la course de travail et mobile en translation linéaire.
3. Dispositif de cintrage selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce qu'au moins une paire de mâchoires de serrage (42, 43) de l'organe de serrage est mue par
rapport à au moins une autre paire de mâchoires de serrage (44, 45) de l'organe de
serrage.
4. Dispositif de cintrage selon l'une quelconque des revendications 1 ou 3, caractérisé en ce que l'organe de serrage comporte deux paires de mâchoires de serrage (42, 43 ; 44, 45)
et que l'organe de cintrage comporte un poinçon de cintrage (41) agissant entre les
paires de mâchoires de serrage (42, 43 ; 44, 45).
5. Dispositif de cintrage selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que l'organe de serrage comporte deux mâchoires de serrage (2, 3) et que l'organe de
cintrage comporte deux poinçons de cintrage (8, 15).
6. Dispositif de cintrage selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que chaque poinçon de cintrage (8, 15 ; 41) de l'organe de cintrage est pourvu d'une
commande (60) qui lui est propre et que chaque poinçon de cintrage (8, 15 ; 41) est
articulé sur une mâchoire de serrage (2, 3 ; 42) de l'organe de serrage située du
même côté de la bande de matériau (1).
7. Dispositif de cintrage selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que chaque poinçon de cintrage (8, 15 ; 41) de l'organe de cintrage est relié à une mâchoire
de serrage (2, 3 ; 42) correspondante de l'organe de serrage au moyen d'un joint double
(18, 19 ; 56, 57).
8. Dispositif de cintrage selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce qu'au moins un poinçon de cintrage (8, 15 ; 41) est échangeable.
9. Dispositif de cintrage selon l'une quelconque des revendications 3 à 8, caractérisé en ce que les mâchoires de serrage (2, 3 ; 42) et/ou les poinçons de cintrage (8, 15 ; 41)
sont munis d'outils spécifiques du serrage ou du cintrage aptes à être échangés.
10. Dispositif de cintrage selon l'une quelconque des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que l'organe de serrage et l'organe de cintrage comportent chacun au moins une arête
de cintrage, ces arêtes de cintrage étant orientées l'une par rapport à l'autre de
telle sorte qu'il y a au moins une partie de matériau qui est libre pendant une partie
d'un mouvement de cintrage.