(19)
(11) EP 1 327 254 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
09.05.2007  Patentblatt  2007/19

(21) Anmeldenummer: 01987939.4

(22) Anmeldetag:  04.10.2001
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
H01H 9/56(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/DE2001/003814
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2002/033716 (25.04.2002 Gazette  2002/17)

(54)

VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUR REDUZIERUNG DES KONTAKTABBRANDES EINES SCHALTGERÄTES

METHOD AND DEVICE FOR REDUCING THE CONTACT EROSION OF A SWITCHGEAR

PROCEDE ET DISPOSITIF POUR REDUIRE L'USURE DES CONTACTS D'UN APPAREIL DE COUPURE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR

(30) Priorität: 16.10.2000 DE 10051161

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
16.07.2003  Patentblatt  2003/29

(73) Patentinhaber: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT
80333 München (DE)

(72) Erfinder:
  • ELSNER, Norbert
    91088 Bubenreuth (DE)
  • GRIEPENTROG, Gerd
    91468 Gutenstetten (DE)
  • MAIER, Reinhard
    91074 Herzogenaurach (DE)
  • RUNGGALDIER, Diethard
    96135 Stegaurach (DE)
  • STREICH, Bernhard
    92224 Amberg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 694 937
US-A- 5 440 180
DE-A- 4 434 074
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Reduzierung des Kontaktabbrandes eines Schaltgerätes, insbesondere eines Schütz. Sie bezieht sich weiter auf eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.

    [0002] Bei einem mit Wechselstrom angesteuerten und elektromagnetisch betätigten Schaltgerät, dessen nachfolgend als Hauptkontakte bezeichneten Hauptkontaktanordnungen ein Drehstromsystem schalten, besteht das Bestreben, durch geeignete Betriebsführung den Kontaktabbrand zu reduzieren und damit die Funktionsdauer des Schaltgerätes zu erhöhen. So kann durch Vermeidung des sogenannten Schaltsynchronisationseffektes ein gleichmäßiger Abbrand in den üblicherweise drei Hauptkontakten erreicht werden, wodurch die Funktionsdauer erhöht wird. Dazu ist bereits die Beschaltung der Schaltgeräte- bzw. Schützspule mit einer Kapazität vorgeschlagen worden. Darüber hinaus kann eine angestrebte Vergleichmäßigung des Kontaktabbrandes durch Vermeidung der sogenannten Autosynchronisation des Schaltgerätes erhöht werden. Dazu können beispielsweise Schaltbefehle nach bestimmten Methoden derart verzögert werden, dass eine gleichmäßige Verteilung der Schaltwinkel hervorgerufen wird.

    [0003] Um sowohl den Autosynchronisationseffekt als auch den z.B. durch Fertigungstoleranzen hervorgerufen mechanischen Synchronisationseffekt auszugleichen, könnte durch geeignete Wahl des Schaltzeitpunktes die vom aktuellen Abbrand am stärksten betroffene Hauptkontaktanordnung bezüglich des Abbrandes entlastet werden. Dadurch würden die beiden anderen Hauptkontaktanordnungen stärker belastet, wodurch ebenfalls eine Nivellierung herbeigeführt wird.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Reduzierung des Kontaktabbrandes eines Schaltgerätes, insbesondere eines Schützes, anzugeben, mit dem einerseits ein, insbesondere durch den Schaltsynchronismus hervorgerufener, divergierender Abbrand der Hauptkontakte und andererseits der summarische Abbrand aller drei Hauptkontaktanordnungen des Schaltgerätes reduziert wird. Des Weiteren soll eine zur Durchführung des Verfahrens besonders geeignete Vorrichtung angegeben werden.

    [0005] Bezüglich des Verfahrens wird diese Aufgabe erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale des Anspruches 1. Dazu wird bei einem Schaltgerät nach Erhalt eines Einschaltbefehles dieser bis zum Erreichen eines bevorzugten Phasen- oder Kommandowinkels verzögert, der demjenigen Hauptkontakt mit dem aktuell stärksten Abbrand zugeordnet ist. Der Kommando- oder Einschaltkommandowinkel ist dabei ein bestimmter, auf die Phasenlage der Steuer- oder Spulenspannung zum elektromagnetischen Betätigen der Hauptkontakte bezogener Zeitpunkt. Der Einschaltkommandowinkel berücksichtigt dabei die von diesem abhängige Kontaktschließzeit zwischen dem Anlegen der Spulen- oder Steuerspannung des mit den Hauptkontakten gekoppelten Magnetsystems des Schaltgerätes und der Berührung der Kontaktelemente der jeweiligen Hauptkontakte.

    [0006] Die Erfindung geht dabei von der Überlegung aus, dass in jeder halben Netzperiode drei bevorzugte Zeitpunkte oder Kommandowinkel existieren, zu denen ein Schaltvorgang einen im statistischen Mittel geringeren summarischen Abbrand aller drei Hauptkontakte verursacht als ein beliebiger anderer Zeitpunkt oder ein beliebiger anderer gleich verteilter Kommandowinkel. Dabei kann jedem der bevorzugten Zeitpunkte oder Kommandowinkel genau ein Hauptkontakt zugeordnet werden, der einem zu diesem Zeitpunkt bzw. zu diesem Kommandowinkel eingeleiteten Schaltvorgang im statistischen Mittel einen gegenüber den anderen beiden Hauptkontakten geringeren Abbrand aufweist. Diese Zuordnung zwischen den bevorzugten Zeitpunkten oder Kommandowinkeln und den Hauptkontakten ist eineindeutig, so dass jedem Hauptkontakt oder jeder Hauptkontaktanordnung auch exakt ein bevorzugter Kommandowinkel zugeordnet ist. Jedem bevorzugten Kommandowinkel sind dabei zwei wesentliche Eigenschaften, nämlich einerseits ein minimaler Abbrand für einen bestimmten Hauptkontakt. Andererseits ist bei Wahl dieses bevorzugten und nur einem der Hauptkontakte zugeordneten Kommandowinkels für alle Hauptkontakte der Abbrand im statistischen Mittel kleiner als bei einem beliebigen anderen Kommandowinkel.

    [0007] Die Verzögerung kann beispielsweise durch ein diskret realisiertes Verzögerungsglied oder durch einen Mikrokontroller bewerkstelligt werden. Da insgesamt drei bevorzugte Kommandowinkel oder Zeitpunkte für jede halbe Netzperiode existieren, beträgt die Verzögerung höchstens 180°, was bei einer Netzfrequenz von 50 Hz einer Verzögerungszeit von 10 ms entspricht. Auf diese Weise ist einerseits die Vermeidung jeglicher Schaltsynchronisation sichergestellt. Andererseits wird eine Reduzierung des kumulierten Kontaktabbrandes in allen drei Hauptkontakten oder Hauptkontaktanordnungen erreicht.

    [0008] Der aktuelle Abbrand der drei Hauptkontakte wird vorzugsweise durch eine Zeitintervallmessung während des Ausschaltvorgangs bestimmt. Hierbei wird die Zeitspanne zwischen einer Trennung des zur elektromagnetischen Betätigung der Hauptkontakte vorgesehenen Magnetsystems und der Trennung der Hauptkontakte erfasst. Die Trennung des Magnetsystems kann hierbei durch einen charakteristischen Spannungsimpuls an der zugeordneten Magnetspule detektiert werden. Die Trennung der Hauptkontakte resultiert ebenfalls in einem Spannungsimpuls, dessen Höhe mindestens der Anoden-Kathoden-Spannung eines entstehenden Lichtbogens entspricht. Eine derartige Zeitintervallmessung ist beispielsweise beschrieben in der DE 196 03 310 A1 und der DE 196 03 319 A1. Die Zeitintervallmessung nutzt die Erkenntnis, dass sich der Abbrand der Hauptkontakte primär in einer Verringerung der Dicke der Kontaktauflage und damit in einem verkürzten Weg äußert.

    [0009] Dokument US-A-5440180 offenbart ein Verfahren zur Reduzierung des Kontaktabbrandes eines Schaltgerätes, bei dem ein zum elektromagnetischen Betätigen dessen Hauptkontakte anstehender Einschaltbefehl zur Einleitung eines Schaltvorgangs verzögert wird.

    [0010] Bezüglich der Vorrichtung wird die genannte Aufgabe erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale des Anspruches 5. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der auf diesen rückbezogenen Unteransprüche.

    [0011] So umfasst die Vorrichtung eine Anzahl von Auswertegliedern zur Bestimmung des Abbrandes jedes Hauptkontaktes des Schaltgerätes. Dazu führt jedes Auswerteglied anhand der Spannung über dem jeweiligen Hauptkontakt und der Spannung der Magnetspule des Magnetsystems eine Zeitintervallmessung durch. Die drei bevorzugten Kommandowinkel, die den drei Phasen des Drehstromnetzes zugeordnete Phasenwinkel der Spulen- oder Steuerspannung für das Magnetsystem des Schaltgerätes sind, sind zweckmäßigerweise als Tabelle in einem Speicherbaustein hinterlegt.

    [0012] Ein Phasenkomparator erzeugt anhand eines Vergleichs des dem Hauptkontakt mit dem aktuell stärksten Abbrand zugeordneten Kommando- oder Phasenwinkels mit dem Phasenwinkel der aktuell erfaßten Steuerspannung des Magnetsystems einen Impuls zur Einleitung des Schaltvorgangs. Dabei entspricht die Impulsfolge des erzeugten Impulses zweckmäßigerweise einer halben Netzperiode. Eine dem Phasenkomparator nachgeschaltete Kippstufe, vorzugsweise ein Flipflop, übergibt mit dem vom Phasenkomparator erzeugten Impuls den Einschaltbefehl an einen Schalter zum Anlegen der Steuer- oder Spulenspannung an das Magnetsystem. Zur Ermittlung des Phasenwinkels der vorzugsweise kontinuierlich erfassten Steuerspannung ist der Phasenkomparator mit einem Phasenausgang des Schaltgerätes verbunden, an den eine der Phasen des Drehstromnetzes angeschlossen ist.

    [0013] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass durch Verzögerung und damit durch gezielte

    [0014] Beeinflussung des Einschaltvorgangs eines mit Wechselstrom angesteuerten, elektromagnetisch betätigten Schaltgerätes, insbesondere eines Schützes, unter Nutzung dessen spezifischer Eigenschaften einerseits der Synchronisationseffekt vermieden und andererseits der Abbrand der Hauptkontakte insgesamt reduziert wird. Dabei wird eine Veränderung sowohl des durch die Hauptkontakte zu schaltenden Hauptstromkreises als auch des Schaltgerätes selbst vermieden.

    [0015] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen:
    FIG 1
    ein Prinzipschaltbild eines Schaltgerätes mit einer Anordnung zur Reduzierung des Kontaktabbrandes,
    FIG 2
    in einem Winkel/Zeit-Diagramm die vom Einschaltkommandowinkel abhängige Schließzeit,
    FIG 3
    in einem Winkel/Geschwindigkeits-Diagramm die vom Einschaltkommandowinkel abhängige Schließgeschwindigkeit,
    FIG 4
    in einem Winkel/Zeit-Diagramm die vom Einschaltkommandowinkel abhängige Abhebedauer von Hauptkontakten des Schaltgerätes,
    FIG 5
    in einem Winkel/Winkel-Diagramm die vom Einschaltkommandowinkel abhängigen Schließwinkel der Hauptkontakte, und
    FIG 6
    in einem weiteren Diagramm die vom Einschaltkommandowinkel abhängige relative Prellladung.


    [0016] Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen versehen.

    [0017] FIG 1 zeigt ein Schütz als Schaltgerät 1 mit drei nachfolgend als Hauptkontakte K1 bis K3 bezeichneten Hauptkontaktanordnungen, deren unbeweglichen Kontaktelemente K1a,K2a bzw. K3a einerseits mit Phasenanschlüssen 2 eines Drehstromnetzes L1, L2, L3, N und andererseits mit einer Last 3 verbunden sind. Die beweglichen Kontaktelemente K1b,K2b und K3b der Hauptkontakte K1 bis K3 werden von einem gemeinsamen Magnetsystem mit einer Magnetspule 4 betätigt. Die Magnetspule 4, mit der die Hauptkontakte K1 bis K3 mechanisch gekoppelt sind, ist über eine Steuerleitung 5 einerseits mit dem Phasenanschluss 2 des Phasenleiters L3 und andererseits mit dem Anschluss 2 des Neutralleiters N verbunden. In der Steuerleitung 5 liegt ein Schalter 6 zum Ansteuern der Magnetspule 4 und somit zum Betätigen, d. h. zum Ein- und Ausschalten des Magnetsystems des Schaltgerätes 1.

    [0018] Jedem Hauptkontakt K1 bis K3 ist ein Auswerteglied AL3,AL2,AL1 zur Ermittlung des Kontaktabbrandes des jeweiligen Hauptkontaktes K1 bis K3 zugeordnet. Jedem dieser Auswerteglieder AL3,AL2,AL1 wird einerseits über eine Messleitung 7 die Spannung U1,U2,U3 über dem jeweiligen Hauptkontakt K1 bis K3 und andererseits über Messleitungen 8 die Steuer- oder Spulenspannung Us an der Magnetspule 4 zugeführt. Anhand dieser Spannungen U1, U2, U3 und US führen die Auswerteglieder AL3,AL2, AL1 eine Zeitintervallmessung durch und bestimmen damit die aktuellen Abbrandwerte Δm1,Δm2,Δm3 der Hauptkontakte K1 bis K3, d. h. die jeweilige Dicke der verbleibenden Kontaktauflagen der Hauptkontakte K1 bis K3.

    [0019] Aus den dadurch ermittelten aktuellen Abbrandwerten Δm1,Δm2, Δm3 wird in einem Funktionsbaustein 9 nach einem vorgegebenen funktionalen Zusammenhang, z. B. nach einer sogenannten maxindex-Funktion, der Hauptkontakt K1,K2 oder K3 mit dem größten Abbrand bestimmt. Mittels eines Speicherbausteins 10, in dem tabellarisch drei bevorzugte Einschaltkommandowinkel ΨK1, ΨK2K3 hinterlegt sind, wird der für den folgenden Schaltvorgang maßgebliche Kommandowinkel ΨKV entnommen und an einen Phasenkomparator 11 weitergeleitet.

    [0020] Der Phasenkomparator 11 vergleicht kontinuierlich den Phasenwinkel Ψ der Spulen- oder Steuerspannung Us mit dem bevorzugten Kommandowinkel ΨKV und gibt bei Übereinstimmung einen kurzen Impuls S aus, der beispielsweise etwa 100 µs lang ist.

    [0021] Dazu ist der Phasenkomparator 11 über eine Steuerleitung 12 mit dem Anschluß 2 des Nullleiters N und einem der Phasenanschlüsse 2, im Ausführungsbeispiel der Phase L3, des Drehstromnetzes verbunden. Im Phasenkomparator 11 bleibt dabei die Polarität der Spulenspannung Us unberücksichtigt, so dass die Impulse S im Abstand von einer halben Netzperiode T/2 ausgegeben werden. Der Impuls S wird an einen Eingang E1 eines Flipflops 13 geführt, an dessen weiteren Eingang E2 ein externer Schaltbefehl, d.h. der externe Einschaltbefehl ES, ansteht. Das ausgangsseitig mit dem Schalter 6 verbundene Flipflop 13 übernimmt mit dem am Eingang E1 anstehenden Impuls S den am Eingang E2 anstehenden Schaltbefehl ES und leitet somit über den verzögerungsfreien Schalter 6 den Einschaltvorgang ein.

    [0022] Die Ableitung der bevorzugten Kommandowinkel ΨKV aus dem Schaltverhalten des elektromagnetisch betätigten Schaltgerätes oder Schützes 1 wird nachfolgend anhand der FIG 2 bis 6 näher beschrieben. Beispielhaft wird hierzu der durch Messungen verifizierte Einschaltvorgang eines 37kW-Schützes herangezogen.

    [0023] FIG 2 zeigt die vom Einschaltkommandowinkel ΨK abhängige Schließzeit ts. Diese gibt die Zeit vom Anlegen der Steuer- oder Spulenspannung Us bis zur Berührung der Kontaktelemente K1a bis K3b der Hauptkontakte K1 bis K3 an. Der Einschaltkommandowinkel ΨK ist hierbei der auf die Phasenlage der sinusförmigen Steuer- bzw. Schutzspulenspannung Us bezogene Phasenwinkel. Aus dem Verlauf ist ersichtlich, dass die vom Einschaltkommandowinkel ΨK abhängige Schließzeit ts nicht konstant, sondern einer Schwankung von mehr als 10 ms unterworfen ist. Dies entspricht bei einer Netzfrequenz von 50 Hz einem Winkel ΨK von mehr als 180°.

    [0024] Für ΨK ≈ n · 180°, mit n ∈ N, ist die Schaltzeit ts minimal. Grund hierfür ist, dass dort bei Einschaltung der fast ausschließlich induktiven Schütz- oder Magnetspule 4 ein maximales transientes Gleichstromglied hervorgerufen wird, was insgesamt eine höhere Anzugskraft zur Folge hat. Bei konstantem Einschaltkommandowinkel ΨK ist die Schließzeit ts nahezu keinen statistischen Schwankungen unterworfen. Somit kann in Kenntnis des Kommandowinkels ΨK die Schließzeit ts und damit auch der Schließzeitpunkt der Hauptkontakte K1,K2,K3 sehr genau bestimmt werden. Wesentlich dabei ist, dass zwar die Schließzeit ts aller drei Hauptkontakte K1,K2,K3 konstant ist, der auf die jeweilige Netzspannung bezogene Schließwinkel jedoch in den drei Hauptkontakten K1,K2,K3 bei einem Schaltvorgang aufgrund der Phasenverschiebung im Drehstromsystem jeweils um 120° versetzt ist.

    [0025] FIG 3 zeigt die vom Einschaltkommandowinkel ΨK abhängige Schließgeschwindigkeit vs, d.h. die Geschwindigkeit, mit der die Hauptkontakte K1,K2,K3 aufeinander treffen. Ebenso wie die Schließzeit ts ist auch die Schließgeschwindigkeit vs abhängig vom Einschaltkommandowinkel ΨK. Im Gegensatz zur Schließzeit ts ist jedoch der Verlauf der Schließgeschwindigkeit vs erheblich von den konstruktiven Gegebenheiten des jeweiligen Schützes oder Schaltgerätes 1 abhängig, so dass allgemein gültige Aussagen praktisch nicht gemacht werden können. Darüber hinaus ist die Schließgeschwindigkeit vs bei konstantem Einschaltkommandowinkel ΨK einer statistischen Streuung unterworfen, was aus dem entsprechend der gemessenen Standardabweichung ermittelten Fehlerband hervorgeht. Dennoch ist die Schließgeschwindigkeit vs aller drei Hauptkontakte K1,K2,K3 näherungsweise gleich, was sich in dem einzigen Graphen widerspiegelt.

    [0026] FIG 4 zeigt die vom Einschaltkommandowinkel ΨK abhängige Abhebedauer tab aller drei Hauptkontakte K1,K2,K3 während des sogenannten Einschaltprellens. Die Abhebedauer tab ist hierbei die kumulierte Zeit, während derer die Hauptkontakte K1, K2,K3 nach der ersten Berührung erneut voneinander getrennt sind. Hierbei wird ein für den Abbrand maßgeblicher Lichtbogen zwischen den Kontaktelementen 1a bis 3b der Hauptkontakte K1 bis K3 hervorgerufen.

    [0027] Aus einem Vergleich der Graphen gemäß den FIG 3 und 4 ist ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Schließzeit ts und der Abhebedauer tab ersichtlich. Demnach ruft eine hohe Schließgeschwindigkeit vs auch eine vergleichsweise lange Abhebedauer tab hervor. Daher sowie auch aus einfachen Überlegungen zum elastischen Stoß und zu Feder-Masse-Systemen kann bei Mittlung über viele Schaltungen bei gleicher Schließgeschwindigkeit vs für alle drei Hauptkontakte K1 bis K3 auch von etwa gleicher Abhebedauer tab ausgegangen werden. Dies lässt sich durch die Beziehung

    audrücken, wobei C eine schaltgerätespezifische Konstante ist.

    [0028] Zusätzlich zur Schließgeschwindigkeit vs und damit zur Abhebedauer tab ist für den Abbrand auch die Höhe des fließenden Stromes i während der Prellabhebungen der Hauptkontakte K1 bis K3 von Bedeutung. Dabei kann davon ausgegangen werden, dass der Abbrand proportional zum Integral des Lichtbogenstromes i über die Zeit ist. Dabei wird zusätzlich der Lichtbogenstrom i in der Regel mit einer kontaktspezifischen Konstante k potenziert gemäß der Beziehung:



    [0029] Dabei sind Δm der Kontaktabbrand und C' und k insbesondere von den Eigenschaften des Hauptkontaktes K1 bis K3, z. B. dessen Geometrie und Material, abhängige Konstanten.

    [0030] Obwohl die erste Berührung der Kontaktelemente 1a bis 3b der Hauptkontakte K1 bis K3 im absoluten, zeitlichen Maßstab nahezu gleichzeitig stattfindet, ist der auf die jeweilige Netzspannung bezogene elektrische Schließwinkel der Hauptkontakte K1,K2,K3 nicht gleich, sondern aufgrund der um 120° versetzten Spannungen im Dreiphasen-System ebenfalls um 120° versetzt. Dieser Zusammenhang ist in FIG 5 verdeutlicht, in der die auf 360° normierten Schließwinkel in den drei Hauptkontaktanordnungen K1,K2,K3 in Abhängigkeit des Einschaltkommandowinkels ΨK gezeigt sind. Der in FIG 5 gezeigte Verlauf lässt sich unter Nutzung der Schließzeit ts mit Hilfe der nachfolgenden Gleichungen formulieren, wobei die Ansteuerung der Schütz- oder Magnetspule 4 kohärent zum Außen- oder Phasenleiter L3 ist und an den Hauptkontakten K1,K2,K3 ein rechtsdrehendes Dreileitersystem geschaltet wird:







    [0031] Dabei ist T die Netzperiode mit in der Regel 20 ms Periodendauer. Ψs ist der auf die jeweilige Phase oder Phasenleitung L1,L2,L3 bezogene Schließwinkel. Mod 360° bezeichnet den Modulu-Operator, dessen Anwendung den Divisionsrest bei einer Division durch 360° ergibt. Beispielsweise würde sich bei einem Winkel von 540° = 1,5 · 360° und einer Division durch 360° der Faktor 1,5 ergeben. Aus dem numerischen Rest von 0,5 würde sich somit eine Divisionsrest von 180° ergeben.

    [0032] Daraus folgt, dass zwar die Abhebedauer tab der Hauptkontakte K1 bis K3 etwa gleich ist, der fließende Strom bei diesen Abhebungen prinzipiell aber unterschiedlich ist. In Näherung kann für den fließenden Strom in den Hauptkontaktanordnungen K1,K2,K3 während der Prellabhebung angesetzt werden:







    [0033] Dabei ist C" eine von der zu schaltenden Last 3 und der Netzspannung abhängige Konstante.

    [0034] Somit sind am Abbrand der Hauptkontakte K1,K2,K3 zwei Prozesse beteiligt, nämlich einerseits die für alle Hauptkontakte K1 bis K3 jeweils gleiche Abhebedauer tab und andererseits die für alle Hauptkontakte K1 bis K3 jeweils unterschiedliche Höhe des Lichtbogenstromes i. Dies wird auch anhand des in FIG 6 dargestellten experimentell bestimmten Verlaufs der vom Einschaltkommandowinkel ΨK abhängigen relativen Prellladung Q der drei Hauptkontakte K1,K2,K3 deutlich. Als relative Prellladung Q wird hierbei die auf den Effektivwert des Nennstroms bezogene tatsächliche Prellladung bezeichnet.

    [0035] Bei der in FIG 6 dargestellten Abhängigkeit der relativen Prellladung Q vom Einschaltkommmandowinkel ΨK ist die Steuerspannung Us wiederum kohärent zum Außen- oder Phasenleiter L3. Zusätzlich ist dort der Mittelwert der drei relativen Prellladungen Q eingezeichnet in Form einer mit Kreuzen markierten Linie. Diese mit Kreuzen markierte Linie weist im Bereich um etwa ΨK = 50° und ΨK = 85° jeweils Minima auf, die deutlich unter dem durchschnittlichen Wert der Prellladung Q liegen. Die Bereiche um diese Minima sind demnach potenzielle Bereiche für bevorzugte Einschaltkommandowinkel ΨK.

    [0036] Daraus ergibt sich, dass die bevorzugten Einschaltkommandowinkel bei ΨK1 = 55° für den Phasenleiter L1, bei ΨK2 = 80° für den Phasenleiter L2 und bei ΨK3 = 65° für den Phasenleiter L3 liegen. Grund hierfür ist, dass zu diesen Einschaltkommandowinkeln ΨK die relative Prellladung Q eines zugeordneten Hauptkontaktes K1,K2,K3 jeweils ein lokales Minimum aufweist und auch der Mittelwert der Prellladungen Q aller drei Hauptkontakte K1,K2,K3 niedriger als der Durchschnitt ist. Wird die Steuerphase gewechselt, so dass die Steuer- oder Spulenspannung Us phasensynchron z. B. zur Phasen- oder Außenleitung L1 ist, so sind auch die bevorzugten Einschaltkommandowinkel ΨK entsprechend zu rotieren.

    [0037] Insgesamt wird somit der Einschaltvorgang eines mit Wechselstrom angesteuerten, elektromagnetisch betätigten Schützes 1 unter Ausnutzung seiner spezifischen Eigenschaften derart beeinflusst, dass einerseits der Schaltsynchronisationseffekt vermieden und andererseits der Abbrand der Hauptkontakte K1, K2,K3 insgesamt reduziert wird.


    Ansprüche

    1. Verfahren zur Reduzierung des Kontaktabbrandes eines Schaltgerätes (1), bei dem ein zum elektromagnetischen Betätigen dessen Hauptkontakte (K1 bis K3) anstehender Einschaltbefehl (ES) zur Einleitung eines Schaltvorgangs bis zum Erreichen desjenigen auf den Phasenwinkel (Ψ) der Steuerspannung (US) eines mit den Hauptkontakten (K1 bis K3) gekoppelten Magnetsystems (4) bezogenen Kommandowinkels (ΨKV) verzögert wird, der dem Hauptkontakt (K1,K2,K3) mit dem aktuell stärksten Abbrand zugeordnet ist.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem der aktuelle Abbrand jedes Hauptkontaktes (K1,K2,K3) durch eine Zeitintervallmessung während eines Ausschaltvorgangs bestimmt wird.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 2, bei dem als Zeitintervall die Zeitspanne zwischen einer Trennung eines zur elektromagnetischen Betätigung der Hauptkontakte (K1,K2,K3) dienenden Magnetsystems (4) und der Trennung der Hauptkontakte (K1,K2,K3) erfasst wird.
     
    4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem bei Übereinstimmung des dem Hauptkontakt (K1,K2,K3) mit dem aktuell stärksten Abbrand zugeordneten Kommandowinkels (ΨKV) mit dem Phasenwinkel (Ψ) der kontinuierlich erfaßten Steuerspannung (US) des Magnetsystems (4) ein Impuls (S) zur Einleitung des Schaltvorgangs erzeugt wird.
     
    5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 3,

    - mit einer Anzahl von Auswertegliedern (ALn) zur Bestimmung des Abbrandes jedes Hauptkontaktes (K1,K2,K3) des Schaltgerätes,

    - mit einem Speicherbaustein (10), in dem ein Anzahl von auf den Phasenwinkel (Ψ) einer Steuerspannung (US) für ein Magnetsystem (4) des Schaltgerätes (1) bezogenen Kommandowinkeln (ΨKV) hinterlegt ist, und

    - mit einem Phasenkomparator (11), der anhand eines Vergleichs des dem Hauptkontakt (K1,K2,K3) mit dem aktuell stärksten Abbrand zugeordneten Kommandowinkels (ΨKV) mit dem Phasenwinkel (Ψ) der erfaßten Steuerspannung (US) des Magnetsystems (4) einen Impuls (S) zur Einleitung des Schaltvorgangs erzeugt.


     
    6. Vorrichtung nach Anspruch 5, mit einer dem Phasenkomparator (11) nachgeschalteten Kippstufe (13), die mit dem vom Phasenkomparator (11) erzeugten Impuls (S) den Einschaltbefehl (ES) an einen in einer Steuerleitung (5) des Magnetsystems (4) angeordneten Schalter (6) übergibt.
     
    7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, wobei der Phasenkomparator (11) zur Ermittlung des Phasenwinkels (Ψ) der kontinuierlich erfassten Steuerspannung (US) mit einem an eine der Phasen (L1,L2,L3) eines Drehstromnetzes angeschlossenen Phasenausgang (2) des Schaltgerätes (1) verbunden ist.
     
    8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, bei der jedes Auswerteglied (ALn) einerseits über eine Messleitung (7) zur Erfassung der Spannung (Un) über dem jeweiligen Hauptkontakt (K1,K2,K3) und andererseits mit einer Messleitung (8) zur Erfassung der Steuerspannung (US) des Magnetsystems (4) verbunden ist.
     
    9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, mit einem mit den Auswertegliedern (ALn) verbundenen Funktionsbaustein (9) zur Ermittlung des Hauptkontaktes (K1,K2,K3) mit dem aktuell stärksten Abbrand.
     
    10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, wobei die Impulsfolge (T/2) des vom Phasenkomparator (11) erzeugten Impulses (S) einer halben Netzperiode entspricht.
     


    Claims

    1. Method for reducing the contact arc erosion of a switching device (1), in which an impending starting command (ES), for initiating a switching operation to electromagnetically actuate the main contacts (K1-K3) of said device, is delayed until the command angle (ΨKV) is reached which relates to the phase angle (Ψ) of the control voltage (Us) of a magnetic system (4) coupled to the main contacts (K1 to K3) which is assigned to the main contact (K1, K2, K3) with the current most intense arc erosion.
     
    2. Method according to claim 1, with which the current arc erosion of each main contact (K1, K2, K3) is determined by a time interval measurement during a turn-off process.
     
    3. Method according to claim 2, with which the time span between a disconnection of a magnetic system (4) serving to electromagnetically actuate the main contacts (K1, K2, K3) and the disconnection of the main contacts (K1, K2, K3) is recorded as a time interval.
     
    4. Method according to one of claims 1 to 3, with which a pulse (S) for initialising the switching operation is generated when there is a match with the command angle (ΨKV) assigned to the main contact (K1, K2, K3) having the current most intense arc erosion to the phase angle (Ψ) of the continually recorded control voltage (Us) of the magnetic system (4).
     
    5. Device for implementing the method according to one of claims 1 to 3

    - comprising a number of evaluation elements (ALn) for determining the arc erosion of each main contact (K1, K2, K3) of the switching device,

    - comprising a memory chip (10), in which a number of command angles (ΨKV) relating to the phase angle (Ψ) of a control voltage (Us) for a magnetic system (4) of the switching device (1) are stored, and

    - comprising a phase comparator (11) which generates a pulse (S) for initialising the switching operation on the basis of a comparison of the command angle (ΨKV) assigned to the main contact (K1, K2, K3) having the current most intense arc erosion with the phase angle (Ψ) of the recorded control voltage (Us) of the magnetic system (4).


     
    6. Device according to claim 5, comprising a flip-flop (13) arranged downstream of the phase comparator (11), said flip-flop transferring the starting command (ES) to a switch (6) arranged in a control wire (5) of the magnetic system (4) using the pulse (S) generated by the phase comparator (11).
     
    7. Device according to claim 5 or 6, with the phase comparator (11) for determining the phase angle (Ψ) of the continually recorded control voltage (Us) being connected to a phase output (2) of the switching device (1) linked to one of the phases (L1, L2, L3) of a three-phase power system.
     
    8. Device according to one of claims 5 to 7, with which each evaluation element (ALn) is connected on the one hand to a measuring line (7) for detecting the voltage (Un) by way of the respective main contact (K1, K2, K3) and on the other hand to a measuring line (8) for recording the control voltage (Us) of the magnetic system (4).
     
    9. Device according to one of claims 5 to 8, having a functional module (9) connected to the evaluation elements (ALn) for determining the main contact (K1, K2, K3) with the current most intense arc erosion.
     
    10. Device according to one of claims 5 to 8, with the pulse sequence (T/2) of the pulse (S) generated by the phase comparator (11) corresponding to a half line period.
     


    Revendications

    1. Procédé de réduction de l'usure des contacts d'un appareil (1) de coupure, dans lequel on retarde une instruction (ES) d'enclenchement pour l'actionnement électromagnétique de ces contacts (K1 à K3) principaux pour faire débuter une opération de coupure jusqu' à l'obtention de l'angle (Ψkv) de commande, qui se rapporte à l'angle (Ψ) de phase de la tension (Us) de commande d'un système (4) à aimant couplé aux contacts (K1 à K3) principaux et qui est associé au contact (K1 à K3) principal ayant l'usure actuelle la plus grande.
     
    2. Procédé suivant la revendication 1, dans lequel on détermine l'usure actuelle la plus grande de chaque contact (K1, K2, K3) principal par une mesure dans un intervalle de temps pendant une opération de désenclenchement.
     
    3. Procédé suivant la revendication 2, dans lequel on détecte, comme intervalle de temps, le laps de temps compris entre une séparation d'un système (4) à aimant servant à l'actionnement électromagnétique des contacts (K1, K2, K3) principaux et la séparation des contacts (K1, K2, K3) principaux.
     
    4. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 3, dans lequel on produit, lorsque l' angle (ψkv) de commande associé au contact (K1, K2, K3) principal ayant l'usure actuelle la plus grande la plus grande coïncide avec l'angle (Ψ) de phase de la tension (Us) de commande du système (4) à aimant détectée de manière continue, une impulsion (s) pour faire commencer l'opération de coupure.
     
    5. Dispositif pour la mise procédé suivant l'une des revendications 1 à 3,

    - comprenant un certain nombre d'éléments (ALn) d'évaluation pour déterminer l'usure de chaque contact (K1, K2, K3) principal de l'appareil de coupure.

    - comprenant un module (10) de mémoire, dans lequel sont mémorisés un certain nombre d'angle (Ψkv) de commande rapporté à l'angle (Ψ) de phase d'une tension (Us) de commande d'un système (4) à aimant de l'appareil (1) de coupure et

    - comprenant un comparateur (11) de phase, qui produit au moyen d'une comparaison entre l'angle (Ψkv) de commande associé au contact (K1, K2, K3) principal ayant l'usure actuelle la plus grande et l'angle (Ψ) de phase de la tension (Us) de commande du système (4) à aimant détecté, une impulsion (s) pour faire commencer l'opération de coupure.


     
    6. Dispositif suivant la revendication 5, comprenant un étage (13) à bascule en aval du comparateur (11) de phase, qui transmet avec l'impulsion (s) produite par le comparateur (11) de phase l'instruction (ES) d'enclenchement a un interrupteur (6) monté dans une ligne (5) de commande du système (4) à aimant.
     
    7. Dispositif suivant la revendication 5 ou 6, dans lequel le comparateur (11) de phase est relié, pour la détermination de l'angle (Ψ) de phase de la tension (Us) de commande détectée de façon continue, à une sortie (2) de phase de l'appareil (1) de coupure raccordée à l'une des phases (L1, L2, L3) d'un réseau triphasé.
     
    8. Dispositif suivant l'une des revendications 5 à 7, dans lequel chaque élément (ALn) d'évaluation est relié d'une part par une ligne (7) de mesure pour la détection de la tension (Un) par le contact (K1, K2, K3) principal respectif et d'autre part à une ligne (8) de mesure pour la détection de la tension (Us) de commande du système (4) à aimant.
     
    9. Dispositif suivant l'une des revendications 5 à 8, comprenant un module (9) fonctionnel relié aux éléments (ALn) d'évaluation, afin de déterminer le contact (K1, K2,K3) principal ayant l'usure la plus grande actuellement
     
    10. Dispositif suivant la revendication 5 à 8, dans laquelle la récurrence (T/2) de l'impulsion (S) produit par un comparateur (11) de phase correspond à une demi-période du réseau.
     




    Zeichnung