[0001] Die Erfindung betrifft einen Vorhang für nichtrechteckige Flächen, insbesondere mit
vier oder fünf Ecken, mit einer oberen Schiene, einer mittleren Zwischenschiene und
einer unteren festen Schiene zwischen denen je ein Behang angeordnet ist, sowie mit
einer Stoppeinrichtung, durch welche die Zwischenschiene in ihrer oberen Position
parallel zur unteren Schiene gehalten wird.
[0002] Ein solcher Vorhang ist in EP 0 639 688 B1 offenbart. Konkret ist in dieser Schrift
ein sogenannter Plisseevorhang gezeigt, mit dem sich auch die Erfindung in erster
Linie befaßt. Derartige Vorhänge dienen zum Abdecken nichtrechtwinkliger, meist fünfeckiger
Fensterflächen, wie sie im Bereich von Dachgiebeln auftreten. Dabei ist zwischen einer
ersten oberen Schiene und einer Zwischenschiene ein erster Behang mit einer entsprechend
der Dachneigung schrägen Kante gespannt. Zwischen der Zwischenschiene und einer unteren
festen Schiene ist ein zweiter, meist rechtwinkliger Behang angeordnet, der entweder
direkt an der unteren festen Schiene oder einer gesonderten unteren beweglichen Schiene
angebracht ist. In letzterem Fall kann der zweite Behang auch "nach oben" geöffnet
werden.
[0003] Wenn die Zwischenschiene in ihrer oberen Position ist, stößt sie mit ihrem einen
Ende in eine durch die schräge Kannte und eine hieran anschließende senkrechte Kante
der Fensterfläche gebildete Ecke. Oft ist in der schrägen Kante eine weitere feste
Schiene angeordnet, in der beispielweise Spannmittel für Behangschnüre untergebracht.
Die Zwischenschiene stößt dann mit ihrem einen Ende gegen die Unterseite dieser Schiene.
Mit ihrem anderen Ende ist die Zwischenschiene frei, so daß sie an diesem Ende weiter
nach oben gefahren werden könnte und sich schräg stellen kann. Dieses ist optisch
unerwünscht und führt zu Funktionsstörungen. Bei dem Vorhang nach der EP 0 639 688
B1 ist zu diesem Zweck ein Stopper vorgesehen, der auf eine der Spannschnüre des Vorhanges
geklemmt ist. Diese Variante ist zwar vom Montageaufwand her sehr günstig. Allerdings
ist die Funktion des Plisseevorhanges eingeschränkt, das sich der obere, erste Behang
nicht vollständig zusammenschieben läßt und der obere, erste Behang auch nicht gemeinsam
mit dem zweiten, unteren Behang vollständig nach unten bis auf die untere feste Schiene
gefahren werden kann. Außerdem ist der Stopper sichtbar, was ebenfalls als störend
empfunden wird.
[0004] Hiervon ausgehend liegt der Erfindung das Problem zugrunde, einen Vorhang der eingangs
genannten Art derart weiterzubilden, daß ein Schrägstellen der Zwischenschiene auf
einfache Weise ohne Einschränkung der Funktion des Vorhanges verhindert wird.
[0005] Zur Lösung dieses Problems ist der erfindungsgemäße Vorhang dadurch gekennzeichnet,
daß die Stoppeinrichtung eine Stoppschnur mit fester Länge ist, die wenigstens von
der Zwischenschiene zur unteren Schiene geführt ist.
[0006] Eine solche Stoppschnur läßt sich einfach montieren und ist optisch nicht störend.
Eine Funktionsbeeinträchtigung des Vorhanges ist nicht gegeben, da die Stoppschnur
beim Öffnen des oberen ersten Behanges nicht stört und sich der obere erste Behang
gemeinsam mit dem unteren zweiten Behang vollständig nach unten schieben läßt.
[0007] Im einfachsten Fall ist die Stoppschnur mit ihren einen Ende an der Zwischenschiene
und mit ihrem anderen Ende an der unteren festen Schiene befestigt. Bei teilweise
oder vollständig heruntergeschobener Zwischenschiene würde die Stoppschnur dann aber
schlaff herunter hängen. Aus diesem Grund ist nach einer Weiterbildung der Erfindung
eine Längenausgleichseinrichtung vorgesehen, durch die unterschiedliche Abstände der
Zwischenschiene zur unteren festen Schiene ausgeglichen werden.
[0008] Weitere Merkmale der Erfindung beziehen sich auf konstruktive Einzelheiten der Längenausgleichseinrichtung.
[0009] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Vorhang mit den Erfindungsmerkmalen mit Zwischenschiene in einer oberen Position,
- Fig. 2
- den Vorhang gemäß Fig. 1 bei teilweise nach unten geschobener Zwischenschiene.
[0010] Der in Fig. 1 und 2 gezeigte Plisseevorhang 10 ist für Fensterflächen im Giebelbereich,
beispielsweise für Studiofenster, vorgesehen. Der Vorhang 10 weist eine obere feste
Schiene 11 und eine untere feste Schiene 12 auf. In einer schrägen Kante der Fensterfläche
kann eine weitere feste Schiene 13 angeordnet sein. Die festen Schienen 11, 12, 13
dienen in erster Linie zum Halten von Spannschnüren und zur Aufnahme von Spannmittel
für die Spannschnüre. Diese sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung nicht wesentlich
und daher aus Gründen der besseren Übersicht weggelassen.
[0011] Ferner weist der Vorhang 10 eine obere bewegliche Schiene 14, eine bewegliche Zwischenschiene
15 und eine untere bewegliche Schiene 16 auf. Zwischen der oberen beweglichen Schiene
14 und der Zwischenschiene 15 ist ein erster, oberer Behang 17 sowie zwischen der
Zwischenschiene 15 und unteren beweglichen Schiene 16 ein zweiter, unterer Behang
18 gespannt. Die untere bewegliche Schiene 16 ist dabei nur optional. Der untere Behang
18 kann auch direkt an der unteren festen Schiene 12 befestigt sein. Die seitlichen
Kanten der Behänge 17 und 18 werden durch einen Spannschnur, im vorliegenden Fall
durch eine umlaufende Gummischnur 19 gespannt.
[0012] Bei geschlossenen Behängen 17, 18 ist die obere bewegliche Schiene 14 gegen die obere
feste Schiene 11 und die untere bewegliche Schiene 16 gegen die untere feste Schiene
12 gefahren, so daß die Schienen 11 und 14 einerseits sowie die Schienen 12 und 16
andererseits aneinander anliegen. Die Zwischenschiene 15 ist, wie in Fig. 1 gezeigt,
so weit nach oben gefahren, daß ihr eines (in Fig. 1 und 2 linkes) Ende 20 in einer
durch die schräge Kante und eine sich hieran anschließende senkrechte Kante der Fensterfläche
gebildete Ecke liegt. Dieses Ende 20 der Zwischenschiene 15 liegt dabei am unteren
Ende 21 der schräg verlaufenden festen Schiene 13 an. Das gegenüberliegende (in Fig.
1 und 2 rechte) Ende 22 ist, wie in Fig. 1 erkennbar, nicht nach oben abgestützt,
so daß sich dieses Ende 22 weiter nach oben verschieben ließe und sich die Zwischenschiene
15 schräg stellen kann. Um dieses zu verhindern, ist eine Stoppschnur 23 (in Fig.
1 und 2 strichniert dargestellt) vorgesehen. Die Stoppschur 23 weist eine feste Länge
auf, hat also in Verhältnis zu ihrer Länge eine vernachlässigbare Dehnfähigkeit.
[0013] Die Stoppschnur 23 ist mit ihrem einen Ende an einem Befestigungspunkt 24 an der
Zwischenschiene 15 befestigt. Der Befestigungspunkt 24 ist im Bereich des Endes 22
angeordnet. Von hier ist die Stoppschnur 23 zunächst etwa senkrecht nach unten zur
unteren festen Schiene 12 geführt, wobei sie durch die untere bewegliche Schiene 16
hindurchgefädelt ist. Konkret wird die Stoppschnur zum gemäß der Darstellung in Fig.
1 und 2 rechten Ende 25 der unteren festen Schiene 12 geführt.
[0014] Für die Funktion der Stoppschnur 23 wäre es ausreichend, wenn sie an der unteren
festen Schiene 12 an einem festen Befestigungspunkt im Bereich des (rechten) Endes
25 befestigt wäre. Die Stoppschnur 23 würde dann aber bei teilweiser (Fig. 2) oder
vollständig heruntergeschobener Zwischenschiene 15 schlaff herunterhängen. Diese Variante
ist deshalb aus optischen Gründen nicht bevorzugt. Vielmehr ist ein Längenausgleich
für die Stoppschnur 23 bei teilweise oder vollständig heruntergeschobener Zwischenschiene
15 vorgesehen. Dieser ist konkret dadurch realisiert, daß die Stoppschnur 23 im Inneren
der unteren festen Schiene 12 zum gegenüber liegenden (linken) Ende 26 der unteren
festen Schiene 12 geführt ist. Von dort verläuft die Stoppschnur 23 weiter etwa senkrecht
nach oben durch die untere bewegliche Schiene 16 und die Zwischenschiene 15 hindurch
zum unteren Ende 21 der schrägen festen Schiene 13. Die Stoppschnur 23 ist dann wieder
zurück zur Zwischenschiene 15 geführt, wo sie an einem festen Befestigungspunkt 27
angebracht ist. Die Stoppschnur 23 wird also im Bereich der schrägen festen Schiene
13 umgelenkt. Dabei verläuft die Stoppschnur 23 zunächst noch ein Stück schräg nach
oben in der schrägen festen Schiene 13 bevor sie zurück zur Zwischenschiene 15 geführt
wird. Die Stoppschnur 23 kann hierdurch so durch den oberen Behang 17 gefädelt werden,
daß sie unmittelbar neben einer der (nicht dargestellten) Spannschnüre für den Behang
17 verläuft und somit optisch nicht auffällt.
[0015] Aus der obigen Beschreibung und den Fig. 1 und 2 wird deutlich, daß die Stoppschnur
23 in dem Maße, wie sie links (gemäß der Darstellung in Fig. 1 und 2) verkürzt wird,
rechts nachgezogen wird, so daß sich ein Längenausgleich für die Stoppschnur 23 ergibt
und diese immer straff gespannt ist.
[0016] Alternativ zum dargestellten und vorstehend beschriebenen Längenausgleich könnte
alternativ auch eine Feder in einer der Schienen 11..16, vorzugsweise in der unteren
festen Schiene 12, vorgesehen sein, die bis zu einem Anschlag dehnbar ist.
[0017] Ferner käme auch ein Längenausgleich mittels eines Gewichtes und Schwerkraft in Betracht.
[0018] Soweit in der vorstehenden Beschreibung von "links" und "rechts" gesprochen ist,
so bezieht sich dieses immer auf die Darstellung gemäß Fig. 1 und 2. Der Vorhang 10
kann selbstverständlich auch spiegelsymmetrisch aufgebaut sein, wobei sich die Seitenangaben
vertauschen.
Bezugszeichenliste:
[0019]
- 10
- Vorhang
- 11
- obere feste Schiene
- 12
- untere feste Schiene
- 13
- schräge feste Schiene
- 14
- obere bewegliche Schiene
- 15
- Zwischenschiene
- 16
- untere bewegliche Schiene
- 17
- oberer Behang
- 18
- unterer Behang
- 19
- Gummischnur
- 20
- Ende
- 21
- Ende
- 22
- Ende
- 23
- Stoppschnur
- 24
- Befestigungspunkt
- 25
- Ende
- 26
- Ende
- 27
- Befestigungspunkt
1. Vorhang für nichtrechteckige Flächen, insbesondere mit vier oder fünf Ecken, mit einer
oberen beweglichen Schiene (14), einer beweglichen Zwischenschiene (15) und einer
unteren festen Schiene (12), zwischen denen je ein Behang (17, 18) angeordnet ist,
sowie mit einer Stoppeinrichtung, durch welche die Zwischenschiene (15) in ihrer oberen
Position parallel zur unteren Schiene (12) gehalten wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Stoppeinrichtung eine Stoppschnur (23) ist, die wenigstens von der Zwischenschiene
(15) zur unteren Schiene (12) geführt ist.
2. Vorhang nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Stoppschnur (23) eine Längenausgleichseinrichtung zugeordnet ist, durch die je
nach Position der Zwischenschiene (15) unterschiedliche Abstände zwischen der Zwischenschiene
(15) und der unteren festen Schiene (12) ausgeglichen werden.
3. Vorhang nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, die Stoppschnur (23) von einem einer schrägen Kante (schräge Schiene 13) der nichtrechteckigen
Fläche abgewandten Ende (22) über ein entsprechendes Ende (25) der unteren festen
Schiene (12) und dem anderen Ende (26) der unteren festen Schiene zum unteren Eckpunkt
(Ende 21) der schrägen Kante (schräge Schiene 13) sowie von dort zu dem Ende (20)
der Zwischenschiene (15), welches dem unteren Eckpunkt (Ende 21) der schrägen Kante
zugewandt ist, geführt ist.
4. Vorhang nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Stoppschnur (23) mit einem Ende an einem festen Befestigungspunkt (24) an der
Zwischenschiene (15) befestigt ist.
5. Vorhang nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Stoppschnur (23) mit ihrem anderen Ende ebenfalls an einem festen Befestigungspunkt
(27) an der Zwischenschiene (15) befestigt ist.
6. Vorhang nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Längenausgleichseinrichtung durch eine gegen einen Anschlag dehnbare Feder gebildet
ist.
7. Vorhang nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Feder in einer der Schienen (11..16), vorzugsweise in der unteren festen Schiene
(12), angeordnet ist.