[0001] Die Erfindung betrifft eine Klemmhalterung eines Tragbodens zur lösbaren Befestigung
an einer Säule mit einer U-förmigen, halbkreisförmig die Säule umschließenden Nabe
und einem zwischen deren U-Schenkeln achsparallel in Nuten gehaltenen halbkreisförmig
passend zur Säule ausgenommenen in seiner Klemmkraft einstellbaren Klemmstück sowie
einen damit bestückten Tragboden, insbesondere Gitterboden.
[0002] Eine derartige Klemmhalterung ist aus der EP 1 075 808 A1 an einem Tragoden für einen
Eckschrank mit einer drehbaren Säule bekannt, wobei die U-förmige Nabe an dem Kunststoff-Tragboden
integriert ausgebildet ist.
[0003] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Klemmhalterung für das leichte Auswechseln von
Tragböden aus anderem Werkstoff, z. B. Holz, Schichtmaterial, Drahtgitter od. dgl.,
die vielseitig einsetzbar ist, zu schaffen.
[0004] Die Lösung besteht darin, daß die U-förmige Nabe einseitig einen den Tragboden überkragenden
Nabenflansch trägt und den Tragboden andererseits mit einem Fortsatz überragt, der
von einem U-förmigen Gegenflansch umschlossen ist, der mit dem Nabenflansch durchgehend
verschraubt ist.
[0005] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0006] Die Nabe und der Gegenflansch sind vorteilhaft an Kunststoff dünnwandig gespritzt
und mit Versteifungswänden kassettenförmig verstärkt in die, insbesondere in deren
Stoßbereiche, Schraubbohrungen oder Durchgangsbohrungen mit Kopfvertiefungen in zylindrische
Verstärkungen eingeformt sind. Die Schraubbohrungen sind entweder mit Gewindeeinsätzen
bestückt oder für selbstgewindeschneidende Schrauben passend ausgebildet.
[0007] Vorteilhaft sind am Naben- und/oder Gegenflansch an den inneren freien U-Schenkelenden
Vertiefungen eingeformt, die einen dichten Abschluß zu einem Stirnprofilstreifen geben,
der die Stirnseite des Einschnittes des Tragbodens bis an die Nabe verschließt. Ein
Holz- oder Schichtmaterialboden ist dadurch zu seinem Inneren völlig dicht hygienisch
abgeschlossen.
[0008] Weiterhin sind vorteilhaft in mindestens einen der Flansche stirnseitig Bohrungen
und Nuten eingebracht, einem Verschrauben der Tragplatte und einer Steckverbindung
zu einem Verstellbeschlag dienen können.
[0009] Zur Aufnahme eines Drahtgittertragbodens, insbesondere Gitterkorbes, zwischen den
beiden Flanschen dient ein Zwischenflansch, der auch aus Kunststoff verstrebt dünnwandig
gespritzt ist und mit, insbesondere radialen, Nuten versehen ist, die der Aufnahme
von dazu passend angeordneten Gitterstreben dienen, die die Gittertragkräfte aufnehmen
und auf die Flansche übertragen.
[0010] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Fig. 1 bis 14 dargestellt.
- Fig. 1
- zeigt perspektivisch einen massiven Tragboden mit Klemmnabe;
- Fig. 2
- zeigt eine Seitenansicht zu Fig. 1;
- Fig. 3
- zeigt perspektivisch die Nabe;
- Fig. 4
- zeigt eine Aufsicht der Nabe;
- Fig. 5
- zeigt eine Innenansicht der Nabe;
- Fig. 6
- zeigt einen Schnitt A-A durch die Nabe;
- Fig. 7
- zeigt einen Schnitt B-B durch die Nabe;
- Fig. 8
- zeigt eine perspektivische Ansicht des Gegenflansches;
- Fig. 9
- zeigt perspektivisch eine Innenansicht des Gegenflansches;
- Fig. 10
- zeigt einen Schnitt C-C durch den Gegenflansch;
- Fig. 11
- zeigt eine Perspektive des Zwischenflansches;
- Fig. 12
- zeigt eine Aufsicht des Zwischenflansches;
- Fig. 13
- zeigt einen Schnitt D-D des Zwischenflansches;
- Fig. 14
- zeigt einen Gittertragkorb in der Klemmnabe.
[0011] Fig. 1 zeigt perspektivisch einen Tragboden T, der für einen Drehschrankeinbau vorgesehen
ist und in einem Einschnitt zentral zur Verklemmung an einer Säule S eine U-förmige
Nabe 1 mit einem darin in einer axialen Führung gehaltenen Klemmstück 5 enthält.
[0012] Die Nabe 1 übergreift mit einem Nabenflansch 10 die Tragplatte T an ihrem inneren
Rand und ragt durch diese mit einem Fortsatz 11 hindurch, der von einem U-förmigen
Gegenflansch 2 umgeben ist.
[0013] Die Tragplatte T besteht z. B. aus Holz oder Schichtmaterial mit einer Kunsttoff-Deckschicht.
Die freie Stirnseite der Tragplatte ist abgedichtet mit einem Umfassungsstreifen UF
besetzt, der vorzugsweise einen die Platte überkragenden Wulst W aufweist. Der Umfassungsstreifen
UF mit der Wulst W sind in dazu passende Ausnehmungen 15 an den freien Enden der U-Schenkel
12, 13 geführt und finden so dort einen dichten Abschluß. Da auch die Flansche 10,
2 auf der Tragplatte T dicht schließen, kann dort keine Flüssigkeit eintreten, wodurch
unerwünschte Zersetzungsvorgänge verhindert sind.
[0014] Fig. 2 zeigt eine Seitenansicht der an eine Säule S angeklemmten massiven Tragplatte
T. Die Tragplatte ist zwischen dem oberen Nabenflansch 10 und dem unteren Gegenflansch
2 verschraubt gehalten. Der Einbau der Nabe und des Gegenflansches kann auch in umgekehrter
Orientierung erfolgen. Die Tragplatte T weist in bekannter Weise eine Reling R auf,
die aus einem Draht besteht, der mit Abstandshaltern entlang des Tragbodenrandes angeordnet
ist.
[0015] Fig. 3 zeigt die Nabe 1 perspektivisch ohne das Klemmstück, so daß man die achsparallelen
Nuten 14 an den U-Schenkeln 12, 13 erkennt, in denen das Klemmstück gehalten wird.
Die halbrund ausgebildete Säulenausnehmung 16 ist mit kurzen Klemmstegen 17 innen
besetzt, die durch linienförmige Anlage an der Säule einen hohen Anpreßdruck und somit
einen drehfesten Sitz erbringen.
[0016] Der Nabenflansch 10 schließt zur Tragplattenoberfläche mit einem Rand 18 dicht ab
und weist an den U-Schenkelenden Ausnehmungen 15 für eine Platteneinfassung auf.
[0017] Fig. 4 zeigt die Nabe 1 in Aufsicht und Fig. 5 die Unteransicht dazu. Die dünnwandige
verstrebte Struktur ist zwischen zwei Teilwerkzeugen spritztechnisch hergestellt.
Wie die Winkelschnitte A-A, Fig. 6, und B-B, Fig. 7, zeigen, gibt es eine äußere Flanschwandung
20, eine mittlere Zwischenwandung 21, die sich durch die Tragplatte T erstreckt und
eine Innenwandung 22, die sich auch durch den Gegenflansch 2 erstreckt, und die die
Säule S und die Nuten 14 umschließt. Zwischen den Wandungen 20 - 22 erstrecken sich
senkrecht zu diesen Strebwände 23, 24, die z, T, knotenförmige Verdickungen mit achsparallelen
Schraubkanälen 25 für das Eindrehen von selbstschneidenden Schrauben aufweisen.
[0018] Fig. 8 und 9 zeigen perspektivisch von außen und innen den Gegenflansch 2, der ebenso
wie die Nabe mit drei U-förmigen Wandungen 26 - 28 ausgebildet ist, zwischen denen
sich Strebwände 24 erstrecken, die mit Verdickungen, die Schraubaufnahmen 30 enthalten,
passend zu den Schraubbohrungen in der Nabe versehen sind. Die Schraubaufnahmen 30
weisen einen Absatz für den Schraubenkopf auf, wie Schnitt C-C (Fig. 10) zeigt. In
Fig. 8 sind weitere Stecknuten 31 und Schraublöcher 32 dargestellt, die zur Aufnahme
und Fixierung am Drehbeschlag und zur Verschraubung der Tragplatten dienen. Die Außenkontur
des Flansches 2 ist etwa 1/4-kreisförmig abgerundet.
[0019] Fig. 11 zeigt perspektivisch und Fig. 12 in Aufsicht einen Zwischenflansch 4, der
zur Aufnahme von Tragarmen TA eines Gitterbodens oder Gitter-Tragkorbes TG, Fig. 14,
Strebnuten 40 - 42 passend zur Lage und Ausbildung der Tragarme TA am Korb enthält.
Die Tragarme TA sind an ihren nabenseitigen Enden mit einem Ring verbunden, der auf
dem Innenrandbereich 46 des Zwischenflansches eine Auflage findet.
[0020] Im Beispiel sind die Strebnuten radial zur Säulenachse ausgebildet und zum Abfangen
von deren Lagetoleranzen unterschiedlich weit ausgestaltet.
[0021] Wie der Schnitt D-D, Fig. 13, zeigt, ist auch der U-förmige Zwischenflansch 4 dünnwandig
ausgeformt und seitlich teilkreisförmig abgerundet. Sein inneres Freimaß umschließt
eng die Nabe hinter dem Nabenflansch. Die Außenabmessungen des Zwischenflansches 4
entsprechen im wesentlichen denen des Gegenflansches 2, Fig. 9, und randnahe Zentrierzapfen
43 - 45 des Zwischenflansches greifen zusammengebaut in den Gegenflansch 2, Fig. 9,
ein.
Bezugszeichenliste
[0022]
- 1
- Nabe
- 10
- Nabenflansch
- 11
- Fortsatz
- 12, 13
- U-Schenkel
- 14
- Nuten für 5
- 15
- Ausnehmungen für UF, W
- 16
- Säulenausnehmung
- 17
- Klemmstege
- 18
- Nabenrand
- 2
- Gegenflansch
- 20
- Flanschwandung zu 10
- 21
- Fortsatzwandung
- 22
- Innenwandung
- 23, 24
- Strebwände
- 25
- Schraubkanäle
- 26 - 28
- U-Wandungen
- 29
- Strebwände
- 30
- Schraubaufnahmen
- 31
- Stecknuten
- 32
- Schraubloch
- 4
- Zwischenflansch
- 40,41,42
- Strebnuten
- 43,44,45
- Zentrierzapfen
- 46
- Innenrandbreich
- 5
- Klemmstück
- R
- Reling
- T
- Tragboden, Tragplatte
- S
- Säule
- TA
- Tragarme
- TG
- Gitterboden oder -korb
- UF
- Umfassungsstreifen
- W
- Wulst
1. Klemmhalterung eines Tragbodens (T) zur lösbaren Befestigung an einer Säule (S) mit
einer U-förmigen, halbkreisförmig die Säule (S) umschließenden Nabe (1) und einem
zwischen deren U-Schenkeln (12, 13) achsparallel in Nuten (14) gehaltenen halbkreisförmig
passend zur Säule (1) ausgenommenen in seiner Klemmkraft einstellbaren Klemmstück
(5) sowie einen damit bestückten Tragboden (T), insbesondere Gitterboden (TG), dadurch gekennzeichnet, daß die U-förmige Nabe (1) einseitig einen den Tragboden (T) überkragenden Nabenflansch
(10) trägt und den Tragboden (T) andererseits mit einem Fortsatz (11) überragt, der
von einem U-förmigen Gegenflansch (2) umschlossen ist, der mit dem Nabenflansch (10)
durchgehend verschraubt ist.
2. Klemmhalterung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Nabenflansch (10) und der Gegenflansch (2) komplementär zueinander Schraubaufnahmen
(30) und Schraubkanäle (25) für selbstschneidende Schrauben enthalten.
3. Klemmhalterung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Nabe (1) an den freien Enden der U-Schenkel (12, 13) Ausnehmungen (15) zur Aufnahme
der Enden eines Umfassungsstreifens (UF) des Tragbodens (T) aufweist.
4. Klemmhalterung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet. daß der Umfassungsstreifen (UF) mit einer Wulst (W) den Tragboden (T) übergreift und
jeweils die Ausnehmungen (15) und die Wulst (W) aufnimmt.
5. Klemmhalterung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Nabenflansch (10) und dem Gegenflansch (2) ein Zwischenflansch (4) angeordnet
ist, der Strebnuten (40 - 42) trägt, die dazu passende Tragarme (TA) des Gitterbodens
oder Gitterkorbes (TG) aufnehmen.
6. Klemmhalterung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Nabe (1) und/oder der Gegenflansch (2) und/oder der Zwischenflansch (4) in zweiteiligen
Werkzeugen dünnwandig aus Kunststoff gespritzt sind und zwischen den Wandungen (20
- 22; 26 - 28) Strebwände (23, 24; 29) aufweisen.
7. Klemmhalterung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Nabe (1) und/oder der Gegenflansch (2) zwischen den U-förmigen inneren und äußeren
Wandungen eine U-förmige Zwischenwandung (21, 27) enthalten, die mit den Strebwänden
(23, 24; 29) verbunden sind.
8. Klemmhalterung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß an den Strebwänden (23, 24; 29) Verdickungen angebracht sind, die die Schraubaufnahmen
(30) oder Schraubkanäle (25) enthalten.
9. Klemmhalterung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Gegenflansch (2) und/oder der Zwischenflansch außenseitig etwa 1/4-kreisförmig
abgerundet ausgebildet ist/sind.
10. Klemmhalterung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Nabe (1) an ihrer der Säule (5) zugewandten Innenwandung (22) axiale Klemmstege
(17) trägt.
11. Klemmhalterung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Gegenflansch (2) stirnseitig Stecknuten (31) und/oder Schraublöcher (32) aufweist.
12. Klemmhalterung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Zwischenflansch (4) randinnenseitig Zentrierzapfen (43 - 45) trägt, die an eine
Außenwandung (28) des Gegenflansches (2) zentrierend anschlagen.
13. Klemmhalterung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Zwischenflansch (4) nabenseitig einen Innenrandbereich (46) aufweist, auf dem
ein innerer Verbindungsring der Tragarme (TA) aufliegt.