[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Turbinenschaufel mit einem profilierten, entlang
einer Schaufelachse erstreckten Schaufelblatt, an das endseitig eine sich quer zur
Schaufelachse erstreckende Plattform angeformt ist. Sie betrifft weiter ein Gießsystem
zur Herstellung einer derartigen Turbinenschaufel.
[0002] Gasturbinen werden in vielen Bereichen zum Antrieb von Generatoren oder von Arbeitsmaschinen
eingesetzt. Dabei wird der Energieinhalt eines Brennstoffs zur Erzeugung einer Rotationsbewegung
einer Turbinenwelle benutzt. Der Brennstoff wird dazu in einer Brennkammer verbrannt,
wobei von einem Luftverdichter verdichtete Luft zugeführt wird. Das in der Brennkammer
durch die Verbrennung des Brennstoffs erzeugte, unter hohem Druck und unter hoher
Temperatur stehende Arbeitsmedium wird dabei über eine der Brennkammer nachgeschaltete
Turbineneinheit geführt, wo es sich arbeitsleistend entspannt.
[0003] Zur Erzeugung der Rotationsbewegung der Turbinenwelle sind dabei an dieser eine Anzahl
von üblicherweise in Schaufelgruppen oder Schaufelreihen zusammengefaßten Laufschaufeln
angeordnet, die über einen Impulsübertrag aus dem Strömungsmedium die Turbinenwelle
antreiben. Zur Führung des Strömungsmediums in der Turbineneinheit sind zudem üblicherweise
zwischen benachbarten Laufschaufelreihen mit dem Turbinengehäuse verbundene Leitschaufelreihen
angeordnet. Die Turbinenschaufeln, insbesondere die Leitschaufeln, weisen dabei üblicherweise
zur geeigneten Führung des Arbeitsmediums ein profiliertes, entlang einer Schaufelachse
erstrecktes Schaufelblatt auf, an das sich endseitig zur Befestigung der Turbinenschaufel
am jeweiligen Trägerkörper eine sich quer zur Schaufelachse erstreckende,in zumindest
einem Endbereich als Hakensockel ausgebildete Plattform angeformt ist.
[0004] Zur Erreichung eines besonders günstigen Wirkungsgrads sind derartige Gasturbinen
aus thermodynamischen Gründen üblicherweise für besonders hohe Austrittstemperaturen
des aus der Brennkammer ab- und die in die in die Turbineneinheit einströmenden Arbeitsmediums
von etwa 1200 °C bis etwa 1300 °C ausgelegt. Bei derartig hohen Temperaturen sind
die Komponenten der Gasturbine, insbesondere die Turbinenschaufeln, vergleichsweise
hohen thermischen Belastungen ausgesetzt. Um auch bei derartigen Betriebsbedingungen
eine hohe Zuverlässigkeit und eine lange Lebensdauer der jeweiligen Komponenten zu
gewährleisten, sind die betroffenen Bauteile üblicherweise kühlbar ausgebildet.
[0005] Dazu sind in modernen Gasturbinen die Turbinenschaufeln üblicherweise als sogenanntes
Hohlprofil ausgebildet. Das profilierte Schaufelblatt weist dazu in seinem Innenbereich
auch als Schaufelkern bezeichnete Hohlräume auf, in denen ein Kühlmedium geführt werden
kann. Durch die solchermaßen gebildeten Kühlmittelkanäle ist somit eine Beaufschlagung
der thermisch besonders beanspruchten Bereiche des jeweiligen Schaufelblatts mit Kühlmittel
ermöglicht. Eine besonders günstige Kühlwirkung und somit eine besonders hohe Betriebssicherheit
ist dabei erreichbar, indem die Kühlmittelkanäle einen vergleichsweise großen Raumbereich
im Inneren des jeweiligen Schaufelblatts einnehmen, und indem das Kühlmittel möglichst
nah an der jeweiligen, dem Heißgas ausgesetzten Oberfläche geführt ist. Um bei einer
derartigen Auslegung andererseits eine ausreichende mechanische Stabilität und Belastbarkeit
sicherzustellen, kann die jeweilige Turbinenschaufel mehrkanalig durchströmt sein,
wobei im Inneren des Schaufelprofils eine Mehrzahl von mit Kühlmittel beaufschlagbaren,
jeweils voneinander durch vergleichsweise dünne Trennwände getrennte Kühlmittelkanäle
vorgesehen sind.
[0006] Derartige Turbinenschaufeln werden üblicherweise durch Gießen hergestellt. Dazu wird
in einem ersten Gießschritt eine in ihrer Kontur an das gewünschte Schaufelprofil
angepaßte Gießform mit Wachs ausgegossen. Zur Herstellung der Strömungskanäle für
das Kühlmittel werden beim Gießen in der Gießform sogenannte Kernelemente beispielsweise
aus keramischem Material angeordnet, die nach erfolgtem Gießvorgang aus dem Wachsmodell
für den Schaufelkörper entfernt werden, so daß die für die Kühlmittelkanäle gewünschten
Hohlräume entstehen. Das im ersten Gießschritt erhaltene Wachsmodell wird anschließend
durch wiederholtes Eintauchen mit einem Keramiküberzug versehen. Sobald dieser, gegebenenfalls
nach mehreren Tauchvorgängen, eine ausreichende Dicke aufweist, wird das mit dem Keramiküberzug
versehene Wachsmodell ausgebrannt, wobei sich die Keramik verfestigt und das Wachs
ausgebrannt wird. Dadurch entsteht eine Keramik-Gießform für die Schaufel, in der
auch die Kernelemente für Kühlkanäle o.ä. umfaßt sind. In einem zweiten Gießschritt
wird diese Keramik-Gießform mit Schaufelmaterial ausgegossen. Zur Herstellung des
Wachsmodells und insbesondere von dessen Schaufelblatt und der daran angeformten Strukturteile
wie beispielsweise der Plattform oder eines Hakensockels werden entsprechend ausgeformte
Maskenelemente oder Schieber derart in der Gießform für den ersten Gießschritt angeordnet,
daß während des Gießvorgangs ein der herzustellenden Schaufelform entsprechender Hohlraum
zur Aufnahme für das Wachs verbleibt.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Turbinenschaufel der oben genannten
Art anzugeben, die einerseits für eine besonders hohe thermische und mechanische Belastbarkeit
ausgelegt ist, und bei der andererseits eine zuverlässige Kühlung mit vergleichsweise
geringem Bedarf an Kühlmittel ermöglicht ist. Weiterhin soll ein zur Herstellung der
Turbinenschaufel geeignetes Gießsystem angegeben werden.
[0008] Bezüglich der Turbinenschaufel wird diese Aufgabe erfindungsgemäß gelöst, indem die
Plattform einen im Vergleich zum Plattformboden verdickten Außenrand aufweist, dessen
dem Schaufelblatt zugewandte Seitenwand bezogen auf die Schaufelachse abgeschrägt
geführt ist.
[0009] Die Erfindung geht dabei von der Überlegung aus, daß die Turbinenschaufel für eine
besonders günstige Herstellbarkeit in einkristalliner Bauweise ausgestaltet sein sollte.
Eine Turbinenschaufel in einkristalliner Bauweise ist nämlich bereits aufgrund der
Werkstoffeigenschaften vergleichsweise hoch belastbar. Eine einkristalline Bauweise
ist insbesondere durch die Verwendung von auch als Schieber bezeichneten Maskenelementen
für den Guss günstiger, insbesondere da alternativ verwendbare sogenannte verlorene
Einsätze zur Keimbildung polykristallinen Materials beitragen würden und somit für
einkristalline Schaufeln nicht verwendbar sind. Die Turbinenschaufel sollte somit
in ihrer Konturierung derart ausgelegt sein, daß auf vergleichsweise einfache Weise
eine Positionierung und nach dem Gießen eine Entfernung der zur Bildung von Plattformvertiefungen
verwendeten Maskenelemente oder Schieber ermöglicht ist. Auch bei Einhaltung dieser
Randbedingungen sollte die Turbinenschaufel jedoch für einen vergleichsweise geringen
Bedarf an Kühlmittel ausgelegt sein. Dies ist unter anderem erreichbar, indem die
zur Aufnahme der thermischen Belastungen ausgelegte Plattform vergleichsweise dünnwandig
und somit unter nur geringem Materialverbrauch ausgelegt ist. Dies ist auch unter
den genannten Vorgaben erreichbar, indem vor dem Gießen der Turbinenschaufel eine
Mehrzahl von Maskenelementen in der Gießform angeordnet wird, wobei ein Maskenelement
zur Reduzierung der Plattformdicke in den für diese vorgesehenen Raumbereich einbringbar
ist. Um den entsprechenden Vortrieb in diesen Raumbereich auch unter Umgehung von
oberhalb der Plattform anzuordnenden Formteilen und auch in einen Raumbereich besonders
nah im Schaufelzentrum hinein zu ermöglichen, ist die Turbinenschaufel für abgeschrägte
Seitenwände im Bereich des an der Plattform angeordneten Außenrings ausgelegt.
[0010] Für eine besonders hohe mechanische und thermische Belastbarkeit der Turbinenschaufel
ist vorteilhafterweise eine Funktionstrennung zwischen den für die Aufnahme der mechanischen
Belastung einerseits und für die Aufnahme der thermischen Belastung andererseits vorgesehenen
Komponenten vorgenommen. Dazu ist in vorteilhafter Ausgestaltung am Schaufelblatt
der Turbinenschaufel im Endbereich über der Plattform ein Hakensockel angeformt. Um
nämlich bei Turbinenschaufeln bei zuverlässiger mechanischer Aufhängung eine besonders
hohe Stabilität gegenüber thermischer Beanspruchung zu ermöglichen, sind vorteilhafterweise
im Bereich der Verhakung der Turbinenschaufel die Plattform und der Hakensockel voneinander
strukturell entkoppelt ausgebildet. Dabei dient die an das Schaufelblatt angeformte
Plattform ausschließlich zur Kompensation der thermischen Belastung durch das im Innenraum
der Gasturbine geführte heiße Arbeitsmedium, ohne daß damit eine mechanische Belastung
verbunden wäre. Für einen vergleichsweise geringen Kühlbedarf für diese Komponente
ist die Plattform vorzugsweise vergleichsweise dünnwandig ausgeführt, was insbesondere
dadurch ermöglicht ist, daß die Plattform keinerlei mechanischer Beanspruchung ausgesetzt
ist. Die mechanische Belastung erfolgt dabei über einen oberhalb der Plattform angeordneten
Hakensockel, der in ein entsprechendes Strukturteil an der Turbinenwand oder der Turbinenwelle
eingehängt ist. Der Hakensockel ist dabei zweckmäßigerweise für die Aufnahme der mechanischen
Belastung hinreichend dimensioniert ausgelegt, wobei eine Beaufschlagung des Hakensockels
durch thermische Belastung durch die Plattform vermieden ist. Der Kühlbedarf für den
Hakensockel ist somit vergleichsweise gering.
[0011] Der Außenrand der Plattform kann insbesondere einen im Hinblick auf die Schaufelachse
im wesentlichen geradlinig geführten, also im Querschnitt parallel zu dieser ausgerichteten
äußeren Seitenwand aufweisen. Bei einer derartigen Ausgestaltung ist der Außenrand
somit in seinen dem Plattformboden zugewandten Bereich vergleichsweise dick ausgeführt
und verjüngt sich im Querschnitt stetig bis hin zu seinem dem Plattformboden abgewandten
Ende. Um in diesem Fall eine zuverlässige Kühlung aller Raumbereiche des Außenrands
zu gewährleisten, sollten besondere Mittel für eine Beaufschlagung des vergleichsweise
dicken unteren Raumbereichs des Außenrands vorgesehen sein. Dazu ist der Außenrand
der Plattform vorteilhafterweise in seinem Bodenbereich mit einer Anzahl von Kühlbohrungen
versehen. Für eine besonders einfache Betriebsweise sind die Kühlbohrungen dabei in
weiterer vorteilhafter Ausgestaltung ausgangsseitig in einen gemeinsamen Kühlspalt
geführt.
[0012] Die Turbinenschaufel kann als Laufschaufel für eine Turbine vorgesehen sein. Vorzugsweise
ist die Turbinenschaufel aber als Leitschaufel für eine Gasturbine, insbesondere für
eine stationäre Gasturbine ausgebildet.
[0013] Die auf das Gießsystem zur Herstellung einer derartigen Turbinenschaufel gerichtete
Aufgabe wird gelöst mit einem in einer Gießform positionierbaren ersten Maskenelement,
das eine eine Grenzfläche des Plattformbodens vorgebende Ausnehmung aufweist, und
in dem ein im wesentlichen flächig ausgebildetes zweites Maskenelement in einer um
einen Winkel von mehr als 10° und von weniger als 80° vorzugsweise von weniger 60°
gegenüber der die Grenzfläche vorgebenden Ausnehmung verkippten Richtung verschiebbar
geführt ist.
[0014] Durch das Zusammenwirken dieser beiden Maskenelemente, von denen das erste Maskenelement
auch als Umfangsschieber und das zweite Maskenelement auch als Taschenschieber bezeichnet
werden kann, ist die Herstellung einer Plattformtasche mit angeschrägten Seitenwänden
auch ohne Verwendung eines "verlorenen Einsatzes" ermöglicht. Das Gießsystem eignet
sich somit insbesondere zur Herstellung einkristalliner Turbinenschaufeln, zumal gerade
durch den bewußten Verzicht auf die Verwendung von "verlorenen Einsätzen" eine Keimbildung
für polykristalline Bereiche besonders gering gehalten ist. Zur Herstellung eines
im wesentlichen planar ausgebildeten Plattformbodens weist das zweite Maskenelement
dabei vorteilhafterweise eine gegenüber seiner Grundfläche um einen angepaßten Winkel
von mehr als 10° und von weniger 80° verkippte Stirnfläche auf, die gemeinsam mit
der Ausnehmung des ersten Maskenelements eine Gießmaske für den Plattformboden bildet.
[0015] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß durch die
schräg geführte Seitenwand der Plattformtasche, die durch das im ersten Maskenelement
oder dem Umfangsschieber angeordnete, in Umfangsrichtung schräg sitzende zweite Maskenelement
oder den Separatschieber herstellbar ist, eine Hinterschneidung der Verrippung des
Profils zur Verhakung vermieden werden kann. Dadurch sind beide Maskenelemente nach
Vollendung des Gießvorgangs wieder entfernbar, so daß die Verwendung eines "verlorenen
Einsatzes" nicht erforderlich ist. Durch die im Außenrand der Plattform angeordneten
Kühlbohrungen ist zudem auch eine zuverlässige Kühlung aller Raumbereiche der Plattform
mit vergleichsweise geringem Kühlmittelbedarf ermöglicht, wobei insbesondere durch
die vergleichsweise breite Basis des Außenrands der Plattform die für den Kühlmittelverbrauch
erhebliche prallgekühlte Fläche vergleichsweise klein gehalten werden kann. Durch
die Verbreiterung des Außenrands im Bereich des Plattformbodens ist zudem der im Betrieb
der Turbinenschaufel vergleichsweise warme Anteil im Vergleich zum kälteren Anteil
besonders groß, so daß die durch behinderte Wärmeausdehnungen im Schaufelmaterial
induzierten Spannungen vergleichsweise gering gehalten sind.
[0016] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand einer Zeichnung näher erläutert.
Darin zeigt die Figur eine Turbinenschaufel im Längsschnitt zusammen mit schematisch
angedeuteten Elementen eines Gießsystems.
[0017] Die Turbinenschaufel 1 gemäß der Figur weist ein profiliertes Schaufelblatt 2 auf,
das sich entlang einer Schaufelachse 4 erstreckt. Das Schaufelblatt 2 ist dabei zur
geeigneten Beeinflussung eines in einer zugeordneten Turbineneinheit strömenden Strömungsmediums
gewölbt und/oder gekrümmt.
[0018] Die Turbinenschaufel 1 im Ausführungsbeispiel ist als Leitschaufel für eine Gasturbine
ausgebildet; nach den nachfolgend beschriebenen Grundsätzen könnte aber auch eine
Laufschaufel ausgestaltet sein. Dazu ist endseitig am in der Darstellung nach der
Figur oberen Ende des Schaufelblatts 2 an dieses eine sich quer zur Schaufelachse
4 erstreckende Plattform 6 angeformt. Im Sinne der Darstellung nach der Figur oberhalb
der Plattform 6 oder darüberliegend angeordnet ist zudem ein Hakensockel 8 angeformt,
der in nicht näher dargestellter Weise an einem Turbinengehäuse befestigbar ist. Der
Hakensockel 8 ist mit einem benachbarten Strukturelement in Eingriff bringbar, so
daß auf besonders einfache Weise eine Befestigung der Turbinenschaufel 1 an einem
Trägerkörper ermöglicht ist. Die Turbinenschaufel 1 ist dabei für einen Einsatz in
der in Strömungsrichtung des Arbeitsmediums gesehen zweiten Leitschaufelreihe der
Gasturbine vorgesehen, so daß der Hakensockel 8 sowohl vorderseitig als auch rückseitig
für eine Aufhängung in einem Strukturelement ausgestaltet ist.
[0019] Die Turbinenschaufel 1 ist zum Einsatz in einem thermisch vergleichsweise hoch belasteten
Raumbereich der Gasturbine ausgebildet. Dazu ist einerseits eine konsequente funktionelle
Trennung der Aufnahme thermischer Belastungen und mechanischer Belastungen der Turbinenschaufel
1 durch unterschiedliche Strukturteile vorgesehen. Dies ist durch die separate Anordnung
der Plattform 6 und des Hakensockels 8 gewährleistet. Die Plattform 6 dient nämlich
zur ausschließlichen Aufnahme der vom die Gasturbine durchströmenden heißen Arbeitsmedium
ausgehenden thermischen Belastung, ohne daß die Plattform 6 dabei mechanischen Belastungen
ausgesetzt wäre.
[0020] Diese werden vielmehr von dem von der Plattform 6 strukturell entkoppelten Hakensockel
8 aufgenommen, der seinerseits jedoch durch die vorgeschaltete Plattform 6 einer nur
vergleichsweise geringen thermischen Belastung ausgesetzt ist. Um den Einsatz der
Turbinenschaufel 1 in einem thermisch hoch belasteten Raumbereich noch zusätzlich
zu erleichtern, ist. die Turbinenschaufel 1 auch kühlbar ausgebildet. Dazu ist das
Schaufelblatt 2 in der Art einer Innenprofilierung mit einem Hohlraum 10 ausgeführt,
über den ein Kühlmittel wie beispielsweise Kühlluft oder Kühllampf führbar ist.
[0021] Die Plattform 6 weist einen vergleichsweise dünnwandig ausgeführten Plattformboden
12 auf, der in seiner flächigen Ausgestaltung im wesentlichen als Strahlungsschild
für die vom die Turbinen durchströmenden Arbeitsmedium abgegebene Wärmeleistung wirkt.
Für eine mögliche Verbindung mit umgebenden Strukturelementen, beispielsweise durch
Verhakung, und/oder für eine Versteifung im Hinblick auf eine selbsttragende mechanische
Stabilität ist die Plattform 6 mit einem aufgedickten Rand oder einer Verrippung ausgeführt
und weist dazu einen im Vergleich zum Plattformboden 12 verdickten Außenrand 14 auf.
Durch den Außenrand 14 und den Plattformboden 12 entsteht somit in der Art einer Vertiefung
eine sogenannte Plattformtasche.
[0022] Für eine Vergleichsweise einfache Herstellbarkeit dieser Plattformtasche auch ohne
Verwendung "verlorener Einsätze" ist die Turbinenschaufel 1 derart ausgelegt, daß
auch unter Vermeidung einer Hinterschneidung mit dem in den jeweiligen Raumbereich
hineinragenden Hakensockel 8 und somit unter Umführung des jeweiligen Hakensockels
8 die reversible Einbringung eines Formteils in den Raumbereich der durch den Außenrand
14 gemeinsam mit dem Plattformboden 12 gebildeten Vertiefung ermöglicht ist. Um dies
zu gewährleisten, ist die der Schaufelachse 4 zugewandte Seitenwand 16 des Außenrandes
14 bezogen auf die Schaufelachse 4 gesehen abgeschrägt geführt. Der diese Abschrägung
charakterisierende Winkel α ist zu mehr als 10° und zu weniger als 80°, nämlich im
Ausführungsbeispiel zu etwa 45°, gewählt.
[0023] Der Außenrand 14 weist somit in seinem dem Plattformboden 12 zugewandten Bodenbereich
einen vergleichsweise breiten Querschnitt auf, der sich in Richtung zu seinem vom
Plattformboden 12 abgewandten Ende 18 hin zunehmend verjüngt. Gerade in diesem oberen
Endbereich ist der Außenrand 14 somit aufgrund des vergleichsweise geringfügigen Materialaufkommens
mit vergleichsweise einfachen Mitteln und insbesondere unter Verwendung einer lediglich
begrenzten Menge an Kühlmittel zuverlässig kühlbar. Um eine derartig zuverlässige
Kühlung bei nur begrenzten Einsatz von Kühlmittel auch in seinem vergleichsweise breit
ausgeführten, dem Plattformboden 12 zugewandten unteren Bereich zu ermöglichen, ist
der Außenrand 14 in diesem Bereich mit einer Anzahl von mit einem Kühlmittel beaufschlagbaren
Kühlbohrungen 20 versehen. Diese münden in ihrem Auslaßbereich in einen gemeinsamen
Kühlspalt 22.
[0024] Die Turbinenschaufel 1 ist für eine hohe thermische Belastbarkeit bei hoher mechanischer
Festigkeit ausgelegt. Dazu ist die Turbinenschaufel 1 in einkristalliner Bauweise
ausgeführt. Unter Einhaltung der dafür vorgesehenen Randbedingungen wird die Turbinenschaufel
1 dazu unter Verwendung eines in der Figur lediglich auszugsweise dargestellten Gießsystem
30 durch Gießen hergestellt. Das Gießsystem 30, das im wesentlichen bei der Erstellung
eines Wachsmodells für die Turbinenschaufel 1 zum Einsatz kommt, umfaßt als Grundelement
eine nicht näher dargestellte Gießform. In dieser Gießform sind eine Anzahl von Maskenelementen
positionierbar, die in ihrer Gesamtheit einen der Kontur der herzustellenden Turbinenschaufel
1 entsprechenden Hohlraum freilassen, der in einem anschließenden Arbeitsschritt mit
gießfähigem Wachs befüllbar ist. Neben anderen, für die Konturgebung der Turbinenschaufel
1 erforderlichen Elementen umfaßt das Gießsystem 30 insbesondere ein erstes Maskenelement
32, das in der Art eines Umfangsschiebers einsetzbar ist. Das erste Maskenelement
32 umfaßt dazu neben anderen strukturbestimmenden Formelementen eine die Grenzfläche
des Plattformbodens 12 vorgebende Ausnehmung 34.
[0025] Das erste Maskenelement 32 ist zur endgültigen Formgebung für die Plattform 6 durch
ein zweites Maskenelement 36 ergänzt, das im wesentlichen flächig ausgebildet und
im ersten Maskenelement 32 verschiebbar geführt ist. In der in der Figur gezeigten
Gießposition ragt das zweite Maskenelement 36 derart in die Ausnehmung 34 des ersten
Maskenelements 32 hinein, daß lediglich ein an die endgültige Formgebung der Plattform
6 angepaßter Raumbereich freigelassen ist. Dieser gibt somit sowohl den Plattformboden
12 als auch den Außenrand 14 der Plattform 6 vor.
[0026] Um nach dem Gießen eines Wachsmodells für die Turbinenschaufel 1 eine einfache Entfernung
der Maskenelemente 32, 36 durch einfaches Verschieben und ohne "verlorene Einsätze"
zu ermöglichen, ist das zweite Maskenelement 36 in einer um einen Winkel β von etwa
45° gegenüber der die Grenzfläche des Plattformbodens 12 vorgebenden Ausnehmung.34
verkippten, durch den Doppelpfeil 38 angedeuteten Richtung verschiebbar angeordnet.
Auf diese Weise ist eine Entfernung des zweiten Maskenelements 36 vom Wachsmodell
der Turbinenschaufel 1 nach dessen Gießen durch einfaches Verschieben in Richtung
des Doppelpfeils 38 ermöglicht, ohne daß dies durch den Hakensockel 8 beeinträchtigt
wäre. Der Hakensockel 8 ist dafür in seiner lateralen Ausdehnung derart dimensioniert,
daß er den durch die Linie 40 angedeuteten Raumbereich für das zweite Maskenelement
36 nicht beeinträchtigt.
[0027] Um die Formgebung für die Plattform 6 insgesamt geeignet zu ermöglichen, weist das
zweite Maskenelement 36 zudem eine gegenüber seiner Grundfläche 42 um einen Winkel
γ von im Ausführungsbeispiel etwa 45° verkippte Stirnfläche 44 auf, die gemeinsam
mit der Ausnehmung 34 des ersten Maskenelements eine Gießmaske für den Plattformboden
12 bildet.
[0028] Nach erfolgtem Gießen des Wachsmodells der Turbinenschaufel 1 kann durch die derartige
Ausgestaltung und das Zusammenwirken des ersten Maskenelements 32 mit dem zweiten
Maskenelement 36 das zweite Maskenelement 36 zunächst durch einfaches Verschieben
aus dem entstandenen Formkörper entfernt werden, ohne daß dies durch eine Hinterschneidung
beispielsweise mit dem Hakensockel 8 behindert würde. Anschließend kann das erste
Maskenelement 32 durch Verschieben in der durch den Doppelpfeil 46 angedeuteten Umfangsrichtung,
also im wesentlichen parallel zur Ausrichtung des Plattformbodens 12, entfernt werden.
Somit ist ein zuverlässiges Gießen des Wachsmodells der Turbinenschaufel 1 ausschließlich
unter Verwendung von Schiebern und ohne Verwendung "verlorener Einsätze" ermöglicht,
so daß in besonders günstiger Weise die Herstellung auch einkristalliner Turbinenschaufeln
1 ermöglicht ist. Bei einer derartigen Herstellung kann im Bereich der Schaufelachse
4 ein die Plattformtasche begrenzender nasenartiger Vorsprung 50 der Plattform 6 zurückbleiben.
Dieser Vorsprung 50 kann in besonders günstiger Weise als Auflage oder Fixierungsmittel
für ein Prallkühlblech Verwendung finden.
1. Turbinenschaufel (1) mit einem profilierten, entlang einer Schaufelachse (4) erstreckten
Schaufelblatt (2), an das in einem Endbereich eine sich quer zur Schaufelachse (4)
erstreckende Plattform (6) angeformt ist, wobei die Plattform (6) einen im Vergleich
zum Plattformboden (12) verdickten Außenrand (14) aufweist, dessen der Schaufelachse
(4) zugewandte Seitenwand (16) bezogen auf diese abgeschrägt geführt ist.
2. Turbinenschaufel (1) nach Anspruch 1, an deren Schaufelblatt (2) im Endbereich über
der Plattform (6) ein Hakensockel (8) angeformt ist.
3. Turbinenschaufel (1) nach Anspruch 1 oder 2, bei der der Außenrand (14) der Plattform
(6) in seinem Bodenbereich mit einer Anzahl von Kühlbohrungen (20) versehen ist.
4. Turbinenschaufel (1) nach Anspruch 3, bei der die Kühlbohrungen (20) ausgangsseitig
in einen gemeinsamen Kühlspalt (22) münden.
5. Turbinenschaufel (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, die als Leitschaufel für eine
Gasturbine, insbesondere für eine stationäre Gasturbine, ausgebildet ist.
6. Gießsystem (30) zur Herstellung einer Turbinenschaufel (1) nach einem der Ansprüche
1 bis 5 mit einem in einer Gießform positionierbaren ersten Maskenelement (32), das
eine eine Grenzfläche des Plattformbodens (12) vorgebende Ausnehmung (34) aufweist,
und in dem ein im wesentlichen flächig ausgebildetes zweites Maskenelement (36) in
einer um einen Winkel (β) von mehr als 10° und von weniger als 80° gegenüber der die
Grenzfläche vorgebenden Ausnehmung (34) verkippten Richtung verschiebbar geführt ist.
7. Gießsystem (30) nach Anspruch 6, dessen zweites Maskenelement (36) eine gegenüber
seiner Grundfläche (42) um einen Winkel (γ) von mehr als 10° und von weniger als 80°
verkippte Stirnfläche (44) aufweist, die gemeinsam mit der Ausnehmung (34) des ersten
Maskenelements (32) eine Gießmaske für den Plattformboden (12) bildet.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 86(2) EPÜ.
1. Turbinenschaufel (1) mit einem profilierten, entlang einer Schaufelachse (4) erstreckten
Schaufelblatt (2), an das in einem Endbereich eine sich quer zur Schaufelachse (4)
erstreckende Plattform (6) angeformt ist, wobei die Plattform (6) einen im Vergleich
zum Plattformboden (12) verdickten Außenrand (14) aufweist, dessen der Schaufelachse
(4) zugewandte Seitenwand (16) bezogen auf diese abgeschrägt geführt ist und an deren
Schaufelblatt (2) im Endbereich über der Plattform (6) ein Hakensockel (8) angeformt
ist.
2. Turbinenschaufel (1) nach Anspruch 1 oder 2, bei der der Außenrand (14) der Plattform
(6) in seinem Bodenbereich mit einer Anzahl von Kühlbohrungen (20) versehen ist.
3. Turbinenschaufel (1) nach Anspruch 3, bei der die Kühlbohrungen (20) ausgangsseitig
in einen gemeinsamen Kühlspalt (22) münden.
4. Turbinenschaufel (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, die als Leitschaufel für eine
Gasturbine, insbesondere für eine stationäre Gasturbine, ausgebildet ist.
5. Gießsystem (30) zur Herstellung einer Turbinenschaufel (1) nach einem der Ansprüche
1 bis 5 mit einem in einer Gießform positionierbaren ersten Maskenelement (32), das
eine eine Grenzfläche des Plattformbodens (12) vorgebende Ausnehmung (34) aufweist,
und in dem ein im wesentlichen flächig ausgebildetes zweites Maskenelement (36) in
einer um einen Winkel (β) von mehr als 10° und von weniger als 80° gegenüber der die
Grenzfläche vorgebenden Ausnehmung (34) verkippten Richtung verschiebbar geführt ist.
6. Gießsystem (30) nach Anspruch 6, dessen zweites Maskenelement (36) eine gegenüber
seiner Grundfläche (42) um einen Winkel (γ) von mehr als 10° und von weniger als 80°
verkippte Stirnfläche (44) aufweist, die gemeinsam mit der Ausnehmung (34) des ersten
Maskenelements (32) eine Gießmaske für den Plattformboden (12) bildet.