[0001] Die Erfindung betrifft einen Wärmeübertrager, insbesondere für ein Kraftfahrzeug,
zur Wärmeübertragung zwischen einer Flüssigkeit und einem Gas, mit den Merkmalen des
Oberbegriffs des Anspruchs 1.
[0002] Ein derartiger Wärmeübertrager ist beispielsweise aus der DE-OS 14 51 216 bekannt
und weist mehrere Rohre auf, die parallel zueinander und beabstandet voneinander angeordnet
sind. Die Rohre sind innen in Rohrlängsrichtung von der Flüssigkeit durchströmbar
und außen quer zur Rohrlängsrichtung vom Gas umströmbar. Zwischen den Rohren sind
im Gasströmungsweg jeweils mehrere Rippen angeordnet, die wärmeübertragend mit den
Rohren verbunden sind. Diese Rippen erstrecken sich mit ihrer Längsrichtung quer zur
Rohrlängsrichtung und dienen gleichzeitig als Abstandshalter für die Rohre. Zweckmäßig
sind sämtliche zwischen zwei benachbarten Rohren angeordnete Rippen zu einem Rippenband
zusammengefaßt.
[0003] Jede Rippe weist mehrere Kiemen auf, die in Rippenlängsrichtung hintereinander und
parallel zueinander angeordnet sind. Diese Kiemen erstrecken sich mit ihrer Längsrichtung
etwa quer zur Rohrlängsrichtung und quer zur Rippenlängsrichtung. Des weiteren sind
die Kiemen quer zur Kiemenlängsrichtung gegenüber der Rippenlängsrichtung geneigt
und können dadurch bei einer Gasbeaufschlagung des Wärmeübertragers die Gasströmung
von der einen Rippenseite zur anderen Rippenseite führen. Diese Kiemen bewirken zunächst
einen ständigen Neuaufbau thermischer Grenzschichten, die aufgrund der kurzen Anlauflängen
im Mittel relativ dünn sind und dadurch eine relativ gute Wärmeübertragung zwischen
dem Gas und den Kiemen ermöglichen. Durch die Neigung oder Schrägstellung der Kiemen
wird bewirkt, daß dem einströmenden Gas eine Quergeschwindigkeitskomponente in Richtung
der Rohrlängsrichtung aufgeprägt wird. Es kommt dadurch zu einer Ablenkung des Gases
in Richtung der Rohrlängsrichtung. Hierdurch wird erreicht, daß die Kiemen nicht im
Totwassergebiet voneinander liegen, sondern weitgehend ungestört vom Gas angeströmt
werden können. Um dennoch eine weitgehend senkrechte Durchströmungsrichtung durch
den gesamten Wärmeübertrager zu erzielen, wird die Neigung der Kiemen, also die Richtung
der Kiemenausstellung etwa in der Hälfte der Rippenlänge umgekehrt. Das heißt, die
Kiemen jeder Rippe sind in einem ersten Rippenlängsabschnitt gleichsinnig zueinander
geneigt, während die Kiemen in einem zweiten Rippenlängsabschnitt gleichsinnig zueinander
und gegensinnig zu den Kiemen des ersten Rippenlängsabschnitts geneigt sind. Des weiteren
sind bei allen in Rohrlängsrichtung nebeneinander angeordneten Rippen die in Rohrlängsrichtung
nebeneinander angeordneten Kiemen gleichsinnig geneigt. Durch diese Bauweise ergibt
sich für das Gas bei der Durchströmung des Wärmeübertragers eine doppelte Umlenkung
quer zur Rohrlängsrichtung.
[0004] An ihren Längsenden sind die Rohre jeweils mit einem Behälter zum Sammeln und/oder
Verteilen und/oder Umlenken der Flüssigkeit verbunden. In der Nähe dieser Behälter
ist die Umlenkung der Gasströmung durch die Kiemen-Neigung behindert. Hierdurch baut
sich ein Druckgefälle zwischen den Behältern auf, der den Durchströmungswiderstand
des Wärmeübertragers erhöht. Des weiteren nimmt die Wärmeübertragungsleistung der
Rippen ausgehend von einem an dem jeweiligen Rohr angelöteten Fuß bis zur Rippenmitte
hin ab, wodurch sich auf der Gasseite ein entsprechender Temperaturgradient ausbildet.
Da bei der Durchströmung des Wärmeübertragers in der Regel keine Geschwindigkeitskomponente
in Kiemenlängsrichtung auftritt, nimmt der mittlere Bereich der Gasströmung an der
Wärmeübertragung in nur geringem Maße teil. Um den Rippenwirkungsgrad zu verbessern,
ist es möglich, die Abstände zwischen benachbarten Rohren und somit die Kiemenlänge
zu reduzieren oder die Rippendicke zu erhöhen. Diese Maßnahmen erhöhen jedoch das
Gewicht und die Kosten sowie den gasseitigen Durchströmungswiderstand des Wärmeübertragers.
[0005] Die vorliegende Erfindung beschäftigt sich mit dem Problem, für einen Wärmeübertrager
der eingangs genannten Art eine verbesserte Ausführungsform anzugeben, die insbesondere
eine relativ hohe Wärmeübertragungsleistung bei einem relativ kleinen Druckverlust
erreicht.
[0006] Gelöst wird dieses Problem durch den Gegenstand des unabhängigen Anspruchs. Vorteilhafte
Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0007] Die Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, die Kiemen so auszubilden, daß
sich die Neigung der Kiemenquerrichtung gegenüber der Rippenlängsrichtung entlang
der Kiemenlängsrichtung bei benachbarten Kiemenlängsabschnitten umkehrt. Die Kiemen
zeigen dadurch bezüglich ihrer Längsrichtung eine propellerartige Verwindung. Das
bedeutet, daß jede Kieme in dem einen Kiemenlängsabschnitt die Gasströmung von der
ersten Rippenseite auf die zweite Rippenseite führt und im anderen Kiemenlängsabschnitt
von der zweiten Rippenseite zur ersten Rippenseite leitet. Bei einer entsprechenden
Anordnung und Verteilung dieser Kiemenlängsabschnitte können die Querströmungskomponenten
der Gasströmung vergrößert werden, wodurch sich die Wärmeübertragung zwischen Gas
und Kieme bzw. Rippe erhöht.
[0008] Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausführungsform können alle Kiemen einer Rippe
so angeordnet sein, daß die in Rippenlängsrichtung aufeinander folgenden Kiemenlängsabschnitte
gleichsinnig geneigt sind. Durch diese Maßnahme wirken die in Rippenlängsrichtung
aufeinander folgenden Kiemen zur Umlenkung der Gasströmung in der gleichen Richtung
zusammen, wodurch sich der Durchströmungswiderstand des Wärmeübertragers reduziert.
[0009] Bei einer besonderen Ausführungsform kann eine bestimmte Anzahl von in Rohrlängsrichtung
nebeneinander angeordneten Rippen jeweils eine Rippengruppe bilden, wobei bei den
Rippen einer Rippengruppe alle Kiemen so angeordnet sind, daß die in Rohrlängsrichtung
aufeinander folgenden Kiemenlängsabschnitte gleichsinnig geneigt sind, wobei bei den
Rippen benachbarter Rippengruppen die Kiemenlängsabschnitte der einen Rippengruppe
gegensinnig zu den Kiemenlängsabschnitten der anderen Rippengruppe geneigt sind. Durch
diese Anordnung wiederholt sich die Kiemenausrichtung über mehrere Rippen hinweg und
wechselt dann die Neigungsrichtung bzw. Verwindungsrichtung. Nach der gleichen Zahl
von Rippen wird dann die Verwindungsrichtung bzw. die Neigungsrichtung der einzelnen
Kiemenlängsabschnitte erneut umgekehrt. Die hierdurch ausgebildeten Rippengruppen
besitzen somit alternierende Neigungsrichtungen oder Verwindungsrichtungen bei ihren
Kiemen, die ein druckverlustarmes System gegenläufiger Wirbel erzeugen. Dieses Wirbelsystem
führt einerseits zu einem Gasaustausch in Rohrlängsrichtung sowie andererseits in
Kiemenlängsrichtung. Hierdurch ergibt sich eine verbesserte Verwirbelung der Gasströmung
auch im mittleren Bereich der Rippen. Insgesamt kann dadurch die Wärmeübertragung
zwischen Gasströmung und Rippen gesteigert werden.
[0010] Für eine vorteilhafte Weiterbildung kann die Rippenanzahl in den Rippengruppen so
gewählt sein, daß sich die Rippengruppen in Rohrlängsrichtung etwa so weit erstrecken
wie benachbarte Rohre quer zur Rohrlängsrichtung voneinander beabstandet sind. Durch
diese Bauweise können bei der Durchströmung des Wärmeübertragers im wesentlichen zylindrische
Wirbel generiert werden, die bei relativ geringen Druckverlusten eine besonders günstige
Wärmeübertragung gewährleisten.
[0011] Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen,
aus den Zeichnungen und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung anhand der Zeichnungen.
[0012] Es versteht sich, daß die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0013] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt
und wird in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert, wobei sich gleiche Bezugszeichen
auf gleiche oder funktional gleiche oder ähnliche Bauteile beziehen.
[0014] Es zeigen, jeweils schematisch,
- Fig. 1
- eine Ansicht in Rippenlängsrichtung auf einen Wärmeübertrager nach der Erfindung,
- Fig. 2
- eine vergrößerte Darstellung eines Ausschnitts II aus Fig. 1,
- Fig. 3
- eine Schnittansicht der Darstellung aus Fig. 2 entsprechend den Schnittlinien III
in Fig. 2,
- Fig. 4
- eine Ansicht wie in Fig. 2, jedoch einer anderen Ausführungsform,
- Fig. 5
- eine Ansicht wie in Fig. 3, jedoch entsprechend der Ausführungsform gemäß Fig. 4.
[0015] Entsprechend Fig. 1 weist ein Wärmeübertrager 1 mehrere Rohre 2 auf, die parallel
zueinander verlaufen und voneinander beabstandet angeordnet sind. Die Rohre 2 liegen
dabei in einer Ebene, die in Fig. 1 der Zeichnungsebene entspricht. Die Rohre 2 sind
an ihren in Fig. 1 unten dargestellten Längsenden jeweils mit einem unteren Behälter
3 und an ihren in Fig. 1 oben dargestellten oberen Längsende mit einem oberen Behälter
4 verbunden. Die Rohre 2 sind in ihrem Inneren in ihrer durch einen Doppelpfeil symbolisierten
Rohrlängsrichtung 5 von einer Flüssigkeit durchströmbar. Die Behälter 3 und 4 dienen
zum Sammeln und/oder Verteilen und/oder Umlenken der Flüssigkeitsströmung.
[0016] Entsprechend einer bevorzugten Anwendung handelt es sich beim Wärmeübertrager 1 um
den Wärmeübertrager 1 eines Kraftfahrzeugs. Beispielsweise handelt es sich um den
sogenannten "Kühler" des Motorkühlkreises oder um einen Heizkörper oder um einen Kondensator
oder um einen Verdampfer einer Klimaanlage. Bei der hier gezeigten bevorzugten Ausführungsform
handelt es sich beim Wärmeübertrager 1 um einen sogenannten "Flachrohr-Wärmeübertrager",
bei dem die Rohre 2 als Flachrohre ausgebildet sind; das bedeutet, daß die Rohre 2
quer zu ihrer Längsrichtung 5 in der Rippenlängsrichtung 8 deutlich größer sind als
in der Rippenquerrichtung 9. Die Flachrohre können auch durch gegeneinander gelötete
Scheiben aufgebaut sein, wobei es auf die innere Struktur der Scheiben oder Rohre
2 hier nicht ankommt.
[0017] Da die Rohre 2 voneinander beabstandet sind, sind sie außen quer zur Rohrlängsrichtung
5 und im wesentlichen senkrecht zur Wärmeübertragerebene, also senkrecht zur Zeichnungsebene,
von einem Gas, z.B. Luft, umströmbar.
[0018] Zwischen benachbarten Rohren 2 sind im Gasströmungsweg jeweils Rippenbänder 6 angeordnet,
die zick-zack-förmig gewellt oder gefaltet sind, wobei die einzelnen Falten oder Wellen
Rippen 7 ausbilden, die jeweils mit den Rohren 2 wärmeübertragend verbunden sind.
Insbesondere sind die Rippen 7 bzw. die Rippenbänder 6 mit den Rohren 2 verlötet.
[0019] Die Rippen 7 erstrecken sich mit ihrer in Fig. 3 durch einen Doppelpfeil symbolisierten
Längsrichtung 8 quer zur Rohrlängsrichtung 5. Die Rippenlängsrichtung 8 verläuft somit
im wesentlichen parallel zur Anströmung des den Wärmeübertrager 1 beaufschlagenden
Gases. Die Rippen 7 bzw. die Rippenbänder 6 können gleichzeitig als Abstandshalter
für die Rohre 2 dienen.
[0020] In den Fig. 2 und 4 ist das Detail II aus Fig. 1 vergrößert dargestellt, wobei die
Ansichten in den Fig. 2 und 4 um 90° gegenüber der Darstellung gemäß Fig. 1 gedreht
sind. In den Fig. 2 und 4 ist der Aufbau eines speziellen Rippenbandes 6 näher dargestellt.
Bei diesen Ausführungsformen sind die Faltung bzw. Wellung des Rippenbandes 6 so ausgeführt,
daß Rippen 7, die in der Rohrlängsrichtung 5 benachbart zueinander angeordnet sind,
so positioniert sind, daß sie bezüglich einer quer zur Rippenlängsrichtung 8 verlaufenden,
in Fig. 2 durch einen Doppelpfeil symbolisierten Rippenquerrichtung 9 parallel zueinander
verlaufen. Bei einer anderen Ausführungsform, sind die Rippenbänder 6 wie in Fig.
1 zick-zack-förmig gewellt oder gefaltet, so daß die Rippen 7 gegenüber der Rippenquerrichtung
9 geneigt sind und nur im wesentlichen parallel zueinander verlaufen:
[0021] Entsprechend den Fig. 2 bis 5 weisen die Rippen 7 jeweils mehrere Kiemen 10 auf,
die in Rippenlängsrichtung 8 hintereinander angeordnet sind. Eine Längsrichtung 11
der Kiemen 10 verläuft quer zur Rippenlängsrichtung 8 und fällt somit mit der Rippenquerrichtung
9 zusammen. Bei jeder Rippe 7 sind die Kiemen 10 bezüglich ihrer Kiemenlängsrichtung
11 parallel zueinander angeordnet. Durch die parallele oder im wesentlichen parallele
Ausrichtung der Rippen 7 sind die Kiemen 10 außerdem bei benachbarten Rippen 7 entsprechend
Fig. 2 ebenfalls bezüglich ihrer Kiemenlängsrichtung 11 parallel oder im wesentlichen
parallel zueinander angeordnet.
[0022] Erfindungsgemäß besitzt jede Kieme 10 mehrere Kiemenlängsabschnitte 12 und 13. In
den Fig. 2 bis 5 sind exemplarisch zwei verschiedene Ausführungsformen dargestellt,
die sich hinsichtlich der Anzahl der Kiemenlängsabschnitte 12, 13 je Kieme 10 voneinander
unterscheiden. Bei der Ausführungsform der Fig. 2 und 3 besitzt jede Kieme 10 zwei
Kiemenlängsabschnitte 12, 13, während bei der Ausführungsform gemäß den Fig. 4 und
5 jede Kieme 10 jeweils drei Kiemenlängsabschnitte 12, 13 aufweist. Die einen Kiemenlängsabschnitte
12 sind in Fig. 2 oben dargestellt und in Fig. 3 mit durchgezogenen Linien gezeichnet.
Im Unterschied dazu sind die anderen Kiemenlängsabschnitte 13 in Fig. 2 unten dargestellt
und in Fig. 3 mit unterbrochenen Linien gezeichnet. Gemäß Fig. 2 sind die beiden Kiemenlängsabschnitte
12 und 13 im wesentlichen gleich groß ausgebildet, wodurch sich insgesamt eine symmetrische
Umlenkungswirkung erzielen läßt.
[0023] Im Unterschied dazu sind bei der anderen Ausführungsform die einen Kiemenlängsabschnitte
13 gemäß Fig. 4 etwa in der Mitte der Kiemen 10 angeordnet, während die beiden anderen
Kiemenlängsabschnitte 12 außen an den mittleren Kiemenlängsabschnitt 13 angrenzen.
Dementsprechend sind in Fig. 5 die äußeren Kiemenlängsabschnitte 12 mit durchgezogenen
Linien gezeichnet, während die mittleren Kiemenlängsabschnitte 13 mit unterbrochenen
Linien eingetragen sind. Entsprechend Fig. 4 sind die beiden äußeren Kiemenlängsabschnitte
12 etwa gleich groß ausgebildet. Des weiteren sind die beiden äußeren Kiemenlängsabschnitte
12 zusammen etwa gleich groß wie der mittlere Kiemenlängsabschnitt 13.
[0024] Die Kiemenlängsabschnitte 12 und 13 der Kiemen 10 sind bezüglich der Kiemenlängsrichtung
11 in entgegengesetzten Richtungen gegeneinander verwunden, wodurch sich eine propellerartige
Verwindung ergibt. Durch diese Bauweise sind bei jeder Kieme 10 die einen Kiemenlängsabschnitte
12 in einer in Fig. 3 durch entsprechende Doppelpfeile symbolisierten, quer zur Kiemenlängsrichtung
11 verlaufenden Kiemenquerrichtung 14 gegenüber der Rippenlängsrichtung 8 geneigt.
Gleichzeitig verlaufen auch die anderen Kiemenlängsabschnitte 13 mit ihrer Kiemenquerrichtung
14, die in Fig. 3 durch gepunktete Doppelpfeile dargestellt ist, ebenfalls geneigt
zur Rippenlängsrichtung 8, allerdings ist die Neigung der anderen Kiemenlängsabschnitte
13 entgegengesetzt zur Neigung der einen Kiemenlängsabschnitte 12 orientiert.
[0025] Des weiteren sind bei jeder Rippe 7 jeweils alle Kiemen 10 so angeordnet, daß die
in Rippenlängsrichtung 8 aufeinander folgenden Kiemenlängsabschnitte 12 bzw. 13 gleichsinnig
geneigt sind. Bezugnehmend auf die Fig. 3 und 5 bedeutet dies, daß bei jeder Rippe
7 die oberen (vgl. Fig. 2) oder die äußeren (vgl. Fig. 4) Kiemenlängsabschnitte 12
in der gleichen Weise gegenüber der Rippenlängsrichtung 8 geneigt verlaufen. Ebenso
verlaufen bei jeder Rippe 7 auch sämtliche untere (vgl. Fig. 2) oder sämtliche mittlere
(vgl. Fig. 4) Kiemenlängsabschnitte 13 in der gleichen Weise geneigt gegenüber der
Rippenlängsrichtung 8. Mit Bezug auf Fig. 2 bedeutet dies, daß die oben dargestellten
Kiemenabschnitte 12 innerhalb einer Rippe 7 in der einen Richtung geneigt sind, während
bei derselben Rippe 7 sämtliche unten dargestellten zweiten Kiemenlängsabschnitte
13 in die andere Richtung gegenüber der Rippenlängsrichtung 8 geneigt sind. Mit Bezug
auf Fig. 4 bedeutet dies, daß die außen angeordneten Kiemenlängsabschnitte 12 innerhalb
einer Rippe 7 in der einen Richtung geneigt sind, während bei derselben Rippe 7 sämtliche
in der Mitte angeordneten Kiemenlängsabschnitte 13 in die andere Richtung gegenüber
der Rippenlängsrichtung 8 geneigt sind.
[0026] Außerdem bilden bei den hier gezeigten Ausführungsformen jeweils eine bestimmte Anzahl
von Rippen 7, die in der Rohrlängsrichtung 5 nebeneinander angeordnet sind, jeweils
eine Rippengruppe 15 bzw. 15', die in den Fig. 3 und 5 durch geschweifte Klammern
gekennzeichnet sind. Beachtenswert ist hierbei, daß bei den Rippen 7 einer Rippengruppe
15 alle Kiemen 10 so angeordnet sind, daß alle oberen oder äußeren Kiemenlängsabschnitte
12 zueinander gleichsinnig angeordnet sind und daß alle unteren oder mittleren Kiemenlängsabschnitte
13 gleichsinnig zueinander orientiert sind. Das bedeutet, daß in Rohrlängsrichtung
5 die aufeinander folgenden Kiemenlängsabschnitte 12 bzw. 13 gleichsinnig geneigt
sind. Des weiteren ist beachtenswert, daß bei den Rippen 7 benachbarter Rippengruppen
15 und 15' die Kiemenlängsabschnitte 12,13 der einen Rippengruppe 15 gegensinnig zu
den Kiemenlängsabschnitten 12,13 der anderen Rippengruppe 15' geneigt sind.
[0027] Durch diese Anordnung der Kiemenlängsabschnitte 12,13 ergibt sich für die Gasströmung
bei der Durchströmung des Wärmeübertragers 1 innerhalb der Rippen 7 eine Wirbelbildung,
deren Schraubenform insbesondere aus den Fig. 2 und 4 hervorgeht und die in den Fig.
2 bis 5 mit 16 bezeichnet sind. Diese Wirbel 16 bewirken einerseits einen Gasaustausch
in der Rohrlängsrichtung 5 und andererseits in der Kiemenlängsrichtung 11. Durch diesen
Gasaustausch kann der Temperaturgradient zwischen rohrnahen Bereichen der Rippen 7
und rohrfernen mittleren Bereichen der Rippen 7 reduziert werden. Insgesamt verbessert
sich dadurch die Wärmeübertragung zwischen Gasströmung und Kiemen 10 bzw. Rippen 7
und somit zwischen Gasströmung und Rohren 5 bzw. der darin geführten Flüssigkeitsströmung.
[0028] Bei der Ausführungsform gemäß den Fig. 2 und 3 ist es besonders vorteilhaft, die
Rippenanzahl pro Rippengruppe 15 bzw. 15' so zu wählen, daß sich die Rohrgruppen 15
und 15' in der Rohrlängsrichtung 5 etwa so weit erstrecken wie benachbarte Rohre 2
quer zur Rohrlängsrichtung 5, also in Kiemenlängsrichtung 11, voneinander beabstandet
sind. Hierdurch können die erzeugten Wirbel 16 im wesentlichen eine zylindrische Form
annehmen. Dies ist zur Erzielung kleiner Durchströmungswiderstände von besonderem
Vorteil.
[0029] Bei der Ausführungsform gemäß den Fig. 4 und 5 ist es besonders zweckmäßig, die Rippenanzahl
pro Rippengruppe 15 bzw. 15' so zu wählen, daß sich die Rohrgruppen 15 und 15' in
der Rohrlängsrichtung 5 etwa halb so weit erstrecken wie benachbarte Rohre 2 quer
zur Rohrlängsrichtung 5, also in Kiemenlängsrichtung 11, voneinander beabstandet sind.
Hierdurch können gemäß Fig. 4 in jeder Rippengruppe 15, 15' zwei aneinander grenzende,
im wesentlichen zylindrische Wirbel 16 erzeugt werden, die eine besonders intensive
Durchmischung der Gasströmung gewährleisten.
[0030] Bei den hier gezeigten Ausführungsformen besitzt jede Rippengruppe 15,15' drei Rippen
7 mit gleichsinnigen Kiemen 10 bzw. ersten Kiemenlängsabschnitten 12 und zweiten Kiemenlängsabschnitten
13.
[0031] Die Kiemen 10 bilden in den Rippen 7 Durchbrüche, wobei die Kiemen 10 aufgrund ihrer
Anstellung bzw. Neigung bei einer Gasbeaufschlagung des Wärmeübertragers 1 die Gasströmung
von der einen Rippenseite zur anderen Rippenseite führen. Durch die gegensinnige Strömungsumlenkung
bei den ersten Kiemenlängsabschnitten 12 und den zweiten Kiemenlängsabschnitten 13
sowie aufgrund der gewählten Anordnung und Orientierung der Kiemenlängsabschnitte
12,13 bei benachbarten Rippen 7 können sich die gewünschten Wirbel 16 ausbilden.
[0032] Durch die vorgeschlagene Ausgestaltung der Kiemen 10 bzw. durch die gezielte Orientierung
der Kiemenlängsabschnitte 12 und 13 ergeben sich propellerartige Verwindungen, die
über mehrere Rippen 7 hinweg zusammenwirken und dort ein in sich geschlossenes Wirbelsystem
(Vortex-System) anregen. Dieses Vortex-System 16 führt zu einem intensiven Gasaustausch
zwischen rohrnahen und rohrfernen Luftschichten, wodurch alle Luftschichten entlang
des Gasströmungswegs in den rohrnahen Bereich mit hoher Temperaturdifferenz kommen,
so daß die Wärmeübertragung verbessert ist.
[0033] Bei der erfindungsgemäßen Bauweise können die Rippen 7 in der Kiemenlängsrichtung
11 relativ groß bauen, d.h. die Rohre 2 können relativ große Abstände voneinander
aufweisen. Hierdurch ergibt sich eine besonders kostengünstige Bauweise für den Wärmeübertrager
1. Die Ausbildung der Wirbel 16 hat nur einen vergleichsweise geringen Druckverlust
zur Folge. Des weiteren können auch die Randbereiche der Rohre 2, also die Übergangszonen
zwischen den Behältern 3,4 und den Rohrlängsenden besser zur Wärmeübertragung genutzt
werden.
[0034] Insgesamt ergibt sich somit ein Wärmeübertrager 1, der eine sehr effiziente Wärmeübertragung
zwischen Gas und Flüssigkeit ermöglicht und gleichzeitig einen relativ geringen Druckverlust
für die Gasströmung erzeugt.
[0035] Bei der Ausführungsform gemäß den Fig. 4 und 5 sind die Kiemen 10 bezüglich einer
Mittelebene, die sich in Rohrlängsrichtung 5 und in Rippenlängsrichtung 8 zwischen
den Rohren 2 erstreckt, spiegelsymmetrisch ausgebildet. Diese Symmetrie kann fertigungstechnische
Vorteile aufweisen, insbesondere hinsichtlich eines Verziehens beim Endloswalzen eines
Rippenbandes 6.
1. Wärmeübertrager, insbesondere für Kraftfahrzeuge, zur Wärmeübertragung zwischen einer
Flüssigkeit und einem Gas,
- mit mehreren Rohren (2),
-- die parallel zueinander und beabstandet voneinander angeordnet sind,
-- die innen in Rohrlängsrichtung (5) von der Flüssigkeit durchströmbar sind,
-- die außen quer zur Rohrlängsrichtung (5) vom Gas umströmbar sind,
- wobei zwischen den Rohren (2) im Gasströmungsweg jeweils mehrere Rippen (7) angeordnet
sind,
-- die wärmeübertragend mit den Rohren (2) verbunden sind,
-- die sich mit ihrer Längsrichtung (8) quer zur Rohrlängsrichtung (5) erstrecken,
- wobei jede Rippe (7) mehrere Kiemen (10) aufweist,
-- die in Rippenlängsrichtung (8) hintereinander und parallel zueinander angeordnet
sind,
-- die sich mit ihrer Längsrichtung im wesentlichen quer zur Rohrlängsrichtung (5)
und quer zur Rippenlängsrichtung (8) erstrecken,
-- die quer zur Kiemenlängsrichtung (11) gegenüber der Rippenlängsrichtung (8) geneigt
sind,
-- die bei einer Gasbeaufschlagung des Wärmeübertragers (1) die Gasströmung von der
einen Rippenseite zur anderen Rippenseite führen,
dadurch gekennzeichnet,
- daß jede Kieme (10) wenigstens zwei Kiemenlängsabschnitte (12,13) aufweist,
- wobei zwei benachbarte Kiemenlängsabschnitte (12,13) quer zur Kiemenlängsrichtung
(11) in entgegengesetzten Richtungen gegenüber der Rippenlängsrichtung (8) geneigt
sind.
2. Wärmeübertrager nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß alle Kiemen (10) einer Rippe (7) so angeordnet sind, daß die in Rippenlängsrichtung
(8) aufeinander folgenden Kiemenlängsabschnitte (12,13) gleichsinnig geneigt sind.
3. Wärmeübertrager nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine bestimmte Anzahl von nebeneinander angeordneten Rippen (7) jeweils eine Rippengruppe
(15,15') bilden, wobei bei den Rippen (7) einer Rippengruppe (15,15') alle Kiemen
(10) so angeordnet sind, daß die in Rohrlängsrichtung (5) aufeinander folgenden Kiemenlängsabschnitte
(12,13) gleichsinnig geneigt sind, wobei bei den Rippen (7) benachbarter Rippengruppen
(15,15') die Kiemenlängsabschnitte (12,13) der einen Rippengruppe (15) gegensinnig
zu den Kiemenlängsabschnitten (12,13) der anderen Rippengruppe (15') geneigt sind.
4. Wärmeübertrager nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rippenanzahl in den Rippengruppen (15,15') so gewählt ist, daß sich die Rippengruppen
(15,15') in Rohrlängsrichtung (5) etwa so weit oder etwa halb so weit erstrecken wie
benachbarte Rohre (2) quer zur Rohrlängsrichtung (5) voneinander beabstandet sind.
5. Wärmeübertrager nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rippen (7) bezüglich ihrer quer zur Rippenlängsrichtung (8) verlaufenden Rippenquerrichtung
(9) parallel zueinander angeordnet sind.
6. Wärmeübertrager nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei einer Ausführungsform, bei der die Kiemen (10) jeweils nur zwei Kiemenlängsabschnitte
(12,13) besitzen, bei jeder Kieme (10) beide Kiemenlängsabschnitte (12,13) etwa gleich
groß sind.
7. Wärmeübertrager nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei einer Ausführungsform, bei der die Kiemen (10) jeweils mehr als zwei Kiemenlängsabschnitte
(12,13) besitzen, bei jeder Kieme (10) die Gesamtlänge aller Kiemenlängsabschnitte
(12) mit der einen Kiemenausstellrichtung etwa gleich der Gesamtlänge aller Kiemenlängsabschnitte
(13) mit der anderen Kiemenausstellrichtung ist.
8. Wärmeübertrager nach einem der Ansprüche 1 bis 5 und 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei einer Ausführungsform, bei der die Kiemen (10) jeweils drei Kiemenlängsabschnitte
(12,13) besitzen, bei jeder Kieme (10) der mittlere Kiemenlängsabschnitt (13) etwa
gleich groß ist wie die beiden etwa gleich großen äußeren Kiemenlängsabschnitte (12)
zusammen.
9. Wärmeübertrager nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß alle Rippen (7), die zwischen zwei benachbarten Rohren (2) angeordnet sind, zu einem
im wesentlichen zick-zack-förmig gewellten oder gefalteten Rippenband (6) zusammengefaßt
sind.
10. Wärmeübertrager nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Wärmeübertrager (1) als Flachrohr-Wärmeübertrager ausgebildet ist, bei dem die
Erstreckungsrichtung der Rohre (2) quer zur Rohrlängsrichtung (5) in Rippenlängsrichtung
(8) größer ist als quer dazu.