(19)
(11) EP 1 332 808 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
15.06.2005  Patentblatt  2005/24

(21) Anmeldenummer: 03000567.2

(22) Anmeldetag:  13.01.2003
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B21C 47/24, B65G 7/08

(54)

Wendevorrichtung

Turning device

Dispositif de retournement


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PT SE SI SK TR

(30) Priorität: 21.01.2002 DE 10202081

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
06.08.2003  Patentblatt  2003/32

(73) Patentinhaber: Pfeifer Holding GmbH & Co. KG
87700 Memmingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Natterer, Alois
    88299 Leutkirch (DE)

(74) Vertreter: HOFFMANN - EITLE 
Patent- und Rechtsanwälte Arabellastrasse 4
81925 München
81925 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 1 036 954
US-A- 3 016 158
US-A- 2 758 725
US-A- 4 322 198
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung

    Technisches Gebiet



    [0001] Die Erfindung betrifft eine Wendevorrichtung zum Wenden schwerer Lasten, insbesondere Blechcoils und Drahtseilhaspeln gemaß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 (siehe z.B. US-A-2758725 oder US-A-3016158).

    [0002] Im Verlauf des Materialflusses von schweren Lasten, insbesondere Blechcoils, ist es regelmäßig erforderlich, derartige Lasten von einer bestimmten Ausrichtung in eine andere Ausrichtung zu wenden. Beispielsweise werden Blechcoils, also zu Rollen aufgewickelte Metallbänder, üblicherweise in einem Produktionsprozess derart verwendet, dass ihre Achse weitgehend horizontal verläuft. In einer derartigen Ausrichtung wird das aufgerollte Blechband von dem Coil abgezogen. In ähnlicher Weise wird bei der Herstellung von Blechcoils das Metallband mit einer horizontalen Ausrichtung der Achse des Blechcoils aufgewickelt. Die Lagerung, der Transport und die Verarbeitung dieser Blechcoils wird sowohl mit vertikaler, als auch horizontaler Lastachse ausgeführt. Dementsprechend ist es regelmäßig erforderlich, derartige Blechcoils von der beschriebenen Ausrichtung mit horizontaler Achse in die Ausrichtung mit vertikaler Achse zu bringen, und umgekehrt. Auch für sonstige schwere Gegenstände, wie z.B. Motorblöcke, ist es im Laufe der Bearbeitung erforderlich, sie zu wenden.

    Stand der Technik



    [0003] Um den beschriebenen Wendevorgang zu bewerkstelligen, sind insbesondere für Blechcoils sogenannte Kipptische bekannt. Einen derartigen Kipptisch offenbart beispielsweise die Veröffentlichung "TECHNICAL DATA SHEET POSITIONERS" von BUSHMAN EQUIPMENT, INC.. Derartige Kipptische weisen eine Auflagefläche oder -platte auf, auf welche ein Blechcoil beispielsweise mit einer vertikalen Ausrichtung seiner Achse aufgelegt werden kann. Die Auflagefläche ist zumindest an einer Seite in geeigneter Weise begrenzt, und der Kipptisch kann um eine Achse, die üblicherweise in der Nähe derjenigen Stelle verläuft, an welcher sich die Auflagefläche des Tisches und die Begrenzung "treffen", gekippt werden. Nach dem Kippvorgang um etwa 90° liegt das gewendete Blechcoil mit einer horizontalen Ausrichtung der Achse auf der Begrenzung des Tisches auf. Hierbei muss das Coil vor dem Kippvorgang an derjenigen Seite des Tisches abgelegt werden, die nicht mit der Begrenzung versehen ist. Nach dem Kippvorgang kann das Coil auf der gegenüberliegenden Seite entnommen werden, da diejenige Seite, von der das Coil aufgelegt wurde, durch den nunmehr gekippten Tisch eingenommen wird. Hieraus ergibt sich, dass derartige Kipptische einen erheblichen Platzbedarf mit sich bringen, da die Verkehrsflächen so angelegt sein müssen, dass ein Blechcoil von der einen Seite be- und von der anderen entladen werden kann. Diese Situation kann lediglich in vergleichsweise aufwändiger Art und Weise verbessert werden. Hierzu können derartige Kipptische mit einer Drehvorrichtung versehen werden, durch welche der gesamte Kipptisch um eine vertikale Achse drehbar ist, so dass nach dem Kippen die Entnahme von derselben Seite erfolgen kann, von welcher das Beladen des Kipptisches erfolgte.

    [0004] Als energiesparende Modifikation derartiger Kipptische, die jedoch ebenfalls mit dem beschriebenen Problem behaftet ist, sind, beispielsweise ebenfalls aus der obengenannten Veröffentlichung, sogenannte Scheibenwender bekannt. Hierbei erfolgt das Wenden nicht wie bei dem beschriebenen Kipptisch um eine Achse, die sich zumindest geringfügig unterhalb des Tisches befindet. Die Achse, um welche das Wenden erfolgt, verläuft vielmehr oberhalb der Auflagefläche für die schwere Last. Diese Auflagefläche ist mit einer Kontur verbunden, die im Wesentlichen derjenigen von einem oder mehreren Scheibensegmenten entspricht, die aufrecht stehen, deren Achsen somit horizontal verlaufen. Durch eine geeignete Lagerung können diese Scheibensegmente derart um eine horizontale Achse gedreht werden, dass hierbei das Kippen der daran vorgesehenen Auflagefläche erfolgt. Es verbleibt jedoch das Problem, dass das Be- und Entladen von unterschiedlichen Seiten erfolgen muss, oder eine zusätzliche, aufwändige Drehvorrichtung erforderlich ist.

    [0005] Aus der DE 23 28 970 A1 ist eine Einrichtung zum Auswechseln von Metallbandrollen bekannt. Diese Einrichtung weist zumindest zwei sogenannte Wellen auf, auf die jeweils ein Blechcoil aufgesteckt werden kann. Die Wellen sind an einer Plattform befestigt, die um eine Achse drehbar ist, die um etwa 45° im Raum geneigt ist. In einer typischen Position ist eine Welle vertikal und die andere Welle horizontal ausgerichtet. Hierdurch kann beispielsweise von dem Blechcoil, das an der horizontal ausgerichteten Welle angeordnet ist, das Metallband abgezogen werden, während die vertikal ausgerichtete Welle mit einem neuen Blechcoil bestückt wird. Wenn das Metallband von dem einen Blechcoil vollständig abgezogen ist, wird die Plattform um etwa 180° gedreht, so dass die vormals vertikal ausgerichtete Welle in diejenige Position gelangt, in der sie horizontal ausgerichtet ist, und das Blechband abgezogen werden kann. Die beschriebene Vorrichtung ist jedoch nicht als Wendevorrichtung verwendbar. Darüber hinaus sind die zum Austauschen der Blechcoils erforderlichen Kräfte und Momente vergleichsweise hoch, da sich die Lasten in einer erheblichen Entfernung von der Drehachse befinden.

    [0006] Aus der DE 28 42 745 C2, der DE 20 41 179 C3, der DE 29 34 439 C2, der DE 37 10 449 A1, der DE 38 39 814 A1 sowie der US 4,913,370 sind ähnliche Vorrichtungen für das Austauschen von Drahtbunden bekannt.

    Darstellung der Erfindung



    [0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Wendevorrichtung zum Wenden schwerer Lasten zu schaffen, die mit vergleichsweise geringen Kräften und Momenten ein Wenden derart ermöglicht, dass die Situation im Hinblick auf die erforderlichen Verkehrsfläche mit geringem Aufwand verbessert wird.

    [0008] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die Wendevorrichtung nach dem Anspruch 1.

    [0009] Demzufolge weist die erfindungsgemäße Wendevorrichtung einen Tisch zum Auflegen der Last auf. Hierbei ist festzustellen, dass die erfindungsgemäße Wendevorrichtung einen einzigen Tisch aufweist. Auf diesen wird die Last, die lediglich gewendet und nicht gegen eine andere Last ausgetauscht werden muss, aufgelegt. Wie nachfolgend noch genauer erläutert wird, erfolgt die Wendebewegung derart, dass die Auflagefläche des Tisches von ihrer ursprünglichen, horizontalen Ausrichtung nach dem Wenden in eine vertikale Ausrichtung gelangt. Wenn dementsprechend ein Blechcoil mit einer vertikalen Ausrichtung seiner Achse auf den Tisch aufgelegt wurde, ist es nach dem Wenden derart ausgerichtet, dass seine Achse horizontal ist. In dieser Position ist zum Stützen des gewendeten Blechcoils nach untenhin eine Begrenzung erforderlich. An dem Tisch in seiner Ausgangsposition, d.h. mit einer horizontalen Ausrichtung seiner Auflagefläche, kann diese Begrenzung als seitliche und/oder rückwärtige Begrenzung bezeichnet werden. Diese kann seitlich um den Tisch herum vollständig geschlossen sein, ist jedoch bevorzugt zumindest teilweise derart offen, dass das Auflegen eines Blechcoils oder einer sonstigen, zu wendenden Last auf den Tisch möglichst einfach realisiert werden kann. Durch die nachfolgend noch genauer beschriebene Wendebewegung gelangt die seitliche Begrenzung von einer weitgehend vertikalen Ausrichtung in eine Ausrichtung, in der wenigstens Teile der Begrenzung horizontal orientiert sind, so dass sie das gewendete Coil abstützen können.

    [0010] Der Antrieb des Tisches zur Durchführung der Wendebewegung erfolgt durch eine mit dem Tisch verbundene Antriebswelle, die zum einen bezüglich des Tisches geneigt verläuft. Zum anderen verläuft die Antriebswelle in der Verwendungsposition der Wendevorrichtung im Raum geneigt. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform beträgt die Neigung der Antriebswelle etwa 45°. Dies bedeutet, dass die Wendevorrichtung um etwa 180° zu drehen ist, um eine zu wendende Last von einer Ausrichtung mit vertikaler Achse in eine Ausrichtung mit horizontaler Achse zu bringen, und umgekehrt. Hierbei sind die jeweiligen Ausrichtungen des Tisches und der daran angebrachten seitlichen Begrenzung derart, dass in vorteilhafter Weise das Be- und Entladen des Tisches von im Wesentlichen derselben Seite erfolgen kann. Beispielsweise können die seitlichen Begrenzungen an der Rückseite sowie einem der beiden Seitenränder des Tisches ausgeführt sein, dass ein Beladen von der Vorderseite her nicht behindert wird. Während der Wendebewegung wird die zu wendende Last stets zuverlässig durch die Auflagefläche des Tisches selbst, die seitliche Begrenzung sowie die rückseitige Begrenzung gehalten. Nach Vollendung der Drehung liegt die Last mit der geänderten Orientierung auf der vormals rückseitigen Begrenzung auf und kann nunmehr von derjenigen Seite entnommen werden, von der bereits das Beladen erfolgte. Hierdurch können in vorteilhafter Weise die Verkehrsflächen erheblich vermindert werden, da die erfindungsgemäße Wendevorrichtung nur von einer Seite zugänglich sein muss. Hierdurch kann die Wendevorrichtung beispielsweise in platzsparender Art und Weise an einer Wand angeordnet werden.

    [0011] Wenngleich vorangehend eine bevorzugte Ausführungsform beschrieben wurde, sei angemerkt, dass die Erfindung hierauf nicht beschränkt ist. Beispielsweise ist es ohne weiteres denkbar, dass die Antriebswelle um einen anderen Winkel als exakt 45° im Raum geneigt verläuft. Hierdurch ändert sich das Ausmaß der Drehbewegung sowie die Zugänglichkeit der zu wendenden Last vor und nach dem Wenden. Beispielsweise sind jedoch Ausführungsformen denkbar, bei denen die erfindungsgemäße Wendevorrichtung derart in einer Ecke eines Raumes angeordnet werden kann, dass das Beladen von der einen Seite und das Entladen von einer zweiten Seite erfolgt, die um einen Winkel von etwa 90° von der ersten Seite versetzt ist. Auch hierdurch lässt sich jedoch in vorteilhafter Weise mit einer vergleichsweise einfach aufgebauten Wendevorrichtung eine erhebliche Verminderung des Platzbedarfs erreichen.

    [0012] Die beschriebene Antriebswelle verläuft hierbei in vorteilhafter Weise derart, dass die Verlängerung ihrer Achse durch den Tisch tritt. Die Ausrichtung der Welle derart, dass ihre verlängerte Achse durch den Tisch tritt, führt zu dem bedeutsamen Vorteil, dass diese Achse zumindest in der Nähe des Schwerpunktes des Tisches einschließlich der darauf abgelegten Last verlaufen kann. Hierdurch sind vergleichsweise geringe Antriebsmomente erforderlich, da das Trägheitsmoment der aufgelegten Last um die Achse der Antriebswelle gering gehalten werden kann. Ferner ist die beschriebene Orientierung auch im Hinblick auf die Belastungen und Belastungswechsel auf die beteiligten Bauteile vorteilhaft.

    [0013] Für die Lagerung der Antriebswelle hat sich ein erfindungsgemäß Gleitlager als besonders günstig erwiesen. Dieses Lager ist zum einen unter Kostenaspekten vorteilhaft. Insbesondere ist dieser Kostenvorteil größer als ein gewisser Kostennachteil, der dadurch entstehen kann, dass seitens des Antriebs ein höheres Antriebsmoment erforderlich ist, um die in einem Gleitlager verglichen mit einem Wälzlager etwas erhöhte Reibung auszugleichen. Ein Gleitlager bietet darüber hinaus den Vorteil, dass es die Bremsung unterstützt, die in bestimmten Phasen des Wendevorgangs erforderlich ist. Mit anderen Worten kann die Belastung der Bremseinrichtungen dadurch vermindert werden, dass die Reibung des Gleitlagers eine gewisse Bremswirkung entfaltet.

    [0014] Bevorzugte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Wendevorrichtung sind in den weiteren Ansprüchen beschrieben.

    [0015] Wie vorangehend bereits erwähnt, wird bevorzugt, dass die Antriebswelle um etwa 45°, insbesondere 47° bezüglich der Horizontalen geneigt ist. Hierdurch ist der Tisch nach einer Drehung um etwa 180° im Wesentlichen von derselben Seite beund entladbar. In dieser Ausführungsform ist dementsprechend lediglich eine Verkehrsfläche an der Vorderseite der Wendevorrichtung sowohl zum Be- als auch Entladen erforderlich. Die Drehung um lediglich etwa 180°, trotz der erhöhten Neigung um etwa 47° bezüglich der Horizontalen, führt zu folgendem Vorteil. Wenn die Drehung nur um 180° erfolgt, ist die Auflagefläche des Tisches bezüglich der Vertikalen leicht nach hinten geneigt. Hierdurch kann eine Last zuverlässig abgestützt werden, ohne dass die Gefahr besteht, dass sie nach vorne kippt. Dies ist insbesondere für sogenannte Spaltringe oder Spaltbänder hilfreich, bei denen es sich im Wesentlichen um aufgeschnittene Blechcoils handelt. Sobald diese Spaltringe oder Spaltbänder vereinzelt sind, besteht bei einer exakt vertikalen Ausrichtung der Auflagefläche des Tisches die Gefahr, dass einzelne Spaltringe oder Spaltbänder nach vorne kippen. Dies kann nur durch eine vergleichsweise aufwändige Feststellvorrichtung, mit welcher die Ringe oder Bänder auf den Tisch geklemmt werden, verhindert werden. Dies Maßnahme kann bei der beschriebenen bevorzugten Ausführungsform eingespart werden, indem eine Neigung um mehr als 45°, insbesondere etwa 47° erfolgt, und bei der Wendebewegung eine Drehung um lediglich etwa 180° durchgeführt wird.

    [0016] Für den Antrieb der erfindungsgemäßen Wendevorrichtung hat sich die Verwendung eines Zykloidengetriebes als vorteilhaft erwiesen. Ein derartiges Getriebe ist zum einen robust und zum anderen äußerst platzsparend. Ferner kann es in vorteilhafter Weise direkt an den Antrieb angeflanscht werden. Für das Zykloidengetriebe wird bevorzugt, dass es ein Ölbad aufweist, so dass es weitgehend wartungsfrei betrieben werden kann.

    [0017] Für die Begrenzung der Wendebewegung ist aus Sicherheitsgründen zumindest ein Anschlag vorgesehen.

    [0018] Für den Anschlag kann in besonders einfacher Weise vorgesehen werden, dass ein einziger Anschlag vorhanden ist, der von zwei unterschiedlichen Seiten angefahren wird, um die Wendebewegung jeweils zu begrenzen.

    [0019] Um die Sicherheit der erfindungsgemäßen Wendevorrichtung zu gewährleisten, ist bevorzugt ein Endschalter vorgesehen, der bei Erreichen einer definierten Endposition für ein Abschalten des Antriebs sorgt.

    [0020] Für den Endschalter wird schließlich bevorzugt, dass in diesen ein Sicherheitsschalter integriert ist, der in vorteilhafter Weise eingesetzt werden kann, um die Gefahr eines Einquetschens zwischen einzelnen Komponenten der Wendevorrichtung und den vorhandenen Anschlägen zu verhindern.

    Kurze Beschreibung der Zeichnungen



    [0021] Nachfolgend wird eine beispielhaft in den Zeichnungen dargestellte Ausführungsform der Erfindung näher erläutert.
    Es zeigen:
    Fig. 1
    eine perspektivische Ansicht der erfindungsgemäßen Wendevorrichtung in einer Ausgangsposition;
    Fig. 2
    eine perspektivische Ansicht der erfindungsgemäßen Wendevorrichtung in einer Mittelposition;
    Fig. 3
    eine Vorderansicht der erfindungsgemäßen Wendevorrichtung in einer Endposition; und
    Fig. 4
    eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Wendevorrichtung in der Endposition.

    Ausführliche Beschreibung eines Ausführungsbeispiels der Erfindung



    [0022] In Fig. 1 ist schematisch eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Wendevorrichtung 10 dargestellt. Diese weist eine in Form einer Pyramide angedeutete Basis 12 auf, an der, wie nachfolgend noch genauer erläutert, ein schematisch dargestellter Anschlag 14 vorhanden sein kann, der zusätzlich als Abstützung verwendet werden kann, jedoch nicht unbedingt erforderlich ist. An der Basis 12 ist eine Antriebswelle 16 bei dem gezeigten Beispiel unter einem Winkel von etwa 45° im Raum geneigt drehbar vorgesehen. Die Antriebswelle 16 ist fest mit der Unterseite eines Tisches 18 verbunden, auf den in dem gezeigten Fall ein Blechcoil 20 aufgelegt ist. Dieses Auflegen kann von der Vorderseite her geschehen, bei der es sich um diejenige Seite handelt, an welcher der Anschlag 14 vorgesehen ist. An dem Tisch sind eine rückseitige Begrenzung 22 und eine seitliche Begrenzung 24 vorgesehen. Diese behindern, wie erwähnt, das Auflegen des Blechcoils 20 nicht, da die Vorderseite freigelassen ist. Am oberen Ende der Begrenzungen kann zusätzlich eine schmale oberseitige Abdeckung vorhanden sein, die sich lediglich im Bereich der oberen Enden der Begrenzung 22, 24 sowie 26 (vgl. Fig. 3) erstreckt. Das Wenden des Blechcoils 20 erfolgt durch eine Drehung der Antriebswelle 16 und des Tisches 18 zusammen mit der darauf aufgelegten Last in Form des Blechcoils 20 in Richtung des Uhrzeigersinns, wenn die Vorrichtung von der Vorderseite her betrachtet wird.

    [0023] In Fig. 2 ist eine Position dargestellt, die nach einer Drehung um etwa 90° erreicht wird. Die Auflagefläche des Tisches 18 wird in Richtung des Uhrzeigersinns gewissermaßen nach hinten weggedreht und hierbei vertikal aufgestellt. Die vormals seitliche Begrenzung 24 wird nach vorne gedreht und aus ihrer vormals vertikalen Ausrichtung in eine flachere Orientierung gebracht. Schließlich wird die vormals hintere Begrenzung 22 in diesem ersten Schritt an die Seite gedreht und gelangt ebenfalls in eine flachere Ausrichtung. Das Halten des aufgelegten Blechcoils 20 erfolgt während der Bewegung durch den geneigten Tisch 18 in Zusammenwirkung mit den Begrenzungen 22 und 24.

    [0024] In Fig. 3 ist die Endposition dargestellt, die erreicht wird, wenn der Tisch mit der aufgelegten Last in Form des Blechcoils 20 um 180° gedreht wurde. Wie besser in Fig. 4 zu erkennen ist, ist der Tisch 18 in eine weitgehend vertikale Ausrichtung gelangt. Die vormals seitliche Begrenzung 24 hat sich auf die andere Seite der Vorrichtung bewegt. Die vormals hintere Begrenzung 22 ist zu einer unteren Begrenzung geworden, die weitgehend horizontal ausgerichtet ist und das Blechcoil 20 nach untenhin abstützt. Wie in Fig. 3 deutlich zu erkennen ist, ist die Begrenzung 22 derart schräg ausgeführt, dass das Blechcoil 20 auch in seitlichen Richtungen nicht herausfallen kann. Die Neigung der Begrenzung 22, die sich in der Endposition gemäß Fig. 3 ergibt, lässt das Blechcoil 20 stets in Richtung der anderen Begrenzung 24 rollen.

    [0025] Anhand von Fig. 3, bei der es sich um eine Vorderansicht handelt, ist deutlich erkennbar, dass das gewendete Blechcoil 20 wiederum von der Vorderseite her entnommen werden kann. Es versteht sich, dass der Wendevorgang auch in der umgekehrten Richtung erfolgen kann. Mit anderen Worten kann in der in Fig. 3 gezeigten Position ein Blechcoil 20 oder eine sonstige Last zwischen die Begrenzungen 22 und 24 eingelegt werden, und nachfolgend durch die umgekehrte Bewegung, also entgegen dem Uhrzeigersinn, in die in Fig. 1 gezeigte Position gebracht werden. In dieser Position ist es problemlos ebenfalls von der Vorderseite her entnehmbar. In dem gezeigten Fall sind die beiden Begrenzungen 22, 24 durch eine dritte, kürzere und schräg angeordnete Begrenzung 26 verbunden. Es versteht sich angesichts der vorangehenden Ausführungen, dass die Begrenzungen 22, 24 und 26 auch in beliebiger Weise anders gestaltet sein können, solange in der Position gemäß Fig. 1 das Be- oder Entladen nicht behindert wird, und in sämtlichen Zwischen- und Endpositionen der Bewegung das Blechcoil 20 sicher in der Vorrichtung gehalten wird.

    [0026] Aus den Darstellungen der Fig. 1 und 2 ist ergänzend erkennbar, dass das Blechcoil herausfallen könnte, wenn die Bewegung in einer bestimmten Richtung überschritten wird. Wenn beispielsweise die Wendevorrichtung aus der in Fig. 1 gezeigten Position entgegen dem Uhrzeigersinn bewegt wird, wäre der Tisch 18 von den Begrenzungen 22 und 24 weg geneigt, und das Blechcoil 20 könnte herabrutschen. Ferner würde der Tisch 18 nach vorne geneigt werden, wenn sich die Bewegung aus der in Fig. 3 gezeigten Position in Richtung des Uhrzeigersinns fortsetzt.

    [0027] Derartige gefährliche Situationen werden durch den Anschlag 14 verhindert, dessen Funktion deutlicher aus Fig. 4 hervorgeht. In Fig. 4 sind ergänzend Stabilisierungsbleche 28, beispielsweise an der Unterseite des Tisches 18, gezeigt. Ferner sind für die Begrenzung 22 Anschlagelemente 30 gezeigt, die mit dem Anschlag 14 zusammenwirken. Diese Anschlagelemente 30 erstrecken sich in der in den Fig. 3 und 4 gezeigten Position von der Begrenzung 22 in Richtung des Anschlags 14, so dass die Bewegung angehalten wird, sobald dieser Anschlag erreicht wird. Ein ähnliches Anschlagelement 32 ist an der Unterseite des Tisches, insbesondere an den Verstärkungsblechen 28, vorgesehen. Wenn der Tisch dementsprechend die in Fig. 1 gezeigte Position erreicht, erstreckt sich von der Unterseite des Tisches 18 das Anschlagelement 32 in Richtung des Anschlags 14 und sorgt auch hier für eine Beendigung der Bewegung und ein Abschalten der Vorrichtung, um gefährliche Situationen zu vermeiden.

    [0028] In der Darstellung von Fig. 4 ist zusätzlich schematisch ein Antriebsmotor 34 sowie ein Zykloidengetriebe 36 gezeigt, das mit einem Stirnradgetriebe 38 kombiniert ist, die für den Antrieb der Antriebswelle 16 und des daran angebrachten Tisches 18 vorgesehen sein können.


    Ansprüche

    1. Wendevorrichtung (10) zum Wenden schwerer Lasten, insbesondere Blechcoils (20), mit:

    - einem Tisch (18) zum Auflegen der Last (20), der zumindest teilweise mit seitlichen und/oder rückwärtigen Begrenzungen (22, 24, 26) versehen ist, und

    - einer mit dem Tisch (18) verbundenen Antriebswelle (16), die bezüglich des Tisches (18) sowie im Raum geneigt verläuft, und deren verlängerte Achse durch den Tisch (18) tritt,

    dadurch gekennzeichnet, dass
    die Antriebswelle (16) in einem Gleitlager gelagert ist.
     
    2. Wendevorrichtung (10) nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    die Antriebswelle (16) um etwa 45°, insbesondere 47° bezüglich der Horizontalen geneigt ist, so dass der Tisch (18) nach einer Drehung um etwa 180° im Wesentlichen von derselben Seite be- und entladbar ist.
     
    3. Wendevorrichtung (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    diese einen Antrieb (34) und ein Zykloidengetriebe (36) zum Antreiben der Antriebswelle (16) aufweist.
     
    4. Wendevorrichtung (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    diese zumindest einen Anschlag (14) zum Begrenzen der Wendebewegung aufweist.
     
    5. Wendevorrichtung (10) nach Anspruch 4,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    der Anschlag (14) von zwei unterschiedlichen Seiten angefahren wird.
     
    6. Wendevorrichtung (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    diese einen Endschalter aufweist.
     
    7. Wendevorrichtung (10) nach Anspruch 6,
    dadurch gekennzeichnet, dass
    in den Endschalter ein Sicherheitsschalter integriert ist.
     


    Claims

    1. Turning device (10) for turning heavy loads, in particular sheet metal coils (20), with:

    - a bench for placing the load (20) on, provided at least partially with lateral and/or rear delimitations (22, 24, 26) and

    - a drive shaft (16), connected to the bench (18), running inclined in respect of the bench (18) and in the space, the lengthened axis of which goes through the bench (18),

    characterised in that the drive shaft (16) is held in a sliding bearing.
     
    2. Turning device (10) according to claim 1, characterised in that the drive shaft (16) is inclined by approximately 45°, in particular 47°, in respect of the horizontal, so the bench (18) can be loaded and unloaded substantially from the same side after a rotation about approximately 180°.
     
    3. Turning device (10) according to one of the preceding claims, characterised in that it has a drive (34) and a cycloid gear (36) for driving the drive shaft (16).
     
    4. Turning device (10) according to one of the preceding claims, characterised in that it has at least one limit stop (14) for delimiting the turning movement.
     
    5. Turning device (10) according to claim 4, characterised in that the limit stop (14) is approached from two different sides.
     
    6. Turning device (10) according to one of the preceding claims, characterised in that it has a limit switch.
     
    7. Turning device (10) according claim to 6, characterised in that a safety switch is integrated into the limit switch.
     


    Revendications

    1. Dispositif de retournement (10), pour retourner des charges lourdes, en particulier des coils ou bobines de tôle (20), comprenant :

    - une table (18) pour poser la charge (20), la table étant munie au moins partiellement de délimitations latérales et/ou arrière (22, 24, 26), et

    - un arbre d'entraînement (16), relié à la table (18) et s'étendant de façon inclinée, par rapport à la table (18) ainsi que dans l'espace, et dont l'axe prolongé passe par la table (18),

    caractérisé en ce que l'arbre d'entraînement (16) est monté dans un palier à glissement.
     
    2. Dispositif de retournement (10) selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'arbre d'entraînement (16) est incliné par rapport à l'horizontale d'environ 45°, en particulier de 47°, de manière que la table (18), après avoir effectué une rotation d'environ 180°, puisse être chargée et déchargée sensiblement depuis le même coté.
     
    3. Dispositif de retournement (10) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que celui-ci présente un entraînement (34) et une transmission cycloïdale (36), pour assurer l'entraînement de l'arbre d'entraînement (16).
     
    4. Dispositif de retournement (10) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que celui-ci présente au moins une butée (14), pour limiter le mouvement de retournement.
     
    5. Dispositif de retournement (10) selon la revendication 4, caractérisé en ce que la butée (14) est approchée depuis deux côtés différents.
     
    6. Dispositif de retournement (10) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que celui-ci présente un interrupteur de fin de course.
     
    7. Dispositif de retournement (10) selon la revendication 6, caractérisé en ce qu'un interrupteur de sécurité est intégré dans l'interrupteur de fin de course.
     




    Zeichnung