Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Wendevorrichtung zum Wenden schwerer Lasten, insbesondere
Blechcoils und Drahtseilhaspeln gemaß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 (siehe z.B.
US-A-2758725 oder US-A-3016158).
[0002] Im Verlauf des Materialflusses von schweren Lasten, insbesondere Blechcoils, ist
es regelmäßig erforderlich, derartige Lasten von einer bestimmten Ausrichtung in eine
andere Ausrichtung zu wenden. Beispielsweise werden Blechcoils, also zu Rollen aufgewickelte
Metallbänder, üblicherweise in einem Produktionsprozess derart verwendet, dass ihre
Achse weitgehend horizontal verläuft. In einer derartigen Ausrichtung wird das aufgerollte
Blechband von dem Coil abgezogen. In ähnlicher Weise wird bei der Herstellung von
Blechcoils das Metallband mit einer horizontalen Ausrichtung der Achse des Blechcoils
aufgewickelt. Die Lagerung, der Transport und die Verarbeitung dieser Blechcoils wird
sowohl mit vertikaler, als auch horizontaler Lastachse ausgeführt. Dementsprechend
ist es regelmäßig erforderlich, derartige Blechcoils von der beschriebenen Ausrichtung
mit horizontaler Achse in die Ausrichtung mit vertikaler Achse zu bringen, und umgekehrt.
Auch für sonstige schwere Gegenstände, wie z.B. Motorblöcke, ist es im Laufe der Bearbeitung
erforderlich, sie zu wenden.
Stand der Technik
[0003] Um den beschriebenen Wendevorgang zu bewerkstelligen, sind insbesondere für Blechcoils
sogenannte Kipptische bekannt. Einen derartigen Kipptisch offenbart beispielsweise
die Veröffentlichung "TECHNICAL DATA SHEET POSITIONERS" von BUSHMAN EQUIPMENT, INC..
Derartige Kipptische weisen eine Auflagefläche oder -platte auf, auf welche ein Blechcoil
beispielsweise mit einer vertikalen Ausrichtung seiner Achse aufgelegt werden kann.
Die Auflagefläche ist zumindest an einer Seite in geeigneter Weise begrenzt, und der
Kipptisch kann um eine Achse, die üblicherweise in der Nähe derjenigen Stelle verläuft,
an welcher sich die Auflagefläche des Tisches und die Begrenzung "treffen", gekippt
werden. Nach dem Kippvorgang um etwa 90° liegt das gewendete Blechcoil mit einer horizontalen
Ausrichtung der Achse auf der Begrenzung des Tisches auf. Hierbei muss das Coil vor
dem Kippvorgang an derjenigen Seite des Tisches abgelegt werden, die nicht mit der
Begrenzung versehen ist. Nach dem Kippvorgang kann das Coil auf der gegenüberliegenden
Seite entnommen werden, da diejenige Seite, von der das Coil aufgelegt wurde, durch
den nunmehr gekippten Tisch eingenommen wird. Hieraus ergibt sich, dass derartige
Kipptische einen erheblichen Platzbedarf mit sich bringen, da die Verkehrsflächen
so angelegt sein müssen, dass ein Blechcoil von der einen Seite be- und von der anderen
entladen werden kann. Diese Situation kann lediglich in vergleichsweise aufwändiger
Art und Weise verbessert werden. Hierzu können derartige Kipptische mit einer Drehvorrichtung
versehen werden, durch welche der gesamte Kipptisch um eine vertikale Achse drehbar
ist, so dass nach dem Kippen die Entnahme von derselben Seite erfolgen kann, von welcher
das Beladen des Kipptisches erfolgte.
[0004] Als energiesparende Modifikation derartiger Kipptische, die jedoch ebenfalls mit
dem beschriebenen Problem behaftet ist, sind, beispielsweise ebenfalls aus der obengenannten
Veröffentlichung, sogenannte Scheibenwender bekannt. Hierbei erfolgt das Wenden nicht
wie bei dem beschriebenen Kipptisch um eine Achse, die sich zumindest geringfügig
unterhalb des Tisches befindet. Die Achse, um welche das Wenden erfolgt, verläuft
vielmehr oberhalb der Auflagefläche für die schwere Last. Diese Auflagefläche ist
mit einer Kontur verbunden, die im Wesentlichen derjenigen von einem oder mehreren
Scheibensegmenten entspricht, die aufrecht stehen, deren Achsen somit horizontal verlaufen.
Durch eine geeignete Lagerung können diese Scheibensegmente derart um eine horizontale
Achse gedreht werden, dass hierbei das Kippen der daran vorgesehenen Auflagefläche
erfolgt. Es verbleibt jedoch das Problem, dass das Be- und Entladen von unterschiedlichen
Seiten erfolgen muss, oder eine zusätzliche, aufwändige Drehvorrichtung erforderlich
ist.
[0005] Aus der DE 23 28 970 A1 ist eine Einrichtung zum Auswechseln von Metallbandrollen
bekannt. Diese Einrichtung weist zumindest zwei sogenannte Wellen auf, auf die jeweils
ein Blechcoil aufgesteckt werden kann. Die Wellen sind an einer Plattform befestigt,
die um eine Achse drehbar ist, die um etwa 45° im Raum geneigt ist. In einer typischen
Position ist eine Welle vertikal und die andere Welle horizontal ausgerichtet. Hierdurch
kann beispielsweise von dem Blechcoil, das an der horizontal ausgerichteten Welle
angeordnet ist, das Metallband abgezogen werden, während die vertikal ausgerichtete
Welle mit einem neuen Blechcoil bestückt wird. Wenn das Metallband von dem einen Blechcoil
vollständig abgezogen ist, wird die Plattform um etwa 180° gedreht, so dass die vormals
vertikal ausgerichtete Welle in diejenige Position gelangt, in der sie horizontal
ausgerichtet ist, und das Blechband abgezogen werden kann. Die beschriebene Vorrichtung
ist jedoch nicht als Wendevorrichtung verwendbar. Darüber hinaus sind die zum Austauschen
der Blechcoils erforderlichen Kräfte und Momente vergleichsweise hoch, da sich die
Lasten in einer erheblichen Entfernung von der Drehachse befinden.
[0006] Aus der DE 28 42 745 C2, der DE 20 41 179 C3, der DE 29 34 439 C2, der DE 37 10 449
A1, der DE 38 39 814 A1 sowie der US 4,913,370 sind ähnliche Vorrichtungen für das
Austauschen von Drahtbunden bekannt.
Darstellung der Erfindung
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Wendevorrichtung zum Wenden schwerer
Lasten zu schaffen, die mit vergleichsweise geringen Kräften und Momenten ein Wenden
derart ermöglicht, dass die Situation im Hinblick auf die erforderlichen Verkehrsfläche
mit geringem Aufwand verbessert wird.
[0008] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die Wendevorrichtung nach dem Anspruch 1.
[0009] Demzufolge weist die erfindungsgemäße Wendevorrichtung einen Tisch zum Auflegen der
Last auf. Hierbei ist festzustellen, dass die erfindungsgemäße Wendevorrichtung einen
einzigen Tisch aufweist. Auf diesen wird die Last, die lediglich gewendet und nicht
gegen eine andere Last ausgetauscht werden muss, aufgelegt. Wie nachfolgend noch genauer
erläutert wird, erfolgt die Wendebewegung derart, dass die Auflagefläche des Tisches
von ihrer ursprünglichen, horizontalen Ausrichtung nach dem Wenden in eine vertikale
Ausrichtung gelangt. Wenn dementsprechend ein Blechcoil mit einer vertikalen Ausrichtung
seiner Achse auf den Tisch aufgelegt wurde, ist es nach dem Wenden derart ausgerichtet,
dass seine Achse horizontal ist. In dieser Position ist zum Stützen des gewendeten
Blechcoils nach untenhin eine Begrenzung erforderlich. An dem Tisch in seiner Ausgangsposition,
d.h. mit einer horizontalen Ausrichtung seiner Auflagefläche, kann diese Begrenzung
als seitliche und/oder rückwärtige Begrenzung bezeichnet werden. Diese kann seitlich
um den Tisch herum vollständig geschlossen sein, ist jedoch bevorzugt zumindest teilweise
derart offen, dass das Auflegen eines Blechcoils oder einer sonstigen, zu wendenden
Last auf den Tisch möglichst einfach realisiert werden kann. Durch die nachfolgend
noch genauer beschriebene Wendebewegung gelangt die seitliche Begrenzung von einer
weitgehend vertikalen Ausrichtung in eine Ausrichtung, in der wenigstens Teile der
Begrenzung horizontal orientiert sind, so dass sie das gewendete Coil abstützen können.
[0010] Der Antrieb des Tisches zur Durchführung der Wendebewegung erfolgt durch eine mit
dem Tisch verbundene Antriebswelle, die zum einen bezüglich des Tisches geneigt verläuft.
Zum anderen verläuft die Antriebswelle in der Verwendungsposition der Wendevorrichtung
im Raum geneigt. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform beträgt die Neigung der Antriebswelle
etwa 45°. Dies bedeutet, dass die Wendevorrichtung um etwa 180° zu drehen ist, um
eine zu wendende Last von einer Ausrichtung mit vertikaler Achse in eine Ausrichtung
mit horizontaler Achse zu bringen, und umgekehrt. Hierbei sind die jeweiligen Ausrichtungen
des Tisches und der daran angebrachten seitlichen Begrenzung derart, dass in vorteilhafter
Weise das Be- und Entladen des Tisches von im Wesentlichen derselben Seite erfolgen
kann. Beispielsweise können die seitlichen Begrenzungen an der Rückseite sowie einem
der beiden Seitenränder des Tisches ausgeführt sein, dass ein Beladen von der Vorderseite
her nicht behindert wird. Während der Wendebewegung wird die zu wendende Last stets
zuverlässig durch die Auflagefläche des Tisches selbst, die seitliche Begrenzung sowie
die rückseitige Begrenzung gehalten. Nach Vollendung der Drehung liegt die Last mit
der geänderten Orientierung auf der vormals rückseitigen Begrenzung auf und kann nunmehr
von derjenigen Seite entnommen werden, von der bereits das Beladen erfolgte. Hierdurch
können in vorteilhafter Weise die Verkehrsflächen erheblich vermindert werden, da
die erfindungsgemäße Wendevorrichtung nur von einer Seite zugänglich sein muss. Hierdurch
kann die Wendevorrichtung beispielsweise in platzsparender Art und Weise an einer
Wand angeordnet werden.
[0011] Wenngleich vorangehend eine bevorzugte Ausführungsform beschrieben wurde, sei angemerkt,
dass die Erfindung hierauf nicht beschränkt ist. Beispielsweise ist es ohne weiteres
denkbar, dass die Antriebswelle um einen anderen Winkel als exakt 45° im Raum geneigt
verläuft. Hierdurch ändert sich das Ausmaß der Drehbewegung sowie die Zugänglichkeit
der zu wendenden Last vor und nach dem Wenden. Beispielsweise sind jedoch Ausführungsformen
denkbar, bei denen die erfindungsgemäße Wendevorrichtung derart in einer Ecke eines
Raumes angeordnet werden kann, dass das Beladen von der einen Seite und das Entladen
von einer zweiten Seite erfolgt, die um einen Winkel von etwa 90° von der ersten Seite
versetzt ist. Auch hierdurch lässt sich jedoch in vorteilhafter Weise mit einer vergleichsweise
einfach aufgebauten Wendevorrichtung eine erhebliche Verminderung des Platzbedarfs
erreichen.
[0012] Die beschriebene Antriebswelle verläuft hierbei in vorteilhafter Weise derart, dass
die Verlängerung ihrer Achse durch den Tisch tritt. Die Ausrichtung der Welle derart,
dass ihre verlängerte Achse durch den Tisch tritt, führt zu dem bedeutsamen Vorteil,
dass diese Achse zumindest in der Nähe des Schwerpunktes des Tisches einschließlich
der darauf abgelegten Last verlaufen kann. Hierdurch sind vergleichsweise geringe
Antriebsmomente erforderlich, da das Trägheitsmoment der aufgelegten Last um die Achse
der Antriebswelle gering gehalten werden kann. Ferner ist die beschriebene Orientierung
auch im Hinblick auf die Belastungen und Belastungswechsel auf die beteiligten Bauteile
vorteilhaft.
[0013] Für die Lagerung der Antriebswelle hat sich ein erfindungsgemäß Gleitlager als besonders
günstig erwiesen. Dieses Lager ist zum einen unter Kostenaspekten vorteilhaft. Insbesondere
ist dieser Kostenvorteil größer als ein gewisser Kostennachteil, der dadurch entstehen
kann, dass seitens des Antriebs ein höheres Antriebsmoment erforderlich ist, um die
in einem Gleitlager verglichen mit einem Wälzlager etwas erhöhte Reibung auszugleichen.
Ein Gleitlager bietet darüber hinaus den Vorteil, dass es die Bremsung unterstützt,
die in bestimmten Phasen des Wendevorgangs erforderlich ist. Mit anderen Worten kann
die Belastung der Bremseinrichtungen dadurch vermindert werden, dass die Reibung des
Gleitlagers eine gewisse Bremswirkung entfaltet.
[0014] Bevorzugte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Wendevorrichtung sind in den weiteren
Ansprüchen beschrieben.
[0015] Wie vorangehend bereits erwähnt, wird bevorzugt, dass die Antriebswelle um etwa 45°,
insbesondere 47° bezüglich der Horizontalen geneigt ist. Hierdurch ist der Tisch nach
einer Drehung um etwa 180° im Wesentlichen von derselben Seite beund entladbar. In
dieser Ausführungsform ist dementsprechend lediglich eine Verkehrsfläche an der Vorderseite
der Wendevorrichtung sowohl zum Be- als auch Entladen erforderlich. Die Drehung um
lediglich etwa 180°, trotz der erhöhten Neigung um etwa 47° bezüglich der Horizontalen,
führt zu folgendem Vorteil. Wenn die Drehung nur um 180° erfolgt, ist die Auflagefläche
des Tisches bezüglich der Vertikalen leicht nach hinten geneigt. Hierdurch kann eine
Last zuverlässig abgestützt werden, ohne dass die Gefahr besteht, dass sie nach vorne
kippt. Dies ist insbesondere für sogenannte Spaltringe oder Spaltbänder hilfreich,
bei denen es sich im Wesentlichen um aufgeschnittene Blechcoils handelt. Sobald diese
Spaltringe oder Spaltbänder vereinzelt sind, besteht bei einer exakt vertikalen Ausrichtung
der Auflagefläche des Tisches die Gefahr, dass einzelne Spaltringe oder Spaltbänder
nach vorne kippen. Dies kann nur durch eine vergleichsweise aufwändige Feststellvorrichtung,
mit welcher die Ringe oder Bänder auf den Tisch geklemmt werden, verhindert werden.
Dies Maßnahme kann bei der beschriebenen bevorzugten Ausführungsform eingespart werden,
indem eine Neigung um mehr als 45°, insbesondere etwa 47° erfolgt, und bei der Wendebewegung
eine Drehung um lediglich etwa 180° durchgeführt wird.
[0016] Für den Antrieb der erfindungsgemäßen Wendevorrichtung hat sich die Verwendung eines
Zykloidengetriebes als vorteilhaft erwiesen. Ein derartiges Getriebe ist zum einen
robust und zum anderen äußerst platzsparend. Ferner kann es in vorteilhafter Weise
direkt an den Antrieb angeflanscht werden. Für das Zykloidengetriebe wird bevorzugt,
dass es ein Ölbad aufweist, so dass es weitgehend wartungsfrei betrieben werden kann.
[0017] Für die Begrenzung der Wendebewegung ist aus Sicherheitsgründen zumindest ein Anschlag
vorgesehen.
[0018] Für den Anschlag kann in besonders einfacher Weise vorgesehen werden, dass ein einziger
Anschlag vorhanden ist, der von zwei unterschiedlichen Seiten angefahren wird, um
die Wendebewegung jeweils zu begrenzen.
[0019] Um die Sicherheit der erfindungsgemäßen Wendevorrichtung zu gewährleisten, ist bevorzugt
ein Endschalter vorgesehen, der bei Erreichen einer definierten Endposition für ein
Abschalten des Antriebs sorgt.
[0020] Für den Endschalter wird schließlich bevorzugt, dass in diesen ein Sicherheitsschalter
integriert ist, der in vorteilhafter Weise eingesetzt werden kann, um die Gefahr eines
Einquetschens zwischen einzelnen Komponenten der Wendevorrichtung und den vorhandenen
Anschlägen zu verhindern.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0021] Nachfolgend wird eine beispielhaft in den Zeichnungen dargestellte Ausführungsform
der Erfindung näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht der erfindungsgemäßen Wendevorrichtung in einer Ausgangsposition;
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht der erfindungsgemäßen Wendevorrichtung in einer Mittelposition;
- Fig. 3
- eine Vorderansicht der erfindungsgemäßen Wendevorrichtung in einer Endposition; und
- Fig. 4
- eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Wendevorrichtung in der Endposition.
Ausführliche Beschreibung eines Ausführungsbeispiels der Erfindung
[0022] In Fig. 1 ist schematisch eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Wendevorrichtung
10 dargestellt. Diese weist eine in Form einer Pyramide angedeutete Basis 12 auf,
an der, wie nachfolgend noch genauer erläutert, ein schematisch dargestellter Anschlag
14 vorhanden sein kann, der zusätzlich als Abstützung verwendet werden kann, jedoch
nicht unbedingt erforderlich ist. An der Basis 12 ist eine Antriebswelle 16 bei dem
gezeigten Beispiel unter einem Winkel von etwa 45° im Raum geneigt drehbar vorgesehen.
Die Antriebswelle 16 ist fest mit der Unterseite eines Tisches 18 verbunden, auf den
in dem gezeigten Fall ein Blechcoil 20 aufgelegt ist. Dieses Auflegen kann von der
Vorderseite her geschehen, bei der es sich um diejenige Seite handelt, an welcher
der Anschlag 14 vorgesehen ist. An dem Tisch sind eine rückseitige Begrenzung 22 und
eine seitliche Begrenzung 24 vorgesehen. Diese behindern, wie erwähnt, das Auflegen
des Blechcoils 20 nicht, da die Vorderseite freigelassen ist. Am oberen Ende der Begrenzungen
kann zusätzlich eine schmale oberseitige Abdeckung vorhanden sein, die sich lediglich
im Bereich der oberen Enden der Begrenzung 22, 24 sowie 26 (vgl. Fig. 3) erstreckt.
Das Wenden des Blechcoils 20 erfolgt durch eine Drehung der Antriebswelle 16 und des
Tisches 18 zusammen mit der darauf aufgelegten Last in Form des Blechcoils 20 in Richtung
des Uhrzeigersinns, wenn die Vorrichtung von der Vorderseite her betrachtet wird.
[0023] In Fig. 2 ist eine Position dargestellt, die nach einer Drehung um etwa 90° erreicht
wird. Die Auflagefläche des Tisches 18 wird in Richtung des Uhrzeigersinns gewissermaßen
nach hinten weggedreht und hierbei vertikal aufgestellt. Die vormals seitliche Begrenzung
24 wird nach vorne gedreht und aus ihrer vormals vertikalen Ausrichtung in eine flachere
Orientierung gebracht. Schließlich wird die vormals hintere Begrenzung 22 in diesem
ersten Schritt an die Seite gedreht und gelangt ebenfalls in eine flachere Ausrichtung.
Das Halten des aufgelegten Blechcoils 20 erfolgt während der Bewegung durch den geneigten
Tisch 18 in Zusammenwirkung mit den Begrenzungen 22 und 24.
[0024] In Fig. 3 ist die Endposition dargestellt, die erreicht wird, wenn der Tisch mit
der aufgelegten Last in Form des Blechcoils 20 um 180° gedreht wurde. Wie besser in
Fig. 4 zu erkennen ist, ist der Tisch 18 in eine weitgehend vertikale Ausrichtung
gelangt. Die vormals seitliche Begrenzung 24 hat sich auf die andere Seite der Vorrichtung
bewegt. Die vormals hintere Begrenzung 22 ist zu einer unteren Begrenzung geworden,
die weitgehend horizontal ausgerichtet ist und das Blechcoil 20 nach untenhin abstützt.
Wie in Fig. 3 deutlich zu erkennen ist, ist die Begrenzung 22 derart schräg ausgeführt,
dass das Blechcoil 20 auch in seitlichen Richtungen nicht herausfallen kann. Die Neigung
der Begrenzung 22, die sich in der Endposition gemäß Fig. 3 ergibt, lässt das Blechcoil
20 stets in Richtung der anderen Begrenzung 24 rollen.
[0025] Anhand von Fig. 3, bei der es sich um eine Vorderansicht handelt, ist deutlich erkennbar,
dass das gewendete Blechcoil 20 wiederum von der Vorderseite her entnommen werden
kann. Es versteht sich, dass der Wendevorgang auch in der umgekehrten Richtung erfolgen
kann. Mit anderen Worten kann in der in Fig. 3 gezeigten Position ein Blechcoil 20
oder eine sonstige Last zwischen die Begrenzungen 22 und 24 eingelegt werden, und
nachfolgend durch die umgekehrte Bewegung, also entgegen dem Uhrzeigersinn, in die
in Fig. 1 gezeigte Position gebracht werden. In dieser Position ist es problemlos
ebenfalls von der Vorderseite her entnehmbar. In dem gezeigten Fall sind die beiden
Begrenzungen 22, 24 durch eine dritte, kürzere und schräg angeordnete Begrenzung 26
verbunden. Es versteht sich angesichts der vorangehenden Ausführungen, dass die Begrenzungen
22, 24 und 26 auch in beliebiger Weise anders gestaltet sein können, solange in der
Position gemäß Fig. 1 das Be- oder Entladen nicht behindert wird, und in sämtlichen
Zwischen- und Endpositionen der Bewegung das Blechcoil 20 sicher in der Vorrichtung
gehalten wird.
[0026] Aus den Darstellungen der Fig. 1 und 2 ist ergänzend erkennbar, dass das Blechcoil
herausfallen könnte, wenn die Bewegung in einer bestimmten Richtung überschritten
wird. Wenn beispielsweise die Wendevorrichtung aus der in Fig. 1 gezeigten Position
entgegen dem Uhrzeigersinn bewegt wird, wäre der Tisch 18 von den Begrenzungen 22
und 24 weg geneigt, und das Blechcoil 20 könnte herabrutschen. Ferner würde der Tisch
18 nach vorne geneigt werden, wenn sich die Bewegung aus der in Fig. 3 gezeigten Position
in Richtung des Uhrzeigersinns fortsetzt.
[0027] Derartige gefährliche Situationen werden durch den Anschlag 14 verhindert, dessen
Funktion deutlicher aus Fig. 4 hervorgeht. In Fig. 4 sind ergänzend Stabilisierungsbleche
28, beispielsweise an der Unterseite des Tisches 18, gezeigt. Ferner sind für die
Begrenzung 22 Anschlagelemente 30 gezeigt, die mit dem Anschlag 14 zusammenwirken.
Diese Anschlagelemente 30 erstrecken sich in der in den Fig. 3 und 4 gezeigten Position
von der Begrenzung 22 in Richtung des Anschlags 14, so dass die Bewegung angehalten
wird, sobald dieser Anschlag erreicht wird. Ein ähnliches Anschlagelement 32 ist an
der Unterseite des Tisches, insbesondere an den Verstärkungsblechen 28, vorgesehen.
Wenn der Tisch dementsprechend die in Fig. 1 gezeigte Position erreicht, erstreckt
sich von der Unterseite des Tisches 18 das Anschlagelement 32 in Richtung des Anschlags
14 und sorgt auch hier für eine Beendigung der Bewegung und ein Abschalten der Vorrichtung,
um gefährliche Situationen zu vermeiden.
[0028] In der Darstellung von Fig. 4 ist zusätzlich schematisch ein Antriebsmotor 34 sowie
ein Zykloidengetriebe 36 gezeigt, das mit einem Stirnradgetriebe 38 kombiniert ist,
die für den Antrieb der Antriebswelle 16 und des daran angebrachten Tisches 18 vorgesehen
sein können.
1. Wendevorrichtung (10) zum Wenden schwerer Lasten, insbesondere Blechcoils (20), mit:
- einem Tisch (18) zum Auflegen der Last (20), der zumindest teilweise mit seitlichen
und/oder rückwärtigen Begrenzungen (22, 24, 26) versehen ist, und
- einer mit dem Tisch (18) verbundenen Antriebswelle (16), die bezüglich des Tisches
(18) sowie im Raum geneigt verläuft, und deren verlängerte Achse durch den Tisch (18)
tritt,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Antriebswelle (16) in einem Gleitlager gelagert ist.
2. Wendevorrichtung (10) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Antriebswelle (16) um etwa 45°, insbesondere 47° bezüglich der Horizontalen geneigt
ist, so dass der Tisch (18) nach einer Drehung um etwa 180° im Wesentlichen von derselben
Seite be- und entladbar ist.
3. Wendevorrichtung (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
diese einen Antrieb (34) und ein Zykloidengetriebe (36) zum Antreiben der Antriebswelle
(16) aufweist.
4. Wendevorrichtung (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
diese zumindest einen Anschlag (14) zum Begrenzen der Wendebewegung aufweist.
5. Wendevorrichtung (10) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Anschlag (14) von zwei unterschiedlichen Seiten angefahren wird.
6. Wendevorrichtung (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
diese einen Endschalter aufweist.
7. Wendevorrichtung (10) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
in den Endschalter ein Sicherheitsschalter integriert ist.
1. Turning device (10) for turning heavy loads, in particular sheet metal coils (20),
with:
- a bench for placing the load (20) on, provided at least partially with lateral and/or
rear delimitations (22, 24, 26) and
- a drive shaft (16), connected to the bench (18), running inclined in respect of
the bench (18) and in the space, the lengthened axis of which goes through the bench
(18),
characterised in that the drive shaft (16) is held in a sliding bearing.
2. Turning device (10) according to claim 1, characterised in that the drive shaft (16) is inclined by approximately 45°, in particular 47°, in respect
of the horizontal, so the bench (18) can be loaded and unloaded substantially from
the same side after a rotation about approximately 180°.
3. Turning device (10) according to one of the preceding claims, characterised in that it has a drive (34) and a cycloid gear (36) for driving the drive shaft (16).
4. Turning device (10) according to one of the preceding claims, characterised in that it has at least one limit stop (14) for delimiting the turning movement.
5. Turning device (10) according to claim 4, characterised in that the limit stop (14) is approached from two different sides.
6. Turning device (10) according to one of the preceding claims, characterised in that it has a limit switch.
7. Turning device (10) according claim to 6, characterised in that a safety switch is integrated into the limit switch.
1. Dispositif de retournement (10), pour retourner des charges lourdes, en particulier
des coils ou bobines de tôle (20), comprenant :
- une table (18) pour poser la charge (20), la table étant munie au moins partiellement
de délimitations latérales et/ou arrière (22, 24, 26), et
- un arbre d'entraînement (16), relié à la table (18) et s'étendant de façon inclinée,
par rapport à la table (18) ainsi que dans l'espace, et dont l'axe prolongé passe
par la table (18),
caractérisé en ce que l'arbre d'entraînement (16) est monté dans un palier à glissement.
2. Dispositif de retournement (10) selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'arbre d'entraînement (16) est incliné par rapport à l'horizontale d'environ 45°,
en particulier de 47°, de manière que la table (18), après avoir effectué une rotation
d'environ 180°, puisse être chargée et déchargée sensiblement depuis le même coté.
3. Dispositif de retournement (10) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que celui-ci présente un entraînement (34) et une transmission cycloïdale (36), pour
assurer l'entraînement de l'arbre d'entraînement (16).
4. Dispositif de retournement (10) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que celui-ci présente au moins une butée (14), pour limiter le mouvement de retournement.
5. Dispositif de retournement (10) selon la revendication 4, caractérisé en ce que la butée (14) est approchée depuis deux côtés différents.
6. Dispositif de retournement (10) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que celui-ci présente un interrupteur de fin de course.
7. Dispositif de retournement (10) selon la revendication 6, caractérisé en ce qu'un interrupteur de sécurité est intégré dans l'interrupteur de fin de course.