[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Entsorgung von flexiblem Material, das in
Form mindestens einer bewegten Materialbahn vorliegt, die in einer Zufuhrrichtung
mit einer Zufuhrbahngeschwindigkeit einer Entsorgungseinrichtung zugeführt wird, insbesondere
zur Entsorgung von verbrauchter Prägefolienbahn während des Betriebes einer Heißprägevorrichtung.
[0002] Beim Heißprägen wird in einer Heißprägevorrichtung eine zu beprägende Materiallage
mit konstanter Geschwindigkeit durch einen Prägespalt geführt, der zwischen einem
ein Prägewerkzeug aufweisenden Prägezylinder und einem Gegendruckelement, insbesondere
einem Gegendruckzylinder, gebildet ist. Über der Materiallage wird eine Prägefolienbahn
so mitbewegt, daß sie sich während eines Prägeintervalls mit gleicher Geschwindigkeit
wie die Materiallage bewegt. Während des Prägeintervalls wird auf der Prägefolienbahn
befindliches Prägegut, beispielsweise diskrete hintereinanderliegende Prägeeinheiten
wie Bilder oder Texte, oder ein aufzuprägender Teil einer Farbschicht, unter Einwirkung
von Druck und Temperatur auf die Materiallage übertragen. Die Prägefolienbahn wird
dabei durch eine geeignet ausgebildete Transporteinrichtung von einem vorzugsweise
rollenförmigen Folienvorrat abgezogen und durch den Prägespalt bewegt, und die verbrauchte
Prägefolie wird weggeführt und muß entsorgt werden.
[0003] Bei bekannten Heißprägevorrichtungen dieser Art erfolgt die Entsorgung, indem die
verbrauchte Prägefolienbahn auf einer Aufwickel-Speicherrolle aufgewickelt wird. Wenn
die Rolle auf der Abfallseite voll ist, muß für einen Rollenwechsel der Prägevorgang
bzw. die Zufuhr zur Abfallrolle unterbrochen werden. Dies verursacht normalerweise
die Gesamtprägeleistung herabsetzende Maschinenstillstandszeiten. Zudem kann es beim
Anhalten der Anlage oder beim Wiederanfahren zu Betriebsstörungen und/oder zur Erzeugung
von Ausschuß beim beprägten Material kommen. Zur Vermeidung derartiger Probleme wird
eine kontinuierliche Entsorgung verbrauchten Bahnmaterials angestrebt.
[0004] Eine aus der GB 2 254 586 (nächstkommender Stand der Technik) bekannte Prägevorrichtung
hat auf der Abfallseite eine nach Art eines Schredders bzw. Dokumentenvemichters arbeitende
Entsorgungseinrichtung, der das verbrauchte Bahnmaterial mittels einer vorgeschalteten
Förderstation zugeführt wird. Diese hat zwei gegenläufig drehende Transportwalzen,
zwischen denen das Bahnmaterial eingeklemmt und hindurchgefördert wird. Das abfuhrseitig
aus der Fördereinrichtung heraustretende freie Ende des Bahnmaterials gelangt in den
Einfuhrschlitz des Schredders, der das Bahnmaterial in kleine Bahnmaterialstücke zerreißt
und in einen Sammelbehälter fördert, der von Zeit zu Zeit geleert wird. Insbesondere
bei relativ dünnem, wenig eigensteifem Bahnmaterial kann es im Schneidwerk von Schreddern
zu Funktionsstörungen, beispielsweise durch unvollständiges Zerreißen des Materials
oder durch Verstopfen des Schneidwerks, kommen.
[0005] Die deutsche Patentschrift DE 648 075 zeigt einen Querschneider für Papierbahnen
mit zwei umlaufenden Trommeln, von denen eine vom Bahnmaterial teilweise umschlungen
wird und eine Aussparung aufweist, die vom Bahnmaterial überspannt wird, während die
andere ein mit dieser Trommel synchronisiertes umlaufendes Messer aufweist, welches
das die Aussparrung überspannende Bahnmaterial durchtrennt. Ein ähnlicher Querschneider,
der zum Zertrennen von Zigarettenpapier vorgesehen ist, ist aus der DE 37 30 810 bekannt.
[0006] Die DE 40 21 573 A1 zeigt eine Vorrichtung zum Abführen und Zerkleinern von Beschnittstreifen
kalandrierter Folie. Zwischen den ihrer eigentlichen Nutzung zugeführten Folienstreifen
werden schmale Beschnittstreifen herausgeschnitten und es ist Aufgabe dieser Vorrichtung,
sie zu zerkleinern. Dazu laufen sie zwischen einem Leitwalzenpaar hindurch in eine
Querschneidestation, die mit einer sternförmigen Messerwalze arbeitet. Die Streifen
haben, wenn sie in die Messerwalze einlaufen, einen erheblichen Abstand voneinander.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Nachteile des Standes der Technik zu
vermeiden. Insbesondere sollen ein Verfahren und eine Vorrichtung angegeben werden,
mit denen eine störungsfreie kontinuierliche Entsorgung insbesondere auch von sehr
dünnem Bahnmaterial, wie verbrauchter Prägefolienbahn, möglich ist.
[0008] Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung ein Verfahren mit den Merkmalen von
Anspruch 1 und eine Entsorgungsvorrichtung mit den Merkmalen von Anspruch 7 vor.
[0009] Die Erfindung sieht vor, daß der erste Bahnabschnitt in Zufuhrrichtung gesehen mindestens
abschnittsweise neben dem zweiten Bahnabschnitt liegt und daß die Durchtrennung im
spitzen Winkel oder im wesentlichen parallel zur Zufuhrrichtung erfolgt. Durch einen
Längsschnitt oder mehrere vorzugsweise zueinander parallele, insbesondere gleichzeitig
durchgeführte Längsschnitte können ggf. schmale Streifen von Bahnmaterial erzeugt
werden, die ggf. noch durch geeignete Querschnitte oder Querrisse verkürzt werden
können. Entstehende Streifen können vorteilhaft nach der Trennung noch in flächiger
Berührung mit einer sie tragenden Fördereinrichtung bleiben und damit in geordneter
Anordnung weiteren Entsorgungsschritten zugeführt werden. Bei einem kurzzeitigen Zurückziehen
entgegen der Zufuhrrichtung bleibt die Längsverbindung erhalten.
[0010] Zusätzlich kann ein erster Bahnabschnitt der Materialbahn und ein vorzugsweise mit
einem lateralen Abstand von dem ersten Bahnabschnitt angeordneter zweiter Bahnabschnitt
der Materialbahn festgehalten werden und die Materialbahn in einem zwischen dem ersten
und dem zweiten Bahnabschnitt liegenden Zwischenabschnitt zur Erzeugung von Bahnmaterialstücken
durchtrennt werden. Die Bahnmaterialstücke können anschließend gesammelt und ggf.
weiteren Bearbeitungsschritten unterworfen werden. Durch das vorzugsweise flächige
Festhalten des Bahnmaterials beidseitig des Trennbereiches kann erreicht werden, daß
das Bahnmaterial während des Trennvorganges nicht in den Bereich der Trennung eingezogen
wird, also nicht einem vorzugsweise mechanisch einwirkenden Trennorgan nachgibt, sondern
diesem einen die Trennung erleichternden Widerstand entgegensetzt. Dies ist insbesondere
vorteilhaft bei sehr dünnem, eine geringe Eigensteifigkeit aufweisendem Bahnmaterial,
wie beispielsweise Prägefolienbahnen, deren typische Dicken im Bereich zwischen 10
und 20 µm liegen können. Derartige meist mit einem Trägerfilm aus zähem Kunststoff
versehene Prägefolienbahnen neigen in Schneidwerken herkömmlicher Schredder, deren
Schneidwerke in Schneideingriff miteinander stehende Schneidwalzen aufweisen, wegen
mangelnder Folienspannung dazu, nicht oder nur unvollständig zertrennt zu werden und/oder
die Schneidwerke zu verstopfen. Durch das erfindungsgemäße Festhalten des Bahnmaterials
beidseitig des Trennabschnittes bzw. Zwischenabschnittes wird das Bahnmaterial im
Trennabschnitt unter Spannung gehalten, was eine leichte, zuverlässige und vollständige
Trennung begünstigt.
[0011] Eine Weiterbildung sieht vor, daß das Bahnmaterial in einem zwischen den festgehaltenen
Bahnabschnitten frei schwebenden und/oder gespannt gehaltenen Zwischenabschnitt bzw.
Trennabschnitt durchtrennt wird. Hierdurch kann eine vollständige Durchtrennung gefördert
werden, weil ein zur Trennung verwendetes Trennorgan die durch das Bahnmaterial definierte
Fläche vollständig durchdringen kann. Zur Erzielung einer zuverlässigen Trennung ist
es vorteilhaft, die Länge des frei schwebenden, also nicht in Berührungskontakt mit
einer Unterlage stehenden Zwischenabschnittes möglichst kurz zu halten, um ein durch
Dehnungselastizität des zu durchtrennenden Bahnmaterials begünstigtes Ausweichen des
Bahnmaterials beim Durchtrennen zu minimieren. Die Länge des freien Zwischenabschnittes
kann entsprechend weniger als 1 cm betragen, insbesondere zwischen ca. 1 mm und ca.
5 mm liegen.
[0012] Eine bevorzugte Weiterbildung sieht vor, daß der erste Bahnabschnitt in Zufuhrrichtung
vorne und der zweite Bahnabschnitt in Zufuhrrichtung hinten liegt und daß die Durchtrennung
quer, insbesondere im wesentlichen senkrecht zur Zufuhrrichtung erfolgt. Bei dieser
normalerweise über die gesamte Breite der Materialbahn geführten Quertrennung kann
das jeweils vorne liegende Bahnstück abgetrennt und leicht entsorgt werden, während
das dahinterliegende noch festgehalten werden kann und als vorderes Stück der darauffolgenden
Trennung dienen kann. Durch das Festhalten des jeweils hinteren Bahnabschnittes ist
auch gewährleistet, daß die zugeführte Materialbahn nicht aus der Entsorgungseinrichtung
rutschen kann, sondern ständig sicher gehalten ist.
[0013] Zur Durchtrennung des Bahnmaterials können unterschiedliche, vorzugsweise dem Trenn-
bzw. Schnittverhalten des Bahnmaterials angepaßte Verfahren eingesetzt werden. Besonders
bevorzugt ist ein Verfahren, bei dem das Bahnmaterial zur Durchtrennung mit freier
Schneide geschnitten wird, also mit einem mechanischen Trennorgan, das zur Erzeugung
der Trennwirkung kein Gegenelement, wie ein Gegenmesser oder dergleichen, benötigt.
Entsprechende Trennvorrichtungen sind besonders langlebig und verschleißarm, da insbesondere
bei im Trennbereich frei schwebendem Bahnmaterial eine Schneide nur mit dem (weicheren)
Bahnmaterial in Kontakt kommt. Es ist auch möglich, daß das Bahnmaterial zur Durchtrennung
im Zwischenbereich aufgeschmolzen wird, insbesondere entlang einer im wesentlichen
geraden Schmelzlinie. Diese beispielsweise mittels Heißluftgebläse oder aufgeheiztem
bzw. glühendem Draht oder dergleichen durchführbare Variante ist besonders für Bahnmaterial
mit thermoplastischem Kunststoff geeignet. Eine vorteilhafte Variante zeichnet sich
dadurch aus, daß das Bahnmaterial zur Durchtrennung im Zwischenbereich an vielen,
vorzugsweise linienartig angeordneten Stellen, vorzugsweise gleichzeitig, perforiert
wird und die Perforationen anschließend bis zum Zusammenwachsen vergrößert werden.
Dieses beispielsweise mittels eines aufgedrückten Sägezahnmessers durchführbare Verfahren
eignet sich besonders zur Durchtrennung von Kunststofffolien, erfordert wegen der
anfänglich punktförmigen Einwirkung eines Trennorgans auf die Folienbahn zur Erzeugung
ausreichender Trenndrücke nur geringe Kräfte und kann besonders vorteilhaft bei gespanntem
Bahnmaterial eingesetzt werden, bei dem die Vergrößerung der Perforationen zum Teil
durch selbständig fortschreitende Risse im gespannten Material unterstützt werden
kann.
[0014] Eine Weiterbildung sieht vor, daß zum Festhalten ein Bahnabschnitt auf eine in Zufuhrrichtung
bewegte Andruckfläche unter Aufbau von Haftreibung oder Gleitreibung aufgedrückt wird.
Gegenüber einem ebenfalls möglichen, im wesentlichen punkt- oder linienförmigen Festhalten
erfordert das hierdurch mögliche großflächige Festhalten auf einer Andruckfläche von
beispielsweise einem oder mehreren Quadratzentimetern für einen sicheren Halt wenig
Kraft. Weiterhin wird durch das flächige Angreifen der Haltekraft eine Materialbeschädigung
des Bahnmaterials, die zu einem unbeabsichtigten Riß führen könnte, zuverlässig vermieden.
Ganz besonders bevorzugt ist es, wenn zum Festhalten eines Bahnabschnittes zwischen
diesem und der Andruckfläche ein Unterdruck erzeugt wird. Ein Bahnabschnitt wird so-zusagen
von unten gehalten, während die der Andruckfläche abgewandte Seite frei von Haltemitteln
bleibt, wodurch insbesondere genügend Bauraum zur Anbringung einer geeigneten Trennvorrichtung
geschaffen werden kann. Eine Andruckfläche kann insbesondere durch eine Außenfläche
eines umlaufenden Förderelementes eines Saugförderers gebildet sein, beispielsweise
eines Saugbandes, insbesondere einer Saugwalze.
[0015] Die Entsorgung kann einen der Durchtrennung nachfolgenden Schritt des Sammelns abgetrennter
Materialstücke umfassen. Bevorzugt ist ein Verfahren, bei dem nach der Durchtrennung
die Bahnmaterialstücke von einer sie tragenden und/oder haltenden, bewegten Andruckfläche
abgelöst werden. Dies kann beispielsweise unter Berührung mittels eines Spatels, Rakels
oder dergleichen erfolgen, wird jedoch bevorzugt berührungslos mittels mindestens
eines Luftstromes durchgeführt, der die Bahnmaterialstücke von der Andruckfläche abhebt,
insbesondere absaugt. Abblasen und Absaugen können auch kombiniert zur Ablösung eingesetzt
werden.
[0016] Durch die kontinuierliche Zerstückelung des Bahnmaterials in kleine Bahnmaterialstücke
wird eine platzsparende Verpackung des verbrauchten Materiales begünstigt, da kleine
Materialstücke mit größeren Packungsdichten verstaubar sind. Die Packungsdichte kann
vorzugsweise dadurch gesteigert werden, daß die gesammelten Bahnmaterialstücke, vorzugsweise
chargenweise, komprimiert werden, beispielsweise auf weniger als die Hälfte, ein Viertel
oder ein Achtel des Packvolumens im lockeren, unkomprimierten Zustand. Der beispielsweise
in einer Ballenpresse kompaktierte Abfall kann anschließend platzsparend verwahrt
und/oder abtransportiert werden.
[0017] Die Erfindung ermöglicht eine kontinuierliche Entsorgung verbrauchten Bahnmaterials,
wobei diese insbesondere auch bei dünnen Folien störungsfrei verläuft, so daß entsorgungsbedingte
Stillstände vermieden werden können und sich entsprechend die Durchsatzleistung der
bahnmaterialverarbeitenden Einrichtung erhöhen läßt.
[0018] Eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Entsorgungseinrichtung hat eine einen
Längsschnitt ausführende Trenneinrichtung zur Durchtrennung des Bahnmaterials in einem
zwischen Bahnabschnitten liegenden Zwischenabschnitt bzw. Trennabschnitt.
[0019] Die Vorrichtung kann erste Haltemittel zum flächigen Festhalten eines ersten Bahnabschnittes,
zweite Haltemittel zum flächigen Festhalten wenigstens eines zweiten Bahnabschnittes
und mindestens eine in Zufuhrrichtung bewegbare Andruckfläche aufweisen, auf die die
Bahnabschnitte flächig anpreßbar sind. Insbesondere können die Haltemittel durch ein
endlos umlaufendes Fördermittel, wie ein Förderband oder eine Förderwalze gebildet
sein, auf dem ein Längsabschnitt des Bahnmaterials flächig aufliegt. Dabei ist es
möglich, daß die Andruckfläche mit der Zufuhrbahngeschwindigkeit bewegt wird, so daß
sich zwischen Bahnmaterial und Andruckfläche Haftreibung aufbauen kann. Es ist auch
möglich, die Andruckfläche mit einer höheren Geschwindigkeit bzw. Überschußgeschwindigkeit
gegenüber dem zugeführten Material zu bewegen, so daß sich unter Aufbau von Gleitreibung
ein Schlupf zwischen Andruckfläche und Materialbahn ergibt.
[0020] Der Andruck kann von der der Andruckfläche gegenüberliegenden Seite erfolgen, beispielsweise
materialschonend mittels Bürsten oder dergleichen. Bei einer bevorzugten Ausführungsform
sind die Haltemittel durch einen Saugförderer, insbesondere eine Saugwalze gebildet,
der mindestens ein mit Zufuhrgeschwindigkeit oder mit einer gegenüber der Zufuhrgeschwindigkeit
höheren Umfangsgeschwindigkeit umlaufendes Förderelement mit einer als Andruckfläche
dienenden Außenfläche aufweist, an die ein die Bahnabschnitte und den Zwischenabschnitt
bzw. Trennabschnitt umfassender Längsabschnitt des Bahnmaterials ansaugbar ist.
[0021] Obwohl es möglich ist, daß eine zugeordnete Trenneinrichtung beispielsweise mit der
Andruckfläche in Schneideingriff tritt, ist es bevorzugt, wenn die Andruckfläche mindestens
eine von dem Bahnmaterial überbrückbare bzw. überspannbare, vorzugsweise quer zur
Bewegungsrichtung verlaufende Ausnehmung aufweist. Im Bereich der Ausnehmung kann
ein Abschnitt des aufgedrückten Bahnmaterials ohne Berührungskontakt zur Unterlage
frei schwebend und/oder gespannt gehalten sein, was eine zuverlässige Trennung in
diesem Bereich begünstigt.
[0022] Eine Trennvorrichtung hat vorzugsweise mindestens ein bewegbares Trennorgan, das
derart angesteuert ist, daß es das bewegte Bahnmaterial im Bereich der vom Bahnmaterial
frei schwebend überbrückten Ausnehmung durchtrennt. Insbesondere kann die Trennvorrichtung
mindestens ein mit dem umlaufenden Fördermittel synchronisiertes, an seinem Umfang
mindestens ein vorzugsweise quer zur Umfangsrichtung ausgerichtetes Trennorgan tragendes
Rotationselement aufweisen, das derart zu dem Fördermittel angeordnet ist, daß ein
Trennorgan mit einer zugeordneten Ausnehmung kämmt bzw. in diese eingreift. Durch
das Trennorgan kann das im Bereich der Ausnehmung frei schwebende, ggf. gespannte
Bahnmaterial zuverlässig und vollständig durchtrennt werden. Eine besonders zum Zerschneiden
von Prägefolienbahnen oder anderen Kunststofffolien geeignete Ausführung zeichnet
sich dadurch aus, daß das Trennorgan ein Schneidmesser ist, insbesondere mit einer
gezackten Schneide, durch die beim Eingreifen des Trennorgans in das Bahnmaterial
zunächst schon bei geringem Anpreßdruck punktförmige Perforationen entstehen, die,
ggf. durch die Eigenspannung des Bahnmaterials unterstützt, sich bei weiterem Eindringen
des Schneidorgans vergrößern und schließlich zur Bildung eines durchgehenden Schnittes
zusammenwachsen.
[0023] Weitere Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform in Verbindung mit der Zeichnung und
den Unteransprüchen. Hierbei können die einzelnen Merkmale jeweils für sich allein
oder zu mehreren in Kombination miteinander bei einer Ausführungsform verwirklicht
sein. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht einer Präge-Rotationsmaschine mit einer erfindungsgemäßen,
kontinuierlich arbeitenden Entsorgungseinrichtung.
[0024] In Fig. 1 sind schematisch einige Elemente einer Transporteinrichtung 1 zum Transport
einer Prägefolienbahn 2 in einer Heißpräge-Rotationsmaschine gezeigt. Diese dient
beispielsweise zum Beprägen von aufeinanderfolgenden Bogen oder einer Bahn aus Papier,
Karton oder Kunststoff. Sie hat ein Prägewerk 3 mit einem horizontalen Prägezylinder
4 und einem etwa gleich großen, darunterliegenden Gegendruckzylinder 5, zwischen denen
ein Prägespalt 6 gebildet ist. Der Prägezylinder 4 hat entlang seines Umfangs mindestens
eine beheizbare Prägematrize 7, durch die in der Figur auf eine durch den Prägespalt
6 mit gleichförmiger Bahngeschwindigkeit durchlaufende Materiallage 8 eine auf der
Prägefolienbahn 2 angeordnete Prägeeinheit aufgeprägt wird. Die Prägefolienbahn 2
hat eine Rückseite 9 und eine empfindliche, eine Heißkleberschicht aufweisende Vorderseite
10 und läuft während eines in der Figur gezeigten Prägeintervalls geschwindigkeitsgleich
und in gleicher Bewegungsrichtung 11 durch den Prägespalt 6, wodurch unter dem Einfluß
von Druck und Temperatur die Prägeeinheit auf die Materiallage übertragen wird.
[0025] Die Vorrichtung kann bzgl. des Aufbaus der Folientransporteinrichtung 1 der in der
EP 0 718 099 beschriebenen Rotationsmaschine entsprechen, deren diesbezügliche Merkmale
durch Bezugnahme zum Gegenstand dieser Anmeldung gemacht werden. Eine Prägefolienbahn
wird, ausgehend von einer nicht gezeigten, als Folienvorrat dienende Abwickel-Speicherrolle
durch einen Folienschlaufenspeicher hindurch über eine Umlenkwalze 15 zu einer durch
einen Antriebsmotor 16 steuerbaren Steuerwalze 17 geführt, der eine die Prägefolienbahn
zum Prägespalt 6 umlenkende Umlenkwalze 18 nachgeschaltet ist. Auf der Zufuhrseite
wird durch eine weitere Steuerwalze 17' angedeutet, daß die Anlage zur gleichzeitigen
Verarbeitung mehrerer, vorzugsweise unabhängig voneinander steuerbarer, parallel zueinander
verlaufende Prägefolienbahnen ausgebildet ist Die Steuerwalze 17 ist als Saugwalze
ausgebildet und bzgl. Drehrichtung und/oder Drehgeschwindigkeit steuerbar und kontrolliert
Ausmaß und Richtung der Folienbahnbewegung durch den Prägespalt. Sie arbeitet mit
einer nicht gezeigten, der dem Prägespalt 6 nachgeschalteten Umlenkwalze 19 nachgeschalteten
Zugeinrichtung zusammen, die der Aufrechterhaltung einer geeigneten Bahnspannung der
Prägefolienbahn im Prägespaltbereich sowie dem Weitertransport der verbrauchten Prägefolienbahn
dient. Diese wird durch einen weiteren, nicht gezeigten Folienschlaufenspeicher zu
einer kontinuierlich arbeitenden Entsorgungseinrichtung 25 geführt. Bei dieser Ausführungsform
entspricht die Bahngeschwindigkeit, mit der die Folienbahn den Folienspeicher verläßt,
der Zufuhrbahngeschwindigkeit, mit der das Material der Entsorgungseinrichtung 25
zugeführt wird.
[0026] Die Entsorgungseinrichtung 25 umfaßt eine über einen geschwindigkeitssteuerbaren
Motor 26 angetriebene Transportwalze 27, eine mit dieser zusammenwirkende Trenneinrichtung
28 sowie eine auf den Umfang der Saugwalze gerichtete, der Trenneinrichtung 28 in
Umlaufrichtung 29 der Saugwalze nachgeschaltete Absaugeinrichtung 30.
[0027] Die Transportwalze 27 ist als Unterdruckwalze bzw. Saugwalze ausgebildet. Sie hat
einen feststehenden Walzenkern 31, um den eine entlang ihres Umfangs mit radial durchgehenden
Öffnungen 32 versehene Walzenhülse 33 rotiert. Der Walzenkern 31 ist in Form eines
Zylindersektors ausgebildet und hat eine halbzylinderförmige, zum gedachten Rand des
Zylinders geöffnete Ausnehmung 44. Walzenkern und Walzenhülse sind so gegeneinander
abgedichtet, daß der im Bereich der Ausnehmung gebildete Hohlraum nur im Bereich der
an ihn angrenzenden Öffnungen 32 zur zylindrisch gekrümmten Außenfläche der Walze
bzw. zur Umgebung offen ist. In diesem ca. 180° umfassenden Bereich ist die Saugwalze
27 durch die von der Umlenkrolle 19 kommende und zur Absaugrichtung 30 laufende Prägefolienbahn
2 umschlungen.
[0028] Am Umfang der Walzenhülse 33 sind zwei einander diametral zur Walzendrehachse gegenüberliegende,
parallel zur Drehachse bzw. senkrecht zur Umlaufrichtung 29 ausgerichtete, nutförmige
Ausnehmungen 34, 35 vorgesehen. Es können auch nur eine Ausnehmung oder mehr als zwei,
vorzugsweise in Umfangsrichtung in regelmäßigen Abständen angeordnete Ausnehmungen
vorgesehen sein. Die schematisch gezeigten Ausnehmungen haben in Umfangsrichtung eine
Breite von ca. 0,5 cm, gehen jeweils über die gesamte Breite der Walzenhülse und trennen
jeweils einen in Umlaufrichtung vorderen Abschnitt 36 der zylindrischen Umfangsfläche
der Walze von einem mit Abstand dahinterliegenden hinteren Abschnitt 37. Die Abschnitte
36, 37 bilden in Zufuhrrichtung der Prägefolienbahn bewegbare, zylindrisch gekrümmte
Andruckflächen, auf die die jeweils darauf liegenden Bahnabschnitte bei laufendem
Sauggebläse unter Aufbau von Haftreibung anpreßbar sind, indem zwischen Saugwalzenoberfläche
und Bahnmaterial im Bereich der Ausnehmung 44 ein Unterdruck erzeugt wird. Dadurch
sind im Bereich des vorderen Abschnitts 36 erste Haltemittel und im Bereich des hinteren
Abschnitts 37 zweite Haltemittel gebildet, durch die eine aufliegende Prägefolienbahn
großflächig festgehalten wird. Ein zwischen den Abschnitten 36, 37 liegender, die
Ausnehmung 34 überspannender Zwischenabschnitt bzw. Trennabschnitt schwebt dagegen
frei über den Boden der Ausnehmung 34 und kann, wenn sich im Bereich der Ausnehmung
mindestens eine Saugöffnung befindet, unter Aufbau von Bahnspannung geringfügig in
den Bereich der Ausnehmung 34 eingesogen werden, vorzugsweise ohne den Boden zu berühren.
[0029] Die mit der Saugwalze 27 zusammenwirkende Trenneinrichtung 28 hat ein vom Motor 26
angetriebenes, mit der Walzenhülse 33 synchronisiert drehendes, walzenförmiges Rotationselement
39, an dessen Umfang ein quer zur Umfangsrichtung ausgerichtetes Trennorgan 40 in
Form eines Schneidmessers mit gezackter, nach radial außen stehender Schneide angeordnet
ist. Die Saugwalze 27 und der rotierende Messerträger 39 der Trennvorrichtung sind
derart zueinander angeordnet und synchronisiert angetrieben, daß das Trennorgan 40
bei jeder Umdrehung der Walze 39 abwechselnd in eine der Ausnehmungen 34, 35 etwa
mittig zwischen den Ausnehmungsrändern eingreift, ohne jedoch den Boden der Ausnehmung
zu berühren.
[0030] Zur Erzeugung von Längsschnitten hat in nicht gezeigter Weise das bei der beschriebenen
Ausführungsform durch die Saugwalze 27 gebildete Förderelement von der Zeichnung entlang
seines Umfanges eine, vorzugsweise jedoch mehrere, parallel zueinander verlaufende
Umfangsausnehmungen, in deren Bereich feststehende oder ebenfalls umlaufende Trennorgane,
wie Schneidmesser, eingreifen, um die Materialbahn in schmale Längsstreifen zu zertrennen.
[0031] Die Absaugeinrichtung 30 hat eine an ein nicht gezeigtes Sauggebläse angeschlossene
Saugdüse 45, deren der Saugwalze 27 zugewandte Saugöffnung 46 in geringem radialen
Abstand zur Umfangsfläche der Walzenhülse 33 in einem Umfangsbereich der Walze angeordnet
ist, in dem die Saugöffnungen 32 von der Ausnehmung 44 kommend in den Bereich des
die Öffnungen abdeckenden Walzenskerns 31 einlaufen. In diesem Bereich wird durch
die Abdichtung der Saugöffnungen die durch Unterdruck bewirkte Haltekraft aufgehoben,
so daß ein leichtes Abheben des noch auf der Umfangsfläche liegenden und ggf. noch
anhaftenden Bahnmaterials gewährleistet ist. Es ist alternativ oder zusätzlich auch
möglich, die Öffnungen 32 im der Saugöffnung 46 gegenüberliegenden Bereich von innen
mit Druckluft zu beaufschlagen, so daß ein aktives Abblasen der Bahnmaterialstücke
die Absaugung unterstützt. Das abgeförderte, zerkleinerte Bahnmaterial kann anschließend
an die Absaugung mittels einer geeigneten Luftströmung in einen Sammelbehälter gefördert
werden. Vorzugsweise schließt sich an die Sammlung des Abfalls eine entweder kontinuierlich
erfolgende oder chargenweise Komprimierung zur weiteren Verringerung des Packvolumens
an, beispielsweise mittels einer Ballenpresse.
[0032] Die Einrichtung kann nach folgendem Verfahren arbeiten. Vor Anlaufen der Prägevorrichtung
wird ein freier Endabschnitt der Prägefolienbahn durch den Prägespalt und um die Umlenkrolle
19 usw. bis auf den mit wirksamen Saugöffnungen versehenen Teil der Saugwalze 27 geführt,
wo der freie Endabschnitt durch Unterdruck sicher festgehalten wird. Bei laufender
Vorrichtung und in Richtung 29 drehender Walzenhülse wird ständig zugeführtes Bahnmaterial
nachgezogen und gelangt jeweils auf dem der Trennvorrichtung 28 vorgeschalteten Umfangsabschnitt
37 in flächige Haftung zur Umfangsfläche der Hülse. Bei der gezeigten Ausführungsform
entspricht die Geschwindigkeit der Hülsenoberfläche in Umfangsrichtung der Zufuhrbahngeschwindigkeit
der Folienbahn 2, so daß diese unter Aufbau von Haftreibung ohne Verrutschen mitgenommen
bzw. von der Saugwalze 27 aus dem vorgeschalteten Folienspeicher gezogen wird. Sobald
eine Ausnehmung in den Anlagebereich 47 einläuft, in dem die Prägefolienbahn tangential
kommend in Berührungskontakt mit der Walze tritt, wird die Ausnehmung durch die unter
Zugspannung stehende Prägefolienbahn überbrückt. Der überbrückte Bereich läuft weiter
Richtung Trennvorrichtung 28 während die Folienbahn auf den der Ausnehmung nachfolgenden
Halteabschnitt aufgezogen wird.
[0033] Die gezackte Schneide des umlaufenden Trennorgans 40 läuft auf einer Kreisbahn, die
sich im Bereich der Verbindungslinie zwischen den Drehachsen von Saugwalze 27 und
Rotationselement 39 mit der zylindrischen Umfangsfläche der Saugwalze überschneidet.
Bei Einlaufen einer überspannten Ausnehmung in den Bereich der Trennvorrichtung setzt
das Trennorgan zunächst auf der Außenseite der gespannten Folie auf und wird bei weiterer
Rotation bis in die in Fig. 1 gezeigte Position, bei der die Schneide direkt zur Drehachse
der Saugwalze zeigt, kontinuierlich weiter in das Innere der Ausnehmung eingedrückt.
Jenseits der gezeigten Stellung maximaler Eindringtiefe zieht sich das Trennorgan
durch die gegenläufige Drehung der Rotationselemente 27, 39 wieder aus dem Bereich
der Ausnehmung zurück.
[0034] Bei Aufsetzen des gezackten Trennmessers 40 auf die Folie werden im Bereich der entlang
einer geraden Linie senkrecht zur Umlaufrichtung 29 angeordneten, quasi punktförmigen
Zackenspitzen sofort große Aufpreßdrücke erreicht, die eine punktuelle Perforation
der Folie in Querrichtung herbeiführen, ohne diese stark in die Ausnehmung hineinzudrücken.
Die großflächige Haftung der Folienbahn beidseits der Ausnehmung verhindert dabei
zuverlässig, daß während des Trennvorgangs Bahnmaterial in den Bereich der Ausnehmung
eingezogen wird. Im weiteren Verlauf des Trennvorganges drücken sich die Sägezähne
unter Erweiterung der Perforationen weiter in die Ausnehmung ein, bis schließlich
Perforationen zusammenwachsen und sich der in Umlaufrichtung vor der Ausnehmung befindende,
flächig auf dem Vorderabschnitt 36 haftende Teil der Materialbahn von dem auf der
hinteren Andrückfläche 37 haftenden Abschnitt ablöst. Das danach nicht mehr mit dem
nachgeführten Rest der Prägefolienbahn verbundene Bahnmaterialstück gelangt bei weiterer
Drehung mit seinem vorderen Bereich in den Bereich der Saugöffnung 46. Gleichzeitig
werden die vom Vorderabschnitt abgedeckten Saugöffnungen durch den Walzenkern 31 innen
abgedeckt, so daß die Saugwirkung entfällt und sich das Materialstück leicht absaugen
läßt.
[0035] Da zur Erzeugung von Längsschnitten das bei der beschriebenen Ausführungsform durch
die Saugwalze 27 gebildete Förderelement entlang seines Umfanges eine, vorzugsweise
jedoch mehrere, parallel zueinander verlaufende Umfangsausnehmungen hat, in deren
Bereich feststehende oder ebenfalls umlaufende Trennorgane, wie Schneidmesser, eingreifen,
wird die Materialbahn in schmale Längsstreifen zertrennt. Es wurde festgestellt, dass
dadurch der Vorteil entsteht, dass diese Zerteilung in Längsstreifen bei einer darauffolgenden
Absaugung nicht nur den Widerstand und damit die Zugwirkung erhöht und vergleichsmäßig,
sondern auch schädliche Rückwirkungen auf den Prägevorgang, wie Querbewegungen und
Flattererscheinungen verringert oder vermeidet. Der Längsschnitt kann auch mit Trennungen
in Querrichtung kombiniert werden, um kurze Bahnschnipsel zu erzeugen, die mit besonders
großer Packungsdichte aufsammelbar und ggf. kompaktierbar sind.
[0036] Während bei der beschriebenen Ausführungsform die Umfangsgeschwindigkeit der Saugwalze
27 gleich der Zufuhrbahngeschwindigkeit ist, ist bei einer anderen, nicht gezeigten
Ausführungsform vorgesehen, die Umfangsgeschwindigkeit eines umlaufenden Förderelementes
zumindest zeitweise, vorzugsweise jedoch durchgehend größer als die Zufuhrbahngeschwindigkeit
zu wählen, wodurch sich zwischen Materialbahn und den entsprechenden Andruckflächen
keine Haftreibung, sondern Gleitreibung aufbaut bzw. ein Schlupf entsteht. Dies bewirkt,
daß das Förderelement der Entsorgungseinrichtung sanft und ruckfrei, aber stetig am
zugeführten Bahnmaterial zieht. Das Bahnmaterial wird kurzzeitig entgegen der Umlaufrichtung
des Förderelementes Richtung Prägespalt zurückgezogen wird. Die Länge der Andruckfläche
in Umfangsrichtung kann dabei zweckmäßig so gewählt sein, daß ein vollständiges Abrutschen
bzw. Abziehen der Materialbahn vom Förderelement zuverlässig verhindert wird. Eine
derartige Fördereinrichtung der Entsorgungseinrichtung kann mit einer Querschnitt-
und/oder Längsschnitt-Trennvorrichtung zusammenwirken. Es können besonders vorteilhaft
Längsschneider eingesetzt werden, deren feststehende oder sich bewegende, insbesondere
drehende Trennorgane eine Zertrennung des Bahnmaterials weitgehend unabhängig von
der jeweils vorherrschenden Bahngeschwindigkeit des ihnen zugeführten Bahnmaterials
bewirken können. Bei Querschneidern kann es in Abwandlung der beschriebenen Ausführungsform
beispielsweise so sein, daß ein umlaufendes Trennorgan mit einer von der Umfangsgeschwindigkeit
des Saugförderers abweichenden Umlaufgeschwindigkeit umläuft, die ggf. in Abhängigkeit
von der tatsächlichen Zufuhrbahngeschwindigkeit gesteuert sein kann, um ein Reißen
oder Zupfen am zu trennenden Bahnmaterial zu verhindern oder zu minimieren.
[0037] Ein mit Überschußgeschwindigkeit gegenüber der bewegten Folienbahn drehender Förderer,
insbesondere Saugförderer, der Entsorgungseinrichtung kann eine Zugeinrichtung mit
Schlupfantrieb für die Materialbahn 2 bilden, die mit der dem Prägespalt vorgeschalteten
Steuerwalze 17 zur kontinuierlichen oder diskontinuierlichen Bewegung der Prägefolienbahn
durch den Prägespalt zusammenwirkt. Dadurch kann ggf. eine gesonderte Zugeinrichtung,
wie sie beispielsweise durch den Saugförderer mit Schlupfantrieb der EP 0 718 099
gebildet ist, entfallen. Auch auf einen zwischen Prägespalt und Entsorgungseinrichtung
ggf. anordenbaren Folienspeicher kann ggf. verzichtet werden. Bei derartigen Ausführungsformen
kann ein Saugförderer eine Doppelfunktion haben, indem er einerseits im Rahmen der
Folienbeschleunigungsmittel für die richtige Bewegungsgeschwindigkeit und ggf. -richtung
der Prägefolienbahn im Prägespalt sorgt und andererseits als Haltemittel für die verbrauchte
Prägefolienbahn bei der kontinuierlichen Entsorgung wirkt.
[0038] Erfindungsgemäße Entsorgungseinrichtungen arbeiten auch bei hohen Durchsatzgeschwindigkeiten
des Bahnmaterials zuverlässig und sind sowohl zum Zertrennen dickeren, steiferen Bahnmaterials,
wie Papier oder dergleichen, insbesondere aber zum zuverlässigen Zerstückeln von dünnem
Folienmaterial, hervorragend geeignet. Die geschaffene Möglichkeit einer störungsfreien,
kontinuierlichen Entsorgung verbrauchten Bahnmaterials erlaubt es, entsprechende Einrichtungen
zur Verarbeitung des Bahnmaterials ohne entsorgungsbedingte Stillstandszeiten zur
Erreichung höherer Leistung zu betreiben.
1. Verfahren zur Entsorgung von flexiblem Material, das in Form mindestens einer bewegten
Materialbahn (2) vorliegt, die in einer Zufuhrrichtung (11) einer Entsorgungseinrichtung
(25) zugeführt wird, insbesondere zur Entsorgung von verbrauchter Prägefolienbahn
während des Betriebes einer Heißprägevorrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß die Materialbahn in einem zwischen einem ersten Bahnabschnitt und wenigstens einem
zweiten Bahnabschnitt liegenden Zwischenabschnitt durchtrennt wird, daß der erste
Bahnabschnitt, in Zufuhrrichtung (11) gesehen, mindestens abschnittsweise neben dem
zweiten Bahnabschnitt liegt und die Durchtrennung im spitzen Winkel oder parallel
zur Zufuhrrichtung (11) erfolgt und dass die Materialbahn kurzzeitig entgegen der
Zufuhrrichtung (11) Zurückgezogen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Materialbahn (2) durch einen Längsschnitt oder mehrere zueinander parallele Längsschnitte
in schmale Streifen zertrennt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Bahnmaterial in dem Zwischenabschnitt frei schwebend und/oder gespannt gehalten
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine zusätzliche Durchtrennung quer, insbesondere senkrecht zur Zufuhrrichtung erfolgt,
wobei ggf. an mehreren Stellen gleichzeitig getrennt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Bahnmaterial zur Durchtrennung mit freier Schneide geschnitten wird und/oder
daß das Bahnmaterial zur Durchtrennung im Zwischenbereich an vielen Stellen, vorzugsweise
gleichzeitig, perforiert wird und daß die Perforation anschließend bis zum Zusammenwachsen
vergrößert wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Bahnmaterial zur Durchtrennung im Zwischenbereich aufgeschmolzen wird, insbesondere
entlang einer im wesentlichen geraden Schmelzlinie.
7. Vorrichtung zur Entsorgung von flexiblem Material, das in Form mindestens einer bewegten
Materialbahn (2) vorliegt, die in einer Zufuhrrichtung mit einer Zufuhrbahngeschwindigkeit
von einer bahnmaterialverarbeitenden Einrichtung der Vorrichtung zugeführt wird, zur
Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sie eine einen Längsschnitt ausführenden Trennvorrichtung (28) aufweist, dass die
Trennvorrichtung (28) zur Durchtrennung des Bahnmaterials (2) zwischen wenigstens
zwei zu entsorgenden Bahnabschnitten ausgebildet und die bahnmaterialverarbeitende
Einrichtung zum kurzzeitigen Zurückziehen der Bahnabschnitte entgegen der Zufuhrrichtung
(11) vorgesehen ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß sie erste Haltemittel (27, 36) zum flächigen Festhalten eines ersten Bahnabschnittes
der Materialbahn und zweite Haltemittel (27, 37) zum flächigen Festhalten eines zweiten
Bahnabschnittes der Materialbahn aufweist und dass die ersten Haltemittel und/oder
die zweiten Haltemittel mindestens eine in Zufuhrrichtung bewegbare Andruckfläche
(36, 37) aufweisen, auf die ein Bahnabschnitt unter Aufbau von Haftreibung oder Gleitreibung
anpreßbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Haltemittel mindestens ein endlos umlaufendes Fördermittel umfassen, insbesondere
eine Transportwalze (33) oder ein Transportband und/oder daß die Haltemittel mindestens
einen Saugförderer (27) umfassen, der mindestens ein umlaufendes Förderelement (33)
mit einer als Andruckfläche dienenden Außenfläche (36, 37) aufweist, an die ein die
Bahnabschnitte umfassender Längsabschnitt des Bahnmaterials ansaugbar ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Andruckfläche mindestens eine von dem angedrückten Bahnmaterial überbrückbare
Ausnehmung (34, 35) aufweist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Trennvorrichtung (28) mindestens ein bewegbares Trennorgan (40) hat, das das
bewegte Bahnmaterial im Bereich einer Ausnehmung (34, 35) durchtrennt und/oder daß
die Trennvorrichtung (28) mindestens ein mit einem umlaufenden Fördermittel (33) synchronisiertes,
an seinem Umfang mindestens ein Trennorgan (40) tragendes Rotationselement (39) aufweist,
das relativ zu dem Fördermittel derart angeordnet ist, daß das Trennorgan mit einer
Ausnehmung (34, 35) kämmt und/oder daß das Trennorgan ein Schneidmesser (40) ist,
insbesondere mit gezackter Schneide.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß eine Sammeleinrichtung für Bahnmaterialabschnitte vorgesehen ist, die eine Absaugeinrichtung
(30) aufweist und/oder daß der Vorrichtung eine Einrichtung zur, vorzugsweise chargenweisen,
Komprimierung von gesammelten Bahnmaterialstücken zugeordnet ist, insbesondere mindestens
eine Ballenpresse.
13. Prägevorrichtung einer bahnmaterialverarbeitenden Einrichtung mit einem Prägewerk
(3), bei dem zwischen einem Prägezylinder (4) und einem Gegendruckelement (5) ein
Prägespalt (6) gebildet ist, und mit einer Transporteinrichtung (1) zum Transport
einer Prägefolienbahn (2) durch den Prägespalt, dadurch gekennzeichnet, daß dem Prägespalt nachgeordnet mindestens eine Entsorgungseinrichtung (25) nach einem
der Ansprüche 7 bis 12 angeordnet ist.
1. Method for the disposal of flexible material in the form of at least one moving material
web (2) fed in a feed direction (11) to a disposal device (25), particularly for disposing
of used embossing film web during the operation of a hot embossing mechanism, characterized in that the material web is separated in an intermediate portion located between a first
web portion and at least one second web portion, that the first web portion, considered
in the feed direction (11), at least zonally is alongside the second web portion and
separation takes place at an acute angle or parallel to the feed direction (11) and
that the material web is briefly retracted counter to the feed direction (11).
2. Method according to claim 1, characterized in that the material web (2) is cut into narrow strips by a longitudinal cut or several parallel
longitudinal cuts.
3. Method according to claim 1, characterized in that the web material is held in freely suspended and/or taut manner in the intermediate
portion.
4. Method according to claim 1 or 2, characterized in that an additional separation takes place transversely and in particular at right angles
to the feed direction and optionally separation takes place simultaneously at several
points.
5. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the web material for separation purposes is cut with a free cutting edge and/or that
the web material for separation purposes is perforated in the intermediate area at
a number of points and preferably simultaneously and that the perforation is subsequently
enlarged until growing together occurs.
6. Method according to one of the claims 1 to 4, characterized in that the web material is melted in the intermediate area for separation purposes, in particular
along a substantially straight melt line.
7. Apparatus for the disposal of flexible material in the form of at least one moving
material web (2) fed in a feed direction with a feed web speed by a web material-processing
device to the apparatus for performing the method according to one of the preceding
claims, characterized in that it has a separating device (28) performing a longitudinal cut, that the separating
device (28) for separating the web material (2) is constructed between at least two
web portions to be disposed of and the web material-processing device is provided
for the brief retraction of the web portions counter to the feed direction (11).
8. Apparatus according to claim 7, characterized in that it has first holding means (27, 36) for the flat holding of a first material web
portion and second holding means (27, 37) for the flat holding of a second material
web portion and that the first holding means and/or the second holding means have
at least one pressing face (36, 37) movable in the feed direction and onto which can
be pressed a web portion, accompanied by the building up of static or sliding friction.
9. Apparatus according to claim 8, characterized in that the holding means comprise at least one continuously revolving conveying means, particularly
a conveying roll (33) or a conveyor belt and/or that the holding means comprise at
least one suction conveyor (27) having at least one revolving conveying element (33)
with an outer face (36, 37) serving as the pressing face and onto which can be sucked
a longitudinal portion of the web material comprising the web portions.
10. Apparatus according to one of the claims 8 or 9, characterized in that the pressing face has at least one recess (34, 35) bridgeable by the pressed web
material.
11. Apparatus according to one of the claims 7 to 10, characterized in that the separating device (28) has at least one movable separating member (40) separating
the moving web material in the vicinity of a recess (34, 35) and/or that the separating
device (28) has at least one rotary element (39) synchronized with a revolving conveying
means (33) and carrying on its circumference at least one separating member (40) and
which is so positioned relative to the conveying means that the separating member
meshes with a recess (34, 35) and/or that the separating member is a blade (40), particularly
having a serrated cutting edge.
12. Apparatus according to one of the claims 7 to 11, characterized in that there is a collecting device for the web material portions and which has a suction
device (30) and/or that with the apparatus is associated a device for preferably batchwise
compression of the collected web material pieces, particularly at least one baling
press.
13. Embossing apparatus of a web material-processing device with an embossing mechanism
(3) in which an embossing gap (6) is formed between an embossing cylinder (4) and
a counterpressure element (5), and with a conveying device (1) for conveying an embossing
film web (2) through the embossing gap, characterized in that the embossing gap is followed by at least one disposal device (25) according to one
of the claims 7 to 12.
1. Procédé pour l'élimination d'un matériau flexible sous forme d'au moins une bande
de matériau en mouvement (2) qui est conduite dans le sens d'alimentation (11) d'un
dispositif d'élimination (25), en particulier pour l'élimination d'une bande de film
de gaufrage usagé pendant le fonctionnement d'un dispositif de thermoformage, caractérisé en ce que la bande de matériau est découpée dans un segment intermédiaire situé entre un premier
segment de bande et au moins un second segment de bande, que le premier segment de
bande, vu dans le sens d'alimentation (11), se trouve au moins en partie à côté du
second segment de bande, que la découpe a lieu sous un angle aigu ou parallèlement
au sens d'alimentation (11) et que la bande de matériau est brièvement retirée dans
le sens contraire au sens d'alimentation (11).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la bande de matériau (2) est découpée en fines bandelettes par une découpe longitudinale
ou plusieurs découpes longitudinales parallèles les unes par rapport aux autres.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le matériau en bandes est tenu de façon pendante et/ou tendue dans le segment intermédiaire.
4. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'une découpe supplémentaire a lieu de manière transversale, en particulier verticale
par rapport au sens d'alimentation, sachant qu'une découpe peut être effectuée le
cas échéant à plusieurs endroits à la fois.
5. Procédé selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce que, pour être séparé, le matériau en bandes est découpé par une lame libre et/ou que
le matériau en bandes est, pour être séparé dans le segment intermédiaire, perforé
à plusieurs endroits, de préférence simultanément, et que les perforations sont ensuite
agrandies jusqu'à ce qu'elles se rejoignent.
6. Procédé selon une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le matériau en bandes est fondu pour la découpe dans le segment intermédiaire, en
particulier le long d'une ligne de fusion essentiellement rectiligne.
7. Dispositif pour l'élimination d'un matériau flexible sous forme d'au moins une bande
de matériau en mouvement (2) qui est conduite dans le sens d'alimentation à une vitesse
d'amenage d'une installation traitant le matériau en bande et faisant partie du dispositif,
pour la réalisation du procédé selon une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il présente un dispositif de séparation (28) réalisant une découpe longitudinale,
que le dispositif de séparation (28) est positionné, pour la découpe du matériau en
bandes (2), entre au moins deux segments de bandes à éliminer et que l'installation
traitant le matériau en bandes est prévue pour le retrait rapide des segments de bande
dans le sens inverse du sens d'alimentation (11).
8. Dispositif selon la revendication 7, caractérisé en ce qu'il présente un premier élément de maintien (27, 36) pour le maintien à plat d'un premier
segment de bande des bandes de matériau et un second élément de maintien (27, 37)
pour le maintien à plat d'un second segment de bande des bandes de matériau, et que
le premier élément de maintien et/ou le second élément de maintien présente au moins
une surface de pression mobile (36, 37) dans le sens d'alimentation sur laquelle un
segment de bande peut être accolé par formation de friction statique ou de glissement.
9. Dispositif selon la revendication 8, caractérisé en ce que les éléments de maintien comprennent au moins un élément transporteur tournant en
continu, en particulier un rouleau transporteur (33) ou un tapis transporteur et/ou
que les éléments de maintien comprennent au moins un transporteur aspirant (27) qui
présente au moins un élément de transport (33) continu avec une surface extérieure
(36, 37) servant de surface de pression sur laquelle un segment longitudinal du matériau
en bande comprenant les segments de bande peut être aspiré.
10. Dispositif selon la revendication 8 ou 9, caractérisé en ce que la surface de pression présente au moins un évidement (34, 35) pouvant être enjambé
par le matériau en bandes accolé.
11. Dispositif selon une des revendications 7 à 10, caractérisé en ce que le dispositif de séparation (28) présente au moins un organe de séparation mobile
(40) qui découpe le matériau en bandes en mouvement dans la zone d'un évidement (34,
35) et/ou que le dispositif de séparation (28) présente au moins un élément rotatif
(39), synchronisé avec un élément de transport continu (33) et portant sur sa circonférence
au moins un organe de séparation (40), qui est disposé par rapport à l'élément de
transport de telle façon que l'organe de séparation s'engage dans un évidement (34,
35) et/ou que l'organe de séparation est un couteau (40), en particulier à lame dentelée.
12. Dispositif selon une des revendications 7 à 11, caractérisé en ce qu'un dispositif de collecte est prévu pour les segments de matériau en bandes, qui présente
un dispositif d'aspiration (30) et/ou qu'une installation pour la compression, de
préférence par lots successifs, des parties collectées du matériau, en particulier
au moins une presse à balles, est ajoutée au dispositif.
13. Dispositif de gaufrage d'une installation traitant le matériau en bandes avec une
presse à gaufrer (3) sur laquelle une zone de gaufrage (6) est formée entre un cylindre
de gaufrage (4) et un élément de contre-pression (5), et avec une installation de
transport (1) pour le transport d'une bande de film de gaufrage (2) à travers la zone
de gaufrage, caractérisé en ce qu'est associée, en aval de la zone de gaufrage, au moins une installation d' élimination
(25) selon une des revendications 7 à 12.