[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Konstruktionsverbesserung von Inline-Skates nach
dem Oberbegriff des unabhängigen Anspruchs 1. Inline-Skates dienen dem Fortkommen
von Personen, die sich durch Anwendung des Schlittschuh-Schrittes dynamisch fortbewegen.
Inline-Skates werden hauptsächlich für Sport und Freizeit getragen. Da in einer Freizeitgesellschaft
Aspekten wie Komfort, Fahrgefühl und Sportambitionen besondere Bedeutung zukommen,
sind diesbezügliche Verbesserungen im Kampf um den Absatz entscheidend.
[0002] Bei bekannten Inline-Skates sind die Rollen aufgrund der Belastung und der Einfachheit
der heutigen Konstruktionen fix in einen Rahmen eingebunden. Dieser Rahmen wiederum
ist fix mit dem Schuh verbunden. Somit sind die Rollen immer parallel zum Fuss angeordnet
und die Elastizität ist beschränkt auf Struktur-Elastizität und gewissen Fussbetteinlagen,
von denen die Hersteller behaupten, sie seien Schlag-absorbierend. Das Problem herkömmlicher
Inline-Skates besteht darin, dass einerseits eine präzise Seitenführung gegeben sein
muss und andererseits eine weiche, die Stösse würden, da die Elastizitätsgrenze einer
fixen Konstruktion bei starken Stössen schnell überschritten ist und das Material
zu fliessen beginnt, was einer permanenten, unerwünschten Deformation der Rollen-Aufhängung
gleichkommt. Aus diesen Gründen werden Unebenheiten der Fahrbahn in Form von Schlägen
direkt an den Schuh weitergeleitet. Die minimale Fähigkeit, Schläge zu absorbieren
beschränkt sich deshalb auf einen Unterbau der Innensohle oder andere elastische Teile,
die etwas weicher ausgelegt sind. Dass hier Füsse und Gelenke einiges an Schlägen
zu ertragen haben, liegt auf der Hand. Die aktuelle Konstruktion ist also sowohl in
medizinischer Hinsicht wie auch in Hinblick auf den Roll-Komfort unbefriedigend. Desweiteren
leidet die Haftung bei unebenem Untergrund dramatisch, was wiederum ein Sicherheitsmanko
ist.
[0003] Obwohl heutige Konstruktionen eine im Grunde genommen dynamische Fortbewegung ermöglichen,
wird der Dynamik durch die statische Konstruktion enge Grenzen gesetzt. Routinierte
Skater haben Mühe, die Geschwindigkeit noch weiter zu steigern. Dies liegt unter anderem
daran, dass Muskeln benutzt werden, die im Körper nicht zu den grössten gehören. So
zum Beispiel das Abstossen des zu beschleunigenden Schuhs am quergestellten Schuh,
das mit der Muskulatur erfolgt, die für das Spreizen der Beine zuständig ist. Andere
Muskeln wie der Quadrizeps (grosser Streckmuskel des Oberschenkels), die viel leistungsfähiger
sind, könnten jedoch noch erheblich mehr leisten. Desweiteren limitiert die Beingeometrie
das Fortkommen. Ausfahrbare Beine würden das Fortkommen erheblich verbessern. Dies
technologisch zu machen ist also die Herausforderung.
[0004] Desweiteren verfügen die bekannten Inline-Skates nur über äusserst unbefriedigende
Bremsen. Obwohl verschiedenste Mechanismen auf dem Markt sind, weisen alle prinzipbedingte
immanente Mängel auf. Die Bremswirkung ist daher nur mangelhaft, die Betätigung der
Bremsen ist unergonomisch und daher besonders in Schreckmomenten oft gar nicht möglich.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, eine verbesserte Aufhängung der Inline-Skates zu schaffen.
Nach der Erfindung wird diese Aufgabe mit einer umgestalteten Verbindung der Rollen
zum Schuh gelöst, welche die Merkmale im kennzeichnenden Teil des unabhängigen Anspruchs
1 aufweist. Die abhängigen Ansprüche beziehen sich auf vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung.
[0006] Der Unterschied zu bekannten Systemen besteht u.a. darin, dass dedizierte Elemente
einerseits Elastizität und andererseits Dämpfung in die Rollen-Aufhängung einbringen.
Dadurch ist es möglich, echte, über das bisherige Mass der bekannten Schlag-Absorptionsfähigkeit
weit hinausgehende Flexibilität zu erzielen. Durch die Trennung der Trage- und Führungs-Struktur
von der Elastizitäts- und Dämpfungs-Struktur ist es möglich, trotz präziser Radführung
und guter Beständigkeit ein weiches, komfortables Fahrgefühl zu erzielen, das weitgehend
unabhängig vom Strassenzustand ist und zudem Gelenke schont. Dies wird nochmals gesteigert,
wenn die Rollen einzeln gefedert und gedämpft sind. Erst dann kann eine Boden-Unebenheit
von einer Rolle nach der anderen genommen werden, ohne dass der gesamte Schuh zuerst
vorne und danach hinten angehoben wird. Federungen sind bei Rollschuhen zwar bereits
Stand der Technik. Bei Inline-Skates hingegen war die Realisierung einer Federung
zu vertretbaren Kosten bisher noch nicht möglich, weil die Aufhängung zweier durch
eine Starrachse verbundenen Rollen viel einfacher ist als die Federung einer einzelnen
Rolle. Inline Skates benötigen hierzu eine einfache Konstruktion, die eine präzise
Radführung erlaubt, damit das Fahrgefühl nicht schwammig wird. Ein weiterer wichtiger
Grund für eine solche Federung ist die deutlich verlängerte Lebensdauer der kostspieligen
Radlager, die dank der Federung nur noch einen Bruchteil der bisherigen Spitzenbelastungen
aufnehmen müssen.
[0007] Desweiteren besteht der Unterschied zu bekannten Systemen darin, dass ein dynamischer
Mechanismus die Bewegung ergonomischer macht. Dies erfolgt durch eine Energiespeicher-Einheit.
Diese Energiespeicher-Einheit wird durch grosse Muskeln aufgeladen, und entlädt die
Energie so, dass kleinere Muskeln unterstützt werden. Kostengünstige Energiespeicherung
lässt sich beispielsweise mit Federn, Hydraulik, Pneumatik und weiteren Technologien
realisieren. Aufgrund des einfacheren Verständnisses wird im folgenden das Beispiel
der Federeinheit beschrieben.
[0008] Die Federeinheit versucht, den Schuh in vertikaler Richtung vom Boden wegzudrücken.
Die Federeinheit kann entweder nur auf den Absatz wirken, sodass der Schuh vorne in
einem Scharnier fixiert ist oder die Federeinheit drückt den Schuh vorne und hinten
vom Boden weg. Dadurch, dass die Federkraft auf das Körpergewicht abgestimmt werden
kann, wird erreicht, dass das Körpergewicht des Fahrers stets einen gewissen Prozentsatz,
z.B. 50% oder 100%, höher ist als der Federdruck. Das führt dazu, dass bei jedem Belasten
des Schuhs - wenn also das Körpergewicht auf den bisher unbelasteten Schuh verlagert
wird - die Federvorrichtung gespannt wird. Wird der Schuh während des Seitenwechsel
wieder entlastet, so drückt die Feder den Schuh wieder nach oben, wobei durch die
in dieser Schritt-Phase ausgeprägte Schrägstellung des Schuhs der Fahrer vor allem
nach vorne gedrückt wird. Diese Dynamisierung des Bewegungsvorganges erlaubt es, den
Vorwärtsschub durch substantielle Miteinbeziehung des Quadrizeps massiv zu steigern.
Da ein Teil der Vortriebsleistung durch den Spannvorgang der Feder erfolgt, resultiert
der neue, leicht veränderte Schlittschuh-Schritt in einer Art Bergaufwärtsgehen. Allerdings
erfolgt dies mit einem Kraftaufwand, der unter dem Körpergewicht liegt, weshalb der
Vorgang ideale Trainingseigenschaften aufweist. Wird die Federcharakteristik so ausgelegt,
dass gegen Ende des Spannvorganges der für weiteres Spannen benötigte Kraftaufwand
steigt, so kann die Konstruktion auch so ausgelegt werden, dass diese Feder die Aufgabe
der Radaufhängung integriert. Damit wird ein wertvoller Synergie-Effekt erzielt, der
den einzigen Nachteil hat, dass die Rollen keine Einzelaufhängung aufweisen, was aber
in Sachen gefederte Masse nicht viel ausmacht.
[0009] Die Vortriebsfeder kann senkrecht oder geneigt eingebaut werden. Wird die Vortriebsfeder
geneigt eingebaut, so wird eine in Spannrichtung betrachtet degressive und in Entspannrichtung
progressive Federkennlinie erzielt. Damit wird vermieden, dass einfache Unebenheiten
der Strasse ungewollt die Entlastung der Feder verursachen. Desweiteren sorgt beim
Entspannen der starke Schub in der Endphase für ein besonders rasantes Vorwärtskommen.
Ist der Neigewinkel der Feder verstellbar, so kann die Charakteristik den individuellen
Wünschen angepasst werden. Die Vortriebsfeder kann sowohl direkt auf den Schuh wie
auch auf die Führung oder das Gestänge wirken. Damit werden insbesondere andere Hebel
und Wirkungscharakteristiken ermöglicht.
[0010] Eine Fixierung ermöglicht den Vortriebsmechanismus abzuschalten. Die Fixierung erlaubt
eine manuelle oder automatische Aktivierung bzw. Deaktivierung des Vortriebsmechanismus.
Damit sind folgende Positionen möglich: Ganz ausgeschaltet, automatisch aktivierbar
und ständig aktiviert. Ein automatisches Ein- oder Ausrasten ist z.B. möglich durch
eine starke Belastung des Absatzes im eingefahrenen Zustand. Dies kann dadurch erreicht
werden, dass der Fahrer leicht in die Knie geht und dann ruckartig aufsteht. Für diese
automatische Aktivierung bzw. Deaktivierung bieten sich herkömmliche Mechanismen an,
wie wir sie vom Kugelschreiber und anderen Alltagsgegenständen kennen.
[0011] Die Federung der einzelnen Rollen kann kostspielig werden. Deshalb wie auch aus anderen
Gründen ist eine Reduktion der heute 4-5 Rollen pro Schuh auf 2-3 Rollen pro Schuh
möglich aber nicht notwendig.
[0012] Ein Augenmerk muss auf die damit erzielbaren höheren Geschwindigkeiten gelegt werden,
weshalb bessere Bremsen notwendig sind. Die Erfindung erzielt eine viel bessere Bremswirkung
dadurch, dass die Bremse nicht auf die hintere(n) Rolle(n) wirkt, wie das bisher üblich
ist, sondern auf die vordere(n) Rolle(n). Damit wird einerseits gewährleistet, dass
genau die Rolle(n), die durch das Bremsen am stärksten belastet wird(werden), auch
die Bremswirkung entfalten kann(können). Die Bremswirkung wird somit unvergleichlich
viel besser ausfallen. Der Mensch belastet im Gehen oder Laufen den Fussballen stärker,
wenn er Abbremsen will. Eine ergonomische Auslegung der Bremse muss diesen Mechanismus
nutzen. Dies geschieht wie folgt: Der Schuh besteht vereinfacht betrachtet aus dem
Fussteil und dem Schaft, der den unteren Teil des Unterschenkels umschliesst. Versucht
der Skater auf den Fussballen zu stehen, bzw. einfach nur den Unterschenkel nach hinten
zu drücken, so entsteht eine Relativbewegung des Schaftes zum Fussteil. Diese Bewegung
wird genutzt, um z.B. via Bowdenzug oder Gestänge eine auf die vorderste(n) Rolle(n)
wirkende Bremse - z.B. analog einer Fahrradbremse- zu betätigen. Damit wird die Bremse
auch endlich selbststabilisierend. Denn je mehr Rücklage jemand hat, umso immanenter
ist die Gefahr, auf den Rücken zu fallen. Dieser Tendenz wird dadurch entgegengewirkt,
dass diese Rücklage die Bremse automatisch stärker anzieht, was wiederum dem Skater
ermöglicht, mehr in Vorlage zu geraten, sofern er dies will. Gerät jemand in Vorlage,
wird dadurch auch automatisch die Bremse wieder gelöst. Wir haben es also mit einer
dynamischen, ergonomischen Selbststabilisierung zu tun. Diese neuartige Bremsauslegung
wird überdies durch die Federung doppelt unterstützt, da einerseits das Abtauchen
des Schuhs vorne die zur Verfügung stehenden Wege der Bremsbetätigung - also die Relativbewegung
des Schaftes zum Fussteil - vergrössern. Andererseits kann bei Auslegung der Bremse
gemäss Fig. 3 bei eingefederter Rolle das Spiel zwischen Rolle und Bremse verkleinert
werden, was wiederum die Bremswirkung verstärkt. Diese zweite Möglichkeit kann auch
einfach, z.B. anhand eines Gewindes, individuell verstellbar ausgestaltet werden.
Vorrichtungen, die Zug direkt weitergeben sind dabei den über Umlenkungen u.ä. wirkenden
auf Druck basierenden Vorrichtungen überlegen. Die erwähnten Bowdenzug- und Gestänge-Lösungen
haben den Vorteil, dass die Bremseinstellung mittels Stellschrauben oder ähnlichem
einfach anpassbar und individualisierbar ist, zudem kann eine solche Bremse auch einfach
abschaltbar ausgeführt werden. Ein weiterer massiver Vorteil dieser Erfindung besteht
darin, dass mit dieser Auslegung die Inline Skates auch konventionelles Gehen ermöglichen:
Belastet der Skater den Fussballen und versucht, gleichsam "auf den Zehenspitzen"
zu gehen, so wird die Bremse automatisch aktiviert, was ein gehen auf blockierten
Rollen ermöglicht. Damit wird unter anderem das Treppensteigen mit Inline-Skates möglich.
Eine weitere Folgeerscheinung davon ist das massiv vereinfachte Lernen. Denn mit konventionellen
Skates fährt man einfach unkontrolliert davon, sobald man sie anhat. Das Bremsen muss
richtiggehend geübt werden und ob es im Schreckmoment des Ernstfalls auch klappt ist
fraglich. Hier aber ermöglicht der fliessende und einfach kontrollierbare Übergang
zwischen fahren und stehen bleiben ein den Fähigkeiten des Skaters angepasstes Fahren,
das jederzeit unterbrochen werden kann. Zusätzlich ermöglichen die Stellschrauben
den Anfängern, die Bremsen minim festzustellen, womit gewährleistet ist, dass sie
nicht nur sensibel und sehr schnell ansprechen, sondern auch das durch kleinere Unebenheiten
bedingte, unkontrollierte davon-rollen unterbunden wird.
[0013] Um die Handhabbarkeit dieses Bremsmechanismus noch zu verstärken, kann auch zwischen
der ersten ein oder zwei Rollen und den folgenden Rolle ein Gelenk eingebaut werden,
um die erste Rolle nach oben wegzuklappen. Dieses Gelenk kann auch mit Federkraft
wieder in die Ursprungsstellung zurückgebracht werden. Ein solches Gelenk kann auch
als Ersatz der Federung der ersten ein oder zwei Rollen gebraucht werden. Dieses Gelenk
bildet somit die Beweglichkeit des Fussballens nach.
[0014] Da die Produktion günstig sein muss, ist im Grossserienbau auf kostengünstige Realisierung
zu achten. Aufhängungen wie sie aus dem KFZ- und Fahrrad-Bau bekannt sind, können
zwar grundsätzlich verwendet werden. Dies gilt insbesondere auch für Konstruktionen,
die heute im KFZ-Bau nicht mehr üblich sind, wie z.B. die Nabenfederung. Da die Kosten
hier aber hoch liegen dürften, wird im folgenden eine Lösung beschrieben, die sich
durch sehr günstige Fertigungskosten im Grossserienbau auszeichnet. Sie besteht aus
Elementen, die steckbare Z-förmige oder andere, geometrisch vorteilhafte Formen aufweisen.
Natürlich können diese Federelemente auch angeschraubt, genietet, geklebt oder sonst
wie befestigt werden. Wenn hier im Folgenden von Federstahl-Elementen gesprochen wird,
so deshalb, weil diese Materialien heute am bekanntesten sind. Natürlich sind auch
andere Materialien wie hochfeste Kunststoffe möglich. Bei Kunststoffen wie auch bei
Metallen oder Kombinationen beider Werkstoffe kann durch Sandwich-Konstruktion, Laminierung
oder dergleichen und anderen Ansätzen die Schwingungsdämpfungseigenschaft auch direkt
eingepflanzt werden. Durch diese Federstahl-Elemente wird die Verbindung zur Führungs-
und Trage-Struktur hergestellt. Sie eignen sich besonders deshalb, weil die Biegesteifigkeit
solcher Elemente je nach Layout der Elemente nahezu unbeschränkt designt werden kann.
Es ist insbesondere möglich, in einer Richtung (Vertikale) ein elastisches Federn
zu erzielen während in anderen Richtungen (Querrichtung, Torsion oder Längsrichtung)
eine sehr hohe Steifigkeit erzielt wird, d.h. die bisherigen guten Führungseigenschaften
nicht verloren gehen. Die Federstahl-Elemente erlauben durch Auswechseln einerseits
eine einfache, kostengünstige Anpassung an das Körpergewicht des Fahrers, z.B. in
10kg-Schritten. Andererseits kann durch solche Elemente auch ein Zusatzgeschäft eröffnet
werden, da verschiedene Feder-/Dämpfer-Einstellungen nicht nur möglich sind sondern
auch je nach Einsatzgebiet etc. selektiv nutzbar werden. Werden Dämpfer-Elemente so
platziert, dass sie oben von der Trage- und Führungs-Struktur begrenzt werden und
unten von der Federstahl-Feder, erhält man eine kostengünstige Lösung für die Feder-Dämpfer-Einheit,
die nicht nur einfach wartbar, sondern auch einfach auf die individuellen Bedürfnissen
anpassbar ist. Als Dämpfermaterial kommt etwa Gummi, Elastomere oder andere Materialien
mit guter Schwingungsabsorption in Frage.
[0015] Wird die Rollen-Aufhängung so eingebaut, dass die Rolle in Fahrtrichtung betrachtet
vor der Aufhängung kommt, so wird das Eigenlenkverhalten vom Untersteuern in Richtung
Übersteuern verändert. Währenddem das Untersteuern Fahrfehler noch gut toleriert,
wird das Übersteuern für Personen interessant, die sehr routiniert sind und mehr aus
ihren Inline-Skates rausholen möchten. Das damit verbundene aggressivere Verhalten
ermöglicht weitere substanzielle Abstufungen des Angebotes in Funktion des Könnens,
was letztlich Marktentwicklung mit sich zieht, weil man mit fortschreitendem Können
verstärkten Bedarf an dem neuen Können angepassten Inline-Skates hat. Weitere Möglichkeiten
bietet die Fixierung der Federelement auf der anderen Seite der Rolle an, was ein
neutrales Eigenlenkverhalten nach sich zieht. Insbesondere kann durch eine längsverschiebbare
Fixierung nicht nur die Torsion massiv eingedämmt werden sondern auch Material-Qualität
und-Menge reduziert werden.
Von der weicheren oder härteren Federung, kürzeren oder längeren Federwegen, schwächerer
oder stärkerer Dämpfung über das Eigenlenkverhalten bis hin zu pro Rolle unterschiedlichen
Auslegungen sind der Anpassbarkeit an die Bedürfnisse keine Grenzen mehr gesetzt.
[0016] Im übrigen kann die Dämpfung auf Wunsch auch so ausgelegt werden, dass bei starkem
Einfedern für das weitere Einfedern auch Widerstand der Dämpfung überwunden werden
muss. Dies führt zu einer bei Federungen sehr erwünschten progressiven Kennlinie,
da so das gefürchtete Durchschlagen auch bei ausserordentlich harten Schlägen vermieden
werden kann.
[0017] Die Rollen können im oberen Teil ("Radkasten") nach belieben entweder optisch abgedeckt
sein oder frei sichtbar. In Fig. 5 ist eine mittlere Variante dargestellt. Der Radkasten
kann auch so ausgestaltet werden, dass er eine Überdehnung der Federn verhindert indem
er eine zu hohe Auslenkung aus der Normalposition verhindert.
[0018] Die Erfindung wird nachstehend anhand der schematischen Zeichnungen, welche Ausführungsbeispiele
und Einzelheiten davon zeigen, näher erläutert.
[0019] Es zeigen:
- Fig. 1
- die Seitenansicht der neuen Skates mit ausgefahrener Vortriebfeder hinten;
- Fig. 2
- die Ansicht eines Schuhs mit ausgefahrener Vortriebfeder vorn und hinten;
- Fig. 3
- Querschnitt durch eine Rolle mit neuartiger Bremse:
- Fig. 4
- die Seitenansicht einer gefederten Rolle am Beispiel der Lösung mit Zförmigem Federstahl-Element;
- Fig. 5
- die Seitenansicht einer gefederten und gedämpften Rolle;
- Fig. 6
- mögliche Führung des Bowdenzugs und Übertragung von Zug auf den Bowdenzug;
- Fig. 7
- Auslegungsvariante für Feder-/Dämpfer-Einheit mit oder ohne Bremse;
- Fig. 8
- Rolle mit Einarmschwingen-Aufhängung
[0020] Fig. 1 zeigt einen Inline-Skates 1 nach der Erfindung in einer schematischen Seitenansicht.
Dabei ist der Schuh 11 in halb ausgefahrenem Zustand des Energiespeichers 142 abgebildet.
Dabei stützt sich die Schuhsohle auf die Auflage 1421 ab. Diese Verbindung kann auch
als Scharnier ausgestaltet sein. Der Energiespeicher seinerseits ist über die Lagerung
1422 mit dem Fahrgestell 14 verbunden. Vorne bildet das Scharnier 141 die Verbindung
des Fahrgestells zum Schuh. Die Rollen 12 sind über Feder/Dämpfer-Einheiten 131, hier
als lineare Federung dargestellt, mit der Rollenführung 13 verbunden. Natürlich kann
die Anzahl Rollen pro Schuh zwischen 2 und 5 oder noch mehr variieren. Mit den 4 abgebildeten
soll lediglich ein Standardfall dargestellt werden. Die Art und Ausgestaltung der
Feder/Dämpfer-Einheiten ist prinzipiell unerheblich. Sie muss lediglich sicherstellen,
dass die Rollen gut geführt bleiben und sich beim Einfedern nicht unkontrolliert neigen
oder verdrehen. Bei den hier dargestellten Feder/Dämpfer-Einheiten kann dies beispielsweise
über Führungen erfolgen. Die Führungen können auch ähnlich den in Fig. 2 gezeigten
Gestängen 251 und 252 ausgebildet sein.
[0021] Fig. 2 zeigt einen Inline-Skates 2 nach der Erfindung in einer schematischen Seitenansicht.
Dabei ist der Schuh 21 in halb ausgefahrenem Zustand des vorderen Energiespeichers
241 und in halb ausgefahrenem Zustand des hinteren Energiespeichers 242 abgebildet.
Die Schuhsohle stützt sich auf die Auflagen 2421 und 2422 ab. Diese Verbindungen können
auch als Scharniere ausgestaltet sein. Der Energiespeicher seinerseits ist über die
Lagerungen 2421 und 2422 mit dem Fahrgestell 24 verbunden. Die Verbindung des Fahrgestells
24 zum Schuh wird beispielsweise durch ein Führungsgestänge 251 und 252 wahrgenommen.
Die Energiespeicher 241 und 242 können auch direkt auf das Gestänge 251 und 252 wirken.
Die Inklination der Energiespeicher 241 und 242 kann auch anders als hier abgebildet
ausfallen. Insbesondere kann die Richtung der Neigung anders als hier gezeigt sein
und diese kann auch vorne und hinten unterschiedlich sein. Der Neigungswinkel kann
verstellbar sein. Das Gestänge 251 und 252 kann auch innenliegend ausgeführt werden.
Das Gestänge ist auch so ausführbar, dass der Schuh relativ zu den Rollen eine Vorwärts-
/ Rückwärtsbewegung ausführt. Dies, um einen möglichst ergonomischen und physikalisch
optimalen Bewegungsablauf zu erlauben. Der hier nicht dargestellte Unterbau kann analog
den Ausführungen für Fig. 1 bzw. Fig. 4 und 5 ausgestaltet werden.
[0022] Fig. 3 zeigt einen Schnitt durch die Bremse. Die gezeigte Konstruktion ermöglicht
ein früheres Einsetzen der Bremswirkung im eingefederten, belasteten Zustand. Dies
unterstützt die Bremswirkung und die ergonomische Auslegung der Bremse. Die linke
bzw. rechte Seitenwand (32) der Rollenhalterung nimmt dabei Achse und Lager (311)
der Rolle (31) auf. Die Halterung (33) des Bremsgestänges (34) bildet dabei das Widerlager,
über das die Bremskraftwirkung des Bowdenzugs (35) mit Saite (351) auf die Rolle übertragen
wird. Das Bremsgestänge (34) kann mit Bremsbacken ausgeführt werden, welche die Rolle
abbremsen. Oder das Bremsgestänge kann selbst so ausgeformt sein, dass es direkt auf
die Rolle wirkt. Aus Gründen der Übersichtlichkeit wird in dieser Abbildung auf die
Darstellung der Feder-/Dämpfer-Einheit verzichtet. Doch wird klar, dass entsprechend
dem Anstellwinkel des Bremsgestänges (34) bei eingefederter Rolle schneller eine Bremswirkung
erzielt wird, gleiche Auslenkungen des Bowdenzugs vorausgesetzt. Dadurch entsteht
eine äusserst vorteilhafte Kombination der Federung und der Bremse: starkes Einfedern
alleine genügt noch nicht für eine Bremswirkung, es fördert aber die Reaktionsgeschwindigkeit,
falls der Fahrer wirklich bremsen möchte und erlaubt grössere Rücklagen des Schaftes,
weil der Fuss vorne gesenkt wird. Da diese Auslegung der natürlichen Bewegungsart
des Menschen sehr nahe kommt, werden Inline-Skates nach der Erfindung nicht nur einfacher
zu fahren, sondern zugleich auch sicherer. Anstelle des Bowdenzugs ist auch ein Gestänge
einfach realisierbar. Durch Modifikationen gemäss dem Stand der Technik kann die Bremse
auch so ausgeführt werden, dass sie nicht auf die Lauffläche der Rolle sondern auf
ihre Felge wirkt. Diese Felge wird z.B. durch das Kugellager bereitgestellt. Natürlich
sind bei entsprechendem Aufwand auch Scheiben- oder Trommelbremsen etc. möglich. Die
hier dargestellte Bremse stellt also lediglich eine der vielen Möglichkeiten dar.
[0023] Fig. 4 zeigt eine Rolle (43), die durch ein Federelement (44), das zugleich als Aufhängung
dient, geführt wird. Das Federelement befindet sich im Normalfall links und rechts
der Rolle (43) in identischer Ausführung. Bei genügender Torsionsfestigkeit lässt
sich allerdings auch eine rein einseitige Aufhängung realisieren. Die hier gezeigte
Federeinheit ist steckbar ausgeführt und rastet in die Vertiefung (411) der Rollenführung
(41) wie auch in die Vertiefung der Rollenlagerung (422) ein, die ihrerseits die Rollenachse
(421) umschliesst. Die Vertiefungen (411 und 422) können auch in anderen Richtungen
verlaufen. Es ist nicht notwendig, dass sie senkrecht stehen. Natürlich sind nebst
den Steckverbindungen in die Vertiefungen auch andere Verbindungsarten möglich. So
zum Beispiel schrauben, nieten, kleben, schweissen und dergleichen mehr. Die Federeinheit
kann auch so gebogen sein, dass sie die Lagerung der Rolle (42) teilweise oder ganz
umfasst und entsprechend fixiert ist. Die Aussparung der Rollenführung (41) kann so
designt werden, dass die Federung vor Durchschlagen bzw. Überdehnen geschützt wird.
[0024] Fig. 5 zeigt den Fall der Fig. 4, wobei ein einfach herstellbares Dämpferelement
(51) stets an der Federeinheit (52) anliegt, bzw. durch sie geklemmt wird und dadurch
das Federelement (52) bzw. die Auslenkung der Rolle (53) dämpft. Der Ansatzpunkt des
Dämpferelementes ( 52) kann auch variieren. Je näher bei der Radachse (54) das Dämpferelement
positioniert ist, desto abhängiger wird das Dämpfungsverhalten vom Auslenkungsgrad
(einfedern) der Rolle (53). Gleichzeitig mit der Annäherung an die Rollenachse steigt
aber auch die Dämpfungsfähigkeit an.
[0025] Fig. 6 zeigt den Schuh, bestehend aus Fussteil (61) und Schaft (62) mit Drehpunkt
(621). Der Bowdenzug (63) ist in der Zone 632 fix mit dem Fussteil verbunden währenddem
die Saite (631) am beweglichen Schaft befestigt ist (633). Diese Auslegung ist aufgrund
der Zugbelastungen dauerhafter und einfacher als Konstruktionen, die Druck weitergeben.
Gleichzeitig eröffnen sich einem alle Möglichkeiten des Einsatzes von Bowdenzügen:
Flexible Führung des Bowdenzugs, insbesondere auch möglich bei Schuhen, die flexibel
auf der Rollenhalterung montiert sind, wie dies beispielsweise für die Dynamisierung
des Vortriebs gemäss dieser Erfindung notwendig ist. Desweiteren sind Bowdenzüge einfach
justier- und ersetzbar und die Führung kann auch versteckt erfolgen.
[0026] Fig. 7 zeigt eine alternative Auslegung einer Kombination von Radaufhängung und Bremse.
Dabei läuft die Radhalterung (73) im Rahmen (71). Dazwischen ist die Feder-/Dämpfer-Einheit
(72) angeordnet. Die feststehende oder absenkbare Bremse (75) wirkt dabei direkt auf
den Umfang der Rolle (74). Für diese Konstruktion können nach belieben und Erfordernis
Führungs-Schienen verwendet werden, um Kippbewegungen der Radhalterung (73) zu vermeiden.
Eine analoge Konstruktion ist auch für ungebremste Rollen möglich.
[0027] Fig. 8 zeigt eine Rolle (83), die durch eine Einarmschwinge (82) geführt ist. Die
Einarmschwinge integriert die Schwingachse (822) und das Rollenlager. Hier wird lediglich
noch die Rollenachse (821) dargestellt. Die Feder-Dämpfer-Einheit (84) federt dabei
die Einarmschwinge an der Rollenführung (81) ab. Diese Einarmschwinge hat den Vorteil,
dass sie trotz einfacher Konstruktion jegliche Verdrehung der Rolle um die Längsachse
vermeidet.
1. Inline-Skates (1) gekennzeichnet durch gefederte und/oder gedämpfte Rollen (12) und/oder eine auf alle oder nur die vordere(n)
Rolle(n) wirkende ergonomisch gesteuerte Bremse und/oder eine Einrichtung zum Dynamisieren
des Vortriebs (12) mittels einer Energiespeicher-Einheit (142) die beim Abstossen
die zuvor durch das Laden gespeicherte Energie wieder freisetzt.
2. Inline-Skates (1) nach Anspruch 1 bei welchen die Rollen (12) durch eine oder mehrere
Feder- und/oder Dämpfer-Einheit(en) (131) gemeinsam, in Gruppen oder je einzeln gelagerte
sind.
3. Inline-Skates nach Anspruch 1 oder 2, mit einer Einrichtung zum Dynamisieren des Vortriebs
durch eine senkrecht stehende oder geneigte Energiespeicher-Einheit (142), bei der
sich die aufgenommene Energie in Funktion des beim Laden zurückzulegenden Weges degressiv
oder progressiv verändert.
4. Inline-Skates nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei welchen die Einrichtung zum Dynamisieren
des Vortriebs manuell und/oder automatisch ein- und ausschaltbar ist.
5. Inline-Skates nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei welchen die Rollen durch eine
Federstahl-Einheit (44) gefedert werden.
6. Inline-Skates nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei welchen die Federstahl-Einheit
(44) durch einen Dämpfer (51) gedämpft wird.
7. Inline-Skates nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei welchen die Rollen konventionell
gefedert sind, also in Nuten (132) geführt werden und die Achsen durch Federn (131)
und Dämpfern gefedert werden oder durch Nabenfedern gefedert sind.
8. Inline-Skates nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei denen ein Gelenk das Hochklappen
der hinteren Rollen ermöglicht, wenn der Fahrer auf den Fussballen steht.
9. Inline-Skates nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei denen die Bremse durch Zugübertragung
auf die vordere(n) Rolle(n) wirkt und/oder die Kraftübertragung via Bowdenzug oder
Gestänge erfolgt.
10. Inline-Skates nach einem der Ansprüche 1 bis 9, bei denen die Steuerung der Bremsen
über die Fusshaltung, bzw. über die Neigung des Schaftes erfolgt und/oder die Bremsen
analog Fahrradbremsen ausgestaltet sind.