[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Herstellung gebundener Druckprodukte,
mit wenigstens einer Durchlauffalzvorrichtung, der nacheinander einzelne Druckbogen
zugeführt werden und in der diese einzeln gefalzt werden, mit einer Sammelvorrichtung,
in welcher die von der Durchlauffalzvorrichtung gefalzten Druckbogen zu einem Vorprodukt
rittlings gesammelt und einer Transportvorrichtung übergeben werden, wobei die Sammelvorrichtung
wenigstens ein Schwert aufweist, das sich im wesentlichen parallel zur Transportrichtung
der Transportvorrichtung erstreckt und auf dem jeweils eine vorbestimmte Anzahl Druckbogen
zu einem Vorprodukt gesammelt werden.
[0002] Einrichtungen dieser Art eignen sich insbesondere für die sogenannte "on-demand"-Produktion
mit digitalen Druckmaschinen. Digitale Druckmaschinen erlauben eine kontinuierliche
Änderung des Druckbildes ohne dass die Maschine angehalten werden muss. Dadurch ist
es grundsätzlich möglich, Bücher und andere Druckprodukte sequenziell mit unterschiedlichen
Inhalten und unterschiedlichen Seitenzahlen ohne Unterbruch zu drucken. Damit können
kostengünstig auch Kleinauflagen von Büchern und anderen Druckprodukten hergestellt
werden. Die Lagerkosten können hierbei minimal gehalten werden. Da in einer Linie
ohne Unterbruch gearbeitet werden kann, können zudem die Herstellungszeiten klein
gehalten werden.
[0003] Eine Einrichtung der genannten Gattung ist im Stand der Technik aus der WO 01/34403
A2 bekannt geworden. Bei dieser werden die in einer Durchlauffalzvorrichtung gefalzten
Druckbogen auf zwei Flügelwalzen gesammelt. Diese beiden Flügelwalzen befinden sich
in einer Ebene, die sich quer zur Transportrichtung der Durchlauffalzvorrichtung erstreckt.
Sie bewegen sich gegeneinander so, dass jeweils am Ende der Durchlauffalzvorrichtung
aus zwei Flügeln eine dachförmige Auflage gebildet wird, auf welcher die Druckprodukte
zu einem Vorprodukt gesammelt werden. Befindet sich die vorgesehene Anzahl Druckbogen
auf diesen beiden Flügeln, so werden die beiden Flügelwalzen in entgegengesetzter
Richtung gedreht und die dachförmige Auflage bewegt sich nach unten, wobei das Vorprodukt
entsprechend gespreizt wird. Ist der Spreizwinkel im wesentlichen etwa 180°, so wird
das Vorprodukt von einem Mitnehmer einer Transportkette übernommen und einer Heftmaschine
zugeführt. Nach dem Heften werden die Vorprodukte in einer Schneidmaschine geschnitten.
Bei dieser Einrichtung ist nachteilig, dass die beiden Flügelwalzen seitlich sehr
viel Raum beanspruchen und dass die Vorprodukte beim Ablegen auf die Transportvorrichtung
sehr stark gespreizt und dadurch instabil werden.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung der genannten Art zu schaffen,
die kompakter gebaut werden kann und eine höhere Leistung aufweist.
[0005] Die erfindungsgemässe Einrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass Mittel vorgesehen
sind, mit denen das Schwert in Transportrichtung bewegbar ist.
[0006] Bei der erfindungsgemässen Einrichtung wird anstelle der Flügelräder ein Schwert
verwendet, das wesentlich weniger Platz beansprucht. Die auf diesem Schwert gesammelten
Vorprodukte werden im wesentlichen ohne Aufspreizung auf die Transportvorrichtung
abgelegt. Das Ablegen ohne zusätzliches Aufspreizen kann besonders vorteilhaft durch
eine lineare Bewegung des Schwertes erfolgen. Ist das Vorprodukt im wesentlichen vollständig
abgestreift, so fällt es auf die Transportvorrichtung und wird von einem Mitnehmer
erfasst. Die Transportvorrichtung muss nicht, kann jedoch hierzu angehalten werden.
Da die Vorprodukte nicht zusätzlich aufgespreizt werden, sind sie wesentlich sicherer
geführt, was eine höhere Geschwindigkeit und damit Leistung ermöglicht.
[0007] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass wenigstens zwei im wesentlichen
gleiche Schwerter vorgesehen sind, auf denen nacheinander jeweils ein Vorprodukt gesammelt
wird. Ist auf dem einen Schwert ein Vorprodukt gebildet, so kann ohne Unterbruch auf
dem zweiten Schwert ein weiteres Vorprodukt gesammelt werden.
[0008] Eine besonders hohe Produktion ist dann möglich, wenn gemäss einer Weiterbildung
der Erfindung die Sammelvorrichtung einen radförmigen Träger aufweist, an dem mehrere
Schwerter gelagert sind, die beim Drehen des Trägers von der Durchlauffalzvorrichtung
zur Transportvorrichtung bewegt werden. Die Schwerter bewegen sich in einer Ebene,
die sich vertikal erstreckt und parallel zur Transportvorrichtung ist. Ein solcher
Träger erstreckt sich in die Höhe und in die Länge, jedoch nur unwesentlich auf die
Seite, so dass dennoch eine kompakte Ausführung möglich ist. Die Schwerter des radförmigen
Trägers sind vorzugsweise so ausgebildet, dass sie an der oberen Kante jeweils einen
Durchgang aufweisen. Die Schwerter können dann jeweils beim Drehen des Trägers im
wesentlichen vertikal eine Transportkette überfahren und hierbei das Vorprodukt auf
diese ablegen. Das Zuführen der Druckbogen zum radförmigen Träger als auch der Wegtransport
erfolgen jeweils im wesentlichen radial zum radförmigen Träger. Jedes Schwert ist
vorzugsweise mit einem Anschlag versehen, auf dem die Druckbogen bzw. das Vorprodukt
positioniert wird. Wesentlich ist, dass auch hier die Vorprodukte beim Ablegen nicht
gespreizt werden. Die Vorprodukte können dadurch von den Mitnehmern der Transportvorrichtung
sicher übernommen werden.
[0009] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass jeweils zwei Schwerter,
die im Abstand zueinander über der Transportvorrichtung angeordnet sind, und dass
eine Weiche vorgesehen ist, mit welcher die Druckbogen wechselweise den beiden Schwertern
zugeführt werden. Die Weiche wird vorzugsweise so gestellt, dass die Vorprodukte wechselweise
auf den beiden Schwertern gesammelt werden. Beide Schwerter sind vorzugsweise unmittelbar
über der Transportvorrichtung angeordnet, so dass die Vorprodukte ohne Aufspreizung
mit einer kurzen Bewegung an die Transportvorrichtung übergeben werden kann. Vorzugsweise
werden hierzu die Schwerter parallel zur Transportrichtung bewegt und die Vorprodukte
abgestreift. Nach einem Rückzug eines Schwertes wird das entsprechende Vorprodukt
dann sofort von einem Mitnehmer der Transportvorrichtung übernommen. Jedem Schwert
ist eine Durchlauffalzvorrichtung zugeordnet. Grundsätzlich können auch mehr als zwei
Schwerter, zwei Durchlauffalzvorrichtungen und entsprechend mehrere Weichen vorgesehen
sein. Diese Ausführung ermöglicht eine besonders hohe Leistung bei kompaktem Aufbau.
[0010] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass wenigstens zwei Schwerter
übereinander angeordnet sind. Diese Schwerter sind jeweils von einer Sammelposition
in eine zurückgezogene Position bewegbar. Auf diesen Schwertern kann bei sehr kompakter
Anordnung ebenfalls wechselweise gesammelt werden. Hierzu ist beispielsweise das untere
Schwert in einer Sammelposition, während das obere Schwert sich noch in einer zurückgezogenen
Position befindet. Ist der Sammelvorgang auf dem unteren Schwert beendet, fährt das
obere Schwert in die Sammelposition über dem unteren Schwert aus und das untere Schwert
setzt das Vorprodukt auf die Transportvorrichtung ab. Anschliessend fährt das untere
Schwert in die Sammelposition zurück und übernimmt die vom oberen Schwert bereits
gesammelten, durch Zurückfahren abgestreiften Druckbogen.
[0011] Wahlweise kann nun vor dem Abtransportieren eines Vorproduktes diesem ein gefalzter
Umschlag zugeführt werden.
[0012] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Vorprodukte geheftet
und anschliessend in einen Bändertransport hineingefahren werden. Zwischen den Transportbändern
eingeklemmt werden die Vorprodukte jeweils nacheinander bei einem Fuss- und einem
Kopfmesser angehalten und geschnitten. Der Transport ist hierbei vorzugsweise formatabhängig
angesteuert. Nach dem Kopfschnitt erfolgt mit einem dritten Messer ein Frontschnitt.
Das nun fertige Produkt fällt beispielsweise entlang einer Rutsche auf ein Auslageband.
[0013] Weitere vorteilhafte Merkmale ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen, der
nachfolgenden Beschreibung sowie der Zeichnung.
[0014] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch eine räumliche Ansicht einer erfindungsgemässen Einrichtung,
- Fig. 2
- schematisch eine räumliche Teilansicht der Einrichtung gemäss Figur 1,
- Fig. 3
- schematisch eine Seitenansicht eines Teiles der Einrichtung gemäss Figur 1,
- Fig. 4
- ein Schnitt entlang der Linie IV-IV der Figur 3,
- Fig. 5
- schematisch eine räumliche Ansicht einer Variante der erfindungsgemässen Einrichtung,
- Fig. 6
- schematisch eine räumliche Teilansicht der Einrichtung gemäss Figur 5,
- Fig. 7
- schematisch eine räumliche Ansicht einer weiteren Variante der erfindungsgemässe Einrichtung,
- Fig. 8
- schematisch eine räumliche Teilansicht der Einrichtung gemäss Figur 7,
- Fig. 9
- eine weitere schematische räumliche Ansicht der Einrichtung gemäss Figur 7 und
- Fig. 10
- schematisch eine räumliche Teilansicht der Einrichtung gemäss Figur 7.
[0015] Die Figur 1 zeigt eine erfindungsgemässe Einrichtung 1, der am rechten Ende der Figur
1 ein ungeschuppter Strom von bedruckten Bogen 26 zugeführt wird, die vorzugsweise
in einem Signaturfalzer 25 quer gefalzt werden. Die wahlweise gefalzten Bogen werden
in einem Einlaufband 19 in an sich bekannter Weise vorgerillt und anschliessend in
einer an sich bekannten Durchlauffalzvorrichtung 18 längs gefalzt. Die quer- und längsgefalzten
Bogen 12 gelangen zu einer Sammelvorrichtung 13, die gemäss den Figuren 2 und 3 einen
radförmigen Träger 14 aufweist, der gemäss Figur 3 in Richtung des Pfeiles 23 im Gegenuhrzeigersinn
um eine Nabe 15 drehbar angetrieben ist. Am Umfang des radförmigen Trägers 14 sind
mehrere Schwerter 17 so gelagert, dass sie vorzugsweise horizontal ausgerichtet sind.
Der Träger 14 besteht gemäss Figur 2 aus jeweils zwei parallel zueinander angeordneten
Hälften 14a. Jedes Schwert 17 ist mit einem kurzen Steg 16 an einer der Hälften 14a
befestigt. In der 3-Uhrstellung ragt das entsprechende Schwert 17 somit radial und
horizontal vom Träger 14 weg. Das eine Ende des Schwertes 17 ist an einem Steg 16
befestigt, während das freie Ende radial nach aussen ragt.
[0016] Die quer- und längsgefalzten Bogen 12 werden auf der Sammelvorrichtung 13 zu Vorprodukten
11 gesammelt. Hierbei werden die Bogen 12 gemäss Figur 3 an ein Schwert 17 abgegeben,
das sich etwa in 3-Uhrstellung befindet. Bei der Übergabe des Bogens 12 an das entsprechende
Schwert 17 wird der Bogen 12 mittels Führungsstangen 20 geführt. Bei der Ablage der
Bogen 12 auf dem Schwert 17 bilden die Stege 16 dieses Schwertes 17 einen hinteren
Anschlag. Sind die für ein Druckprodukt erforderlichen Bogen 12 auf dem Schwert 17
abgelegt, so wird dieses in Richtung des Pfeils 23 (Fig. 3) weiterbewegt, bis ein
nachfolgendes leeres Schwert 17 in 3-Uhrstellung für die Aufnahme weiterer Bogen 12
bereit ist. Die auf einem Schwert 17 gesammelten Bogen 12 bilden ein Vorprodukt 11,
dem später in einem Umschlaganleger 4 ein Umschlag 10 beigefügt werden kann. Die Vorprodukte
11, die unterschiedlich sein können, werden mit einer rotativen Translation durch
schrittweises Drehen des Trägers 14 jeweils in die 9-Uhrstellung gebracht. In dieser
Stellung wird das Vorprodukt 11 mittels einer schmalen Sammelkette 7 einer Transportvorrichtung
2 übergeben, die vorzugsweise eine Doppelsammelkette 8 aufweist. Diese schmale Sammelkette
bildet vorzugsweise den Antrieb des radförmigen Trägers 14.
[0017] Wie die Figur 4 deutlich zeigt, weist jedes der Schwerter 17 zwei dachförmige Flächen
17a und 17 b auf, zwischen denen sich in einer oberen Kante ein durchgehender Schlitz
17c erstreckt. Dieser Schlitz 17c ist etwas breiter als die schmale Sammelkette 7,
derart, dass die Schwerter 17 die Sammelkette 7 von oben nach unten durchfahren können.
Hierbei wird das entsprechende Vorprodukt 11 von einem Mitnehmer 9 im Bereich eines
Längsfalzes 11a erfasst und in Figur 3 auf einem Obertrum 7a der Sammelkette 7 von
rechts nach links transportiert. Von der Sammelkette 7 werden die Vorprodukte 11 der
Doppelsammelkette 8 der Transportvorrichtung 2 übergeben. Wesentlich ist, dass bei
der Übergabe der Vorprodukte 11 an die Transportvorrichtung 2 die Vorprodukte 11 sicher
geführt und im wesentlichen nicht aufgespreizt werden. Hat ein Schwert 17 ein Vorprodukt
11 an die Transportvorrichtung 2 abgegeben, so wird es schrittweise wieder in die
3-Uhrstellung bewegt, wo es zur Aufnahme weiterer Bogen 12 bereit ist. Die Sammelvorrichtung
13 und die Transportvorrichtung 2 sind vorzugsweise im gleichen Takt angetrieben.
[0018] Auf der Transportvorrichtung 2 gelangen die Vorprodukte 11 jeweils zum Umschlaganleger
4, wo ihnen jeweils ein Umschlag 10 hinzugefügt wird. Umschlaganleger 4 sind dem Fachmann
an sich bekannt. Grundsätzlich ist es aber nicht zwingend, dass dem Vorprodukt 11
ein Umschlag 10 hinzugefügt wird.
[0019] Nach dem Umschlaganleger 4 ist eine Heftmaschine 3 angeordnet, in welcher die Vorprodukte
11 in an sich bekannter Weise geheftet werden. Die Heftmaschine 3 kann auch durch
eine andere Vorrichtung ersetzt sein, mit welcher die Vorprodukte 11 gebunden werden
können. Nach der Heftmaschine 3 gelangen die Vorprodukte 11 zu einer Umlenkvorrichtung
5, mit welcher die gehefteten und gegebenenfalls mit einem Umschlag 10 versehenen
Vorprodukte 11 in einer horizontalen Ebene quer zur Transportrichtung der Transportvorrichtung
2 so transportiert werden, dass der geheftete Rücken vorläuft. Die so ausgerichteten
Vorprodukte 11 gelangen nun zu einer Schneidvorrichtung 6, beispielsweise einem Dreischneider,
mit dem die Vorprodukte am Kopf, Fuss und an der Front geschnitten werden. Das Druckprodukt
ist damit hergestellt und für den Versand bereit.
[0020] Die Einrichtung 1 kann grundsätzlich selbsttätig und kontinuierlich betrieben werden.
Die Druckmaschine 24 kann somit ununterbrochen drucken, wobei unterschiedliche Serien
und auch Kleinserien von Büchern und anderen Druckprodukten gedruckt werden können.
Auf ein Buch A kann somit ohne Unterbruch ein Buch B gedruckt werden. Anschliessend
kann wieder ein Buch A oder ein Buch C gedruckt werden. Entsprechend werden auf den
Schwertern 17 unterschiedliche Bogen 12 gesammelt. Grundsätzlich kann ein Vorprodukt
11 auch aus einem einzigen Bogen 12 bestehen. In der Regel besteht ein Vorprodukt
11 jedoch aus mehreren Bogen 12.
[0021] Die Figuren 5 und 6 zeigen eine erfindungsgemässe Einrichtung 30, die ebenfalls ein
kontinuierliches Arbeiten ermöglicht und an eine digitale Druckmaschine 24 angeschlossen
werden kann. Die vorzugsweise bereits mit einem Signaturfalz versehenen quergefalzten
Bogen 12 werden einer Transportvorrichtung 31 zugeführt, die beispielsweise ein Bandtransport
ist. Diese Transportvorrichtung 31 besteht aus einem ersten Transportorgan 31a und
einem zweiten Transportorgan 31b, zwischen denen eine Weiche 32 angeordnet ist. Der
Transport erfolgt in Figur 5 von rechts nach links. Erfasst werden die quergefalzten
Bogen 12 zwischen zwei Walzen 31c. Die Transportvorrichtung 31 erstreckt sich über
eine weitere Transportvorrichtung 41, die beispielsweise durch eine an sich bekannte
Doppelsammelkette gebildet sein kann. Über dieser weiteren Transportvorrichtung 41
sind im Abstand zueinander zwei Durchlauffalzvorrichtungen 42 und 43 und zwei Schwerter
47 und 52 angeordnet. Das Schwert 47 ist der Durchlauffalzvorrichtung 43 und das Schwert
52 der Durchlauffalzvorrichtung 42 zugeordnet. Ferner befinden sich die Durchlauffalzvorrichtung
42 und das Schwert 52 unterhalb des Transportorgans 31a und die Durchlauffalzvorrichtung
43 sowie das Schwert 47 unterhalb des Transportorgans 31b. Die beiden Durchlauffalzvorrichtungen
42 und 43 und die beiden Schwerter 47 und 52 bilden eine Sammelvorrichtung 53 zur
Herstellung von Vorprodukten 11. Die Weiche 32 kann nun so gestellt werden, dass die
Bogen 12 entweder der Durchlauffaizvorrichtung 43 oder der Durchlauffalzvorrichtung
42 zugeführt werden. In der Figur 6 ist die Weiche 32 so gestellt, dass die Bogen
12 über zwei Walzen 48 auf ein Falzschwert 44 der Durchlauffalzvorrichtung 43 gelangen.
Die Bogen 12 werden in der Durchlauffalzvorrichtung 43 auf dem Schwert 44 in an sich
bekannter Weise mit einem Längsfalz versehen und zwischen zwei Walzen 45 in Richtung
des Pfeiles 49 auf das Schwert 47 geworfen. Es werden nun nacheinander so viele Bogen
12 auf dem Schwert 47 abgelegt, bis auf diesem ein Vorprodukt 11 komplett ist. Befindet
sich der erste Bogen 12 des nächsten Vorproduktes auf dem Transportorgan 31a, so wird
die Weiche 32 umgestellt und dieser Bogen als auch die nachfolgenden Bogen eines weiteren
Vorproduktes 11' werden zur Durchlauffalzvorrichtung 42 geleitet. In dieser werden
die Bogen 12' mit einem Längsfalz versehen und auf das Schwert 52 abgeworfen. Ist
das Vorprodukt 11' vollständig, so wird die Weiche 32 wieder umgestellt und auf dem
Schwert 47 gesammelt. Durch diesen Vorgang bleibt genügend Zeit für das Abwerfen des
Vorproduktes 11 auf die Transportvorrichtung 41. Um ein Vorprodukt 11 auf die Transportvorrichtung
41 abzuwerfen, wird das Schwert 47 mittels eines Antriebs 51 parallel zur Laufrichtung
einer Sammelkette 37 in eine zurückgezogene Stellung bewegt und hierbei das Vorprodukt
11 an einem Abstreifer 50 zurückgehalten. Der Antrieb 51 ist beispielsweise eine Kolben-Zylindereinheit
mit einer Kolbenstange 51a, an welcher das Schwert 47 befestigt ist. Beim Zurückziehen
des Schwertes 47 fällt das Vorprodukt 11 auf die Sammelkette 37 und wird auf dieser
von einem Mitnehmer 39 mitgenommen. In der Figur 6 werden die Vorprodukte 11 auf der
Sammelkette 37 von rechts nach links transportiert. Hierbei werden die Vorprodukte
11 bzw. 11' von einem Führungsblech 38 geführt. Die Vorprodukte 11 bzw. 11' werden
in gleicher Transportrichtung zu einem Umschlaganleger 34 transportiert und dort mit
einem Umschlag 10 versehen. Anschliessend wird das mit einem Umschlag versehene Vorprodukt
11 bzw. 11' wie oben erläutert mit der Heftmaschine 3, der Umlenkung 5 und der Schneidvorrichtung
6 zum fertigen Produkt weiterverarbeitet.
[0022] Die Figuren 7 bis 10 zeigen eine erfindungsgemässe Einrichtung 60, mit der ebenfalls
von der digitalen Druckmaschine 14 hergestellte Bogen 12 zu einem Druckprodukt 22,
beispielsweise einem Buch oder einer Broschüre verarbeitet werden können. Die bereits
quergefalzten und vorzugsweise in Längsrichtung perforierten Bogen 12 werden in einer
Durchlauffalzvorrichtung 67 gefalzt und zwischen zwei Rollen 68 in Richtung des Pfeils
70 auf ein erstes Schwert 71 (Fig. 8) oder ein zweites Schwert 72 abgegeben. Das erste
Schwert 71 und das zweite Schwert 72 sind wie in Figur 8 ersichtlich, übereinander
angeordnet und bilden eine Sammelvorrichtung 85. Sie befinden sich zudem über einer
Transportvorrichtung 62 und sind mit einem Antrieb 82 bzw. 83 versehen, mit denen
die Schlitten 71 und 72 unabhängig von einander zwischen einer Sammelposition und
einer zurückgezogenen Position bewegbar sind. In der Figur 8 sind jeweils die Sammelpositionen
gezeigt. Mit dem Antrieb 82 kann der Schlitten 71 nach rechts in die zurückgezogene
Position verschoben werden. Der Schlitten 72 wird mit dem Antrieb 83 beispielsweise
nach links in eine zurückgezogene Position linear bewegt. Diese Bewegungen erfolgen
parallel zur Transportrichtung der Transportvorrichtung 62. Auf den beiden Schwertern
71 und 72 wird wechselweise gesammelt. In einer Ausgangsposition ist beispielsweise
das erste Schwert 71 in der in Figur 8 gezeigten Sammelposition. Das zweite, obere
Schwert 72 ist hingegen in einer hier nicht gezeigten zurückgezogenen Position. Die
Bogen 12 gelangen nach dem Verlassen der Durchlauffalzvorrichtung 67 auf das erste
Schwert 71. Ist das Vorprodukt 11 vollständig, so wird das zweite Schwert 72 in die
in Figur 8 gezeigte Sammelposition bewegt. Das auf dem ersten Schwert 71 gesammelte
Vorprodukt 11 kann nun durch Rückziehen des ersten Schwertes 71 mittels des Antriebs
82 auf die Transportvorrichtung 62 abgelegt werden, wonach mittels einer weiteren
Durchlauffalzvorrichtung 69 ein Umschlag 10 hinzugefügt wird. Der Umschlag 10 wird
gemäss Figur 7 einem Stapel 64 entnommen. Das mit dem Umschlag 10 versehene Vorprodukt
11 wird in Figur 8 in Richtung des Pfeiles 84 zu einer Heftmaschine 3 transportiert.
Die Transportvorrichtung 62 führt die Vorprodukte 11 um etwa 90° um einen Bogen 81
und kann beispielsweise eine an sich bekannte Doppelsammelkette aufweisen, welche
die Vorprodukte 11 mit hier nicht gezeigten Mitnehmern transportiert. Nach einer möglichen
Umlenkung um etwa 90° werden die Vorprodukte 11 jeweils einzeln an ihrem Rücken geheftet
oder auf andere Weise gebunden. Es sind Heftmaschinen 3 bekannt, die laufend heften.
Denkbar ist aber auch eine Ausführung, bei welcher geheftet wird, sobald das Vorprodukt
zum Stehen kommt.
[0023] Nach dem Heften wird das Vorprodukt 11 zwischen Rollen 65 in eine Bandtransportvorrichtung
64 hineingefahren. In dieser Bandtransportvorrichtung 64 werden die vertikal ausgerichteten
Vorprodukte 11 zwischen Bändern 66 festgehalten und stehend transportiert. Nach einer
weiteren möglichen Umlenkung um etwa 90° im Bereich einer Biegung 79 gelangen die
Vorprodukte 11 zu einem Fussmesser 74, das sich vertikal erstreckt und an dem ein
Fussschnitt an jedem Vorprodukt 11 durchgeführt wird. Anschliessend werden die Druckprodukte
11 zu einem Kopfmesser 75 transportiert, das im Abstand zum Fussmesser 74 angeordnet
ist und das sich ebenfalls vertikal erstreckt. Mit dem Kopfmesser 75 wird bei jedem
Vorprodukt 11 ein Kopfschnitt durchgeführt. Nach einer möglichen weiteren Umlenkung
von 90° im Bereich eines Bogens 80 gelangen die am Fuss und am Kopf geschnittenen
Vorprodukte 11 zu einem Frontmesser 73, das sich horizontal erstreckt und mit dem
an jedem Vorprodukt ein Frontschnitt durchgeführt wird. Anschliessend gelangen die
Vorprodukte 11 über eine Rutsche 77 auf ein Auslageband 78. Diesem können nun die
fertigen Produkte 22 entnommen werden. Der Transport der Vorprodukte 11 zu den Messern
74, 75 und 73 ist vorzugsweise formatabhängig angesteuert. Es können somit ohne Unterbruch
Vorprodukte 11 mit unterschiedlichen Formaten geschnitten werden. Die Einrichtung
60 gemäss den Figuren 7 bis 10 ergibt mit der genannten mehrfachen Umlenkung einen
sehr kompakten Aufbau auf kleinstem Raum. Wie eingangs erläutert, können in Kombination
mit einer digitalen Druckmaschine auch Kleinserien kostengünstig hergestellt werden.
1. Einrichtung zur Herstellung gebundener Druckprodukte, mit wenigstens einer Durchlauffalzvorrichtung
(18, 42, 43, 67), der nacheinander einzelne Druckbogen (12) zugeführt werden und in
der diese einzeln gefalzt werden, mit einer Sammelvorrichtung (13, 53, 85), in welcher
die von der Durchlauffalzvorrichtung (18, 42, 43, 67) gefalzten Druckbogen (12) zu
einem Vorprodukt (11) rittlings gesammelt und einer Transportvorrichtung (2, 41, 62)
übergeben werden, wobei die Sammelvorrichtung (13, 53, 85) wenigstens ein Schwert
(17, 47, 52, 71, 72) aufweist, das sich im wesentlichen parallel zur Transportrichtung
der Transportvorrichtung (2, 41, 62) erstreckt und auf dem jeweils eine vorbestimmte
Anzahl Druckbogen (12) zu einem Vorprodukt (11) gesammelt werden, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel (14, 51, 82, 83) vorgesehen sind, mit denen das Schwert (17, 47, 52, 71, 72)
in Transportrichtung bewegbar ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Sammelvorrichtung (13, 53, 85) wenigstens zwei Schwerter (17, 47, 52, 71, 72)
aufweist, auf denen nacheinander Druckprodukte (11) gesammelt werden.
3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Schwert (17) auf einer bogenförmigen Bahn von der Durchlauffalzvorrichtung
(18) zur Transportvorrichtung (2) bewegbar ist.
4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Sammelvorrichtung (13) einen radförmigen Träger (14) aufweist, an dem mehrere
Schwerter (17) gelagert sind, die nacheinander in eine Position bewegbar sind, in
der sie von der Durchlauffalzvorrichtung (18) beladbar sind.
5. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwerter (17) am Umfang des radförmigen Trägers in eine horizontale Lage ausrichtbar
gelagert und in einer Ebene bewegbar sind.
6. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwerter (17) an ihrem einen Ende am radförmigen Träger gelagert sind.
7. Einrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachse (15) des radförmigen Trägers (4) sich quer zur Transportrichtung der
Transportvorrichtung (2) erstreckt.
8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwerter (17) jeweils in ihrer Längsrichtung geteilt sind und dass beim Ablegen
der gesammelten Vorprodukte (11) die Schwerter (17) jeweils die Transportvorrichtung
(2) von oben nach unten durchfahren.
9. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei Schwerter (47, 52, 71, 72) jeweils von einer Sammelposition in eine
Warteposition und von dieser wieder in die Sammelposition bewegbar sind.
10. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorprodukte (11) bei der Bewegung des Schwertes (47, 52, 71, 72) von der Sammelposition
in die Warteposition auf die Transportvorrichtung (41, 62) abgeworfen werden.
11. Einrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Schwerter (71, 72) übereinander und über der Transportvorrichtung (62) angeordnet
sind.
12. Einrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass sich beide Schwerter (71, 72) parallel zur Transportrichtung (62) erstrecken.
13. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Sammelvorrichtung (53) eine Weiche (32) aufweist und dass die Druckbogen (12)
wahlweise dem einen oder dem anderen Schwert (47, 52) zuführbar sind.
14. Einrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass jedem Schwert (47, 52) eine Durchlauffalzvorrichtung (42, 43) vorgeschaltet ist und
diese Durchlauffalzvorrichtungen (42,43) jeweils im Abstand zueinander über der Transportvorrichtung
(41) angeordnet sind.
15. Einrichtung nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorprodukte (11) durch Abstreifen von einem Schwert (47, 52) auf die Transportvorrichtung
(41) absetzbar sind.
16. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Transportvorrichtung (2, 41, 62) eine Sammelkette (8, 37) aufweist, die in gleichen
Abständen Mitnehmer (9, 39) für den Transport der abgesetzten Vorprodukte (11) aufweist.
17. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckbogen (12) in einer Digitaldruckmaschine (24) sequenziell gedruckt werden.
18. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Bogen (12) in Transportrichtung gesehen vor der Durchlauffalzvorrichtung (18,
42, 43, 67) in einer Falzvorrichtung (25) mit einem Querfalz versehen werden.
19. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Sammelvorrichtung (13, 53, 85) ein Umschlaganleger (4) angeordnet ist.