[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Herstellung und Behandlung
einer Materialbahn, insbesondere Papier- oder Kartonbahn, bei denen die Materialbahn
zunächst aufgewickelt und anschließend für einen darauf folgenden Endbehandlungsschritt
wieder abgewickelt wird. Dabei kann es sich insbesondere um solche Verfahren und Vorrichtungen
handeln, bei denen die Materialbahn im Offline-Betrieb geglättet wird, zum Beispiel
bei der Herstellung von SC-A-Papieren. Es kann sich also insbesondere um Verfahren
und Vorrichtungen zur Herstellung von satiniertem Papier handeln.
[0002] Bei den bisher üblichen Verfahren und Vorrichtungen der eingangs genannten Art, bei
denen die Materialbahn im Offline-Betrieb geglättet wird, insbesondere bei der Herstellung
von SC-A-Papieren, sind im allgemeinen die folgenden Schritte vorgesehen:
- Trocknen von SC-Rohpapier auf eine niedrige Feuchtigkeit am Ende der Trockenpartie
der betreffenden Papiermaschine, zum Beispiel auf 2,5 %
- Hochfeuchten der Materialbahn auf eine hohe Feuchtigkeit mittels eines Feuchters nach
der Trockenpartie, zum Beispiel auf 9,75 %
- Aufrollen der Materialbahn bei hoher Feuchtigkeit am Ende der Papiermaschine
- Abrollen des hochgefeuchteten Tambours im Kalander
- Kalandrieren
- Aufrollen des kalandrierten Papiers mit zum Beispiel einer Feuchte von 5 %
[0003] Die Qualität des kalandrierten Papiers (Glanz, Glätte) steigt mit zunehmender Feuchtigkeit
des Rohpapiers in der Kalanderabrollung und mit zunehmender Temperatur und Linienkraft
im Bereich der Kalanderwalzen. Bisher werden viele Kalander bezüglich der Temperatur
und der Linienkraft im Bereich der Kalanderwalzen bereits im Grenzbereich betrieben,
was die Gefahr einer Zerstörung und eines relativ hohen Verschleißes sowie entsprechend
geringe Laufzeiten der Walzenbezüge mit sich bringt. Man ist daher bestrebt, das Rohpapier
höher aufzufeuchten.
[0004] Ein hierbei auftretendes Problem besteht darin, dass dann, wenn nach dem Feuchter
nach der Papiermaschine ein bestimmter Feuchtegehalt überschritten wird, in dem an
der Papiermaschine aufgewickelten Papier erhebliche Wickelfehler auftreten können,
was einen erhöhten Ausschuss (reduzierter Wirkungsgrad) sowie Runnability- und eventuell
Kapazitätsprobleme am Kalander zur Folge hat.
[0005] Die bisher standardmäßig bei der Offline-Herstellung von SC-Papier vorgesehene Nachbefeuchtung
wurde durchgeführt, um die Feuchtigkeit nicht durch die ganze Bahn, sondern nur auf
der Ober- und der Unterseite der Materialbahn zu erhalten. Ansonsten könnte man die
Bahn einfach mit höherer Feuchtigkeit aus der Trockenpartie fahren und ohne Nachbefeuchtung
aufrollen. Überdies wurde die Nachbefeuchtung durchgeführt, um ein besseres Feuchtequerprofil
aufgrund einer möglichen höheren Feuchte zu erhalten.
[0006] Während der Lagerung des am Ende der Papiermaschine feucht aufgerollten Rohpapiers
erfolgt eine Art "Reifung" im Tambour, die für das Erreichen der Qualität des kalandrierten
Fertigproduktes nötig ist.
[0007] Bei einer Reihe von herkömmlichen, der SC-Papier-Herstellung im Online-Betrieb dienenden
Papiermaschinen werden Glanz und Glätte mit nicht nachgefeuchtetem Papier erzeugt,
das heißt es ist in diesen Fällen zwischen der Trockenpartie und dem Online-Kalander
kein Feuchter installiert.
[0008] Ziel der Erfindung ist es, ein verbessertes Verfahren sowie eine verbesserte Vorrichtung
der eingangs genannten Art anzugeben. Dabei sollen insbesondere der Wirkungsgrad und
die Qualität bei der Papierherstellung im Offline-Betrieb verbessert werden.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung und
Behandlung einer Materialbahn, insbesondere Papier- oder Kartonbahn, bei dem die Materialbahn
zunächst aufgewickelt und anschließend für einen darauf folgenden Endbehandlungsschritt
wieder abgewickelt wird, wobei die Materialbahn nach dem Aufwickeln und vor dem Endbehandlungsschritt
so aufgefeuchtet wird, dass deren Feuchte unmittelbar vor dem Endbehandlungsschritt
höher ist als unmittelbar vor dem Aufwickeln.
[0010] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Materialbahn
am Ende einer Herstellungsmaschine, vorzugsweise Papiermaschine, aufgewickelt und
im Anschluss an diese Herstellungsmaschine für den darauf folgenden Endbehandlungsschritt
wieder abgewickelt. Die Materialbahn wird im vorliegenden Fall also nach einem am
Ende einer Herstellungs- beziehungsweise. Papiermaschine erfolgenden Aufwickelvorgang
auf die höhere Feuchte aufgefeuchtet.
[0011] Der Endbehandlungsschritt kann insbesondere eine Kalandrierung umfassen. Die Materialbahn
wird in diesem Fall vorzugsweise durch einen oder mehrere Kalander geführt, um die
Bahn zu satinieren.
[0012] Zumindest der Endbehandlungsschritt kann im Offline-Betrieb erfolgen.
[0013] Von Vorteil ist auch, wenn die Materialbahn erst nach dem Abwickeln auf die höhere
Feuchte aufgefeuchtet wird.
[0014] Vorzugsweise wird die Materialbahn erst unmittelbar vor dem Endbehandlungsschritt
auf die höhere Feuchte aufgefeuchtet.
[0015] Gemäß einer bevorzugten praktischen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird die Materialbahn nach dem Aufwickeln und vor dem Endbehandlungsschritt auf eine
Feuchte aufgefeuchtet, die in Abhängigkeit von wenigstens einem für den Endbehandlungsschritt
charakteristischen Qualitätsparameter der fertigen Materialbahn gewählt wurde. Umfasst
der Endbehandlungsschritt eine Kalandrierung, so wird die Materialbahn nach dem Aufwickeln
und vor dem Kalandrieren vorzugsweise auf eine Feuchte aufgefeuchtet, die in Abhängigkeit
von vorgebbaren Glanz- und Glättewerten gewählt wurde.
[0016] Von Vorteil ist insbesondere auch, wenn die Materialbahn vor dem Aufwickeln höchstens
auf eine bezüglich des Aufwickelns und/oder anschließenden Abwickelns kritische Feuchte
aufgefeuchtet wird, die in Abhängigkeit von einer vorgebbaren maximal zulässigen beim
Aufwickeln beziehungsweise Abwickeln auftretenden Fehlerhäufigkeit gewählt wurde.
[0017] Vorzugsweise erfolgt das Auffeuchten der Materialbahn nach dem Aufwickeln und vor
dem Endbehandlungsschritt mittels wenigstens eines Feuchters.
[0018] Erfolgt auch vor dem Aufwickeln ein Auffeuchten der Materialbahn, so kann auch hierzu
wenigstens ein Feuchter eingesetzt werden.
[0019] Gemäß einer bevorzugten praktischen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird die Materialbahn nach dem Aufwickeln und vor dem Endbehandlungsschritt auf eine
Feuchte von > 10 % aufgefeuchtet. Dabei kann die Materialbahn insgesamt auf eine Feuchte
im Bereich von 12 % aufgefeuchtet werden.
[0020] Wird die Materialbahn auch vor dem Aufwickeln aufgefeuchtet, so wird hier die Materialbahn
vorzugsweise auf ein Feuchte < 10 % aufgefeuchtet. Vorteilhafterweise wird die Materialbahn
vor dem Aufwickeln auf eine Feuchte < 9,7 % und vorzugsweise auf eine Feuchte < 9
% aufgefeuchtet.
[0021] Gemäß einer weiteren zweckmäßigen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird die Materialbahn vor dem Aufwickeln bis zu einer Feuchte im Bereich zwischen
10 % und 6 % getrocknet.
[0022] In bestimmten Fällen ist es von Vorteil, wenn die Materialbahn vor dem Aufwickeln
bis zu einem Trockengehalt > 97 % getrocknet wird.
[0023] Von Vorteil ist auch, wenn die Materialbahn vor dem Aufwickeln auf eine Feuchte von
mindestens 6 % aufgefeuchtet wird.
[0024] Gemäß einer weiteren praktischen Ausgestaltung wird im wesentlichen nur das Feuchtequerprofil
durch lokales Auffeuchten und/oder lokales Trocknen beeinflusst. Hierdurch wird die
Erzeugung eines gewünschten Feuchtequerprofils errreicht.
[0025] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung und Behandlung einer Materialbahn,
insbesondere Papier- oder Kartonbahn, in der die Materialbahn zunächst aufgewickelt
und anschließend für einen darauf folgenden Endbehandlungsschritt wieder abgewickelt
wird, umfasst entsprechend wenigstens einen Feuchter, durch den die Materialbahn nach
dem Aufwickeln und vor dem Endbehandlungsschritt so auffeuchtbar ist, dass deren Feuchte
unmittelbar vor dem Endbehandlungsschritt höher ist als unmittelbar vor dem Aufwickeln.
[0026] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist auch
zum Auffeuchten der Materialbahn vor dem Aufwickeln wenigstens ein weiterer Feuchter
vorgesehen.
[0027] Das erfindungsgemäße Verfahren sowie die erfindungsgemäße Vorrichtung können insbesondere
zur Verbesserung des Wirkungsgrades und der Qualität bei der Papierherstellung im
Offline-Betrieb eingesetzt werden. Dabei sind beispielsweise die folgenden Verfahrensschritte
denkbar:
- Das Rohpapier wird vor der Aufwicklung oder Aufrollung nur soweit aufgefeuchtet, dass
beim Aufrollen am Ende der Papiermaschine beziehungsweise beim Abrollen am Kalander
noch keine Wickelfehler auftreten.
- Die Auffeuchtung auf den Feuchtegehalt, wie er technologisch zum Beispiel für Glanz
und Glätte des Fertigpapiers benötigt wird, erfolgt erst kurz vor dem letzten Bearbeitungsschritt,
das heißt zum Beispiel dem Kalandrieren, mit einer weiteren Einrichtung wie insbesondere
einem zweiten Feuchter.
[0028] Dadurch ist kein Aufrollen des Papiers bei hoher Feuchtigkeit mehr erforderlich.
[0029] Es ist beispielsweise möglich, am Ende der Papiermaschine mittels eines ersten Feuchters
die Materialbahn auf eine Feuchte < 10 % und insbesondere auf eine Feuchte im Bereich
von 9 % aufzufeuchten und/oder die Materialbahn zwischen der Abwicklung oder Abrollung
zum Kalander und dem Kalandrieren auf eine Feuchte > 10 % und insbesondere auf eine
Feuchte im Bereich von 12 % aufzufeuchten.
[0030] Grundsätzlich ist auch eine Auffeuchtung der Bahn zwischen der Ab- und Aufrollung
von Rollenschneidmaschinen denkbar, was mit einer entsprechenden Gewichtserhöhung
einhergeht. Hingegen ist die Zielsetzung beim Kalandrieren das Erreichen erhöhter
Glanz- und Glättewerte.
[0031] Die beispielsweise mittels eines ersten Feuchters vor dem insbesondere letzten Wickelvorgang
erfolgende Auffeuchtung der Materialbahn kann insbesondere auf eine solche Feuchte
begrenzt werden, dass noch keine Wickelfehler auftreten. Die Auffeuchtung auf den
technologisch erforderlichen Gehalt erfolgt zweckmäßigerweise erst kurz vor dem letzten
Bearbeitungsschritt beziehungsweise Endbehandlungsschritt, zum Beispiel mittels eines
zweiten Feuchters, wenn kein kritischer Vorgang mehr erforderlich ist.
[0032] Insbesondere bei der SC-Papier-Herstellung reicht es vom technologischen Standpunkt
aus betrachtet aus, wenn mittels eine ersten Feuchters ein Großteil an Feuchte für
die eingangs genannten "Reifung" eingebracht und der über die für das Wickeln "kritische
Feuchtigkeit" (zum Beispiel 10 %) hinausgehende Rest mittels eines zweiten Feuchters
eingebracht wird.
[0033] Die erfindungsgemäße Anordnung mit beispielsweise zwei Feuchtern bringt den Vorteil
mit sich, dass die Gesamtfeuchte durch eine entsprechende Auslegung der beiden Feuchter
in einem beliebigen Verhältnis aufgeteilt werden kann. Dabei ist bezüglich einer Auffeuchtung
vor der Aufwicklung oder Aufrollung grundsätzlich wieder eine so genannte "Reifung"
möglich, während mit der nach und vorzugsweise unmittelbar vor dem Kalandrieren erfolgenden
Auffeuchtung keine solchen "Reifung" mehr erzielt wird.
[0034] Wie bereits erwähnt, können das erfindungsgemäße Verfahren sowie die erfindungsgemäße
Vorrichtung insbesondere zur Herstellung und Behandlung von satiniertem Papier eingesetzt
werden.
[0035] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher erläutert; in dieser zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Teildarstellung einer Vorrichtung zur Herstellung oder Behandlung
einer Materialbahn und
- Figur 2
- ein Diagramm, in dem rein schematisch verschiedene Feuchten angegeben sind, bis zu
denen die Materialbahn vor dem Aufwickeln zweckmäßigerweise aufgefeuchtet werden darf.
[0036] Figur 1 zeigt in schematischer Teildarstellung eine Vorrichtung 10 zur Herstellung
und Behandlung einer Materialbahn 12, bei der es sich insbesondere um eine Papier-
oder Kartonbahn handeln kann. Im vorliegenden Fall umfasst die Vorrichtung 10 eine
Papiermaschine 14 und einen Kalander 16.
[0037] Die Materialbahn wird am Ende der Papiermaschine 14 mittels einer Wickelvorrichtung
18 zunächst z. B. auf einen Tambour 20 aufgewickelt und für den darauf folgenden Endbehandlungsschritt,
das heißt hier das Kalandrieren, im Kalander 16 wieder abgewickelt. Zwischen der Trockenpartie
22 der Papiermaschine 14 und der Wickelvorrichtung 18 ist ein erster Feuchter 24 vorgesehen,
durch den die Materialbahn 12 vor dem Aufwickeln, das heißt vor der Wickelvorrichtung
18, aufgefeuchtet werden kann. In Bahnlaufrichtung vor und hinter dem Feuchter 24
kann jeweils ein Scanner 28 vorgesehen sein, über den beispielsweise die jeweilige
Feuchte gemessen werden kann.
[0038] In dem Diagramm im unteren Teil der Figur 1 ist die relative Feuchte der Materialbahn
12 über der von der Trockenpartie 22 der Papiermaschine 14 bis zum Kalander 16 reichenden
Strecke aufgetragen.
[0039] Wie anhand dieses in der Figur 1 wiedergegebenen Diagramms zu erkennen ist, kann
die Materialbahn 12 unmittelbar im Anschluss an die Trockenpartie 22 eine Feuchte
von beispielsweise etwa 2,5 % aufweisen. Mittels des ersten Feuchters 24 wird die
Materialbahn 12 dann entsprechend aufgefeuchtet.
[0040] Entsprechend der Kurve A im Diagramm der Figur 1 wird die Materialbahn auf eine Feuchte
< 10 %, hier zum Beispiel 9,75 % aufgefeuchtet, die bis zum Kalander 12 zumindest
im wesentlichen beibehalten wird. Es hat sich gezeigt, dass bei einer solchen Feuchte
praktisch keine Wickelfehler auftreten. Bei einem solchen der Kurve A entsprechenden
Feuchteverlauf ist jedoch von Nachteil, dass in der Regel noch nicht die für eine
Kalandrierung optimalen Werte erreicht sind.
[0041] Gemäß der Kurve B wird die Materialbahn vor dem Aufwickeln auf eine Feuchte > 10
%, wie beispielsweise auf 11 %, aufgefeuchtet, wobei die vor der Wickelvorrichtung
18 erreichte Feuchte wieder bis zum Kalander 16 zumindest im wesentlichen beibehalten
wird. Mit einer solchen Auffeuchtung auf eine Feuchte > 10 % mag zwar eine bessere
Kalandrierung möglich sein. Es hat sich jedoch gezeigt, dass bei einer solchen Feuchte
> 10 % erhebliche Wickelfehler im Tambour 20 auftreten.
[0042] Erfindungsgemäß wird nun die Materialbahn nach dem Aufwickeln in der Wickelvorrichtung
18 und vor dem Kalandrieren im Kalander 16 mittels eines zweiten Feuchters 26 so aufgefeuchtet,
dass deren Feuchte unmittelbar vor dem Endbehandlungsschritt, das heißt hier unmittelbar
vor dem Kalander 16 höher ist als unmittelbar vor dem Aufwickeln, das heißt unmittelbar
vor der Wickelvorrichtung 18. Ein entsprechender Feuchteverlauf ist beispielsweise
durch die Kurve C im Diagramm der Figur 1 angegeben. Danach wird die Feuchte mittels
des vor der Wickelvorrichtung 18 vorgesehenen ersten Feuchters 24 auf eine Feuchte
< 10 % und mittels des nach der Abwicklung oder Abrollung und dem Kalander 16 vorgesehenen
zweiten Feuchters 26 auf eine Feuchte > 10 %, hier zum Beispiel auf 12 %, aufgefeuchtet.
[0043] Mit einer erfindungsgemäßen Auffeuchtung beispielsweise gemäß der Kurve C wird insbesondere
erreicht, dass die Endfeuchte am Kalander 16 den gewünschten relativ hohen Wert besitzt,
während Wickelfehler angesichts der geringeren Feuchte im Bereich der Wickelvorrichtung
18 praktisch ausgeschlossen sind.
[0044] Die Materialbahn 12 wird vor dem Aufwickeln also vorzugsweise auf eine Feuchte <
10 % aufgefeuchtet. Die entsprechende Auffeuchtung erfolgt beispielsweise durch den
ersten Auffeuchter 24. Dabei kann die Materialbahn 12 beispielsweise auf eine Feuchte
< 9,7 % und vorzugsweise auf eine Feuchte < 9 % aufgefeuchtet werden.
[0045] Insbesondere aus wirtschaftlichen Gründen kann vor der Wickelvorrichtung 18 beziehungsweise
vor dem ersten Feuchter 24 eine Trocknung bis zu einer Feuchte in einem Bereich zwischen
beispielsweise 10 % und 6 % erfolgen. Eine Auffeuchtung vor der Wickelvorrichtung
18 mittels eines ersten Feuchters 24 ist nicht zwingend.
[0046] Im Wickelspalt der Wickelvorrichtung 18 wird zweckmäßigerweise eine kontrollierte
Nipkraft erzeugt. Weitere kontrollierte Wickelparameter sind beispielsweise auch die
Linienkraft, der Bahnzug oder das Zentrumsmoment.
[0047] Mittels des zweiten Feuchters 26 wird die Materialbahn 12 dann auf eine Feuchte aufgefeuchtet,
die höher ist als die unmittelbar vor der Wickelvorrichtung 18. In Bahnlaufrichtung
vor und hinter dem Feuchter 26 kann jeweils wieder ein Scanner 30 vorgesehen sein.
[0048] Sowohl bei einer jeweiligen Auffeuchtung vor der Wickelvorrichtung 18 als bei einer
jeweiligen Auffeuchtung unmittelbar vor dem Endbehandlungsschritt beziehungsweise
dem Kalander 16 kann jeweils auch eine Feuchtequerprofilierung vorgesehen sein, wobei
diese Feuchtequerprofilierungen üblicherweise als Hauptaufgabe angesehen werden.
[0049] Grundsätzlich ist auch der Einsatz wenigstens eines Regelkreises unter Einbeziehung
der betreffenden Papierqualitätsparameter denkbar.
[0050] Nach dem Kalandrieren, das heißt. hier nach dem Kalander 16, kann die Materialbahn
12 wieder aufgerollt werden.
[0051] Es ist beispielsweise eine Trocknung bis zu einem Trockengehalt > 97 % möglich (wegen
der guten Feuchte, Feuchtequerprofilierung), wobei im wesentlichen nur das Feuchtequerprofil
durch lokales Auffeuchten und/oder lokales Trocknen beeinflusst wird.
[0052] Wie in der Figur 1 angedeutet, kann die Feuchte 2σ vor der Wickelvorrichtung zum
Beispiel < 0,3 % sein.
[0053] Wie sich insbesondere auch aus dem Diagramm der Figur 2 ergibt, wird die Materialbahn
12 vor dem Aufwickeln in der Wickelvorrichtung 18 zweckmäßigerweise auf eine Feuchte
von wenigstens 6 % aufgefeuchtet.
[0054] In diesem Diagramm gemäß Figur 2 sind rein schematisch verschiedene Feuchten angeben,
bis zu denen die Materialbahn 12 vor dem Aufwickeln zweckmäßigerweise angefeuchtet
werden darf. Gemäß diesem Diagramm liegt die entsprechende Feuchte beispielsweise
in einem Bereich von etwa 6 % bis etwa 10 %. Die zum Kalandrieren erforderliche Endfeuchte
liegt hier höher als 10 %. Die zur Erzielung dieser Endfeuchte erforderliche Auffeuchtung
kann in der gewünschten Weise insbesondere zwischen den beiden Feuchten 24 und 26
(vergleiche Figur 1) aufgeteilt werden. Dem Diagramm kann auch nochmals entnommen
werden, dass die Feuchte am Ende der Trockenpartie 22 der Papiermaschine 14 zweckmäßigerweise
in einem Bereich von etwa 2,5 % liegen kann.
Bezugszeichenliste
[0055]
- 10
- Vorrichtung zur Herstellung und Behandlung einer Materialbahn
- 12
- Materialbahn
- 14
- Papiermaschine
- 16
- Kalander
- 18
- Wickelvorrichtung
- 20
- Tambour
- 22
- Trockenpartie
- 24
- Erster Feuchter
- 26
- Zweiter Feuchter
- 28
- Scanner
- 30
- Scanner
1. Verfahren zur Herstellung und Behandlung einer Materialbahn (12), insbesondere Papier-
oder Kartonbahn, bei dem die Materialbahn (12) zunächst aufgewickelt und anschließend
für einen darauf folgenden Endbehandlungsschritt wieder abgewickelt wird, wobei die
Materialbahn (12) nach dem Aufwickeln und vor dem Endbehandlungsschritt so aufgefeuchtet
wird, dass deren Feuchte unmittelbar vor dem Endbehandlungsschritt höher ist als unmittelbar
vor dem Aufwickeln.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Materialbahn (12) am Ende einer Herstellungsmaschine (14), vorzugsweise Papiermaschine,
aufgewickelt und im Anschluss an diese Herstellungsmaschine (14) für den darauf folgenden
Endbehandlungsschritt wieder abgewickelt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Endbehandlungsschritt eine Kalandrierung umfasst.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest der Endbehandlungsschritt im Offline-Betrieb erfolgt.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Materialbahn (12) nach dem Abwickeln auf die höhere Feuchte aufgefeuchtet wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Materialbahn (12) unmittelbar vor dem Endbehandlungsschritt auf die höhere Feuchte
aufgefeuchtet wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Materialbahn (12) nach dem Aufwickeln und vor dem Endbehandlungsschritt auf eine
Feuchte aufgefeuchtet wird, die in Abhängigkeit von wenigstens einem für den Endbehandlungsschritt
charakteristischen Qualitätsparameter der fertigen Materialbahn (12) gewählt wurde.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Materialbahn (12) nach dem Aufwickeln und vor dem eine Kalandrierung umfassenden
Endbehandlungsschritt auf eine Feuchte aufgefeuchtet wird, die in Abhängigkeit von
vorgebbaren Glanz- und Glättewerten gewählt wurde.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Materialbahn (12) vor dem Aufwickeln höchstens auf eine bezüglich des Aufwickelns
und/oder anschließenden Abwickelns kritische Feuchte aufgefeuchtet wird, die in Abhängigkeit
von einer vorgebbaren maximal zulässigen beim Aufwickeln beziehungsweise Abwickeln
auftretenden Fehlerhäufigkeit gewählt wurde.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Auffeuchten der Materialbahn (12) nach dem Aufwickeln und vor dem Endbehandlungsschritt
mittels wenigstens eines Feuchters (26) erfolgt.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Auffeuchten der Materialbahn (12) vor dem Aufwickeln mittels wenigstens eines
Feuchters (24) erfolgt.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Materialbahn (12) nach dem Aufwickeln und vor dem Endbehandlungsschritt auf eine
Feuchte > 10 % aufgefeuchtet wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Materialbahn (12) nach dem Aufwickeln und vor dem Endbehandlungsschritt auf eine
Feuchte im Bereich von 12 % aufgefeuchtet wird.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Materialbahn (12) vor dem Aufwickeln auf eine Feuchte < 10 % aufgefeuchtet wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Materialbahn (12) vor dem Aufwickeln auf eine Feuchte < 9,7 % und vorzugsweise
auf eine Feuchte < 9 % aufgefeuchtet wird.
16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Materialbahn (12) vor dem Aufwickeln bis zu einer Feuchte im Bereich zwischen
10 % und 6 % getrocknet wird.
17. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Materialbahn (12) vor dem Aufwickeln bis zu einem Trockengehalt > 97 % getrocknet
wird.
18. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Materialbahn (12) vor dem Aufwickeln auf eine Feuchte von mindestens 6 % aufgefeuchtet
wird.
19. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass im wesentlichen nur das Feuchtequerprofil durch lokales Auffeuchten und/oder lokales
Trocknen beeinflusst wird.
20. Vorrichtung (10) zur Herstellung und Behandlung einer Materialbahn (12), insbesondere
Papier- oder Kartonbahn, in der die Materialbahn (12) zunächst aufgewickelt und anschließend
für einen darauf folgenden Endbehandlungsschritt wieder abgewickelt wird, insbesondere
zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit wenigstens
einem Feuchter (26) , durch den die Materialbahn (12) nach dem Aufwickeln und vor
dem Endbehandlungsschritt so auffeuchtbar ist, dass deren Feuchte unmittelbar vor
dem Endbehandlungsschritt höher ist als unmittelbar vor dem Aufwickeln.
21. Vorrichtung nach Anspruch 20,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Auffeuchten der Materialbahn (12) vor dem Aufwickeln wenigstens ein weiterer
Feuchter (24) vorgesehen ist.