[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur visuellen Simulation
explodierender Körper gemäss Oberbegriff des Anspruchs 1. Des weiteren bezieht sich
die Erfindung auf eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäss Oberbegriff
des ersten Vorrichtungsanspruchs.
[0002] Bei der Simulation von Gefechten in Manövern werden unter anderem auch Bogenschusswaffen
(Artillerie, Minenwerfer) simuliert eingesetzt. Zur Simulation werden vorgängig im
Zielgebiet rasterförmig Signaturkörper ausgelegt. Signaturkörper sind Träger von Rauchgeneratoren.
Die Rauchgeneratoren können gezielt in der Regel per Funk ausgelöst werden. Soll das
Wirken von Bogenschusswaffen dargestellt werden, so berechnet ein Rechner den Einschlagort
der Geschosse und löst per Funk die entsprechenden Rauchgeneratoren in den Signaturkörpern
im Feld aus. Die beübte Truppe erkennt daraus die Gefährdung und kann entsprechend
reagieren.
[0003] Im Weiteren ist es möglich, dass die übenden Truppen mit ihren Simulationswaffen
Fahrzeuge, z.B. Panzer, bekämpfen. Damit der Schütze, die Fahrzeugmannschaft und alle
übrigen Teilnehmer erfahren, dass das Fahrzeug getroffen wurde, wird eine auf dem
Fahrzeug montierte Signatur, z.B. in Form eines Rauches, ausgelöst. Ein andersfarbiger
Rauch wird oft verwendet, um verschiedene Trefferarten, z.B. einen Minentreffer, anzuzeigen.
[0004] Zum Erzeugen einer solchen Signatur oder Markierung sind verschiedene Verfahren bekannt.
Eine Möglichkeit ist das Abbrennen pyrotechnischer Masse. Dabei wird eine Masse eingesetzt,
die abbrennt und dabei einen möglichst dichten Rauch entwickelt. Die Zündung erfolgt
in der Regel über elektrische Zündpillen.
[0005] Ein anderes bekanntes Verfahren ist das Ausstossen von feinem inertem Pulver. In
einem Becher wird über einem pyrotechnischen Treibsatz sehr feines inertes Pulver
eingefüllt. Wird der Treibsatz gezündet, wird das Pulver explosionsartig ausgestossen
und es entsteht eine sichtbare Pulverwolke. Ein weiteres bekanntes Verfahren ist das
Zünden eines explosiven Gasgemisches, dem z.B. vernebeltes Oel beigemischt ist. Dazu
wird in einem kontrollierten Volumen ein zündfähiges Gasgemisch, z.B. Butan/Luft hergestellt.
Zur Raucherzeugung wird dem Gemisch z.B. vernebeltes Oel beigemischt. Mit einem elektrischen
Funken kann das Gemisch gezündet werden. Bei der explosionsartigen Verbrennung verbrennt
das Oel mit und erzeugt einen sichtbaren Rauch.
[0006] Alle bekannten Verfahren haben unerwünschte Eigenschaften. Pyrotechnische Verfahren
sowie das Verbrennen von Oel erzeugen mehr oder weniger toxische Produkte. Pyrotechnische
Verfahren können in der Darstelldauer nicht beeinflusst werden. Explosionen erzeugen
starken Lärm. Abbrände und Explosionen erzeugen grosse Hitze. Deswegen muss von solchen
Signaturkörpern ein Sicherheitsabstand eingehalten werden. Dies ist für die übende
Truppe eine kaum durchführbare Auflage, insbesondere wenn nachts geübt wird. Toxizität
ist insbesondere in Hinsicht auf die übenden Personen und auch bezüglich des Umweltschutzes
nicht akzeptabel. Im Weiteren ist die pyrotechnische Darstellung sehr teuer. Das Hantieren
mit Explosivstoffen oder Gasen darf nur von speziell ausgebildetem Personal vorgenommen
werden.
[0007] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Verfahren anzugeben, das
eine Signatur unter Verringerung der Gefährdung von Übungsteilnehmern erzeugt. Eine
weitere Aufgabe besteht darin, eine Signatur unter Vermeidung pyrotechnischer Mittel
zu erzeugen.
[0008] Ein Verfahren, das wenigstens die erstgenannte Aufgabe löst, ist im Anspruch 1 angegeben.
Die weiteren Ansprüche geben bevorzugte Ausführungen sowie Vorrichtungen zur Durchführung
des Verfahrens an.
[0009] Demgemäss wird die Signatur durch Verdampfen einer Flüssigkeit erzeugt, wobei der
Dampf beim Versprühen einen deutlich sichtbaren Nebel bildet und damit den (simulierten)
Explosionsort markiert. Die Flüssigkeit (Fluid) besteht dabei überwiegend aus Wasser.
Bevorzugt werden die sonstigen Komponenten so gewählt, dass das Fluid nicht toxisch
ist.
[0010] Die Vorrichtung für die Verdampfung besteht im Wesentlichen aus einem Wärmespeicher
hinreichend hoher Wärmekapazität, dass er nach Aufheizen auf eine vorgegebene Betriebstemperatur
die Wärme zur Verfügung stellen kann, die zum Verdampfen einer hinreichend grossen
Menge Fluid genügt, um die Signatur eines Explosionsortes zu erzeugen. Dabei darf
sich der Wärmespeicher nicht unter eine Temperatur abkühlen, die noch eine Verdampfung
erlaubt. Der Wärmespeicher ist in eine thermische Isolation eingehüllt, so dass eine
relativ geringe Dauerheizleistung benötigt wird, um ihn auf Betriebstemperatur zu
halten.
[0011] Als Energieträger für die Beheizung dient bevorzugt Gas, das in verflüssigter Form
speicherbar ist, und die Verbrennung zur Wärmeerzeugung erfolgt weiter bevorzugt flammenlos,
z.B in einem katalytischen Brenner.
[0012] Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf Figuren
erläutert werden.
Fig. 1: Schema eines Verdampfers im Schnitt
Fig. 2: Schema einer möglichen Anordnung
Fig. 3: Schema eines Dampfstrahlinjektors zum Einfärben des Dampfes
[0013] Zur Raucherzeugung wird im Wesentlichen Flüssigkeit, bevorzugt ein Wasser-Glykolgemisch
(Fluid) verdampft. Dieses Verfahren ist bekannt und wird schon seit langem in Theater,
Film und Discotheken eingesetzt. Das Fluid und der entstehende Dampf ist nicht toxisch
und darf unbedenklich sogar in geschlossenen Räumen eingesetzt werden.
[0014] Die Dampfmenge kann in weiten Bereichen variiert werden, da bei entsprechender Ausführung
(stetige Energiezufuhr) das Verdampfen kontrollierbar ist. In diesem Fall ist die
Dampfmenge nur noch von der zur Verfügung stehenden Fluidmenge abhängig. Die Dampfhöhe
kann variiert werden, indem der Dampfdruck variiert wird. Lärm wird bis auf das Zischen
des Dampfes und das Geräusch der Pumpe nicht erzeugt. Der Dampf ist beim Verlassen
des Verdampfers sehr heiss (ca. 200 °C). Da er sich an der Luft jedoch sehr schnell
abkühlt (wenige Zentimeter nach der Düse), kondensiert und damit sichtbar wird, ist
der Sicherheitsabstand zur Düse sehr klein (nur wenige Zentimeter). Durch Anbringen
eines geeigneten Schutzes kann ein solcher Signaturkörper ohne Auflage bezüglich Sicherheitsabstand
betrieben werden.
[0015] Um auch bei Nacht den Dampf sichtbar zu machen, kann er mit in den Signaturkörper
eingebauten Leuchtmitteln (Blitzlampe, LED, Halogenstrahler) beleuchtet werden. Soll
der Signaturkörper auch noch Geräusche (Explosionsknall) von sich geben, kann dies
kontrolliert über Lautsprecher erfolgen. Weitere Vorteile dieser Erfindung sind: Das
Hantieren mit dem Fluid ist für jedermann möglich, es gibt keine Auflagen bezüglich
Transport und Lagerung des Fluid. Nicht zuletzt kostet die Simulation eines Schusses
nur ungefähr ein Zehntel bis ein Fünfzigstel der bekannten Ausführungen.
[0016] Die bekannten Verdampfer sind wie folgt aufgebaut: Ein Vorratsbehälter (meist aus
Kunststoff) für das Fluid; eine Pumpe, die das Fluid in den Verdampfer pumpt; und
der Verdampfer. Da zum Verdampfen der Flüssigkeit, die zur Hauptsache aus reinem Wasser
besteht, sehr viel Energie benötigt wird und ein solches Gerät am normal abgesicherten
Netz betrieben werden können soll (Schweiz: 230 V/10 A), wird die dazu benötigte Energiemenge
vorgängig thermisch in einem massiven Metallkörper, dem Verdampfer, der meist aus
einer Aluminiumlegierung besteht, zwischengespeichert. Dazu sind im Verdampfer Heizkörper
im Leistungsbereich von typisch 700 bis 1500 W eingebaut. Ein am Verdampfer angebrachter
Temperaturfühler regelt die Heizung so, dass bei einer Temperatur von typisch 220
°C das Heizen abgestellt wird. Unterschreitet die Temperatur ca. 180 °C, wird die
Heizung wieder eingeschaltet. Das Aufheizen dauert typisch zwischen 3 bis 12 Minuten.
In der Regel ist es nicht möglich, mit solchen Geräten ununterbrochen Dampf zu erzeugen,
da dafür zu wenig Energie zugeführt wird. Vielmehr ist die Dampferzeugung nur einige
10 sec lang möglich, dann ist die gespeicherte Energie aufgebraucht. Um den Wärmeverlust
durch Abstrahlung zu minimieren, wird der bekannte Verdampfer in der Regel mit Isoliermaterialien
thermisch isoliert. Der Verdampfer ist innen hohl. Um die Oberfläche zu vergrössern,
ist der Hohlraum meist spiralförmig ausgebildet. Auf der einen Seite des Verdampfers
ist die Fluidpumpe angeschlossen, auf der anderen die Dampfdüse. Zum Verdampfen wird
das Fluid in den heissen Verdampfer gepumpt. Das Fluid entzieht dem Verdampfer Wärme
und verdampft. Der Dampf entweicht unter Druck durch die Dampfdüse.
[0017] Für die eingangs aufgezeigte Anwendung, die Darstellung von Signaturen im Feld, ist
die gebräuchliche Ausführung mit dem elektrisch beheizten Wärmespeicher nicht möglich,
da im freien Feld keine Netzanschlüsse vorhanden sind. Der Betrieb ist daher nur mit
Akkumulatoren oder Batterien möglich (Das Verlegen von elektrischen Leitungen ist
nicht möglich, da das Terrain mit Fahrzeugen, insbesondere Panzern, befahren wird.
Selbst das Vergraben von Leitungen ist, nebst den enorm hohen Kosten, auf einem mit
Panzern befahrenen Gelände nicht möglich).
[0018] Ein Akku-betriebener Wärmespeicher kommt nicht in Frage, weil selbst bei sehr guter
thermischen Isolation die benötigte Energiemenge allein zum Erhalten der Temperatur
für die gewünschte Autonomiedauer von 7 Tagen viel zu gross ist. Vielmehr muss die
Beheizung des Wärmespeichers über einen Energieträger erfolgen, der eine sehr hohe
Energiedichte hat. In der erfindergemässen Ausführung wird dazu Butan-, Propan-, oder
ein Gemisch aus Butan- und Propangas verwendet. Im Weiteren wird das Gas katalytisch,
d.h. flammenlos verbrannt. Damit wird verhindert, dass sich ungewollt Stoffe, die
sich auf dem Wärmespeicher befinden könnten (Blätter, Gras), entzünden können. Der
Wärmespeicher ist gleichzeitig der Verdampfer. Die Masse ist so bemessen, dass er,
aufgeheizt auf die Betriebstemperatur von ca. 220 °C, ca. 1 ml/sec des Fluids während
max. 5 sec verdampfen kann, wobei er sich auf ca. 200 °C abkühlt.
[0019] In der beispielhaften Ausführung ist der Verdampfer zweiteilig ausgeführt. In den
runden Einsatz ist eine spiralförmige Nut 2 geschnitten, wobei sowohl der Anfang wie
das Ende der Nut im ganzen Umfang um ca. Nutenbreite freigeschnitten 6, 11 ist. Der
Einsatz 1 ist in das Aussenteil 3 eingepresst, dabei sind die Masse so gewählt, dass
die Bereiche zwischen der Nut zwischen Einsatz 1 und Aussenteil 4 dicht sind und dass
insbesondere der Einsatz gegen das Aussenteil auf der Düsenseite dicht ist. Dazu wird
dort ein geeignetes Dichtmittel, z.B. ein O-Ring 5, eingesetzt. Auf der Düsenseite
ist der Freischnitt 6 der Spiralnut durch eine Querbohrung 7 mit der Düsenbohrung
8 verbunden. In die Düsenbohrung ist eine Düse 9 eingeschraubt. Am gegenüberliegenden
Ende des Einsatzes 1 ist eine Bohrung 10 (Zuführbohrung) im Aussenteil auf Höhe des
Freischnitts 11 der Spiralnut eingebracht. Durch diese Bohrung wird mit einer Pumpe
12 das Fluid aus dem Vorratsbehälter 13 in den Verdampfer gepumpt. Ist der Verdampfer
auf Betriebstemperatur, verdampft das Fluid sofort und verlässt dampfförmig den Verdampfer
durch die Düse. Um zu verhindern, dass sich der Dampf auch in Richtung der Pumpe bewegen
kann, ist in der Zuführbohrung 10 ein handelsübliches Rückschlagventil 14 eingeschraubt.
Als Wärmequelle wird ein handelsüblicher und in seiner Funktion an sich bekannter
katalytischer Gasbrenner 15 eingesetzt. Das Gas wird aus einem Gastank 16 über ein
elektrisches Ventil 17 dem Gasbrenner zugeführt. Gezündet wird das Gas mit einem elektrischen
Funken, der mit einem kleinen Hochspannungsgenerator 19 in einer Funkenstrecke 18
erzeugt wird. Damit der Verdampfer möglichst wenig Wärme durch Abstrahlung verliert,
ist der ganze Verdampfer, ausser auf der Seite des Brenners, mit einem thermisch isolierenden
Stoff 20, z.B. Steinwolle, überzogen. Über die Steinwolle ist zu deren Schutz ein
Gehäuse 21 aus z.B. rostfreiem Edelstahl gestülpt (Edelstahl ist ein schlechter Wärmeleiter).
Die ganze Einrichtung wird mit einem Mikroprozessor 22 gesteuert. Um im Betrieb einen
verzögerungsfreien Einsatz zu gewährleisten, regelt der Mikroprozessor 22 die Temperatur
des Verdampfers so, dass sie immer im Bereich von ca. 200 bis 220 °C ist. Dazu misst
er mit dem Temperatursensor 24 die Temperatur des Verdampfers und öffnet und schliesst
das elektrische Gasventil 17. Bei Bedarf zündet er das Gas mit Hilfe des Hochspannungsgenerators
19 und der Funkenstrecke 18.
[0020] Die elektrische Energie dazu wird aus einem Akkumulator 23 entnommen. Wird der Mikroprozessor
22 z.B. über ein angeschlossenes Funkmodul angestossen, eine Dampfwolke zu erzeugen,
setzt er die Pumpe 12 in Gang. Das Fluid gelangt aus dem Vorratsbehälter in den heissen
Verdampfer, wo es augenblicklich verdampft und durch die Dampfdüse 9 ausgestossen
wird.
[0021] Zusätzlich zu den für die Funktion wesentlichen Einrichtungen weist das Gerät noch
die üblichen Vorkehrungen gegen unerlaubte Betriebszustände auf, wie Überdruckventil,
Gasabschaltung bei Überhitzung, Sicherung gegen Eindringen von flüssigem Gas bei zu
schräger Aufstellung des Geräts.
Der Einsatz des Gerätes kann wie folgt ablaufen:
[0022] Zuerst werden die Akkumulatoren geladen und das Gas und das Fluid aufgefüllt. Danach
wird das Gerät am vorbestimmten Ort ins Gelände gelegt und eingeschaltet. Der Mikroprozessor
überprüft die verschiedenen Sensoren (Temperatur, Neigung), ob sie im erlaubten Bereich
sind. Ist dies der Fall, öffnet er das Gasventil und zündet das Gas. Das erfolgreiche
Zünden wird mit dem entsprechenden Sensor überwacht. Mit der an sich bekannten 2-Punkte-Regelung
wird die Temperatur des Verdampfers immer zwischen ca. 200 und 220 °C gehalten. Empfängt
der Mikroprozessor z.B. über Funk den Befehl, eine Dampfwolke zu erzeugen, setzt er
die Pumpe in Gang. In einem übergeordneten Programmteil werden alle Sicherheitselemente
stetig gemessen und gegebenenfalls sofort reagiert, in der Regel mit Schliessen des
Gasventils und Abstellen der Pumpe.
[0023] Wird die Einrichtung auf einem Fahrzeug montiert, muss mit geeigneten Massnahmen
dafür gesorgt werden, dass kein Flüssiggas in den Brenner gelangen kann.
[0024] Um die Forderung nach farbigem Dampf zu erfüllen, kann an Stelle der einfachen Dampfdüse
eine Dampfstrahldüse 30 (Fig. 3) verwendet werden. Die Funktion und Ausführung von
Dampfstrahldüsen ist allgemein bekannt. In dieser speziellen Ausführung ist der durch
den Dampfstrahl angesaugte Stoff, der sich in einem Vorratsbehälter 27 befindet, flüssige
Lebensmittelfarbe. Die stark färbende Lebensmittelfarbe färbt damit den Dampf ein.
Da Lebensmittelfarbe nicht toxisch ist, bleibt der nun farbige Dampf nicht toxisch.
[0025] Der Vorratsbehälter 27 ist über eine Leitung 32 mit dem Ansaugteil 33 der Düse 30
verbunden. Wird in die Leitung 32 der Farbe ein z.B. elektrisches Ventil 26 eingebaut,
kann das Einfärben beliebig gesteuert werden, um damit verschiedenfarbigen Dampf zu
erzeugen. Werden die drei Grundfarben und beliebig regelbare Ventile 26 verwendet,
kann eine beliebige Farbe erzeugt werden.
[0026] Aus der vorgenannten Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels sind dem
Fachmann zahlreiche Abwandlungen zugänglich, ohne den Bereich der Erfindung wie in
den Ansprüchen definiert zu verlassen.
[0027] Denkbar ist u.a., an Stelle des katalytischen Gasbrenners eine offene Gasflamme (Bunsenbrenner)
zu benutzen, oder an Stelle des Gasbrenners den Verdampfer oder eine Kombination gas-elektrisch
zu benutzen.
[0028] Weitere denkbare Abwandlungen sind:
- Verwendung eines anderen Brennstoffs oder allgemein Energieträgers, insbesondere eines
anderen Gases oder auch eines flüssigen oder festen Brennstoffs.
- Insbesondere auf Fahrzeugen kann das Aufheizen durch den Energieträger hoher Energiedichte
erfolgen, das Halten im Bereitschaftszustand, also der Ausgleich der Wärmeverluste,
durch eine elektrische Heizung, die an das elektrische Netz, insbesondere des Fahrzeugs,
angeschlossen ist. In der Regel ist eine Verbindung zum elektrischen System auch aus
dem Grund vorgesehen, dass das Fahrzeug nach einem Treffer zwangsweise stillgelegt
wird.
[0029] Dabei ist zu berücksichtigen, dass bei Militärfahrzeugen oft eine beträchtliche Anzahl
Energieverbraucher an das Stromnetz angeschlossen ist, die auch bei stehendem Motor
Energie benötigen und damit die Fahrzeugbatterie belasten. Daher ist auch hier eine
Lösung vorteilhaft, die über einen eigenen Energievorrat verfügt, auf die wenigstens
dann zurückgegriffen wird, wenn grosse Energiemengen benötigt werden. Bei der vorliegenden
Siumulationseinrichtung sind dies insbesondere die Aufheizzeit und das Wiederaufheizen
nach einer Aktivierung, während denen auf den eigenen Energievorrat zurückgegriffen
und die Batterie geschont wird.
- Für Bedingungen mit eingeschränkter Sicht, insbesondere bei Nacht, kann eine zusätzliche
Einrichtung vorhanden sein, um die Sichtbarkeit zu erhöhen, z.B. eine Einrichtung
zur Beleuchtung oder zur Erzeugung eines Lichtblitzes.
- Die unterbrechungsfreie Bereitschaftszeit kann anders gewählt sein, insbesondere durch
Anpassung des Energievorrats und/oder die Art des Energieträgers. Sie kann länger,
aber auch kürzer, z.B. 3 Tage sein. Eine vernünftige untere Grenze kann bei einem
Tag angenommen werden.
1. Verfahren zur visuellen Simulation explodierender Körper, dadurch gekennzeichnet, dass eine Flüssigkeit, insbesondere eine überwiegend aus Wasser bestehende Flüssigkeit,
verdampft wird, um eine Dampfwolke zu bilden, die den simulierten Explosionsort markiert.
2. Verfahren gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdampfung durch Erhitzen der Flüssigkeit in einem Verdampfer erfolgt, wobei
die zur Verdampfung benötigte Wärme für die Simulation der Explosion mindestens eines
explodierenden Körpers hauptsächlich in einem Wärmespeicher (1) gespeichert ist, und
dass die Flüssigkeit zum Verdampfen in thermischen Kontakt zum Wärmespeicher gebracht
wird, um eine geringe Verzögerung zwischen Auslösen der Simulation und Dampferzeugung
zu erzielen.
3. Verfahren gemäss Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Wärmespeicher (1) durch Wärmezufuhr auf einer vorgegebenen Betriebstemperatur
gehalten wird, um die für die Verdampfung nötige Temperatur und Wärmemenge bereit
zu halten, und der Wärmespeicher (1) mit einer thermischen Isolation (20) versehen
ist, um die Wärmeabgabe an die Umgebung wesentlich zu verringern.
4. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeit Wasser und optional weitere Komponenten enthält, die gesundheitlich
und/oder umwelttechnisch höchstens ein geringes und bevorzugt kein Risiko darstellen.
5. Verfahren gemäss Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine weitere Komponente, bevorzugt die einzige weitere Komponente, der Flüssigkeit
Ethylenglykol ist.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäss einem der Ansprüche 1 bis 5 mit
einem Verdampfer für die zu verdampfende Flüssigkeit, dadurch gekennzeichnet, dass der Verdampfer mit einem Wärmespeicher (1) und einer Heizeinrichtung (15) in thermischer
Verbindung mit dem Wärmespeicher (1) ausgestattet ist, wobei vom Wärmespeicher (1)
im Wesentlichen die Wärmemenge abgebbar ist, um genügend Flüssigkeit für die Simulation
mindestens eines Ereignisses zu verdampfen, und wobei der Wärmespeicher durch eine
Umhüllung aus thermisch isolierendem Material (20) umgeben ist, um die Heizleistung
zur Aufrechterhaltung des Bereitschaftszustandes, in dem der Wärmespeicher die Verdampfungswärme
abgeben kann, wesentlich zu verringern.
7. Vorrichtung gemäss Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass von dem Energieträger, der für den Betrieb der Heizeinrichtung (15) benötigt wird,
ein Vorrat vorhanden ist, der einen Bereitschaftszustand über mindestens einen Tag,
bevorzugt mindestens drei Tage und insbesondere mindestens sieben Tage aufrecht zu
erhalten gestattet.
8. Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizeinrichtung (15) für das Verbrennen eines Gases ausgelegt ist, das in verflüssigter
Form in einem Vorratsbehälter (16) in der Vorrichtung lagerbar ist.
9. Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizeinrichtung (15) eine Einrichtung zum flammenlosen Verbrennen eines Brennstoffes,
bevorzugt durch katalytische Verbrennung, ist.
10. Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Wärmespeicher (1) im Wesentlichen aus Metall besteht und in seiner Oberfläche
mindestens eine kanalförmige Nut (2) mit einer Länge vorhanden ist, dass Flüssigkeit
durch Hindurchleiten durch die Nut verdampfbar ist.
11. Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass am Ausgang des Verdampfers eine Dampfstrahldüse (30) angeordnet ist, deren Ansaugteil
mit mindestens einem Farbvorratsbehälter (27) verbunden ist.
12. Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass in der Leitung für den Energieträger vom Vorratsbehälter (16) zur Heizeinrichtung
(15) ein Verschlussmittel (17) angeordnet ist, das von einer Steuerung (22), die in
Wirkverbindung mit Fühlmitteln steht, die für die Bestimmung der Richtung der Gewichtskraft
ausgelegt sind, die auf das verflüssigte Gas wirken, wenigstens dann verschliessbar
ist, wenn eine zu starke Abweichung der Richtung der Gewichtskraft von einer vorgegebenen
Richtung auftritt, um das Eindringen verflüssigten Gases in die Heizeinrichtung zu
vermeiden.
13. Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 6 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuerung (22) vorhanden ist, die aus der Ferne, insbesondere durch Funk, unter
einer Vielzahl gleicher Vorrichtungen auswählbar und aktivierbar ist, um die Vorrichtung
zur Simulation einer Explosion ansteuern zu können.
14. Vorrichtung gemäss Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen einem Vorratsbehälter (16) für die Flüssigkeit und dem Verdampfer eine Pumpe
(12) angeordnet ist, die von der Steuerung (22) ein- und ausschaltbar ist, um bei
Aktivierung der Vorrichtung durch Einschalten der Pumpe die Simulation erzeugen zu
können.
15. Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 6 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass akustische und/oder optische Signalquellen vorhanden sind, um die Erkennbarkeit der
Simulation zu verbessern.
16. Verwendung der Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 6 bis 15 zur Simulation explodierender
Geschosse, insbesondere bei Manövern und anderen Gefechtsübungen mit explodierenden
Waffenkörpern, im Gelände und/oder auf künstlichen Objekten wie Fahrzeugen, Gebäuden.