[0001] Die Erfindung betrifft eine neuartige Anzeigetafel für Leuchtschriften, nämlich eine
Anzeigetafel gemäss dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Es ist bekannt, elektrische Entladungslampen als Anzeigemittel für Reklameschriften
und dergleichen einzusetzen. Es ist ferner bekannt, für solche Anzeigeschriften vorzugsweise
Leuchtstoffröhren einzusetzen, welche ihrerseits mit einer auf die Innenwand der Lichtröhre
aufgebrachten Leuchtstoffschicht belegt ist, die durch die ultraviolette Strahlung
der elektrischen Entladung angeregt, sichtbares Licht erzeugt. Durch geeignete Wahl
und Mischung der Leuchtstoffe kann man verschiedene Lichtfarben mit hoher Lichtausbeute
erzielen.
[0003] Neben den allgemein bekannten stabförmigen Leuchtstoffröhren gibt es noch solche
in U- und Ringform. Die Formgebung dieser Röhren ist praktisch beliebig, weshalb sie
sich ausgezeichnet für Werbeschriften und dergleichen eignen.
[0004] Bekannte Leuchtstoffröhren werden aus klar oder farbigen Glasfilterröhren mit Durchmessern
von 8 bis 25 mm bei beliebigen Längen hergestellt und mit elektrischen Spannungen
bis 9'000 Volt eingesetzt.
[0005] Gegenstand der hier vorliegenden Erfindung ist nun eine neuartige Anzeigetafel für
Leuchtschriften, bestehend aus mindestens einer rohrförmig gezogenen sowie mehrfach
gebogenen, elektrischen Entladungslampe, wobei letztere aus die Leuchtschriftanzeige
bildenden sichtbaren und unsichtbaren Rohrabschnitten besteht, wobei die die Anzeige
nicht bilden-
[0006] Es sind jährlich grosse Mengen gebrauchter Entladungslampen zu entsorgt und nach
verschiedenen Verfahren zu verarbeiten. Das vor allem in Leuchtstoffröhren verwendeten
Leuchtstoffmaterial basierte früher vor allen Dingen auf Halogenphosphaten, die mit
Arsen, Cadmium, Blei, Mangan und Antimon dotiert waren. Zur optimalen Lichterzeugnis
wurde diesem Leuchtstoffmaterial noch zusätzlich Quecksilber zugesetzt. Obwohl heute
als Leuchtstoffmaterial vor allen Dingen seltene Erden mit 3-Band-Leuchtstoffen und
möglichst geringem Schwermetallanteil verwendet werden, weist die Kammer heutiger
Leuchtstoffröhren nach wie vor eine Quecksilber-gesättigte Atmosphäre auf. Der Grund
dafür liegt vor allem in der dem Quecksilber zugeschriebenen Eigenschaft, für die
verhältnismässige hohe Lichtstärke der Leuchtstofflampe mitverantwortlich zu sein.
[0007] Aufgrund des verhältnismässig hohen Anteils an Quecksilber und anderen Schwermetallen
und aufgrund der bekannten Tatsache, dass das Quecksilber mit der Zeit in das Lampenmaterial
bzw. in die Leuchtstoffschicht diffundiert, müssen die jährlich in grossen Mengen
als Altmaterial anfallenden Leuchtstoffröhren und die Leuchtstoffe selbst speziell
entsorgt werden.
[0008] Es wurde nun überraschend festgestellt, dass bei einer speziellen Zusammensetzung
der aus Edelgasen gebildeten Gasatmosphäre auf das diesem üblicherweise beigemischte
Quecksilber verzichtet werden kann, ohne dadurch eine allzu nachteilige Reduktion
der Lichtstärke in Kauf zu nehmen.
[0009] Gegenstand der Erfindung ist daher eine Leuchtstofflampe gemäss Anspruch 1, nämlich
eine Leuchtstofflampe mit einer Entladungskammer enthaltend ein Gasgemisch, wobei
das Gasgemisch aus den Edelgasen Xenon, Argon und Neon besteht und frei von Quecksilber
ist.
[0010] Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung gehen aus den abhängigen Ansprüchen
hervor.
[0011] Bei einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung besteht das Gasgemisch
aus
10 ± 3 Vol.% Xenon,
10 ± 3 Vol.% Argon und
80 ± 6 Vol.% Neon.
[0012] Die erfindungsgemässe Leuchtstofflampe ist vorzugsweise als Leuchtstoffröhre ausgebildet
und besitzt
- einen Kolben, dessen Innenwand mit einem Leuchtstoff- oder Fluoreszenzmaterial beschichtet
und dessen mit dem Edelgasgemisch Xe, Ar und Ne gefüllte Entladungskammer luftdicht
verschlossen ist,
- sowie Elektroden- und Startermittel, wie sie auch für bekannte Leuchtstofflampen eingesetzt
werden.
[0013] Als Bestandteile des Leuchtstoffmaterials kommen an sich alle bekannten Leuchtstoffe
in Frage, so zum Beispiel Leuchtstoffe, deren Zentralionen für die Anionen bzw. Kationen
aus Elementen der dritten bis sechsten Gruppe des Periodensystems gebildet werden.
In besonders bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung weist das Leuchtstoffmaterial
zudem einen möglichst geringen Schwermetallanteil auf.
[0014] Eine erfindungsgemässe Leuchtstoffröhre, welche in Anwendung für eine Reklameschrift
noch aus einer Entfernung von 15 Metern gut sichtbares Licht erzeugt, lässt sich wie
folgt spezifizieren:
Länge |
10 Meter |
Durchmesser |
19 mm |
Spannung |
4'000 V |
Stromstärke |
18 mA |
Leistung |
50 W |
Entladungskammer gefüllt mit |
10 Vol.% Xenon |
|
10 Vol.% Argon |
|
80 Vol.% Neon |
[0015] Eine mit dieser erfindungsgemässen Leuchtstoffröhre vergleichbare, Quecksilber enthaltende
Leuchtstoffröhre bekannter Art wird im Gegensatz zur erfinderischen Lösung mit einer
Spannung von 6'000 V und einer Leistung von 25 mA betrieben. Versuche in diesem Zusammenhang
haben gezeigt, dass der Stromverbrauch und die Wärmeerzeugung an den Elektroden bei
der erfindungsgemässen Leuchtstoffröhre bedeutend kleiner ist als bei den handelsüblichen,
Quecksilber enthaltenden Leuchtstoffröhren, beispielsweise 88°C gegenüber 120°C, was
die Brandgefahr bedeutend erniedrigt.
[0016] Die erfindungsgemässe Lösung einer Leuchtstofflampe weist gegenüber solcher bekannten
Leuchtstoffröhren zwar eine Reduktion der Lichtstärke auf; diese Lichtstärkeverminderung
ist jedoch in den meisten Anwendungsfällen und selbst in Anwendungen für Reklameschriften
selten von Nachteil.
[0017] Die erfindungsgemässe Leuchtstofflampe weist also für die meisten Anwendungsfällen
eine ausreichende Lichtstärke auf. Darüber hinaus zeigt sie bedeutende Vorteile, wie
zum Beispiel eine umweltfreundliche und kostengünstige Entsorgung und eine hohe Lebensdauer.
Dazu kommt, dass die erfindungsgemässe Leuchtstoffröhre eine nachträgliche Neuaufsetzung
des Gasgemisches erlaubt. So kann nach einer längeren Betriebsdauer, die Entladungskammer
der Röhre geöffnet, das Gasgemisch neu aufgesetzt und anschliessend die Entladungskammer
wieder vakuumdicht verschlossen werden, was bei herkömmlichen, Quecksilber enthaltenden
Leuchtstoffröhren nicht möglich ist. Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemässen Leuchtstoffröhre
besteht darin, das sie selbst bei tiefen Temperaturen ohne nachteilige Kondensation
von Inhaltsstoffen der Entladungskammer leuchtet. Demgegenüber zeigen nämlich Quecksilber
enthaltenden Leuchtstoffröhren den Nachteil auf, dass bei tiefen Temperaturen das
Quecksilber an der Kolbenoberfläche kondensiert und so die Leuchtkraft nachteilig
beeinflusst.
1. Leuchtstofflampe mit einem Kolben, dessen Innenwand mit einem Leuchtstoff- oder Fluoreszenzmaterial
beschichtet ist, einer luftdicht verschlossen Entladungskammer enthaltend ein Gasgemisch,
sowie Elektroden- und Startermittel, dadurch gekennzeichnet, dass das Gasgemisch aus den Edelgasen Xenon, Argon und Neon besteht und frei von Quecksilber
ist.
2. Leuchtstofflampe nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das Gasgemisch aus



besteht.
3. Leuchtstofflampe nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Leuchtstoffröhre ausgebildet ist.
4. Leuchtstofflampe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Leuchtstoffmaterial aus Elementen der dritten bis sechsten Gruppe des Periodensystems
gebildet wird.
5. Leuchtstofflampe nach einem der Ansprüche 1 bis 4, zur Anwendung als Reklameschrift.