[0001] Die Erfindung betrifft eine Exzenterschneckenpumpe, bestehend aus einem Pumpenteil
mit einem rohrförmigen Pumpengehäuse, mit einer Statorauskleidung mit einem entsprechend
einer zwei- oder mehrgängigen Schnecke geformten Pumpenhohlraum, mit einem Beschickungsgehäuse
und mit einem Antrieb und mit einem schneckenförmigen Rotor, der mittels einer biegsamen
Welle mit einer Antriebswelle verbunden ist und die biegsame Welle an ihren beiden
Enden über starre Kupplungselemente mit dem Rotor und der Antriebswelle verbunden
ist.
[0002] Ein derartiger Pumpenaufbau ist bekannt aus der EP 0 657 649 B1. Die dort eingesetzte
biegsame Welle besitzt einen großen radialen Abstand zum Einlassgehäuse. Die biegsame
Welle ist hier durch eine Schraubenverbindung mit der Antriebswelle und über eine
Kupplung, die das Drehmoment über einen Stift überträgt, mit dem Rotorkopf verbunden.
Der Stift wird von einer auf den Rotorkopf aufschiebbaren Muffe abgedeckt. Das dem
Einlassgehäuse zugeführte Produkt gelangt allein vom eingeleiteten Druck und der Saugleistung
der Pumpe in den Rotor-/Statorbereich.
[0003] Aus der DE 15 53 201 A1 geht eine Exzenterschneckenpumpe hervor, bei der eine starre
Verbindungswelle zwischen einem schneckenförmigen Rotor und einer Antriebswelle angeordnet
ist. Auf dem antriebsseitigen Ende der Verbindungswelle sitzt eine Antriebshülse,
die eine fliegend gelagerte Förderschnecke hält und rotieren lässt. Die Förderschnecke
erhält eine gewisse Laufruhe und Eigenstabilität dadurch, dass sie sich ständig an
der Innenwand am Einlassgehäuse abstützt.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Exzenterschneckenpumpe mit einer biegsamen
Welle bezüglich des Produkteinzugs zu verbessern.
[0005] Erfindungsgemäss wird die Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte erfinderische Weiterbildungen sind den Merkmalen der jeweiligen
Unteransprüche zu entnehmen.
[0006] Die Erfindung geht von der Kenntnis aus, dass es bei steigender Viskosität des zu
fördernden Produkts notwendig wird, im Beschickungsgehäuse der Pumpe eine zusätzliche
Förderwirkung zu schaffen. Bisher ist im Zusammenhang mit dem Einsatz von biegsamen
Wellen keine Zwangsförderung durch eine zusätzliche Förderschnecke bekannt. Die Erfindung
nimmt sich jedoch auch dem Problem der unnötigen Gewichtsbelastung bei einer entsprechender
Stabilität der Förderschnecke an. So hat man überraschenderweise erkannt, dass die
Förderschnecke je nach Baugrösse mit sehr dünnem und schmalen Material geformt sein
kann, wenn das Material unter einer gewissen Vorspannung steht. Diese Vorspannung
drückt sich im Spannweg der Förderschnecke aus, der dem 0,05- bis 0,5fachem des Rotordurchmessers
entspricht. Die Vorspannung wird auf die Förderschnecke aufgebracht, in dem man die
Schnecke um einen Wert entsprechend dem vorgenannten Toleranzbereich positiv verformt.
Diese Verformung geschieht durch eine mechanische Streckung der Förderschnecke. Dazu
wird die Förderschnecke an einer ihrer Seiten fest an einer Seite der biegsamen Welle
bzw. dem an dieser Seite befindlichen Kupplungselement angebracht und nach erfolgter
Spreizung an der Gegenseite der biegsamen Welle befestigt.
[0007] Entsprechend einer weiteren erfindungsgemässen Ausführung der Erfindung kann der
Förderschnecke auch eine negative Vorspannung auferlegt werden, indem die Förderschnecke
eine Stauchung erfährt. Der Wert, um den die Förderschnecke gestaucht wird, liegt
im gleichen Toleranzbereich wie bei der positiven Vorspannung. Aufgrund der Vorspannung
der Förderschnecke bleibt der Schneckenkörper während der Drehbewegung formstabil,
während der Biegestab entsprechend der vom Rotor erzeugten Exzentrizität verformt
bzw. verwunden wird. Die Gewichtsersparnis, die sich aus der Materialeinsparung für
die Förderschnecke ergibt, macht sich positiv auf die Verschleissreduzierung aller
rotierender Teile und der damit in Verbindung stehenden Teile bemerkbar.
[0008] Aus einer weiteren erfindungsgemässen Weiterbildung der Erfindung geht die Verbindung
der Förderschnecke mit der biegsamen Welle und/oder der Antriebswelle hervor. So kann
die Förderschnecke, die beispielweise an beiden Seiten mit einem angeschweissten Ring
versehen ist, entweder mittels Stellschrauben kraft- oder formschlüssige Verbindungen
eingehen.
[0009] Weitere Einzelheiten der Erfindung werden anhand der Zeichnung erläutert, in der
ein Ausführungsbeispiel der Erfindung gezeigt ist.
[0010] Es zeigt:
Fig. 1: einen Längsschnitt einer Exzenterschneckenpumpe.
[0011] Die in Fig. 1 dargestellte Pumpe besteht aus einem Pumpenteil 10, einem Beschickungsgehäuse
12 und einem Gehäuse 14, in oder an dem eine Dichtung 16 und eine Lagerung 18 an-
oder untergebracht sind. Ein Stator 20 setzt sich aus einem rohrförmigen Pumpengehäuse
22 und einer Statorauskleidung 24 zusammen. Der Stator wird zwischen zwei Flanschen
26, 26' durch Schrauben 28, 28' verspannt. Die Statorauskleidung 24 verfügt über einen
zweigängigen schneckenförmigen Pumpenhohlraum 30.
[0012] Am druckseitigen Ende des Stators 20 ist ein Flansch 26 mit einem Anschlußstutzen
32 versehen. Am saugseitigen Ende des Rotors 34, der mit seinem Rotorkopf 36 bis in
ein Beschickungsgehäuse 12 hineinragt, stellt ein Kupplungselement 38 die starre Verbindung
zur biegsamen Welle 40 sicher. Koaxial zum Biegestab 40 erstreckt sich über dessen
gesamte Länge eine Förderschnecke 42, die sowohl zur biegsamen Welle 40 wie auch zur
Innenseite des Fördergehäuses einen radialen Abstand aufweist. Mit den beiden an jedem
Ende der Förderschnecke 42 festgeschweissten scheibenförmigen Ringelementen 44, 44'
geht die Schnecke über die Kupplungselemente 38, 48 eine drehfeste Verbindung mit
der biegsamen Welle 40 ein, wozu die Ringelemente 44, 44' mit Schrauben 46, 46' versehen
sind. Diese Schrauben 46, 46' bilden eine kraft- oder auch formschlüssige Verbindung
mit den Kupplungselementen 38, 48.
[0013] Das Kupplungselement 48 ist rohrförmig ausgebildet und nimmt in seinem Hohlraum ein
Spannelement 50 auf, durch welches das Kupplungselement 48 mit der biegsamen Welle
drehfest verbunden ist. Produkt gelangt in das Beschickungsgehäuse 12 über einen Fülltrichter
52. Das Material der Förderschnecke ist im Ausführungsbeispiel aus Flachmaterial ausgebildet,
wobei hierzu bei Bedarf auch Rundmaterial verwendet werden kann. Ebenso können für
unterschiedliche Anwendungen unterschiedliche Materialien, wie unterschiedliche Stähle
zum Einsatz kommen. Die positive Vorspannung drückt sich im Spannweg der Förderschnecke
aus, der dem 0,05 bis 0,5fachen des Rotordurchmessers entspricht, bei Rotoren mit
einem Durchmesser von 15 - 180 mm.
1. Exzenterschneckenpumpe bestehend aus
- einem Pumpenteil (10)
- mit einem rohrförmigen Pumpengehäuse (22) mit einer Statorauskleidung (24) mit einem
entsprechend einer zwei- oder mehrgängigen Schnecke geformten Pumpenhohlraum (30)
- mit einem Beschickungsgehäuse (12)
- mit einem Antrieb
- mit einem schneckenförmigen Rotor (34), der mittels einer biegsamen Welle (40) mit
einer Antriebswelle (54) verbunden ist
- die biegsame Welle (40) an ihren beiden Enden über starre Kupplungselemente (38,
48) mit dem Rotor (34) und der Antriebswelle (54) verbunden ist.
dadurch gekennzeichnet,
dass die biegsame Welle (40) von einer koaxial angeordneten Förderschnecke (42) umgeben
ist, die unter einer Vorspannung steht.
2. Exzenterschneckenpumpe nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Spannweg der Förderschnecke (42) das 0,05 bis 0,5fache des Rotordurchmessers
beträgt.
3. Exzenterschneckenpumpe nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Förderschnecke (42) unter einer positiven Vorspannung in Form einer Streckung
steht
4. Exzenterschneckenpumpe nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Förderschnecke (42) unter einer negativen Vorspannung in Form einer Stauchung
steht.
5. Exzenterschneckenpumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Förderschnecke (42) mindestens an einem Ende ein Ringelement (44,44') aufweist.
6. Exzenterschneckenpumpe nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die biegsame Welle (40) mindestens an einem Ende ein steifes Kupplungselement (38,
48) aufweist, auf dem das Ringelement (44, 44') befestigt ist.
7. Exzenterschneckenpumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Förderschnecke (42) formschlüssig mit dem Rotor (34) und/oder der Antriebswelle
(54) verbunden ist.
8. Exzenterschneckenpumpe nach Anspruch 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Förderschnecke (42) kraft- oder reibschlüssig mit dem Rotor (34) und/oder der
Antriebswelle (54) verbunden ist.
9. Exzenterschneckenpumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Förderschnecke (42) aus einem Flachmaterial ist.